Universität Ulm 2012

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1 Universität Ulm 2012

2 2 Inhalt Content Lise-Meitner-Str. Universität Ulm Berliner Ring Science Park II Wilhelm-Runge-Str. H Albert-Einstein-Allee Hochschule Daimler AG H P10 Oberer Eselsberg Parkplatz West Universität Bereich West P17 P15 P16 H P14 P13 P12 P11 Bundeswehrkrankenhaus Rehabilitationskrankenhaus Bibliotheks- Zentrale Parkhaus Mitte Gewächshäuser Bibliotheks- Zentrale Chirurgie Staudingerstr. Albert-Einstein-Allee Innere Medizin P30 Universitätsklinikum Oberer Eselsberg Parkhaus Ost J.-Franck-Ring Meyerhofstr. H Sportzentrum Ulm Nord Berliner Ring P41 P33 P42 Helmholtzstraße P46 Mähringer Weg P43 Universität Bereich Ost Universitätsverwaltung P45 P44 Versorgungsanlage P50 P23 P40 P22 P25 H P21 P20 P24 P32 H H P31 Botanischer Garten Freigelände Keine Durchfahrt zur Universität! Bereichsbibliothek Helmholtzstraße Science Park I Lehrer-Tal-Weg Richtung Ulm Stadtmitte Richtung Stuttgart/München Autobahn A7/A8 Ausfahrt Ulm West B 10 P P Richtung Jungingen Gebäude der Universität Botanischer Garten Wald Gebäude und Firmen Parkhaus Parkfläche Dauerparkplätze abgeschrankt Dauerparkplätze der Universität abgeschrankt Kurzzeitplätze Parkplätze Helmholtzstraße (Bewirtschaftung durch PBW) Kassenautomat Leit- und Informationszentrum (Parkraumbewirtschaftung der TSU) Sonderforschungsbereich/Transregio 62 wird weiter gefördert Continued Funding for Collaborative Research Centre/Transregio PolarCoN PolarCoN Forschergruppen der DFG GRF Research Units Klinische Forschergruppen der DFG GRF Clinical Research Units...14 Neues Zentrum New Centre...14 Neue Projekte New Projects Forschungsergebnisse Research Results...18 EU-Projekte EU Projects Graduiertenschule, Graduiertenkollegs und Promotionskollegs Graduate School, Doctoral Research Training Groups...22 Promotionen Doctorates...24 Habilitationen Habilitations...24 apl. Professuren apl. Professorships...24 Entwicklung der Promotionen Development of Doctorates...24 Emmy-Noether-Programm Emmy Noether Programme...26 Weitere Nachwuchsförderprogramme Further Programmes for Young Academics...27 Stiftungsprofessuren Endowed Professorships...28 Vorwort Foreword...4 Die Lage der Universität: Entwicklung und Perspektiven The State of the University: Development and Perspectives Erfolg in der Exzellenzinitiative Success in the Excellence Initiative...6 ERC Synergy Grant...6 ERC Synergy Grant...7 ERC Advanced Grant...7 ECR Advanced Grant...8 driveu Innovationszentrum mit Daimler...8 driveu Innovation Centre together with Daimler...9 Neuer Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz New chairperson of the University Rectors' Conference...9 Wissenschaft und Forschung Science and Research Forschung im Überblick Joint Research Overview...10 Sonderforschungsbereiche der DFG GRF Collaborative Research Centres Neuer Sonderforschungsbereich zur Leukämieforschung New Collaborative Research Centre for Leukemia Research Studium und Lehre Studies and Teaching Entwicklung der Zahl der Studienanfänger Incoming Student Trends...30 Studienangebot der Universität Ulm Course Offerings at the University of Ulm Bewerbungen für höhere Fachsemester Applications for Higher Degrees Entwicklung der Studierendenzahlen Student Number Trends...32

3 Inhalt Content 3 Neue Studiengänge...32 New Degree Courses...33 Advanced Materials Advanced Materials...33 Akkreditierung Accreditation...34 Entwicklung der Zahl der Absolventen Graduate Number Trends...34 Deutschlandstipendium Deutschlandstipendium...35 Studierendenvertretung Student Representation...36 Verfasste Studierendenschaft Student Representative Organization...36 Willkommen in der Wissenschaft...36 Welcome to Science...37 Studienberatungszentrum Student Advisory Centre...37 Gremien und Verwaltung Committees and Administration Die Universitätsleitung Executive Committee...38 Universitätsrat Board of Trustees...39 Senat Senate...40 Die Fakultäten The Faculties Finanzen Finances Einnahmen und Ausgaben 2012 Income and Expenses Entwicklung der Drittmitteleinnahmen Third-Party Funding Trends...44 Beschäftigte Employees...44 Qualitätsentwicklung Quality Development...45 Bauliche Entwicklung Development in Construction Einweihung des Neubaus der Chirurgie Inauguration of the New Surgery Building...46 Helmholtz-Institut Ulm Elektrochemische Energiespeicherung Helmholtz Institute Ulm Electrochemical Energy Storage Batterieforschung Battery Research Neues Lehrgebäude für Psychologie und Wirtschaftswissenschaften New Teaching Facility for Psychology and Economics Weitere bauliche Maßnahmen Further Construction Projects...49 Wissenschaftliche Weiterbildung Academic Further Training Zentrum für berufsbegleitende universitäre Weiterbildung School of Advanced Professional Studies...50 Akademie für Wissenschaft, Wirtschaft und Technik Academy for Science, Industry and Technology Neues Department für Philosophie, Sprachen, Geisteswissenschaften und allgemeine Weiterbildung School of Humanities...53 Internationales International Affairs Studierendenaustausch Student Exchange...54 Internationalisierungsprozess Internationalization Process...54 Förderung durch Stipendien Financial Support through Scholarships Integration internationaler Studierender Integration of International Students German University in Cairo German University in Cairo...56»International Student BarometerInternational Student Barometer«...57 Forschungsminister besuchen die Universität Ulm Ministers for Research Visit the University of Ulm...57 Einrichtungen Institutions Kommunikations- und Informationszentrum Communication and Information Centre...58 Zentrum für E-Learning Centre for E-Learning...59 Elektronenmikroskopie Electron Microscopy...59 Deutsch-Russisches Institut gegründet German-Russian Institute founded Zentrum für Seltene Erkrankungen Centre for Rare Diseases Botanischer Garten Botanic Garden Musisches Zentrum Art Centre...63 Hochschulsport University Athletics...63 Personalia Personalia Professuren Professorships...64 Emeritierung/Pensionierung Retirements...65 Verstorben Deceased...65 Berufungen, Wahlen, Ernennungen Appointments, Elections and Nominations...67 Preise und Auszeichnungen...70 Prizes and Awards...74 Gender Diversity Familienservice Gender Diversity Family Service Gleichstellung/Familie Gender Equality/Family...78 Mit Wirkung nach außen With Outward Impact DAAD-Stipendiatentreffen Meeting of DAAD-Scholarship Holders Forschungsnetz gegen Missbrauch Research Network for the Prevention of Abuse Ulm University Goes International Ulm University Goes International Unternehmensgründungen Spin-Offs...82 Erfindungen und Patente Inventions and Patents...82 Ulmer Wissenschaftler auf der Hannover Messe Ulm Scientists at the Hanover Trade Fair...82 Science Slam Science Slam...83 Habilitation in Moskau Habilitation in Moscow...83 Freunde und Ehemalige Alumni and Friends Alumni und Career Service Alumni and Career Services Anhang Annexe Impressum Imprint...91

4 4 Vorwort Foreword Präsident Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling bei der Erstsemestereinführung Das Jahr 2012 war für die Universität Ulm äußerst erfolgreich und brachte wichtige positive Förderentscheidungen bei größeren Verbundforschungsprojekten. Die Universität konnte damit ihre ausgezeichnete Position als Forschungsuniversität im nationalen und internationalen Wettbewerb weiter festigen. Neben der Bewilligung des Fortsetzungsantrags der International Graduate School in Molecular Medicine Ulm in der 2. Förderphase der Exzellenzinitiative hat die DFG einen neuen Sonderforschungsbereich in der Leukämieforschung bewilligt und den bestehenden Transregio-Sonderforschungsbereich zur Thematik Kognitive Systeme/Mensch-Maschine- Interaktion für weitere vier Jahre verlängert. In einem hochkompetitiven Wettbewerb wurde der Universität Ende 2012 durch die EU ein ERC Synergy Grant im Bereich Quantum Biology bewilligt, wobei aus über 700 Bewerbungen nur 11 Anträge gefördert wurden. Nahezu zeitgleich ging die Förderzusage für einen ERC Advanced Grant in der HIV-Forschung ein. Diese und weitere erfolgreiche Projekte, wie beispielsweise ein neues Graduiertenkolleg zu den Mechanismen des Alterns, trugen dazu bei, dass die Drittmitteleinwerbung im Jahr 2012 erneut auf einen Höchststand von ca. 79 Millionen Euro anstieg. Auch in der Kooperation mit der Industrie ging die Universität Ulm 2012 erfolgreiche Wege. Mit dem Innovationszentrum»driveU«konnte ein neues Modell der Zusammenarbeit mit Daimler im Bereich Fahrerassistenzsysteme/Autonomous Driving etabliert werden. In der Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen wurde mit der Einrichtung eines»virtuellen«helmholtz-instituts in der Neurodegenerationsforschung ein wichtiger Schritt zum Ausbau der Zusammenarbeit mit der Helmholtz-Gemeinschaft getan. Bei den Studierendenzahlen, den Studienanfängerzahlen und den Absolventenzahlen waren im Jahr 2012 ebenfalls neue Höchststände zu verzeichnen. Mit Mathematische Biometrie (Master) und Chemieingenieurwesen (Bachelor) wurden 2012 zwei neue, zukunftsträchtige Studiengänge gestartet. Zur Verringerung der Abbrecherquoten und zur Verbesserung der individuellen Betreuung und Beratung von Studierenden wurden wichtige Projekte eingeworben. In der berufsbezogenen wissenschaftlichen Weiterbildung wurde das Zentrum für universitäre Weiterbildung (»School of Advanced Professional Studies«) erfolgreich etabliert.

5 Vorwort Foreword 5 Diese positiven Entwicklungen geben wichtige Impulse für die Zukunft unserer Universität und bestätigen, dass wir mit unserer Schwerpunktsetzung und Profilbildung in Forschung und Lehre auf dem richtigen Weg sind. In diesem Sinne wurden 2012 auch mehrere Baumaßnahmen auf dem Campus abgeschlossen, insbesondere auch die Fertigstellung und der Bezug der neuen Klinik für Chirurgie. Aber auch neue Vorhaben wurden begonnen, wie der Bau des Helmholtz-Instituts Ulm Elektrochemische Energiespeicherung. Nicht jedes Ereignis, das sicherlich auch eine Erwähnung verdient hätte, kann in diesem Jahresbericht Aufnahme finden. Die hier ausgeführten, herausragenden Ereignisse und Entwicklungen sollen jedoch eine Wertung des Erreichten ermöglichen und zur Mitwirkung auf dem von uns eingeschlagenen Weg ausdrücklich einladen. Für Ihr Engagement und für Ihre Begleitung möchte ich Ihnen heute, stellvertretend für das gesamte Präsidium, sehr herzlich danken was an extremely successful year for the University of Ulm and brought with it important and positive funding decisions in large collaborative research projects. As a result, the University was able to further cement its excellent position as a research university, on both the national and international stages. Along with the approval of the renewal proposal by the International Graduate School in Molecular Medicine Ulm, which is in the second funding phase of the Excellence Initiative, the German Research Foundation funded a new Collaborative Research Centre in the area of leukemia research. It also approved funding for the already existent Trans regio Collaborative Research Centre, working on Cognitive Systems/Human-Machine-Interaction, for another four years. At the end of 2012, in competition with highly competitive fellow contenders, the University of Ulm received funding through the EU for an ERC Synergy Grant in the area of Quantum Biology. It is important to note that of the more than 700 applications submitted, only 11 projects have been successful. Virtually simultaneously, an ERC Advanced Grant for research into HIV was approved. These and further successful projects, e.g. a new Research Training Group on the mechanisms of aging, contributed to a new record for third party funding, which reached about 79 million euros in Cooperation with industry in 2012 also continued on its successful path. The Innovation Centre»driveU«established a new model for cooperation with Daimler in the area of Driver Assistance Systems/Autonomous Driving. Concerning cooperation with external research organizations, an important step towards developing new cooperation was achieved with the establishment of a»virtual«helmholtz Institute in the area of neurodegeneration research. New records were also set in 2012, in the total number of students, the number of new students taking up studies, and the number of students graduating. Two new promising courses of study in Mathematical Biometry (Master) and Chemical Engineering (Bachelor) were initiated in Important projects were undertaken to reduce the drop-out rate and to improve the individual student support and counseling. In the area of academic further training, the School of Advanced Professional Studies was successfully established. These positive developments provide important momentum for the future of our University and confirm that we are on the right track in terms of setting aims and developing a strong profile in research and teaching. To this end, several construction projects were also carried out on the campus in 2012, primarily the completion and opening of the new Clinic for Surgery. The construction of the Helmholtz Institute Ulm Electrochemical Energy Storage was also one of the new building projects begun in Unfortunately, not all of the events and achievements that deserve recognition are able to be published in this Annual Report. The outstanding events, results and developments mentioned here should however allow an assessment of what has been achieved and send an explicit invitation to join us in our future endeavors. In the name of the Executive Committee, I would like to thank you today most sincerely for your commitment and support. Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling, President

6 6 Die Lage der Universität: Entwicklung und Perspektiven The State of the University: Development and Perspectives International Graduate School in Molecular Medicine Ulm (ganz links: Sprecher Prof. Dr. Michael Kühl) Erfolg in der Exzellenzinitiative Die Konkurrenz war groß bei der Ausschreibung der 2. Förderphase der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder: die International Graduate School in Molecular Medicine Ulm konkurrierte in der Förderlinie Graduiertenschulen mit 38 weiteren bereits in der 1. Förderphase geförderten Projekten und 25 neu zur Vollantragstellung zugelassenen Initiativen. Umso größer war die Freude und Erleichterung nach Bekanntgabe der Weiterförderung für weitere fünf Jahre mit jährlich rund 1,8 Millionen Euro durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Grundlage hierfür waren die großen Erfolge in der 1. Förderphase, in welcher die Graduiertenschule zu einer erheblichen Steigerung der Qualität der wissenschaftlichen Ausbildung, aber auch der Leistungsfähigkeit der biomedizinischen Forschung und zur Internationalisierung der Universität bei getragen hatte. Von den 175 Teilnehmern am internationalen PhD-Programm in Molekularer Medizin durchliefen 34 Nachswuchskräfte das überaus anspruchsvolle Doktorandenprogramm. Success in the Excellence Initiative Competition was strong in the tender process for the second funding phase of the Federal and State Excellence Initiative. The International Graduate School in Molecular Medicine Ulm competed with 38 previously in the first phase funded projects and 25 new fully approved initiatives. So the announcement of the continua tion of funding for a further five years, bringing with it 1.8 million euros per year from the German Research Foundation (GRF), was greeted with particular delight and relief. The basis for this was the high level of success in the first funding phase, where the Graduate School contributed to a significant increase in the quality of its scientific education and levels of efficiency in biomedical research, further contributing to the internationalization of the university. Among the 175 participants of the international Ph. D. Programme in Molecular Medicine, 35 young academics were passing through the exceedingly demanding doctoral programme. ERC Synergy Grant für interdisziplinäre Forschergruppe Einen außerordentlichen Erfolg konnten die Ulmer Professoren Martin Plenio, Tanja Weil und Fedor Jelezko mit der Einwerbung eines Synergy Grants des Europäischen Forschungsrats erzielen: Ihr gemeinsames Projekt»Quantum Devices and Biology (BioQ)«wird in den kommenden sechs Jahren im höchst dotierten Förderinstrument der Europäischen Union, das im Dezember 2012 erstmals vergeben wurde, mit rund 10,3 Millionen Euro gefördert. Die Wissenschaftler der Fakultät für Naturwissenschaften hatten sich in einem zweistufigen Begutachtungsprozess mit einem von insgesamt elf geförderten Projekten gegenüber mehr als 700 weiteren Forschergruppen durchgesetzt. Die Universität Ulm erhielt als eine von vier Einrichtungen in Deutschland und als einzige Universität in Baden-Württemberg eine Förderzusage. Wissenschaftliches Ziel des Vorhabens ist es, mit Hilfe von künstlich hergestellten Quantennanodiamanten eine neue Art der Sensorik zu entwickeln und somit Strukturen und strukturelle Änderungen von einzelnen Molekülen in biologischen Systemen sichtbar zu machen. Mittels einer neuartigen Quantenmikroskopie sollen biologische Vorgänge erforscht und erklärt werden.

7 Die Lage der Universität: Entwicklung und Perspektiven The State of the University: Development and Perspectives 7 Prof. Dr. Martin Plenio, Prof. Dr. Fedor Jelezko, Prof. Dr. Tanja Weil (v.l.) Um dieses Ziel zu erreichen ist das Zusammenwirken unterschiedlicher Expertisen vor Ort notwendig: Prof. Dr. Martin Plenio, Direktor des Instituts für Theoretische Physik und Alexander von Humboldt-Professor, ist im Bereich der Quanteninformationstheorie einer der weltweit führenden Wissenschaftler und leistet Pionierarbeiten in der Untersuchung von Quanteneffekten in biologischen Systemen. Prof. Dr. Fedor Jelezko, Direktor des Instituts für Quantenoptik, konzentriert sich auf grundlegende Forschung zur Manipulation der kleinsten Teilchen in Festkörpern vor allem in extrem reinen, künstlich hergestellten Diamanten. Prof. Dr. Tanja Weil, Direktorin des Instituts für Organische Chemie III, forscht über individuell hergestellte Biomakromoleküle und deren Wechselwirkungen in Zellen sowie deren gezieltem Transport zum Wirkungsort. Neben der Einrichtung einer Professur ist im Rahmen des ERC Synergy Grants der Neubau eines Forschungsgebäudes vorgesehen. ERC Synergy Grant for Interdisciplinary Research Group An outstanding success was achieved by Ulm professors Martin Plenio, Tanja Weil and Fedor Jelezko with the attainment of a Synergy Grant from the European Research Council (ERC). Their shared project»quantum Devices and Biology (BioQ)«will be funded at a level of 10.3 million euros over the coming six years. This endowment comes through the European Union's highest recognized funding instrument which was first awarded in December The researchers from the Faculty of Natural Sciences, competing with more than 700 other research groups, were successful in a twostage evaluation process with one of a total of eleven funded projects. The University of Ulm was one of only four institutions in Germany and the only university in Baden-Württemberg to receive funding approval. The research goal of the project is to develop a new sensor technology with the help of artificially produced quantum nanodiamonds, and through this to make structures and structural changes of individual molecules in biological systems visible. With the use of an innovative quantum microscope the aim is to research and explain biological processes. To achieve this goal the cooperation of various experts on one site is necessary. Prof. Dr. Martin Plenio, Director of the Institute of Theoretical Physics and Alexander von Humboldt Professor, is one of the worldwide leading scientists in the area of quantum information theory and has carried out pioneer work in the study of the quantum effects on biological systems. Prof. Dr. Fedor Jelezko, Director of the Institute of Quantum Optics, focuses on fundamental research on the manipulation of the smallest particles in solids, in particular in extremely pure artificially produced diamonds. Prof. Dr. Tanja Weil, Director of the Institute of Organic Chemistry III, researches individually produced biomacromolecules, their interaction in cells and their targeted transport to the point of action. Along with the creation of a professorship, the con struction of a new research building within the framework of the ERC Synergy Grant is planned. ERC Advanced Grant für die AIDS- Forschung Prof. Dr. Frank Kirchhoff, Direktor des Instituts für Molekulare Virologie, wird vom Europäischen Forschungsrat für fünf Jahre mit einem ERC Advanced Grant in Höhe von rund zwei Millionen Euro gefördert. Im Zentrum der Forschungsarbeiten seines Projekts»AntiVirome A combined evolutionary and proteomics approach to the discovery, induction and application of antiviral immunity factors«steht die Fragestellung, wie das HI-Virus das menschliche Immunsystem umgeht. Die Erkenntnisse sollen genutzt werden, um die natürlichen Abwehrprozesse so zu stärken, dass daraus

8 8 Die Lage der Universität: Entwicklung und Perspektiven The State of the University: Development and Perspectives Prof. Dr. Frank Kirchhoff therapeutische und präventive Ansätze entwickelt werden können. Die Entwicklung der antiretroviralen Therapie war bisher der wichtigste Fortschritt der AIDS- Forschung. Allerdings können sich HI-Viren so verändern, dass diese Medikamente keine Wirkung mehr zeigen. Daher sollen die natürlichen antiviralen Faktoren des menschlichen Immunsystems näher erforscht werden. Von Interesse sind auch die Übertragungswege insbesondere die der Gruppe M-Viren, ihre Ausbreitung sowie die Anpassung an den menschlichen Wirt. ERC Advanced Grant for AIDS Research Prof. Dr. Frank Kirchhoff, Director of the Institute of Molecular Virology, has been granted funding for five years, with an ERC Advanced Grant of approximately two million euros from the European Research Council. Central to the research work in his project»antivirome A combined evolutionary and proteomics approach to the discovery, induction and application of antiviral immunity factors«is the question of how the HI-Virus circumvents the human immune system. This knowledge will be used to strengthen the natural defense processes so that new therapeutic and preventative approaches can be developed. The development of the antiretroviral therapy was to date the most important advance in AIDS research. However, HI-Viruses are able to mutate so that these medications are no longer able to be effective. It is important therefore, to research more closely the natural antiviral factors in the human immune system. Along with this, the transmission paths, in particular those of the group M viruses, and their spread and adaption to the human host are of interest to the project. Präsident Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling, Dr. Stephan Wolfsried (Daimler) und Prof. Dr.-Ing. Klaus Dietmayer (v. l.) driveu Innovationszentrum mit Daimler Die Universität Ulm und die Daimler AG bauen ihre langjährige Zusammenarbeit weiter aus. Mit dem Innovationszentrum»Daimler Research Institute for Vehicle Environment Perception at Ulm University«, kurz»driveu«, bündeln beide Partner ihre Forschungskompetenz auf dem Gebiet der Fahrzeugumfelderfassung und der Fahrerassistenzsysteme. Ziel ist die Intensivierung der Forschung und Entwicklung in den Bereichen Fahrzeugsicher- heit und autonome Fahrfunktionen. Die Wissenschaftler forschen insbesondere an präventiven und vorausschauenden Systemen, die komplexe Verkehrssituationen sicher und umfassend analysieren und verstehen können. Der methodische Schwerpunkt liegt in der maschinellen Wahrnehmung und Umgebungsrepräsentation. Forschungsschwerpunkte sind Sensor- und Signalverarbeitung, Informationsund Sensor fusion, Multi-Objekt Tracking, Fahrumgebungsrepräsentation, Situationsverstehen und Fahrerintentionserkennung.

9 Die Lage der Universität: Entwicklung und Perspektiven The State of the University: Development and Perspectives 9 driveu Innovation Centre together with Daimler The University of Ulm and the Daimler Corporation are building on their longstanding cooperation. With the Innovation Centre»Daimler Research Institute for Vehicle Environment Perception at Ulm University«or»driveU«, both partners focus their research competence on vehicle environment perception and advanced driver assistant systems. The goal is the intensification of the research and development in the areas of vehicle safety and autonomous vehicle functions. The scientists research in particular preventative and predictive systems that can comprehensively analyze and understand complex traffic situations. The methodological focus is on the mechanical perception and on the representation of the surrounding environ ment. The research focus is on the sensor and signal processing, information and sensor fusion, multi object tracking, representation of the driving environment, understanding situations and recognition of driver intention. Präsident Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling Präsident Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling neuer Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz Seit 1. April 2012 ist Präsident Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling neuer Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg. Er ist damit nach Prof. Dr. Hans Wolff der zweite Ulmer Repräsentant dieses landesübergreifenden Gremiums der Universitäten. Als Schwerpunkt seiner Amtszeit sieht Professor Ebeling die Verhandlungen mit dem Land für einen neuen Solidarpakt zur Sicherung der Hochschulfinanzierung, wobei sein besonderes Augenmerk dem Stellenwert universitärer Forschung gilt. President Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling is the new chairperson of the University Rectors' Conference From 1 April 2012, President Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling is the new chairperson of the University Rectors' Conference in Baden-Württemberg. After Prof. Dr. Hans Wolff, he is now the second representative of this university committee at the state level, from Ulm. Professor Ebeling's focus during his period as chairperson is on negotiations with the state govern ment for a new solidarity agreement on securing the financing of the universities, with particular attention to the status of university research. 2. Platz beim Times Higher Education Ranking jüngerer Hochschulen In der Rangliste»THE 100 Under 50«belegt die Universität Ulm als zweitbeste deutsche Hochschule weltweit Platz 22 des Rankings jüngerer Hochschulen, die vor weniger als 50 Jahren gegründet wurden. Die übrigen Kriterien sind dieselben wie die Indikatoren des bekannten»times Higher Education World University Ranking«.»Weiche«Kriterien wie das Renommee der Hochschule wurden weniger stark gewichtet, Schlüsselkategorien wie»forschung«,»lehre«,»industriekontakte«und»internationale Ausrichtung«waren dagegen wichtige Kriterien für die Reihung. 2nd Place in the Times Higher Education Ranking for Younger Universities In the ranking list»the 100 Under 50«the University of Ulm was ranked as second best German university and worldwide placed 22 among universities that were founded less than 50 years ago. The other criteria are the indicators used by the well-known»times Higher Education World University Ranking«.»Soft«categories, for example the reputation of the university, were weighted less prominently. In contrast, the key areas of research, teaching, contact to industry and international orientation were important categories for the ranking.

10 10 Wissenschaft und Forschung Science and Research Forschung im Überblick Forschungsverbünde stellen ein bedeutendes Merkmal universitärer Forschung dar und tragen wesentlich zu den Drittmitteleinnahmen bei. Daneben ist die Einwerbung von Forschungsgeldern ein wichtiges Instrument zur Etablierung neuer Forschungssegmente erhielten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Ulm von öffentlichen oder privaten Fördergebern Drittmittel in Höhe von ca. 79 Millionen Euro. Wichtige Verbundforschungsprojekte und Einzelvorhaben im Jahr 2012 waren: z 1 ERC Synergy Grant, 1 ERC Advanced Grant, 2 ERC Starting Grants z 3 Sonderforschungsbereiche der DFG z 3 Klinische Forschergruppen der DFG z 4 Forschergruppen der DFG z International Graduate School in Molecular Medicine Ulm und 5 Graduierten- bzw. Promotionskollegs z 6 Emmy-Noether-Nachwuchsgruppen der DFG z Forschungskern des BMBF»SyStaR Molekulare Systembiologie der verminderten Stammzellfunktion und Regeneration im Rahmen der Alterung«z Forschungsverbünde mit externen Partnern: BIU Boehringer Ingelheim Ulm University Biocenter Innovationszentrum driveu Daimler Research Institute for Vehicle Environment Perception at Ulm University (siehe Seite 8) SALVE Sub-Angström Low-Voltage Electron Micorscopy (mit Fa. Carl Zeiss) HIU Helmholtz-Institut Ulm Elektrochemische Energiespeicherung in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Joint Research Overview Research consortia play a key role in university research and contribute significantly to its funding. Along with this, the provision of research grants is an important instrument in the establishment of new research areas. In 2012, scientists from the University of Ulm obtained third-party funding amounting to 79 million euros from public and private institutions and from industry. The important collaborative research projects and individual projects were: z 1 ERC Synergy Grant, 1 ERC Advanced Grant, 2 ERC Starting Grants z 3 GRF Collaborative Research Centres of the German Research Foundation z 3 GRF Clinical Research Units z 4 GRF Research Units z International Graduate School in Molecular Medicine Ulm and 5 Doctoral Research Training Groups z 6 GRF Emmy Noether Junior Research Groups z Research Core of the BMBF»SyStaR Molecular Systems Biology of Impaired Stem Cell Function and Regeneration during Aging«z Cooperative research with external partners: BIU Boehringer Ingelheim Ulm University Biocenter Innovation Centre driveu Daimler Research Institute for Vehicle Environment Perception at Ulm University (see page 9) SALVE Sub-Angström Low-Voltage Electron Microscopy (with Carl Zeiss) HIU Helmholtz Institute Ulm Electrochemical Energy Storage in cooperation with Karlsruhe Institute of Technology (KIT), Centre for Solar Energy and Hydrogen Research (ZSW) and German Aerospace Centre (DLR)

11 Wissenschaft und Forschung Science and Research 11 Sonderforschungsbereiche der DFG GRF Collaborative Research Centres Bezeichnung Denomination Thema Title Sprecher/Sprecherin Chairperson Beteiligte Fakultäten/Partner Participating Faculties/Partners Projektbereiche Project Areas Laufzeit Term SFB 1074 Experimentelle Modelle und Klinische Translation bei Leukämien Experimental Models and Clinical Translation in Leukemia Prof. Dr. Hartmut Döhner, Klinik für Innere Medizin III Medizin, Ingenieurwissenschaften und Informatik A. Untersuchung zellulärer und molekularer Mechanismen der Leukämieentstehung B. Genetische, epigenetische und funktionelle Charakterisierung primärer humaner Leukämien und patientennaher experimenteller Leukämie-Modelle Juli 2012 Juni 2016 SFB/TRR 62 Eine Companion-Technologie für kognitive technische Systeme A Companion Technology for Cognitive Technical Systems Prof. Dr. Susanne Biundo- Stephan, Institut für Künstliche Intelligenz Ingenieurwissenschaften und Informatik, Medizin/Otto-von- Guericke-Universität und Leibniz- Institut für Neurobiologie in Magdeburg A. Planung und Entscheidung B. Interaktion und Verfügbarkeit C. Situation und Emotion Januar 2009 Dezember 2016 SFB/TRR 21 CO.CO.MAT Quantenkontrolle in maßgeschneiderter Materie: Gemeinsame Perspektiven von mesoskopischen Systemen und Quantengasen CO.CO.MAT Control of Quantum Correlations in Tailored Matter: Common Perspectives of Mesoscopic Systems and Quantum Gases Prof. Dr. Fedor Jelezko, Institut für Quantenoptik (Ulmer Sprecher) Naturwissenschaften/Universitäten Stuttgart, Tübingen und Max- Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart A. Einstellbare Quantenkorrelationen in Spin Systemen B. Kontrolle von Quanten-Phasenübergängen C. Konstruktion hybrider Quantensysteme Juli 2005 Juni 2017

12 12 Wissenschaft und Forschung Science and Research Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Prof. Dr. Hartmut Döhner und Prof. Dr. Thomas Wirth (v.l.) Neuer Sonderforschungsbereich zur Leukämieforschung Mit rund 8,8 Millionen Euro fördert die DFG für zunächst vier Jahre einen Sonderforschungsbereich (SFB), dessen Ziel es ist, neue Erkenntnisse über Grundlagen, Entstehung und Behandlung von Leukämien zu gewinnen. Sprecher des SFB»Experimentelle Modelle und Klinische Translation bei Leukämien«ist Prof. Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III, als sein Stellvertreter fungiert Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Der SFB ist in zwei große Bereiche gegliedert: Acht Teilprojekte erforschen die biologischen Ursachen der Entstehung verschiedener Leukämieformen, wobei genetische Grund lagen sowie Prozesse, die bei der Krebsent stehung innerhalb von Zellen ablaufen, untersucht werden. Sieben weitere Teilprojekte befassen sich mit der Analyse von primären Leukämieproben von Patienten, v. a. mit Fragen zur Verhinderung bzw. Verlangsamung der Entstehung von Krebs in Zellen. Die Besonderheit des Forschungsverbundes liegt in der Translation, der Übertragung von Grundlagenforschung in klinische Forschung und damit in die Entwicklung von Beiträgen für neue Therapieansätze. New Collaborative Research Centre for Leukemia Research The German Research Foundation (GRF) will fund a new Collaborative Research Centre for Leukemia Research for four years, with the goal of achieving new insights into the basis, the development and the treatment of leukemia. The spokesperson for the Collaborative Research Centre»Experimental Models and Clinical Translation in Leukemia«is Prof. Dr. Hartmut Döhner, Medical Director of the Clinic of Internal Medicine III. Vice chairman is Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Medical Director of the Clinic of Pediatrics and Adolescent Medicine. The Collaborative Research Centre is divided into two major areas. Eight projects are researching the biological causes of the deve- lopment of various forms of leukemia, in particular the genetic basis and the processes that take place within the cells during the initial development of the cancer. Seven further projects are looking into the analysis of primary leukemia samples from patients, in particular questions about the prevention or retardation of the development of cancer in cells. The distinctive character of this collaborative project lies in the translation, the transfer of basic research to clinical research leading to contributions to the development of new therapy approaches. Sonderforschungsbereich/Transregio 62 wird weiter gefördert Die DFG hat im Herbst 2012 entschieden, den SFB/TRR 62»Eine Companion-Technologie für kognitive technische Systeme«für weitere vier Jahre mit 8,3 Millionen Euro zu fördern. Der Anteil der Universität Ulm an der Gesamtsumme beträgt etwa 4,6 Millionen Euro. Rund 80 Wissenschaftler der Universitäten Ulm und Magdeburg sowie des Leibniz-Instituts für Neurobiologie in Magdeburg arbeiten seit 2009 erfolgreich in diesem SFB zusammen. Ein wichtiges Merkmal ist die Interdisziplinarität des Konsortiums, dem Informatiker, Ingenieure, Psychologen, Neurobiologen und Mediziner angehören. So konnten über Fächergrenzen und räumliche Distanzen hinweg neuartige Technologien entwickelt werden. Übergeordnetes Ziel des SFB ist die individuelle Einstellung und Reaktion technischer Systeme auf den Nutzer, seine Kenntnisse, Vorlieben sowie seine aktuellen Bedürfnisse, wobei die Kommunikation mit der Maschine über Sprache, Gestik, Mimik oder auch herkömmlich, etwa über einen Touchscreen, ablaufen kann. Um Companion-Systeme mit den Eigenschaften persönlicher, kompetenter und vertrauenswürdiger Dienstleister ausstatten zu können, greifen die Forscherinnen und Forscher auch auf Erkenntnisse der Neurobiologie und auf psychologische Verhaltensmodelle zurück. Continued Funding for Collaborative Research Centre/Transregio 62 The GRF decided in autumn 2012 to continue funding the SFB/TRR 62»A Companion Technology for Cognitive Technical Systems«for a further four years. The University of Ulm's share of the total funding of 8.3 million euros amounts to 4.6 million euros. Approximately 80 researchers from the University of Ulm, the University of Magdeburg and the Leibniz Institute for Neurobiology in Magdeburg have worked successfully on the Collaborative Research Centre since An important characteristic of this project is the interdisciplinary nature of the consortium with members from the information technology, engineering, psychology, neurobiology and medical areas. This

13 Wissenschaft und Forschung Science and Research 13 enables the interdisciplinary development of innovative technology unhindered by geographical distance. Main goal of the Collaborative Research Centre is the individual adjustment to, and reaction of technical systems to the user, his/her knowledge, preferences and current needs. Communication with the technology can take place in the form of speech, gesticulation, facial expression or by using traditional methods e.g. touch screen application. In order to provide the companion system with the characteristics of a personal, competent and trustworthy service provider, the scientists and researchers also rely on the knowledge stemming from neurobiology and psychological behavioral models. PolarCoN PolarCoN Die DFG-Transregio Forschergruppe»Kontrolle der Polarisationsfelder in GaN-basierten Lichtemittern PolarCoN«(Sprecher: Prof. Dr. Ferdinand Scholz, Institut für Optoelektronik) wurde 2012 für weitere drei Jahre verlängert. The GRF-Transregio Research Unit»Polarization Field Control in Nitride Light Emitters PolarCoN«(spokesperson: Prof. Dr. Ferdinand Scholz, Institute of Optoelectronics) was extended for a further three years. Forschergruppen der DFG GRF Research Units Bezeichnung Denomination FOR 1680 FOR 1376 FOR 957 FOR 793 Thema Title Untersuchung des prokaryotischen Immunsystems Unravelling the Prokaryotic Immune System Elementare Reaktionsschritte in der Elektrokatalyse: Theorie trifft Experiment Elementary Reaction Steps in Electrocatalysis: Theory meets Experiment Kontrolle der Polarisationsfelder in GaN-basierten Lichtemittern (PolarCoN) Polarization Field Control in Nitride Light Emitters (PolarCoN) Mechanismen der Frakturheilung und Knochenregeneration bei Osteoporose Mechanisms of Fracture Healing and Bone Regeneration in Osteoporosis Sprecher/Sprecherin Chairperson Prof. Dr. Anita Marchfelder, Institut für Molekulare Botanik Prof. Dr. Axel Groß, Institut für Theoretische Chemie Prof. Dr. Ferdinand Scholz, Institut für Optoelektronik Prof. Dr. Anita Ignatius, Institut für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik (Ulmer Sprecherin) Inhaltliche Ziele Aims Definition der gemeinsamen Merkmale des CRISPR- Systems bei Verwendung von fünf verschiedenen Bakterien und Archaeen/Entschlüsselung der sequenzspezifischen, hoch variablen Untereinheiten des prokaryotischen Immunsystems CRISPR-Cas bei Verwendung eines vergleichenden Ansatzes. Erforschung der komplexen Strukturen und Prozesse an der Grenzfläche zwischen Elektrode und Elektrolytlösung/Übertragung fundamentaler Ergebnisse und Reaktivitätskonzepte elektrochemischer und elektrokatalytischer Reaktionen auf atomare Prozessabläufe/ Strukturelle Untersuchung der elektrochemischen Grenzfläche (Protonen- und Ladungsverteilung)/Elektronentransfer/Elektrooxidation/Elektrokatalytische Aktivität von nanostrukturierten Elektroden/Untersuchung bimetallischer Elektroden oberflächen. Untersuchung von Gruppe-III-Nitrid-Halbleiterstrukturen mit reduzierter Polarisation/Mögliche Anwendung in optoelektronischen Bauelementen/Verbesserung der Effizienz grün emittierender LEDs und Laserdioden/ Detailliertes Verständnis der zugrundeliegenden material-physikalischen Fragen. Knochenbrüche als Folgeproblem der Osteoporose: Untersuchung der biologischen Vorgänge in geschädigten Knochen/Anregung des Wachstums von Knochengewebe durch mechanische Reize. Laufzeit Term Januar 2012 Dezember 2014 Juli 2010 Juni 2013 Mai 2008 Januar 2015 Oktober 2007 Januar 2014

14 14 Wissenschaft und Forschung Science and Research Klinische Forschergruppen der DFG GRF Clinical Research Units Bezeichnung Denomination Thema Title Sprecher/Sprecherin Chairperson Inhaltliche Ziele Aims Laufzeit Term KFO 200 Die Entzündungsantwort nach Muskuloskelettalem Trauma Inflammation Response after Musculo - skeletal Trauma Prof. Dr. Florian Gebhard, Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie Untersuchung der frühen Entzündungsantwort und positive Beeinflussung des Immunsystems bei Verletzungen des Bewegungsapparats im Labor/Übertragung resultierender Diagnostikwege auf verschiedene Modellformen und schließlich auch auf den Patienten. April 2009 Dezember 2014 KFO 142 Molekulare und zelluläre Alterung von den Wirkmechanismen zur klinischen Perspektive Molecular and Cellular Aging from the Underlying Mechanisms to the Clinical Perspective Prof. Dr. Karin Scharffetter-Kochanek, Klinik für Dermatologie und Allergologie A. Mechanismen der Alterung von Zellen und Organen im lebenden Organismus B. Entwicklung neuer Ansätze zur Vorbeugung und Behandlung Januar 2007 Juli 2014 KFO 167 Apoptoseregulation und ihre Störungen Apoptosis and its Deregulation in Disease Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin A. Grundlagen der Apoptosemechanismen B. Umsetzung in klinisch relevanten pathophysiologischen Konzepten Januar 2007 August 2014 Neues Zentrum New Centre Kompetenzzentrum Ulm Peptide Pharmaceuticals (U-PEP) Ziel des 2012 gegründeten U-PEP ist die Entwicklung neuartiger Wirkstoffe mit Fokus auf Peptide und Proteine mit translationalem Potential für biomedizinische und klinische Anwendungen. Dazu wurde zunächst der Transfer einer Peptid-Biobank von der Medizinischen Hochschule Hannover in enger Kooperation mit Prof. em. Dr. h. c. Wolf-Georg Forssmann, der seit 2012 als Gastprofessor am Institut für Molekulare Virologie wirkt, vorgenommen. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen und der Industrie, u.a. mit Merz Pharmaceuticals und Pharis Biotec. Competence Centre Ulm Peptide Pharmaceuticals (U-PEP) The goal of U-PEP, which was founded in 2012, is the development of new active ingredients with a focus on peptides and proteins with translational potential for biomedical and clinical applications. To this end, as a first step the transfer of a peptide bio-bank from the Medical University of Hanover was carried out in close cooperation with Prof. em. Dr. h. c. Wolf-Georg Forssmann, who is guest professor at the Institute of Molecular Virology since Close cooperation with other research organizations and industry, including companies such as Merz Pharmaceuticals and Pharis Biotec is planned.

15 Wissenschaft und Forschung Science and Research 15 Neue Projekte New Projects Virtuelles Helmholtz-Institut Die Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) fördert bis 2017 ein neues»virtuelles«institut zur Erforschung von»rna Dysmetabolismus bei Amyotropher Lateralsklerose und Frontotemporaler Demenz«. Dabei wird die Vernetzung von drei Standorten des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) der HGF in Dresden, München und Tübingen mit der Universität Ulm und Partnern in Straßburg und Umea finanziell unterstützt. Ulmer Sprecher ist Prof. Dr. Albert C. Ludolph, Ärztlicher Direktor der Klinik für Neurologie. Die Frontotemporale Demenz ist nach der Alzheimer Erkrankung die zweithäufigste Demenzform, die Nervenlähmung Amyothrophe Lateralsklerose ist mit einer schnell voranschreitenden Muskelschwäche verbunden. Das»virtuelle«Institut verbindet Grundlagen- und klinische Forschung zur Entwicklung neuer Methoden der Diagnostik und Therapieansätze. Virtual Helmholtz Institute The Helmholtz Association will fund a new»virtual«institute for research into»rna Dysmetabolism in Amyotrophic Lateral Sclerosis and Frontotemporal Dementia«, until This funding involves financial support for the networking of three locations of the German Centre for Neurodegenerative Diseases within the Helmholtz Association in Dresden, Munich and Tübingen together with the University of Ulm and partners in Strasburg and Umea. The Ulm spokesperson is Prof. Dr. Albert C. Ludolph, Medical Director of the Neurological Clinic. Frontotemporal dementia is, after Alzheimer's disease, the second most common form of dementia. The nerve paralysis amyotrophic lateral sclerosis is connected to a rapid development in muscle weakness. The»virtual«institute connects basic and clinical research for the development of new methods in diagnostics and approaches to therapy. Förderung im Programm»Internationale Spitzenforschung«Prof. Dr. Hartmut Geiger, Klinik für Dermatologie und Allergologie, wurde gemeinsam mit Prof. Dr. Yi Zheng, Cincinnati Children s Hospital (USA), mit dem Projekt»Stammzellverjüngung und RhoGTPasen«in das Programm»Internationale Spitzenforschung«der Baden- Württemberg Stiftung aufgenommen. Die Stiftung ermöglicht die Zusammenarbeit exzellenter Forschergruppen mit international führenden Wissenschaftlern über drei Jahre. Das Vorhaben wird mit Euro gefördert. Das Projekt wird das Verständnis der Polarisierung von Stammzellen untersuchen. Fernziel ist die Umkehr der Stammzellalterung, indem die Zellpolarität und somit auch die Fähigkeit zur asymmetrischen Teilung und Erneuerung von Stammzellen wieder hergestellt werden. Prof. Dr. Pierluigi Nicotera, Prof. Dr. Wim Robberecht, Prof. Dr. Albert C. Ludolph, Prof. Dr. Annette Schavan, Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Prof. Dr. Gerd Kempermann und Präsident Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling bei der Eröffnung des Helmholtz-Instituts Funding through the Program»Internationale Spitzenforschung«Prof. Dr. Hartmut Geiger from the Clinic of Dermatology and Allergology, together with Prof. Dr. Yi Zheng from the Cincinnati Children's Hospital (USA), was accepted into the programme»internationale Spitzenforschung«from the Baden-Württemberg Foundation, with the project»stem Cell Regeneration and RhoGTPases«. The foundation's funding enables the cooperation of excellent research groups with leading international scientists over a time period of three years. Funding for the project amounts to 500,000 euros. The project will investigate understandings about the polarization of stem cells. The long-term goal is the reversal of the aging of stem cells by re-establishing the cell polarity and thereby also the ability to divide asymmetrically and to regenerate stem cells.

16 16 Wissenschaft und Forschung Science and Research PD Dr. Daniel Mertens Forschungsnetzwerk CancerEpiSys Das BMBF fördert das Forschungsnetzwerk CancerEpiSys dreier Wissen schaftlerteams um PD Dr. Daniel Mertens, Klinik für Innere Medizin III, für drei Jahre mit ca. 3 Millionen Euro. Partner sind das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg sowie das Berliner Max-Planck- Institut für Molekulare Genetik. Untersucht werden epigenetische Zusammenhänge, die für die Entstehung und Bekämpfung der Chronischen Lymphatischen Leukämie entscheidend sind. Ziel ist es, herauszufinden, wie eine neue Generation von epigenetisch wirksamen Krebsmedikamenten diese Faktoren beeinflusst. Eine Besonderheit des Projekts besteht darin, dass die Arbeitsgruppen zu gleichen Teilen experimentell im Labor und mittels Modellierungen und Simulationen am Computer arbeiten. Auf diese Weise wird ein Analyseschema entwickelt, mit dem für den einzelnen Patienten besser vorhergesagt werden kann, welches Medikament bei seinen epigenetischen Voraussetzungen den größten Therapieerfolg verspricht. Research Network CancerEpiSys The BMBF has funded the shared research network CancerEpiSys of three scientific teams around PD Dr. Daniel Mertens, Clinic of Internal Medicine III. Funding amounts to 3 million euros over 3 years. The participating partners are made up of the German Cancer Research Centre Heidelberg and the Max Planck Institute for Molecular Genetics in Berlin. Research is being carried out into the epigenetic relationships that are decisive for the development and combating of chronic lymphatic leukemia. The goal is to find out how a new generation of epigenetic efficacious cancer medication influences these factors. A feature of this project is the equal division of the research work. Here it is divided between experimental work in the laboratory and modulation and simulation work at the computer. In this way a framework for analysis is developed, for which predictions can be made about the correct medication for the greatest success, based on the epigenetic requirements of the individual patient. Adipositas bei Jugendlichen Im Forschungsprojekt»Jugendliche mit extremer Adipositas«, welches seit 1. Juli 2012 als Verbundprojekt vom BMBF mit zwei Millionen Euro gefördert wird, wird unter der Leitung von apl. Prof. Dr. Martin Wabitsch, Klinik für Kinderund Jugendmedizin, ein wissenschaftlich basiertes Behandlungs- und Betreuungskonzept entwickelt. Mittelfristiges Ziel des gemeinsam mit den Universitäten Berlin, Leipzig, Witten- Herdecke und Duisburg-Essen durchgeführten Vorhabens ist die Verbesserung der medizinischen und psychosozialen Betreuung von Jugendlichen mit extremer Adipositas, da ohne einen ganzheitlichen Behandlungsansatz die Folgen gravierend sind: somatische Folgeerkrankungen wie Typ 2 Diabetes mellitus, das Schlafapnoe-Syndrom und orthopädische Störungen, häufig auch psychische Störungen wie Depression, selbstverletzendes Verhalten und soziale Isolation. Ein 3-Phasen-Programm soll die Steigerung des Selbstwertgefühls der Jugendlichen, die frühzeitige Diagnose und die individuelle Therapie bei Folgeerkrankungen sicherstellen und die Integration Betroffener in den Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt verbessern. Obesity in Adolescents The research project»adolescents with Extreme Obesity«, under the direction of apl. Prof. Dr. Martin Wabitsch from the Clinic of Pediatrics and Adolescent Medicine has been funded since 1 July 2012 as part of a joint project for the development of a scientific treatment and care concept, with two million euros from the Federal Ministry of Education and Research. The intermediate goal of the project, which is being carried out in collaboration with the Universities of Berlin, Leipzig, Witten-Herdecke and Duisburg-Essen, is the improvement of medical and psychosocial care in adolescents with extreme obesity. This integral approach to treatment is essential in dealing with the grave consequences of obesity, e.g. somatic complications like type 2 diabetes mellitus, the sleep apnoea syndrome and orthopedic problems, as well as the frequent occurrence of psychological dysfunction like depression, self-harming behavior and social isolation. The 3 phase programme is designed to increase the self esteem of the adolescents, to enable early diagnosis of, and individual treatment for secondary diseases, and to improve integration into job training and the work place.

17 Wissenschaft und Forschung Science and Research 17 Interdisziplinäre Forschung zu ernsthaften Spielen Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert eine Arbeitsgruppe und eine Juniorprofessur für vier Jahre mit 1 Million Euro zur Erforschung des Einsatzes von»serious Games«, also ernsthafter Spiele, auf verschiedenen 5 MB mobilen Endgeräten zu Lernzwecken zum Beispiel im Bildungsbereich und in der Gesundheitsförderung. Dabei werden Prozesse des Spielens, des Wissenserwerbs und des emotionalen Erlebens ins Blickfeld gerückt, wobei der Schwerpunkt auf der Grundlagenforschung liegt. Die interdisziplinäre Ausrichtung von»serious Games Kompetenzförderung durch adaptive Systeme«ist deutschlandweit einmalig. Bisher sind vor allem technische Aspekte der ernsthaften Spiele erforscht worden. Der neue Forschungsbereich schlägt dagegen eine Brücke zwischen der Informatik, den Ingenieurwissenschaften und der Psychologie und stärkt den SFB/TRR 62»Eine Companion-Technologie für kognitive technische Systeme«. Sprecher ist Prof. Dr-Ing. Michael Weber, Direktor des Instituts für Medieninformatik. Prof. Dr.-Ing. Michael Weber Interdisciplinary Research for Serious Games The Carl Zeiss Foundation is funding a working group and a junior professorship for four years with 1 million euros for research into the use of»serious Games«. The focus is on gaming with a didactic intention in specific areas of learning, e.g. for use in the areas of education or health training, using a variety of end devices. Here the playing process, the acquisition of knowledge and emotional experience are central aspects. The key priority in this project is to carry out basic research. The interdiscipli nary nature of»serious Games Promoting Competence Through Adaptive Systems«is unique within Germany. Up to this point in time, the research focus has primarily been on the technical aspects of serious games. The new research project, in contrast, creates a bridge between information technology, engineering sciences and psychology. Along with this, it strengthens the SFB/TRR 62»A Companion Technology for Cognitive Technical Systems«. The spokesperson for this project is Prof. Dr.-Ing. Michael Weber, Director of the Institute of Media Informatics. Modellprojekt»Bildungshaus 3 10«Für die wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts»Bildungshaus 3 10«erhielt das TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen, geleitet von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III, für drei Jahre eine Förderung in Höhe von 3,35 Millionen Euro vom BMBF. In diesem Projekt entwickeln Kindergärten und Grundschulen neue Wege der Zusammenarbeit, um ihre pädagogische Arbeit so zu verzahnen, dass nicht nur der fachliche Austausch zwischen Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrerinnen und Lehrern intensiviert wird, sondern in denen auch die Kinder aus Schule und Kindergarten zusammenkommen und im Miteinander lernen. Das Projekt soll helfen, Kindern den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule zu erleichtern. Model Project»Education Centre 3 10«The Transfer Centre for Neuroscience and Learning, headed by Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Medical Director of the Clinic of Psychiatry and Psychotherapy III, has received funding of 3.35 million euros over three years from the BMBF for the scientific supervision of the model project»education Centre 3 10«. In this project, kindergartens and primary schools are developing new methods of cooperation to enable the communication and exchange of their pedagogical work. This means more than intensification in the exchange of subject specific information between kindergarten teachers and primary school teachers. Here the school children and the kindergarten children interact and learn together. The goal of this project is to support children in the transition from kindergarten to primary school.

18 18 Wissenschaft und Forschung Science and Research Forschungsergebnisse Research Results Prof. Dr. Martin Plenio Weltrekord um einen Quantendetektor Wissenschaftler um Prof. Dr. Martin Plenio charakterisierten erstmals einen durchstimmbaren phasensensitiven Photonenzähler (Quantendetektor) mit 1,8 Millionen Parametern. Dies ist gleichbedeutend mit einer Steigerung um den Faktor 20 im Vergleich zu den kompliziertesten, bisher charakterisierten Quantensystemen. Der neue Detektor könnte in Zukunft in photonenbasierten Systemen der Quanteninforma tionswissenschaft, z. B. bei Quantencomputern oder in der optischen Telekommunikation Anwendung finden. Der Fachbeitrag der Forschergruppe mit dem Titel»Mapping coherence in measurement via full quantum tomography of a hybrid optical detector«erschien 2012 auf der Website des Journals»Nature Photonics«. Neben Prof. Dr. Plenio sind Wissenschaftler der Universität Oxford und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) unter den Autoren. World Record for a Quantum Detector Scientists led by Prof. Dr. Martin Plenio have characterized for the first time a tunable photon counter (quantum detector) with 1.8 million parameters. This is equivalent to an increase of a factor of 20, over the most complicated quantum system to be characterized as yet. The new detector could, in the future, find an application in the photon based systems of quantum information science, e.g. in quantum computing or optical telecommunications. The specialist article by the research group entitled»mapping coherence in measurement via full quantum tomography of a hybrid optical detector«was published in 2012 on the website of the journal»nature Photonics«. Along with Prof. Dr. Plenio, scientists from Oxford University and the Massachusetts Institute of Technology (MIT) contributed to the article. Forscher identifizieren neuen molekularen Schalter Eine Forschergruppe um Prof. Dr. Stefan Britsch, Direktor des Instituts für Molekulare und Zelluläre Anatomie, hat einen neuartigen molekularen»schalter«im Gehirn identifiziert, der eine wichtige Rolle bei der Steuerung der postnatalen Neurogenese im Gyrus dentatus spielt, der Unterregion im Hippocampus, in der lebenslang Nervenzellen aus neuralen Stammzellen gebildet werden. Bei dem neu identifizierten»schalter«handelt es sich um das von Wissenschaftlern als Zinkfinger-Transkriptionsfaktor bezeichnete Gen Bcl11b/Ctip2. Die Untersuchungen beschrieben erstmals einen neuen und letztlich unerwarteten Signalweg bei der Regulation der Neurogenese im Hippocampus. Gezeigt werden konnte, dass dieses Gen spezifisch in Nervenzellen des Gyrus dentatus exprimiert wird, was darauf hindeutet, dass es eine Steuerungsfunktion bei der Entwicklung hippocampaler Nervenzellen besitzen könnte. Mittels genetischer Verfahren entwickelten die Forscherinnen und Forscher daraufhin ein Mausmodell, in dem das Gen gezielt in Nervenzellen des Hippocampus ausgeschaltet werden kann. Die Arbeit wurde im Mai 2012 im EMBO Journal veröffentlicht. Prof. Dr. Stefan Britsch (ganz links) mit seinem Team Researchers Identify a New Molecular Switch A research group led by Prof. Dr. Stefan Britsch, Director of the Institute of Molecular and Cellular Anatomy, has identified a new molecular»switch«in the brain that plays an important role in the regulation of postnatal neurogenesis in dentate gyrus. This is the lower region of the hippocampal formation within which nerve cells are created from neural stem cells over the course of a lifetime. The newly identified»switch«is what is described by scientists as a zinc finger transcription factor denoted gene Bcl11b/Ctip2. Investigations describe for the first time a new and ultimately unexpected signaling pathway in the regulation of the neurogenesis in the hippocampal formation. It has been shown that this gene is expressed specifically in the nerve cells of the dentate gyrus and that this could indicate that

19 Wissenschaft und Forschung Science and Research 19 it plays a regulatory role in the development of hippocampal nerve cells. By means of genetic procedures, the researchers developed a mouse model in which this specific gene in the nerve cell can be switched off. Their work was published in May 2012 in the EMBO Journal. Autonomes Langzeitsegeln Vollautomatisch und ohne menschliche Besatzung navigierte das Segelboot ASV Roboat (Autonomous Sailing Vessel Roboterboot) 27 Stunden bzw. 71 Seemeilen auf der Ostsee. Die optimale Route für das ASV Roboat berechnete eine spezielle Software der Forschungsgruppe um Prof. Dr. Thom Frühwirth, Institut für Programmiermethodik und Compilerbau. Dabei war vor dem Start nur die Eingabe der Zielkoordinaten nötig, die gesamte Segeltechnik wurde am Computer abgebildet. Die Software, basierend auf der von Prof. Frühwirth entwickelten Programmiersprache Constraint Handling Rules (CHR), sammelt laufend von Satelliten gelieferte aktuelle Wetter- und Strömungsdaten und ermittelt in Verbindung mit den per Satelliten-Navigation einfließenden Standortangaben die jeweils optimale Route. Gefertigt wurde das Roboter-Segelboot von einem Forscherteam der österreichischen Gesellschaft für innovative Computerwissenschaft. Autonomous Long-Term Sailing The sailing boat ASV Roboat (Autonomous Sailing Vessel Robot Boat) has navigated the Baltic Sea fully automatically and without a crew for a total of 27 hours and 71 nautical miles. The optimal route for the ASV Roboat was calculated by specialist software from the research group led by Prof. Dr. Thom Frühwirth from the Institute of Software Engineering and Compiler Construction. Before the start, it was necessary to enter only the destination coordinates into the system as the entire sailing process itself had already been simulated on computer. The software, based on the programme language Constraint Handling Rules (CHR) developed by Prof. Frühwirth, continuously collects the latest weather and current information and determines the optimal route, taking into account the incoming positioning data from the satellite navigation system. The robot sailing boat was manufactured by a research group from the Austrian Society for Innovative Computer Science. Autonomes Segeln über die Meere: Das ASV Roboat

20 20 Wissenschaft und Forschung Science and Research Die beteiligten Forscher vom Institut für Anatomie und Zellbiologie: Prof. Dr. Tobias Böckers, Jun. Prof. Dr. Andreas Grabrucker, Patrick Udvardi, Jürgen Bockmann, Dr. Michael Schmeißer (obere Reihe v.l.n.r.) sowie Elody Ey (Paris) und Anna Lena Jansen (untere Reihe v.l.n.r.) Neues Autismus-Gen charakterisiert Störungen an synaptischen Kontaktstellen im zentralen Nervensystem werden vermehrt für die Entwicklung von Erkrankungen aus dem autistischen Formenkreis verantwortlich gemacht. Darauf deuten nun auch Versuche an genetisch veränderten Mäusen hin, denen das synaptische Protein ProSAP1/Shank2 fehlt. Unregelmäßigkeiten an der so genannten glutamatergen Synapse spielen dabei offenbar eine Schlüsselrolle. Diese Erkenntnis könnte ein wichtiger Baustein für eine künftige Autismus- Therapie sein. Eine internationale Gruppe um die Ulmer Forscher Prof. Dr. Tobias Böckers und Dr. Michael Schmeißer vom Institut für Anatomie und Zellbiologie hat dazu eine Studie auf der Webseite des Journals»Nature«veröffentlicht. An dem Fachbeitrag»Autistic-like behaviours and hyperactivity in mice lacking ProSAP1/Shank2«sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener bedeutender Einrichtungen wie des Pariser Instituts Pasteur und der Berliner Charité-Universitätsmedizin beteiligt. New Autism Gene Characterised Increasingly, malfunctions in the synaptic interconnections in the central nervous system are being held responsible for the development of autistic related diseases. Experiments on genetically modified mice suggest that they are missing the synaptic protein ProSAP1/ Shank2. Irregularities in the so-called glutamatergic synapses apparently play a key role. This knowledge could form the important part for a future therapy for autism. An international group led by Ulm researchers Prof. Dr. Tobias Böckers and Dr. Michael Schmeißer of the Institute of Anatomy and Cell Biology have published a study on this topic on the website of the journal»nature«. Scientists from various renowned organizations, including the Pasteur Institute in Paris and the Charité- Universitätsmedizin Berlin, are participating in this specialized project entitled»autistic-like behaviours and hyperactivity in mice lacking ProSAP1/Shank2«. Europäisches Huntington s Disease Netzwerk Die Huntington Krankheit ist eine seltene, vererbbare Erkrankung des Gehirns, bei der viele Patienten unter neurologischen Störungen, bspw. Bewegungsstörungen oder psychischen Veränderungen wie Verhaltensstörungen, leiden. Das Europäische Huntington s Disease (HD) Netzwerk, das von Prof. Dr. G. Bernhard Landwehrmeyer, Klinik für Neurologie, koordiniert wird, ist eine multinationale Plattform, die die Zusammenarbeit zwischen Forschern und von der Huntington Krankheit Betroffenen sowie deren Angehörigen in Europa vereinfacht. Das Europäische HD Netzwerk soll invasive Studien und solche, die den natürlichen Krankheitsverlauf betreffen, ermöglichen und dazu beitragen, einen Weg zur Heilung der Huntington Krankheit zu finden. Die Basisstudie»REGISTRY«hat als multinationale Beobachtungsstudie das Ziel, Biomarker und genetische Faktoren mit klinischen Charakteristiken zu korrelieren. In einem weiteren Projekt mit dem Titel»PREDICT«wird eine klinische Untersuchung durchgeführt, um Informationen für zukünftige klinische Medikamentenprüfungen zu erhalten und zu untersuchen, mit welchen Messwerkzeugen die frühesten Stadien der HD am besten festgestellt werden. Auf dieser Basis sollen Medikamente, die geeignet sind, den Ausbruch der HD zu verzögern, erprobt und auf ihre Wirksamkeit hin untersucht werden. Das Europäische HD Netzwerk wird von der High Q Foundation finanziert.

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