Ergebnisse der Studieneingangsbefragung 2012

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1 Ergebnisse der Studieneingangsbefragung 2012 Ref. 31 Qualität und Recht Im Auftrag des Vizepräsidenten für Studium und Lehre Hamburg,

2 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung Zusammenfassung der Ergebnisse Methodische Anlage der Befragung und Durchführung Anlage der Befragung Fragebogenentwicklung Durchführung der Befragung Repräsentativität der erhobenen Daten Wer sind die Studienanfängerinnen und Studienanfänger der Universität Hamburg? Alter der Befragten Geschlecht Soziale Herkunft Räumliche Herkunft Staatsangehörigkeit(en) Sprache(n) Bisheriger Lebensweg Zeit vor Studienbeginn Auslandsaufenthalt vor Studienbeginn Art der Hochschulzugangsberechtigung Teilzeitstudium Studienfinanzierung Erwerbstätigkeit neben dem Studium Familienarbeit/Kinderbetreuung Ehrenamtliches Engagement Chronische Krankheit/Behinderung... 18

3 5. Wie sind die Studienanfängerinnen und Studienanfänger an die Universität Hamburg gekommen? Anzahl der Hochschulbewerbungen Hochschul-Priorität der Mehrfach-Bewerberinnen und Bewerber Wunschstudium Gründe für die Wahl der UHH Wie haben sich die Studienanfängerinnen und Studienanfänger vor der Bewerbung über die Universität Hamburg informiert? Wege und Nützlichkeit der Studieninformation Zeitpunkt der Information über Studienmöglichkeiten Wie haben die Studienanfängerinnen und Studienanfänger den Studienbeginn an der Universität Hamburg erlebt? Teilnahme an Orientierungseinheiten zu Studienbeginn Hilfreiche Faktoren für den Studieneinstieg Hinderliche Faktoren für den Studieneinstieg Herausforderungen im Studium Wie zufrieden sind die Studienanfängerinnen und Studienanfänger mit ihrem Studium an der Universität Hamburg? Zufriedenheit mit den Rahmenbedingungen im Studium Zufriedenheit mit der Betreuung durch die Lehrenden Zufriedenheit mit der Betreuung durch ihr Studienbüro Gesamtzufriedenheit Welche Pläne verfolgen die Studierenden? Anhang 1 - Abbildungen differenziert nach Fächergruppen... I Anhang 2 - Fragebogen... XVII

4 TABELLEN- UND ABBILDUNGSVERZEICHNIS Tabelle 1: Themen, Anlage und Durchführung der Studieneingangsbefragung... 7 Tabelle 2: Merkmale der Studienanfängerinnen und -anfänger... 9 Abbildung 1: Alter der Studienanfängerinnen und -anfänger Abbildung 2: Geschlecht und Fächergruppen Abbildung 3: Bildungshintergrund der Befragten Abbildung 4: Berufsgruppenzugehörigkeit der Eltern Abbildung 5: Bundesland des Erwerbs der Studienberechtigung...14 Abbildung 6: Die Zeit vor Studienbeginn Abbildung 7: Art(en) der Studienfinanzierung Abbildung 8: Wöchentlicher Arbeitsumfang der erwerbstätigen Studierenden Abbildung 9: Gründe für die Wahl der Universität Hamburg Abbildung 10: Wege der Studieninformation Abbildung 11: Wege der Studieninformation - Zentrale Studienberatung im Campus Center Abbildung 12: Herausforderungen im Studium Abbildung 13: Zufriedenheit mit den Rahmenbedingungen im Studium Abbildung 14: Zufriedenheit mit der Betreuung durch die Lehrenden Abbildung 15: Zufriedenheit mit der Betreuung durch die Studienbüros Abbildung 16: Gesamtzufriedenheit nach Fächergruppen... 34

5 1. EINLEITUNG Im Rahmen der erstmals zentral durchgeführten Studieneingangsbefragung wurden die Studienanfängerinnen und Studienanfänger des Wintersemesters 2011/12 zu ihren Eindrücken und Erfahrungen innerhalb der Bewerbungsphase und der ersten drei Monate ihres Studiums befragt. Ausgangspunkt für diese Befragung ist die Annahme, dass eine gelungene Studieneingangsphase die Aussichten auf Studienerfolg verbessert. Vor diesem Hintergrund kann es mit Hilfe der gewonnenen Informationen gelingen, frühzeitig Stärken und Schwächen im Universitätsbetrieb zu erkennen und Maßnahmen zur Verbesserung einzuleiten. Die gewonnen Daten liefern der Universität Hamburg zudem einen Überblick über die Diversität ihrer Studierenden. Zu den zentralen Themen der Befragung gehören: erstens die Zeit vor dem Studium (z.b. Art der Studienberechtigung, Auslandsaufenthalt), zweitens das neuaufgenommene Studium an der Universität Hamburg, einschließlich der Erwartungen der Studienanfängerinnen und -anfänger an ihr Studium, die Gründe für die Studienaufnahme sowie die Zufriedenheit mit dem Start in das Studium und drittens die Pläne für das weitere Studium. Im Folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse knapp zusammengefasst. Eine ausführliche Darstellung zu den verschiedenen Aspekten schließt sich in den einzelnen Kapiteln an. Im Anhang finden sich die grafischen Darstellungen der Ergebnisse aufbereitet nach Fächergruppen sowie der Fragebogen, der bei der Erhebung eingesetzt worden ist. 2. ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE 25,7 % aller Studienanfängerinnen und -anfänger des Wintersemesters 2011/12 haben an der universitätsweiten Studieneingangsbefragung teilgenommen. Aus dieser Antwortquote lassen sich verbindliche Aussagen über die Studiensituation aller Studienanfängerinnen und -anfänger der Universität Hamburg ableiten. Die Erstsemester sind durchschnittlich 23 Jahre alt. Der Anteil der unter 18-Jährigen ist mit 0,1 % verschwindend gering. 96,7 % der Befragten geben als Art ihrer Hochschulzugangsberechtigung die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) an. Insgesamt haben mehr Frauen als Männer ein Studium an der Universität Hamburg aufgenommen. Die Verteilung der Geschlechter über verschiedene Fächergruppen spiegelt das seit langem bekannte Ungleichgewicht wider: Während männliche Studierende die Mehrheit in den mathematischen, naturund wirtschaftswissenschaftlichen Fächern stellen, dominieren die weiblichen Studierenden in den Sprach-, Kultur-, Human-, Sozial-, und den sstudiengängen. 5

6 Wie das Durchschnittsalter der Befragten erkennen lässt, hat ein Teil der Befragten nicht unmittelbar nach dem Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife ein Hochschulstudium aufgenommen. Etliche Studienanfängerinnen und -anfänger geben an, bereits über berufliche Erfahrungen zu verfügen (32,5 %) oder in der Vergangenheit schon einmal studiert zu haben (18,9 %). Bemerkenswert ist außerdem der Anteil an Personen mit Auslandserfahrungen vor dem Studium (29,7 %). Die Studienanfängerinnen und -anfänger berichten mehrheitlich, dass die Universität Hamburg bezüglich ihrer Hochschulwahl erste Priorität ist (76,1 %) und das aufgenommene Studium ihrem Wunschstudium entspricht (89,0 %). Dass die Studienortwahl vom Herkunftsort beeinflusst wird, bestätigt sich im Rahmen der Studieneingangsbefragung. So haben nicht nur drei Viertel der Befragten ihre Hochschulzugangsberechtigung in Hamburg, Schleswig- Holstein oder Niedersachsen erworben, sondern sie geben als Gründe ihrer Hochschulwahl auch mehrheitlich persönliche Faktoren, wie die Nähe zum Heimatort an. Fächergruppenunterschiede lassen sich insbesondere bei den das Studium betreffenden Gründen für die Wahl der Universität Hamburg erkennen. Vor Aufnahme des Studiums haben sich die Befragten vor allem mit Hilfe der Homepage der Universität Hamburg über Studienmöglichkeiten und Rahmenbedingungen des Studiums informiert. Darüber hinaus wurde auch der Rat von der Familie, Freunden und Bekannten herangezogen. Die Studierenden beginnen am häufigsten während der gymnasialen Oberstufe mit der Informationssuche, aber ein Viertel der Erstsemester hat sich erstmals nach Erwerb der HZB mit den Studienmöglichkeiten auseinandergesetzt. Die Universität Hamburg bietet für Studienanfängerinnen und -anfänger Angebote zur Erleichterung des Studieneinstiegs an. Dazu zählen Orientierungseinheiten des jeweiligen Studienfachs (OEs) und universitätsweite Veranstaltungen wie die International Welcome Week. Einführungsveranstaltungen - vor allem die OEs - werden von den Befragten sehr positiv und als überaus hilfreich für den Start in das Studium wahrgenommen. Ohne solche Angebote, so berichten die Befragten, wären die ersten Studienmonate deutlich schwieriger verlaufen. Daneben loben die Studierenden universitäre Beratungsangebote, die sie als förderlich für den Einstieg empfanden, z.b. das CampusCenter. Diese Einschätzungen der Befragten setzen ein deutliches Signal: Wird ein reibungsloser Studieneinstieg angestrebt, so sollten hierfür Angebote in bestehender oder erweiterter Form bereitgestellt werden. Als zum Teil hinderlich wird demgegenüber das Studien-Infonetz STiNE wahrgenommen. Zwar wurden die Studienanfängerinnen und -anfänger zumeist schon in der Orientierungseinheit an STiNE herangeführt, aber dennoch treten Probleme beim Umgang mit STiNE auf. Zudem empfinden etliche Erstsemester die UHH, als größte Universität Norddeutschlands mit über Studierenden, als unübersichtlich und stellen eine anonyme Atmosphäre fest. 6

7 Der Einstieg in das Studium bewirkt nicht zuletzt, dass die Studienanfängerinnen und -anfänger mit neuen Herausforderungen konfrontiert sind. So berichten die Befragten insbesondere von hohen Anforderungen in den Lehrveranstaltungen, aber auch von hohen Erwartungen der Lehrenden bezüglich ihres Vorwissens. Trotz einiger Einstiegshürden geben aber mehr als drei Fünftel aller Befragten an, sie seien mit der Lern- und Studiensituation in ihrem Studiengang sehr zufrieden bzw. zufrieden. Die Mehrheit der Studienanfängerinnen und -anfänger hat bereits zum Studienstart Pläne für die Zeit nach dem Studienabschluss. So plant nahezu ein Viertel (23,6 %) aller Erstsemester einen direkten Berufseinstieg vorzunehmen und 59,6 % möchten ein Master-Studium aufnehmen. 3. METHODISCHE ANLAGE DER BEFRAGUNG UND DURCHFÜHRUNG 3.1 ANLAGE DER BEFRAGUNG Befragt wurden alle Studierenden, die zum WS 2011/12 ein grundständiges Studium an der Universität Hamburg aufgenommen haben. Der Studienstart lag zum Befragungszeitpunkt etwa drei Monate zurück, d.h. der Übergang von Schule, Berufstätigkeit oder einer anderen Tätigkeit in das Studium hat erst vor kurzem stattgefunden. Die Befragung wurde als Vollerhebung durchgeführt. Es wurde also keine Stichprobe gezogen, sondern alle Studienanfängerinnen und -anfänger sind befragt worden. Tabelle 1: Themen, Anlage und Durchführung der Studieneingangsbefragung Zentrale Themen Zeit vor dem Studium: o z.b. Wege der Studieninformation; Gründe für die Wahl der Universität Hamburg Start in das Studium o z.b. Zufriedenheit mit dem Einstieg in das Studium; Erwartungen an das Studium Pläne für das weitere Studium: o z.b. Erwägter Fachwechsel; Planung eines Auslandsaufenthaltes Methode Einladung zur Teilnahme an einer Online-Befragung (zusätzlich zwei Erinnerungen). Grundgesamtheit 6349 Studienanfängerinnen und -anfänger der Universität Hamburg, die zum WS 2011/12 ein grundständiges Studium aufgenommen haben. Zeitraum der Durchführung

8 Die Befragung wurde online durchgeführt, d.h. der Fragebogen konnte von den Studierenden im Internet ausgefüllt werden. Die Einladung der Studierenden erfolgte über die privaten E- Mail-Adressen der Studierenden, die diese bei der Bewerbung angeben haben. Um eine hohe Beteiligung an der Befragung zu erhalten, wurden neben der ersten Aufforderung zur Teilnahme zwei Erinnerungen verschickt, so dass die Studierenden insgesamt dreimal kontaktiert wurden. 3.2 FRAGEBOGENENTWICKLUNG Der Fragebogen wurde im Sommer 2011 durch das Referat 31 - Qualität und Recht entwickelt. Grundlage für die Fragebogenkonzeption waren bestehende Fragebögen zur Studieneingangsphase, z.b. von HIS u.a. In die Entwicklung wurden alle Fakultäten sowie relevanten zentralen Einrichtungen der Universität Hamburg einbezogen, indem auf Grundlage eines ersten Entwurfs Rückmeldungen und Ergänzungen zu den Fragen und Themen eingeholt wurden. Der endgültige Fragebogen enthielt 61 Fragen mit etwa 312 Antwortmöglichkeiten. Die Beantwortung des Fragebogens dauerte ca. 20 Minuten. 3.3 DURCHFÜHRUNG DER BEFRAGUNG Die Studienanfängerinnen und -anfänger wurden am zur Teilnahme an der Studieneingangsbefragung eingeladen. Am erhielten sie ein Erinnerungsschreiben per . Die zweite Erinnerung erfolgte am , erneut als -Anschreiben. Die -Adressen der Studienanfängerinnen und -anfänger werden routinemäßig im Rahmen des Bewerbungsverfahrens erhoben, so dass auf diese für die Eingangsbefragung zurückgegriffen werden konnte. Der Online-Fragebogen wurde am Tag des Einladungsschreibens freigeschaltet, auf den die Studierenden über einen Zugangscode zugreifen konnten. Die Datenerfassung erfolgte dabei über die Evaluationssoftware EvaSys. Von allen zur Befragung eingeladenen Studienanfängerinnen und -anfängern haben geantwortet, damit liegt die Rücklaufquote bei 25,7 %. 3.4 REPRÄSENTATIVITÄT DER ERHOBENEN DATEN Anhand bestimmter Merkmale der Befragten ist überprüft worden, wie gut diejenigen, die an der Befragung teilgenommen haben, die Zielpopulation, d.h. alle Studienanfängerinnen und -anfänger der UHH, repräsentieren und inwieweit systematische Verzerrungen festzustellen sind (Tabelle 2). Hierzu wurde auf vorhandene Daten in CampusNet zurückgegriffen. 8

9 Tabelle 2: Merkmale der Studienanfängerinnen und -anfänger 1 Alle Studierende des befragten Jahrgangs (N = 6.349) Studierende, die an der Befragung teilgenommen haben (N = 1.632) Geschlecht männlich / 47 % 589 / 36 % weiblich / 53 % 888 / 54 % Keine Angabe - 155/ 10 % Alter der Studierenden 17 Jahre 1/<0,5 % 1/<0,5 % 18 Jahre 23/ <0,5 % 6/<0,5 % 19 bis / 46 % 796/ 49 % 22 bis / 31 % 459/ 28 % 25 bis / 12 % 193/ 12 % 28 Jahre und älter 679/ 11 % 163/ 10 % Keine Angabe - 14/ 1 % Staatsangehörigkeit Deutsch / 92 % 1.451/ 89 % deutsch & andere / 5 % nicht-deutsch 497 / 8 % 80 / 5 % Keine Angabe - 22 / 1 % Art der Hochschulzugangsberechtigung Allgemeine Hochschulreife 5.543/ 87 % 1.537/ 94 % Eingangsprüfung für Berufstätige 179/ 3 % 36/ 2 % nach 38 HmbHG Sonstige 3 627/ 10 % 17/ 1 % Keine Angabe - 42/ 3 % Angestrebte Abschlussart Bachelor 5.416/ 85 % 1.368/ 83 % Staatsexamen 910/ 14 % 248/ 17 % Sonstige Abschlüsse 4 23/ <1 % 0 % Fächergruppen 1.068/ 17 % 283/ 17 % 757/ 12 % 192/ 12 % 917/ 14 % 168/ 10 % 673/ 11 % 221/ 14 % 434/ 7 % 121/ 7 % 673/ 11 % 156/ 10 % 390/ 6 % 91/ 6 % Mathematik/Informatik/ 1.437/ 23 % 385/ 24 % Naturwissenschaften Keine Angabe - 15/ <1 % 1 Die Merkmalstabelle enthält die Angabe der fehlenden Werte. Im weiteren Bericht werden aber immer nur die gültigen Prozentwerte angegeben, so dass es im Vergleich zu der Merkmalstabelle zu geringfügigen Abweichungen kommen kann. 2 Die Angabe, ob eine doppelte Staatsbürgerschaft vorliegt, geht aus den der Universität Hamburg zur Verfügung stehenden Daten nicht hervor. Bei der Studieneingangsbefragung hatten die Befragten aber die Möglichkeit, über Mehrfachnennungen neben der deutschen eine weitere Staatsangehörigkeit anzugeben. 3 z.b. fachgebundene HZB, Abschluss eines Fachhochschulstudiums 4 z.b. die Erste Theologische Prüfung, Magister 9

10 Insgesamt ist der Grad der Übereinstimmung zwischen allen zur Befragung eingeladenen Erstsemestern und den an der Befragung teilgenommenen Personen sehr groß. Signifikante Verzerrungen treten bei den Studienanfängerinnen und -anfängern lediglich hinsichtlich des Geschlechts auf. Während die männlichen Studierenden 47 % unter allen Studienanfängern ausmachen, sind sie unter den Antworten mit nur 36 % vertreten. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass 155 Befragte keine Angaben zu ihrem Geschlecht gemacht haben, so dass unklar ist, ob die Verzerrung bezüglich der geschlechtlichen Verteilung über- bzw. unterschätzt wird. Bei Betrachtung der Ergebnisse empfiehlt es sich, die Verzerrung beim soziodemographischen Faktor Geschlecht nicht außer Acht zu lassen. Abweichungen ergeben sich zusätzlich beim Alter, der Staatsangehörigkeit und den Fächergruppen Wirtschafts- und 5. Diese sind aber so geringfügig, dass sie inhaltlich zu vernachlässigen sind. 4. WER SIND DIE STUDIENANFÄNGERINNEN UND STUDIENAN- FÄNGER DER UNIVERSITÄT HAMBURG? Bevor auf die Eindrücke und Erfahrungen der Studierenden während der Studieneingangsphase eingegangen wird, sollen im folgenden Kapitel die Studienanfängerinnen und -anfänger näher vorgestellt werden. Hierbei geht es sowohl um soziodemographische Aspekte wie Geschlecht, Alter, Bildungshintergrund, soziale und räumliche Herkunft, aber auch um Fragen der Studienfinanzierung und Erwerbstätigkeit neben dem Studium. 4.1 ALTER DER BEFRAGTEN Beim Start ihres Studiums an der Universität Hamburg sind die Studienanfängerinnen und anfänger durchschnittlich 23 Jahre alt. Abbildung 1 gibt einen Überblick über das Alter der Studierenden. Am häufigsten ist die Gruppe der 21 Jährigen vertreten (25,3 %) und am zweithäufigsten die Gruppe der 20 Jährigen (18,1 %). Mit 15 % und 7,5 % sind die 22 und 23 Jahre alten Studierenden vertreten. Diejenigen, die 28 Jahre und älter sind, machen ein Zehntel an allen Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmern aus. Nur ein sehr geringer Anteil der Erstsemester ist 18 Jahre (0,4 %) oder 17 Jahre (0,1 %) alt. Abbildung 1: Alter der Studienanfängerinnen und -anfänger, Angaben in % 25,3,1,4 5,8 18,1 15,0 7,5 5,9 4,8 3,8 3,3 10, und älter 5 Zur Bildung der Fächergruppen siehe Anhang 1, Abbildung i 10

11 4.2 GESCHLECHT Wie bereits im methodischen Teil geschildert, zeigt sich bei der Antwortquote eine Verzerrung hinsichtlich des Geschlechts, mit der Folge, dass männliche Studienanfänger unter den Antworten weniger vertreten sind. So sind von allen Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmer 54,4 % weiblichen und 36,1 % männlichen Geschlechts. 9,5 % machten keine Angaben zu ihrem Geschlecht. Gerade für die nun folgende Verteilung der Geschlechter über die sieben Fächergruppen sollte die Verzerrung im Antwortverhalten berücksichtigt werden. Abbildung 2: Geschlecht und Fächergruppen, Angaben in % (N=169) 61,5 38,5 (N=154) 42,9 57,1 (N=204) 57,8 42,2 (N=111) 87,3 12,7 (N=145) (N=83) 66,9 62,7 33,1 37,3 (N=338) 43,2 56,8 (N=263) 76,8 23,2 Weiblich Männlich Die Studienanfängerinnen stellen in sechs Fächergruppen die Mehrheit dar und sind in den mit 87,3 %, sstudiengängen mit 76,8 %, mit 66,9 %, mit 62,7 %, mit 61,5 % und mit 57,8 % vertreten. Die männlichen Befragten stellen demgegenüber die größte Gruppe in den (57,1 %) und naturwissenschaftlichen Fächern (56,8 %). 4.3 SOZIALE HERKUNFT Bezüglich der sozialen Herkunft wurden zwei Aspekte des Elternhauses erfragt, erstens der höchste berufliche Abschluss und zweitens die Berufsgruppenzugehörigkeit der Eltern. Wissenschaftliche Studien 6 weisen stets auf einen starken Zusammenhang von sozialer bzw. Bildungsherkunft und Hochschulzugang, Studienfachwahl und Studienerfolg hin. Vor diesem Hintergrund ist es auch im Rahmen der Studieneingangsbefragung für die Universität 6 z.b. Becker, R.; Lauterbach, W. (2010): Bildung als Privileg. Erklärungen und Befunde zu den Ursachen der Bildungsungleichheit. Wiesbaden, VS Verlag für ; Dossier der Hans-Böckler-Stiftung (2011): Öffnung der Hochschule. Chancengerechtigkeit, Diversität, Integration. Abrufbar unter: 11

12 Hamburg von Interesse, die familiären Bildungsbedingungen ihrer Erstsemester zu kennen. Daraus können sich hilfreiche Informationen ergeben, die auch zu einem besseren Verständnis gegenüber den Lebensbedingungen der neuen Studierenden beitragen können. Zunächst wird der Blick auf den höchsten beruflichen Abschluss der Eltern gerichtet. Hierbei ergibt sich, dass die Väter von 48,8 % und die Mütter von 41,0 % der Befragten einen akademischen Abschluss in Form eines Universitäts- oder Fachhochschulabschluss erworben haben. Ein ebenfalls großer Anteil der Mütter (46,5 %) und Väter (32,1 %) hat eine Lehre oder eine gleichwertige Berufsausbildung abgeschlossen. Über einen Technikerabschluss bzw. eine Meisterprüfung verfügen 9,9 % der Väter und 1,7 % der Mütter. Dass kein beruflicher Abschluss vorliegt, gilt für 4,1 % der Väter und 7,4 % der Mütter. Der höchste berufliche Abschluss ist bei Müttern in 3,2 % der Fälle und bei Vätern in 5,2 % der Fälle nicht bekannt. Nachdem die beruflichen Abschlüsse der Eltern getrennt voneinander betrachtet wurden, soll nun folgend die familiäre Konstellation dargelegt werden. Es zeigt sich, dass die Erstsemester zu 32,0 % aus Familien kommen, bei denen beide Elternteile einen akademischen Abschluss haben (2-fach Akademiker) und 29,8 % aus Familien, bei denen ein Elternteil, Mutter oder Vater, über einen akademischen Titel verfügt (1-fach Akademiker). Unter den verbleibenden 28,2 % sind jene beruflichen Abschlüsse wie eine Lehre oder Meisterprüfung aber auch jene Befragte zusammengefasst, deren Eltern keinen beruflichen Abschluss haben. Abbildung 3: Bildungshintergrund der Befragten, Angaben in % 2-fach Akademiker 32,0 1-fach Akademiker 29,8 Nicht-Akademiker 28,2 Insgesamt resultiert aus diesen Ergebnissen, dass die Mehrheit der Studienanfängerinnen und -anfänger (61,8 %) einen familiären Bildungshintergrund aufweisen, der ihnen frühzeitige Kenntnisse über das universitäre System ermöglicht, eben weil ihre Eltern einen vergleichbaren Bildungsweg bestritten haben. Ein weiterer Indikator für die soziale Herkunft stellt die Berufsgruppenzugehörigkeit der Eltern dar (Abbildung 4). Die meisten Mütter (53,0 %) und Väter (37,3 %) gehören der Berufsgruppe der Angestellten an. Innerhalb dieser Berufsgruppe zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede, d.h. dass die Mütter der Befragten vornehmlich als Qualifizierte Angestellte (z.b. Sachbearbeiterin) tätig sind, während die Väter in ihrem Angestelltenverhältnis deutlich häufiger höhere Positionen bekleiden, und als Angestellte in gehobener Position (z.b. Wissenschaftlicher Mitarbeiter) oder als Leitender Angestellter (z.b. Abteilungsleiter) tätig sind. 12

13 Abbildung 4: Berufsgruppenzugehörigkeit der Eltern, Angaben in % Kleinere/r Selbstständige/r 4,9 7,5 Selbständige/r Mittlere/r Selbstständige/r Größere/r Selbstständige/r Freie Berufe 2,5,6 1,6 5,3 6,1 5,6 Ausführende/r Angestellte/r 5,9 13,4 Angestellte/r Qualifizierte/r Angestellte/r Angestellte/r in gehobener Position 4,5 6,7 11,0 23,7 Leitende/r Angestellte/r 5,5 13,7 Beamtin/Beamter Beamtin/er im einfachen/ mittleren Dienst Beamtin/er im gehobenen Dienst Beamtin/er im höheren Dienst 2,0 2,5 4,5 6,3 2,9 5,2 Arbeiter/in Ungelernte/r Arbeiter/in od. angelernte/r Arbeiter/in Facharbeiter/in mit Lehre Meister, Polier 2,6 2,2 1,5,0,8 5,8 Andere Nicht erwerbstätig (z.b. Hausfrau/mann, Rentner/in) nicht bekannt 1,6 3,9 7,2 14,0 Mutter Vater 4.4 RÄUMLICHE HERKUNFT Von den Befragten geben 97,4 % an, ihre Studienberechtigung in Deutschland erworben zu haben. Der Anteil internationaler Studierenden beträgt 2,6 %. Für die Befragten mit deutscher Studienberechtigung gibt Abbildung 5 das Bundesland des Erwerbs an. 13

14 Abbildung 5: Bundesland des Erwerbs der Studienberechtigung, Angaben in % 19,7 % 2,3% 1,3 % 38,4 % 7,5 % 2,1% 17,4 % 0,5 % 0,6 % 1,5 % 1,3 % 0,5 % 0,7 % k.a. 3,2 % 3,1 % Nicht überraschend ist die Tatsache, dass die größte Gruppe der Befragten (38,4 %) ihre Studienberechtigung in Hamburg erworben hat. Dies deckt sich mit anderen Befunden 7, wonach einer der Hauptgründe für die Studienortwahl die Nähe zum ursprünglichen Wohnort und damit einhergehend zu Familie und Freunden ist (Vergleich dazu Kapitel 5.4: Gründe für Studienortwahl). Auch die an Hamburg angrenzenden Bundesländer Schleswig-Holstein (19,7 %) und Niedersachsen (17,4 %) werden von einer größeren Gruppe der Studienanfängerinnen und an-fänger als Ort des Erwerbs der Studienberechtigung genannt. Bei den verbleibenden Bundesländern variiert der prozentuale Anteil zwischen 0,0 % und 7,5 %. 4.5 STAATSANGEHÖRIGKEIT(EN) 90,1 % der befragten Studienanfängerinnen und -anfänger haben die deutsche Staatsangehörigkeit, 4,9 % eine doppelte Staatsangehörigkeit, d.h. die deutsche und eine andere, und weitere 5,0 % haben ausschließlich eine andere Staatsangehörigkeit. 7 So belegt die 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, dass 96 % der Studierenden in den alten Bundesländern und 70 % in den neuen Bundesländern überwiegend in der Region ihrer HZB-Berechtigung studieren. Ebenso wird der Nachweis erbracht, dass Studierende aus Bundesländern mit geringer Bevölkerungszahl mobiler sind, als jene mit breitem Hochschulangebot und dem folgend hohen Studierendenzahlen. Abrufbar unter: 14

15 Von den Befragten mit doppelter oder ausländischer Staatsangehörigkeit haben 148 Personen angegeben, welche Staatsangehörigkeit sie besitzen. Die nachfolgende Aufzählung beschränkt sich auf die Angabe des Lands mit mindestens fünf Nennungen: - Polen (17 Personen) - Russland (16 Personen) - Türkei (15 Personen) - Brasilien (6 Personen) - Afghanistan, Großbritannien, Iran, Spanien (je 5 Personen) 4.6 SPRACHE(N) Auf die Frage, welche Sprache in ihrem Elternhaus vorwiegend gesprochen wird, antwortet die Mehrheit (83,4 %) deutsch, 10,1 % sagen deutsch sowie eine weitere Sprache und 6,5 % sprechen vorwiegend eine andere Sprache im Elternhaus. 4.7 BISHERIGER LEBENSWEG ZEIT VOR STUDIENBEGINN Die meisten Befragten (44,5 %) geben an, vor Studienbeginn ihr Abitur gemacht und sich direkt auf einen Studienplatz beworben zu haben (Mehrfachantworten möglich). Ein erheblicher Anteil der Befragten hat bereits berufliche Erfahrungen vor Aufnahme ihres Studiums an der Universität Hamburg gesammelt, indem sie eine Berufstätigkeit ausgeübt (20,8 %), eine Ausbildung abgeschlossen (14,3 %), eine Ausbildung begonnen (1,6 %) oder ein Berufspraktikum absolviert haben (6,4 %). Insgesamt verfügen 530 Befragte (32,5 %) über mindestens eine dieser vier Formen beruflicher Erfahrung. Bei nahezu einem Fünftel der Befragten handelt es sich um ein Zweitstudium, 13,8 % haben in der Vergangenheit studiert, ohne dieses Studium abzuschließen und 5,1 % verfügen bereits über ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Zivildienst oder Wehrdienst haben 12,4 % geleistet und ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr absolvierten 9,7 %. Die Gestaltung der Zeit vor Studienbeginn ist je nach Fächergruppe unterschiedlich (siehe Anhang 1, Abbildung ii und iii). Während ein Großteil der Studierenden der (69,2 %) und -Fächer (59,0 %) angeben, sich direkt nach ihrem Abitur um einen Studienplatz beworben zu haben, sind es bei den übrigen sechs Fächergruppen weniger als 50 %. Besonders gering ist der Anteil bei der Fächergruppe (29,2 %). Ursache dafür ist unter anderem das spezielle Studienangebot; so richtet sich der Studiengang Sozialökonomie der Fächergruppe auch an Studieninteressierte ohne Abitur. Ebenso ergibt sich hieraus ein im Vergleich zu den anderen Fächergruppen hoher Anteil an Studierenden mit abgeschlossener Berufsausbildung (: 23,4 %) und beruflichen Erfahrungen (: 33,9 %). 15

16 Abbildung 6: Die Zeit vor Studienbeginn, Angaben in % (Mehrfachantworten möglich) Abitur gemacht und direkt beworben 44,5 Berufstätigkeit 20,8 Ausbildung abgeschlossen studiert, ohne Abschluss Zivildienst/ Wehrdienst FSJ/ FÖJ 14,3 13,8 12,4 9,7 Berufspraktikum anderes Studium abgeschlossen 5,1 6,4 Ausbildung nicht abgeschlossen 1, AUSLANDSAUFENTHALT VOR STUDIENBEGINN Dass ein Studium häufig nicht unmittelbar nach dem Abitur aufgenommen wird, zeigt sich nicht nur beim Ausüben einer Berufstätigkeit oder dem Absolvieren einer beruflichen Ausbildung vor Studienbeginn, sondern auch an geleisteten Auslandsaufenthalten. 29,7 % der Erstsemester mit einer deutschen Hochschulzugangsberechtigung geben bereits zu Studienbeginn an, dass sie mindestens einmal eine längere Zeit im Ausland (mindestens drei Monate) verbracht haben, wobei 42,8 % der Personen mit Auslandserfahrungen zwischen 7 und 12 Monaten, 32,1 % bis zu 6 Monaten und 25,1 % länger als ein Jahr im Ausland verbracht haben. Wird der Blick auf den Zeitpunkt des Auslandsaufenthaltes gerichtet, zeigt sich, dass insbesondere die Phase nach der Schulzeit für das Sammeln von Auslandserfahrungen genutzt wird. 59,8 % nutzten dieses Zeitfenster für einen längeren Aufenthalt außerhalb Deutschlands. Weitere 44,6 % geben an, während ihrer Schulzeit eine begrenzte Zeit im Ausland verbracht zu haben und 12,5 % waren vor ihrer Schulzeit im Ausland ART DER HOCHSCHULZUGANGSBERECHTIGUNG 96,7 % der Studienanfängerinnen und -anfänger haben die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) erworben. Die Eingangsprüfung für Berufstätige nach 38 des Hamburgischen Hochschulgesetzes (HmbHG) haben 2,3 % durchlaufen. Über sonstige Arten der HZB-Berechtigung ist 1,1 % der Befragten an die Universität gekommen z.b. mit Hilfe einer fachgebundenen HZB. 4.8 TEILZEITSTUDIUM 56 Personen geben an, dass sie ihren Studiengang im Teilzeitstatus studieren. Dies entspricht einem prozentualen Anteil von 3,5 %. 16

17 4.9 STUDIENFINANZIERUNG Die Studierenden sind gebeten worden anzugeben, wie sie derzeitig ihr Studium finanzieren (Abbildung 7). Aus einer Liste mit acht Antwortmöglichkeiten konnten sie die drei wichtigsten wählen und zusätzlich eine andere Finanzierungsquelle benennen, die nicht in der Liste enthalten war. Abbildung 7: Art(en) der Studienfinanzierung, Angaben in % (Mehrfachantworten möglich) Unterstützung durch Eltern/Verwandte 68,6 Eigener Verdienst aus Erwerbstätigkeit neben dem Studium Eigene Mittel, die vor dem Studium erworben/angespart wurden Ausbildungsförderung nach dem BAföG 27,2 33,1 42,0 Unterstützung durch (Ehe-)Partner/in 5,6 Kredit (z.b. von der KfW) 3,1 Stipendium 1,7 Mehr als zwei Drittel der Befragten (68,6 %) geben die Unterstützung durch Eltern oder andere Verwandte als Finanzierungsquelle an. Am zweithäufigsten, mit 42,0 % vertreten, sind Einnahmen aus Erwerbstätigkeiten, die neben dem Studium ausgeübt werden. Ein weiteres Drittel der Studienanfängerinnen und -anfänger lebt von Ersparnissen. Die Ausbildungsförderung nach dem BAföG wird von 27,2 % als Finanzierungsquelle benannt. Deutlich seltener vertreten ist die Unterstützung durch den/die (Ehe-)Partner/in (5,6 %), die Aufnahme eines Kredites (3,1 %) und ein Stipendium (1,7 %). Als zusätzliche Finanzierungsquelle wurde z.b. das Kindergeld genannt. Etliche Freitextantworten richteten sich auch auf den BAföG-Bezug, dessen Bewilligung noch aussteht. Eine weitere Frage zur Finanzierung des Studiums lautete: Sehen Sie die Finanzierung Ihres Studiums für dessen gesamte Dauer zum jetzigen Zeitpunkt als gesichert an? Anhand der Antworten ergibt sich, dass lediglich bei 34,4 % der Studierenden die Studienfinanzierung gesichert ist und zwar unabhängig von der Studiendauer. Bei den übrigen 65,6 % ergeben sich diesbezüglich Einschränkungen: 17,8 % meinen, dass ihr Studium finanziell dann abgesichert sei, wenn sie dieses so schnell wie möglich abschließen. Als abgesichert sehen 18,2 % ihr Studium, wenn sie immer einer Erwerbstätigkeit nachgehen und dadurch Geld verdienen. 17

18 Weitere 17,7 % sehen ihr Studium an der Universität Hamburg allerdings nicht für die gesamte Studiendauer, sondern lediglich für einige Semester abgesichert. 12,0 % äußern sich unentschlossen und können zum derzeitigen Zeitpunkt keine endgültige Aussage über die Absicherung der Studienfinanzierung treffen ERWERBSTÄTIGKEIT NEBEN DEM STUDIUM Wie aus der Frage nach den wichtigsten Finanzierungsquellen hervorgeht, nimmt das Ausüben einer Erwerbstätigkeit eine wichtige Rolle für die Studienfinanzierung ein: Von den Erstsemestern gehen 45,2 % einer Tätigkeit neben dem Studium nach und 20,6 % planen, ausschließlich für die vorlesungsfreie Zeit eine Tätigkeit auszuüben. 34,2 % gehen keiner Nebentätigkeit nach. Abbildung 8 veranschaulicht den wöchentlichen Arbeitsumfang der erwerbstätigen Studierenden. Nahezu zwei Drittel der erwerbstätigen Erstsemester (61,9 %) arbeiten zwischen 5 und 14 Stunden in der Woche. 8,8 % arbeiten sogar 19 Stunden oder mehr wöchentlich. Abbildung 8: Wöchentlicher Arbeitsumfang der erwerbstätigen Studierenden, Angaben in % 30,4 31,5 15,3 13,9 8,8 weniger als 5 Stunden 5-9 Stunden Stunden Stunden 19 Stunden oder mehr 4.11 FAMILIENARBEIT/KINDERBETREUUNG Von den befragten Studierenden haben 7,1 % Kinder, die bei ihnen mit im Haushalt leben. Da auf die Frage, ob neben dem Studium Familienarbeit geleistet wird. aber 11,2 % mit ja antworten, scheint es sich bei der Form der Familienarbeit nicht nur um Kinderbetreuung zu handeln, sondern z.b. auch um die Pflege von Angehörigen EHRENAMTLICHES ENGAGEMENT Mehr als ein Fünftel der Studienanfängerinnen und -anfänger engagieren sich neben ihrem Studium ehrenamtlich (22,1 %). Von diesen wenden 75,5 % bis zu fünf Stunden und 17,9 % sechs bis neun Stunden wöchentlich auf. 6,6 % der Befragten investieren 10 und mehr Stunden in ihr ehrenamtliches Engagement CHRONISCHE KRANKHEIT/BEHINDERUNG 3,1 % der neuen Studierenden geben an, sie seien durch eine chronische Krankheit oder Behinderung wesentlich in ihrem Studium eingeschränkt. 18

19 5. WIE SIND DIE STUDIENANFÄNGERINNEN UND STUDIENANFÄNGER AN DIE UNIVERSITÄT HAMBURG GEKOMMEN? Das nachfolgende Kapitel beschäftigt sich neben den Gründen für die Wahl der Universität Hamburg als Studienort mit der Frage, bei wie vielen Hochschulen sich die Studienanfängerinnen und -anfänger beworben haben und ob es sich bei dem aufgenommenen Studium um ihr Wunschstudium handelt. 5.1 ANZAHL DER HOCHSCHULBEWERBUNGEN Mehr als die Hälfte der Befragten (54,7 %) haben sich nicht nur an der UHH um einen Studienplatz beworben, sondern an mehrere Hochschulen Bewerbungen verschickt. Die HZB-Note hat indes keinen Einfluss auf die Bewerbungshäufigkeit. Auch Studierende mit (sehr) guter HZB-Note haben sich an mehr als einer Hochschule beworben. Durchschnittlich haben sich die Mehrfachbewerber an vier Hochschulen beworben, wobei mehr als ein Viertel von ihnen (26,1 %) sechs und mehr Bewerbungen verschickt haben. 5.2 HOCHSCHUL-PRIORITÄT DER MEHRFACH-BEWERBERINNEN UND BEWERBER Obwohl sich ein Großteil der Studienanfängerinnen und -anfänger an mehreren Hochschulen beworben hat, geben 76,1 % an, dass die Universität Hamburg ihre erste Wahl ist. 17,9 % nennen die Universität Hamburg als zweite Priorität und 6,0 % geben an, sie sei dritte oder nachfolgende Priorität. 5.3 WUNSCHSTUDIUM Nicht nur als Studienort ist die Universität Hamburg für die meisten Befragten erste Wahl, auch in inhaltlicher Hinsicht geben 89,0 % an, dass es sich bei dem aufgenommenen Studium um ihr Wunschstudium handelt. 5.4 GRÜNDE FÜR DIE WAHL DER UHH Die Studierenden sind gebeten worden, ihre Gründe für die Wahl der Universität Hamburg als Studienort anzugeben. Insgesamt konnten die Befragten aus 14 Antwortmöglichkeiten diejenigen wählen, die ihre Entscheidung am besten begründen. Außerdem hatten sie die Möglichkeit über ein offenes Antwortfeld weitere Gründe zu ergänzen. Abbildung 9 zeigt, dass die sechs am häufigsten gewählten Gründe das private Umfeld und die Lebensgestaltung der Studierenden betreffen. So geben z.b. jeweils über die Hälfte der Befragten an, dass die Universität Hamburg nahe am eigenen Heimatort liegt (54,4 %) und dass die Stadt sich durch ein gutes Freizeitangebot auszeichnet (52,6 %). 19

20 Abbildung 9: Gründe für die Wahl der Universität Hamburg, Angaben in % (Mehrfachantworten möglich) Nähe zum Heimatort (N=888) Hamburg bietet ein gutes Freizeitangebot (N=859) Eltern/Verwandte/Freunde leben in Hamburg (N=633) 38,8 54,4 52,6 Gute Lebensbedingungen in Hamburg (N=462) 28,3 Partner/in studiert/lebt in Hamburg (N=352) Finanzielle Gründe (N=335) Vielfältiges Lehrangebot (N=319) Gute Ausstattung der UHH (N=271) Guter Ruf des Fachbereich/Instituts des Studiengangs (N=248) Studiengang kann nur an der UHH studiert werden (N=222) Guter Ruf der UHH (N=207) Zulassungsbeschränkungen an der gewünschten Hochschule (N=146) Guter Ruf der Lehrenden im Studiengang (N=92) Gute Bewertungen des Studienfachs der UHH in einem Hochschulranking (N=68) 21,6 20,5 19,5 16,6 15,2 13,6 12,7 8,9 5,6 4,2 Sieben der 14 Gründe für die Hochschulwahl beziehen sich explizit auf das Studium an der Universität Hamburg, wobei mit 19,5 % das vielfältige Lehrangebot und mit 16,6 % die Ausstattung der Universität am häufigsten genannt werden. Dass der Fachbereich bzw. das Institut des gewählten Studiengangs einen guten Ruf hat, nennen 15,2 %. Auch der Umstand, dass die UHH aufgrund ihrer Fächervielfalt Studiengänge anbietet, die es an anderen Hochschulen nicht gibt, stellt ein Grund für die Hochschulwahl dar (13,6 %). Der Ruf der Universität beeinflusste die Entscheidung von 12,7 % der Befragten. Weniger ausschlaggebend sind der Ruf der Lehrenden am eigenen Fachbereich (5,6 %) und Bewertungen des gewählten Studienfachs bei Hochschulrankings (4,2 %). Dass die Befragten an der Universität Hamburg aufgrund von Zulassungsbeschränkungen an der eigentlich gewünschten Hochschule studieren, bescheinigen 8,9 %. 20

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