Konventionelle Schadenverhütung. Modernes Risk Management

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1 Konventionelle

2 Themen Risk Management Grundlagen - Eintrittswahrscheinlichkeit / Schadenausmaß - Individuelle Einschätzung von Risiken - Risikoanalyse und Risikobewertung Konventionelle - Bauliche Brandschutzvorkehrungen - Technische Sicherheitssysteme - Organisatorische Schutzmaßnahmen - Mehrstufige Schutzsysteme - Hardware, Software, Lifeware - Der Faktor Mensch

3 Risk Management - Grundlagen

4 Johann Wolfgang Goethe nach Großbrand im Hoftheater zu Weimar Der Platz des Theaters in dem bewohnten Teil der Stadt sei von allen Seiten frei und gehörig entfernt von anderen Gebäuden. Garderoben bringe man unter in besonderen Räumen, deren Zusammenhang mit der Bühne geschlossen werden kann. Wegen Feuersicherheit befinde sich nicht alles unter einem Dach. Lüster im Saal befestige man nicht am Leinenstrick, sondern an metallener Kette sowie doppelschossige Halterungen. Seite 4 In jedem Geschoss befinde sich ein Wasser-Reservoirs und Kanal mit Druckwerk. Freier Zugang soll ermöglichen Rettung von Personen.

5 Risiko: Definition R = P x C RISIKO = Eintrittswahrscheinlichkeit x Schadenausmaß Seite 5 Eintrittswahrscheinlichkeit - regelmäßig - häufig - gelegentlich - selten -nie Schadenausmaß - katastrophal - erheblich - mittel-schwer -gering - vernachlässigbar

6 Risiko: Definition R = P x C Eintrittswahrscheinlichkeit -Brandschutz - - Anlagensicherheit Schadenausmaß - Brandbekämpfung - Schadenbegrenzung -Krisenmanagement Seite 6 Risiko-Qualität Höchstschaden (MPL)

7 Risikoakzeptanz Eintrittswahrscheinlichkeit regelmäßig häufig nicht akzeptel mittel gelegentlich selten Seite 7 nie akzeptel Vernachlässigbar gering mittelschwer erheblich katastrophal Schadenausmaß

8 Basis-Deckung: FLEXA F ire L ightning Ex plosion Seite 8 A ircraft

9 Brandgefahren Feuer Explosion Rauch Strahlungswärme Druckwelle Korrosive Gase Seite 9

10 Konventionelle Baulicher Brandschutz

11 Brandschnitte / Schutzstände Räumliche und bauliche Abtrennungen verhindern die Ausbreitung von Feuer und Rauch Lager Große zusammenhängende Gebäudebereiche Produktionanlagen / Lagerbereiche Büros Produktion Seite 11 Brandlast / Zündquellen Wertkonzentration A

12 Auswahl geeigneter Baustoffe Baustoffklasse Bezeichnung Gefahrenpotenzial B B3 B2 B1 leicht entflammbare Baustoffe normal entflammbare Baustoffe schwer entflammbare Baustoffe A A1 / A2 nicht brennbare Baustoffe Seite 12

13 Nicht brennbar feuerbeständig vollständige Zerstörung von Stahlkonstruktionen und Betonbauteilen Seite 13

14 Gebäudekonstruktion Betonbauweise - exzellente Feuerwiderstandseigenschaften - brandschutztechnisch optimal Backstein - gute Feuerwiderstandsdauer -kritisch bei Explosionsgefahren Seite 14 Stahl - bei 500 C verliert Stahl 50% seiner Festigkeit - kritisch in Bezug auf Feuerwiderstandsdauer

15 Versteckte Brandlasten Dämmstoffe Isolationsmaterialien Kunststoffrohre Elektrische Einrichtungen Schmiermittel Wärmeträgeröle Seite 15

16 Schadenszenario: Versteckte Brandlasten Kelisolierungen Elektrische Einrichtungen Seite 16

17 Schadenszenario: Korrosive Brandgase (z.b. PVC) 100 kg PVC verbrennen 40 m 3 Chlorwasserstoffgas 200 l konz. Salzsäure (in Kontakt mit Wasser) Kontaminierung / Korrosion: m 2 Metalloberfläche m 2 Betonoberfläche Seite 17 Weitere Brandgase CO, HCN, NOx

18 Wandöffnungen in Brandwänden Öffnungen in Brandwänden sind grundsätzlich unzulässig Sind sie aus betrieblichen Gründen erforderlich, müssen sie feuerbeständig geschützt sein Wandöffnungen gelten als feuerbeständig geschützt, wenn sie eine Feuer-Widerstanddauer von 90 Minuten aufweisen Seite 18

19 Brandschutztüren Brandschutztüren müssen grundsätzlich geschlossen bleiben Wenn betriebliche Gründe das Offenstehen von Brandschutztüren notwendig machen, sind diese mit zugelassenen Feststellanlagen auszurüsten Seite 19

20 Brandschutztür für Transportanlagen Seite 20

21 Konventionelle Technischer Brandschutz

22 Löschwasserversorgung Risikoklasse Anzahl Löschgeräte Wasserverbrauch [l/min] Löschdauer [min] Wasservorrat [m 3 ] Wohngebiet Landwirtschaft Seite 22 Industrie, Hotels, Krankenhäuser Schwerindustrie, Chemie, Lagerhäuser Petrochemie, Papierindustrie, Gummiindustrie

23 Sprinkleranlage Räume und Einzelobjekte, der Brandklasse A Warenhäuser Hochregalanlagen Hochhäuser Produktionsanlagen Seite 23

24 Gas-Löschanlagen Raum- und Objektschutz bei Stoffen der Brandklassen B oder C oder schnell schmelzenden Feststoffen - Elektrische Anlagen -Lackieranlagen Seite 24 - Explosionsschutz: Als Inertisierungsatmosphäre in Silos und Mühlen (Alternative zu Stickstoff)

25 Schaum-Löschanlage Freianlagen und Betriebsräume mit Stoffen der Brandklassen A und B Tankanlagen Lösemittellager Anlagen in der Petrochemischen Industrie Seite 25

26 Pulver-Löschanlage Freianlagen und Betriebsräume mit Stoffen der Brandklassen A, B, und C. - Abfüllstationen für brennbare Flüssigkeiten oder Gase - Anlagen, mit brennbaren Flüssigkeiten oder Gasen unter hohem Druck Seite 26

27 Sprühwasser-Löschanlage Räume und Einzelobjekte mit sehr schnell bzw. besonders heftig brenenden Stoffen der Brandklasse A oder mit Flüssigkeiten, deren Flammpunkt unter 100 C liegt. - Papier, Schaumstoff-Läger - Holzindustrie, Spänesilos - Müllbunker Seite 27 - Als Berieselungsanlage zur Kühlung von Tankanlagen

28 Schaumwerfer Tanklager Großläger Petrochemische Prozess-Anlagen Seite 28

29 Brandmeldeanlagen Rauchmelder (Optische Sensoren zur Erkennung von Brandprodukten / Partikeln) Flammenmelder (Infrarot-Sensoren) Wärmemelder (Temperatur-Sensoren) Seite 29

30 Konventionelle Organisatorischer Brandschutz

31 Organisatorischer Brandschutz Feuerwehr / Notfallteam Brandschutzbeauftragter / Sicherheitsdienst Wartung - Instandhaltung / Inspektionen Genehmigung von gefährlichen Arbeiten / Audits Seite 31

32 Organisatorischer Brandschutz Sicherheitstrainings / Notfallübungen Rauchverbot / Arbeitssicherheit Ordnung / Sauberkeit Lagerung / Abfallwirtschaft Seite 32

33 Feuerwehr: Bewertungskriterien Öffentliche Feuerwehr./. Werksfeuerwehr Berufsfeuerwehr./. Freiwillige Feuerwehr Anrückzeiten Ausrüstung Ausbildung / Übungen Freie Zufahrtswege Seite 33

34 Brandschutzbeauftragter Beratung der Unternehmensleitung in Sicherheits-relevanten Fragen sowie zum Brandschutz und zur Schadenprävention Veranlassung der Beseitigung von Mängeln im Brandschutz und in der Schadenprävention Organisation und Überwachung des betrieblichen Brandschutzes und Maßnahmen zur Schadenprävention Organisation und Durchführung von Betriebsbegehungen und Risk-Management-Audits Seite 34

35 Trainings / Übungen Kenntnisse über Funktionsweise und Wirkung von Löschgeräten Beseitigung von Schwellenangst Seite 35

36 Konventionelle Einflussmöglichkeiten

37 Risikoakzeptanz: Bauliche Brandschutzvorkehrungen Eintrittswahrscheinlichkeit Komplextrennung Brandschnittstrennung sehr groß nicht akzeptel groß mittel Seite 37 klein akzeptel klein mittel groß sehr groß Schadenausmaß

38 Risikoakzeptanz: Organisatorische Schutzmaßnahmen Eintrittswahrscheinlichkeit Brandschutzbeauftragter Wartung, Instandhaltung sehr groß nicht akzeptel groß mittel Seite 38 klein akzeptel klein mittel groß sehr groß Schadenausmaß

39 Risikoakzeptanz: Technische Sicherheitssysteme Eintrittswahrscheinlichkeit Brandmeldezentrale Feuerlöschanlage sehr groß nicht akzeptel groß mittel Seite 39 klein akzeptel klein mittel groß sehr groß Schadenausmaß

40 Umgang mit Einflussfaktoren: Finanzielle Recourcen Man sollte nicht ständig fragen, ob man sich die Investitionen für leisten kann...vielmehr muss man fragen, ob man es sich leisten kann, kein (oder zu wenig) Geld für diese Investitionen auszugeben. Seite 40

41 Lawinenartigen Entwicklung von Großschäden

42 Subjektive Risikowahrnehmung 100 Todesopfer Strassenverkehr 100 Todesopfer Eisenbahnkatastrophe Seite 42

43 Subjektive Risikowahrnehmung good satisfacory fair poor Seite 43 standard very good outstanding tolerle ove average excellent fair sub-standard good first rate deficient acceptle foremost satisfactory sound mediocre prime adequate critical below average desirle poor average inferior superior

44 Lawinenartige Entwicklung im Schadenfall auslösendes Ereignis Lawinenartige Entwicklungen gefährden den gesamten Unternehmenserfolg falsche / späte Entscheidungen Fehlinformation Informationsdefizit Informationsverlust Misinformation (Teil-) verlust von Organisationsstrukturen Management Paralyse Seite 44 Verlust des Marktvertrauens Kundenverlust finanzielle Verluste Imageverlust

45 Groß- und Größtschäden Großschäden entstehen immer infolge von "Systemfehlern" und "Mängeln in organisatorischen Abäufen": technisches Versagen organisatorische Mängel konzeptionelle Schwäche menschliches Fehlverhalten Seite 45

46 Groß- und Größtschäden Großschäden lassen sich nur unter Kontrolle bringen mit angemessenen sprogrammen und ausreichenden Brandbekämpfungsmaßnahmen und ausgeklügelten Risk Management Verfahren STOP Seite 46

47 Unvorhersehbare Zwischenfälle Der Faktor Mensch Fehlbedienung Managementfehler Organisationslücken Menschliches Versagen Seite 47

48 Der Faktor Mensch Menschliche Fehler müssen im Kontext von fehleranfälligen Systemen gesehen werden. Die Fehleranfälligkeit von Systemen ergibt sich aus einem komplexen Zusammenspiel vielfältiger Faktoren: - Organisation + Management Systeme - Training + Ausbildung - Verfahrensweisen + Arbeitsläufe - Regeln + Vorschriften - Kontrollen + Audits Seite 48

49 Hardware Anlagen-Layout (Abstände) Bauweise (nicht brennbare Baustoffe) Prozessdesign (fail-safe) Löschanlagen (Sprinkler) Seite 49 Überwachungssysteme (Branderkennung)

50 Software Management Systeme Vorschriften, Regeln, Verbote Kontrollen, Audits Wartung, Instandhaltung, Inspektionsprogramme Arbeits- und Betriebsanweisungen Seite 50

51 Lifeware Unternehmen - Sicherheitskultur - Risikophilosophie Seite 51 Mitarbeiter - Sicherheitsbedürfnis - Risikobewusstsein -Motivation

52 Lifeware Wechselwirkung Software Hardware Seite 52

53 Mehrstufige Schutzsysteme Prozessdesign Manuelle Kontrollen Prozesssteuerung (DCS) Seite 53 Überdruckventile (PSV) Automatische Notschaltung (ESD) Bauliche Schutzmaßnahmen Notfallorganisation Krisenmanagement

54 Ganzheitliche Risikoanalyse Inspektionen Wartung Umsetzung von Empfehlungen Vorschäden Near Misses Untersuchung Risikobereitschaft Schutzmaßnahmen Sicherheitsaudits Gefährdungsanalyse Risk Management Philosophie Prozessdesign Notfallpläne Betriebsanweisungen Sicherheitskultur Seite 54

55 : erfordert Szenariodenken! Seite 55

56 Seite 56

57 Ihr Ansprechpartner - Swiss Re Group Loss Prevention Manager Seite 57 Telefon:

58 Ihr Ansprechpartner Loss Prevention Manager (Projekt Manager) Risiko Management in Industrie, Handel und Gewerbe: - Brandschutz, Anlagensicherheit, Notfallplanung, etc. - Risikobesichtigungen, Schadeninspektionen, BU-Analysen, etc. - Sicherheitsaudits, sprogramme, etc. - Vorträge, Schulungen, Seminare, Workshops Fachausschüsse und Expertengremien: - MER: Münchner Experten Runde (Planungsausschuss) - GDV-TK: Technische Kommission (Entscheidungsgremium) - Fachberater der Landesfeuerwehr Rheinland-Pfalz Seite 58 Lehrauftrag als Dozent der Deutschen Versicherungsakademie: Fachreferent und Trainer im Rahmen der Weiterqualifizierung für Versicherungskaufleute zum Technischen Underwriter

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