PRAXISLÖSUNGEN Dr. Jürgen Hirsch, Arnd Pistorius Schutzstufenkalkulator Anleitung
IMPRESSUM Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. 2005 by WEKA MEDIA GmbH & Co. KG Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung auch auszugsweise nicht gestattet. Wichtiger Hinweis Die WEKA MEDIA GmbH & Co. KG ist bemüht, ihre Produkte jeweils nach neuesten Erkenntnissen zu erstellen. Deren Richtigkeit sowie inhaltliche und technische Fehlerfreiheit werden ausdrücklich nicht zugesichert. Die WEKA MEDIA GmbH & Co. KG gibt auch keine Zusicherung für die Anwendbarkeit bzw. Verwendbarkeit ihrer Produkte zu einem bestimmten Zweck. Die Auswahl der Ware, deren Einsatz und Nutzung fallen ausschließlich in den Verantwortungsbereich des Kunden. WEKA MEDIA GmbH & Co. KG Sitz in Kissing Registergericht Augsburg HRA 13940 Persönlich haftende Gesellschafterin: WEKA MEDIA Beteiligungs-GmbH Sitz in Kissing Registergericht Augsburg HRB 9723 Geschäftsführer: Renate Dempfle, Lutz Bandte, Dr. Richard Behnisch, Niklas Friedrichsen, Christian Glaser, Werner Müller WEKA MEDIA GmbH & Co. KG Römerstraße 4, D-86438 Kissing Fon +49.82 33.23-40 02 Fax +49.82 33.23-74 00 ServiceTechnik@weka.de www.weka.de Umschlag geschützt als Geschmacksmuster der WEKA MEDIA GmbH & Co. KG Satz: Die Top Partner, Dorfstraße 60, D-85235 Unterumbach Druck: Printed in Germany 2005 ISBN 3-8111-6549-6
Schutzstufenkalkulator 1 Schutzstufenkalkulator Zur Festlegung der Schutzziele für Gefahrstoffe ohne Grenzwert bieten wir Ihnen in der vollständig aktualisierten Fassung des GefahrstoffChecks das Excelprogramm Schutzstufenkalkulator an. Das Programm finden Sie in Abschnitt 2.4.2.2 auf Ihrer CD-ROM. Lesen Sie nachfolgend, wie Sie das Programm benutzen. Hintergrund 0 0.0.0. 0.0.0. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (kurz BAuA ) hat Anfang 2005 das Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe Eine Handlungshilfe für die Anwendung der Gefahrstoffverordnung in Klein- und Mittelbetrieben bei Gefahrstoffen ohne Arbeitsplatzgrenzwert veröffentlicht. Das Konzept ist zunächst an alle Personen gerichtet, die Gefährdungsbeurteilungen für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durchführen, aber auch an Behörden, Unfallversicherungsträger, Hersteller, Einkäufer und sonstige Akteure, die Fragestellungen im Umgang mit Gefahrstoffen und Gefährdungsbeurteilungen zu beantworten haben. Es bietet dem Anwender einen Einstieg in die Umsetzung von Anforderungen nach der neuen Gefahrstoffverordnung. Allerdings ist darauf zu achten, dass, wie der Titel schon sagt, der Anwendungsbereich auf Tätigkeiten mit gekennzeichneten Gefahrstoffen ohne Arbeitsplatzgrenzwert beschränkt ist! Mit dem Schutzstufenkalkulator möchten wir Ihnen ein einfaches Hilfsmittel zur bequemen Umsetzung dieses Konzepts an die Hand geben. Auf Basis der Kennzeichnung, des Freisetzungsvermögens, der verwendeten Mengen und der Möglichkeit des Hautkontakts ermitteln Sie für den jeweiligen Arbeitsstoff die Schutzstufen nach der neuen Gefahrstoffverordnung und daraus resultierende Maßnahmen. Sie sind jetzt in der Lage, durch Eingabe bzw. Auswahl der wesentlichen Informationen in der Tabelle die Gefährdungen zu ermitteln, zu beurteilen und Maßnahmen zu ergreifen. Um zu gewährleisten, dass alle wesentlichen Kriterien berücksichtigt werden, haben wir eine automatische Bestimmung der Schutzstufen und der weiteren Maßnahmen aus Ihren Angaben ermöglicht. Wenn Ihnen in der Ergebnistabelle Informationen fehlen angezeigt wird, haben Sie an der betreffenden Stelle in der Tabelle Informationsermittlung notwendige Informationen nicht eingegeben bzw. Schutzstufenkalkulator ausgewählt.
2 Schutzstufenkalkulator Einen zusätzlichen Nutzen haben Sie, wenn Sie die Tabelle Ermittlung von Schutzstufen und weiterer Maßnahmen.xls auch als Gefahrstoffkataster nutzen. Dazu müssen Sie lediglich die ergänzenden Daten, z.b. zum Sicherheitsdatenblatt und zur Betriebsanweisung, zu den Grenzwerten und zur Lagerung angeben. Das folgende Diagramm verdeutlicht den Ablauf:
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4 Schutzstufenkalkulator Hinweis: Den genauen Wortlaut der Handlungshilfe Einfaches Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe können Sie auf der Homepage der BAuA herunterladen (www.baua.de). Der Schutzstufenkalkulator 0.0 0.0.0. 0.0. Der Schutzstufenkalkulator besteht aus einer Exceltabelle mit zwei Arbeitsblättern. Im Arbeitsblatt <Informationsermittlung> machen Sie Ihre Eingaben. Das Arbeitsblatt <Ergebnisse> zeigt Ihnen die Auswertung Ihrer Eingaben. Informationsermittlung 0.0 0.0.0. 0.0. Zu Beginn müssen Sie klären, ob der vorliegende Arbeitsstoff als Gefahrstoff gekennzeichnet ist, ohne das Vorhandensein eines Arbeitsplatzgrenzwerts. Im Sicherheitsdatenblatt finden Sie die Arbeitsplatzgrenzwerte bei den Angaben zur Expositionsbegrenzung unter Punkt 8 und die Gefahrstoffeinstufung bei den Vorschriften unter Punkt 15.
Schutzstufenkalkulator 5 Dann können Sie mit den Eingaben beginnen: Basisinformationen 0.0 0.0.0. 0.0. Handelsname interne Bezeichnung Stand Sicherheitsdatenblatt und Betriebsanweisung Der Handelsname ist die offizielle Bezeichnung des verwendeten Arbeitsstoffs. Sie finden diese auf dem Gebinde, aber auch im Sicherheitsdatenblatt oder auf sonstigen Unterlagen des Herstellers oder Lieferanten. Achten Sie dabei auf die korrekte Schreibweise. Oftmals haben unterschiedliche Arbeitsstoffe einen ähnlichen Handelsnamen. Hier geben Sie die in Ihrem Unternehmen gebräuchliche Bezeichnung des Arbeitsstoffs an, der durchaus vom Handelsnamen abweichen kann. Das sind z.b. Begriffe, die sich über Jahre hinweg für einen Arbeitsstoff im Unternehmen etabliert haben, z.b. Kaltreiniger für einen bestimmten Maschinenreiniger. Diese Angabe ist deshalb wichtig, weil den Beschäftigten häufig der Handelsname nicht geläufig ist, wohl aber das Synonym. Diese Angaben sind optional und dienen der Vollständigkeit Ihrer Angaben. Bitte beachten Sie, dass das Sicherheitsdatenblatt nicht älter als zwei Jahre sein sollte. Einstufung und Kennzeichnung 0.0 0.0.0. 0.0.
6 Schutzstufenkalkulator Kennbuchstaben und R-Sätze gefährlichste R-Sätze Mit Gefahrensymbolen und Kennbuchstaben sind Arbeitsstoffe gekennzeichnet, wenn sie Gefährlichkeitsmerkmale im Sinne des 4 der GefStoffV Gefährlichkeitsmerkmale bzw. der RL 67/548/EWG Anhang II aufweisen. Bedeutsam sind hier vor allem die gesundheitsbezogenen Gefahrensymbole Xi = reizend, Xn= -gesundheitsschädlich, C = ätzend, T = giftig oder T+ = sehr giftig. In der Tabelle können Sie den jeweiligen Kennbuchstaben aus dem Auswahlmenü einfach auswählen. Im Sicherheitsdatenblatt finden Sie die Gefahrensymbole und Kennbuchstaben unter Punkt 15. Aufgrund besonderer Gefahren und Risiken beim Umgang werden die Arbeitsstoffe ggf. mit den R-Sätzen gekennzeichnet RL 67/548 EWG Anhang III. Auch hier haben Sie die Möglichkeit, die betreffenden R-Sätze aus dem Menü auszuwählen. Im Sicherheitsdatenblatt finden Sie die R-Sätze ebenfalls unter Punkt 15. Aus den R-Sätzen ergeben sich die Gefährlichkeitsgruppen. Diese beschreiben die Schädlichkeit eines Gefahrstoffs zum einen durch Einatmen (aufsteigend von A bis E) und zum anderen durch Hautkontakt (aufsteigend von HA bis HE). Dies bedeutet, dass die höchsten Gefährdungen von Stoffen ausgehen, die mit E bzw. HE eingestuft sind. Sind für den Gefahrstoff mehrere R-Sätze angegeben, können Sie entweder diese Kombination aus der Liste auswählen oder Sie müssen den gefährlichsten R-Satz angeben. Das sind die, die im Ergebnis zur höchsten Gefährlichkeitsgruppe führen. Ermitteln Sie die höchste Gefährlichkeitsgruppe einfach durch Eingabe bzw. Ausprobieren der einzelnen R-Sätze. Lagerung 0.0 0.0.0. 0.0. Diese Angaben sind für die Bestimmung nicht erforderlich. Wenn Sie hier Einträge vornehmen, können Sie den Schutzstufenkalkulator gleichzeitig als Gefahrstoffkataster nutzen.
Schutzstufenkalkulator 7 Freisetzungsvermögen 0.0 0.0.0. 0.0. Unter Freisetzungsvermögen versteht man die Fähigkeit eines Arbeitsstoffs, aufgrund seiner Eigenschaften in die Luft zu gelangen und somit eine Gefährdung für die Beschäftigten darzustellen. Alle Informationen zu den physikalischen und chemischen Eigenschaften des Arbeitsstoffs finden Sie unter Punkt 9 des Sicherheitsdatenblatts. fest/flüssig Staubigkeit Siedepunkt, Anwendungstemperatur und Dampfdruck Diese Unterscheidung ist zu treffen, da bei festen Stoffen die Staubigkeit bzw. die Partikelgröße und deren Bindung im Vordergrund stehen, bei Flüssigkeiten aber Anwendungstemperatur, Dampfdruck und Siedepunkt. Mit der Staubigkeit wird die Eigenschaft von festen Arbeitsstoffen beschrieben, als Staub in die Atemluft überzugehen. Beispielsweise ist die Staubigkeit von Pellets und Granulaten geringer anzusetzen als die von Mehlen und Tonern. Machen Sie die entsprechenden Angaben, sofern es sich um einen Feststoff handelt. Bei Flüssigkeiten bleibt diese Spalte frei. In Abhängigkeit von diesen Informationen wird das Freisetzungsvermögen von Flüssigkeiten ermittelt. Je geringer die Anwendungstemperatur und der Dampfdruck und je höher der Siedepunkt, desto niedriger ist das Freisetzungspotenzial und damit die Freisetzungsgruppe. Bei festen Stoffen bleiben diese Spalten frei.
8 Schutzstufenkalkulator Tätigkeit 0.0 0.0.0. 0.0. Arbeitsbereich und Tätigkeit Mengengruppe Dauer Einatmen Hautkontakt Wirkmenge Haut Wirkdauer Haut Bitte geben Sie hier Ihre Arbeitsbereiche und Tätigkeiten an, bei denen der Kontakt mit dem entsprechenden Gefahrstoffen möglich ist. In der Tabelle können Sie die Mengengruppen niedrig (g- bzw. ml-bereich), mittel (kg- bzw. l-bereich) und hoch (t- bzw.-m 3 -Bereich) anwählen. Dabei handelt es sich um die Menge, die täglich verbraucht wird bzw. mit der man täglich in Kontakt kommen kann. Wählen Sie bitte aus, ob Ihre Mitarbeiter mehr oder weniger als 15 Minuten/ Tag mit den Stoffen arbeiten. Bitte wählen Sie, ob die Gefahr der Einatmung des Stoffs besteht oder nicht. Bitte wählen Sie, ob die Gefahr des Hautkontakts mit dem Stoff besteht oder nicht. Zu beachten ist, dass bereits verwendete Schutzhandschuhe oder andere PSA außer Acht zu lassen sind! Unterschieden wird zwischen kleiner Wirkmenge bei kleinflächiger Benetzung, z.b. durch Spritzer, und großer Wirkmenge bei großflächiger Benetzung, z.b. die ganze Hand oder auch die Unterarme. Auch hier können Sie in der Tabelle auswählen, ob die Wirkdauer des Hautkontakts Ihrer Mitarbeiter mit den Stoffen mehr oder weniger als 15 Minuten/ Tag beträgt. Ergebnisse 0.0 0.0.0. 0.0. Nachdem Sie die Daten in die Informationstabelle eingegeben haben, können Sie im Arbeitsblatt <Ergebnisse> die Schutzstufe, die Maßnahmen Luft und die Maßnahmen Haut ablesen.
Schutzstufenkalkulator 9 Zuordnung der Informationen für den Austritt in die Luft Zuordnung der Informationen für den Hautkontakt Dieser Abschnitt gibt Ihnen Auskunft über die Auswertung Ihrer Eingaben im Sinne des Maßnahmenkonzepts der BauA. Bitte lesen Sie zum Verständnis der Begrifflichkeiten die Handlungshilfe Einfaches Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe. Dieser Abschnitt gibt Ihnen Auskunft über die Auswertung Ihrer Eingaben im Sinne des Maßnahmenkonzepts der BauA. Bitte lesen Sie zum Verständnis der Begrifflichkeiten die Handlungshilfe Einfaches Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe. Die nächsten Schritte 0.0 0.0.0. 0.0. Nachdem Sie nun die Schutzstufen ermittelt und Hinweise auf die zu treffenden Maßnahmen erhalten haben, bieten wir Ihnen für die nächsten Schritte unsere Checklisten zu den einzelnen Schutzstufen an (Kap. 2.5.2 Schutzstufenkonzept).
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