Optik Spektrometer Gitterspektrometer
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- Sven Gehrig
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1 Optik Spektrometer Gitterspektrometer LD Handblätter Physik P Ausmessung der Linienspektren von Edelgasen und Metalldämpfen mit einem Gitterspektrometer Versuchsziele Justierung des Gitterspektrometers Ausmessung eines Linienspektrums Identifizierung der ausgemessenen Lichtquelle Bestimmung des Abstandes der beiden gelben Natrium-D-Linien 0206-Wit Grundlagen Zum Leuchten angeregte Edelgase und Metalldämpfe emittieren Spektrallinien, also eine bestimmte Auswahl von Wellenlängen, die für das Element charakteristisch sind. Durch genaue Messung der Wellenlängen können Aussagen über die Lichtquellen gemacht werden. Mit einem Beugungsgitter ist es möglich, die Spektrallinien zu trennen. Am Gitter wird das Licht gebeugt, Lichtstrahlen einer Wellenlänge überlagern sich und geben scharfe Intensitätsmaxima. Langwelliges Licht wird stärker abgelenkt als kurzwelliges. Im Gitterspektrometer tritt das Licht divergent durch den in seiner Breite und Höhe veränderbaren, vertikalen Spalt S und fällt auf das Objektiv O 1, das sich im Abstand der Brennweite vom Spalt befindet (siehe Fig. 1). Spalt und Objektiv bilden zusammen einen Kollimator. Hinter dem Objektiv gelangt das Licht als paralleles Strahlenbündel zum Gitter G, d.h. alle Strahlen fallen unter dem gleichen Winkel auf das Gitter. Das Licht wird durch das Gitter gebeugt, wobei jede Wellenlänge eine andere Ablenkung erfährt. Schließlich werden durch ein weiteres Objektiv O 2 alle parallelen Strahlen einer Wellenlänge in der Brennebene des Objektivs zu einem Bild des Spaltes S vereinigt. In der Brennebene entsteht so ein reines Spektrum, das mit dem Okular O betrachtet werden kann. Objektiv O 2 und Okular O bilden zusammen ein auf unendlich eingestelltes astronomisches Fernrohr. Zur Ausmessung der Ablenkwinkel ist das Fernrohr an einem drehbaren Arm befestigt. Bei Drehung des Fernrohres wird ein in der Brennebene des Okulars befindliches Fadenkreuz auf die einzelnen Spektrallinien eingestellt. Zur Messung der Winkel und somit der relativen Lage der einzelnen Linien ist die Position des Fernrohres an einer in halben Winkelgraden geteilten Skalenscheibe, dem sog. Teilkreis, zu einem Goniometer vereinigt. Durch einen Nonius kann die Position auf eine Winkelminute genau abgelesen werden. Die Abhängigkeit der Beugung von der Wellenlänge ist linear (sin, Normalspektrum). Damit die Wellenlängen einer unbekannten Lichtquelle den Ablenkungen durch das Gitter zugeordnet werden können, muß das Gerät im Gegensatz zum Prismenspektrometer (Dispersionsspektrum) nicht kalibriert werden. Anhand der Ablenkungen der einzelnen Spektrallinien einer unbekannten Lichtquelle können die zugehörigen Wellenlängen berechnet werden. Aus diesen wird anschließend durch Vergleich mit einem geeigneten Tabellenwerk die Lichtquelle bestimmt. Fig. 1 Strahlengang in einem Gitterspektrometer 1
2 P LD Handblätter Physik Geräte 1 Spektrometer und Goniometer Kopie eines Rowlandgitters, ca Striche/cm Spektrallampe He; Stiftsockel Spektrallampe Na; Stiftsockel Gehäuse für Spektrallampen mit Stiftsockel Universal-Drossel, in Gehäuse 230 V, 50 Hz Transformator 6 V, 12 V /30VA Kleiner Stativfuß, V-förmig zusätzlich einsetzbar: 1 Spektrallampe Ne; Stiftsockel Spektrallampe Cd; Stiftsockel Spektrallampe Hg/Cd; Stiftsockel Spektrallampe Ti; Stiftsockel Fig. 2 Spektrometer a Fernrohr b Justierschrauben zur seitlichen Verschiebung des Spaltrohrs c Prismentisch d Justierschrauben zur seitlichen Verschiebung des Fernrohrs e Spaltrohr f Spektrometer-Grundgerät Justierung des Spektrometers Um genaue Messungen durchführen zu können, muß das Gerät sorgfältig justiert sein. Spalt und Fadenkreuz des Fernrohrs müssen sich in den Brennebenen der zugehörigen Objektive befinden (teleskopischer Strahlengang). Spalt und Gitter müssen parallel zur Drehachse des Fernrohres verlaufen. Einige Arbeitsschritte bei der Justierung sowie das Ausmessen der Linienspektren sind bei leicht verdunkeltem Raum einfacher. Vorjustierung: Der Prismentisch ist nur begrenzt in der Neigung verstellbar. Um genügend Spielraum für die Feinjustierung zu sichern, sollte er bei der Vorjustierung möglichst waagerecht (Augeaß) eingestellt werden. Fernrohr (a), Prismentisch (c) und Spaltrohr (e) nach Augeaß horizontal ausrichten (siehe Fig. 2). Fernrohr und Spaltrohr mit Justierschrauben zur seitlichen Verschiebung (b), (d) mittig ausrichten und anschließend kontern. Justierschrauben nicht einseitig zu weit lösen, da sie zur Befestigung von Fern- und Spaltrohr dienen. Sicherheitshinweise maximal zulässige Spannung für die Lampe der Beleuchtungseinrichtung (U max = 8 V) nicht überschreiten. Spektrallampen und Gehäuse werden im Betrieb heiß. vor Austauschen abkühlen lassen. Einstellung des Fernrohrs auf unendlich: Hinweis: Fehlsichtige Experimentatoren können mit dem Fernrohr zwar weit entfernte Gegenstände scharf beobachten, das Fernrohr ist aber in diesem Fall definitionsgemäß nicht exakt auf unendlich eingestellt. Genaue Messungen sind dennoch durchführbar, wenn die Justierung des Spaltrohres mit dem so eingestellen Fernrohr vom selben Experimentator durchführt wird. Zur Beobachtung der Spektren durch andere Experimentatoren darf die Scharfstellung anschließend nur durch Verschieben des Okulars a4 erfolgen. Okular (a4) abziehen, Beleuchtungseinrichtung (a3) am Fernrohr befestigen und Okular mit der Öffnung für Beleuchtungseinrichtung (a5) nach unten zeigend wieder einsetzen (siehe Fig. 3). Durch Verschieben des Okulars (a4) im Okulartubus das Fadenkreuz scharf einstellen und ggf. ausrichten. Dabei beachten, daß die Öffnung für die Beleuchtungseinrichtung (a5) am Okular noch nach unten zeigt. Horizontal ausgerichtetes Fernrohr mit der Einstellschraube für Schärfe (a1) auf einen weit entfernten Gegenstand (> 500 m) einstellen. Weil sich das Bild des beobachteten Gegenstandes und das Fadenkreuz bei richtiger Einstellung in der Brennebene des Objektivs befinden müssen, darf zwischen dem beobachteten Gegenstand und dem Fadenkreuz möglichst keine Parallaxe bestehen. Justierung der Beleuchtungseinrichtung: Fernrohr auf das Spaltrohr richten (Spalt leicht geöffnet). Beleuchtungseinrichtung (a3) an Spannung U = 6 V anschließen. Beleuchtungseinrichtung mit Feststellschraube (a2) so am Fernrohr fixieren, daß die Innenseite des Spaltes gut ausgeleuchtet wird, ohne dabei das Okular zu verstellen. 2
3 LD Handblätter Physik P Fig. 3 Fernrohr mit Beleuchtungseinrichtung a1 Einstellschraube für Schärfe a2 Feststellschraube für Beleuchtungseinrichtung a3 Beleuchtungseinrichtung a4 Okular a5 Öffnung für Beleuchtungseinrichtung (verdeckt) a6 Höhenverstellschraube für Fernrohr Einstellung der optischen Achse des Fernrohrs senkrecht und des Gitters parallel zur Spektrometerachse: Gitter auf Halter für Planglasplatte (g) festklemmen und unter einem Winkel von 45 zum Spaltrohr (e) auf die Mitte des Prismentisches stellen, so daß die Verbindungslinie zweier Nivellierschrauben des Prismentisches parallel zu den Seitenflächen des Gitters verlaufen (siehe Fig. 4). Fernrohr (a) senkrecht zu einer Seitenfläche des Gitters ausrichten, so daß sich das Fadenkreuz in der Seitenfläche spiegelt. Horizontalen Teil des Fadenkreuzes und sein Spiegelbild zur Deckung bringen. Dazu jeweils die Hälfte der Differenz mit der Höhenverstellschraube des Fernrohres (a6) (siehe Fig. 3) und die andere Hälfte mit der Nivellierschraube des Prismentisches (c1) einstellen. Die beiden folgenden Schritte so oft wiederholen, bis auf beiden Seiten des Gitters der waagerechte Faden und sein Spiegelbild in Deckung bleiben: 1) Fernrohr entsprechend Fig. 4 um 180 schwenken, so daß sich das Fadenkreuz auf der anderen Seitenfläche des Gitters spiegelt. 2) Kontrollieren, ob sich Faden und Spiegelbild decken. Falls nicht, wie zuvor jeweils die Hälfte der Differenz mit der Höhenverstellschraube des Fernrohres (a6) und die andere Hälfte mit der Nivellierschraube des Prismentisches (c1) einstellen. Höhenverstellschraube des Fernrohres (a6) mittels Gegeutter kontern. Gitter mit Halter vom Prismentisch entfernen. Ausrichtung des Gitters zu den Nivellierschrauben des Prismentisches merken, weil es nur in dieser Position parallel zur Drehachse des Fernrohres verläuft und zur Versuchsdurchführung wieder auf den Prismentisch gestellt werden muß. Beleuchtungseinrichtung von der Spannungsversorgung trennen. Justierung des Spaltrohres: Spalt von außen z.b. mit Glühlampenlicht oder einer der Spektrallampen beleuchten. Fernrohr auf das Spaltrohr richten und den Spalt mit der Mikrometerschraube zur Spaltverbreiterung (e1) etwas öffnen. Spalt mit Schieber (e5) auf eine beobachtbare, geeignete Spalthöhe einstellen. Mit der Höhenverstellschraube des Spaltrohres (e4) den Spalt mittig zum Horizontalfaden des Fadenkreuzes ausrichten und anschließend kontern. Feststellschraube für Spaltauszug (e3) lösen und Spalttubus (e2) in Pfeilrichtung (siehe Fig. 5) so verschieben, daß er scharf abgebildet wird. Durch Drehen des Tubus den Spalt vertikal ausrichten, so daß er parallel zum Vertikalfaden des Fadenkreuzes ist, und Feststellschraube für Spaltauszug (e3) wieder anziehen. Fig. 4 Spektrometer mit Gitter a Fernrohr c1 Nivellierschrauben für Prismentisch e Spaltrohr g Gitter auf Halter Fig. 5 Spaltrohr e1 Mikrometerschraube e2 Spalttubus e3 Feststellschraube für Spalttubus e4 Höhenverstellschraube für Spaltrohr e5 verstellbare Spaltbegrenzung 3
4 P LD Handblätter Physik Aufbau He-Spektrallampe im Gehäuse befestigen, entsprechend Fig. 7 im Stativfuß fixieren, an der Universaldrossel anschließen und einschalten. Spalt mit He-Spektrallampe ausleuchten. Dabei beachten, daß sich die Lampe in der optischen Achse des Spaltrohres befindet. Gitter so auf dem Prismentisch positionieren und Fernrohr so ausrichten, daß das durch den Spalt fallende Licht das Gitter durchstrahlt (von oben betrachten, siehe Fig. 1) und das Spektrum mit dem Fernrohr beobachtet werden kann. Um später genaue Messungen durchzuführen, das Gitter auf die Drehachse des Fernrohres und senkrecht zur opt. Achse des Spaltrohres auf den Prismentisch stellen (Mitte des Prismentisches). Das Auflösungsvermögen wächst mit abnehmender Spaltbreite, zugleich wird jedoch die Lichtintensität des Spektrums geringer: Spaltbreite mit der Mikrometerschraube zur Spaltverbreiterung (e1) auf eine geeignete Breite einstellen. Durchführung Hinweis: Das Spektometer ist mit zwei gegenüberliegenden Nonien ausgestattet. Um Ablesefehler zu verringern und evtl. vorhandene Exzentrizität der Kreisteilung gegen die Drehachse auszugleichen, den Mittelwert beider Ablesungen bilden. a) Ausmessung des He-Linienspektrums: Feststellschraube für Fernrohr (f4) anziehen und Vertikalfaden des Fadenkreuzes mit der Feineinstellung für Fernrohr- Drehung (f3) nacheinander auf die einzelnen Spektrallinien der gleichen Beugungsordnung beider Seiten des Hauptmaximums einstellen. Die zugehörigen Fernrohrpositionen auf der Teilkreisscheibe mit Hilfe der Ableselupen (f6) und der beiden Nonien (f5) ablesen und notieren. Fig. 6 Spektrometer-Grundgerät und Prismentisch c1 Prismentisch c2 Nivellierschrauben für Prismentisch f1 Feststellschraube für Prismentisch f2 Feststellschraube für Teilkreisscheibe f3 Feineinstellung für Fernrohr-Drehung f4 Feststellschraube für Fernrohr (verdeckt) f5 Nonien f6 Ableselupen f7 Teilkreisscheibe b) Bestimmung des Abstandes der beiden Na-D-Linien: He-Spektrallampe gegen Na-Spektrallampe austauschen; beim Ausleuchten des Spaltes wieder darauf achten, daß sich die Lampe in der optischen Achse des Spaltrohres befindet. Erste Beugungsordnung der beiden gelben Na-D-Linien zu beiden Seiten des Hauptmaximums suchen. Vertikalfaden des Fadenkreuzes jeweils auf die Spektrallinien einstellen und die Positionen ablesen und notieren. Messung für die zweite Beugungsordnung wiederholen. Fig. 7 Kompletter Versuchsaufbau nach Justierung 4
5 LD Handblätter Physik P Meßbeispiel und Auswertung a) Ausmessung des He-Linienspektrums: Hinweis: Mit dem Gitterspektrometer können auch Linien geringer Intensität beobachtet werden, die nicht zum Spektrum des jeweiligen Metalldampfes oder Edelgases gehören. Durch den Herstellungsprozeß bedingt, können Fremdgase in den Lampenkolben eingebracht worden sein. Bei Metalldampflampen wird zusätzlich Argon (Ar) als Grundgas verwendet. Es gilt: = sin 2 n N n: Beugungsordnung, : Winkeldifferenz zwischen rechter und linker Spektrallinie in n-ter Ordnung (siehe Fig. 8), N: Strichzahl, : Wellenlänge Mit der angegebenen Strichzahl N = 5700 cm 1 ergeben sich aus den gemessenen Winkeln die in Tab. 1 angegebenen Wellenlängen für die beobachteten Spektrallinien. Sie stimmen mit den Literaturwerten für Helium überein, liegen aber im Mittel um 1,0 über diesen Werten. Berechnet man die Wellenlängen mit einer entsprechend größeren Strichzahl (N = 5706 cm 1 ), so erhält man eine hervorragende Übereinstimmung mit den Literaturwerten (siehe Tab. 1). Tab. 1: Spektrallinien der Beispiellampe He, gemessen bei der Beugungsordnung n = 1 (die Literaturangaben beziehen sich auf die Wellenlängen in Luft bei Normalbedingungen und im Vakuum, zur Definition von siehe Fig. 8) 29,56 31,18 32,62 33,24 39,17 44,79 47, / cm 447,6 471,5 492,7 501,8 588,1 668,4 707, / cm 447,1 471,0 492,2 501,3 587,5 667,7 706,5 Luft 447,0 471,2 492,1 501,5 587,4 667,6 706,3 (I) Vakuum 447,1 471,3 492,2 501,6 587,6 667,8 706,5 Fig. 8 Schema zur Definition des Winkels Zusatzinformation: Das Spektrometer und Goniometer ist auch als Prismenspektrometer (siehe Versuchsbeschreibung P ) einsetzbar. Weil die Ablenkung nicht linear von der Wellenlänge abhängt, wird zur Bestimmung der Wellenlängen der Spektrallinen dann eine Eichkurve benötigt, die mit einer Spektrallampe bekannten Spektrums erstellt wird. Außerdem ist das Auflösungsvermögen nicht so hoch wie das eines guten Gitterspektrometers. Allerdings haben die Prismenspektren mehr Intensität, denn beim Gitterspektrometer geht ein erheblicher Teil der Strahlung in der ungebeugten nullten Ordnung verloren, und der Rest verteilt sich auf mehrere Beugungsordnungen beiderseits der nullten Ordnung. Das hat zur Folge, daß weniger intensive Spektrallinien mit dem Gitterspektrometer kaum noch oder gar nicht mehr beobachtet werden können. b) Bestimmung des Abstandes der beiden Na-D-Linien: Tab. 2: Natrium-D-Linien, gemessen bei den Beugungsordnungen n = 1 und n = 2 Linie n 5706 / cm D , , , ,41 D , , , ,74 Aus Tab. 2 entnimmt man für den Abstand der beiden gelben Natrium-D-Linien die Werte = 0,72 (gemessen bei n = 1) und = 0,67 (gemessen bei n = 2). Der Mittelwert beträgt (D 1 ) (D 2 ) = 0,70. Literaturwert für Wellenlängen in Luft bei Normalbedingungen: (D 1 ) (D 2 ) = 589, ,821 = 0,597 LD DIDACTIC GmbH Leyboldstrasse 1 D Hürth Phone (02233) Telefax (02233) [email protected] by LD DIDACTIC GmbH Printed in the Federal Republic of Germany Technical alterations reserved
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