Geschichtenbauplan Matthias Brendel, Tanja Lauster

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1 Aufbau Bauplan eingeteilt in 10 Felder/ Bausteine, deren Reihenfolge durch fortschreitende Zahlen und einen (roten) Faden vorgegeben ist spiegelt den typischen Aufbau einer Geschichte wieder - Überschrift/ Titel - Einleitung Wann? Wo? Wer? Was? - Hauptteil Wer? Womit? Was? Wie? - Schluss/ Ende Felder/ Bausteine werden mithilfe von Post-its mit Inhalten (Notizen) gefüllt weitere Anregungen und fehlende Ideen können an der Ideentheke (10 Stationen) eingeholt werden Seite 1 von 8

2 Handhabung Einführung des Geschichtenbauplans: - die Inhalte der einzelnen Bausteine ausführlich besprechen - auf die richtige Reihenfolge der Bausteine hinweisen - verschiedene Formen von Notizen aufzeigen - den Umgang mit der Ideentheke veranschaulichen - den Weg vom Geschichtenbauplan zur fertigen Geschichte erläutern schrittweiser Abbau des Geschichtenbauplans: - Schritt 1: in der 3. Klasse Einführung des Geschichtenbauplans in seiner ursprünglichen Form, Arbeiten mit dem Geschichtenbauplan - Schritt 2: am Anfang der 4. Klasse Entfernen der Hilfsfragen/ -impulse, nur noch die Hauptfragen (Wann? Wo? Wer? Was? ) bleiben sichtbar - Schritt 3: in der Mitte der 4. Klasse Entfernen der Hauptfragen, lediglich das Grundgerüst (10 Felder/ Bausteine) bleibt als Hilfe bestehen - Schritt 4: am Ende der 4. Klasse leeres Blatt als Anregung zum Sammeln und Sortieren von Ideen/ Gedanken Geschichtenbauplan bleibt als vertrautes Hilfsmittel Schüler werden schrittweise an das Schreiben ohne Bauplan herangeführt praktische Tipps zur Umsetzung: - Geschichtenbauplan für jedes Kind laminieren oder in das Aufsatzheft (evtl. über eine Doppelseite) einkleben - Post-its (am Jahresende) günstig bei ALDI zu erwerben oder kleine farbige Zettel mithilfe des Pritt-Refill-Rollers befestigen - Ideen für einzelne Stationen an der Ideentheke von Schülern selbst finden und schreiben/ gestalten lassen - Post-its auf kleine Zettel kleben und in einer Ideenbox mit Sortierung nach den einzelnen Feldern/ Bausteinen sammeln - Erzählungen/ Geschichten (mit Audacity) aufnehmen und als Hörspiele einsetzen Seite 2 von 8

3 Lehrplanbezug der 3./ 4. Jahrgangsstufe Sprechen und Gespräche führen Einander erzählen und einander zuhören - Interessant und spannend (und zunehmend geplant) erzählen - Geschichten gemeinsam erfinden - Aktiv zuhören - Gesprächsbeiträge aufnehmen und weiterführen Miteinander sprechen und miteinander umgehen - Gesprächs- und Arbeitsregeln weiterentwickeln/ kennen und anwenden Texte verfassen Texte vorbereiten - Verschiedene Schreibsituationen nutzen und Gestaltungsideen entwickeln Texte schreiben - Freie Texte - Zu Texten schreiben: Texte verändern, gleichartige Texte schreiben - Erlebte oder erfundene Geschichten unterhaltsam aufschreiben/ mit sprachlichen Mitteln gestalten - Stichpunkte notieren/ festhalten und verwenden Texte überarbeiten - Sich über das Textverständnis (mündlich und schriftlich) austauschen - (Auf die Planungsphase rückbesinnen) - (Einfache) Überarbeitungsstrategien (selbstständig) anwenden Seite 3 von 8

4 Bildungsstandards im Fach Deutsch Kompetenzbereiche des Faches Deutsch Sprechen und Zuhören Schreiben Mündliche Sprache als zentrales Mittel aller schulischen und außerschulischen Kommunikation Entwicklung einer demokratischen Gesprächskultur (Gespräche führen, erzählen, Informationen verarbeiten und geben, Sprechen bewusst gestalten, Gedanken u. Gefühle situationsangemessen ausdrücken, zuhören) Langsamere und überlegtere Entwicklung von Texten beim Schreiben Gemeinsames Nachdenken über Geschriebenes Möglichkeit der Überarbeitung Schreiben als Mittel zur Kommunikation, zur Aufbewahrung von Informationen, zum kreativen und gestalterischen Umgang mit Sprache Teilprozesse des Schreibens: Texte planen, aufschreiben, überarbeiten Verschiedene Möglichkeiten der ästhetischen Darstellung entsprechend des Schreibanlasses Arbeit mit unterschiedlichen Medien Seite 4 von 8

5 Standards für die Kompetenzbereiche des Faches Deutsch Sprechen und Zuhören Gespräche führen - Sich an Gesprächen beteiligen - Anliegen gemeinsam mit anderen diskutieren und klären Zu anderen sprechen - Wirkungen der Redeweise kennen und beachten - Funktionsangemessen sprechen: erzählen, informieren, argumentieren - Sprechbeiträge und Gespräche situationsangemessen planen Verstehend zuhören - Inhalte zuhörend verstehen - Gezielt nachfragen Über Lernen sprechen - Beobachtungen wiedergeben - Sachverhalte beschreiben - Begründungen und Erklärungen geben - Lernergebnisse präsentieren - Über Lernerfahrungen sprechen und andere in ihrem Lernprozess unterstützen Schreiben: Texte verfassen Texte planen - Schreibabsicht, Schreibsituation, Adressaten und Verwendungszusammenhang klären - Sprachliche und gestalterische Mittel und Ideen sammeln: Wörter und Wortfelder, Formulierungen, Textmodelle Texte schreiben - Verständlich, strukturiert, adressaten- und funktionsgerecht schreiben - Lernergebnisse geordnet festhalten und auch für eine Veröffentlichung verwenden - Nach Anregungen (Texte, Bilder, Musik) eigene Texte schreiben Texte überarbeiten - Texte an der Schreibaufgabe überprüfen - Texte auf Verständlichkeit und Wirkung überprüfen - Texte in Bezug auf die äußere und sprachliche Gestaltung optimieren - Texte für die Veröffentlichung aufbereiten Seite 5 von 8

6 Chancen/ Grenzen Chance/ Grenze Nr. 1: Inhalt Sprache Der Geschichtenbauplan ist kein Allheilmittel!!! Die Vorzüge des Bauplans liegen weitestgehend in der Förderung der inhaltlichen Ausdrucksfähigkeit, nicht in der sprachlichen. Hier müssen weiterhin zusätzliche Hilfen bereitgestellt werden. Förderung der inhaltlichen Komponente mit dem Geschichtenbauplan: - häufiges Ausgangsproblem: Aufsätze geraten zu kurz - mögliche Gründe: fehlende Inspiration, mangelnde Motivation, keine Lust - Achtung: Denkfehler auf Lehrerseite! Die fertige Geschichte ist nicht im Kopf der Schüler, sondern muss Schritt für Schritt aufgebaut werden. - Mit dem Geschichtenbauplan bleiben die Eckpunkte einer Geschichte immer im Fokus der Schüler. Ideen werden nicht vergessen Geschichten werden ausführlicher Motivation steigt Chance/ Grenze Nr. 2: Einsatzmöglichkeiten des Bauplans gute Einsatzmöglichkeit bei Geschichten, die dem klassischen Prinzip Einleitung, Hauptteil, Schluss folgen: - Reizwortgeschichten - Fantasiegeschichten - Märchen, Fabeln - Geschichten zu Bild- oder Filmimpulsen - Fortsetzungsgeschichten, keine Einsatzmöglichkeit bei Briefen, Rezepten, Personen-, Gegenstands- oder Versuchsbeschreibungen wichtig: Ideenreichtum und Konsequenz auf Seiten der Lehrer Chance/ Grenze Nr. 3: Material-/ Zeitaufwand Die Einführung des Geschichtenbauplans dauert seine Zeit!!! Aber das Ziel ist in Sicht: Schüler arbeiten zunehmend eigenverantwortlich und in verschiedenen Sozialformen an ihrer Geschichte. Lehrer fungiert als Schreibbegleiter mit Zeit zur individuellen Förderung. Seite 6 von 8

7 Leistungsbewertung Sprechen und Gespräche führen Erzählen mit dem Geschichtenbauplan ist eine dem Gedicht mindestens gleichwertige mündliche Note Aber: Eine ganze Geschichte zu erzählen, ist die Königsdisziplin! Beispiel für eine Frühform: Erzählen einer/ eines (alternativen) Einleitung/ Schlusses zu einer vorgegebenen Geschichte Erzählkompetenz sollte möglichst früh angebahnt werden! Achtung, auch hier gilt wieder: Der Geschichtenbauplan ist das Hilfsmittel, nicht die Lösung!!! Texte verfassen Ausgangsproblem: meist wird nur der Bereich Texte schreiben bewertet, die beiden Bereiche T. vorbereiten und T. überarbeiten werden kaum beachtet mittels des Post-it-Systems werden die vorbereitenden Überlegungen der Schüler schriftlich fixiert und können zusammen mit den geschriebenen Texten der Schüler bewertet werden Achtung: Die Entscheidung über den Umfang des Einbezugs in die Bewertung ist unbedingt mit den Parallellehrern und der Schulleitung vorher abzuklären! Seite 7 von 8

8 Literatur Gruschka, Helga/ Englert, Sylvia (2008): Geschichten-Erfinder. Mit Kindern freies Erzählen üben. München: Don Bosco. Platz für Ihre Notizen Seite 8 von 8

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