Geschäftsmodelle im E-Business



Ähnliche Dokumente
Geschäftsmodelle im E-Business

Die XCOM Payment-Lösungen

3 E-Commerce. Medium Internet. Internet ist das am schnellsten wachsende Medium in der Geschichte

ecommerce Deshalb ist es für Unternehmen jeder Grösse wichtig, den Schritt in den Online-Verkauf nicht zu verpassen.

versus WS 2004 Steven Ammon/ Marvin Kruse/ Christoph Bruger

Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden.

Allgemeine Geschäftsbedingungen. Onlineshop. Datenblatt. Stand 2015

KRYPTOWÄHRUNG BÖRSENPORTAL

Widerrufsbelehrung. Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen.

Business Model Canvas

Entwicklung neuer Angebote

Referate-Seminar 2001/2002 Mobile Commerce Constantin Rau. Mobile Commerce

Neue Kennzeichnungspflicht Die Button-Lösung kommt - Neuregelung der Hinweispflicht in Online-Shops -

THE CROSSMEDIA MARKETPLACE

Workshop Parkraummanagement Stuttgart, 10. Mai 2004

Wichtige Themen für die Strategie der Fachverlage (n = 58; Mehrfachnennungen)

Kooperationsvertrag. Klashofstr. 79 An der Rosenhöhe Bielefeld Bielefeld

Ergebnisse Mobile Payment Befragung Durchgeführt durch barcoo / checkitmobile GmbH Im Auftrag der GS1 Germany GmbH, Köln

I.O. BUSINESS. Checkliste Effektive Vorbereitung aktiver Telefonate

Online-Shops und ihre Fallstricke. Dr. Hanspeter Kellermüller, LL.M. Rechtsanwalt Generalsekretär NZZ-Mediengruppe

Widerrufsbelehrung der redcoon GmbH

Herausforderung: Schreiben wissenschaftlicher Texte im Studium

Social Media 2011: Top-Entscheider im Experteninterview

Third Party Management in der Dienstleistungsbeschaffung

e-primo Das flexible System für hohe Sicherheit

Infoblatt Lehrer Organisation der Finanzierung und der Buchführung

Weiterbildungsmanagement as a Service

Widerrufsrecht, Widerrufsbelehrung, Ausschluss des Widerrufsrechts und Muster- Widerrufsformular Stand

Widerrufsbelehrung der Free-Linked GmbH. Stand: Juni 2014

Information Governance Ergebnisse einer Marktbefragung zum Status Quo und Trends. Dr. Wolfgang Martin Analyst

Trainingsplan 16-wöchiger Trainingsplan für einen Triathlon (Volkstriathlon), Einsteiger

Business Page auf Facebook

E-Sourcing einfach, effizient und erfolgreich

Zahlungsbedingungen. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie wir Ihre Bestellung per Nachnahme bearbeiten und wie die Lieferung und Zahlung erfolgt.

Hallo! Social Media in der praktischen Anwendung Warum macht man was und vor allem: wie? Osnabrück, den 07. Juli 2014.

Einsatz von App-Technologie im Prozess der Abrechnung privatmedizinischer Leistungen. conhit, 6. Mai 2014

ElektroG Inhalte und deren Umsetzung. Reiner Jilg

Company Presentation

Mobile Business. Kapitel 4. Veränderungen der Wertschöpfung

Rechtliche Neuerungen. Informationspflichten und Widerrufsrecht bei Architekten- und Planungsverträgen mit Verbrauchern

Widerrufsrecht im ecommerce

Die EWIV als virtuelles Unternehmen

Webcontrolling Umsetzung in die Praxis. Toll, und wie ist es wirklich?

Finanzierung von Vereinen und NGOs. Bernhard Possert

Prof. Dr. Wolf Knüpffer Teamleiter ebusiness Lotse Metropolregion Nürnberg Hochschule für angewandte Wissenschaften Ansbach mobikon 11.

Mit Gemeinschaftsgeschäften zum Erfolg. Corvin Tolle - Rohrer Immobilien GmbH Berlin

E-Commerce. Von Matthias Fenner und Matthias Schulze. Definition Rechtliches Beispiele Vor- und Nachteile Sicherheitsmaßnahmen

I. A1 Verkaufsförderung (Marketing)

Folien zum Textbuch. Kapitel 5: Außenwirksame Informationssysteme und Electronic Commerce. Teil 3: Portale, Hilfs- und Zusatzdienste

Direktspenden- Verbindung

Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen.

RECHTSINFORMATIK SYMPOSION 2007 SALZBURG, ÖSTERREICH

Informatik. Christoph Treude. Elektronisches Geld. Studienarbeit

Netz der Möglichkeiten eg i.g. Deckblatt Übersicht. Virtuelle Unternehmen Eine Übersicht

Kontaktlos bezahlen mit Visa

Die Agentur im Detail. kundennah

Themen. Web Services und SOA. Stefan Szalowski Daten- und Online-Kommunikation Web Services

Locafox! Online finden. Im Geschäft kaufen.

Kanzlei am Steinmarkt RECHTSANWÄLTE FACHANWÄLTE. Seminar. Internetrecht. Rechtsgrundlagen im Internet, ecommerce & Internetpräsenz. Dr.

Regeln zur Beurteilung von Investitionen

Dienstleister ist sehr einfach!

Potentiale und Grenzen des E-Business bei komplexen Produkten im B2B-Bereich

Versand und Außenhandelslösungen aus einer Hand. -Komplette Integration des Versandhandels in eevolution -

Artenkataster. Hinweise zur Datenbereitstellung. Freie und Hansestadt Hamburg. IT Solutions GmbH. V e r s i o n

ABMAHNUNGEN. Händlerbund Studie. befragte Online-Händler. Januar

Häufig gestellte Fragen

Das neue Fernabsatzrecht

White Paper Button-Lösung

Neomentum Coaching. Informationsbroschüre für Studienteilnehmer

Pressemitteilung

Ihr Partner im betrieblichen Umwelt- und Arbeitsschutz.

Gehen Sie Ihren Weg zielgenau! Existenzgründung Unternehmenskauf Nachfolge - Expansion Neuausrichtung

Kurzanleitung bezüglich erforderlicher Rechnungsdaten

Vorratsgesellschaften Der schnelle Weg zum eigenen Unternehmen interna

Service für den Gast, Gewinn für den Wirt. Restaurant, Hotel. Online-Shop für die Gäste auf der eigenen Homepage

Medienmitteilung. *** Sperrfrist: 4. März 2016, Uhr ***

Großunternehmen vs. Kleinunternehmen

Kassa- und Terminmarkt. Am Beispiel des Devisenmarkts

Neukundentest Versicherungen 2015 Zusammenfassung Gesamtmarkt

Xesar. Die vielfältige Sicherheitslösung

Con.ECT IT-Service & Business Service Management SAM-Outsourcing: Lizenzmanagement als externer Service

Vermarktung. 1. Warum ist der Begriff Ambush Marketing, der eine bestimmte Form der Werbung beschreibt, ungenau oder sogar irreführend?

Sportwett-Terminal. Technische Details. Sportwett-Terminal. Top-Performer mit minimalem Aufwand. Sportwett-Terminal.

Vortrag zur Regelung des 127 SGB V Untertitel

Das Bildungspaket: Mitmachen möglich machen


Empathisches CRM. (Empathic CRM) Sven Bruck, die dialogagenten. die dialogagenten Agentur Beratung Service GmbH Katernberger Straße Wuppertal

VERTRAG PARTIARISCHES DARLEHEN

Transkript:

Universität Kaiserslautern AG Datenbanken und Informationssysteme Seminar Datenbank-Aspekte des E-Commerce m_husema@informatik.uni-kl.de Vortragsinhalte Begriffsklärungen Klassifikation von E-Commerce-Systemen Geschäftsmodelle des Handels Geschäftsmodelle des weiteren Umfelds 2 1

E-Buzzwords E-Business Oberbegriff für elektronisch abgewickelte Geschäftstätigkeiten E-Cooperation Zusammenarbeit von Unternehmen über elektronische Hilfsmittel E-Information Informationsvermittlung über elektronische Medien E-Commerce elektronischer Handel im engeren Sinne: Austausch von Waren oder Dienstleistungen gegen typischerweise monetäre Gegenwerte zwischen Anbietern und Nachfragern 3 Geschäftsmodelle und E-Commerce-Systeme Geschäftsmodell Flüsse von Produkten, Dienstleistungen und Informationen Akteure und ihre Rollen potentielle Vorteile für die einzelnen Akteure Einkunftsquellen E-Commerce-System Umsetzung der technischen Aspekte eines Geschäftsmodells Kernbestandteil: EDV-System für die Handelsabwicklung Klassifizierung nach drei Hauptkriterien» unterstützte Phasen» beteiligte Akteure» umgesetztes Volumen 4 2

E-Commerce-Systeme: Phasen Informationsphase Marktbeobachtung und Unterbreiten von Angeboten» Bedarfsidentifikation» Produktvermittlung» Händlervermittlung Verhandlungsphase Dialog mit dem potentiellen Handelspartner Anpassung der Konditionen Abwicklungsphase Zahlung, Lieferung, Nutzung» Kauf und Lieferung» Produkt-Service und Evaluation 5 E-Commerce-Systeme: Akteure Hauptakteure: Nachfrager (Kunde), Anbieter (Händler) Rollen können von Geschäft zu Geschäft wechseln evtl. zusätzlich Mittler (Mediär) Zuordnung der Hauptakteure zu Gruppen Consumer (Verbraucher) Business (Unternehmen) Administration (öffentliche Verwaltung) Klassifizierung von EC-Systemen nach Gruppenzugehörigkeit der Hauptakteure 6 3

EC-Systeme: Business-to-Business (B2B) Zwischen den Unternehmen einer Wertschöpfungskette relativ selten Handel im engeren Sinne dominierende Abwicklungsphase: eher E-Cooperation Koordination von Regeln und Abläufen Ziel: flexible Zusammenarbeit Integration der Softwaresysteme Automatisierung der Abstimmungstätigkeiten Gegenseitiger Datenzugriff 7 EC-Systeme: Business-to-Consumer (B2C) Schematisierte Bestell- und Verkaufsprozesse große Zahl von Kunden, typischerweise Privatpersonen geringe Bindung, starke Fluktuation der Kundenbasis niedrigeres Transaktionsvolumen keine Verhandlungen, vereinfachter Kaufprozess Meist Web-Anwendungen wie Online-Kataloge Kunden benötigen keine spezielle Software Nutzung per Standard-Browser 8 4

EC-Systeme: Consumer-to-Consumer (C2C) Handel zwischen Privatpersonen über elektronische Medien, typischerweise das Internet bereits heute rege Nutzung, etwa auf Auktionsseiten (Ebay) Problem: oftmals fehlende Vertrauensbasis Marktteilnehmer kennen sich nicht direkt Identität des Handelspartners kann meist nicht garantiert werden langfristige Lösung nur über eindeutige Online-Identitäten 9 E-Commerce-Systeme: Volumen (1) Macropayments Beträge über 1000 EUR etablierte Beziehung zwischen Transaktionspartnern Zahlung in der Regel auf konventionellem Wege» Schwerpunkt auf Sicherheit» Kosten im Verhältnis zum Transaktionsvolumen tragbar Medium Payments Beträge zwischen 5 und 1000 EUR typische Einkäufe von Privatleuten Zahlung per Scheck oder Kreditkarte» etablierte Verfahren» Einbeziehung Außenstehender als Vertrauensträger 10 5

E-Commerce-Systeme: Volumen (2) Micropayments Beträge zwischen 0,1 und 5 EUR im Alltag Zahlung per Bargeld» flexibel, unkompliziert, sicher» Anonymität der Handelspartner» kein Hinzuziehen vertrauenswürdiger Dritter notwendig bislang kein etabliertes Zahlungsverfahren im Internet» Geldkarten: erfordern spezielle Lesegeräte» Ecash, CyberCoins: prinzipiell gute Abbildung der Eigenschaften von Bargeld, trotzdem kaum Akzeptanz bei den Verbrauchern Notlösung: Zahlungsverfahren für Medium Payments» größerer Aufwand beim Bezahlvorgang» verzerrtes Verhältnis zum Transaktionsvolumen 11 E-Commerce-Systeme: Volumen (3) Nanopayments Beträge unter 0,1 EUR erfordert Zahlungsverfahren mit minimalem Aufwand» keine Kryptographie, keine transaktionale Unterstützung» Hinnehmen gelegentlicher Verluste beim Bezahlvorgang alternativ Abgabe der Leistungen ohne Bezahlung» Nutzung anderer Einnahmequellen wie Werbung» gebündelte Abrechnung kein adäquater Ersatz Zeropayments kein Fluß monetärer Mittel gegenseitige Sach- oder Dienstleistungen 12 6

Geschäftsmodelle des Handels: Angebotsveröffentlichung Anbieter-getragen Veröffentlichung von Angeboten und passives Warten auf Nachfrager E-Shop N 1 N 2 Ziele des Anbieters: Umsatzsteigerung globale Präsenz reduzierte Kosten für Werbung Anbieter N k Vorteile für den Nachfrager: größere Auswahl niedrigere Preise Hauptfunktionen des E-Shops: Werbung Produktabsatz Unterstützte Transaktionsphasen: Produktvermittlung Kauf und Lieferung 13 Geschäftsmodelle des Handels: Aktives Marketing Anbieter-getragen Aktives Herantreten an potentielle Nachfrager mit Informationen über Produkte und Preise E-Newsletter N 1 N 2 Ziele des Anbieters: Umsatzsteigerung globale Präsenz reduzierte Kosten für Werbung Vorteile für den Nachfrager: größere Auswahl niedrigere Preise Anbieter Hauptfunktion: Werbung N k Unterstützte Transaktionsphase: Produktvermittlung 14 7

Geschäftsmodelle des Handels: Nachfrageveröffentlichung Nachfrager-getragen Veröffentlichung von Bedarfen und passives Warten auf Anbieter E-Tendering System A 1 A 2 Ziele des Nachfragers: größere Auswahl an Anbietern reduzierte Einkaufskosten bessere Konditionen Nachfrager A k Vorteile für den Anbieter: größerer Markt niedrigere Geschäftskosten Hauptfunktionen: Bedarfspublizierung Angebotsannahme Unterstützte Transaktionsphasen: Händlervermittlung Verhandlung 15 Geschäftsmodelle des Handels: Aktive Beschaffung Nachfrager-getragen Aktives Recherchieren am Markt und Herantreten an Anbieter E-Procurement System / Shopping Agent A 1 A 2 Ziele des Nachfragers: größere Auswahl an Anbietern reduzierte Einkaufskosten bessere Konditionen Nachfrager A k Vorteile für den Anbieter: mehr Kunden höherer Umsatz Kosteneinsparungen Hauptfunktionen: Bedarfsvermittlung Produktbeschaffung Unterstützte Transaktionsphasen: Händlervermittlung Verhandlung 16 8

Geschäftsmodelle des Handels: E-Mall und Third Party Marketplace Mittler-getragen A 1 E-Mall E-Shop N 1 Plattform für E-Shops, die so ein virtuelles Einkaufszentrum bilden A 2 E-Shop N 2 E-Shop Vorteile für Anbieter: unkomplizierte Web-Präsenz Laufkundschaft A k Mittler N k Vorteile für Nachfrager: einheitliche Bedienung geringerer Suchaufwand Ziel des Mittlers: Einnahmen aus Mitgliedsgebühren Hauptfunktion: Bündelung von E-Shops Unterstützte Transaktionsphasen: Händlervermittlung Kauf und Lieferung 17 Geschäftsmodelle des Handels: E-Auction Mittler-getragen A 1 N 1 Auktionsplattform im Internet E-Auction A 2 N 2 Vorteil für Anbieter: einfache Verkaufsmöglichkeiten Vorteil für Nachfrager: niedrige Produktpreise Ziel des Mittlers: Einnahmen aus Nutzungsgebühren und Werbung A k Mittler Hauptfunktion: Kommunikation zwischen Anbietern und Nachfragern N k Unterstützte Transaktionsphase: Verhandlung 18 9

Geschäftsmodelle des weiteren Umfelds (1) Virtual Community Kommunikationsplattform für den Informationsaustausch zwischen Mitgliedern verschiedenste Zielsetzungen der Gemeinschaft Angliederung an andere Geschäftsmodelle zur Schaffung eines Gemeinschaftsgefühls zwischen Nutzern und Betreibern möglich Einnahmen des Betreibers aus Mitgliedsgebühren und Werbung Collaboration Platform Plattform für die professionelle Kooperation von Unternehmen Bereitstellung von Werkzeugen und Informationen Einnahmen des Betreibers aus Bereitstellungs- und Beratungsgebühren 19 Geschäftsmodelle des weiteren Umfelds (2) Value Chain Service Provider spezialisiert auf bestimmtes Glied der Wertschöpfungskette bietet seine Spezialfertigkeiten gegen Bezahlung an Beispiel: Paketzustelldienst Information Brokerage Handel mit Informationen» Kundendaten, Nutzungsprofile, Börsentipps...» Unternehmensberatung, Web-Suchmaschinen... Einnahmen aus Nutzungsgebühren oder Werbung Trust Services Identitätsauthentifikation, Verwaltung kryptographischer Schlüssel vertrauenswürdige Dritte bei Handelstransaktionen Einnahmen aus Nutzungsgebühren 20 10

Zusammenfassung Klassifikation von E-Commerce-Systemen Phasen: Information, Verhandlung, Abwicklung Akteure: Konsumenten, Unternehmen, öffentliche Verwaltung Volumen: Macro-, Medium-, Micro-, Nano-, Zeropayment Geschäftsmodelle des Handels Anbieter-getragen Nachfrager-getragen Mittler-getragen Geschäftsmodelle des weiteren Umfelds Dienstleistungen Vermarktung von Wissensvorsprüngen 21 11