Brandschutztagung 16./

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1 Brandschutztagung 16./ Anlagentechnischer Brandschutz am Beispiel Krankenhaus Referent: Jan Witte

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3 Inhaltsübersicht 1. Einleitung 2. Gesetzliche Regelungen in Deutschland 3. Länderspezifische Vorgaben 4. Vergleich mit der M IndBauRL Muster-Industriebaurichtlinie 5. Brandschadenstatistik in Krankenhäusern 6. Brandursachenstatistik 7. Besonderheiten beim Brandschutz in Krankenhäusern 3 / 32

4 Inhaltsübersicht 1. Brandschutzkonzept 2. Baulicher Brandschutz 3. Anlagentechnischer Brandschutz 4. Betrieblich-Organisatorischer Brandschutz 5. Abwehrender Brandschutz 6. Schlussbetrachtung 4 / 32

5 Einleitung 1. Gibt es die die ideale Brandschutzlösung? 1. Welche Schutzziele sollen erreicht werden? 1. Sind die Lösungen wirtschaftlich vertretbar? 5 / 32

6 Gesetzliche Regelungen in Deutschland 1. Keine einheitliche Festlegung für Brandschutz in Krankenhäusern in Deutschland 2. Regelung erfolgt in den einzelnen Bundesländern 3. Die Muster-Krankenhausverordnung wurde zurückgezogen 6 / 32

7 Länderspezifische Vorgaben Baden-Württemberg: Hinweise des Wirtschaftsministeriums über den baulichen Brandschutz in Krankenhäusern In jedem Geschoss geeignete Feuerlöscher Wandhydranten oder Steigleitungen können gefordert werden (wenn aus Brandschutzgründen erforderlich) Alarmierungseinrichtungen zur Alarmierung des Personals müssen vorhanden sein Flächendeckende Brandmeldeanlagen mit automatischen und nichtautomatischen Brandmeldern 7 / 32

8 Länderspezifische Vorgaben Nordrhein-Westfalen: KHBauVo Krankenhausbauverordnung In jeder Pflegeeinheit muß mind. 1 Feuerlöscher mit 6kg Löschmittelinhalt (für Brandklassen A,B oder C geeignet) gut sichtbar angebracht sein Wandhydranten und selbsttätige Feuerlöschanlagen können gefördert werden (wenn aus Brandschutzgründen erforderlich) Krankenhäuser müssen ihrer Größe, Lage und Zweckbestimmung entsprechende Feuermeldeeinrichtungen haben Krankenhäuser müssen Einrichtungen haben, durch die das Personal alarmiert und angewiesen werden kann 8 / 32

9 Vergleich mit der M IndBauRL Muster- Industriebauchrichtlinie Anforderungen in der Industrie: In Lagergebäuden mit Lagerbereichen werden bei Lagerguthöhen >7,5 m selbsttätige Feuerlöscheinrichtungen angeordnet Bei Brandbekämpfungsabschnitten > m 2 und Brandbelastungen >15 kwh/m 2 werden selbsttätige Feuerlöschanlagen angeordnet Die Brandbekämpfungsabschnitte müssen durch geeignete automatische Brandmeldeanlagen überwacht werden 9 / 32

10 Brandschadenstatistik in Krankenhäusern VdS Statistik*- Großbrände in Krankenhäusern Jahr Anzahl Euro Jährlich mindestens ein Großbrand mit durchschnittlich über 5 Mio. Schaden * Zeitraum , Großbrände in Krankenhäusern 10 / 32

11 Brandschadenstatistik in Krankenhäusern Statistik Klaus Wichert* Alle 14 Tage brennt es im Krankenhaus 25 Patienten/ Bewohner starben jährlich 232 Patienten/ Bewohner wurden jährlich verletzt 1460 Patienten/ Bewohner wurden jährlich evakuiert * Auswertung von in Krankenhäusern und Altersheimen 11 / 32

12 Brandursachenstatistik Charakteristik der Brände Vorrangig technische Defekte, Brandstiftung und Unachtsamkeit (z.b. Rauchen, Baumaßnahmen) Häufigste Brandausbruchsorte sind Aufenthaltsräume und Wartezimmer Brandausbruchszeit verteilt sich gleichmäßig zwischen Tag und Nacht 12 / 32

13 Brandschutz in Krankenhäusern Besonderheiten Anwesenheit einer großen Anzahl in Ihrer Mobilität eingeschränkter Personen Beteiligung des Personals an Rettungsaktionen Anwesenheit von ortsunkundigen Personen Hohe Wertekonzentration durch medizinische Geräte Im Schutzkonzept ist daher die Verlängerung der zur Verfügung stehenden Eingriffszeit ein wesentlicher Punkt. 13 / 32

14 Brandschutzkonzept Säulen des Brandschutzes Vorbeugender Brandschutz Abwehrender Brandschutz 14 / 32

15 Brandschutzkonzept Vorbeugender Brandschutz Baulicher Brandschutz Anlagentechnischer Brandschutz = Reduzierung des Risikos Betrieblich-organisatorischer Brandschutz 15 / 32

16 Baulicher Brandschutz Baulicher Brandschutz Betrachtet: Gebäudegeometrie und Lage Anordnung der Flucht- und Rettungswege Brennbarkeit der Baustoffe Feuerwiderstandsdauer von Bauteilen/ Bauelementen 16 / 32

17 Baulicher Brandschutz Baulicher Brandschutz Umfasst alle Maßnahmen, die bereits durch Planung und Ausführung des Gebäudes getroffen werden Ziel = Entstehung und Ausbreitung von Feuer und Rauch zu verhindern Wesentliche Bausteine sind die Bildung von Brandabschnitten und Sicherstellen von Rettungswegen Baulicher Brandschutz wird ergänzt durch den anlagentechnischen Brandschutz 17 / 32

18 Anlagentechnischer Brandschutz Anlagentechnischer Brandschutz umfasst das: Erkennen Melden Unterdrücken Löschen Entrauchen Abschotten... von Brandereignissen 18 / 32

19 Anlagentechnischer Brandschutz Brandmeldeanlagen Brandmeldeanlagen dienen dazu, Brände in ihrer Erstehungsphase zu erkennen und zu melden Zusätzlich kann auch der Ort des Brandereignisses angezeigt werden Ein zusätzliches Feuerwehrbedienfeld ermöglicht den Einsatzkräften ohne spezielle Kenntnisse der individuellen Anlagentechnik die Brandmeldezentrale zu bedienen Fazit: Für Krankenhäuser ist eine flächendeckende Überwachung, i.d.r. durch Rauchmelder zu empfehlen. 19 / 32

20 Anlagentechnischer Brandschutz Feuerlöscher Für jeden frei zugänglich! Wandhydrant Selbsthilfeeinrichtungen Hinweise zur Anordnung/ Installation: Personen dürfen durch Einsatz von Selbsthilfeeinrichtungen nicht unnötig in Gefahr gebracht werden Fliehende Personen dürfen nicht behindert werden Für wirksame Bekämpfung von Bränden der Klassen A, B, C, häufig Einsatz von Pulverlöschern (gemäß KhBauVO) CO 2 Löscher vorrangig in Bereichen mit elektrischen Risiken Ergänzung von Wandhydranten bei Bedarf 20 / 32

21 Anlagentechnischer Brandschutz Automatische Feuerlöschanlagen Sprinkleranlagen Einsatz bietet sich an für: Eingangsbereiche Patientenzimmer, Aufenthaltsräume oder Wartezimmer Lagerbereiche Tiefgarage Feinsprühsprinkleranlagen, wie EconAqua, optimieren die Vorteile der herkömmlichen Sprinkleranlage und der Feinsprühtechnik (weniger Wasserverbrauch, weniger Platz) 21 / 32

22 Anlagentechnischer Brandschutz Automatische Feuerlöschanlagen Gaslöschanlagen Durch rückstandsfreies Löschen Einsatz in: IT-Räumen & Notstromversorgung Laborräumen Lager mit brennbaren Flüssigkeiten Krankenhausarchiv Unterschiedliche Löschgase wie CO 2, Inertgase (Argon, Stickstoff) oder chemische Löschgase (Novec TM 1230/ FM200) für optimal anpassbare Lösungen 22 / 32

23 Anlagentechnischer Brandschutz Automatische Feuerlöschanlagen Speziallöschanlagen Für Küchenbereiche/ Kantinen wurden Speziallösungen entwickelt, die zur Bekämpfung von brennendem Frittieröl/-fett geeignet sind Da Wasser das Risiko einer Fettexplosion birgt, wird ein spezielles Löschmittel eingesetzt, welches mit dem heißen Fett reagiert und einen Schaumteppich bildet Dem Brandherd wird Sauerstoff und gleichzeitig erheblich Wärme entzogen 23 / 32

24 Anlagentechnischer Brandschutz Automatische Feuerlöschanlagen Schaumlöschanlagen Für Hubschrauberlandeplätze Einsatz von Schaummonitoren, u.a. zum Löschen von brennbaren Flüssigkeiten, wie z.b. auslaufendem Treibstoff Schaummonitore eignen sich insbesondere zur Verwendung im Freien 24 / 32

25 Anlagentechnischer Brandschutz Automatische Feuerlöschanlagen Rauch- /Wärmeabzugsanlagen Führen im Brandfall Rauch und Wärme ab Müssen folgende Kriterien erfüllen: Schaffung von rauchfreier Sicht Rettungswege für Personen und Angriffswege der Feuerwehr möglichst lange rauchfrei halten Brandfolgeschäden durch Brandgase verhindern/ verringern Thermische Einwirkung verhindern/ verringern 25 / 32

26 Betrieblich-organisatorischer Brandschutz Bildet die Klammer für das funktionierende Ineinandergreifen von baulichem und technischem Brandschutz Wesentliche Bausteine: Brandschutzordnung Teil A: Anhang für alle anwesenden Personen (Brände verhüten und Verhalten im Brandfall) Teil B: Weitergehende Hinweise für Mitarbeiter und Angestellte Teil C: Weitergehende Hinweise für z.b. Brandschutzbeauftragte, Sicherheitsleute Flucht- und Rettungsplan 26 / 32

27 Abwehrender Brandschutz = Eingreifen der Feuerwehr Abwehrender Brandschutz ist nicht dafür vorgesehen, die unzureichenden Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes zu kompensieren! Für Feuerwehr sind Zugänge, Zufahrten und Aufstellflächen vorzusehen und freizuhalten Mindestabstände zwischen Gebäuden müssen eingehalten werden, um Brandübergriffe zu verhindern Vorhaltung von ausreichend Löschwasser für die Feuerwehr (Richtwert für Krankenhäuser = l/min für 2h Löschzeit) 27 / 32

28 Schlussbetrachtung Schutzziele: Personenschutz Sachwertschutz Umweltschutz Nur ein ganzheitliches Konzept aus vorbeugendem Brandschutz und abwehrendem Brandschutz kann das umfassende Ziel des Brandschutzes in Krankenhäusern erreichen. 28 / 32

29 Schlussbetrachtung Diskussion von 2 Philosophien Frühestmögliche Branderkennung oder frühestmögliche Bekämpfung? Insbesondere bei problematischer Evakuierungen (z.b. durch eingeschränkte Mobilität, viele ortsunkundige Personen) liegen Vorteile in der frühen, automatischen Brandbekämpfung Im Idealfall werden die frühestmögliche Erkennung durch BMA und die frühestmögliche Bekämpfung durch Löschanlagen kombiniert 29 / 32

30 Schlussbetrachtung Kosten als K.O. Kriterium? Häufig werden Sprinkleranlagen aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht in Betracht gezogen Ersparnisse durch den Einbau einer Sprinkleranlage werden dabei immer wieder vernachlässigt: Vergrößerung von Brandabschnitten Reduzierung der Anforderungen an Entrauchungssysteme Feuerbeständigkeiten von Wänden, Decken oder Abschlüssen 30 / 32

31 Schlussbetrachtung Positive Trends Sprinklerschutz in Krankenhäusern: Universitätsklinikum Marburg Johannes Wesling Klinikum Minden Kinder- und Frauenklinik Karlsruhe Erhöhte Akzeptanz bei Planern Vermehrte Berücksichtigung von Sprinkleranlagen bei der Erstellung von Brandschutzkonzepten für Krankenhäuser 31 / 32

32 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Jan Witte 32 / 32

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