Teamdynamik unter Change Gruppen führen und beraten Certificate of Advanced Studies CAS (Kurs 1 & 2 parallel)

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1 Teamdynamik unter Change Gruppen führen und beraten Certificate of Advanced Studies CAS (Kurs 1 & 2 parallel) S23 «Freiheit heisst nicht alles tun zu können, was man will. Freiheit heisst, nicht alles tun zu müssen, was man soll.» Jean-Jaques Rousseau In Zeiten von hoher Komplexität stellen Teams sowie Arbeits- und Projektgruppen die tragenden Säulen erfolgreicher Organisationen dar. Der entscheidende Ansatzpunkt dabei ist die Kultivierung von Selbstorganisation arbeitsfähiger Gruppen. Wer in Teamleitung, Führung oder Beratung die Fähigkeit besitzt, Gruppenprozesse zu analysieren und ihre Kraft produktiv zu nutzen, hat die besten Voraussetzungen zum Gestalten und Verändern. Der Certificate of Advanced Studies CAS-Kurs «Teamdynamik unter Change Gruppen führen und beraten» gehört seit seiner ersten Durchführung 2009 mit seiner konsequent gruppendynamischen Ausrichtung zu den herausforderndsten und wirkungsvollsten Qualifizierungsformaten. Insbesondere stellt die Teilnahme an gruppendynamischen Trainingsgruppen einen kaum verzichtbaren Qualifizierungsschritt in der Prozess- und Organisationsberatung sowie in der Ausbildung von Führungskräften dar. Das Besondere an diesem Lernkonzept ist die Aufhebung der sonst üblichen Trennung von Erleben (emotionale Intelligenz) und Erkennen (kognitive Fähigkeiten). Über den ganzen CAS-Kurs hinweg können die Beteiligten kontinuierlich diese zwei unterschiedlichen Erfahrungsbereiche beobachten: das eigene Wahrnehmen, Denken, Fühlen sowie die reflexive Auseinandersetzung und Interaktion mit anderen Personen in den unterschiedlichsten Organisationsformen. Ablauf 1. Training: Person und Gruppe CAS 1 (ausgebucht!) alternativ: CAS Workshop: Teamdiagnosen Training: Teamdynamik in Organisationen Workshop: Kontrakte & Rahmenbedingungen Training: Teamcoaching & Gruppeninterventionen Workshop: Abschluss und Übergang Hochschule für Soziale Arbeit, Neues Reglement 2017

2 Ziele Zielpublikum Struktur Weitere Informationen Leitung Durchführung Dieser CAS-Kurs eröffnet Ihnen folgende Lern- und Entwicklungschancen: 1. Sie bleiben handlungsfähig, auch wenn scheinbar nichts mehr geht; 2. Sie gelangen über Selbstbeobachtung und Feedback zu Authentizität; 3. Sie erkennen das Handlungsmuster und seine Dynamik; 4. Sie ermöglichen Entwicklung durch Zulassen von Ambivalenz. Ihre Bereitschaft zur Eigenverantwortung und zur Mitgestaltung sowie der Mut, sich auf Gruppenprozesse einzulassen, sind erforderlich und werden zugleich unterstützt. Führungspersonen aus dem mittleren und oberen Kader von öffentlichen und privaten Organisationen des Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereichs sowie der Wirtschaft. Sie sollten Verantwortung für Gruppen sowie Führungsentscheide tragen und/oder sich auf eine Kaderposition vorbereiten. Der CAS-Kurs ist geeignet, wenn Sie professionell mit Gruppen arbeiten und neugierig auf Zugänge sind, die die Dynamik von Gruppen erfassen und den komplexen Wandel der Arbeitswelt beschreiben. Der Kursumfang beinhaltet 35 Ausbildungstage/18 ECTS-Punkte: - 24 begleitete Ausbildungstage, jeweils von zwei Personen geleitet - 80 Lektionen Gruppen-Lehr-Supervision - in Gruppen zu 6-8 Personen - 30 Lektionen Intervision - 35 Lektionen selbst zu leistende Prozessberatungen Dieser CAS-Kurs kann separat belegt werden, oder als Modul des MAS-Programms Change und Organisationsdynamik. Trainings können auch separat gebucht werden. Die Teilnehmenden können zusätzliche Anerkennungen erwerben: - «Gruppendynamische/r Leiter/in» eine durch die Deutsche Gesellschaft für Gruppen- und Organisationsdynamik (DGGO) zertifizierte Weiterbildung. - BSO-Anerkennung im MAS-Programm Change und Organisationsdynamik Prof. Dr., (Basel) Dipl. Päd. (univ.), Dozent, Coach, Supervisor und Organisationsberater (BSO), Trainer für Gruppendynamik (DGGO), sowie -, (Rupperswil) Organisationsberaterin, Trainerin für Gruppendynamik (DGGO), Coach und Supervisorin (BSO), - Dr. rer. pol. Katrin Glatzel, (Berlin) Systemische Organisations- und Managementtrainerin, Partnerin der osb international, - Dr., Organisationsberater und Trainer für Gruppendynamik (ÖGGO) - Trainerin für Gruppendynamik DGGO, Master of Arts Supervision & Coaching (efh Freiburg), Syst. Therapie (IGST Heidelberg) - Für Supervision: Heinz Holenstein,, Lucia Zimmermann Kurskosten Orte Kontakt und Anmeldung Zulassungsbedingungen CHF 8'600. für 24 Ausbildungstage, zzgl.: - Pensionskosten für externe Trainings liegen jeweils bei ca. CHF Für die obligatorische Supervision (acht Tage Gruppensupervision zu ges. 80 Lektionen/Gruppengrössen von 6-8 Personen) fallen Zusatzkosten von CHF 1'700. an. Diese Kosten werden mit der externen Supervision beglichen. Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Hochschule für Soziale Arbeit, Olten sowie externe Tagungshäuser Kursverantwortung: Prof. Dr., Kurskoordination: Rahel Lohner Eiche, T , Zum CAS-Kurs «Teamdynamik unter Change» wird zugelassen, wer über einen Abschluss einer höheren Fachschule oder Hochschule verfügt und den Nachweis über mindestens fünf Jahre Berufspraxis erbringt. 2/5

3 Personen, die über keinen genannten Abschluss verfügen, können unter gegebenen Umständen «sur dossier» zugelassen werden. Zusätzlich bitten wir, zu folgenden Punkten schriftlich Stellung zu nehmen: - bisherige Berufspraxis und gegenwärtige berufliche Tätigkeit, - berufliche Ziele und Zielvorstellungen, - persönliche Motive für die Fortbildung Detailübersicht: CAS-Kurs Teamdynamik unter Change Gruppen führen und beraten 1. Gruppendynamisches Training: Sensitivity-Training Person und Gruppe Das wichtigste «Instrument» in der Leitung und Beratung von Teams und zur Gestaltung von Gruppenprozessen ist die eigene Person! Die Art und Weise, wie Sie persönlich einem Team gegenübertreten und die Beziehungen zu den Mitgliedern aufnehmen, prägt Ihre Möglichkeiten zu Diagnose und Einflussnahme. Deshalb stehen SIE im Mittelpunkt dieses Anfangstrainings als eigenständige Person mit all Ihren Erfahrungen in Leitung und Beratung. Damit Sie Ihre Möglichkeiten der Einflussnahme in Gruppen nutzen und erweitern können, ist es notwendig, Antworten auf folgende Fragen zu finden: - Wie wirke ich, wie nehme ich Einfluss und auf welche Art gestalte ich die Beziehung zu den Mitgliedern? - Wie wirkt die Gruppe auf mich? Wodurch werde ich beeinflusst und was lasse ich davon bewusst zu? - Welche Erfahrungen prägen meine Sicht auf Gruppen und inwieweit wirkt sich die Geschlechterdifferenz aus? CAS 1: CAS 2: CAS 1: CAS 2: 2. Workshop: Teamdiagnosen Je schneller sich alles verändert, desto häufiger sind Teams mit Anfängen konfrontiert. Ganz gleich, ob ein Team neu zusammengestellt wird oder neue Mitglieder ins Team kommen; auch wenn die Führungskraft oder Leitung neu sind oder ein Berater, eine Beraterin hinzukommt es ist ein Anfang. Dieser häufige Wandel der Zusammensetzung aber auch der Rahmenbedingungen macht es notwendig, Gruppensituationen schnell analysieren zu können. Mithilfe einer klaren Diagnose kann ein Weg mit dem Team gefunden und ein solides Fundament für die weitere Arbeit gelegt werden. Der Workshop dient dazu, sowohl den Anfang der Kursgruppe zu reflektieren als auch die eigenen Möglichkeiten der Analyse und Diagnose zu entwickeln und auf die eigene Praxis zu übertragen. - Welche Dynamiken herrschen zu Beginn einer Gruppe? - Mit welchen Modellen lassen sich Prozesse diagnostizieren? - Wie entsteht in einer Gruppe «Arbeitsfähigkeit» und wie lässt sich dieser Prozess fördern? /5

4 3. Organisationstraining: Teamdynamik in Organisationen Organisationslabor Was in einem Team geschieht, hängt nicht nur von der inneren Beschaffenheit, sondern ebenfalls davon ab, was in der Organisation vor sich geht. Team- und Organisationsdynamik bedingen sich gegenseitig. In diesem Training soll das Sensorium für diese Wechselwirkung geschärft werden. Sie erleben die Dynamik von Organisationen in einer Life-Simulation und können Ihre Verhaltens- und Führungsmöglichkeiten erproben und erweitern. Dies wird in Form eines Organisationslaboratoriums durchgeführt. - Wie beeinflussen sich Arbeitsauftrag und Gruppenprozess? Wie wird Steuerung wahrgenommen und wie wird sie wirksam? - Was geschieht im formellen/informellen System? Wie entstehen Substrukturen/Netzwerke? Wie werden sie aufrechterhalten? - Wie viel Verbindlichkeit brauchen Gruppen? Welche Irritationen lösen sich verändernde Rahmenbedingungen in Gruppen aus? Katrin Glatzel Michaela Jäger Seminarhotel Sempacher See Nottwil 4. Workshop: Kontrakte und Rahmenbedingungen für Kooperation Wer ein Team leiten/beraten will, muss seine Ideen und Vorstellungen mit den Vorgesetzten/Auftraggebern und Beteiligten abstimmen, d.h. einen Plan fassen und einen «Kontrakt» schliessen. Vor allem in Gruppen gibt es eine Reihe nicht planbarer Prozesse. Gruppenprozesse sind ein Wechselspiel von Struktur und Prozess. Vieles davon kann erst im unmittelbaren Tun ausgehandelt werden. Anderes wird restriktiv von aussen vorgegeben. So haben u.a. Zusammensetzung, An- oder Abwesenheit von Führung, strukturelle Verankerung und Teamleitung mehr o- der weniger Auswirkungen auf die möglichen Prozesse. - Welche Bedeutung haben Rahmenbedingungen? Welche Regeln, Normen, Strukturen fördern bzw. hemmen den Prozess? - Wie viel Spielraum habe ich bzgl. fremd- und selbstgesetzter Ziele? Welche Auswirkungen haben der äussere und innere Kontrakt? - Wie können konkrete Kontrakt- und Auftragsklärungen mit Teams aussehen? Wie wird ein Design entwickelt? 5. Gruppendynamisches Training: Teamcoaching und Gruppeninterventionen Um die Gruppenentwicklung zu fördern, sind Gruppen-Interventionen notwendig. Aber wie kann Einfluss genommen werden, dass sich sowohl die Gruppe als Ganzes entwickelt als auch die individuellen Ziele ihrer Mitglieder erreicht werden? Gruppen-Interventionen basieren auf der Vorstellung, dass die Gruppe ein eigenes System darstellt die Gruppe hat ein eigenes Wesen. Was aber passiert bei Veränderungen? Bleibt eine Gruppe dieselbe, auch wenn sich die Zusammensetzung ändert? Im Training gilt es, die reale Verschiedenheit der Mitglieder und ihre Möglichkeiten zu erkennen sowie die unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse anzuerkennen. Es gilt: - Gruppen-Prozesse zu diagnostizieren, zu beraten und zu steuern; - Teams zu coachen, ohne zu individualistisch zu intervenieren; - die Teamdiagnose zu einer Gruppenintervention zu machen Seminarhotel: Bad Ramsach 4/5

5 6. Workshop: Abschluss und Übergang Viele bewährte Kooperationen bestehen weiter fort, auch wenn ein Projekt zu Ende geht und ein Teil des Teams ausgetauscht wird. Für einige ist es ein endgültiger Abschluss, für andere ein Übergang. Wie diese Phasen im Team und in der Organisation gestaltet werden, wird unter Change-Bedingungen wenig beachtet und hat dennoch grosse Wirkung. - Wann ist ein Projekt beendet, welche Bedeutung haben Übergänge und welche Rituale braucht es? - Was muss in Gruppen beendet werden, damit sich die Einzelnen davon gut verabschieden können? Elemente der Fortbildung In den Workshops erwerben Sie theoretisches Wissen und lernen diagnostische Konzepte und Interventionsstrategien kennen. Die Theorie wird sowohl auf die gemeinsam erlebten Gruppenprozesse als auch auf die Praxisfelder der Teilnehmenden angewandt. Sie gewinnen so ein erweitertes Handlungsrepertoire für Ihre Leitungs- und Beratungsrolle. In den Trainings erfahren Sie durch die realen Prozesse der Kursgruppe, wie Ihr konkretes Verhalten auf andere wirkt und wie Sie selbst auf fremdes Verhalten reagieren. Sie erweitern Ihr soziales Wahrnehmungsvermögen und lernen Verhaltensmuster und deren Bedeutung für die Entwicklung von Gruppen und Teams einzuschätzen. Vor diesem Hintergrund entwickeln Sie ein neues Rollenverständnis in der Leitung und Beratung. Sie entwickeln Ihre Autorität und entdecken Ihre persönlichen Potenziale. Die Gruppen-Lehr-Supervision ist der Ort, an dem Sie Ihre Prozess-Beratungs-Erfahrungen in und mit Teams und Gruppen und Ihre eigene Interventionspraxis bearbeiten können. Hier finden Sie Unterstützung und üben zugleich das Beraten anhand der Praxisfragen der anderen Gruppenmitglieder. Die Gruppen-Lehr-Supervision unterstützt den aktiven Transfer des in den Trainings und Workshops Erfahrenen und Gelernten in die konkrete Praxis. Die Gruppen-Lehr-Supervision findet parallel zum CAS-Angebot jeweils an ganzen Tagen zu jeweils 10 Lektionen statt. Die Intervision ist zugleich auch als Peer-Gruppe, kollegiale Unterstützungsgruppe oder kollegiale Fallberatung bekannt. Es geht um Beratung unter Gleichen. Kolleginnen und Kollegen beraten sich in einer Gruppe gegenseitig im Hinblick auf ihr berufliches Handeln; sie suchen als Gleichberechtigte nach Klärungen und Lösungen für den jeweiligen Fall. Die Intervisionsgruppen finden ohne supervisorische Begleitung statt und organisieren ihre Treffen selbst. Es sind 30 Lektionen zu absolvieren. Eigene Beratungen zu akquirieren, zu designen, durchzuführen und nachzubereiten, ist ein zentrales Element prozesshaften Arbeitens sowohl in Führungs- als auch Beratungsprozessen. Vor allem spiegelt sich in der Art und Weise des Auftretens viel von der eigenen Haltung wider. Das Ziel ist es, die eigenen Erfahrungen anhand mindestens eines konkreten Gruppen-Beratungs-/ Gruppen-Supervisions-Prozesses zu reflektieren, kritisch zu hinterfragen, mithilfe der theoretischen Kenntnisse zu überdenken und in der Supervision vorzustellen. Workshop Training Gruppen- Lehr- Supervision Intervision Eigene Beratungs- Prozesse 5/5