SVEN-DAVID MÜLLER CHRISTIANE WEISSENBERGER

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1 SVEN-DAVID MÜLLER CHRISTIANE WEISSENBERGER Ernährungsratgeber Typ-2-Diabetes Genießen erlaubt

2 18 Diabetes mellitus wichtig zu wissen Alkohol ist generell für Diabetiker nicht geeignet. Fettleber sollten die Blutzuckerwerte optimiert und bestehendes Übergewicht dauerhaft reduziert werden. Menschen, die unter Fettstoffwechelstörungen leiden, sollten keinen Alkohol trinken. Alkohol ist ein Giftstoff, der sich negativ auf den Stoffwechsel auswirkt. Grundsätzlich sind Alkoholika auch der gepriesene Rotwein nicht gut für Diabetiker. Grüner Tee wirkt blutzuckerregulierend und ist als Getränk für Diabetiker gut geeignet.

3 Die Folgeschäden des Diabetes mellitus 19 Die Folgeschäden des Diabetes mellitus Folgeschäden werden insbesondere durch eine schlechte Blutzucker- und Blutdruckeinstellung hervorgerufen. Die erhöhten Blutzuckerwerte, die bei Diabetikern auch bei bester Blutzuckereinstellung, Selbstkontrolle und optimaler Ernährungsweise natürlich immer wieder auftreten können, führen zur Verzuckerung von Proteinen im Körper und rufen weitere Reaktionen hervor, die insbesondere die Nerven und die Blutgefäße schädigen. Diabetiker erleiden häufiger einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall als Gesunde. Häufige Diabetesfolgen sind: Gefäßschädigung (diabetische Makroangiopathie/Mikroangiopathie) Nierenschädigung (diabetische Nephropathie) Nervenschädigung (diabetische Neuropathie) Augenschädigung (diabetische Retinopathie) Die sogenannten Verzuckerungen von Proteinen schädigen insbesondere Nerven und Blutgefäße. Diabetiker leiden zu 75,2 Prozent unter Bluthochdruck 11,9 Prozent unter Augenschädigung 10,6 Prozent unter Nervenschädigung 9,1 Prozent unter einem Herzinfarkt 7,4 Prozent unter Durchblutungsstörungen 4,7 Prozent unter einen Schlaganfall 3,3 Prozent unter Nierenschädigung 1,7 Prozent unter einem diabetischen Fuß Die Komplikationen und Folgen des Diabetes mellitus sollten Sie nicht unterschätzen oder verharmlosen: Die diabetische Nervenschädigung kann zur Fußamputation führen, die diabetische Augenschädigung kann mit der Erblindung enden, die diabetische Nierenschädigung mit der Dialysepflicht. Und tödliche Herzin-

4 20 Diabetes mellitus wichtig zu wissen farkte sowie schwere Schlaganfälle sind bei Diabetikern durch die Gefäßschädigungen besonders häufig. Die gute Nachricht jedoch ist: Allen diabetischen Folgekomplikationen kann durch gute Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckeinstellungen vorgebeugt werden! Mit einem gesunden Lebensstil können Sie den Folgekomplikationen von Diabetes wirksam entgegentreten.

5 Die Selbstkontrolle 21 Die Selbstkontrolle Diabetes mellitus ist eine schwerwiegende Erkrankung, die eine Reihe von Folgen nach sich ziehen kann. Um das weitgehend vermeiden zu können, ist es für den Patienten erforderlich, Blutzucker und Blutdruck regelmäßig selbst zu bestimmen. Die Werte sollten grundsätzlich in entsprechenden Kontroll-Tagebüchern aufgeschrieben werden. Diese Tagebücher sind dann auch die Grundlage für das ärztliche Gespräch. Urinzuckerbestimmung Typ-2-Diabetiker, die kein Insulin spritzen, sollten mehrmals täglich, mindestens aber morgens nüchtern sowie mittags und abends, den Urinzucker bestimmen. Scheidet der Körper keinen Zucker über den Urin aus, liegt der Blutzucker unter 160 bis 180 mg/dl. Wird Zucker mit dem Urin ausgeschieden, liegt der Blutzuckerspiegel oberhalb dieser Werte, im sogenannten Nieren- Tragen Sie Ihre Werte regelmäßig in das Kontroll-Tagebuch ein.

6 22 Diabetes mellitus wichtig zu wissen schwellenbereich. Der Organismus genauer: die Nieren sind dann nicht mehr in der Lage, den Zucker aus dem Primärharn zurückzuholen und an der Ausscheidung zu hindern. Der Zucker geht mit dem Urin verloren und das zeigt sich an einer Verfärbung des Urinzuckerteststreifens: ein deutliches Zeichen für einen zu hohen Blutzucker! Kein Zucker im Urin heißt: Blutzucker unterhalb der Nierenschwelle (<160 bis 180 mg/dl). Zucker im Urin heißt: Blutzucker oberhalb der Nierenschwelle (>160 bis 180 mg/dl). Ketonkörperbestimmung Ketonkörper entstehen im menschlichen Organismus im Rahmen des Hungerstoffwechsels. Zudem kommt es bei extremem Insulinmangel zur Bildung von Ketonkörpern. Diese entstehen, wenn Fett zur energetischen Versorgung des Körpers herangezogen wird. Das passiert bei extrem niedriger Kalorienzufuhr, extremem Insulinmangel und Insulinresistenz. Oft scheiden Diabetiker Ketone aus, wenn sie vergessen haben, Insulin zu spritzen oder wenn sie abnehmen. Die Ketonkörperausscheidung zeigt Typ-2-Diabetikern, dass der Körper das Bauchfett abbaut. Ketonkörper lassen sich wie Urinzucker mit einem Urinteststreifen leicht bestimmen. Bei einer Diät ist das Ausscheiden von Ketonkörpern ein Anzeichen dafür, dass tatsächlich Fett abgebaut wird. Blutzuckerbestimmung Typ-2-Diabetiker, die Insulin spritzen oder bestimmte Tabletten einnehmen, müssen auch den Blutzuckerspiegel messen. Dafür benötigen Sie nicht unbedingt ein Blutzuckermessgerät, auch das Ablesen von Blutzuckerteststreifen ist möglich. Aber Blutzuckermessgeräte gibt es heute schon für 20 Euro zu kaufen. Blutzuckermessgeräte ermitteln den Blutzucker aber nicht hundertprozentig genau und sind dem selbstständigen Ablesen von Teststreifen nicht deutlich überlegen. Die Messungenauigkeit liegt bei 5 bis 10 Prozent und kann durch fehlerhafte Bedienung deutlich nach oben und unten abweichen. In der Regel messen die Geräte im Bereich der Werte unter 100 mg/dl genauer als bei Hyperglykämi-

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