Was bedeutet eigentlich der Begriff Risiko?

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Transkript:

Riskmanagement Mehrdad Madjdi Was bedeutet eigentlich der Begriff Risiko? Risiko: Maß für die Gefährdung, die von einer Bedrohung ausgeht. Es setzt sich aus der Eintrittshäufigkeit und den möglichen Auswirkungen zusammen. [Hermes] ريسک ميزان خطری است که از يک تهديد ناشی می شود. و تشکيل ميشود از احتمال وقوع و تاثيرات احتمالی ا ن. Ein Risiko ist ein Problem, das erst noch auftreten muss, und ein Problem ist ein Risiko, das bereits aufgetreten ist. Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 2

Risikotypen organisatorische und personelle Risiken technische Risiken kommerzielle Risiken terminliche Risiken Risiken aus Abhängigkeiten (z.b. Unterauftragnehmer, Kunde) Geschäftsführungsrisiken rechtliche Risiken länderspezifische Risiken Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 3 Risikokategorien Risiken bei Projekten: Unter einem Projektrisiko wird die Höhe des Schadens verstanden, den ein Unternehmen erleidet, wenn die Projektziele nicht erreicht werden. Risiken bei wiederkehrenden Abläufen: in einem Kraftwerk in einem Datennetzwerk usw. Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 4

Warum werden Risiken oft nicht zum Thema gemacht? Ungeschriebene Gebote als Bestandteil der Unternehmenskultur: Hüte Dich vor negativem Denken! Wirf kein Problem auf, es sei denn Du kannst es (gleich) lösen! Bezeichne nichts als Problem, es sei denn Du kannst beweisen, dass es wirklich eines ist! Sei kein Spielverderber! Sprich ein Problem nicht an, es sei denn, Du willst für seine umgehende Lösung zuständig sein! Quelle: Tom DeMarco, Timothy Lister Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 5 Risikomanagement Im Rahmen des Risikomanagements sind 1. Risiko-Gebiete und -Faktoren und somit kritische Aktivitäten zu identifizieren, 2. die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens und der vermutliche Schaden zu analysieren, 3. Alternativen zur Verminderung des Risikos zu ermitteln und eine Auswahl der besten Alternativen vorzunehmen. 4. In den Aktivitäten der Feinplanung muss dann die gewählte Alternative in der Planung berücksichtigt und eine Rückmeldung über den Erfolg der Maßnahme eingeholt werden. Quelle: HERMES Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 6

Was ist Risikomanagement? In das Projektcontrolling einbinden Aktionen einleiten Identifikation und Analyse Restrisiko bewerten, Kosten / Nutzen Analyse durchführen präventiv zur Ursachenvermeidung eventuell zur Schadensbegrenzung Maßnahmen entwickeln Bewertung Eintrittswahrscheinlichkeit A C B D E Tragweite (Euro) Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 7 Drei mögliche Grundstrategien zur Risikobewältigung Risikovermeidung: das Projekt/ der Ablauf wird so organisiert, dass es von Risiken nicht beeinflusst wird. Risikoakzeptierung: Man entscheidet sich, mit den üblichen Risiken zu leben. Die Risikosymptome sind kontinuierlich zu überwachen. Es muss entschieden werden, was zu tun ist, sobald sich ein Risiko herauskristallisiert. Risikoübertragung: Die Risiken werden an jemand anderen übertragen (z.b. an Kunde, Bank, Hersteller, Versicherung, Lieferant usw.) Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 8

Risikovermeidung, Risikoanlayse Zusammenhang zw. Ursache, Wirkung, Risiko und Maßnahme(n) Ursache(n) Wirkung = Risiko!!! Die daraus resultierende Gefährdung der Projektziele bzw. der potentielle Schaden! Quasi der Grund (die Konstellation), welche für die Wirkung und somit auch das Risiko verantwortlich ist! ( = auslösender Faktor) müssen immer auf die Ursache(n) abzielen! Massnahmen Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 9 Risikoakzeptierung Risikoüberwachung Risikoüberwachung als Teil von: Terminkontrolle Aufwand- und Kostenkontrolle Sachfortschrittskontrolle Qualitätsprüfungskontrolle Dokumentationskontrolle Informationskontrolle In diesen Kontrollbereichen Indikatoren einführen! Kennzahlencockpit Funktionale Aufteilung: Managementkontrollen Fachkontrollen Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 10

Risikoübertragung, Vertragsmanagement Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 11 Risikomanagement bei Projekten Genaue Definition der Projektziele als Basis der Risikoanlayse SMART-Kriterien S M A R pezifisch-konkret essbar durch Kennzahlen ktiv beeinflussbar ealistisch Ist das Ziel hinreichend präzise formuliert? Woran kann ich erkennen, ob ich mein Ziel erreicht habe? Kann ich die Zielerreichung weitestgehend selbst beeinflussen? Ist das Ziel anspruchsvoll, aber auch erreichbar? T erminiert Sind klare Termine festgelegt? Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 12

RM bei Projekten: Projektmanagement Managen Sie Projekte, indem Sie Ihre Risiken managen. Führen Sie akribisch Buch über die Risiken jedes Projektes. Ernennen Sie einen Risikobeauftragten, einen Mitarbeiter, den Sie von der Das-Schaffen-wir-Haltung entbinden. Richten Sie zwanglose (vielleicht sogar anonyme) Kanäle ein, über die schlechte Nachrichten bis in die höchsten Hierarchieebenen hinauf kommuniziert werden können. Quelle: Tom DeMarco Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 13 Risikomanagement bei Projekten: Wie erkenne ich Risiken? Oder wo fange ich mit der Risikoanlayse an? Der erste Schritt: Die Probleme von Gestern! Eine einfache Liste der ca. 20 wichtigsten Probleme, auf die eine Organisation in der Vergangenheit bei ihren Projekten gestoßen ist, ergibt eine ziemlich gute erste(!) Risikoliste für das nächste Projekt. Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 14

RM bei Projekten Pareto-Prinzip oder 80/20 Prinzip Vilfredo Pareto (1848-1932) in der Leistungserbringung erzielen Sie mit 20% Ihrer Tätigkeiten und Aufgaben 80% Ihres Gesamterfolges. mit den restlichen 80% Ihrer Aufgaben und Tätigkeiten erzielen Sie lediglich die restlichen 20% Ihres Gesamterfolgs. Die Konsequenz daraus ist, diesen 20% der erfolgsträchtigen Aufgaben und Tätigkeiten auch den entsprechenden zeitlichen Raum zuzuteilen! Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 15 Risikoanalyse RNr Risiko Ursache Eintritts- Wahrscheinlichkeit w Schaden/ Auswirkung S Gewicht G =w *S Rang Maßnahmen Wer? Was? Wann? Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 16

Bewertungsskalen W Eintrittswahrscheinlichkeit S Schaden/Auswirkungen 1 gering 1 gering 2 deutlich 2 deutlich 3 hoch 3 hoch 4 sehr hoch 4 sehr hoch oder oder 0 der Risikofall tritt nicht ein 0 keine Auswirkungen 5 das Risiko ist mittelgroß 5 mittlere Auswirkung (Störfall) 10 der Risikofall tritt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein große Auswirkung (Katastrophe) Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 17 10 Risikomanagement bei wiederkehrenden Abläufen (Prozessen/ Systemen/ Anlagen) Definitionen Bedrohung: Unerwünschtes Ereignis: Sicherheit (security): Jedes potentielle Ereignis, dessen Eintritt zu einem Schaden führen kann. Synonym: Gefährdung. Die Aktivierung einer Bedrohung mit der Folge des Eintritts eines Schadens. Die Eigenschaft eines Systems/ einer Anlage, das Entstehen von Gefährdungszuständen vermeiden, entstandene Gefährdungszustände erkennen und ihre Auswirkungen verhindern oder zumindest reduzieren zu können. Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 18

Risikomanagement bei wiederkehrenden Abläufen Sicherungsmaßnahmen: Vorkehrungen zum Schutz des Prozesses/ des Systems/ der Anlage, deren Zweck es ist, aus Bedrohungen resultierende Schäden zu vermeiden oder zu verhindern. Wirksamkeit: Die Eigenschaft eines Objekts (z.b. einer Sicherungsmaßnahme), die geplanten Funktionen und Leistungen zu erbringen. Verwundbarkeit: Eine Eigenschaft des Systems/ der Anlage, auf ein unerwünschtes Ereignis so zu reagieren, dass ein Schaden entsteht, mit anderen Worten: eine Schwachstelle bezüglich Sicherheit. Penetrierungstechniken: Die Art und Weise der Umgehung oder Durchdringung des Sicherheitssystems. Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 19 Skalen für Risiken bei wiederkehrenden Prozessen 3 2 1 0 2 1 0 hoch mittel niedrig keine hoch niedrig keine Fehlverhalten kann zum Verlust von Menschenleben führen. Fehlverhalten kann die Gesundheit von Menschen gefährden oder zur Zerstörung von Sachgütern führen. Fehlverhalten kann zur Zerstörung von Sachgütern führen, ohne jedoch Menschen zu gefährden. Fehlverhalten gefährdet weder die Gesundheit von Menschen noch Sachgüter. In Datenverarbeitungssystemen: Fehlverhalten macht sensitive Daten für unberechtigte Personen zugänglich oder verhindert administrative Vorgänge oder führt zu Fehlentscheidungen infolge fehlerhafter Daten. Fehlverhalten verhindert Zugang zu Informationen, die regelmäßig benötigt werden. Fehlverhalten beeinträchtigt die zugesicherten Eigenschaften nicht wesentlich. Risikomanagement Mehrdad Madjdi, 07.12.2005 20