U3L-Seminar WS 2015/16
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- Joseph Berg
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1 Grundbegriffe der Wirtschaftswissenschaften Einführung in VWL und BWL U3L-Seminar WS 2015/16 Alexander Elsas Seite 1
2 Staatliche Eingriffe Staatliche Wirtschaftspolitik hält es oft für erforderlich, in die freie Preisbildung einzugreifen, sei es aus sozialen Gründen oder zur Förderung bestimmter Wirtschaftszweige. Wenn die Preisbildung nicht allein Angebot und Nachfrage überlassen bleibt, spricht man allgemein von administrativen Preisen oder auch politischer Preisbildung. Direkte Eingriffe: Höchstpreise Mindestpreise Indirekte Eingriffe: Zölle, Transferzahlungen, Exportprämien, Vorratshaltung, Einfuhrverbote Sperber, S. 34; Weitz / Eckstein, S Seite 2
3 Höchstpreis Erscheint dem Staat der Marktpreis eines Gutes als zu hoch, setzt er einen Höchstpreis unterhalb des Marktpreises fest. Höchstpreispolitik in Deutschland bspw. im Rahmen des Mieterschutzes. Höchstpreise für lebenswichtige Güter in sozialistisch orientierten Staaten und auch in Deutschland kurz nach dem Krieg. Konsequenz: Nachfrage übersteigt das Angebot; der niedrige Preis demotiviert die Anbieter, während die Nachfrage zunimmt. Mietwohnungen: eine künstliche Wohnungsknappheit wird erzeugt. Sperber, S. 35 Seite 3
4 Höchstpreis Die knappen Güter müssen dann, da der Preis seine Ausgleichsfunktion verliert, anders zugeteilt werden. Typische Erscheinungsformen sind Warteschlangen, Bezugsscheine sowie sogenannte graue bzw. schwarze Märkte, an denen (illegal) viel höhere Preise gezahlt werden. Auf den offiziellen Märkten kommt es zu einem zurückgestauten Preisanstieg. Bei einer späteren Freigabe der Preise schießen diese entsprechend in die Höhe. Sperber, S. 35 Seite 4
5 Höchstpreis Sperber, S. 34 Seite 5
6 Höchstpreis: Staatliche Angebotsergänzung Privates Angebot: x2 Staatliche Ergänzung: xs x2 Produzentenrente: Vermindert um P*ADP2 (Umverteilung) Konsumentenrente: Erhöht sich um P*AEP2 ( PR + AED) Staat finanziert DFE: Damit Kosten um AFE > Nutzen! AFE = Wohlfahrtsverlust Roth, S Seite 6
7 Mindestpreis Mindestpreise gelten beispielsweise auf dem europäischen Agrarmarkt, um den Landwirten ein gewisses Einkommen zu sichern. Da die staatlich garantierten Preise über dem Marktpreis liegen, führen sie zu Angebotsüberschüssen bei den betreffenden Produkten, die von der EU aufgekauft werden müssen. Die Kosten dafür sowie für die Lagerung oder Vernichtung der entstehenden Butterberge, Weinseen und Obsthalden im Ausmaß von Millionen von Tonnen trägt der Steuerzahler. Ein Teil der produzierten Waren wird zu Weltmarktpreisen oder darunter ins Ausland verkauft, wobei den Landwirten die Differenz zum Mindestpreis über Exportsubventionen erstattet wird. Sperber, S Seite 7
8 Mindestpreis Damit ausländische Anbieter beispielsweise aus Entwicklungsländern nicht mit billigen Produkten auf den heimischen Markt drängen, werden Importe mit Zöllen belegt. Die negativen ökonomischen und sozialen Folgen des staatlichen Markteingriffs sind offensichtlich. Eine Form von Mindestpreisen bilden auch die zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern vereinbarten Tariflöhne, sofern sie und dies ist etwa bei Geringqualifizierten wohl häufig der Fall über den Löhnen liegen, die marktmäßig zustande kommen würden. Januar 2015: Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns Mindestlohngesetz (MiLoG) Sperber, S. 36, Seite 8
9 Mindestpreis Sperber, S. 36 Seite 9
10 Diskussion Mindestlohn Mindestlohnaussetzung für Flüchtlinge? Seite 10
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