1 Brufsbildung IV. Brufsausbildung ( 1 Abs. 2 BBiG) 1. Zil 13 1 Abs. 2 BBiG lgt Inhalt und Zil dr Brufsausbildung fst. Di Brufsausbildung hat danach in brit anglgt bruflich Grundbildung und di für di Ausübung inr qualifizirtn bruflichn Tätigkit notwndign fachlichn Frtigkitn und Knntniss in inm gordntn Ausbildungsgang zu vrmittln. Si hat frnr dn Erwrb dr rfordrlichn Brufsrfahrungn zu rmöglichn. 14 Nach dn Vorstllungn ds Gstzgbrs soll di Brufsausbildung klar gglidrt und sachlich und zitlich in inn konkrtn Rahmn gstllt wrdn, um auf dis Wis di Qualität zu stigrn (BT- Drucks. V/4260, S. 4). Rglmäßig rfolgt dis in inr Ausbildungsordnung. Handlt s sich nicht um in Ausbildung in inm anrkanntn Ausbildungsbruf, ist in btriblichr Ausbildungsplan zu rstlln, dr Ggnstand ds Brufsausbildungsvrtrags wird (vgl. 4 Abs. 1 Nr. 1 BBiG). Nach 28 Abs. 2 BBiG dürfn Jugndlich untr 18 Jahrn nur in anrkanntn Ausbildungsbrufn ausgbildt wrdn, so dass auf dis Wis bi Mindrjährign in gordntr Ausbildungsgang gsichrt ist. 2. Gstzlich Rglung 15 Dr vom BBiG vrwandt Bgriff ds Auszubildndn wi dr dr Brufsausbildung ist gstzlich zwar nicht ausdrücklich bstimmt. Dr Gstzgbr hat abr in 1 Abs. 2 BBiG di maßgblich Zilvorstllung dr Brufsausbildung sowi im zwitn Til ds BBiG ( 3 19) di Bgründung, dn Inhalt sowi di Bndigung ds Brufsausbildungsvrhältnisss nähr grglt. 16 Di in 1 Abs. 2 BBiG gnanntn 3 Kritrin bdutn im Einzlnn: Bruflich Grundbildung Di bruflich Grundbildung dint dm Erwrb von Grundfrtigkitn und Grundknntnissn sowi von Vrhaltnswisn, di inm möglichst witn Brich von Tätigkitn zuzurchnn sind. Si soll di Grundlag dr auf ihr aufbaundn bruflichn Fachbildung darstlln und glichzitig dn Zugang zu mhrrn Brufn röffnn und so zur horizontaln Mobilität bitragn (BT- Drucks. V/4260, S. 4). Si ist dshalb gnügnd brit zu gstaltn, ohn dass abr in dism Stadium dr Brufsausbildung auf b- 10 Stück
Brufsausbildung 1 rufsspzifisch Inhalt vrzichtt wird 1. Danbn soll in ihrm Rahmn di allgmin Bildung fortgführt wrdn 2. Nach Abschluss dr bruflichn Grundbildung soll dm Auszubildndn damit di Möglichkit offn sthn, in mhrrn Ausbildungsbrufn auf ihr aufbaund fachlich Frtigkitn und Knntniss zu rwrbn. Bispil, di nach xmplarischn Lhrn und Lrnn didaktisch und mthodisch dm Entwicklungsstand ntsprchnd zu vrmittln sind, sind insbsondr: Vrmittln gistigr Bwglichkit (Lrn-, Krativitätstchnikn) Fähigkit, sachgmäß Fragn zu stlln sachgmäß Entschidungsfindung Darstllung dr Entschidung (Kommunikations-, Visualisirungstchnik tc.) Grundsätzlich rfolgt di Brufsgrundbildung im dualn Systm. Danbn bstht in bstimmtn Fälln di Möglichkit, das rst Ausbildungsjahr in Form ins schulischn Brufsgrundbildungsjahrs zu absolvirn, wlchs aufgrund dr Brufsgrundbildungsjahr-Anrchnungs-Vrordnungn 3 (vgl. 29 Abs. 1 BBiG) auf di Daur dr Brufsausbildung anzurchnn ist. Bruflich Fachbildung Di bruflich Fachbildung baut auf inr britn bruflichn Grundbildung auf und führt zu inm Ausbildungsabschluss. In dism Stadium rfolgt in Spzialisirung auf dn angstrbtn Ausbildungsbruf. Si muss dahr in ihrm Vrlauf dijnign Frtigkitn und Knntniss vrmittln, di für di Ausübung ds qualifizirtn Brufs typisch und notwndig sind, brufsspzifisch und sozial Vrhaltnswisn fördrn, di Aufnahm- und Listungsfähigkit ds Auszubildndn stigrn, di Fähigkit und dn Willn ntfaltn, sich auf gändrt Situationn im Brufslbn inzustlln, und das tchnisch, wirtschaftlich und gsllschaftlich Vrständnis vrtifn 4. Ggnstand dr brufli- 1 Götz, Brufsbildungsrcht, Rz. 3. 2 Gsprächskris für Fragn dr bruflichn Bildung, BArbBl. 1969, 100. 3 Vgl. gwrblich Wirtschaft: BGBl. 1978 I, S. 1061; BGBl. 1972 I, S. 1155; Landwirtschaft: BGBl. 1979 I, S. 1142; öffntlichr Dinst: BGBl. 1980 I., S. 738; industrill Mtall- & Elktrobruf: BGBl. 1988 I, S. 22. 4 Gsprächskris für Fragn dr bruflichn Bildung, BArbBl. 1970, 123 ff. Stück 11
1 Brufsbildung chn Fachbildung sind di thortischn Grundlagn (Knntniss) und di praktischn Grundlagn (Frtigkitn) ds Brufs. Di Frtigkitn wrdn in rstr Lini in dr btriblichn Ausbildung vrmittlt. Brufsrfahrung Di Brufsausbildung darf sich nicht in dr Vrmittlung ds Prüfungsstoffs, dr für das Bsthn dr Abschlussprüfung rfordrlich ist, rschöpfn. Si hat dn Auszubildndn darübr hinaus mit dn täglichn Btribsabläufn möglichst wirklichkitsnah vrtraut zu machn. Dis binhaltt Gdankn wi Tilnahm an täglichn Btribsabläufn, Wirklichkitsnäh, Gwöhnung an rgulär Arbitszitn, Arbitslistungsrwartungn, btriblichs Vrhaltn tc. Di gfordrt Praxisnäh wird in dr btriblichn Ausbildung dadurch rricht, dass dr Auszubildnd schrittwis in dn raln Arbitsprozss inbzogn wird. Ein übrbtriblich Ausbildung muss sich hir mit inr Simulation bhlfn. 3. Vorausstzungn und Abgrnzung 17 Untr inm Brufsausbildungsvrhältnis i.s. ds zwitn Tils ds BBiG ist in solchs Vrtragsvrhältnis zu vrsthn, in dm inm Auszubildndn rstmals in inm Btrib odr inr Vrwaltung in brit anglgt bruflich Grundbildung und di für di Ausübung inr qualifizirtn bruflichn Tätigkit notwndign fachlichn Frtigkitn und Knntniss vrmittlt wrdn ( 1 Abs. 2 BBiG) 1. Bi dr Brufsausbildung handlt s sich um in bruflich Erstausbildung, di sich in dr Praxis mist an di Vollzitschulpflicht anschlißt 2. 18 Dr Arbitsvrtrag ist dmggnübr in privatrchtlichr, ggnsitigr Austauschvrtrag, durch dn sich dr Arbitnhmr zur Listung von Arbit im Dinst ds Arbitgbrs und disr in dr Rgl zur Zahlung dr vrinbartn Vrgütung vrpflichtt. Arbitnhmr ist drjnig, dr sin vrtraglich gschuldt Listung im Rahmn 1 BAG v. 3.6.1987 5 AZR 285/86, AP Nr. 85 zu 1 TVG Tarifvrträg Bau = NZA 1988, 66 = EzB BBiG 1 Abs 2 Nr. 23; BAG v. 7.9.1983 7 AZR 101/82, DB 1984, 355 = EzA 23 KSchG Nr. 6 = AP Nr. 3 zu 23 KSchG 1969; BAG v. 20.2.1975 5 AZR 240/74, BB 1975, 1206 = AP Nr. 2 zu 611 BGB Ausbildungsbihilf = EzB BBiG 1 Abs. 2 Nr. 1. 2 Wohlgmuth, 1 BBiG Rz. 3; Linmann/Taubrt, 1 BBiG Rz. 3; HWK/ C.S. Hrgnrödr, 1 BBiG Rz. 2. 12 Stück
Brufsausbildung 1 inr von Drittn bstimmtn Arbitsorganisation rbringt. Di Einglidrung in di frmd Arbitsorganisation zigt sich insbsondr daran, dass dr Bschäftigt inm Wisungsrcht sins Vrtragspartnrs (Arbitgbr) untrligt, das Inhalt, Durchführung, Zit, Daur und Ort dr Tätigkit btrffn kann 1. Andrs als bim Arbitsvrhältnis stht dr Austausch von Arbitslistung und Ggnlistung, also Entgltzahlung, nicht im Vordrgrund; di dm Auszubildndn im Rahmn sinr Brufsausbildung aufgtragnn Vrrichtungn und rtiltn Wisungn sind vilmhr auf das gnannt Zil und damit auf inn dafür notwndign längr daurndn Bstand ausgrichtt 2. Di Diffrnzirung zwischn Brufsausbildung und bruflichr Fortbildung sowi bruflichr Umschulung ligt in dr Btonung dr brit anglgtn bruflichn Grundbildung in dr Brufsausbildung, di nbn dr fachspzifischn Ausbildung vrmittlt wrdn soll 3. Dis Diffrnzirung ist kinsfalls akadmischr Natur, da davon di praktisch wichtig Anwndung dr 3 19 BBiG abhängt. Di Brufsausbildung ist von dr bruflichn Fortbildung abzugrnzn. Bruflich Fortbildung stzt vorhandn bruflich Knntniss voraus, auf dnn aufgbaut wrdn soll. Di Abgrnzungskritrin hirfür sind: Vrmittlt dr Ausbildungsgang in brit anglgt bruflich Grundbildung? Wrdn di für di Ausübung inr qualifizirtn bruflichn Tätigkit notwndign fachlichn Frtigkitn und Knntniss vrmittlt (Spzialisirung)? Wrdn di rfordrlichn btriblich-praktischn Erfahrungn vrmittlt? Erfolgt di Vrmittlung in inm gordntn Ausbildungsgang ( 25 BBiG)? 19 20 1 BAG v. 18.11.1999 2 AZR 89/99, AP Nr. 11 zu 1 KSchG 1969 Wartzit = BB 2000, 673 = NZA 2000, 529; BAG v. 6.5.1998 5 AZR 612/97, AP Nr. 95 zu 611 BGB Abhängigkit = NZA 1998, 939 = DB 1998, 1869. 2 Vgl. LAG Potsdam v. 10.10.1997 5 Sa 367/97, LAGE 4 KSchG Nr. 39 = EzB 111 ArbGG Nr. 25; LAG Frankfurt a.m. v. 3.11.1997 16 Sa 657/97, LAGE 15 BBiG Nr. 12 = EzBAT 23 MTV Auszubildnd Kündigung Nr. 4 = EzB BBiG 15 Abs. 2 Nr. 82. 3 LAG Kil v. 27.2.2001 1 Sa 409 a/00, FA 2001, 185 (LS). Stück 13
1 Brufsbildung 21 In dism Rahmn sind insbsondr folgnd Einzlgsichtspunkt zu würdign, vranschaulicht am Bispil inr Altnpflgrin 1 : Daur dr Ausbildung: Zwi Jahr sprchn für in Brufsausbildung 2. Lhrstoff dr Ausbildung: Ist disr umfassnd anglgt und schlißt in gistig-kulturll Bildung, in sozial und pädagogisch Ausbildung, in pflgrisch Ausbildung sowi staatsund rchtskundlichn Untrricht in? Falls ja spricht dis für Brufsausbildung. Ergänzung durch in brufspraktisch Ausbildung, in dr di im Untrricht rworbnn Knntniss in dr Arbit an und mit altn Mnschn anzuwndn sind und vrtift wrdn. Erfolgt in dr praktischn Ausbildung in Hranzihung zu alln Tätigkitn, di in unmittlbarm Zusammnhang mit dm zu rlrnndn Bruf sthn? (Hir: 35 Sminarwochn inschlißlich ins Prüfungssminars von fünf Wochn sowi in 35 Wochn jwils kürzrr Praktika und 25 Wochn Brufspraktikum mit Einbindung in dn Pflgbtrib) 22 Bruflich Umschulung ght im Ggnsatz zur Brufsausbildung von vorhandnn bruflichn Knntnissn und bruflichr Praxis aus, andrnfalls macht dr Bgriff andr bruflich Tätigkit in 1 Abs. 4 BBiG kinn Sinn. Di Zwitausbildung zu inm anrkanntn Ausbildungsbruf im Anschluss an in vorhrghnd abgschlossn Brufsausbildung kann nicht als Umschulung im Sinn ds Brufsbildungsgstzs angshn wrdn, wnn s an inr rhblichn zwischnzitlichn bruflichn Btätigung in dm zurst rlrntn Bruf fhlt. Dshalb ist in zwit Brufsausbildung im Anschluss an in vorhrghnd Brufsausbildung in inm andrn Ausbildungsbruf in rnut Brufsausbildung 3. 1 BAG v. 7.3.1990 5 AZR 217/89, AP Nr. 28 zu 611 BGB Ausbildungsvrhältnis = MDR 1991, 86 = EzA 611 BGB Ausbildungsvrhältnis Nr. 10 = EzB BBiG 10 Abs 1 Nr. 53. 2 BAG v. 24.2.1999 5 AZB 10/98, AP Nr. 45 zu 5 ArbGG 1979 = DB 1999, 1019 = NZA 1999, 557. 3 BAG v. 3.6.1987 5 AZR 285/86, AP Nr. 85 zu 1 TVG Tarifvrträg Bau = EzB BBiG 1 Abs. 2 Nr. 23 = NZA 1988, 66; ErfK/Schlachtr, 1 BBiG Rz. 3; Wohlgmuth, 1 BBiG Rz. 3. 14 Stück
Bruflich Fortbildung 1 4. Rchtsfolgn Auf di Brufsausbildung findn 3 19 BBiG Anwndung. Übr 3 Abs. 2 BBiG findn damit auch di arbitsrchtlichn Rchtsvorschriftn und Rchtsgrundsätz Anwndung. Ein Brufsausbildungsvrhältnis nach 1 Abs. 2, 3 ff. BBiG, auf das nach 3 Abs. 2 BBiG di für dn Arbitsvrtrag gltndn Rchtsvorschriftn anzuwndn sind, ist dshalb bi dr Brchnung dr Wartzit nach 1 Abs. 1 KSchG inm Arbitsvrhältnis zumindst glichzustlln 1. Dis bdutt, dass in im Btrib odr Untrnhmn übrnommnr Auszubildndr in sinm Arbitsvrhältnis von Bginn an Kündigungsschutz nach 1 Abs. 2 KSchG gnißt. 23 24 V. Bruflich Fortbildung ( 1 Abs. 3 BBiG) 1. Zil und Bdutung Zil dr bruflichn Fortbildung ist s zu rmöglichn, di bruflichn Knntniss und Frtigkitn zu rhaltn, zu rwitrn, dr tchnischn Entwicklung anzupassn (Anpassungsfortbildung) odr bruflich aufzustign (Aufstigsfortbildung). Si soll dazu bitragn, dass Arbitslosigkit (vgl. 2 SGB III) sowi qualitativ odr quantitativ Untrbschäftigung vrhütt wrdn und damit nicht nur dr Entfaltung und dr sozialn Sichrung ds Einzlnn, sondrn auch dr Erhaltung dr Vollbschäftigung und dm Wirtschaftswachstum dinn 2. Dr bruflichn Fortbildung kommt wachsnd prsonalpolitisch Bdutung zu. Di dri althrgbrachtn Produktionsfaktorn (Grund bzw. Bodn, Kapital und Arbitskraft) sind nämlich in modrnn Industrigsllschaftn um inn 4. Faktor, nämlich Wissn, Komptnz, Know-How tc., rgänzt wordn. Forcirt wird dis dadurch, dass di Bdutung ds primärn (Land-, Forstwirtschaft, Bodnnutzung) sowi ds skundärn Sktors (Produktion) tndnzill in hoch ntwickltn Ländrn abnhmn und di Bdutung ds trtiärn Sktors (Dinstlistungn) dort wächst. Angsichts rasant fortschritndr Entwicklung in Forschung, Tchnologi tc. vraltrt inmal 25 26 1 BAG v. 18.11.1999 2 AZR 89/99, AP Nr. 11 zu 1 KSchG 1969 Wartzit = BB 2000, 673 = NZA 2000, 529 = EzB KSchG 1 Nr. 25; KR/Etzl, 1 KSchG Rz. 117. 2 Vgl. Gsprächskris für Fragn dr bruflichn Bildung, BArbBl. 1970, 124 ff. Stück 15
Brufsausbildungsvrtrag 3 II. Brufsausbildungsvrtrag Das Brufsausbildungsvrhältnis wird durch Abschluss ins Brufsausbildungsvrtrags zwischn dm Ausbildndn und dm Auszubildndn bgründt ( 3 Abs. 1 BBiG). 2 1. Rchtsnatur Dr Brufsausbildungsvrtrag ist in privatrchtlichr Vrtrag. Bstht das Vrtragszil in dr Ausbildung in inm Ausbildungsbruf im Sinn ds BBiG, müssn di Partin inn Vrtrag im Sinn ds 3 BBiG abschlißn; insowit sind si in dr Wahl dr Vrtragsform nicht fri 1. Uninhitlich wird di Frag bantwortt, ob das Brufsausbildungsvrhältnis als Arbitsvrhältnis zu qualifizirn ist. 3 4 a) Minungsstand Zum inn wird vrtrtn, dr Auszubildnd si Arbitnhmr 2. Andrrsits wird btont, von inm rinn Arbitsvrhältnis könn nicht ausggangn wrdn, da auch Elmnt ins Erzihungsvrhältnisss nthaltn sin 3. Schlißlich wird di Ansicht vrtrtn, dass das Brufsausbildungsvrhältnis kin Arbitsvrhältnis si, dr Auszubildnd müss vilmhr als Brufs- und Arbitsschülr btrachtt wrdn und nicht als Arbitnhmr 4. Das Bundsvrwaltungsgricht hat für di Frag, ob das Muttrschutzgstz auch auf Lhrling anzuwndn si, di Auffassung vrtrtn, das Lhrvrhältnis si in Arbitsvrhältnis im vom Muttrschutzgstz vorausgstztn Sinn 5. Zwar sth im Lhrvrhältnis dr Ausbildungszwck im Vordrgrund, dnnoch si s in chts Arbitsvrhältnis, in dm Arbit zu listn si und auf das zahlrich für in Arbitsvrhältnis gltnd Vorschriftn Anwndung fändn 6. 5 6 1 Opolony, Rz. 180; s.a. Hrkrt, 3 BBiG Rz. 2, dr auf di Bschränkung dr Inhaltsfrihit bim Abschluss ds Brufsausbildungsvrtrags durch di 3 18 hinwist. 2 Schaub, Arbitsrchts-Handbuch, 16 Rz. 5. 3 Knopp/Kragloh, 3 Rz. 3. 4 MünchArbR/Natzl, 177 Rz. 178 f.; ähnlich Hrkrt, 3 BBiG Rz. 3 ( Bschäftigungsvrhältnis sui gnris ). 5 BVrwG, Urt. v. 26.8.1970 V C 1.68, BB 1970, 1482. 6 BVrwG, Urt. v. 26.8.1970 V C 1.68, BB 1970, 1482. Munk 55
3 Vrtrag Das Bundsarbitsgricht hat für di Anwndung ds Schwrbhindrtnrchts auf Auszubildnd btont, dass di Frag, ob Elmnt ds Arbitsvrhältnisss odr ds Erzihungsvrhältnisss übrwögn, nicht inhitlich, sondrn im Hinblick auf di jwilig Rchtsfrag und dn Zwck ds Gstzs zu bantwortn si 1. b) Bdutsamkit ds Strits 7 Di praktisch Bdutung diss Minungsstrits ist gring. Dis rgibt sich aus 3 Abs. 2 BBiG: 8 Û Hinwis: Gmäß 3 Abs. 2 BBiG sind auf dn Brufsausbildungsvrtrag, sowit sich aus sinm Wsn und Zwck nichts andrs rgibt, di für dn Arbitsvrtrag gltndn Rchtsvorschriftn und -grundsätz anzuwndn (Bispil sih Rz. 82 ff.). c) Wrtung 9 Di Rglung ds 3 Abs. 2 BBiG lgt klar, dass das Ausbildungsvrhältnis nach gstzgbrischr Wrtung nicht als rins Arbitsvrhältnis btrachtt wrdn kann, ansonstn hätt s inr solchn Vorschrift nicht bdurft. Für dis Sichtwis stritt auch, dass di synallagmatischn Hauptlistungspflichtn bi Arbits- und Ausbildungsvrhältnissn diffrirn. Di Hauptpflicht ds Auszubildndn bstht im Ggnsatz zu drjnign ds Arbitnhmrs nicht in dr Erbringung von Arbitslistungn, sondrn in dr Ausbildung. Di Hauptpflicht ds Ausbildndn bstht nicht in dr Vrgütung dr Arbitslistung, sondrn in dr Vrmittlung von Knntnissn und Frtigkitn zur Errichung ds Ausbildungszils. 10 Zuzustimmn ist damit inr diffrnzirndn Btrachtungswis, di dm Mischcharaktr ds Ausbildungsvrhältnisss grcht wird 2. Das Ausbildungsvrhältnis nthält sowohl arbitsrchtlich Momnt, twa das Dirktionsrcht ds Ausbildndn, als auch solch mit primär rzihrischr Intntion. Für di Frag dr Anwndung arbitsrchtlichr Bstimmungn ist mithin ntschidnd, ob di btroffn Rglung ihrm Sinn und Zwck nach auf das Ausbildungsvrhältnis angwndt wrdn kann odr ob di Bsondrhitn im Charaktr ds Ausbildungsvrhältnisss inr solchn Anwndung ntggnsthn. Dis Sicht ntspricht dr gstzgbrischn Wr- 1 BAG, Urt. v. 10.12.1987 2 AZR 385/87, NZA 1988, 428. 2 So auch HWK/C.S. Hrgnrödr, 3 BBiG Rz. 1; witrghnd Linmann/ Taubrt, 3 BBiG Rz. 6, wonach Ausbildungsvrhältniss wdr Arbitsnoch Mischvrhältniss darstlltn. 56 Munk
Brufsausbildungsvrtrag 3 tung ds 3 Abs. 2 BBiG und wird dm multipln Charaktr ds Brufsbildungsvrhältnisss am hstn grcht. 2. Vrtragspartin Partin ds Brufsausbildungsvrtrags sind dr Ausbildnd und dr Auszubildnd. Dis gilt auch, wnn dr Auszubildnd mindrjährig ist (sih hirzu auch Rz. 37 ff.) 1. 11 a) Ausbildndr aa) Grundsatz Ausbildndr ist nach 3 Abs. 1 BBiG drjnig, dr inn andrn zur Brufsausbildung instllt. Sowohl natürlich als auch juristisch Prsonn könnn Ausbildnd sin 2. Ist in juristisch Prson bspw. in GmbH odr in AG Ausbildndr, muss sich dis zur Durchführung dr Brufsausbildung ins Ausbildrs bdinn, dr prsönlich und fachlich für di Brufsausbildung gignt ist, 20 Abs. 4 BBiG. Û Hinwis: Ausbildndr ist dr Vrtragspartnr ds Brufsbildungsvrtrags. Ausbildr ist dijnig natürlich Prson, wlch di Ausbildung tatsächlich vornimmt. Vrtragspartnr als Ausbildnd könnn auch sin: 12 13 bb) Übrbtriblich Einrichtungn Übrbtriblich Bildungsinrichtungn, Brufsbildungswrk und Ausbildungsvrbund, d.h. Zusammnschlüss von mhrrn natürlichn odr juristischn Prsonn zu inr rchtsfähign Vrinigung, di das Zil dr Brufsbildung von Auszubildndn vrfolgt, vgl. 1 Abs. 5 BBiG. Hirzu bdarf s inr ntsprchndn Organisationsgminschaft dr auf Sit ds Ausbildndn Btiligtn. Di Organisationsgminschaft kann in Form inr Gsllschaft odr ins Vrins als in Ausbildndr auftrtn, dr dn Ausbildungsvrtrag mit dm Auszubildndn schlißt 3. Frilich müssn di witrn Vorausstzungn ds BBiG, insbsondr di prsönlich und fachlich Eignung sowi di Eignung dr Ausbildungsstätt nach dn 20 23 14 1 Hrkrt, 3 BBiG Rz. 11. 2 HWK/C.S. Hrgnrödr, 3 BBiG Rz. 4; Linmann/Taubrt, 3 BBiG Rz. 13. 3 Hrkrt, 3 BBiG Rz. 7a; Linmann/Taubrt, BBiG 3 Rz. 16. Munk 57
3 Vrtrag BBiG sichrgstllt sin. Di Bildungsinrichtung muss übr inn (Ausbildungs-)Btrib odr abr übr in übrbtriblich Ausbildungsstätt vrfügn, di zur Brufsausbildung im ntsprchndn Bruf gignt ist 1. Dr Ausbildungsvrlauf muss von vornhrin durch ntsprchnd Übrinkunft zwischn dn am Zusammnschluss Btiligtn gklärt sin 2. cc) Eltrn 15 Auch Eltrn könnn als Ausbildnd Vrtragspartnr ihrr Kindr im Brufsausbildungsvrhältnis sin und mit ihrn Kindrn Ausbildungsvrträg schlißn. An di prsönlich und fachlich Eignung sowi an di Eignung dr Ausbildungsstätt gmäß dn 20 23 BBiG sind dislbn Vorausstzungn zu stlln, wi in andrn Ausbildungsvrhältnissn. Ist das Kind, mit dm in Ausbildungsvrhältnis bgründt wrdn soll, mindrjährig, sind di Eltrn vom Vrbot ds Slbstkontrahirns bfrit, 3 Abs. 3 BBiG (sih Rz. 99). Dis gilt auch für dn Fall, dass auf dr Sit ds Ausbildndn ldiglich in Eltrntil dn Vrtrag schlißt 3. 16 Ein Mangl in dr Brchtigung, Auszubildnd inzustlln odr auszubildn, brührt gmäß 3 Abs. 4 BBiG nicht di Wirksamkit ins abgschlossnn Brufsausbildungsvrtrags (sih Rz. 102). b) Auszubildndr 17 Auszubildndr im Sinn ds BBiG ist drjnig, dr in inr Brufsbildungsinrichtung im Sinn ds 1 Abs. 4 BBiG ingstllt wird, damit ihm im Rahmn inr grgltn Brufsausbildung di zur Errichung ds Brufsausbildungszils rfordrlichn Knntniss und Frtigkitn zilgrichtt vrmittlt wrdn könnn 4. 18 Auszubildndr kann nur in natürlich Prson sin. Bsondr Anfordrungn an di Gignthit ds Auszubildndn stllt das BBiG nicht 5. Insbsondr stzt das BBiG kinn bsondrn schulischn Abschluss voraus. Allrdings kann untr dn Vorausstzungn ds 29 BBiG bi ntsprchndr Vorbildung di Ausbildungszit vr- 1 Hrkrt, 3 BBiG Rz. 7a; Wohlgmuth, 3 BBiG Rz. 2. 2 Hrkrt, 3 BBiG Rz. 7a; Linmann/Taubrt, 3 BBiG Rz. 17. 3 HWK/C.S. Hrgnrödr, 3 BBiG Rz. 13. 4 ¾hnlich ErfK/Schlachtr, 3 BBiG Rz. 4; Wohlgmuth, 3 BBiG Rz. 6; Linmann/Taubrt, 3 BBiG Rz. 8. 5 HWK/C.S. Hrgnrödr, 3 BBiG Rz. 3; Hrkrt, 3 BBiG Rz. 11; Linmann/Taubrt, 3 BBiG Rz. 11. 58 Munk
Brufsausbildungsvrtrag 3 kürzt wrdn. Auszubildndr ist im Übrign in allr Rgl nur drjnig, dr in Erstausbildung absolvirt 1. Prsonn, di nach brits rfolgtr Ausbildung odr Tätigkit in witr bruflich Ausbildung durchführn, sind Umschülr 2. Das Mindstaltr für di Aufnahm inr Brufsausbildung bstimmt 5 JArbSchG (zur Anwndbarkit dr Bstimmungn ds JArbSchG sih Rz. 91). Danach ist di Bschäftigung von Kindrn ( 2 Abs. 1 JArbSchG) vrbotn. Ein Prson, di noch nicht 15 Jahr alt ist, kann dshalb nicht ausgbildt wrdn, s si dnn, si untrligt nicht mhr dr Vollzitschulpflicht, 7 Abs. 1 JArbSchG. Ob im Einzlfall Vollzitschulpflicht bstht, richtt sich nach dn Schulgstzn dr Ländr. Auch in Ausländr kann vorbhaltlich dr Innhaltung inr gültign Arbitsrlaubnis nach 284 SGB III (frühr 19 AFG) Parti ds Brufsbildungsvrtrags sin 3. 19 20 3. Inhalt und Form Das Brufsausbildungsvrhältnis wird durch Abschluss ds Brufsausbildungsvrtrags zwischn Ausbildndm und Auszubildndm bgründt, 3 Abs. 1 BBiG. 21 a) Vrtragsschluss Für dn Abschluss ds Vrtrags gltn di Bstimmungn ds Allgminn Tils ds Bürgrlichn Gstzbuchs. Dr Vrtragsschluss rfolgt durch inhaltlich kongrunt Willnsrklärungn (Angbot und Annahm), vgl. 145 ff. BGB. 22 b) AGB-Kontroll (Allgmin Gschäftsbdingungn) Bi dr Vrwndung vorformulirtr Vrtragsbdingungn müssn nach dr Schuldrchtsrform, di mit Wirkung zum 1. Januar 2002 in Kraft gtrtn ist, di 305 ff. BGB bachtt wrdn. Hirnach stlln all für in Vilzahl von Vrträgn vorformulirtn Vrtragsbdingungn, di in Vrtragsparti (Vrwndr) dr andrn Vrtragsparti bi Abschluss ins Vrtrags stllt, Allgmin 23 1 Hrkrt, 3 BBiG Rz. 12; Wohlgmuth, 3 BBiG Rz. 6. 2 Hrkrt, 3 BBiG Rz. 12; Wohlgmuth, 3 BBiG Rz. 6. 3 HWK/C.S. Hrgnrödr, 3 BBiG Rz. 10; Linmann/Taubrt, 3 BBiG Rz. 9; Wohlgmuth, 3 BBiG Rz. 10. Munk 59
3 Vrtrag Gschäftsbdingungn dar, 305 Abs. 1 BGB. Solch Klausln untrlign inr Einbzihungskontroll ( 305 Abs. 2, 305a 306 BGB) sowi inr bsondrn Inhalts- und Wirksamkitskontroll ( 307 309 BGB). 24 Gmäß 310 Abs. 4 BGB sind di 305 bis 310 BGB bi dr Anwndung auf Arbitsvrträg nicht vorbhaltlos anwndbar. Insbsondr sind danach di im Arbitsrcht gltndn Bsondrhitn angmssn zu brücksichtign. Wi disr gnralklauslartig Bgriff im Einzlnn zu intrprtirn ist, ist noch offn und stritig 1. Richtigrwis wird man dn Sinn und Zwck ds Vorbhalts darin shn könnn, dass dr Pflichtnkris aus dm Arbitsvrhältnis Bsondrhitn aufwist, di bi andrn Schuldvrträgn kin Roll spiln. Dis Bsondrhitn sind bi Anwndung dr Klauslvrbot auf arbitsrchtlich Fallgstaltungn ntsprchnd zu brücksichtign 2. Dnnoch kann di Wirksamkit zahlrichr Klausln ins Formulararbitsvrtrags durch Anwndung dr nun 305 ff. BGB auf dm Prüfstand sthn, so twa di Vorgab kurzr Ausschlussfristn zur Gltndmachung von Ansprüchn 3, dr Widrrufsvorbhalt friwilligr Zulagn nach frim Ermssn 4 odr di Abgab ins formalisirtn Vrtragsstrafvrsprchns bi Nichtantritt dr Stll 5. 25 Fraglich ist, ob di 305 ff. BGB inschränkungslos auf Brufsausbildungsvrhältniss nach dm BBiG anzuwndn sind, odr ob für Ausbildungsvrhältniss glichfalls dr Vorbhalt nach 310 Abs. 4 Satz 2 BGB gilt. Dr Gstzgbr hat s vrsäumt, hirübr in ausdrücklich Rglung zu trffn. 26 Nachdm dr ursprünglich Gstzsntwurf zur Schuldrchtsmodrnisirung di nun 305 ff. BGB für das Arbitsrcht übrhaupt nicht zur Anwndung bringn wollt 6 und dr Bundsrat di Ausklammrung ds Arbitsrchts vom Anwndungsbrich dr Allgminn Gschäftsbdingungn monirt hatt 7, ntschloss sich di Bundsrgirung dazu, das Arbitsrcht zukünftig nicht mhr vom Rcht dr Allgminn Gschäftsbdingungn auszunhmn, da 1 Sih hirzu Boudon, ArbRB 2003, 150 ff.; Thüsing, NZA 2002, 591 ff. 2 Richardi, NZA 2002, 1057, 1061. 3 Sih hirzu Boudon, ArbRB 2003, 150, 153; Lingmann, NZA 2002, 181, 189. 4 Sih hirzu Richardi, NZA 2002, 1057, 1063. 5 Sih hirzu LAG Düssldorf, NZA 2003, 382; Boudon, ArbRB 2003, 150, 152 f. 6 BT-Drucks. XIV/6040, 160 wörtlich Entsprchung zum hmalign 23 Abs. 1 AGBG. 7 BT-Drucks. XIV/6857, 17. 60 Munk
20 Prsönlich und fachlich Eignung 5 Dr Gstzgbr ds Brufsbildungsgstzs hat bwusst darauf vrzichtt, das Einstlln und Ausbildn an inn Brchtigungsnachwis zu knüpfn 1. Di Eignungsvorausstzungn könnn abr durch rgänznd Rchtsvrordnungn nach 21 BBiG sowi durch statuarischs Rcht gmäß 44 BBiG konkrtisirt wrdn. In dism Zusammnhang ist insbsondr auf di Ausbildr-Eignungsvrordnungn hinzuwisn; sih dazu 21 Rz. 2. Ein Bsondrhit bstht hinsichtlich dr Eignung dr Ausbildungsstätt im Brich dr Landwirtschaft und Hauswirtschaft nach dn 82 und 96 BBiG, wonach drn Eignung in ntsprchnd formal Anrknnung durch di zuständig Bhörd vorausstzt. 6 Bi Vorlign dr notwndign Eignungsvorausstzungn bstht in subjktiv-öffntlichs Rcht auf Einstllung und Ausbildung von Auszubildndn, sofrn auch di witrn gstzlichn Vorgabn ds BBiG odr twa ds JArbSchG rfüllt sind 2. So könnn vom Ausbildndn ggnübr dr zuständign Stll di Anrknnung dr Ausbildungsstätt odr di Eintragung ds Ausbildungsvrhältnisss in das Vrzichnis dr Brufsausbildungsvrhältniss im vrwaltungsgrichtlichn Vrfahrn gltnd gmacht wrdn 3. Ds Witrn bstht ggnübr dr zuständign Stll auch dr Anspruch auf grundsätzlich Anrknnung dr Einstllungs- und Ausbildungsbrchtigung durch inn ntsprchndn fststllndn Vrwaltungsakt. Im Fall dr Ablhnung kann disr Anspruch im Wg dr Vrpflichtungsklag vrfolgt wrdn 4. Prsönlich und fachlich Eignung 20 (1) Auszubildnd darf nur instlln, wr prsönlich gignt ist. Auszubildnd darf nur ausbildn, wr prsönlich und fachlich gignt ist. (2) Prsönlich nicht gignt ist insbsondr, wr 1. Kindr und Jugndlich nicht bschäftign darf odr 2. widrholt odr schwr ggn diss Gstz odr di aufgrund diss Gstzs rlassnn Vorschriftn und Bstimmungn vrstoßn hat. 1 Sih dn Ausschussbricht BT-Drucks. V/4260, S. 12; Opolony, Rz. 269. 2 Vgl. dazu Hrkrt, Einführung vor 20 24 BBiG Rz. 14. 3 Hrkrt, Einführung vor 20 24 BBiG Rz. 14. 4 Vgl. Bayr. VGH, Urt. v. 18.8.1980 22.B-1410/79, GwA 1981, 18. 390 Braun
Allgmins 20 (3) Fachlich nicht gignt ist, wr 1. di rfordrlichn bruflichn Frtigkitn und Knntniss odr 2. di rfordrlichn brufs- und arbitspädagogischn Knntniss nicht bsitzt. (4) Wr fachlich nicht gignt ist odr wr nicht slbst ausbildt, darf Auszubildnd nur dann instlln, wnn r inn Ausbildr bstllt, dr prsönlich und fachlich für di Brufsausbildung gignt ist. Inhaltsübrsicht I. Allgmins... 1 II. Brchtigung zur Einstllung... 4 1. Eignung ds Ausbildndn... 5 2. Prsönlich Eignung... 11 a) Rgltatbstand ds 20 Abs. 2 Nr. 1 BBiG.. 14 b) Rgltatbstand ds 20 Abs. 2 Nr. 2 BBiG.. 21 c) Sonstig Eignungsmängl.... 25 III. Brchtigung zur Ausbildung... 27 1. Erfordrlich bruflich Frtigkitn und Knntniss... 30 2. Erfordrlich brufsund arbitspädagogisch Knntniss... 32 IV. Bstllung ins Ausbildrs nach 20 Abs. 4 BBiG.... 33 1. Bgriff ds Ausbildrs... 35 2. Bstllung ds Ausbildrs... 37 V. Fhln dr prsönlichn odr fachlichn Eignung... 40 I. Allgmins Di btriblich Ausbildung ist Til ds öffntlichn Bildungswsns im Rahmn ds dualn Systms. Das Ausbildungsvrhältnis ist dabi in Vrtragsvrhältnis bsondrr Art, das sich nach Wsn und Zwck von inm normaln Arbitsvrhältnis rhblich untrschidt. So ist dr Ausbildnd vrpflichtt, dm Auszubildndn di Fähigkitn und Knntniss zu vrmittln, di zum Errichn ds Ausbildungszils rfordrlich sind, und di Brufsausbildung in inr durch ihrn Zwck gbotnn Form planmäßig, zitlich und sachlich gglidrt so durchzuführn, dass das Ausbildungszil in dr vorgshnn Ausbildungszit rricht wrdn kann, 6 Abs. 1 Nr. 1 BBiG. Hinzu kommt in am Ausbildungszil orintirt und darauf abr auch bgrnzt Erzihungspflicht. Damit korrspondirt in gstigrts und intnsivrs Wisungsrcht, wlchs übr dasjnig ins normaln Arbitsvrhältnisss hinausght. Dr Ausbildnd hat 1 Braun 391
20 Prsönlich und fachlich Eignung hirbi nach 6 Abs. 1 Nr. 5 BBiG dafür zu sorgn, dass dr Auszubildnd charaktrlich gfördrt sowi sittlich und körprlich nicht gfährdt wird. 2 Di gnanntn Pflichtn sind Hauptlistungspflichtn aus dm Ausbildungsvrhältnis im Sinn ds 241 Abs. 1 BGB und stzn in gstigrt Qualifikation und Eignung ds Ausbildndn und ds Ausbildrs zum Schutz ds Auszubildndn und zur bstmöglichn Ralisirung ds Ausbildungszils voraus. Dr Hauptzwck dr Bstimmung ist dr Schutz dr Auszubildndn vor Prsonn, di prsönlich odr fachlich ungignt sind 1. Hirübr hat di zuständig Stll nach 23 BBiG zu wachn. 3 Dr Ausbildnd muss in sinm Untrnhmn nicht slbst ausbildn. Er hat dann abr im Rahmn sins Ausbildungsbtribs ausdrücklich inn Ausbildr gmäß 6 Abs. 1 Nr. 2 BBiG ntsprchnd zu bauftragn, dr widrum für di Brufsausbildung sowohl prsönlich als auch fachlich gignt sin muss. So ist s dm Ausbildndn möglich, in sinm Untrnhmn auch dann auszubildn, wnn r slbst di tatsächlich Ausbildung nicht in ignr Prson durchführn will odr di notwndig fachlich Qualifikation hirzu nicht bsitzt 2. Fhlt dm Ausbildndn abr auch di prsönlich Eignung, gnügt di Bstllung ins Ausbildrs nicht, da r in dism Fall inn Auszubildndn brits nicht instlln darf. In Großuntrnhmn soll von disr Rglung abgwichn wrdn könnn; vgl. Rz. 8. II. Brchtigung zur Einstllung 4 Das Gstz untrschidt zwischn dm Ausbildndn und dm Ausbildr. Dr Ausbildnd ist drjnig, dr dn Auszubildndn instllt. Er hat mit ihm inn Ausbildungsvrtrag zu schlißn, 3 Abs. 1 BBiG. Ausbildndr kann dabi in natürlich Prson, in Gsllschaft odr in juristisch Prson sin. Hirzu zähln auch di Trägr von Bildungsinrichtungn i.s.d. 1 Abs. 5 BBiG odr mhrr natürlich odr juristisch Prsonn, di sich zu inm Ausbildungsvrbund zusammnschlißn. 1 So dr Ausschussbricht BT-Drucks. V/4260, S. 12; Linmann/Taubrt, 20 BBiG Rz. 2. 2 Vgl. Ausschussbricht BT-Drucks. V/4260, S. 12. 392 Braun
Brchtigung zur Einstllung 20 1. Eignung ds Ausbildndn Di Brchtigung zur Einstllung Auszubildndr stzt nbn dr Eignung dr Ausbildungsstätt auch di prsönlich Eignung ds Ausbildndn voraus. Sofrn dism di fachlich Eignung fhlt odr r di Ausbildung nicht slbst durchführt, stzt di Einstllungsbrchtigung ds Witrn voraus, dass von ihm in prsönlich und fachlich gigntr Ausbildr bstllt wird, 20 Abs. 4 BBiG. Hinsichtlich dr Frag, in wlchr Prson di prsönlich Eignung zur Einstllung vorlign muss, ist wi folgt zu diffrnzirn: Ist dr Ausbildnd als Einzluntrnhmr bzw. als inzlnr Fribruflr tätig, so kommt s bi dr Einstllung ins Auszubildndn auf sin prsönlich Eignung an. Fhlt di prsönlich Eignung, ist s nicht ausrichnd, inn Vrtrtr zu bstlln, dr mit dr Einstllung und dr vrtraglichn Durchführung ds Ausbildungsvrhältnisss bauftragt wird 1. Ein solch Umghungsmöglichkit dr prsönlichn Eignungsvorausstzungn ist auszuschlißn, auch wnn in Umghung zum Zitpunkt dr Bauftragung ds Bvollmächtigtn nicht babsichtigt war. Im Fall inr Prsonngsllschaft kommt s darauf an, dass all zur organschaftlichn Vrtrtung brchtigtn Gsllschaftr di notwndig prsönlich Eignung bsitzn, glichgültig, ob Einzlodr Gsamtvrtrtungsmacht bstht. Dis gilt auch für di BGB-Gsllschaft und ntsprchnd für di Partnrschaftsgsllschaft. Di manglnd prsönlich Eignung auch nur ins solchn vrtrtungsbrchtigtn Gsllschaftrs färbt auf di Gsllschaft ab, so dass dis zur Einstllung von Auszubildndn nicht brchtigt ist. Auf di Prson ins ggbnnfalls ungigntn bvollmächtigtn Nichtgsllschaftrs (z.b. Prokurist) kommt s nicht maßgblich an, auch wnn disr zusammn mit inm odr mhrrn Gsllschaftrn zur Vrtrtung dr Gsllschaft bfugt sin sollt. Entsprchnds gilt für dn gsondrt bvollmächtigtn Kommanditistn inr KG, dr ansonstn von dr organschaftlichn Vrtrtung ausgschlossn ist, 170 HGB. Auch wnn dism di prsönlich Eignung fhlt, so färbt dis nicht auf di Gsllschaft ab. Maßgblich ist auch hir dm Grundsatz nach, nur auf di Eignung ds vrtrtungsbrchtigtn Komplmntärs abzustlln. Ist dr Ausbildnd in juristisch Prson ds Privatrchts, so müssn all vrtrtungsbrchtigtn Organ prsönlich gignt 5 1 Andrs Linmann/Taubrt, 20 BBiG Rz. 7. Braun 393
20 Prsönlich und fachlich Eignung sin 1. Bi dr GmbH ist di prsönlich Eignung allr Gschäftsführr rfordrlich. Bi dm rchtsfähign Vrin, dr Aktingsllschaft und dr Gnossnschaft gilt dis für all vrtrtungsbrchtigtn Prsonn ds Vorstands. Bi juristischn Prsonn ds öffntlichn Rchts ist auf di prsönlich Eignung dr gstz- odr satzungsmäßign Vrtrtr abzustlln. 6 Di manglnd Einstllungsbrchtigung wgn fhlndr prsönlichr Eignung kann nicht dadurch ghilt wrdn, dass in prsönlich gigntr Vrtrtr bstllt wird. Umgkhrt färbt grundsätzlich allin di manglnd prsönlich Eignung ins Bvollmächtigtn noch nicht auf dn Ausbildndn ab. Dis gilt auch im Fall ins zur Gsamtvrtrtung nach 125 Abs. 3 HGB odr 78 Abs. 3 AktG bvollmächtigtn Prokuristn. 7 Zu bachtn ist abr auch, dass di prsönlich Eignung ds Ausbildndn fhln kann, wnn disr s duldt bzw. zulässt, dass prsönlich ungignt Vrtrtr odr Ausbildr mit dn Auszubildndn in Kontakt kommn und dis dadurch gfährdt wrdn, sih dazu untn Rz. 26. 8 Bi Großuntrnhmn, in dnn dr prsönlich nicht gignt Untrnhmr mit dm Auszubildndn nicht in unmittlbarn Kontakt kommt, soll s nach h.m. darauf ankommn, dass dr für di Ausbildung vrantwortlich Vrtrtr, mit dm di Auszubildndn in unmittlbarn Kontakt kommn, prsönlich gignt ist. Dis Auffassung ght auf dn Ausschussbricht zurück, wo s hißt: Hauptzwck dr Vorschrift ist dr Schutz dr Auszubildndn vor Prsonn, di prsönlich odr fachlich nicht gignt sind. Bi dr Anwndung ds Satzs 1 (ds 20 Abs. 1 BBiG) wird s im Einzlfall darauf ankommn, ob in Gfährdung ds Auszubildndn zu rwartn ist. Dshalb wird z.b. bi Großuntrnhmn, in dnn dr prsönlich nicht gignt Untrnhmr mit dn Auszubildndn nicht in dirktn Kontakt kommt, das Einstlln von Auszubildndn aus dism Grund nicht in jdm Fall untrsagt wrdn müssn. 2 9 Nach Hrkrt soll s maßgblich bi dr Fststllung dr prsönlichn Eignung auf di (ranghöchst) vrtrtungsbfugt Prson an- 1 VGH Badn-Württmbrg, Urt. v. 22.12.1988 9 S 2583/87, EzB 20, 21 BBiG Nr. 36. 2 Ausschussbricht BT-Drucks. V/4260, S. 12. 394 Braun
Brchtigung zur Einstllung 20 kommn, wlch auch tatsächlich und nicht nur glgntlich mit dm Auszubildndn in dirktn Kontakt kommt. In dr Praxis könn dis rglmäßig auch dijnig Prson sin, di dn Ausbildungsvrtrag untrzichn 1. Dis Auffassung ist nicht übrzugnd. Ist dr Einzluntrnhmr odr dr Gschäftsführr bzw. Vorstand ins Untrnhmns mit inm odr mhrrn größrn Btribn prsönlich ungignt, so kann nicht auf inn nachrangign, nicht immr sichr zu bstimmndn, abr prsönlich gigntn Mitarbitr abgstllt wrdn. Auch drjnig, dr in Vrtrtung (twa als Prsonallitr) dn Ausbildungsvrtrag untrzichnt, wird im btriblichn Alltag nicht immr di ntschidnd Kontaktprson ds Auszubildndn sin. Wr in Vrtrtung inn Ausbildungsvrtrag untrzichnt, wird dadurch auch nicht zum Ausbildndn. Im Übrign ist s nicht auszuschlißn, dass auch dr Gschäftsführr ins klinn Untrnhmns im Btribsalltag kaum in Kontakt zum Auszubildndn tritt. Dr Umstand, dass dr prsönlich nicht gignt Untrnhmr odr Organvrtrtr nicht odr kaum mit dm Auszubildndn in Kontakt kommt, ist kin zuvrlässigs Kritrium dafür, dass trotz dr fhlndn prsönlichn Eignung di Einstllungsbfugnis ds Untrnhmns bjaht wrdn kann. Insowit ist auch zu bachtn, dass grad dis ungigntn Untrnhmr odr Organvrtrtr in ihrr Prson doch für di Bstllung ins gigntn Vrtrtrs odr Ausbildrs und drn Übrwachung vrantwortlich blibn. Di h.m. will im Anschluss an dn zitirtn Ausschussbricht bi größrn Untrnhmn offnsichtlich in pragmatisch Einzlfallrglung rmöglichn, so dass dis allin wgn dr manglndn prsönlichn Eignung ihrs Inhabrs odr Organvrtrtrs nicht glich zwingnd di Brchtigung zur Einstllung von Auszubildndn vrlirn. Hir abr abwichnd von dr grundsätzlichn Rglung nur auf in nachgordnt prsönlich abr gignt Prson abzustlln, di in dr Praxis mit dm Auszubildndn auch tatsächlich in Kontakt kommt, ist auch in Anbtracht ds Schutzzwcks nicht gbotn. Di nach dr h.m. zu vrhindrnd Härt für größr Untrnhmn kann so nur dadurch gmildrt wrdn, dass dr Umstand fhlndn tatsächlichn Kontakts zum Auszubildndn und somit inr nicht zu rwartndn Gfährdung ds Auszubildndn bi dr Fststllung dr prsönlichn Eignung mit brücksichtigt wird. Hirbi ist zu bachtn, dass 20 Abs. 2 BBiG di Eignungsbdingungn ngativ formulirt. Erfüllt z.b. dr Gschäftsführr inr GmbH ins dr Rglbispil disr Bstimmung, so ist di 10 1 Hrkrt, 20 BBiG Rz. 6; vgl. auch Opolony Rz. 243; Linmann/Taubrt, 20 BBiG Rz. 9; Wohlgmuth, 20 BBiG Rz. 2. Braun 395
Kostn dr Abschlussprüfung 34 VI. Kostn dr Abschlussprüfung Dr in Abs. 3 normirt Ausschluss dr Gbührnrhbung bziht sich nur auf dn Auszubildndn, d.h. auf Prüfling, drn Brufsausbildungsvrhältnis (noch) bstht. Maßgblich ist dr Zitpunkt dr Zulassung, da sich dr Prüfungstrmin übr das End dr Ausbildungszit hinzihn kann und dis dm Prüfling nicht zum Nachtil in Form ds Vrlusts ds Gbührnausschlusss grichn darf. Dahr gilt dr Schutz auch für Widrholungsprüfungn nach Abs. 1 Satz 2, di zum Bsthn dr Prüfung abglgt wrdn. Friwillig Widrholungn zur Notnvrbssrung sind daggn nicht bgünstigt 1. Hat dr Prüfling daggn di Zulassung nach Ablauf dr Brufsausbildungszit bantragt, bstht bnfalls kin Anspruch auf Gbührnausschluss. Da dr Auszubildnd stts brchtigt ist, sich zur Abschlussprüfung slbst anzumldn, kann r sich auch nicht darauf brufn, dr Ausbildnd si (auf Grund vrtraglichr Vrinbarung odr auf Grund inr Prüfungsordnung) bnfalls zur Mldung brchtigt gwsn und hab dis vor Bndigung ds Ausbildungsvrhältnisss vrsäumt. In disn Fälln ist dr Ausbildnd jdoch nach 6 Abs. 1 Nr. 3 BBiG untr dm Gsichtspunkt dr nachwirkndn Vrtragspflicht vrpflichtt, di Kostn zu tragn 2. Abgshn vom Ausnahmfall dr Widrholung zur Notnvrbssrung ist damit di grundsätzlich Gbührnfrihit für Auszubildnd, so wi si dr Normzwck ds Abs. 3 gbitt 3, gwährlistt. Ebnfalls nicht rfasst wrdn Prüfling, di nach 40 Abs. 2 und 3 BBiG in bsondrn Fälln zur Abschlussprüfung zuglassn sind. Daggn gilt dr Ausschluss dr Gbührnrhbung für Zwischnprüfungn, 42 Satz 2 BBiG 4. Soll von dm nicht bgünstigtn Prsonnkris (z.b. dm Ausbildndn) für di Abschlussprüfung in Gbühr rhobn wrdn, bdarf s inr gstzlichn Grundlag. Di Kammrn als zuständig Stlln habn di Bfugnis, ntsprchnd Gbührnordnungn zu rlassn, vgl. 4 IHKG, 106 HwO. Di Prüfungsgbühr muss dm ¾quivalnzprinzip gnügn. Das ist dr Fall, wnn dr bi dr Bmssung 23 24 25 26 1 Ebnso Hrkrt, 34 BBiG Rz. 26; a.a. Linmann/Taubrt, 34 BBiG Rz. 32; Wohlgmuth, 34 BBiG Rz. 12. 2 Hrkrt, 34 BBiG Rz. 25; Opolony, Rz. 613. 3 Wohlgmuth, 34 BBiG Rz. 12. 4 Gdon/Spirtz, 41 BBiG Rz. 25, 28. Mühlhausn 491
34 Abschlussprüfung dr Prüfungsgbühr brücksichtigt Vrwaltungsaufwand in inm angmssnn Vrhältnis zum Nutzn dr Anglgnhit für dn Gbührnschuldnr stht 1. 27 Dr Prüfling hat vorbhaltlich abwichndr Vrinbarungn kinn Anspruch auf Erstattung dr Auslagn, di ihm im Zusammnhang mit dr Ablgung dr Prüfung ntstandn sind. Es bstht auch kin gstzlichr Anspruch odr in Anspruch in analogr Anwndung ds 34 Abs. 3 BBiG auf Übrnahm dr Übrnachtungskostn, di dadurch ntstandn sind, dass di Abschlussprüfung an inm andrn Ort als dm Ausbildungsort durchgführt wird 2. VII. Rchtsschutz 28 Auszubildndr und ggbnnfalls auch dr Ausbildnd 3 könnn ggn Entschidungn, di im Zusammnhang mit dm Prüfungsvrfahrn sthn odr im Rahmn ds Prüfungsvrfahrns gtroffn wordn sind, vorghn. Auf wlch Wis dis zu gschhn hat, hängt von dm Vrfahrnsstadium und dm vrfolgtn Zil ab. 1. Möglich Klagzil/Klagggnständ a) Zulassung zur Abschlussprüfung 29 Sowit s um di Zulassung zur Abschlussprüfung ght, vgl. di Ausführungn zu 39 BBiG (dort Rz. 30 ff.). b) Durchführung dr Abschlussprüfung 30 Dr Anspruch ds Auszubildndn auf Durchführung dr Abschlussprüfung nach rfolgtr Zulassung ist im Wg dr Vrpflichtungsklag nach 42 Abs. 1 VwGO zu vrfolgn 4. Stritggnstand dr Vrpflichtungsklag ist di Bhauptung ds Klägrs, r wrd durch di rchtswidrig Ablhnung odr Untrlassung ds bantragtn Vrwaltungsakts in sinn Rchtn vrltzt. Dmnach richtt sich in Klag in disn Fälln darauf, nicht nur di Möglichkit zur Abl- 1 Knopp/Kragloh, 34 BBiG Rz. 7. 2 BAG, Urt. v. 14.12.1983 5 AZR 333/81, EzB 34 BBiG Nr. 12; zust. Gdon/Spirtz, 34 BBiG Rz. 27; HWK/C.S. Hrgnrödr, 34 BBiG Rz. 4. 3 OVG Lünburg, Urt. v. 8.4.1974 VII OVG A 4/73, EzB 35 BBiG Nr. 2. 4 Knopp/Kragloh, 34 BBiG Rz. 3; Wohlgmuth, 34 BBiG Rz. 5; Zimmrling, Prüfungsrcht, Rz. 641. 492 Mühlhausn
Rchtsschutz 34 gung dr Prüfung zu gwährn, sondrn auch angmssn Bdingungn zur Durchführung zu schaffn (z.b. zitnah Prüfung) 1. c) Korrktur ds Ergbnisss dr Abschlussprüfung Ein Großtil dr Klagn in Prüfungsanglgnhitn richtt sich ggn das Prüfungsrgbnis. Wurd di Abschlussprüfung nicht bstandn, kann dis Entschidung im Widrspruchs- und ggf. im Vrwaltungsstritvrfahrn übrprüft wrdn. Auch in bstandn Prüfung kann banstandt wrdn, wnn dr Prüfling dr Auffassung ist, sin Listungn sin fhlrhaft und dadurch zu schlcht bwrtt wordn. Zil ist in bssrs Rsultat. 31 aa) Allgmins Vor inr grichtlichn Übrprüfung ist als Prozssvorausstzung inr ntsprchndn Anfchtungs- odr Vrpflichtungsklag in Vorvrfahrn nach 68 ff. VwGO durchzuführn. Ein Vorvrfahrn ist nur dann ntbhrlich, wnn di zuständig Stll in obrst Bunds- odr Landsbhörd ist, 68 Abs. 1 Nr. 1 VwGO. Dr Widrspruch ist ggn di zuständig Stll zu richtn, nicht ggn dn Prüfungsausschuss. Di Vorstllung, Prüfungsausschuss und zuständig Stll sin zwi Bhördn, ist unzutrffnd, di Bhördnignschaft dr Prüfungsausschüss ist nicht ggbn (dazu nähr 36 Rz. 7, 8). Ein Zuständigkit ds Prüfungsausschusss zum Erlass ds Widrspruchsbschids lässt sich auch nicht damit bgründn, dass andrnfalls di igntlich Prüfungsntschidung von inr Stll dr Kammrgschäftsführung gtroffn würd, di dijnign Anfordrungn, di in prsonllr, sachlichr und vrfahrnsmäßigr Hinsicht an dn Prüfungsausschuss gstllt wrdn, slbr nicht rfüllt. Auch wnn in ntsprchnd intrn Übrtragung dr Widrspruchsntschidung auf dn Prüfungsausschuss möglich ist und nicht unzwckmäßig wär, ist außrhalb inr solchn Rglung in drartig Zuständigkit dm gltndn Rcht nicht zu ntnhmn. Zwar hbt das Bundsvrwaltungsgricht zu Rcht hrvor, dass di inghndn Rglungn übr das Vrfahrn, di Zusammnstzung dr Ausschüss und insbsondr übr di Qualifikation dr Mitglidr (dazu 37 Rz. 11 ff.) di Richtigkit dr Burtilung gwährlistn soll. Wnn auch di Kammrgschäftsführung disn für dn Prü- 32 33 34 1 Knopp/Kragloh, 34 BBiG Rz. 3. Mühlhausn 493
34 Abschlussprüfung fungsausschuss gltndn Mrkmaln nicht ntspricht, so ist di Entschidung trotz disr Diskrpanz unproblmatisch, wnn in voll inhaltlich Übrprüfung dr Listungsburtilung rchtlich ausgschlossn wird. Dis ist gwährlistt, wnn für di zuständig Stll dislbn Prüfungsmaßstäb bindnd sind, di auch für di grichtlich Übrprüfung gltn (dazu nähr untr Rz. 55 ff.) 1. 35 Das Vorvrfahrn bginnt mit dr Erhbung ds Widrspruchs, 69 VwGO. Dr Widrspruch richtt sich ggn das Prüfungsrgbnis in Form ds Zugnisss nach 34 Abs. 2 BBiG, das bi rfolglosr Tilnahm di Mittilung ds Nichtbsthns nthält. 36 Dm Prüfling vrblibt dazu in Frist von inm Monat nach Bkanntgab ds Vrwaltungsakts, d.h., dr Widrspruch ggn di Prüfungsntschidung muss innrhalb ins Monats nach Übrmittlung ds Zugnisss schriftlich odr zur Nidrschrift bi dr zuständign Stll rhobn wrdn, 70 Abs. 1 VwGO. 37 Wnn di zuständig Stll dn Widrspruch für bgründt hält, hilft si ihm ab und ntschidt übr di Kostn, 72 VwGO. Hilft si dm Widrspruch nicht ab, so rght in Widrspruchsbschid, dr zu bgründn, mit inr Rchtsmittlblhrung zu vrshn ist und bnfalls in Kostnntschidung nthält, 73 Abs. 1 u. Abs. 3 Satz 1 und 3 VwGO. 38 Anfchtungsbrchtigt ist in jdm Fall dr Prüfling, da r durch in Zugnis, das sin Listungn unzutrffnd widrgibt, unmittlbar bschwrt ist. Dr Ausbildnd ist zumindst dann anfchtungsbrchtigt, wnn di Abschlussprüfung nicht bstandn wurd und damit für dn Auszubildndn di Möglichkit bstht, Witrbschäftigung zu vrlangn (dazu 14 Rz. 23 ff.) 2. bb) Klag auf Vrbssrung dr Gsamtnot (1) Allgmins 39 Di Fststzung dr Gsamtnot inr brufsqualifizirndn Prüfung ist jdnfalls dann, wnn di Prüfungsordnung di Bildung inr Gsamtnot und drn Aufnahm in das Prüfungszugnis ausdrücklich vorsiht, in slbständig abändrbarr Til ds Vrwaltungsakts, mit dm übr di Prüfung ntschidn wird. Dr Rglungs- 1 BVrwG, Urt. v. 20.7.1984 7 C 28.83, EzB 38 BBiG Nr. 4. 2 VG Brlin, Urt. v. 17.2.1987 VG 12 A 181/86, EzB 41 BBiG Bwrtung Nr. 45; Knopp/Kragloh, 34 BBiG Rz. 6; Linmann/Taubrt, 34 BBiG Rz. 30; Hrkrt, 34 BBiG Rz. 20. 494 Mühlhausn
Rchtsschutz 34 ghalt dr Prüfungsntschidung bschränkt sich in dism Fall nicht auf dn Ausspruch ds Bsthns dr Prüfung. Vilmhr wird dr Bsthnsntschidung in zusätzlich Aussag hinzugfügt, di an dm Vrbindlichkitsausspruch dr Prüfungsntschidung tilnimmt. Dnn mit dr Zurknnung ins bstimmtn Prädikats lgt di Prüfungsbhörd für dn inzlnn Prüfling fst, wi dssn Ausbildungs- und Prüfungsrfolg im Vrhältnis zu andrn Kandidatn inzuschätzn ist 1. Erstrbt dr Prüfling in drartign Fälln di Anhbung dr Prüfungsnot, kommn in rstr Lini Bschidungs- und Vrpflichtungsklag in Btracht. Hinsichtlich dr richtign Klagart ist Folgnds zu bachtn: (2) Vrpflichtungsklag Ein Vrpflichtungsantrag, grichtt auf in bstimmts (bssrs) Rsultat dr Prüfung kommt nur dann in Btracht, wnn nicht um prüfungsspzifisch Wrtungn gstrittn wird, d.h., wnn di höchstprsönlich Burtilungsrmächtigung ds Prüfrs nicht rnut ausgübt wrdn muss 2. Es ght um sltn Fäll, in dnn das Gricht allin durch di Klärung von Rchtsfragn zu dm Ergbnis glangn kann, di Prüfung hab mit inr andrn bssrn Gsamtnot für bstandn rklärt wrdn müssn 3. Zu dn Rchtsfragn in dism Sinn ghört bispilswis di Auslgung dr Rglungn inr Prüfungsordnung. So hatt dr Vrwaltungsgrichtshof Kassl zu ntschidn, ob bi dm vom Klägr rziltn Durchschnitt sinr Einzlnotn von 1,52 di Gsamtnot Shr gut hätt vrgbn wrdn müssn. Di Prüfungsordnung sah vor, dass bi inm Durchschnitt übr 1,5 bis 2,5 di Not gut zu vrgbn ist. Da nicht ausdrücklich grglt war, ob di zwit Dzimalstll zu brücksichtign, zu rundn odr zu strichn ist, hilt das Gricht di Prüfungsordnung insowit für auslgungsbdürftig. Im Ergbnis kam das Gricht zu dr Auffassung, bi dr gbotnn vrfassungskonformn Auslgung si nur di rst Kommastll zu brücksichtign, so dass dm Prüfling di bssr Not zu rtiln si 4. Auch di umgkhrt Fallgstaltung (indutig Prüfungsordnung, auslgungsbdürftig Einzlnot) war brits Ggnstand inr 40 41 1 So ausdr. OVG Münstr, Urt. v. 25.1.1985 15 A 2461/82, NVwZ 1985, 595. 2 Kopp/Schnk, VwGO (12. Aufl. 2000), 113 Rz. 195. 3 Zimmrling, Prüfungsrcht, Rz. 642. 4 VGH Kassl, Urt. v. 9.6.1994 6 UE 2944/93, WissR 1995, 77 (78). Mühlhausn 495