AGILE SOFTWAREPROJEKTE IN REINFORM WAS BEDEUTET DAS RECHTLICH? RA Daniel Schätzle Berlin, 22. April 2015

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1 AGILE SOFTWAREPROJEKTE IN REINFORM WAS BEDEUTET DAS RECHTLICH? RA Daniel Schätzle Berlin, 22. April 2015

2 Agiles Vorgehen 2

3 Agiles Vorgehen 3 WAS BEDEUTET AGIL Abstimmung über Ziel (nicht konkretes Entwicklungsergebnis) und wesentlichen Inhalt Grobe Zeitplanung (Vorläufiges) Gesamtbudget Einzelheiten der technischen und inhaltlichen Ausgestaltung sind flexibel Dauerhafte Abstimmung und Anpassung während des gesamten Projektablaufs ist zwingend erforderlich Zyklische Arbeitsweise bzw. ein abschnittsweises Vorgehen im Rahmen von einvernehmlich definierten Leistungsabschnitten Inkrementell = schrittweiser Zuwachs Iterativ = wiederholte Anwendung zur Zielerreichung Prinzip Sandhaufen

4 Agiles Vorgehen 4 CHARAKTERISTIKA Ständige Änderungen und Anpassungen sind garantiert Dies machen gerade das agile Vorgehen aus Arbeiten im (feststehenden) Team mit allen Beteiligten Hoher Beteiligungsgrad des Auftraggebers Nicht ein IT-Spezialist ist allein für die Umsetzung eines festen Bausteins verantwortlich IT ler und Nicht-IT ler arbeiten zusammen Laufender Erkenntniszuwachs im Team Lernen am Projekt Kommunikation Tägliches Feedback ermöglicht schnelle Reaktion auf Fehlentwicklungen Entwicklungsergebnisse während des Projektes, nicht erst am Ende, die für sich bereits laufen Am Ende steht eine funktionierende Software, wie gewünscht

5 Projektablauf 5

6 Projektablauf 6 ZYKLISCHE ARBEITSWEISE IN SPRINTS Quelle: computerwoche.de

7 Projektablauf 7 ZYKLISCHE ARBEITSWEISE IN SPRINTS Product-Backlog Anforderungen (User-Stories) mit Priorisierung Sprint-Backlog Geplante Realisierungen für den nächsten Sprint Sprint-Planning-Meeting Am Anfang eines jeden Sprints Festlegung des Sprint-Backlog Daily-Scrum-Meeting Kurzes tägliches Zusammentreffen Teammitglieder informieren über Was habe ich gestern getan? Was tue ich heute? Probleme?

8 Projektablauf 8 ZYKLISCHE ARBEITSWEISE IN SPRINTS Wiederholung der Sprints bis Product-Backlog abgearbeitet ist Product-Backlog unterliegt ständiger Erweiterung/Anpassung/Änderung Sprint Review Meeting Am Ende eines jeden Sprints Vorstellung der erreichten Ziele Ergebnis muss ein lauffähiges Produkt-Inkrement sein Sofern Anforderungen nicht erfüllt wurden, gehen diese zurück in den Product-Backlog Retrospective Am Ende eines jeden Sprints oder in größeren Abständen Rückbetrachtung mit dem Ziel Verbesserungen für die Zukunft zu ermitteln

9 Rechtlich 9

10 Rechtlich 10 AGILES VORGEHEN ALS VEREINBARTE METHODE Agiles Vorgehen und Festlegung der agilen Methode (z.b. Scrum) Product-Backlog, als dynamischer Planungsstand, der fortlaufend angepasst wird Allein Maßgebliches Dokument Requirementkatalog lediglich hilfsweise zur Konkretisierung von User Stories Nur was im Product-Backlog eingetragen ist, kann auch in den Sprint-Backlog Sprint-Backlog Allein maßgebliches Dokument für die Arbeiten im Sprint

11 Rechtlich 11 WAS IST ALS HAUPTLEISTUNG GESCHULDET? Kein Pflichtenheft aus dem sich ein konkretes Produkt ergibt, welches am Ende stehen muss Kein Werkvertrag, bei dem ein bestimmter Erfolg geschuldet ist Keine Abnahmen Keine Mängelgewährleistung Umsetzung des Product-Backlog im Rahmen der vereinbarten Methode Dienstvertrag, bei dem eine Tätigkeit geschuldet ist Auch Dienstvertrag ist final Bemühen, Ziel gemeinsam zu erreichen Haftung für Pflichtverletzungen z.b. Team arbeitet an einem anderen Projekt

12 Rechtlich 12 FERTIGSTELLUNGSTERMIN Es wird immer einen anvisierten Fertigstellungstermin geben, zudem das Product-Backlog zum Zeitpunkt des Projektbeginns abgearbeitet sein soll Dieser ergibt sich aus Umfang Requirementkatalog Umfang Product-Backlog und Zahl der User Stories Zahl der Sprints Größe des Teams Am Fertigstellungstermin muss eine Software laufen Es muss aber keine bestimmte Software laufen Ggf. wird anschließend in Folgesprints weiter an der Software gearbeitet Änderungen am Product-Backlog und den User Stories führen zu einer Verschiebung des Zeitpunktes

13 Rechtlich 13 KOSTEN Wer eine Softwareentwicklung beauftragt, will wissen, was das kostet Lediglich Schätzung der Gesamtkosten basieren auf Requirementkatalog bzw. Product-Backlog Festlegung von Tagessätzen Rechnungstellung nach jedem Sprint für den tatsächlichen Aufwand für die Umsetzung der User Stories aus dem Sprint- Backlog Kosten erhöhen sich, wenn Product-Backlog und die User-Stories erweitert werden User-Stories aus dem Sprint-Backlog in den nächsten Sprint verschoben werden Auftraggeber trägt dies Kosten grundsätzlich

14 Rechtlich 14 ZYKLISCHE ARBEITSWEISE Regelung der Übertragung einzelner User Stories in den Sprint-Backlog Wie soll entschieden werden? Festlegung des Sprintablaufs Sprint-Ziel Feinspezifikation der Inkremente Auslieferung der Inkrement Festlegungen zum Inhalt des Planning-Meeting Dauer? Ort? Festlegungen zum Inhalt des Review-Meeting Dauer und Ort? Was soll bei Uneinigkeit geschehen? Wann soll die Retrospective stattfinden? Wer darf beim Daily Scrum Meeting dabei sein?

15 Rechtlich 15 ABNAHME UND QUALITÄTSKONTROLLE Abnahme Eine Abnahme isd. Werkvertragsrechtes ist dem agilen Vorgehen fremd Problem: Was soll bei Mängeln geschehen? Aufnahme in das Product-Backlog Behebung in einem Folgesprint Kosten trägt Auftraggeber Qualitätskontrolle Definition of Done Was muss getan werden, damit ein Feature als fertig anzusehen ist Qualitätssicherung und Testing als Teil der zu erbringenden Leistung

16 Rechtlich 16 TEAM UND PROJEKTMANAGEMENT Team Festlegung eines Team, welches grundsätzlich für die Projektlaufzeit bestehen bleiben soll Unter welchen Voraussetzung ist ein Austausch zulässig oder erforderlich Zum Team gehören auch Mitarbeiter des Auftraggebers um Mitwirkungspflichten zu erfüllen Mitwirkungspflichten regeln Projektmanagement Klare Festlegung in welchem Umfang Produkt- und Projektmanagement durch Agentur erfolgen soll Teil des agilen Vorgehens

17 Rechtlich 17 RECHTEEINRÄUMUNG UND AUSSTIEGSMÖGLICHKEIT Rechteeinräumung Keine Rechteeinräumung erst am Projektende Ergebnis eines jeden Sprint ist ein Increment of Potentially Shippable Functionality Mit Fertigstellung müssen Rechte automatisch eingeräumt werden Ausstiegsmöglichkeit Möglichkeit im Falle der Erkenntnis, dass ein Erfolg nicht gelingen wird, auszusteigen Jederzeit, zumindest nach einem Sprint Dokumentation Gewünschte Dokumentationen vereinbaren Grundsätzlich nicht vorgesehen

18 Fragen? 18

19 Daniel Schätzle Rechtsanwalt HÄRTING Rechtsanwälte Chausseestraße 13, Berlin Tel Fax

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