Mitarbeiterzeitschrift 1/2012

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1 Mitarbeiterzeitschrift 1/ Jahrgang ISSN Chefarzteinführung im St.-Clemens-Hospital Geldern Spatenstich für die neue KiTa in Perl-Besch Abschiedsfest für Klinikseelsorger der Hochwald-Kliniken Offizieller Abschluss des QKA-Folgeprojekts Menschen im Träger Mitarbeiter-Forum Die Seite der Seelsorge Informationen von der Ethik-Kommission Aktionstag für saubere Hände in Bernkastel/Wittlich Erfolgsprojekt Hand in Hand in Bad Kreuznach Neues aus den Einrichtungen Terminankündigungen Ehrenamtliches Engagement

2 Zur Titelseite Liebe Leserin, lieber Leser, die strahlende Frühlingssonne bringt sie jetzt deutlich zum Vorschein, die unliebsamen verbliebenen Relikte des zurückliegenden Winters: Es sind die Streifen, die Schlieren, der Staub und, kurz gesagt, eine ganze Menge anderer dieser unerfreulichen Rückstände, die von den weniger sonnenreichen Tagen verborgen wurden. Zu sehen sind die zu säubernden Stellen jetzt überall: vor dem Haus, im Keller, in der Wohnung, in den Zimmern, und schließlich versperren sie auch die klare Sicht aus den Fenstern. Da wird es höchste Zeit, sich mit den nötigen Utensilien auszustatten, um mit einem Frühlingsputz wieder für eine klare Sicht zu sorgen. Zu einem richtigen Frühlingsputz gehören natürlich nicht nur die Fenster. Vieles will aufgeräumt und ausgeräumt, entsorgt oder neu geordnet werden. Der richtige Zeitpunkt, um so manches im neuen Glanz erscheinen zu lassen. Inspiriert von einer Empfehlung Edith Steins gilt es der Frage nachzugehen, wie es bildlich gesprochen mit dem Fenster unseres Lebens, mit dem Fenster unseres Herzens steht. Du sollst sein wie ein Fenster, durch das Gottes Liebe in die Welt hineinleuchten will. Die Scheibe darf nicht stumpf oder schmutzig sein, sonst verhinderst du das Leuchten in der Welt. (Edith Stein) Zugegeben, diese Frage ist keine einfache Frage. Eine Frage, der wir uns jedoch immer wieder im Laufe unseres Lebens zu stellen haben und der Sie sich, liebe Leserin, lieber Leser, vielleicht sogar schon ganz bewusst in der Fastenzeit vor Ostern zugewandt haben. Und falls noch nicht, dann lassen Sie sich einladen, für die Klarheit dieses Lebensfensters in den nächsten Wochen zu sorgen. Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen, so heißt es in einem Lied, das der Sänger Xavier Naidoo 2006 veröffentlichte. Die nächste gute Gelegenheit, gemeinsam aktiv zu werden, könnte am 19. April sein, unserem Gemeinsamen Pilgertag Lassen Sie sich einladen zu dieser ganz besonderen Art des Fensterreinigens, gemeinsam mit anderen Pilgern. Näheres hierzu finden Sie auf der Seite 12 der vorliegenden Ausgabe unserer Mitarbeiterzeitschrift, und wie immer wünschen wir Ihnen viel Freude beim Lesen der vorliegenden Ausgabe unserer Mitarbeiterzeitschrift. Ihre spectrum-redaktion Impressum zur titelseite / impressum Herausgeber cusanus trägergesellschaft trier mbh Friedrich-Wilhelm-Straße Trier Tel.: Fax: Redaktion Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Dr. Claudia Gerstenmaier (Chefredaktion und Leitung der Stabsstelle) Gisela von Staden-Lackner (Lektorat und Redaktionsorganisation) Benjamin Henze (Redaktion) Tel.: Fax: Gestaltung Roxanne Brusso (9. Semester Kommunikationsdesign, FH Trier) Druck Druckhaus Neu GmbH, Trier Autoren Advena, Barbara; Altmeier, Martina; Begon-Scholtes, Annerose; Beule, Georg; Bruxmeier, Karl-Herbert; Engel, Andreas; Gerstenmaier Dr., Claudia; Heinrichs-Marunde, Mechthild; Henze, Benjamin; Kellner Dr., Thomas; Kriegel, Monika; Lambertz, Petra; Mans Dr., Elmar; Mohr, Carmen; Philipps, Stefanie; Raber, Eveline; Roth, Andreas; Schillo, Isabell; Tokarski, Andrea; Zimmer, Sabine Die Beiträge unserer Autoren müssen nicht die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wiedergeben. Drucklegung 25. März 2012 Druckauflage Exemplare Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist am Fotografen Altmeier, Martina; Bistum Trier; Engel, Andreas; Fichtelmann, Heribert; Gerstenmaier Dr., Claudia; Henze, Benjamin; istockphoto.com; Kind, Gerhard; Klas, Valentin; Kriegel, Monika; Lambertz, Petra; Philipps, Stefanie; Raber, Eveline; Schillo, Isabell; Schläfer, René; Staatsministerium Saarland; Stoffels, Stephan; thinkstockphoto.com Bitte schicken Sie uns Ihre Anregungen und Beiträge per zu. Wir freuen uns darauf! Die Kürzung von Beiträgen aus technischen Gründen bleibt der Redaktion vorbehalten, ebenso das Verschieben von Beiträgen auf eine der nächsten Ausgaben. Der besseren Lesbarkeit wegen haben wir in der vorliegenden Ausgabe bei den Beiträgen den Stil des männlichen Singulars verwendet. Wir orientieren uns bei allen Ausgaben an den jeweils gültigen Rechtschreibregelungen des Dudens. 2

3 Inhaltsverzeichnis aktuelles 02 Zur Titelseite Impressum 03 Inhaltsverzeichnis 04 Eine Auszeichnung für besondere Verdienste Azubis der Jugendhilfe engagieren sich am Josefstag 05 Offizielle Amtseinführung von Chefarzt Dr. Rupertus Schnabel 06 Ein Abschiedsfest für Pastor Gerd Braun aus den einrichtungen Platz für die Schüler des Hauses auf dem Wehrborn 28 Einladung für interessierte Biker/ Motorradfreunde der ctt Ingrid Ambrosius setzt sich für die Anliegen der Patienten ein 29 Aktionstag schärft das Bewusstsein für saubere Hände 30 Gelderner Modell leistet Beitrag zum Umweltschutz Neue Betten für das Caritas-Krankenhaus Lebach 08 Feierliche Verabschiedung im Kloster Marienau Weiter- und Fortbildungsveranstaltung in Weiskirchen Einführungstag für neue Mitarbeitende in der Altenhilfe 32 Hand in Hand aus der psychosomatischen Erkrankung 10 Offizieller Abschluss des QKA-Folgeprojektes 34 Karneval trägerübergreifendes 12 Heilig-Rock-Wallfahrt Jung und Alt gemeinsam im Seniorenheim St. Josef Weihbischof Dr. Helmut Dieser zu Besuch in Waxweiler 36 Ausflug ins Blumenparadies seite der seelsorge 13 Das Grab ist voll... termine 36 Neue Weiterbildung im ctt-fortbildungszentrum mitarbeiterforum 14 Zu unserem Leitbild 16 Wir begrüßen 17 Feier mit Jubilaren im St.-Clemens-Hospital Geldern 37 Termine der Akadamie Kues 38 Weiterbildung in der seelsorglichen Begleitung von Gruppen 18 Wir gratulieren zu Dienstjubiläen ethik 38 Veranstaltungen des Ethik-Instituts 19 3 Fragen an Renaldo Myrselaj 39 Burn-out und Arbeitsbelastung 20 Menschen im Träger 22 Marlis Zimmer in den Ruhestand verabschiedet 40 Klinische Forschung und das Problem der Informierten Einwilligung 23 Nachgefragt bei Heike Wallerich aus den einrichtungen 24 Intensivstation gegen das Atelier getauscht 26 Spatenstich für die neue Kindertagesstätte in Besch Lions Club unterstützt Tanzgruppe in der Jugendhilfe ehrenamt unsere häuser 42 Therapeuten auf vier Pfoten 43 Unsere Einrichtungen in Ihrer Nähe inhaltsverzeichnis 3

4 Eine Auszeichnung für besondere Verdienste Schwester M. Basina Kloos erhält den Saarländischen Verdienstorden Saarbrücken. Mit der Auszeichnung wird das langjährige und von nachhaltigem Erfolg gekennzeichnete berufliche und ehrenamtliche Wirken der Ordensträger öffentlich herausgestellt und gewürdigt, betonte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp- Karrenbauer, als sie im Rahmen einer Feierstunde Schwester Basina und fünf weiteren Persönlichkeiten den Saarländischen Verdienstorden verlieh. Die Ministerpräsidentin hob hervor: Sie haben oftmals unter Zurückstellung eigener Interessen das übliche Maß an Pflichterfüllung deutlich übertroffen und wesentlich zur Förderung des Allgemeinwohls und wichtiger gesellschaftlicher Belange beigetragen. Der Saarländische Verdienstorden ist die höchste Auszeichnung des Saarlandes. Er wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich mit außergewöhnlichen Verdiensten für das Saarland und seine Menschen eingesetzt haben. Dr. Claudia Gerstenmaier Foto: Staatsministerium Saarland Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (rechts) zeichnete bei einem Festakt in der Staatskanzlei ctt-aufsichtsrätin Schwester M. Basina Kloos (links) mit dem Saarländischen Verdienstorden aus. Im Namen für die mit ihr Ausgezeichneten bedankte sich Schwester Basina in einer Ansprache: Wenn wir die heutige Auszeichnung annehmen, so tun wir dies auch stellvertretend für die vielen Mitarbeitenden, Begleitenden und mit uns sich auf vielfältige Weise engagierenden Menschen in den verschiedenen Betätigungsfeldern. Die heutige Auszeichnung ist vor allem eine Auszeichnung dieser sich mit uns auf dem Weg befindlichen Menschen. Azubis der Jugendhilfe engagieren sich am Josefstag Jugendliche des Hauses auf dem Wehrborn pflegen historischen Friedhof Aach. Einen besonderen Ort hatten sich die Jugendlichen des Hauses auf dem Wehrborn am 19. März ausgesucht. Am Josefstag räumten sie gemeinsam mit einigen Betreuern den jüdischen Friedhof der Gemeinde Aach auf und kümmerten sich um die Außenanlagen. Neben der Pflege von Sträuchern und Büschen wurde auch das Eingangstor des Friedhofs von den Auszubildenden der Malerei fachmännisch gereinigt, um es später neu lackieren zu können. Tatkräftig wurden an diesem Tag die Jugendlichen vom Trierer Diözesanjugendpfarrer Matthias Struth unterstützt, der sich von den Jugendlichen gerne einige Tipps und Tricks zeigen ließ. Benjamin Henze Fotos: Benjamin Henze aktuelles Nach getaner Arbeit haben sich alle eine Pause verdient. Der Trierer Diözesanjugendpfarrer Matthias Struth (3. von rechts) half am Josefstag nicht nur mit, sondern informierte sich gleichzeitig auch über die Ausbildungsmöglichkeiten, die es im Haus auf dem Wehrborn gibt. 4

5 Offizielle Amtseinführung von Chefarzt Dr. Rupertus Schnabel Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie im St.-Clemens-Hospital unter neuer Leitung Geldern. Die Reihe der Festredner zur feierlichen Amtseinführung von Dr. Rupertus Schnabel als Chefarzt der Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie im St.-Clemens-Hospital Geldern war lang: Der Kaufmännische Direktor des St.- Clemens-Hospitals Geldern begrüßte am 15. Februar die zahlreichen Gäste im Versammlungsraum des Krankenhauses. Thomas Thiel, ctt-geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung, dankte zu Beginn seiner Ansprache zunächst dem Vorgänger im Amt, Dr. Claus Cladders, und stellte anschließend die fachliche Kompetenz Dr. Schnabels heraus: dass die angestrebten schonenden Operationsmethoden wie Schulter-, Hüft- und Kniegelenkchirurgie sowohl zukunftsweisend als auch bereichernd für die Gelderner Klinik seien. Sie kommen aus dem hohen Norden, genauer gesagt aus Papenburg, wo das Motto der Stadtverwaltung übrigens lautet: offen für mehr, so Thiel. Für ihn würde er den Zusatz erweitern: offen für mehr Wissen an der chirurgischen Medizin und deren Neuerungen. Bezogen auf das Hobby Dr. Schnabels wünschte er dem neuen Chefarzt für die Zukunft Freude und Erfolg und wie beim Segeln allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. Es ist mir eine Ehre und ein Vergnügen, begann Professor Dr. Philipp Schnabel, Oberarzt der Allgemeinen Pathologie des Uni-Klinikums und Leiter der Außenstelle der Thorax-Klinik Heidelberg, seine Rede als älterer Bruder des neuen Chefarztes. Er skizzierte seinen Bruder als einen verantwortungsvollen Menschen mit Durchhaltevermögen: Er vollendet nicht nur die Dinge, die er angefangen hat, sondern vollbringt dies auch noch zielorientiert und innerhalb der vorgegebenen Zeit. Als Physiologe und Pathologe habe ich Hochachtung vor der körperlich anstrengenden Arbeit des Chirurgen. Wie schon während der Andacht in der Krankenhauskapelle deutlich geworden war, sei die Familie geprägt von christlicher Tradition. Willkommen im Boot, begrüßte die Pflegedirektorin Karla Bergers den Chefarzt. Mit der nahtlosen Nachbesetzung der Position wünschte sie eine gute Zusammenarbeit. Gelderns Bürgermeister Ulrich Jansen signalisierte dem Mediziner mit einem Buchgeschenk, dass Dr. Schnabel in der Verwaltung immer offene Türen vorfinden werde, was die Belange des Krankenhauses angehe. Der Ärztliche Direktor Dr. Frank Kuczera spannte ebenfalls den Bogen zur Freizeitbeschäftigung, indem er einen Kapitän willkommen hieß. Er gab Dr. Schnabel, mit dem er in der Alterstraumatologie kollegial intensiver zusammenarbeitet, den Hinweis, als Visionär nicht nur die Abteilung, sondern das gesamte Krankenhaus im Blick zu behalten, mit Weitsicht, einer ruhigen Hand und viel Spaß an der Arbeit. Als der neue Chefarzt Dr. Rupertus Schnabel ans Rednerpult schritt, dankte er nicht nur für die besten Wünsche, sondern auch für die kollegialen Wegbereiter, die es ihm leicht gemacht hätten, die neue Abteilung von Beginn an zu führen. Dies galt insbesondere in Richtung seines Amtsvorgängers Dr. Cladders und dem verlässlichen Team mit Oberarzt und den Assistenzärzten sowie dem Personal aus der Pflege, die ihn täglich unterstützten. In Richtung seines Bruders fand Dr. Rupertus Schnabel bewegende Worte: Heute ist ein Moment, der unsere Eltern begeistert hätte. Monika Kriegel Foto: Monika Kriegel Gemeinsam mit seiner Familie freut sich der neue Chefarzt über das herzliche Willkommen im St.-Clemens-Hospital (v.l.n.r.): Pflegedirektorin Karla Bergers, ctt-geschäftsführer Thomas Thiel, Britta Schnabel, Dr. Rupertus Schnabel, Kaufmännischer Direktor des St.-Clemens-Hospitals Rainer Borsch, Adelheid Schnabel, Professor Dr. Philipp Schnabel und Ärztlicher Direktor Dr. Frank Kuczera. aktuelles 5

6 Ein Abschiedsfest für Pastor Gerd Braun Klinikseelsorger der Hochwald-Kliniken geht in den Ruhestand Weiskirchen. Kurz vor dem Ruhestand ist die Gefühlslage gemischt: Einerseits bin ich schon froh, zukünftig ein paar Termine weniger und mehr Freiheit, z. B. für kurze Reisen, zu haben, sagt der scheidende Klinikseelsorger Pastor Gerd Braun wenige Tage vor der offiziellen Verabschiedung in Weiskirchen und fügt im gleichen Atemzug hinzu: Aber ich werde auch sehr viel vermissen! aktuelles Da sind zunächst die Gottesdienste in der Kapelle der Hochwald-Kliniken, die ihm viel Freude machen. Sie sind der Anziehungspunkt für Patienten wie Gottesdienstbesucher aus Weiskirchen und der Umgebung. Wenn Not am Mann ist, stehe ich natürlich auch zukünftig für Weiskirchen und die weitere Umgebung als Priester zur Verfügung, versichert Braun. Es sind aber vor allem Gespräche mit den Patienten, die er vermissen wird, denn für Gerd Braun ist die Gesprächsseelsorge zum Mittelpunkt seines beruflichen Wirkens geworden. So überrascht es nicht, dass einige der Patienten, die vor Jahren zu einem Reha-Aufenthalt in die Hochwald-Kliniken kamen, auch heute noch regelmäßig nach Weiskirchen kommen, um mit dem engagierten Klinikseelsorger das seelsorgerische Gespräch zu suchen. Nach der Priesterweihe 1971 wird Gerd Braun Kaplan in Dillingen. Drei Jahre später wird er in eine Gemeinde der Trierer Inseln berufen, drei Jahre später wird er Stadtpfarrer in Koblenz. In diese Jahre fällt auch der immer stärker werdende Wunsch, in die Krankenhausseelsorge zu wechseln. Er nimmt eine entsprechende Ausbildung auf und beginnt 1984 als Krankenhausseelsorger im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth in Saarlouis. Im Laufe der folgenden 12 Jahre wird er für die Patienten und Mitarbeiter ebenso engagiert zur Verfügung stehen wie auch als Seelsorger für die dortige Schwesterngemeinschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen. Auf diese Zeit seines Wirkens und die folgenden 16 Jahre als Klinikseelsorger in Weiskirchen geht Schwester M. Basina Kloos in ihrer Ansprache im Rahmen des Festaktes nach der heiligen Messe dankend ein: Ihre lebensbejahende Verkündigung der Frohbotschaft hat die Tiefendimension Dank und gute Wünsche für Pastor Gerd Braun (Mitte) überbrachten im Rahmen einer Feierstunde (v.l.n.r.): Chefarzt Dr. Martin Schlickel, Pflegedirektor Harald Hintz, Chefarzt und Ärztlicher Direktor Professor Dr. Klaus Steinbach, ctt-aufsichtsrätin Schwester M. Basina Kloos, ctt-geschäftsführerin Vera Bers sowie der Kaufmännische Direktor Bernd Rullang. des Lebens aufgezeigt und gleichzeitig einen weiten Raum der Toleranz ermöglicht. Pastor Braun habe kranke Menschen ermutigt, über sich selbst hinauszuwachsen und gleichzeitig vermittelt, dass es kein klinisch-reines Wachstum gebe, so Schwester Basina weiter. Ein Mensch, der sich dem Leben in die Arme werfe, erfahre im Laufe seines Lebens Schönes und Widersprüchliches. Er sei konfrontiert mit dem Hellen und Dunklen, mit Gelungenem und mit Scheitern im Leben. Nicht selten erleben sich Menschen in Krankheitssituationen und nach einer schweren Krankheit auch hier in der Rehaklinik in Weiskirchen im Ringen um die Wiederherstellung der Mobilität als Verlierer. Diese Erfahrung in das Leben zu integrieren und mit sich selbst gut umgehen zu können, war ein Anliegen Ihrer Seelsorge. Sie konnten überzeugend verdeutlichen, dass in Jesus die heilende Kraft Gottes hautnah spürbar wird, weil er die Menschen nicht auf ihre Mängel reduziert, sondern noch vorhandene Kräfte freilegen will. Weiter führt Schwester Basina aus: Viele durften in den Jahren bei Ihnen lernen, dass die Verwirklichung des Evangeliums nach Matthäus 25, 36. bis 43. Vers <Ihr habt mich besucht.> gelingen kann, wenn die Intensität und Qualität mitmenschlicher Begegnung als ein Ort der Erfahrung von Glauben und Sinn gesehen wird. Patienten aufzusuchen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, habe zu seinem Arbeitsalltag in den Hochwald- Kliniken gehört. Mir ist es wichtig, für Menschen da zu sein, auf sie zuzugehen, mit ihnen zu sprechen und ihnen zuzuhören. Ich freue mich, wenn es gelingt, ihnen zu helfen, ihre Lebensmitte (wieder) zu finden, sie zu begleiten bei der Antwortfindung auf entscheidende Fragen in ihrem Leben oder wenn ich ihnen einen wichtigen Impuls mit auf den Weg geben kann, sagt Pastor Braun. Bei seinem Wirken habe er sich oft am Leben des heiligen Franz von Assisi orientiert. Mit ihm habe er sich intensiv beschäftigt und sei beeindruckt davon, wie der Heilige sein Leben lebte und seine Mitbrüder geführt habe, mit welcher Konsequenz er für seine Überzeugungen in der Umsetzung eingetreten sei, meint Pastor Braun. Ein äußerliches Zeichen für seine Verbundenheit hat er vor Jahren aus Assisi mitgebracht: das Tau. Er hat es in seine Dienstkleidung aufgenommen, und so mancher Patient, der ihm auf den Fluren in Weiskirchen begegnete, erkannte ihn daran: Sie sind bestimmt der Pastor. 6

7 Im Laufe der vergangenen 16 Jahre als Klinikseelsorger in den Hochwald- Kliniken in Weiskirchen haben nicht nur viele Patienten von Pastor Braun eine Hilfestellung erfahren. Seine seelsorgerische Unterstützung brachte er darüber hinaus auch auf vielfache Weise in den Klinikalltag ein. So war er, wie der Ärztliche Direktor Chefarzt Professor Dr. Klaus Steinbach in seiner Ansprache die Verdienste von Pastor Braun nachzeichnet, ein von den Mitarbeitern geschätzter Ansprechpartner. Als Mitwirkender für die Akademie Weiskirchen habe er sich engagiert in die Aus- und Weiterbildung mit eingebracht. In der zur ctt gehörenden Mutter-Kind-Einrichtung zählte die Seelsorgetätigkeit zu seinen Arbeitsgebieten. Gerne und mit viel Leidenschaft, so bescheinigt Chefarzt Professor Dr. Steinbach, habe Pastor Braun vor etwa sechs Jahren die Begleitung der Patienten durch den Dienst der Grünen Damen organisiert. Mit diesem besonderen Ehrenamt sei ein wertvolles Element eingezogen, das aus dem Klinikalltag nicht mehr wegzudenken sei. Auch außerhalb der Hochwald-Kliniken habe Pastor Braun in den umliegenden Pfarrgemeinden jederzeit ausgeholfen. Die sehr gut besuchten Gottesdienste und Andachten in den Hochwald-Kliniken wertet Professor Dr. Steinbach als einen Beweis der hervorragenden kirchlichen Seelsorge, die durch Pastor Braun spürbar geworden sei. Viele Gäste füllen die kleine Kapelle und anschließend die Saarlandhalle in Weiskirchen. Neben dem Klinik-Direktorium und ctt-geschäftsführerin Vera Bers sind auch zahlreiche Geistliche aus der Umgebung, Freunde und Mitstreiter der Einladung zur offiziellen Verabschiedung in den Ruhestand nach Weiskirchen gefolgt. Der Nachmittag ist geprägt von herzlichen Abschiedsworten und persönlichen Begegnungen. Wenn Pastor Braun nun in sein neues Haus in der Nähe von Weiskirchen einziehen wird, dann soll ihn eine wunderschöne Ikone immer an die Hochwald- Kliniken erinnern. Der Kaufmännische Direktor Bernd Rullang überreicht ihm zum Abschied die Kostbarkeit der Muttergottes der immerwährenden Hilfe. Für die anwesenden Gäste steht schnell fest: Das Ende der offiziellen Amtszeit als Klinikseelsorger wird nicht das Ende der Verbindung in die Hochwald-Kliniken sein. Auch wenn Pastor Braun inzwischen einen Kurztrip nach Ägypten wahrgenommen hat, wird es ihn auch weiterhin immer wieder an die alte Wirkungsstätte ziehen. Dr. Claudia Gerstenmaier Fotos: Andreas Engel/ Dr. Claudia Gerstenmaier Seelsorger mit Leib und Seele: Für Pastor Braun steht der Mensch im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Dechant Ralf-Matthias Willmes (links) und Pastor Joachim Haupenthal (rechts) zelebrierte Gerd Braun die heilige Messe. Zum Abschied ein dankbarer Blick zurück: Gesprächsseelsorge war das Zentrum seines beruflichen Wirkens. HILFSPROJEKT Weiskirchen. Pastor Gerd Braun und Monika Marx repräsentieren den Aktionskreis Indienhilfe e. V. (AKI) in Weiskirchen. Seit der Gründung 1981 hat es sich der AKI zur Aufgabe gemacht, in den südindischen Bundesstaaten Tamil Nadu und Kerala Projekte zu fördern, die notleidenden Menschen Hilfe zur Selbsthilfe geben. Die über AKI unterstützte Bevölkerung lebt in ländlichen, wenig industrialisierten Gebieten, sodass viele Familien noch land- und mittellos am Rande der Gesellschaft leben müssen. AKI fördert vorrangig Bildungsprogramme für Jugendliche und Erwachsene, den Bau und die Unterhaltung von Schulen, Kindergärten, Waisenhäusern und Ausbildungsstätten sowie medizinische Beratungs- und Schulungsstellen. Mit einer Spende können Sie die Arbeit des AKI unterstützen: Aktionskreis Indienhilfe e. V. Kreissparkasse Saarlouis BLZ: Konto-Nr.: Klinikseelsorger Gerd Braun engagiert sich seit vielen Jahren für den AKI. Der gemeinnützige Verein hat bislang mit über Euro Bedürftigen in Indien geholfen. aktuelles 7

8 Feierliche Verabschiedung im Kloster Marienau Für Heimleiterin Hannelore Schirmbeck beginnt die Freizeitphase der Altersteilzeit Schwemlingen. 14 Jahre wirkte Hannelore Schirmbeck als Leiterin im Altenund Pflegeheim Kloster Marienau in Merzig-Schwemlingen. Am 16. Dezember wurde sie von ctt-geschäftsführerin Vera Bers und von Alexander Schuhler, dem Kaufmännischen Direktor des Geschäftsbereichs Altenhilfe Saar-Mosel- Eifel, offiziell in die Freizeitphase der Altersteilzeit verabschiedet. Mit Ihren Fähigkeiten haben wir Sie kennen und schätzen gelernt, sagte Schuhler. Hannelore Schirmbeck arbeitete mit einem hohen Maß an Disziplin, Zuverlässigkeit, Organisationstalent und Verantwortungsbewusstsein, so Schuhler weiter. Dass das Alten- und Pflegeheim Kloster Marienau in Schwemlingen so gut aufgestellt sei und einen guten Ruf genieße, sei zweifellos ein Verdienst von Hannelore Schirmbeck. Die aus dem Amt geschiedene Heimleiterin begann ihre Laufbahn 1964 in Saarbrücken-Altenkessel als Hauswirtschaftsgehilfin. Bis 1970 arbeitete sie als Stationshelferin im damaligen Kreiskrankenhaus in Völklingen. Nach einer Erziehungszeit ließ Hannelore Schirmbeck sich 1987 zur Altenpflegerin ausbilden und war bis 1994 bei der Marienhaus GmbH beschäftigt. Ab 1995 trat sie in den Dienst der ctt, damals im Seniorenheim Berghof in Saarbrücken- Bischmisheim. Schon kurze Zeit später, im November 1995, stieg sie zur Heimleiterin des Alten- und Pflegeheims St. Elisabeth Heiligenwald auf, und ab Januar 1997 hat sie als Heimleiterin im Kloster Marienau gearbeitet. Etwas mehr verreisen will Hannelore Schirmbeck (rechts) in den kommenden Jahren. Zum Abschied gab es von den Kollegen eine neue Urlaubskasse, die stellvertretend für alle Mitarbeiter von Alexander Schuhler überreicht wurde. Mit der Verabschiedung von Hannelore Schirmbeck begrüßten Vera Bers, Alexander Schuhler und viele weitere Mitarbeiter der Einrichtung sowie Freunde und Verwandte gleichzeitig Regina Sebastian als neue Chefin im Hause Kloster Marienau. Schon 1976 hat Regina Sebastian im psychiatrischen Pflegeheim Laurentiushöhe in Schwemlingen als Pflegekraft gearbeitet, von 1982 an als Stellvertretende Stationsleiterin. Nach der Erziehungszeit begann sie eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Nach Stationen in Beckingen-Düppenweiler im Haus Blandine und St. Hildegard in Hostenbach kam Regina Sebastian wieder nach Schwemlingen. Es folgten eine Reihe von fachspezifischen Zusatzausbildungen, bis sie im Mai 2011 zur Pflegedienstleiterin berufen wurde. Die Ortsvorsteherin von Schwemlingen, Maria Bänsch-Schnur, lobte die große Verbundenheit von Hannelore Schirmbeck zu Schwemlingen. Unter ihrer Ägide sei die Einrichtung ein wichtiger Teil des Ortes geworden. Viele Schwemlinger verbringen ihren Lebensabend im Kloster Marienau und aktuelles Begonnen hatte die feierliche Verabschiedung der langjährigen Heimleiterin Hannelore Schirmbeck (1. Reihe, 2. von rechts, neben ctt-geschäftsführerin Vera Bers, rechts, und dem Kaufmännischen Direktor Alexander Schuhler, links) mit einem Festgottesdienst, bevor Grußworte und Ansprachen folgten. Im Namen der Heimleitungen der übrigen Alten- und Pflegeeinrichtungen des Geschäftsbereichs Saar-Mosel-Eifel ergriff Elisabeth Jansen (1. Reihe, 2. von links) das Wort. 8

9 wissen, dass sie bestens versorgt sind, das ist nicht zuletzt Ihr Verdienst, sagte Bänsch-Schnur zu der scheidenden Leiterin. Regina Sebastian werde diesen guten Weg fortsetzen. Die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Christine Schuster, sprach von großen Spuren, die Hannelore Schirmbeck hinterlassen habe. Wir haben gerne mit ihr zusammengearbeitet. Regina Sebastian werde als Nachfolgerin von allen Mitarbeitern unterstützt. Den Festgottesdienst gestalteten Pfarrer Ullrich Binnenbruck von der evangelischen Kirche und sein katholischer Kollege Dechant Manfred Thesen zusammen mit den Heini-Singers, die die musikalische Umrahmung gestalteten. Andreas Engel Fotos: Andreas Engel Der Kaufmännische Direktor des Geschäftsbereichs Altenhilfe Saar-Mosel-Eifel, Alexander Schuhler, gratulierte der neuen Heimleiterin Regina Sebastian und wünschte ihr für die neuen Aufgaben alles Gute. 2. Einführungstag für neue Mitarbeitende in der Altenhilfe Steuergruppe Altenhilfe stellt Besonderheiten vor Bernkastel-Kues. Einen Tag Heimleitung sein das dürfen neue Mitarbeitende im Rahmen des Einführungstages in der Altenhilfe der ctt. Gut 30 neue Mitarbeitende waren der Einladung zum zweiten Einführungstag für neue Mitarbeitende am 25. November nach Bernkastel-Kues gefolgt. Eingeläutet wurde der Tag mit einem festlichen Gottesdienst durch Pfarrer Leo Hofmann (Rektor vom St. Nikolaus- Hospital/Cusanus-Stift) in der beeindruckenden Stiftskapelle. Mit dem Einführungstag nutzte die Steuergruppe Altenhilfe, bestehend aus den Kaufmännischen Direktoren Alexander Schuhler (Altenhilfe Saar-Mosel-Eifel) und Bernd Wienczierz (Altenhilfe Rheinschiene) sowie der Leiterin des Qualitäts- und Projektmanagements des Geschäftsbereichs Altenhilfe, Andrea Tokarski, die Gelegenheit, neuen Mitarbeitenden die ctt als christlichen Träger und die Besonderheiten in der Altenhilfe vorzustellen. Es wurde von Leitbild, Balanced ScoreCard, Qualitätsmanagement, Ethik- und Wertearbeit sowie von aktuellen Projekten berichtet. Aber mit Zuhören alleine war es nicht getan. Es war auch Ziel des Tages, von Die neuen Mitarbeiter der Altenhilfeeinrichtungen wurden beim Einführungstag in Bernkastel- Kues in einem offiziellen Rahmen begrüßt. den Teilnehmenden Rückmeldungen zu erhalten, wie sie sich ihren neuen Arbeitsplatz vorstellen oder, besser gesagt, was sie gerne für Bewohner, für Angehörige und für Mitarbeitende tun würden, wenn sie einen Tag Heimleitung sein dürften. Ideen gab es hinreichend! Mit der Sammlung der Ideen ist eine gemeinsame Verpflichtung entstanden: Die Steuergruppe Altenhilfe nimmt sie in ihre Planungen auf, und der neue Mit- arbeitende ist gefordert zu überlegen, welchen Beitrag er leisten kann, um das Arbeitsumfeld positiv mitzugestalten. Am Ende der Veranstaltung kristallisierte sich ein Wunsch als vorherrschend heraus: darauf hinzuarbeiten, dass das Leitbild und die Werteorientierung eine größere Bedeutung im Arbeitsalltag erhalten. Andrea Tokarski Foto: Stephan Stoffels aktuelles 9

10 Offizieller Abschluss des QKA-Folgeprojektes Qualitätsmanagement in der Altenhilfe ist ein wichtiges Instrument Vallendar/Wallersheim/Illingen. Jedes Alten- und Pflegeheim der ctt ist einzigartig: mal größer, mal kleiner, mal neuer, mal älter, mal im Dorf, mal in der Stadt, mal im Saarland, mal in Rheinland-Pfalz. Jedes Haus hat seine besonderen Stärken und seine Verbesserungsbedarfe. Aber eines ist allen gemein: Sie nutzen in unterschiedlichen Implementierungsphasen den QKA als Qualitätsmanagementsystem. Und daher gibt es immer mal wieder Grund zu feiern: Die sogenannten Folgeprojekteinrichtungen haben zum ersten Mal die Selbstbewertung nach QKA durchlaufen. Vom Westerwald bis fast zur französischen Grenze im Saarland waren die folgenden Alten- und Pflegeheime vertreten: St. Hildegard (Hostenbach), Maria vom Siege (Koblenz-Wallersheim), St. Martin (Schiffweiler) und St. Vinzenz (Gebhardshain). Als Gast und Wegbegleiter hatte sich St. Anna (Ahrweiler), ein Haus der Luxemburger Franziskanerinnen von der Barmherzigkeit e. V., angeschlossen. Zur Erinnerung: Der Qualitätskatalog für Katholische Einrichtungen der stationären Altenhilfe (QKA), entwickelt unter Mitwirkung von ctt in einer Arbeitsgruppe des Diözesan-Caritasverbandes Trier, begleitet die Altenhilfe der ctt nun schon seit Im Rahmen eines Modellprojektes ( ), an dem sich die ctt mit vier Häusern beteiligte, wurde der QKA auf Herz und Nieren geprüft und weiterentwickelt. Das Folgeprojekt startete Beide Projekte wurden unter der Federführung des Diözesan-Caritasverbandes Trier begleitet. Darüber hinaus gab es ctt-interne Unterstützungsstrukturen. Im Rahmen der Selbstbewertung werden alle Themen und Bereiche, die für eine Altenhilfeeinrichtung von Bedeutung sind, beschrieben und bewertet, alle Verbesserungsideen werden in einer Maßnahmenplanung gesammelt und schrittweise bearbeitet. Der QKA eignet sich auch zur Fremdbewertung/ Zertifizierung. Gefeiert wurde gleich zwei Mal: Einmal offiziell mit dem Diözesan-Caritasverband Trier und weiterhin ctt-intern mit den oben genannten Häusern. Offizielle Abschlussveranstaltung des Diözesan-Caritasverbandes Trier Die offizielle Abschlussveranstaltung des Diözesan-Caritasverbandes Trier für alle vierzehn am Folgeprojekt beteiligten Häuser fand bereits am in Vallendar statt. Mit großem Interesse verfolgten die Gäste den Vortrag von Professor Dr. Albert Brühl (Pflegewissenschaftliche Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar), in dem er die vielfältigen Zielkonflikte im Qualitätsmanagement aufzeigte und am Negativbeispiel der Pflegetransparenzvereinbarung die Notwendigkeit darlegte, die interne Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen zu fördern und wissenschaftlich anerkannte Qualitätskriterien zu entwickeln. Für die ctt brachte Andrea Tokarski, Leiterin Qualitäts- und Projektmanagement des Geschäftsbereichs Altenhilfe, ein Statement vor. Sie beschrieb, wie der QKA als Steuerungsinstrument in der Altenhilfe der ctt genutzt wird und ermutigte die Teilnehmenden, den QKA so zu handhaben, dass die eigene Qualität des Hauses im Sinne der Bewohner, der Angehörigen und der Mitarbeitenden herausgearbeitet werden kann. Interne Abschlussveranstaltung der ctt Am 25. Januar war zur ctt-internen Abschlussveranstaltung im Alten- und Pflegeheim Maria vom Siege geladen. Vera Bers, Geschäftsführerin der ctt, aktuelles In die Selbstbewertung nach QKA involvierte Mitarbeitende aus Alten- und Pflegeheimen, Service- und Kompetenzzentren und Geschäftsführung 10

11 Vom Sinn und Unsinn von Qualitätsmanagementsystemen Nach erfolgreichem Abschluss der Modellphase des QKA wurde Anfang 2008 durch die Geschäftsführung der ctt beschlossen, den QKA als Qualitätsmanagementsystem für alle Altenhilfeeinrichtungen zu nutzen. Angesichts der Vielzahl aktueller Problematiken in der Altenhilfe (z. B. Fachkraftmangel, Belastungsspitzen, Verschärfung externer Kontrollen) darf natürlich auch die Frage gestellt werden: Ist all die Arbeit, die in einem Qualitätsmanagementsystem gebunden ist, dauerhaft zu rechtfertigen? Nein und ja! Nein, wenn der QKA zum Selbstzweck wird und Mitarbeitende sagen: Das (z. B. eine Aktion oder ein Konzept) müssen wir für den QKA machen, obwohl uns Sinn und Zweck nicht klar sind. Nein, wenn der für Qualitätsmanagementsysteme typische Ruf nach kontinuierlicher Verbesserung übertrieben wird. Denn nicht in allen Bereichen kann man permanent besser werden. Oder zumindest ist die Gefahr einer Überregulierung groß. Mit einem Dank an ihre Mitarbeitenden überreicht Heimleiterin Andrea Wagner (rechts) aus St. Martin (Schiffweiler) den Selbstbewertungsbericht an (v.l.n.r.) ctt-geschäftsführerin Vera Bers sowie die Kaufmännischen Direktoren Bernd Wienczierz (2. von links) und Alexander Schuhler. Ja, wenn im QKA die Chance gesehen wird, der Komplexität interner und externer Anforderungen Herr zu werden (in der ctt ist deshalb ein Workbook zu allen Qualitätsmerkmalen des QKA entstanden). brachte viel Lob aus Trier mit. Gegenüber Zertifizierungen äußerte sie sich kritisch. Eine Zertifizierung sei nicht zielführend, wenn sie lediglich der Außendarstellung diene und die uns anvertrauten Menschen nichts von dem, was geschrieben stehe, spürten. Die Mitarbeitenden seien also zur Eigenreflexion gefordert. Andrea Tokarski als Projektleiterin verglich den Weg der Selbstbewertung mit einer Wanderung auf teilweise unebenen Wegen zwischen Pflegenoten, Fachkraftmangel und Personalengpässen. Die Komplexität eines Qualitätsmanagementsystems gebe einerseits Sicherheit, aber andererseits verführe sie dazu, wichtige Dinge aus den Augen zu verlieren. Qualität bedeute daher auch zu erkennen, auf welchen Gebieten Engagement erforderlich sei und was, nach dem Motto weniger ist mehr, getrost liegen bleiben könne. Natürlich wurden auch die Selbstbewertungsberichte durch die Heimleitungen an Vera Bers und an die Kaufmännischen Direktoren sowie für St. Anna an Burkhard Nauroth als Geschäftsführer für die Luxemburger Franziskanerinnen von der Barmherzigkeit e. V. in Deutschland übergeben. Dajana Schellmann, Qualitäts- und Projektmanagerin der Altenhilfe Rheinschiene, läutete die Überreichung eines kleinen Bronze-Engels als symbolische Anerkennung für alle am Selbstbewertungsprozess Beteiligten ein. Er soll die Mitarbeitenden beschützen und ihnen Kraft für die anstehenden Aufgaben geben. Im Rahmen des spirituellen Impulses stellte Bernd Wienczierz ein großes Glas auf einen Tisch. Er füllte Golfbälle, Steine und Sand hinein und wies damit entsprechend einer alten Weisheit auf die bedeutungsvollen und die weniger wichtigen Dinge im Leben hin. Ein Kaffee wurde auch noch ins Glas geschüttet. Denn dafür muss immer Zeit bleiben und natürlich für ein Gläschen Sekt oder Saft im Rahmen einer entspannten Feier und peppige Beiträge des Freundeskreises der Musikschule Koblenz. Andrea Tokarski Fotos: Stephan Stoffels Ja, wenn es gelingt, sinnvolle Messkriterien und -instrumente zu finden. Denn hierdurch erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Frage, was wirklich zur internen Qualitätsentwicklung wichtig ist. Und noch einmal ja, wenn der QKA hilft, das kreative Potenzial der Mitarbeitenden bei der Entwicklung von Verbesserungsideen zu fördern. Und dies sowohl im Sinne der Bewohner als auch im Sinne der Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden. Die großen und kleinen Dinge im Leben : Kaufmännischer Direktor Bernd Wienczierz läutet die Feier mit einem spirituellen Impuls ein. aktuelles 11

12 Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 Wir sind dabei! Gemeinsamer Pilgertag 2012 Gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Marienhaus GmbH und der St. Franziskus Hospital und Pflegezentren ggmbh werden wir an der Heilig-Rock- Wallfahrt teilnehmen (vgl. verschiedene Informationen in den vergangenen Wochen). Ein unentbehrlicher Begleiter während der Wallfahrtstage ist das Pilgerbuch. Am 19. April werden auch wir es dabeihaben. Sprecher der Steuergruppe Dr. Thomas Kellner erreichen Sie für Fragen über die -Adresse: Unser neuer Tagesablauf Ankunft an den Pilgerwegen (je nach Wegstrecke und individueller Startzeit) Das Trierer Pilgergebet: Jesus Christus, Heiland und Erlöser, erbarme dich über uns und über die ganze Welt. Gedenke deiner Christenheit und führe zusammen, was getrennt ist. Amen! 11:30 Uhr Eucharistiefeier (im Garten des Priesterseminars) 13:00 Uhr Gemeinsames Mittagessen (im Pilgerzelt) Mit einem gemeinsamen Erkennungszeichen, das wir als Button tragen werden, machen wir uns aus unterschiedlichen Richtungen und Einrichtungen am Gemeinsamen Pilgertag 2012 auf den Weg nach Trier. Die Hausfarben der jeweiligen Träger finden sich in den Puzzle-Teilen wieder. Trotz unterschiedlicher Farben passen sie gut zusammen. anschließend Verehrung des Heiligen Rockes (im Dom) anschließend Pilgerfest (im Garten des Priesterseminars) 17:30 Uhr Verabschiedung und Pilgersegen (im Garten des Priesterseminars) 18:00 Uhr Rückfahrt der Busse ZUR HEILIG-ROCK-WALLFAHRT trägerübergreifendes In langen Schlangen warteten Tausende Pilger während der letzten Heilig-Rock- Wallfahrt 1996 geduldig, bis sie die Reliquie erreicht hatten. Die Verehrung des nahtlosen Gewands ist der Höhepunkt der Wallfahrt. In unregelmäßigen Abständen ist das ungeteilte Gewand für die Gläubigen zu sehen. Die letzte Wallfahrt zum Heiligen Rock war Jetzt besteht in der Zeit vom 13. April bis 13. Mai 2012 die Möglichkeit, den Heiligen Rock wieder im Trierer Dom zu sehen. Die Wallfahrt steht unter dem Leitwort und führe zusammen, was getrennt ist. Der Heilige Rock, die Tunika Jesu Christi, ist die bedeutendste Reliquie des Trierer Doms. Dort wird er verschlossen und nicht sichtbar aufbewahrt. Die Geschichte des Heiligen Rocks ist ein Gewebe aus Legenden und Überlieferungen. Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, soll ihn im 4. Jahrhundert nach Trier gebracht haben. Weitere Informationen finden sich unter: Fotos: Bistum Trier 12

13 Das Grab ist voll Liebe Leserin, lieber Leser, an Ostern feiern wir Christen wieder einmal die Auferstehung Jesu als das zentrale Ereignis unseres Glaubens. Das Grab ist leer, so bezeugen es die frühesten christlichen Aufzeichnungen über das Leben und Sterben dieses Mannes aus Nazareth. Ich konnte mit meiner Familie im vergangenen Jahr an einer Studienfahrt nach Israel teilnehmen. Ein Tag dieser Reise war dem christlichen Teil Jerusalems gewidmet in dessen Mittelpunkt der Besuch der Grabeskirche (Auferstehungskirche in der Ostkirche genannt), dem wichtigsten Heiligtum der Christenheit, stand. Ein imposanter, vielschichtiger und verwinkelter Bau, der über dem Hügel von Golgotha im Laufe der Geschichte errichtet wurde. In ihr sind sechs verschiedene christliche Konfessionen unter einem Dach versammelt. Nicht selten treffen die einzelnen Zeremonien und Riten dieser Konfessionen zeitgleich aufeinander, was dem Beobachter teilweise auch befremdend erscheinen kann. An einem zentralen Platz in der Mitte des Kirchenschiffes befindet sich die sogenannte Ädikula sie wirkt auf den ersten Blick wie eine kleine Kapelle, die als das Grab Jesu verehrt wird. Ein spontaner Blick auf die Szenerie dort führt den Betrachter zur Wahrnehmung Das Grab ist voll. Es schlängelt sich nämlich im Schritttempo, egal zu welcher Tageszeit man ankommt, eine große Menschenmenge um diese Ädikula. Ist man nach langem Warten endlich am Eingang zur Grabesgrotte, kann man einen kurzen Blick auf den Felsen werfen, auf dem der Leichnam Jesu gelegen haben soll. Das Grab Jesu ist also voll Tag für Tag von morgens bis spät abends! Reliquienkult, exzentrische Frömmigkeit, mögen Kritiker vielleicht entgegenhalten. Sicherlich gibt es die unterschiedlichsten Vorstellungen und Motive, mit denen sich Menschen aller Rassen und Nationen an diesem Ort einfinden. Dennoch scheint es aber in allen Besuchern und Pilgern eine verbindende Hoffnung zu geben, die dort genährt wird. Eine Hoffnung, dass dieses unser Leben nicht im Tod zu Ende geht, sondern vielmehr durch den Tod in die Vollendung geführt wird. Wie sehr wir Menschen diese Hoffnung brauchen in Situationen der Trauer und des Verlustes, wird mir persönlich immer wieder vor Augen geführt in der Trauerarbeit mit Menschen in unserer Klinik. Trotz allen Verlustes wird die Frage nach Leben gestellt. Wie kann ich trotz und gerade wegen des Verlustes eines wichtigen Menschen wieder neue, eigene Schritte wagen, hin zu mehr Lebendigkeit? Eine Auferstehungsbotschaft, die nur auf das Jenseits verweisen würde, wäre lediglich Vertröstung und nicht be- Carmen Mohr ist Klinikseelsorgerin im St. Franziska-Stift in Bad Kreuznach. sonders hilfreich. Denn es geht zugleich auch um die Auferstehung aus dem Tod inmitten unseres Alltags, heute, hier und jetzt. Wo und was lasse ich hinter mir, was mich in die Enge und Ausweglosigkeit treibt? Was führt mich hin zu mehr Lebendigkeit zum Leben in Fülle? Wo wage ich Schritte auf Wegen meines Lebens, die mich in die Weite führen? Marie Luise Kaschnitz beschreibt solche Erfahrungen in ihrem 1962 veröffentlichten Gedicht Auferstehung mit den folgenden Worten: Manchmal stehen wir auf Stehen wir zur Auferstehung auf Mitten am Tage Mit unserem lebendigen Haar Mit unserer atmenden Haut. Nur das Gewohnte ist um uns. Keine Fata Morgana von Palmen Mit weidenden Löwen Und sanften Wölfen. Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus. Und dennoch leicht Und dennoch unverwundbar Geordnet in geheimnisvolle Ordnung Vorweggenommen in ein Haus aus Licht. Ein Blick auf die Kuppel im Inneren der Grabeskirche in Israel Ich wünsche Ihnen in diesen Frühlingstagen, dass Sie in Ihrem Alltag immer wieder neue Erfahrungen machen können, dass der Tod sowie auch die kleinen Tode in unserem Alltag letztendlich vom Leben umfangen und besiegt sind. Ihre Carmen Mohr Fotos: privat/thinkstock.com seite der seelsorge 13

14 Zu unserem Leitbild Um unser Leitbild bewusst leben zu können, ist es hilfreich, es genauer kennen zu lernen. Deshalb haben wir schon in den vorigen Ausgaben begonnen, immer einen kurzen Ausschnitt aus dem Leitbild zu betrachten: Aus dem Leitbild der ctt Unsere Mitarbeitenden sind sich ihrer Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und kommende Generationen bewusst. Deshalb gehen sie verantwortungsvoll und schonend mit den Ressourcen der Erde um. Sie bemühen sich um umweltfreundliche und nachhaltige Lösungen. (4 Öffentlichkeit, Abs. 4, in: Unser Leitbild, S. 4) Kommentar Gemeinhin würde man das Anliegen dieses Absatzes heute mit dem Wort Umweltschutz wiedergeben. Dieser Ausdruck wird jedoch in unserem Leitbild erst in zweiter Linie verwendet, wenn es um umweltfreundliche Lösungen geht. Stattdessen ist von der Bewahrung der Schöpfung die Rede. Hinter dieser Wortwahl verbirgt sich eine besondere Sicht auf ein und dasselbe Thema. Es ist eine spirituelle, weltanschauliche Sicht. So, wie der Mensch für uns Christen nicht einfach nur ein biologisches Faktum ist, sondern ein Geschöpf Gottes (vgl. Kapitel 2), so sehen wir auch hinter der Natur mit all ihren großartigen Vorgängen, Wechselwirkungen und Kreisläufen einen Schöpfer, der das alles geschaffen hat. Von der Entstehung der Welt spricht die Bibel auf ihren ersten Seiten als Schöpfung, und man bekommt beim Lesen den Eindruck, als schaue man dem Schöpfer dabei gleichsam in seiner Werkstatt über die Schulter. Am Ende eines jeden Schöpfungstages heißt es über den Gestalter der Welt: Er sah, dass das, was er geschaffen hatte, sehr gut war. Nach vollbrachter Arbeit übergibt er dem Menschen sein Werk, damit er es nutzt, beherrscht und pflegt. Der biblische Schöpfungsbericht, der in seinen ältesten Teilen ab etwa 1000 v. Chr. nachweisbar ist, steht nicht im Dr. Thomas Kellner ist Leiter der Stabsstelle Theologie und Ethik, Bereich Theologie und Seelsorge. Eine aktuelle Version des Leitbildes findet sich im Internet unter: oder kann bei der spectrum-redaktion angefordert werden. BIOGASANLAGE LEBACH Projektdaten Kurzbeschreibung Biogasanlage mit Mikrogasnetz und optimierter Wärmenutzung Input geplant ca to/a Energiepflanzensilage (Mais, Getreide-Ganzpflanzen, Gras) ca to/a Gülle und Festmist Mittlere Leistung ca. 800 kwel (ca. 750 kwth) Inst. Leistung kwel (1.100 kwth) Ertragserwartung ca MWhel/a (ca MWhth/a) mitarbeiter-forum Netzanschluss Einspeisung in 20 kv-leitung direkt am Krankenhaus und an der Biogasanlage Investition ca. 4 Mio. Finanzierung Hauptgesellschafter sind Ökostrom Saar GmbH, Ökostrom Saar Bürgerkraftwerke GmbH ( Solarbausteine ) und BioConstruct Asset Holding. Das Caritas-Krankenhaus Lebach ist das erste saarländische Krankenhaus, das ausschließlich mit erneuerbaren Energien beheizt wird. Das Blockheizkraftwerk des Krankenhauses ist an die Biogasanlage, die außerhalb des Ortes liegt, angeschlossen. In einer von drei Fermentern (Foto) wird die Biomasse vergoren. Bei diesem Vorgang entstehen Gas und Wärme. 14

15 Gegensatz zu unseren modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Er enthält eine spirituelle Aussage, dass hinter dem Ganzen ein personaler Gott steht, der uns etwas anvertraut hat. Ihm gegenüber tragen wir Verantwortung, weil er Freude an seinem Werk hat und ein großes Interesse daran, dass sein Werk erhalten bleibt, damit auch zukünftige Generationen darin leben können. Bis zum Beginn der Industrialisierung war dieser in der Schöpfungsgeschichte formulierte Anspruch eigentlich ohne Bedeutung. Jeder hätte diesem Anspruch zugestimmt, weil er wusste, dass die Natur dem Menschen ohnehin vollkommen überlegen war. Es bestand kein Zweifel daran, dass sie die durch den Menschen angerichteten Schäden, die z. B. durch Kriege entstanden, wieder ausgleichen konnte. Eine Ausbeutung der Natur war absolut undenkbar. Mit den modernen Möglichkeiten, die uns durch die industrielle Bewirtschaftung und Ausbeutung der Natur gegeben sind, hat sich die Situation dramatisch geändert. Einerseits genießen wir die vielfältigen Vorteile der Elektrizität und sind in der Lage, uns in kürzester Zeit über große Entfernungen fortzubewegen, Waren herzustellen oder Dienstleistungen anzubieten. Andererseits haben uns atomare Katastrophen, wie in Tschernobyl und Fukushima, die zunehmende Erderwärmung und das langsame Ausgehen von Rohstoffen in den letzten vierzig Jahren bewusst gemacht, dass es notwendig ist, in vielen Bereichen unseres alltäglichen Lebens radikal umzudenken. Naturschutz, Umweltschutz, Bewahrung der Schöpfung sind Anliegen, die alle in der ctt betreffen, die Mitarbeitenden ebenso wie die Patienten und Bewohner. Ein rein theoretisch bestehendes Problembewusstsein und eine grundsätzlich positive Einstellung und Offenheit gegenüber diesen Themen genügen allerdings nicht. Mit dem grundsätzlich, das sich z. B. in den Prozessbeschreibungen der QM-Handbücher wiederfinden kann, braucht es vor allem ein tatsächlich, aus dem sich im Alltag erweist, ob die Bewahrung der Schöpfung glaubwürdig betrieben wird oder ob nur Potemkinsche Dörfer aufgebaut werden. Glaubwürdiger Umweltschutz beginnt bei der Wahl der Verkehrsmittel, geht ein in die Fragen von Mülltrennung und Müllvermeidung bis hin zu Fragen der Baukonstruktion und Energiegewinnung. Auch bei der Auswahl der Kooperationspartner ist darauf zu achten, nach welchen ökologischen Standards gearbeitet und produziert wird. Oft müssen umweltfreundliche und nachhaltige Lösungen zunächst mit einem höheren Aufwand an Kosten und Engagement bezahlt werden. Am Ende ist dies jedoch in der Regel eine sinnvolle Investition in die Zukunft der nachfolgenden Generationen. Nicht selten kann man auch erleben, dass die Kreativität und das Engagement für die Bewahrung der Schöpfung sich sogar noch wirtschaftlich auszahlen, wie z. B. bei der Bildung von Fahrgemeinschaften oder dem Einsatz von Blockheizkraftwerken. Dr. Thomas Kellner Foto: privat BIOGASANLAGE LEBACH Lebach. Nach einer Bauzeit von nur sechs Monaten wurde die Biogasanlage zur Wärmeversorgung des Caritas-Krankenhauses Lebach in Betrieb genommen. Ein erster erfolgreicher Probelauf fand zwischen den Jahren im Dezember 2011 statt. Die Neukonzeption der Wärmeversorgung des Caritas-Krankenhauses in Lebach war der Auslöser für ein gemeinsames Energie-Projekt mit der Stadt Lebach. In Zukunft soll nun ein mit Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) das Krankenhaus mit Wärme versorgen und zusätzlich sogenannten Grünstrom für ca Haushalte in Lebach ins Netz einspeisen. Landwirte der Region stehen beim Energieversorger unter Vertrag und liefern die Rohstoffe (Gülle, Mist, Energiepflanzen) für diese Anlage, die sich ca. 1 km außerhalb des bebauten Gebietes der Stadt und des Krankenhausumfeldes befindet. Der Technische Leiter des Caritas-Krankenhauses Lebach Helmut Jungmann (rechts) und sein Mitarbeiter Berthold Jann (links) überprüfen die Funktion des neuen Blockheizkraftwerkes. Für das Caritas-Krankenhaus Lebach bedeutet der Anschluss an dieses BHKW und die Biogasanlage einen weiteren, entscheidenden Schritt auf dem seit Jahren vorgezeichneten und auch in einigen Bereichen bereits umgesetzten Weg in Richtung einer energetisch modernen und umweltverträglicheren Einrichtung im Gesundheitswesen. Martina Altmeier Fotos: Martina Altmeier mitarbeiter-forum 15

16 Wir begrüßen in den Hochwald-Kliniken Weiskirchen Dr. Thomas Scheib Am 1. Januar hat Dr. Thomas Scheib seine Tätigkeit als neuer Chefarzt der Onkologie in den Hochwald-Kliniken aufgenommen. Zuvor war Dr. Scheib Arzt am Zentrum für ambulante Rehabilitation, der ersten ambulanten Reha-Einrichtung für Krebspatienten in Rheinland-Pfalz, am St. Johannis-Krankenhaus in Landstuhl. Der 47-jährige Scheib startete sein Berufsleben zunächst mit einer soliden kaufmännischen Ausbildung. Nach erfolgreichem Abschluss studierte Scheib von 1986 bis 1993 an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz Humanmedizin. Als Assistenzarzt sammelte er in den Inneren Abteilungen des Cusanus-Krankenhauses in Bernkastel- Kues, des Maria-Hilf-Krankenhauses in Daun und den Winterbergkliniken in Saarbrücken sowie in der Radio-Onkologie der Universitätskliniken des Saarlandes erste Erfahrungen. Seinen Facharzt für Innere Medizin bescheinigte ihm die Ärztekammer des Saarlandes im Jahr Von 2000 bis 2002 war er als Assistenzarzt für Onkologie an der 2. Med. Klinik, St. Bernward-Krankenhaus in Hildesheim, tätig. Seit 2002 führt er die Schwerpunktbezeichnung Hämatologie/Onkologie der Ärztekammer Niedersachsen. Auf dem Gebiet der Onkologie weitete er seine Erfahrungen als Internist in einer onkologischen Schwerpunktpraxis in den Jahren 2002 und 2003 in Oberfranken aus. Von 2004 bis 2008 war er Oberarzt für die Innere Medizin in den Hochwald-Kliniken in Weiskirchen. Dr. Scheib hat verschiedene Weiterbildungsqualifikationen aufzuweisen. So verfügt er z. B. über die Zusatzbezeichnungen Palliativmedizin, Sozialmedizin und Naturheilverfahren. Er ist Mitglied der Deutschen Krebsgesellschaft (insbesondere in der Arbeitsgemeinschaft supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin ASORS), der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie sowie im Palliativnetzwerk Kaiserslautern. Dr. Scheib ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Freizeit verbringt er ger- Mein persönliches Anliegen ist es, Patienten mit Krebserkrankungen und den Folgen daraus kompetent und ganzheitlich zu betreuen. Onkologische Rehabilitation kann dabei eine wichtige Rolle spielen, weil häufig das Bewusstsein fehlt, dass alle lebensverlängernde oder curative Therapie nur bei Erhalt der Lebensqualität für den Patienten Sinn macht. ne mit seiner Familie. Dabei darf auch die Zeit zum Faulenzen nicht zu kurz kommen, sagt der neue Chefarzt mit einem Schmunzeln. Dr. Claudia Gerstenmaier Foto: privat in den Hochwald-Kliniken Weiskirchen Pfarrer Ulrich Schäfer mitarbeiter-forum Seit Februar ist Pfarrer Ulrich Schäfer der neue Klinikseelsorger der Hochwald-Kliniken Weiskirchen. Der 51-jährige Theologe stammt aus Klarenthal im Saarland. Nach Schule und Zivildienst in einem Altenheim studierte er zunächst Verwaltungswissenschaft, danach Theologie. Seine erste Dienststelle trat er in der Eifel an, danach war er Pfarrer in Gisingen und auf dem Saargau. Seinen Schwerpunkt als Seelsorger in den Hochwald-Kliniken in Weiskirchen sieht er zunächst darin, als Pfarrer Ansprechpartner zu sein für die Patienten, aber auch für Mitarbeiter und alle anderen, die seine Hilfe benötigen, saarländisch Geheischnis brauchen. Gleichzeitig begreift er sich als Teil der Mannschaft in den Kliniken. Im Mit- telpunkt seines priesterlichen Dienstes steht die Feier der heiligen Messe, zu der er alle einlädt. In seiner Freizeit wandert Pfarrer Schäfer sehr gerne, interessiert sich für Musik, Literatur, Kunst, Reisen nach Rom und für Kultur und Natur der Region, vor allem von Saarland und Lothringen. Seinen Leitgedanken für diese Aufgabe hat er sich aus der Heiligen Schrift ausgewählt, und zwar aus dem Matthäus- Evangelium 25, 35-36: Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen... Eveline Raber Foto: Eveline Raber Mein Wunsch ist es, hier in den Hochwald- Kliniken Ansprechpartner für alle zu sein und Menschen mit den unterschiedlichsten Belangen und Problemen einfach zuzuhören, sie seelsorgerisch zu begleiten und ihnen einen Ort der Ruhe, der Besinnung und des Vertrauens zu bieten. 16

17 im St.-Clemens-Hospital Geldern Andreas Kohlschreiber Seit dem 1. März hat Andreas Kohlschreiber die Führungsposition als neuer Pflegedirektor übernommen. Die bisherige Amtsinhaberin Karla Bergers wird auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen ausschließlich für die Belange des Pflege- und Patientenmanagements der benachbarten Gelderland-Klinik zuständig sein. Kohlschreiber kommt von der Asklepiosklinik in Hamburg, wo er seit 2010 als Pflegedirektor arbeitete. Der berufliche Werdegang des gebürtigen Duisburgers und Niederrheiners begann mit einem Examen als Krankenpfleger. Die Weiterbildung zur Pflegedienstleitung schloss sich an, und ab 1993 übernahm der heute 46-Jährige die Stationsleitung im Klinikum Duisburg. Sein Spezialgebiet lag neben der geriatrischen Versorgung in der Behandlung von Dekubiti. Die entsprechende Studienarbeit wurde im Jahr 2000 im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht. Ab 2001 wurde Kohlschreiber in Duisburg Bereichsleiter für die Neuro-, Unfall-, Allgemein- und Gefäßchirurgie sowie Geburtshilfe und Gynäkologie im Duisburger Klinikum für insgesamt 200 Betten. Schon ein Jahr später wurde er zum Pflegekoordinator ernannt, ab 2008 zum Pflegedirektor in der Ruhrgebietsstadt. Neben pflegefachlichen Fortbildungen wie Bobath und Kinästhetik belegte der zweifache Familienvater Qualifizierungen zum Leiter einer Station/Abteilung beim ÖTV- Fortbildungsinstitut, zum Qualitätsbeauftragten und Pflegedienstleiter. Sein Motto: Ich sage, was ich tue und tue, was ich sage, hat ihn auf dem Karriereweg, der ihn wieder in die niederrheinische Heimat führt, erfolgreich begleitet. Kohlschreiber setzt zudem bewusst auf ein Miteinander, also auf Teamarbeit. Seine tägliche Arbeit wird sicher geprägt von zentralen Themen im Gesundheitswesen, Schlagwörter wie Finanzierung von Leistungen, Alterspyramide, Fachkräftemangel, Ansehen und Wertschätzung der Krankenpflege oder Verbleib im Beruf. Diesen ständigen Veränderungen müssen wir uns stellen, erklärt Andreas Kohlschreiber. Ich sehe mich als Bindeglied zwischen dem Ärztlichen Dienst, der Verwaltung, den Mitbestimmungs- und Aufsichtsgremien und allen weiteren Berufsgruppen im Krankenhaus. Monika Kriegel Foto: Monika Kriegel Feier mit Jubilaren im St.-Clemens-Hospital Geldern Besonderer Dank für langjährige Treue zum Arbeitgeber Geldern. Die Jubiläumsfeier im Winterhalbjahr war geprägt von vielen Geschichten rund um den Pflegeberuf, denn die Jubilare, die 25, 30, 35 und sogar 40 Jahre ihrem Arbeitgeber treu geblieben waren, konnten eine Menge berichten, natürlich auch über die Veränderungen im Laufe eines Berufslebens. Während eines kleinen Empfangs würdigten Pflegedirektorin Karla Bergers, der Kaufmännische Direktor Rainer Borsch und Norbert van Dyk seitens der Mitarbeitervertretung die Jubilare für ihren bisherigen beruflichen Einsatz. Krankenschwester Annegret Fischer, die inzwischen mit 62 Jahren nicht nur auf eine 40-jährige Berufs- und Pflegeerfahrung zurückblickt, gab zu: Ich bin immer gerne arbeiten gegangen. Die meiste Zeit war sie in Nachtwachen eingeteilt und konnte ihren Beruf auch mit einer flexibel gestalteten Arbeitszeit während der ersten Familienphase ausüben. Inzwischen ist sie im Vorruhestand und tritt noch zweimal pro Monat zur Nachtwache an. Ich bin stolz auf 40 Berufsjahre, und seit zwei Jahren muss ich ja nicht mehr, sondern darf mit reduzierter Stundenzahl im Krankenhaus arbeiten. Der Nachtdienst trägt eine große Verantwortung gegenüber den Patienten, ermöglicht aber weitgehend selbstständiges Arbeiten. Der Beruf der Krankenschwester habe ihr immer viel Flexibilität ermöglicht, die Zeiten so einzuteilen, dass sie Erziehung der Kinder, Pflegephase der älteren Generation und Familie unter einen Hut bringen konnte. Auch Renate Winter von der Pflegedienstleitung bemerkte rückblickend: Ich würde es immer wieder tun, wenn ich heute auch durch die Leitungsaufgaben nicht mehr direkt mit den Patienten zu tun habe. Es feierten ihre mehrjährige Zugehörigkeit zum St.-Clemens-Hospital bzw. zur Sie feierten ihr Jubiläum (v.l.n.r): Renate Winter, Jutta Spolders (hinten), Sabine Scharfschwerdt, Annegret Fischer, Marlis Scholten und Marianne Strompen. Gelderland-Klinik im zweiten Halbjahr 2011: Marlis Scholten, Renate Winter, Angelika Sawitzki (alle 25 Jahre), Jutta Spolders, Marianne Strompen (alle 30 Jahre), Sabine Scharfschwerdt, Monika Holstein-Heß, Ingrid Broska (alle 35 Jahre), Annegret Fischer 40 Jahre. Monika Kriegel Foto: Monika Kriegel mitarbeiter-forum 17

18 Wir gratulieren zu Dienstjubiläen mitarbeiter-forum Trägerzentrale Trier 25-jährige Tätigkeit Mechthild Leiendecker (Mitarbeiterin Informationstechnologie) Heike Regneri (Mitarbeiterin Finanz- und Rechnungswesen) St.-Clemens-Hospital Geldern und Gelderland-Klinik 35-jährige Tätigkeit Adelgunde Claßen (Krankenschwester Innere Medizin) Angelika Hegmann (Kinderkrankenschwester gynäkologische Station) Rita van den Hövel (Krankenschwester Urologie) Annette Leipold (Kinderkrankenschwester Neugeborenenstation) Jutta Pullich (Krankenschwester Endoskopie) 25-jährige Tätigkeit Thomas Becher (Fachkrankenpfleger für Intensivmedizin und Anästhesie) Ralf Bückers (Leiter Sozialdienst) Marie-Luise Pasch (Krankenschwester Gelderland-Klinik) Simone Winkelmann (Krankenschwester) Caritas-Krankenhaus Lebach 25-jährige Tätigkeit Sabine Brill (Krankenschwester Innere Medizin) Dr. Manfred Clemens (Oberarzt Anästhesie) Sabine Frisch (Krankenschwester Intensivstation) Ursula Kuhn (Fachkrankenschwester Intensivstation) Uwe Kremp (Oberarzt Chirurgie) Rita Weber (Krankenschwester Chirurgie) Bernadette Schulz (Krankenschwester Plastische Chirurgie) Fachklinik St. Hedwig Illingen 40-jährige Tätigkeit Beate Kleer (Mitarbeiterin Reinigungsdienst) Yvette Müller (Mitarbeiterin Reinigungsdienst) 25-jährige Tätigkeit Andrea Riehm (Mitarbeiterin Spülküche) Ursula Schäfer (Diplom-Sozialarbeiterin) Matthias Schuberth (Pflegedirektor) Hochwald-Kliniken Weiskirchen 40-jährige Tätigkeit Mechthild Falk (Mitarbeiterin Therapieplanung) 30-jährige Tätigkeit Harald Hintz (Pflegedirektor) Ruth Oswald (Sekretariat Orthopädie) 25-jährige Tätigkeit Ulrike Becker-Straßel (Krankenschwester) Sonja Hoffmann (Sozialarbeiterin) Eva Kiefer (Mitarbeiterin Diätküche) Gerhard Kiefer (Mitarbeiter Küche) Annemarie Schnur (Mitarbeiterin Hauswirtschaft) Heide Seifert (Mitarbeiterin Funktionsdiagnostik) Rudolf Weber (Mitarbeiter Technik) Annemarie Wehling (Mitarbeiterin Spülküche) 20-jährige Tätigkeit Dr. Heinrich Bauer (Oberarzt Orthopädie) Marliese Becker (Köchin Diätküche) Renate Buchheit (Mitarbeiterin Hauswirtschaft) Regina Grewenig (Krankenschwester) Agnes Hoffmann-Trouvian (Mitarbeiterin Service) Renate Koch (Mitarbeiterin Hauswirtschaft) Rosemarie Kochems (Chefarztsekretärin) Norbert Küsters (Sportlehrer Sporttherapie) Eva Popko (Mitarbeiterin Hauswirtschaft) August Schmitt (Krankengymnast) Professor Dr. Klaus Steinbach (Chefarzt) Björn Wagner (Krankengymnast) Jolanta Zabinski (Mitarbeiterin Service) 18

19 3 Fragen an Renaldo Myrselaj In Zeiten eines akuten Ärztemangels ist es nicht immer leicht, die entsprechend vakanten Stellen im medizinischen wie pflegerischen Bereich adäquat zu besetzen. Auf der Suche nach entsprechendem Personal führt deshalb der Weg auch oft über die deutschen Landesgrenzen hinaus. Dem Caritas-Krankenhaus Lebach ist es in den vergangenen Monaten gelungen, sich in diesem Markt als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. So haben zum 2. Januar zwei Ärzte aus Ungarn, Dr. Peter Ifju und Dr. Peter Sera, ihre Arbeit aufgenommen. Bereits im vergangenen Jahr gelang es, den albanischen Arzt Renaldo Myrselaj für eine Tätigkeit in Deutschland zu gewinnen. Seit 19. Juli 2011 arbeitet er in der Inneren Abteilung und fand im Saarland eine neue Heimat. Der 28-Jährige studierte an der Medizinischen Fakultät der Universität in Tirana und sammelte als Arzt in der Notaufnahme für Innere Krankheiten an der Universitätsklinik Tirana erste Erfahrungen. Er ist verheiratet und spricht neben Deutsch und Albanisch auch noch Englisch, Türkisch, Arabisch und Italienisch. Einen Ausgleich zu seiner beruflichen Tätigkeit findet er beim Schwimmen. In seiner Freizeit liest und reist er gerne. Der albanische Arzt Renaldo Myrselaj ist seit Juli 2011 in der Inneren Abteilung im Caritas- Krankenhaus Lebach tätig. 1 Wie ist es Ihnen am Anfang Ihrer Tätigkeit bei uns ergangen? 2 3 Gibt es Unterschiede zwischen dem Arbeiten in Deutschland und dem in Ihrer Heimat, sind z. B. deutsche Patienten oder Mitarbeiter anders? Würden Sie diesen Schritt, im Ausland bzw. bei uns zu arbeiten, wieder unternehmen und könnten Sie diese Arbeit anderen empfehlen? Der Beginn war, ehrlich gesagt, nicht einfach. Das hat vor allem damit zu tun, dass es ein ganz neues, für mich unbekanntes Leben war: eine neue Umgebung, eine neue Sprache, ein neues Land. Ich habe mich aber rasch an dieses Leben gewöhnt. Die Zeit ist sehr schnell vergangen. Und dank meiner Kollegen und Mitarbeiter war diese schwierige Zeit viel einfacher, als ich gedacht hatte.alle sind freundlich und hilfsbereit hier in Deutschland. Das hat mir viel geholfen, sodass ich schnell einen Überblick bekommen konnte. Ich fühle mich wirklich wie zu Hause und nicht wie ein Ausländer. Es ist sehr bedeutend für mich, ruhig arbeiten zu können. Mit der deutschen Sprache läuft es viel besser als am Anfang. Ich habe Deutsch nur mit einem fünfmonatigen Kurs gelernt. Ich hätte nie gedacht, dass ich in der Zeit dieses sprachliche Niveau erreichen würde, das ich inzwischen erlangt habe. Übrigens freue ich mich, dass Sie mich nach meiner Meinung fragen über Ihr Krankenhaus und über Deutschland. Eigentlich kann ich ruhig sagen unser Krankenhaus, weil ich jetzt zu diesem Krankenhaus gehöre. Ich fühle mich als ein Teil des Teams. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Deutschland und meiner Heimat. Deutschland war immer ein Traumziel für mich und ist es für viele andere Leute auch. Alles, was MADE IN GERMA- NY ist, ist weltweit bekannt. Die Patienten sind fast gleich glaube ich; die Mitarbeiter auch. Was den Unterschied ausmacht, ist meiner Meinung nach die Disziplin. Damit meine ich auch die strukturierten Abläufe. Alles wird ganz automatisch geregelt. Woran werde ich denken, wenn ich an das Caritas-Krankenhaus in Lebach denke? Ganz einfach: Das ist eine Tür, die zu einer besseren Zukunft führt. Ich muss nur diese Tür öffnen und reingehen. Deshalb will ich diese Gelegenheit gut für mich nutzen. Diesen Schritt würde ich auf jeden Fall wieder unternehmen. Ich mag die deutsche Disziplin, und in Deutschland zu arbeiten ist eine einmalige Gelegenheit. Hier hat man die Chance, eine bessere Zukunft zu haben. Eine Tätigkeit hier aufzunehmen habe ich auch schon einigen meiner Freunde empfohlen. Über diesen Weg kam auch ich nach Lebach. Ein Freund von mir fragte mich 2009, ob ich mir vorstellen könnte, in Deutschland als Arzt tätig zu werden. Ich wollte und lernte in einem Intensiv-Kurs die deutsche Sprache innerhalb von fünf Monaten. Derzeit gibt es in facebook eine Gruppe mit ca. 300 Teilnehmern, die Medizin studiert haben und in Deutschland arbeiten wollen. Alle besuchen bereits einen Deutschkurs. Irgendwie ist in Deutschland zu arbeiten im vergangenen Jahr fast eine Manie geworden. Das Interview führte Dr. Claudia Gerstenmaier. Foto: Andreas Engel mitarbeiter-forum 19

20 Menschen im Träger Ali Intas ein in mehrfacher Hinsicht besonderer Mensch mitarbeiter-forum Bad Kreuznach. Hilferufe ist er gewöhnt. Mein PC ist abgestürzt. Das Programm hakt irgendwie. Ich kann die Datei nicht speichern. Ich komme nicht rein ins Programm. Ich habe eine Datei abgeschossen. Ich komme mit diesem blöden Programm nicht klar. Dann setzt Ali Intas sich in Bewegung, rollt, schneller als mancher laufen kann, zu dem Mitarbeiter irgendwo im Haus, um aus der Not zu helfen, größere Katastrophen zu bewältigen oder eine kleine Hilfestellung zu leisten, die alles wieder in Gang bringt. Schnell und kompetent behebt er die kleinen und großen Probleme, auch weil er um die Not der Kollegen weiß, die mit ihrer Arbeit unter Druck sind und gerne ohne Verzögerung weitermachen möchten. So manche Anspannung wird schon geringer, wenn Ali Intas sich nur in der Tür zeigt. Erleichterung und Dank erfährt er häufig: Wenn wir Dich nicht hätten! Dazu trägt auch bei, dass trotz des Termindrucks, unter dem er steht, Ali Intas immer einige beruhigende oder tröstende Worte hat und sich manchmal auch Zeit für ein kurzes Schwätzchen über Anwenderprobleme und andere Sorgen nimmt. Vielleicht hilft mir da die orientalische Gelassenheit aus der einen Hälfte meiner Identität, überlegt Intas. Nicht immer freilich sind es Dank und Anerkennung, die Ali Intas von seinen Kollegen bekommt. Es gibt auch eine andere Seite in den täglichen Kontakten. Ärger und Frust über die, insbesondere bei den Mitarbeitern im therapeutischen Bereich, oft ungeliebte EDV bekommt der IT-Mann immer wieder zu spüren, wenn nicht alles so reibungslos funktioniert, wie andere sich das wünschen. Zumindest äußerlich gelassen steckt Intas das alles weg. Ali Intas ist sich schon bewusst, dass er als IT-Mitarbeiter neben berechtigten Beanstandungen technischer Funktionsprobleme vieles abbekommt, was anderswo seinen Ursprung hat. Wir von der IT sitzen halt zwischen den Stühlen oder vornehmer gesagt: an einer Schnittstelle. Wir stellen ein Arbeitsmittel bereit, an dem sich oft der Ärger über bestimmte ungeliebte Pflichten festmacht, die damit ausgeführt werden müssen. Gerade die Mitarbeiter, die neben ihrer eigentlichen Arbeit mit den Patienten als lästig empfundene und oft überflüssig erlebte Dokumentationen und Berichte am PC erledigen müssen, sind leicht ärgerlich, wenn die EDV-Hilfsmittel nicht funktionieren. Mehr Verständnis seiner Aufgabe und Respekt und Wertschätzung seiner Arbeit wünscht er sich gelegentlich schon. Die Leute müssten doch wissen, dass ich die Programme nicht mache oder auswähle und nichts dafür kann, wenn sie nicht benutzerfreundlich sind. Und auch, dass sie bestimmte Dinge damit tun müssen, lege ich nicht fest. Das Wissen um die Schlüsselfunktion seiner Tätigkeit und die mit IT verbundenen Gefühle bei anderen hilft ihm, auch in solchen Situationen die Freundlichkeit und Gelassenheit zu zeigen, die manche dadurch auch zwischenmenschlich schwierige Situationen bei seiner Arbeit entspannen. Zur IT ist Ali Intas eher durch Zufall gekommen. Nach einem BWL-Studium wollte er eigentlich Steuerberater werden, doch scheiterten die Bemühungen um einen Arbeitsplatz an der fehlenden behindertengerechten Ausstattung der Kanzleien. Nur recht weit entfernt und verbunden mit einem Ortswechsel hätte es eine Möglichkeit für einen Rollstuhlfahrer gegeben für den Familienmenschen Ali Intas keine Alternative. Seit 2000 ist er nun im St. Franziska- Stift, hat sich gut eingearbeitet und vielfältig fortgebildet. Die Arbeitsbelastung der IT-Abteilung hat in diesen Jahren enorm zugenommen, weil immer mehr Mitarbeiter in der Klinik für ihre Arbeit auf die Unterstützung durch die EDV angewiesen sind und zumal im therapeutischen Bereich die Erledigung von Aufgaben mit Computern stark zugenommen hat. Auch das Netzwerk musste dafür kräftig ausgebaut werden. Die doppelte Aufgabe findet Intas reizvoll: Als Netzwerk-Administrator sitzt er in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen vor seinen Bildschirmen und arbeitet am Netz und den Servern. Als Berater und Helfer der Anwender ist er in der gesamten Klinik unterwegs, hat viel Kontakt mit fast allen Mitarbeitern und lebt in der persönlichen Beziehung zu den Kollegen. Ich brauche beides, mit dem Bildschirm und den Servern alleine könnte ich nicht leben. Mir ist das persönliche Gespräch wichtig. Er leistet Erste Hilfe, wenn der Computer nicht mehr funktioniert: Administrator Ali Intas am Server in Bad Kreuznach. Ali Intas rollt durch die Klinik mit einer eindrucksvollen Geschwindigkeit und einer bewundernswerten Beherrschung seines Rollstuhls, die er seinen sportlichen Aktivitäten verdankt. Seit seinem 6. Lebensjahr ist er auf den Rollstuhl angewiesen, nach einem tragischen Unfall, bei dem er eine Querschnittslähmung davontrug. Nach einer langen Leidenszeit mit mehreren Operationen und Reha-Maßnahmen hat er sich seinen Weg durchs Leben erkämpft. Seit dem 3. Lebensjahr, mit zu Beginn längeren Phasen in der Türkei, in Deutschland lebend, hat Ali Intas trotz der körperlichen Behinderung und anfänglichen Sprachschwierigkeiten im Deutschen, trotz der zwangsläufig fehlenden schulischen Unterstützung durch das Elternhaus und trotz des Einwirkens zweier Kulturen, der türkischen und der deutschen, und in vielem auf sich alleine gestellt, Grund- und Hauptschule, Realschule und Gymnasium erfolgreich absolviert und nach dem Abitur ein BWL-Studium mit dem Diplom abgeschlossen. Der Sport hat ihm dabei sehr geholfen, bei der Selbstbehauptung wie der Integration. Seit seinem 15. Lebensjahr spielt er Tischtennis, auch heute noch als einziger Behinderter in einem normalen Sportverein. Seine große Liebe aber gilt dem Basketball, im Rollstuhl natürlich. Seit dem 16. Lebensjahr spielt er, zählt zu den Mitgründern einer Rollstuhl-Basketballmannschaft in dem Behinderten-Sportverein der Diakonie in Bad Kreuznach, dort spielt er bis heute als Aufbauspieler, der besonde- 20

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