Prüfung / Lösung KMU-Finanzexperte Modul 10 Private Finanzplanung Subthema: Finanzplanung Hauptprüfungsexperte: Urs A. Büchler 1. Juli 2008 Prüfungsmodus Prüfungsdauer schriftliche Klausur 60 Minuten Punktemaximum: 40 Erlaubte Hilfsmittel: Taschenrechner, BVG Gesetz, OR & ZGB Kandidatennummer Erstkorrektur:... Zweitkorrektur:... Erreichte Punkte: Note: KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 1 von 15
Hinweise zur Prüfung Die Prüfung gliedert sich in 2 Teile: Teil Basiswissen (Warm-up) 15 Punkte Teil Fallanwendung 25 Punkte Total 40 Punkte Die Prüfung ist mit Kugelschreiber oder Tintenhalter zu schreiben (nicht mit Bleistift). Bei Fragen mit vorgegebenen Antworten (Multiple Choice) können eine, mehrere oder alle Antworten richtig sein; falsch angekreuzte Antworten geben Abzug; die Mindestpunktzahl pro Frage ist null). Viel Erfolg an der Prüfung! Beilagen Prüfungsfragen AHV Skala 44 Hilfsraster Vorsorgeanalyse Hilfsraster Finanzplanung KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 2 von 15
Basiswissen 1. Definition Private Finanzplanung (5 Punkte) Herr Peter Meister, 60 Jahre, Inhaber der M&M Werbeagentur AG, wurde von seiner Hausbank zu einem Anlass zum Thema Private Finanzplanung eingeladen. Er möchte von Ihnen folgendes wissen: Aufgabe: Definieren Sie den Begriff Private Finanzplanung. Private Finanzplanung ist die Synthese aus Steuer- und Rechtsberatung, Finanzmathematik und dem vertieften Wissen über Produkte aus der Bank-, Versicherungsund Immobilienbranche. Als fachübergreifende Disziplin beinhaltet die Private Finanzplanung Inhalte der Psychologie, der Betriebswirtschaftslehre sowie der Rechtswissenschaft. Sie ist ein systematischer Prozess, in dem die finanziellen Verhältnisse des Privathaushaltes eines Mandanten analysiert, nach Liquidität, Vermögen und Risikoabsicherung strukturiert sowie anschliessend optimiert werden. Ausgangspunkt der Privaten Finanzplanung ist die detaillierte Bestandesaufnahme des Vermögens, der Einnahmen und Ausgaben als auch die Absicherung gegen bestimmte Risiken. Ziel der Privaten Finanzplanung ist es, die kurz-, mittelund langfristigen Ziele und Wünsche des Mandaten mit dessen finanziellen Möglichkeiten zu koordinieren. Kennzeichnend für die Private Finanzplanung ist daher die dynamische, ganzheitliche Analyse und Beratung des Mandanten im Hinblick auf seine individuelle finanzielle und persönliche Situation. KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 3 von 15
2. Ablaufprozess einer Finanzplanung (5 Punkte) Zeigen Sie Herrn Peter Meister einen Ablaufprozess einer Finanzplanung auf und erstellen Sie eine umfassende Liste aller Unterlagen, welche Sie für eine solche Beratung benötigen. Ablauf 1. Erstgespräch a. Vereinbarung der Ziele des Kunden b. Aufnahme der persönlichen Daten c. Bestimmung des Umfangs der Beratung und deren Kosten 2. Datenaufnahme und Datenanalyse a. Vermögensdaten b. Schulden c. Vorsorge d. Budget e. Immobilienfinanzierung f. Ehe- und erbrechtliche Dokumente g. Steuern h. Spezielles: Alimentenzahlungen, Unternehmung, Beteiligungen, Anwartschaften, etc 3. Erstellen des Finanzplanungsberichtes 4. Besprechung des Finanzplanungsberichtes 5. Korrekturen 6. Finale Besprechung 7. Umsetzung der Massnahmen des laufenden Jahres 8. Jährliche Besprechung der umzusetzenden Massnahmen Unterlagen 1. Steuererklärung 2. aktuellen Depot- und Bankauszüge 3. aktuellen Rückkaufswerte von Versicherungen Säule 3a und 3b (wenn vorhanden mit Offerten) 4. aktuellen Vermögensbestände Säule 3a Bank 5. Pensionskassen- und Kaderplanausweise 6. Pensionskassen- und Kaderplan Reglemente 7. Verkehrswert der Immobilien 8. Hypothekenverträge 9. Ehe- und Erbvertrag 10. Konkubinatsvertrag 11. Testament KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 4 von 15
3. Mitarbeitender Ehepartner (5 Punkte) Im Betrieb von Herrn Peter Meister arbeitet seine Frau Sonja, 50 Jahre alt, im Sekretariat und in der Buchhaltung mit. Pro Woche arbeitet Sie zirka 3 bis 4 Tage im Betrieb. Bis jetzt hat sie noch nie einen Lohn bezogen. Herr Meister hat in den letzten Jahren durchschnittlich CHF 180'000 Lohn und CHF 20'000 Dividende bezogen. Herr Meister hat in der Zeitung gelesen, dass es sinnvoll ist, wenn der im eigenen Betrieb mitarbeitende Ehepartner ebenfalls einen Lohn bezieht. Er möchte von Ihnen folgendes wissen: 3.1. 5 Argumente, welche für eine solche Lösung sprechen. 3.2. Wie würden Sie die Lohnsumme von CHF 180'000 und Dividende CHF 20'000 auf ihn und seine Frau aufteilen würden. 3.1 Absicherung der Ehefrau im Falle einer Invalidität / Todesfall Verteilung des Alterskapitals auf zwei Personen mit unterschiedlichen Bezugsmöglichkeiten Erhöhung der Einkaufssumme Zweifache Einzahlung der Säule 3a möglich 3.2. Ehefrau: BVG Maximallohn Ehemann: Differenz Dividende: 100% Mann, da nicht bekannt ob die Ehefrau am Betrieb beteiligt ist. KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 5 von 15
Fallanwendungen 1. Vorsorgeanalyse (5 Punkte) Herr Martin Huber (50) ist seit 25 Jahren mit Sophie Huber-Schmid (48) verheiratet. Aus der Ehe ging eine Tochter Susanne (24) hervor. Aufgabe: Herr Huber möchte von Ihnen eine Vorsorgeanalyse erstellt haben und Vorschläge zur Deckung allfälliger Lücken erhalten. Hierzu erhalten Sie folgende Angaben sowie einen Analyseraster: Lohneinkommen Herr Huber hat einen Jahreslohn von CHF 120'000. Bedarf bei Invalidität 90% bei Tod 80%. AHV Gemäss Ihren Abklärungen erhält Herr Huber die Maximalrenten. Krankentaggeld, UVG & UVG Zusatz Krankentaggeld BVG Koordination Wartefrist Leistungsdauer UVG UVG-Z max. versicherter Lohn: CHF 250 000 80% Lohn / Arbeitgeberbeitrag 50% 30 Tage 730 Tage UVG CHF 126 000 max. versicherter Lohn: CHF 250 000 Heilungskosten Privat BVG Plan Max. anrechenbarer Lohn CHF 250 000 Koordinationsabzug gemäss BVG Max. versicherbarer Lohn Max. anrechenbarer Lohn abzüglich Koordinationsabzug gemäss BVG 24-34 7% Alterssparbeiträge 35-44 10% 45-54 15% 55-65 / 64 18% Invalidenrente IV - Kinderrente / 18 Jahre Wartefrist für IV-Leistungen 40% des versicherten Lohnes 8% des versicherten Lohnes 24 Monate Ehegatten- / Partnerrente Waisenrente / 18 Jahre 24% des versicherten Lohnes 8% des versicherten Lohnes KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 6 von 15
Todesfallkapital Krankheit & Unfall 400% des max. versicherbaren Lohnes Altersguthaben per 01.01.2007 CHF 300 000 Private Vorsorge Herr Huber hat eine Säule 3a Versicherung abgeschlossen, welche folgende Versicherungsdeckungen beinhaltet: Erwerbsunfähigkeitsrente bei Unfall und Krankheit / Wartefrist 12 Monate CHF 36 000 Todesfallkapital bei Krankheit CHF 200 000 Zusatztodesfallkapital bei Unfall CHF 100 000 Martin Huber Vorsorge bei Lohnausfall Einkommen Krankheit Unfall Kapitalleistung Taggeldleistungen Kapitalleistung Taggeldleistungen 1. Obligatorische Versicherungen Krankentaggeld gem. Arbeitsvertrag 96'000 UVG Invalidenrente 96'000 2. Freiweillige Versicherungen Kranken- / Unfalltaggeld UVG-Zusatzversicherung Taggeld aus Lebensversicherungen Säule 3a EU-Rente 36'000 36'000...... Bestehender Versicherungsschutz 132'000 132'000 Versicherungsbedarf 108'000 108'000 Vorsorgelücke -24'000-24'000 3. Salärfortzahlungspflicht gemäss Arbeitsvertrag... Monaten 120'000 120'000 KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 7 von 15
Martin Huber Vorsorge bei Invalidität Einkommen Krankheit Unfall Kapitalleistung Rentenleistungen Kapitalleistung Rentenleistungen 1. Obligatorische Versicherungen AHV Invalidenrente 26'520 26'520 AHV Kinderrente UVG Invalidenrente 81'480 BVG Invalidenrente 38'718 BVG Kinderrente 2. Freiweillige Versicherungen UVG Zusatzversicherung Private Unfallversicherung Lebensversicherung Säule 3a EU-Rente 36'000 36'000 Bestehender Versicherungsschutz 101'238 144'000 Versicherungsbedarf 108'000 108'000 Vorsorgelücke 6'762-36'000 Martin Huber Vorsorge für die Hinterbliebenen Einkommen Krankheit Unfall Kapitalleistung Rentenleistungen Kapitalleistung Rentenleistungen 1. Obligatorische Versicherungen AHV Witwenrente 21'216 21'216 AHV Waisenrente UVG Ehegattenrente 48'000 UVG Waisenrente BVG Partnerrente 23'230 BVG Waisenrente BVG Kapialleistung 387'180 2. Freiweillige Versicherungen UVG Zusatzversicherung Private Unfallversicherung Lebensversicherung Säule 3a 200'000 8'000 300'000 12'000 Bestehender Versicherungsschutz 587'180 52'446 300'000 81'216 Versicherungsbedarf Vorsorgelücke -52'446-81'216 KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 8 von 15
2. Steueroptimierung mittels Einkauf in die Pensionskasse (6 Punkte) Herr Thomas Fischer, geb. 20.06.1951, verheiratet, Wohnsitz Stadt Zürich, ist seit 10 Jahren bei der Firma Webco AG als Marketingleiter angestellt. Sein AHV Lohn beträgt CHF 250'000. Je nach Geschäftsgang wird ein zusätzlicher Bonus von maximal CHF 50'000 ausbezahlt. Dieser Bonus ist von der beruflichen Vorsorge ausgeschlossen. Der Pensionskassenplan sieht wie folgt aus: Max. anrechenbarer Lohn CHF 250 000 Koordinationsabzug CHF 23 205 Max. versicherbarer Lohn Altersparbeiträge 25-34 10% 35-44 15% 45-54 20% 55-65 25% Verzinsung Alterskapital 2.50% pro Jahr Altersguthaben per 31.12.2007 CHF 750 000 Max. anrechenbarer Lohn abzüglich Koordinationsabzug Aufgaben Herr Fischer möchte von Ihnen folgende Fragen beantwortet haben: 2.1 Aufgabe (3 Punkte) Wie hoch ist der Betrag, mit welchem er sich noch in den Pensionskassenplan einkaufen kann? Versicherte Person: Thomas Fischer Einkaufsmöglichkeiten gemäss Pensionskasse Geburtsdatum: 20.06.1951 Theoretisches Altersguthaben: Alter Satz pro Jahr Total Betrag Berechnungsgrundlagen 18-24 0.0% 0.0% - 25-34 10.0% 100.0% 226'795 Versicherter Jahreslohn 1) 250'000 35-44 15.0% 150.0% 340'193 Koordinationsabzug -23'205 45-54 20.0% 200.0% 453'590 Koordinierter Jahreslohn 226'795 55-65 25.0% 75.0% 170'096 Theoretischer Einkaufsbetrag 1'190'674 Abzüglich effektives Altersguthaben -750'000 Berechnung des effektiven Altersguthabens Maximaler Einkaufsbetrag 440'674 Altersguthaben im Planungsjahr 1.1. 2008 750'000 Vorbezug im Rahmen WEF (Art. 30a ff. BVG) 0 Freizügigkeitsleistungen 0 Selbständigerwerbende: Guthaben aus Säulen 3a 0 Ergebnis der Einkaufsmöglichkeiten Total 750'000 Einkäufe in die Pensionskasse sind möglich bis zu einem Betrag von 440'700 KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 9 von 15
2.2 Aufgabe (3 Punkte) Wie hoch wird sein Alterskapital mit Alter 65 sein, wenn er die in Aufgabe 2.1 berechnete Einkaufssumme, verteilt auf die kommenden vier Jahre, einkaufen wird? Versicherte Person: Thomas Fischer Jahr Alter Jahresbeitrag Einkäufe Altersguthaben Geburtsdatum: 20.06.1951 2008 57 25.0% 56'699 110'000 935'400 2009 58 25.0% 56'699 110'000 1'125'500 2010 59 25.0% 56'699 110'000 1'320'300 Berechnungsgrundlagen 2011 60 25.0% 56'699 110'000 1'520'000 2012 61 25.0% 56'699 1'614'700 Versicherter Jahreslohn 250'000 2013 62 25.0% 56'699 1'711'800 Koordinationsabzug -23'205 2014 63 25.0% 56'699 1'811'300 Koordinierter Jahreslohn 226'795 2015 64 25.0% 56'699 1'913'300 2016 65 12.5% 28'349 1'965'600 2017 66 0.0% Altersgutschriften 2018 67 0.0% 2019 68 0.0% Alterskategorien Gutschriften 2020 69 0.0% 18-24 0.0% 2021 70 0.0% 25-34 10.0% 2022 71 0.0% 35-44 15.0% 2023 72 0.0% 45-54 20.0% 2024 73 0.0% 55-65 25.0% 2025 74 0.0% 2026 75 0.0% 2027 76 0.0% Berechnung des effektiven Altersguthabens 2028 77 0.0% 2029 78 0.0% Altersguthaben im Planungsjahr 1.1. 2008 750'000 2030 79 0.0% Vorbezug im Rahmen WEF (Art. 30a ff. BVG) 0 2031 80 0.0% Freizügigkeitsleistungen 0 2032 81 0.0% Selbständigerwerbende: Guthaben aus Säulen 3a 0 2033 82 0.0% Total 750'000 2034 83 0.0% 2035 84 0.0% 2036 85 0.0% BVG-Zinssatz 2.50% 2037 86 0.0% KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 10 von 15
3. Ehe- und Erbrecht (6 Punkte) Frieda und Emil Pestalozzi haben im Mai 1965 geheiratet und seither noch nie einen Ehevertrag abgeschlossen oder ein Testament verfasst. Beide sind kinderlos. Seit Oktober 1969 leben sie in einer Eigentumswohnung, die Emil am 25. September1969 für CHF 300'000 gekauft hat. Der Kaufpreis ist seinerzeit wie folgt bezahlt worden: CHF 60'000 aus dem Arbeitserwerb von Emil und CHF 240'000 aus einer Erbschaft, welche Frieda von ihrer Mutter erhalten hat. Durch den konjunkturellen Aufschwung hat die Wohnung heute einen Wert von CHF 600'000. Als weitere Aktiven der Ehegatten besteht ein Wertschriftendepot von CHF 200'000, lautend auf Emil, welches im Verlauf der Ehe durch seine Ersparnisse und gute Börsengeschäfte entstanden ist. Frieda fährt ein schönes Mercedes Cabriolet, welches Emil ihr auf den letzten Geburtstag geschenkt hat. Das Fahrzeug ist unbestritten mindestens CHF 30'000 wert. Ferner hat sie ein Privatkonto in der Höhe von CHF 100'000. Diesen Betrag hat Frieda von ihrem Vater, der in Schwyz wohnhaft war, vor ein paar Monaten geerbt. Frieda und Emil sind nicht mehr berufstätig. Die hochbetagte Mutter von Emil lebt im Pflegeheim Abendruh. Die anderen Elternteile sind nicht mehr am Leben. Frieda und Emil haben je zwei Schwestern. Aufgaben: 3. 1. Aufgabe (3 Punkte) Wie könnten sich Emil und Frieda gegenseitig am besten begünstigen. Abschluss eines Ehevertrages unter dem Güterstand der Gütergemeinschaft Abschluss eines Erbvertrages, in welchem die pflichtteilsgeschützten Erben auf deren Pflichtteil gesetzt werden Oder Erstellung eines Testamentes, in welchem die pflichtteilsgeschützten Erben auf deren Pflichtteil gesetzt werden KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 11 von 15
3.2. Aufgabe (3 Punkte) Vor zwei Wochen ist Emil bei einem Autounfall ums Leben gekommen, Ihren Vorschlag gemäss Aufgabe 1 haben sie noch nicht vollzogen. Heute kommt Frieda zu Ihnen und möchte wissen wie hoch ihre Ansprüche sind. Zudem möchte Sie wissen welche anderen Personen noch wie viel erhalten und wie hoch allfällige Pflichtteile wären. Güterrechtliche Auseinandersetzung Emil Pestallozzi Frieda Pestallozzi Eigengut Errungen- Errungen- Eigengut schaft schaft Wohnung 60'000 240'000 Wertschriften 200'000 Auto Cabriolet 30'000 Privatkonto 100'000 Mehrwert Wohnung 60'000 240'000 Total 0 320'000 0 610'000 Tod Emil Pestallozzi Berechnung Vorschlag und Nachlass ohne Ehe- & Erbvertrag Eigengut Frieda Pestallozzi 610'000 1/2 Errungenschaft Emil (320'000 / 2) 160'000 Total 770'000 Nachlass 1/2 Errungschaft Emil (320'000 / 2) 160'000 Aufteilung 3/4 an Frieda 120'000 1/8 an Mutter* 20'000 1/8 an Schwestern* 20'000 * sind erbschaftssteuerpflichtig KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 12 von 15
4. Finanzplanung (8 Punkte) Herr Felix Fischer ist 65 Jahre alt. Seine Frau wurde letztes Jahr pensioniert. In 3 Monaten wird er pensioniert und es erfolgt die Kapitalauszahlung aus seiner Pensionskasse in der Höhe von CHF 1'600 000, die einmaligen Kapitalleistungssteuern betragen CHF 279 000. Nebst diesem Kapital verfügt Herr Fischer über weitere Vermögenswerte bei seiner Bank im Umfang von CHF 1'200 000. Herr Fischer rechnet mit einem jährlichen Ausgabenbudget von CHF150 000 inklusive Steuern, Hypothek, Lebenshaltungskosten und Versicherungen. Da schon bald kein regelmässiges Lohneinkommen mehr fliessen wird, ausser der maximalen AHV-Renten in der Höhe von CHF 39'780 (gerundet CHF 40'000) für ihn und seine Frau, möchte Herr Fischer von Ihnen folgendes Wissen: 4.1 Aufgabe (4 Punkte) Wie hoch werden die Budgetlücken in den kommenden Jahren sein? Erstellen Sie eine einfache Finanzplanung mit 5 Jahresetappen von Alter 65 bis 85, siehe Hilfsraster Finanzplanung Inflation 2% pro Jahr AHV-Renten rechnen Sie mit den aktuellen AHV-Renten KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 13 von 15
Finanzplanung Martin Huber Jahr Wachstum in % Vermögen 2008 2013 2018 2023 2027 Alter 65 70 75 80 84 Budget 2008-2012 150 158 165 AHV Renten 40 Budget Unterdeckung 118 Kapitalbedarf erste 5 Jahre 0.00% 588 588 Budget 2013-2017 165 173 180 AHV Renten 40 Budget Unterdeckung 133 Kapitalbedarf in 5 Jahren 1.50% 615 663 Budget 2018-2022 180 189 198 AHV Renten 40 Budget Unterdeckung 149 Kapitalbedarf in 10 Jahren 2.00% 611 745 Budget 2023-2027 198 208 218 AHV Renten 40 Budget Unterdeckung 168 Kapitalbedarf in 15 Jahren 4.00% 466 840 Total Kapitalbedarf 2280 Kapitalbedarf Finanzplanung Martin Huber Benötigtes Vermögen 2280 PK - Kapital 1321 Vermögen 1200 Verfügbares Vermögen 2521 Vermögensüberschuss 242 KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 14 von 15
4.2 Aufgabe (4 Punkte) Wie muss das Vermögen angelegt werden, damit die Budgetvorgaben für die Jahre ab Alter 65 bis 85 gesichert finan ziert werden können? (Erstellen Sie eine Asset Allokation über das gesamte Vermögen exkl. selbstbewohnte Immobilien). Vermögensumsetzung Finanzplanung Martin Huber Vermögensanlagen Gesamt Vermögen Cash Lebensversicherungen Obligationen Aktien Alternative Anlagen Cash Reserve 50 50 Budget 2008-2012 588 588 Budget 2013-2017 615 615 Budget 2018-2022 611 611 Budget 2023-2027 466 100 150 216 Budgetüberschuss 242 92 100 50 Total 2571 637.5 1226 191.5 250 266 % pro Anlageklasse 25% 48% 7% 10% 10% Geldwerte / Sachwerte 80% 20% KMU-01 KMU-Finanzexperte Seite 15 von 15