Enterprise Anforderung an Kommunikation und Leadership in Unternehmen der Zukunft

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1 Enterprise Anforderung an Kommunikation und Leadership in Unternehmen der Zukunft Medienwirtschaftsgipfel Niedersachsen

2 Ergebnisse der Arbeitsgruppe internen Blog zu schreiben, dass sein Vertriebsvorhaben nicht~:gut angekommen sei. Er fügte dem Text noch seine Präsentaf,,- Gäbe es ein Rezept, einer Organisation den Esprit, den Enthusias- hinzu. Wenige Stunden später reagierte Lydia, eine Entwickler'~ mus, den Erfindungsreichtum, aus Hamburg, die Phil nicht kannte, auf seinen Blageintrag. Sie die Leistungsbereitschaft, den Unternehmergeist und die Motivation eines Startups dauerhaft war als Russin besonders motiviert, ihr Unternehmen in ihrer HE- einzuimpfen - was wäre diese Medizin wert? Wo bekommt man mat doch erfolgreich zu sehen. Nachdem sie sich die Präsentat':- eine solche Frischzellenkur für die Unternehmenskultur? angesehen hatte, antwortete sie, dass einige Begriffe missverständlich übersetzt worden seien. Phil meldete sich sofort bei Gibt es einen Weg, das intellektuelle Vermögen aller Mitarbeiter, Lydia. Beide machten einen weiteren Kundenbesuch und gew2'"- ihre speziellen Kenntnisse und Erfahrungen über Organisations- nen einen Deal über mehrere Hunderttausend Euro. Ohne den und Ländergrenzen hinweg anzuzapfen? Kann man dieses Poten- Blogeintrag hätte es diesen Erfolg nicht gegeben. zial in einen echten Wettbewerbsvorteil verwandeln? Die Kunst loszulassen - der Einfluss auf Leadership und Komme- Die Antwort auf diese Fragen heißt Enterprise 2.0. nikation Der Begriff Enterprise 2.0 geht auf einen Aufsatz des Harvard-Pro- Diese Entwicklung konfrontiert allerdings auch die Führungseta- fessors Andrew P. McAfee aus dem Jahr 2006 P zurück. Darin be- gen mit neuen Herausforderungen. schreibt er, wie die ursprünglich für das nternet entwickelte Social ren, damit Mitarbeiter selbstorganisierter arbeiten können. Unter Software im Unternehmenskontext eingesetzt werden kann. Der Schwerpunkt liegt in dem ersten Aufsatz jedoch auf der Technologie - nämlich der Beschreibung von Blog, Wikis, ete n diesem Beitrag geht es hingegen um die Auswirkungen auf das Manage- [2J Manager müssen anders fü'":- den Prinzipien von Enterprise 2.0: - Offenheit, - Transparenz und - Vernetzung ment einer Organisation. Dadurch wird der Raum für eine erfolgreiche Selbstorganisation und hierarchiefreie Kommunikation funktioniert geschaffen. Die daraus ent?tehende nnovationsdynamik mehr. Manager sind in diesem Umfeld als mpulsgeber und Vorb~:- und Führung über nformationsvorsprung und Macht nlc~: der gefordert, die den Rahmen selbstorganisierter Arbeit definie- Kreativität steigert die Leistungsfähigkeit des Unternehmens. ren. Neben die Hierarchie tritt die vernetzte Organisation. Je besser die Vernetzung ist, desto höher ist die Wahrscheinlich- neue Aufgabe der Führungskräfte keit für neue Lösungsmuster. m Enterprise 2.0 bedeutet Wissens- parallel zu managen. management nicht, das ganze Wissen eines Unternehmens Die heißt, diese beiden Welten in Datenbanken zu dokumentieren, sondern die Wissensträger und Unternehmen, -nachfrager situativ zu vernetzen. n dieser enormen Steigerung zielen damit einen nachhaltigen WettbewerbsvorteiL die Enterprise 2.0-Technologien einsetzen, erdie tech- der kollektiven ntelligenz liegt der eigentliche Produktivitäts- nologische Basis dafür ist ausgereift, allgemein verfügbar und sprung. Der kann gerade bei international vergleichsweise günstig zu haben. Beispiele dafür sind Wikis, dezentral organisierten Organisationen Was kann das im Unternehmensalltag aufgestellten, gewaltig sein. konkret bedeuten? Blogs oder soziale Netzwerke. Enterprise 2.0 bedeutet eine Frischzellenkur für jedes Traditionse'< ternehmen. Damit verbunden ist ein Modernisierungsschub in Das ist die Geschichte von Phil, einem englischen Vertriebler, der der Unternehmenskultur, für das Hamburger Softwarehaus core~edia Enterprise 2.0 kann helfen, schneller bessere Antwortstrategien in Moskau unter- im Führungs- und Managementstil. wegs war. Eswar das Ende einer der schlechteren Tage für Phil für die Herausforderungen dynamischer und komplexer Märkte und sein Flieger hatte Verspätung. Phil nutzte die Zeit, um in einen zu finden. Enterprise 2.0 Unternehmen verfügen über einen 38 Medienwimchaftsgipfel Niedersachsen 2010 j ~

3 Wettbewerbsvorteil, weil es ihnen besser gelingt, die Potenziale geschafft hat. Besonderen Wert legt die Jury darauf, dass die 'hrer Mitarbeiter zu erschließen. Dieses Angebot an unternehme- Führungspersönlichkeit die Prinzipien des Enterprise 2.0, sprich rischer Partizipation macht sie als Arbeitgeber attraktiv, insbeson- Offenheit, Transparenz und Vernetzung, persönlich lebt und damit dere für die sog. Digital Natives. nachhaltig die Mitarbeitermotivation V/ährend der nternetkritiker Nicholas Carr der nternetgeneration Unternehmen gesteigert hat. {Net Generation) "Blödheit" bescheinigt, weil sie statt Bücher zu Die Jury besteht aus Management-Experten und -partizipation in seinem aus Wirtschaft, Politik 'esen. Podcasts hören und dadurch anders rezipieren, sind sie für und Wissenschaft unter dem Vorsitz des Niedersächsischen Mini- den US-Bildungsexperten Marc Prensky die "Eingeborenen des sters für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Jörg Bode. Netzes", die offen sind für Veränderung und wissbegierig. Die Das Ziel der Preisverleihung ist es, einen Fortschritt im modernen heute mit der digitalen Welt Heranwachsenden, die Digital Natives Leadership-Verständnis zu fördern und Veränderungsprozesse polarisieren. Das "Unbekannte" positiv zu begleiten. Der Preis wird in zwei Kategorien verliehen: an den Digital Natives scheint für den einen bedrohlich, für den anderen spannend. Digital Natives UDA (Leader in the digital age) Award nternational und LlDA erleben den täglichen Umgang mit Wissen auf neuartige Weise. Award Niedersachsen. hr selbstverständlicher Umgang mit den Web-2.0-Technologien Verliehen wird der Preis erstmals im Rahmen der CeBT Global hat ihre Vorstellung vom Arbeitsleben intensiv geprägt. Zentrale Conferences im März 2011 in einem besonders feierlichen Ansätze wie Selbstverwirklichung, Rahmen, um die Preisträger angemessen zu würdigen. Autonomiestreben, vernetztes Denken und Handeln, kontinuierliche Wissensaufnahme und stetiger Austausch sind für die Net Generation unverzichtbar. Mit ihren neuen Denk- und Handlungsstrukturen stellen sie etablierte Unter- Open Government Data nehmen vor die Herausforderung, sie als Mitarbeiter zu gewinnen. Ministerien und Behörden produzieren heute täglich große M.en"Das Auftreten und Selbstbewusstsein der Digital Natives entzau- gen digitaler nformationen, die für Bürger nützlich oder interes- bert die Eliten und alten Hierarchien". Meinolf Ellers, Geschäfts- sant sein könnten. Doch selten wird die.jetzte Meile" gegangen, führer dpa mediatec. um diese Daten den Bürgern tatsächlich brauchbar zur Verfügung zu stellen: Statistiken, Planungsdaten etc. sind oft erst verspätet, Qualifizierte Berufseinsteiger erwarten heute die Verfügbarkeit so- unvollständig, auf Datenträgern wie DVD (st~tt im Netz), in unüb- zialer Software am Arbeitsplatz. Für sie gehört vernetztes Arbeiten lichen Dateiformaten, und hierarchiefreie Kommunikation zur Sozialisation. Sie verbinden bedingungen hinsichtlich ihrer Weiterverwendung moderne nformationstechnologie mit einem innovativen Unterneh- nicht kostenlos oder unter unklaren Lizenzverfügbar. Unter dem Stichwort "Open Government Data" werden seit zwei men. Für etwa zwei Drittel ist dies laut einer aktuellen Accenture- Jahren weltweit Programme verfolgt, um Regierungs- und Ämter- Studie daten in zeitgemäßer Form im Web zugänglich zu machen. Diese [3J ein wesentliches Kriterium bei der Wahl des Arbeitsplatzes. Die Digital Natives, die nternetgeneration, die jetzt in die Unterneh- Programme entsprechen einem Verständnis des Staatshandelns men drängt, fordert diese neue Arbeitswelt massiv ein. unter dem Paradigma von "Enterprise 2.0": Das staatliche Handeln soll nicht nur transparenter, sondern die öffentlichen Daten sollen zu einer echten nfrastruktur für die Bürger (Unternehmen UDAAward in der Region, Journalisten, Wissenschaftler, Bürgerinitiativen ete.) werden. Bessere Durchsuchbarkeit der Daten, Visualisierungen, Unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministerpräsi- Mashups (nhalte verschiedener Urheber werden zusammenge- denten Christian Wulff wird zur CeBT 2011 ein neuer Manage- führt), Alert-Feeds (Automatische Benachrichtigungen) ment-preis verliehen. Gesucht wird ein Vordenker und Leader, Anwendungen der eine außergewöhnliche Transformation seines Unternehmens basierte Geschäftsmodelle eröffnen. und andere können die Partizipation stärken und neue web- [1] Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboration. n: MT Sioan Management Review, Jg. 47, H. 3, S [3] Enterprise 2.0: Die Kunst loszulassen. W. Buhse, S: Stamer. Rhombos 2008 (21 "MiUennials vor den Toren" - Anspruch der nternet-generation an \1, Accenture Ja~uar 2009 Medienwirtschaftsgipfel Niedersachsen

4 Auf nitiative der Enterprise 2.0 Arbeitsgruppe wird durch das Die Software mit Enterprise 2.0-Techniken bietet dafür ein Korn- Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr munikations-, nformations- und Planungstool. Auf der Seite der ein Pilotprojekt "Open Government Data" verfolgt. Hierzu sollen kreativen Mitarbeiter werden die Gewerke verbunden. Die Admi- einige geeignete Datensets aus niedersächsischen Ministerien nistration besitzt bessere Kontrollmöglichkeit und Behörden ausgewählt und gemäß den Prinzipien und Best tionspartner werden informiert und können am kreativen Prozess Practices von "Open Government Data" nachhaltig zugänglich teilnehmen. gemacht werden. Das Anwendungspotential der Community potentieller Datenbenutzer und die Koproduk- soll zusammen mit aus der Zivilgesell- "n meinem Arbeitsbereich hielt ich Enterprise 2.0 anfangs für schaft entdeckt und entwickelt werden. Abschließend werden nicht relevant. Als ich jedoch mit der Projektentwicklung die im Projekt gesammelten Erfahrungen an andere Einrichtungen neuen Films begann und wegen der Kommunikation weitergegeben. Art Departments auf Probleme stieß, wurde mir schnell klar, wie eines mit den nützlich Enterprise 2.0 in der Filmproduktion sein kann. Ein kreadas Projekt "Open Government Data" soll im Sinne der Grund- tives Kommunikationswerkzeug sätze des Enterprise 2.0 nachhaltig und überprüfbar aufgesetzt und der Möglichkeit, alle Entwicklungsschritte zu dokumentieren, und durchgeführt werden. kann die Qualität des Filmes in erheblichem Maße steigern. " mit einer integrierten Datenbank Nils Loof, Regisseur und Produzent Enterprise 2.0 in der Filmproduktion Empfehlungsbeitrag Die Filmwirtschaft arbeitet in der Regel mit freien Mitarbeitern. Vernetzung Zur Durchführung eines Filmprojektes beschäftigt eine Filmpro- in Unternehmen einer 10-Punkte-Guideline von Projektverantwortlichen zur und -beteiligten duktionsfirma eine ganze Anzahl von kreativen (Regie, Kamera, Ausstattung, Kostüm ete) und administrativ - organisatorischen Mitarbeitern (Produktionsleitung, Aufnahmeleitung, Filmge- schäftsführung etc.). Etwa 80 % sind Freiberufler oder Dienstleistungsunternehmen. Die Gewerkesind "Die Wertsysteme, die uns tragen, unterliegen gegenwärtig einem tief greifenden Wandel. Essieht nicht 50 aus, als ob wir in erster Linie technische Probleme zu lösen hätten. " [Professor Peter Kruse] meist über eine Stadt verteilt und entstehen oft in verschiedenen Städten. Die Kommu- Die große Herausforderung auf dem Weg zum "Enterprise 2.0" nikation und Planung ist kompliziert und zeitaufwendig, liegt nach unserem Verständnis nicht in der Bereitstellung der pas- da sehr viele verschiedene Materialien zusammen kommen, die verwaltet senden technischen nfrastruktur, sondern in der notwendigen und weitergegeben werden müssen. Eine größere Produktion be- Weiterentwicklung dingt einen komplizierteren Ablauf durch mehr Koproduzenten, 2.0 bedeutet mehr als nur die Nutzung von Social Tools oder die verschiedene Setups oder aufwendige Postproduktion (z. B. Com- Optimierung der T-nfrastruktur. Enterprise 2.0 bedeutet vor allem puteranimationen, eine veränderte Unternehmens- und Kommunikationskultur Sounddesign). der eigenen Unternehmenskultur. Enterprise nach Um diesen Filmproduktionsprozess effizienter zu gestalten, soll den Prinzipien der Web 2.0-Bewegung: Transparenz, Offenheit eine webbasierte Software entwickelt werden, die von den ver- und Respekt. schiedenen Mitarbeitern dezentral eingesetzt wird und allen am Team beteiligten einen Überblick verschafft über die Gewerke, Die Leitfrage unserer Arbeitsgruppe lautet dementsprechend: Teilgewerke und Arbeitsaufträge. Welchen Beitrag kann Vernetzung in diesem Kontext zur erfolgrei- Der gesamte Produktionsablauf - von der Planung bis zur Durchführung und Postproduktion wird in erheblichem Maße verbessert. 40 Medienwirtschaftsgipfel Niedersachsen 2010 chen Einführung und Nutzung von Enterprise 2.0-Projekten leisten?

5 Die vorhandenen Werkzeuge des Web 2.0 eröffnen jetzt ein signifikant höheres Potenzial, um die existierenden Grundgedanken eines partizipativen Führungsmodells mit den Zielen einer höheren Arbeitsproduktivität und einer größeren dentifikation der Mitarbeiter endlich in die Praxis umzusetzen. Die Wissenschaft hat dazu bereits eine Reihe von Modellen zur Nutzung von Social Tools entwickelt, die als Orientierung für die Arbeitgeber in Wirtschaft und Organisationen zur Verfügung stehen. Die vorhandenen Social Tools ermöglichen die Nutzung für Organisationen auf allen relevanten Feldern, allerdings fehlt es in den Unternehmen an Erfahrungswerten in der Konzeption, Einführung und der kontinuierlichen Nutzung von Social Tools nach dem Enterprise 2.O-Vorbild. Dieses trifft insbesondere auf den Mittelstand zu. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, durch die Schaffung einer neuen bzw. die Nutzung einer offenen Plattform, den Erfahrungsaustausch aus der Praxis für die Praxis zur erfolgreichen Einführung und Nutzung von Web 2.0-Werkzeugen im eigenen Unternehmen zu ermöglichen 10-Punkte-Guideline für die Konzeptentwicklung einer Dialogplattform Punkt 1: Practise what you preach Die Konzeptentwicklung sollte auf den Prinzipien des Web 2.0 entwickelt und konsequent darauf ausgelegt sein, um ein glaubhaftes Angebot zum Thema zu schaffen. Punkt 2: Dialog auf Basis eines offenen Kodex Um handlungsfähig zu bleiben und eine positive Dialogkultur auf der Plattform zu unterstützen, sollte ein grundlegender Kodex für alle Nutzer kommuniziert und als gemeinsamer Konsens Anwendung finden. Wertekonsens: Vertrauen und Transparenz. Punkt 3: Aus der Praxis für die Praxis Konkrete Fallbeispiele von Projektbeteiligten in Unternehmen bieten den größten Anreiz zur Nutzung, da diese Erfahrungswerte sich in der Darstellung marketingorientierter "Best Practise Beispiele" häufig nicht ablesen lassen. Gerade der Dialog über korrigierte Strategien und tatsächliche Erfahrungen - positiv wie negativ - bieten ein großes Potenzial für andere Nutzer. Punkt 4: Offene Fragen erlaubt n Foren können Nutzer ihre Fragen veröffentlichen mit anderen Nutzern in den Erfahrungsaustausch Punkt 5: Praxiswissen zu Tools und nnovationen und gezielt einstiegen. Für Neueinsteiger ist es relevant, schnell einen Überblick über etablierte Tools und Werkzeuge zu bekommen. Mentoring-Ansatzes m Rahmen eines wäre es denkbar, dass hier "Digitallmmigrants" von "Digital Natives" betreut werden (Reverse-Mentoring). Darüber hinaus ist die Vorstellung neuer Werkzeuge ein wichtiger Diskussionsanreiz, inkl. der Relevanzeinschätzungen und Erfahrungen der Nutzer. Punkt 6: Dialogplattform nach Prinzip 2.0 Bei der Auswahl einer passenden nfrastruktur für die Dialogplattform sollte weitgehend auf vorhandene Dienste zurückgegriffen und der aufwändige Aufbau eines neuen "Portals" vermieden werden (Effizienzprinzip). Punkt 7: Gemeinsame Zeichen Alle Aktivitäten und Beiträge der nitiative sollten unter einem zentralen Begriff erfolgen und damit die Bündelung der nformationsströme über mehrere Publikationsorte hinweg erlauben (gemeinsames nitiativ-tag als "Marke", Punkt 8: ntegration bestehender nitiativen #-CommonTag) Bereits bestehenden nitiativen, wie bspw. DNAdigital als Output des T-Gipfels, sind aktiv zu integrieren bzw. eine Vernetzung anzustreben. Punkt 9: Nutzung der realen Welt Zur Vertrauensbildung und als Einstieg für Digitalimmigrants und Digital Sceptics bieten sich Treffen, Workshops und Veranstaltungen in der realen Welt an (siehe Erfahrungswerte von "Twittagessen" ete. unter virtuell vernetzten Mitgliedern in Social Networks). Punkt 10: Offener Angebotscharakter der nitiative m Vordergrund sollte die Schaffung von einer offenen Dialoginfrastruktur stehen, deren Nutzerorientierung dominiert. Verantwortliche nstitutionen (wie Ministerien, Unternehmen ete.) treten im Dienst der Sache in den Hintergrund. Medienwirtschaftsgipfel Niedersachsen

6 Der Bedarf der optimierten Vernetzung al/er Akteure an Enterprise 2.0-Projekten in Unternehmen ist groß und ein gezieltes Dialogangebot dafür erforderlich. n diesem Sinne sind folgende Schritte zur Schaffung eines derartigen Angebotes unserer Meinung nach angebracht (next steps): - Entwicklung eines Detailkonzepts für eine Dialogplattform zur Vernetzung der "Enterprise 2.0-Akteure" f - Aufbau der Plattform - Erarbeitung eines kommunikativen Einführungskonzeptes zur Bekanntmachung und Verbreitung "Best Practice" Viele Unternehmen sehen auch heute noch Web 2.0 als Technologie und betrachten Social Media als neuen externen Kommunikationskanal. Der Einfluss von Web 2.0 auf das Unternehmen, die Businesslogik und die Unternehmenskultur werden eher ver- nachlässigt. Auch der Transfer von Einstellungen und Werten, die im Zusammenhang mit Web 2.0 entstanden sind, findet nicht oder nur unzureichend statt. Beispielhaft zu nennen sind hier "Dialog und Transparenz in der Kommunikation" als Kontrapunkt zu der Einstellung "Wir als Unternehmen steuern unsere Kommunikation" oder auch das Thema "Kollektive ntelligenz" versus / "Wissen ist Macht". Unternehmen müssen verstehen, dass sie nicht als mit alten, traditionellen Werten und Einstellungen behaftete nsel in einer neuen Kommunikationswelt Die Unterarbeitsgruppe überleben werden. "Best Practice" hat sich daher zum Ziel gesetzt, insbesondere niedersächsische, mittelständische Unternehmen in diesem Lernprozess zu unterstützen. m ersten Schritt ist die Erstellung eines Leitfadens zur mplementierung von Web 2.0 und Enterprise 2.0 in das Unternehmen geplant. Neben einer kurzen theoretischen Einführung wird hier ganz pragmatisch und operativ aufgezeigt, wie sich Unternehmen für die Zukunft rüsten können. Ein Bestandteil wird z. B. eine Vorlage zur Erstellung einer Social Media Policy sein. Wohl wissend, dass es sich für viele Unternehmen um ein unbekanntes bzw. mit vielen Barrieren behaftetes Thema handelt, möchten wir erste Schritte ermöglichen und mit einer kleinen Beispielsammlung und einfachen Empfehlungen dazu beitrage~ dass das Thema in den Unternehmen richtig eingeordnet und überhaupt angegangen wird. n einem weiteren Schritt ist dann im Rahmen einer zu bilde~::=nitiative durchaus denkbar, ein Förderprogramm zum Therra "Web 2.0 und Enterprise 2.0 im Unternehmensalltag" auflo"=:- zen. Die Arbeitsgruppe wird hier einen Vorschlag unterbre"'~- 42 Medienwirtschaftsgipfel Niedersachsen 2010

7 Teilnehmer der Arbeitsgruppe Arbeitsgruppenleitung nordmedia - Die Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbl-l Konstantin Bruchmüller doubleyuu Dr, Willms Buhse EWE Netz GmbH Tammo Ehmke Volkswagen AG Dr, Martin Eickhoff Dr, Anne Ernst Solvay GmbH Hans-Ferdinand Guesewell Deutsche Messe AG Katrin Haunhorst Bibliothek der Fachhochschule Hannover Christian Hauschke Ponton-Lab GmbH Benjamin Heidersberger TB/UB Technische nformationsbibliothek Universitätsbibliothek Hannover Lambert Heller VGH Versicherungen Jochen Herdecke Timo Heuer VHV Dr. Burkhard Jacobshagen Continental AG Karsten Kansy Nils Loof Film Nils Loof Medizinische Hochschule Hannover (MHH) Zentrum für nformationsmanagement Dirk May BHW Holding AG Andreas Menkens Volkswagen AG Klaus Hardy Mühleck Volkswagen AG Werner Müller Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Anne Neumann TalanxAG Thomas Noth Redaktionsbüro Porath Gudrun Porath New Yorker S.H.K Jeans GmbH Volker Putzmann Deutsche Messe AG Ernst Raue nstitut für Journalistik und Kommunikationsforschung Prof. Dr. Beate Schneider S + 0 Filmproduktion GmbH Olivia Schubert w3design. GmbH ngo Stoll nordmedia - Die Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbh Sebastian Wolters EyeTCommunications GmbH Dr.-ng. Steven A Zielke Dr. Willms Buhse Dr. Willms Buhse ist Enterprise 2.0 Experte und Gründer von doubleyuu, einem Beratungsunternehmen spezialisiert auf die Einführung von Prinzipien des Web 2.0 in Unternehmen. Er setzt dabei auf aktive Partizipation der Mitarbeiter und prägte das Leitmotiv "Schönheit kommt von nnen". Von 2003 bis 2008 war er in der Geschäftsleitung von CoreMedia, einer Beteiligung der Deutschen Telekom. Neben der strategischen Positionierung von Enterprise Software engagiert er sich maßgeblich für den Wandel von CoreMedia zum Enterprise 2.0 und als nitiator für DNAdigital. Zuvor war Dr. Willms Buhse über fünf Jahre bei der Bertelsmann AG in Gütersloh, Hamburg und New York im Bereich Technologiestrategie tätig und dort Mitgründer von Digital World Services. Davor war Dr, Buhse Technologieund Strategieberater bei Roland Berger & Partner sowie in der Technologieentwicklung der Reemtsma GmbH.. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher, u. a. des Enterprise 2.0-Standardwerkes "Die Kunst loszulassen". Medienwirtschaftsgipfel Niedersachsen

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