9. Nordhessischer Schweinetag Am 10. März in Melsungen HACCP kritische Kontrollpunkte am Beispiel der praktischen Fütterung Dr. Hubert Lenz, deuka Deutsche Tiernahrung GmbH & Co. KG, Düsseldorf
HACCP kritische Kontrollpunkte am Beispiel der praktischen Fütterung Gliederung A Warum ist dieses Thema so formuliert? B C D E Sinn oder Unsinn eines HACCP-ähnlichen Konzeptes kritische Kontrollpunkte aus Sicht der Schweinefütterung praktische Beispiele Fazit
HACCP kritische Kontrollpunkte am Beispiel der praktischen Fütterung Warum ist das Thema so formuliert? Die bedarfsgerechte Fütterung von Schweinen (mit ihren unterschiedlichen Anforderungen) ist eine komplexe Angelegenheit. Neben dem Aspekt der reinen Nährstoffversorgung gewinnt die Fütterung als ein wichtiger Faktor für die Leistungsbereitschaft des Tieres an Bedeutung. Die (Fütterungs-) Beratung soll möglichst nicht Fehler beheben, sondern Fehler vermeiden. Damit dieses in dem komplexen System Schweinehaltung (-fütterung) gelingt, ist es wichtig, sich auf die entscheidenden Punkte zu konzentrieren und für die Abweichung eine Reaktion vorzuplanen. HACCP (Hazard Analysis Critical Control Points)
HACCP kritische Kontrollpunkte am Beispiel der praktischen Fütterung! HACCP ist ein systematischer Weg zur Lebensmittelsicherheit (Produktionssicherheit) Er besteht aus folgenden Grundsätzen:? Risikoanalyse? Festlegung der kritischen Kontrollpunkte? Festlegung kritischer Grenzwerte? Festlegung von Korrekturmaßnahmen? Überprüfung auf Wirksamkeit? Dokumentation
HACCP kritische Kontrollpunkte am Beispiel der praktischen Fütterung! Sinn und Unsinn eines HACCP-Konzeptes für die Schweinefütterung Ökonomische Gesichtspunkte erlauben immer weniger Abweichungen von den festgelegten Produktionsvorgaben. Mit der zunehmenden Größe eines Unternehmens oder einer Produktionseinheit steigt die Bedeutung einer gezielten Kontrolle (Entscheidungsträger und Beobachter sind häufig nicht die gleiche Person). Multifaktorielle Geschehen erschweren die Ursachenzuweisung und erhöhen somit die Reaktionszeit. Schleichende Veränderungen werden ohne gezielte Kontrolle häufig nicht oder zu spät erkannt ( Betriebsblindheit ). Erfolgt eine Datenerfassung erst, wenn ein Problem vorliegt, fehlt in der Regel der betriebsspezifische Vergleichsmaßstab.
HACCP kritische Kontrollpunkte am Beispiel der praktischen Fütterung! Besonderes Risikopotential steckt häufig an den Punkten in der Produktion, an denen eine Umstallung der Tiere erfolgt (in der Regel mit Futterwechsel verbunden) die betreuenden Personen wechseln (häufig Informationsverlust) das Tier eine andere Bezeichnung erhält Saugferkel Aufzuchtferkel Ferkel Mastschwein Jungsau Sau Annahmen bzgl. der Voraussetzungen der Tiere bestehen, die nicht immer erfüllt werden und somit eine Kontrolle verlangen
Kritische Kontrollpunkte HACCP kritische Kontrollpunkte am Beispiel der praktischen Fütterung! Jungsauen: Lebendtagszunahme Gewicht / Alter zur Erstbelegung Kondition zur Erstbelegung Fundament Deck- / Tragebereich: allgemeiner Konditionszustand Ausgeglichenheit der Futtergruppen Harnwegsinfektion Abferkelstall: Aufstallzeitpunkt Kotkonsistenz um Abferkeltermin Futtermenge vor Geburt / nach Geburt Niveau der Futteraufnahme Tag 10 Geburtsgewicht (Durchschnitt, Streuung) Absetzgewicht (Durchschnitt, Streuung) Konditionsverlust Sauen Beifutteraufnahme
HACCP kritische Kontrollpunkte am Beispiel der praktischen Fütterung! Kritische Kontrollpunkte Flatdeck: tägliche Zunahme Einstallgewicht (Durchschnitt, Streuung) Ausstallgewicht (Durchschnitt, Streuung) Futteraufnahme Tag 1-14 (Zunahme, Futtervorlagetechnik) Maststall: tägliche Zunahme Einstallgewicht Ausstallgewicht Futterverwertung Magerfleischanteil (Fleischmaß, Speckmaß) ( Futterkurve) Zunahmen Tag 1-28
Kritische Kontrollpunkte HACCP kritische Kontrollpunkte am Beispiel der praktischen Fütterung! Futter / Fütterung: Futterinhaltsstoffe (ausgewogene Futter) Futterhygiene Silohygiene Fütterungshygiene Troghygiene Phasenfütterung Technik der Futtervorlage Wasser: Wasserqualität - Quelle - vor Ort Zahl und Erreichbarkeit der Nippel Durchflussrate Futterkosten: / 100 kg Futter / kg Zuwachs / Sau / Jahr Überschuss über die Futterkosten
HACCP kritische Kontrollpunkte am Beispiel der praktischen Fütterung! Beispiel 1: Risiko: Jungsauen zur Eingliederung Jungsauen erfüllen nicht die Anforderungen an eine künftige Hochleistungssau der Bestand ist mittelfristig in seiner Leistungsfähigkeit und/oder Gesundheit beeinträchtigt kritischer Jungsauen zum Zeitpunkt der Eingliederung in die Kontrollpunkt: Sauenherde (Deckzentrum) kritische Grenzwerte: mind. 125 kg, besser 130 kg Körpergewicht mind. 210, besser 2-230 Tage alt mind.14, besser 16-18 mm Rückenspeckdicke Fundament (Beinstellung, Klauen, Relationen) o.k.
HACCP kritische Kontrollpunkte am Beispiel der praktischen Fütterung! Beispiel 1: Korrekturmaßnahmen: Jungsauen zur Eingliederung z.b. Veränderung der Fütterungsintensität während Flatdeckphase, Aufzucht, Eingliederung, (Tragephase) Überprüfung haben die eingeleiteten Korrekturmaßnahmen die erwarder Wirksam- tete Veränderung/Verbesserung bewirkt (wurde die keit: Beratungsempfehlung überhaupt umgesetzt) Dokumen- - Kontrolle der kritischen Grenzwerte tation: - der Korrekturmaßnahmen - Feedback über Kontrolle der kritischen Grenzwerte
Grundsätze der Jungsauenaufzucht normale Ferkelaufzucht und/oder Vormast mittlerer Intensität in der Aufzucht ab 45 kg - Einsatz von Sauenfutter (Mineralisierung, Vitaminierung, Diätetik) - Tier- / Fressplatzverhältnis von 1 : 1 - Minimierung von Rangkämpfen - Möglichkeit der Futterrestriktion - Belegungsdichte ca. 25 % unter normaler Mastbelegung (ideale Mastställe sind gute Jungsauenaufzuchtställe) in der Eingliederungsphase (90 125 kg) - hohe Fütterungsintensität (ca. 40 MJ ME/Tag, 700 800 g tägl. Zunahme) - in der Regel mit Tragefutter nicht möglich => Speck füttern
Fütterung tragender Sauen Sind die Bedarfzahlen noch richtig? Häufige Fragen in Zusammenhang mit der Tragefütterung: - Was ist gute Sauenkondition (Rückspeckdicke in mm)? - Genetisch unterschiedliche Sauenherkünfte (rahmiger, schwerer und fleischiger?!) sind die Bedarfszahlen noch richtig? - Wie kann man schwankenden Geburtsgewichten - zwischen und innerhalb der Würfe entgegenwirken? - Wann, Wieviel für die Konditionsfütterung? - Läßt sich das Auffleischen von Sauen verhindern? - Kann man Sauen abspecken? => Wie soll die richtige Tragefütterung aussehen?
Fütterung tragender Sauen Der Energiebedarf nach GfE 1987; DLG 1996 MJ ME / Tag 80 70 60 50 40 30 10 0 Tag 1 bis Tag 84: 27 MJ ME / Tag Tag 85 bis Tag 115: 31 MJ ME / Tag Laktation: 74 MJ ME / Tag 1 29 57 85 113 26 Tage
Fütterung tragender Sauen Futterkurven für Sauen MJ ME / Tag 90 80 70 60 50 40 30 10 0 => 3-stufig mit niedr. Versorung im Deckzentrum und kontinuierlicher Steigerung 1 29 57 85 113 26 Tage Verändert nach Sano 03
Fütterung tragender Sauen Futterkurven für Sauen MJ ME / Tag 90 80 70 60 50 40 30 10 0 => 5-stufig mit hohem Versorungsniveau 8 bis 60. Tag 1 29 57 85 113 26 Tage Verändert nach HBDt 03
Fütterung tragender Sauen Zusammensetzung des Energiebedarf: DLG: 1996 35 Annahmen (Standardsau): 30 Mittleres Gewicht: 190kg MJ ME / Tag 25 15 10 5 0 niedertragend hochtragend Konditionsverlust: 15kg Trächtigkeitsprod.: kg (10-12 Ferkel) Zuwachs bis 84 Tag: 15kg Zuwachs 85-115. Tag: kg Energieverwertung Zuwachs: niedertragend: 22 MJ/kg hochtragend: 14 MJ/kg Thermoneutraler Bereich: 19 C Bedarf für Gewichtsentwicklung Erhaltungsbedarf Sind diese Zahlen heute noch richtig?
Fütterung tragender Sauen Eine Bedarfsanalyse Der Energiebedarf der tragenden Sau setzt sich zusammen aus dem Energiebedarf für: Erhaltung: W 0,75 * 0,44 MJ ME Konditionsverlust: 22 MJ ME / kg?w Wachstum: 22 MJ ME / kg?w Konzeptionsprodukte: y = 0,002x 3-0,0354x 2 + 0,4274x - 0,4657 6 5 4 3 2 1 0-1 R 2 = 0,9973
Fütterung tragender Sauen Eine Bedarfsanalyse Vorgaben für die Berechung des Energiebedarfs: - Startgewicht Sau (Berechung des Abferkelgewichtes) - Konditionsverlust in kg (letzte Laktation) (der Konditionsverlust soll bis zum 85. Trächtigkeitstag ausgeglichen sein) - Vorgabe des natürlichen Wachstums (ohne Konditionsausgleich) (das Wachstum erfolgt gleichmäßig über die gesamt Tragezeit) - Konzeptionsprodukte identisch von Wurf 1 bis 8 ( kg)
Fütterung tragender Sauen Eine Bedarfsanalyse Gewichtsentwicklung moderner Hybridsauen verändert nach Bolduan, 1993 und Hühn, 03 Wurfnummer 1 2 3 4 5 6 7 8 Gewicht Belegung 130 165 185 5 2 230 235 240 Gewicht Abferkeln 195 2 240 255 265 270 275 280 Absetzgewicht 160 185 5 2 230 235 240 245 Konzeptionszuwachs Konditionsausgleich - 15 15 15 15 15 15 Wachstum 45 25 15 10 5 5 5 Gesamtzuwachs 65 65 55 50 45 40 40 40
Fütterung tragender Sauen Eine Bedarfsanalyse 40 Energiebedarf in Abhängigkeit von der Wurfnummer - MJ ME / Tag 35 30 25 15 10 5 Konzeption Kondition. Wachstum Erhaltungsbedarf 0 1 2 3 4 5 6 7 8 Wurfnummer
Fütterung tragender Sauen Eine Bedarfsanalyse MJ ME / Tag Energiebedarf moderner Hybridsauen 40 35 30 25 15 10 5 0 1-84 85-115 1-84 85-115 1-84 85-115 2. Wurf 4. Wurf 7. Wurf Konzeption Kondition. Wachstum Erhaltungsbedarf
Fütterung tragender Sauen Futtermengenverteilung in der Tragezeit 50 Wann, Wo, Wieviel? MJ ME / Tag 40 30 10 Konzeption Kondition. Wachstum Erhaltungsbedarf 0 1-84 85-115 1-84 85-115 1-84 85-115 1-84 85-115 Sau zum 2. Wurf: 155 2kg a) Kondition bis 84. Tag b) bis 84. Tag: 27 MJ ME Sau zum 5. Wurf: 2 265kg a) Kondition bis 84. Tag b) bis 84. Tag: 30 MJ ME
Fütterung tragender Sauen Entwicklung der Körperzusammensetzung Unterschiedliche Zusammensetzung Abbau und Ansatz: - pro kg Gewichtsverlust in der Säugezeit werden ca. 550-650g Fett eingeschmolzen - pro kg Gewichtszuwachs in der Tragezeit werden ca. 0-300g Fett angesetzt => Reduktion des Fettgehalts im Körper (RSD) (Gefahr für Dünne-Sauen- Syndrom, Sterilität)
Fütterung tragender Sauen Entwicklung der Körperzusammensetzung Verlauf von Fleisch und Fett im Körper der Sau bei intensiver Fütterung (ca. 33 MJ ME) 60 25 % Körpergewicht 50 40 30 10 15 10 5 mm 0 JS 1.Wurf 2.Wurf 3.Wurf 4.Wurf 5.Wurf 6.Wurf 7.Wurf 8.Wurf Fleisch Fett Speckdicke 0 Der Fettgehalt liegt bei gut 40kg
Fütterung tragender Sauen Entwicklung der Körperzusammensetzung Verlauf von Fleisch und Fett im Körper der Sau bei restriktiver Fütterung (ca. 30 MJ ME) 60 25 % Körpergewicht 50 40 30 10 15 10 5 mm 0 JS 1.Wurf 2.Wurf 3.Wurf 4.Wurf 5.Wurf 6.Wurf 7.Wurf 8.Wurf Fleisch Fett Speckdicke 0 Der Fettgehalt sinkt von ca. 40 auf 25kg
Fütterung tragender Sauen Futtermengenverteilung in der Tragezeit Superretention: Speichung, insbesondere von N, die über den Ansatz in Föten, Uterus, Placenta und Milchdrüse hinausgeht - die Fähigkeit zur Superretention ist bis zum 84. Trächtigkeitstag relativ gering, danach steigt sie an - auf die Retentionsphase folgt (homonell gesteuert) die Ausscheidungsphase; diese ist in der Regel umso größer, je ausgeprägter die Superretention war Ein überhöhtes Versorgungsniveau insbesondere in der Hochträchtigkeit kann zu Appetitverlust und niedrigeren Futteraufnahmen in der Säugezeit führen => Hochtragend sollte mindestens der Erhaltungsbedarf plus dem Bedarf für Konzeptionsprodukte gefüttert werden (bei 250kg => 33MJ); eine übermäßige Versorgung in dieser Phase sollte jedoch ebenso vermieden werden!
Die leistunggerechte Fütterung von tragender Sauen Wichtige Kontrollpunkte: - Herdenkonditionsfütterung bis zum 84. Tag - einzelne stark abgesäugte Sauen vom 28. bis 84. Tag auf das Herdenniveau bringen - hochtragend max. 40 MJ (bei schweren Sauen min. 33 MJ) - absolute Mindestfuttermenge: Erhaltungsbedarf + Konzeptionsbedarf (bei schweren Sauen min. 30/33 MJ) - optimale Laktationsfütterung reduziert Fettverluste und damit das anschließende Auffleischen
HACCP kritische Kontrollpunkte am Beispiel der praktischen Fütterung! Beispiel 3: Risiko: Fütterung beim Absetzen (fütterungsbedingter) Absetzdurchfall kritische Kontrollpunkte: - Anfütterung - Zeitpunkt der Futterumstellung - bedarfsgerechtes Futter - Verdaulichkeit - Futteraufnahme nach dem Absetzen - Futteraufnahmeverlauf - Ausstattung des Futters - Wasseraufnahme
Ferkel fressen an der Sau zu wenig Futteraufnahme an der Sau Enzymtraining Futter verschneiden Sauenmilch Protein 27% Ferkelfutter Stärke 57% Fett 34% Asche 4% Lactose 35% Asche 7% Faser 4% Fett 6% Protein 21% Zucker 5% In der TS
Ferkel fressen an der Sau zu wenig Sortierung* Esser Nichtesser nicht angefüttert Anzahl Tiere 22 22 22 1. Futteraufnahme 4,0 h 6,7 h 6,9 h nach Absetzen (50%) Futteraufnahme (Tag 1-35) 539 484 502 Zunahmen (Tag 1-35) 377 314 321 Futterverwertung keine Unterschiede *innerhalb der Würfe Quelle: top agrar 7/02 (Rosmalen, NL)
Ferkel fressen an der Sau zu wenig Prestarter einsetzen (Verdaulichkeit) Wasserversorgung sicherstellen (Tränkebecken) Futterschale sollte für Ferkel leicht zu erreichen sein ( wenn die Ferkel nicht zum Futter gehen, muss das Futter zu den Ferkeln kommen ) auf Troghygiene achten: - nur kleine Futtermengen (mind. 2 x tägl.) - Trog nicht im Spritzbereich des Sauenharns aufstellen die natürliche Neugier des Ferkels nutzen (Sauen haben genug Milch) - nicht zu früh anfüttern - wenn Ferkel nach 2 Tagen nicht fressen Trog für 2 Tage entfernen
Ferkel fressen nach dem Absetzen zu wenig 400 350 300 Durchfallgefahr g/tag 250 0 150 100 50 Minderaufnahme Futteraufnahme real Futteraufnahme ist 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Tage nach dem Absetzen
Ferkel fressen nach dem Absetzen zu wenig die Fütterungstechnik ist nicht optimal die Ferkel kennen den Futterautomaten nicht 430 401 417 Tageszunahme, g 380 330 280 230 213 241 180 TGZ, 1.-12. Tag TGZ, 13.-35. Tag Rohrbreiautomat 1.-35. Tag (Kontrolle) Anfütterungsautomat 1.-12. Tag, Rohrbreiautomat 8.-35. Tag Quelle: Baumeister, Pelk, Lehmann (FH Osnabrück) in Landwirtschaftsblatt Weser-Ems 19/01
Ferkel fressen nach dem Absetzen zu wenig die Wasserversorgung ist nicht ausreichend - zu wenig Tränken (Tränken im/am Futterautomaten nicht mitrechnen) - zu niedrige Durchflussraten - unbekannte Tränketechnik (im Vergleich zur Abferkelbucht) Durchflussrate bei Tränkenippel (ml/min) 3. - 4. Aufzuchtwoche 179 350 450 700 Wasseraufnahme, l/tag 0,78 1,04 1,32 1,63 Futteraufnahme, g/tag 3 235 250 247 Wachstum, g/tag 210 235 250 247 Futterverwertung 1,48 1,39 1,37 1,40 Quelle: Barber und Ma., 1989/SUS 5/96
Ferkel fressen nach dem Absetzen zu wenig die Aktivität der Ferkel ist zu niedrig - ist der Sauerstoffgehalt im Tierbereich ausreichend hoch - Beleuchtungsdauer und Aktivität Ferkelzahl Alter der Ferkel, Tage Absetzgewicht, kg Gewicht nach 14 Tagen tägl. Futteraufnahme, g tägl. Zunahme, g Futterverwertung Kontrolle 8 h Licht*/Tag 28 8,0 11,05 218 173 1,29 Versuch 23 h Licht*/Tag 28 8,0 11,61 289 258 1,16
der Magen- / Darmtrakt der Ferkel ist überfordert übermäßige Futteraufnahme (vor allem nach Hungerphasen) stetig Futter anbieten oder Tier-/Fressplatzverhältnis 1 : 1 überhastete Futteraufnahme (vor allem bei Pelletfutter) gut strukturiertes Mehlfutter anbieten das Einsäuerungsvermögen des Magens ist überfordert gleichmäßige Futteraufnahme Säurebindungsvermögen des Futters reduzieren (<700 meq) reduzierte Proteingehalte reduzierte Mineralstoffgehalte neutrale Mineralstoffträger einsetzen Futtersäuren einsetzen
der Magen- / Darmtrakt der Ferkel ist überfordert das Verdauungsvermögen ist überfordert Stärkeverdaulichkeit erhöhen Proteinverdaulichkeit erhöhen Angepasste Versorgung mit Milchkomponenten Phasenfütterung der Keimdruck im Tier ist zu hoch darmstabilisierende Zusatzstoffe einsetzen Probiotika Präbiotika (Antibiotika) Säuren anorganische Säuren (Magen) organische Säuren (Magen, vord. Dünndarm) gecoatete Säuren (Dünndarm)
einzelne Tiere sind unterentwickelt oder haben Durchfall Ferkelsortierung überprüfen Ferkelfütterung nach Gewicht und Alter Anfütterungsprestarter Absetzprestarter Absetzprestarter Absetzstarter Aufzuchtstarter primo pre primo wean primo junior primo start primo care Aufzuchtfutter Aufzuchtfutter Primosan / 0-san primo extra Finisher primo pro 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Gewicht (kg) mögl. Einsatzbereich Haupteinsatzbereich
Das richtige Futter für Vormastschweine! Wie nennen Sie Ihre Vormastschweine: Ferkel oder Mastschweine? Gewicht in kg 25 28 30 Zunahmeniveau 700 800 900 Bedarf g Lysin / MJ ME 0,80 0,84 0,85 0,78 0,82 0,84 0,76 0,81 0,83 0,75 0,79 0,82
Leistungs- bzw. Kostenparameter in der Ferkelerzeugung u. Einfluss auf den Gewinn 5 % Umrauscher* 5 Leertage (z.b. 4 % Durchläufer oder Schlachtsauen 28 d füttern) 3 Tage Säugedauer 1 leb. geb. Ferkel je Wurf 5 % Saugferkelverluste 50 kg Sauenfutter je Sau + Jahr 1,- je 100 kg Sauenfutterpreis 0,35 Erlös je kg Absetzferkel ( 0,10 /kg 28 kg-ferkel) 1 Spanferkel je Wurf 12,00 AfA+Zins/Sau+Jahr ( 100,00 Investition/Platz) Gewinn/ Bestandssau u. Jahr, 4,69 16,99 8,40 53,08 34,35 10,50 11,50 57,17 31,23 12,00 Kalkulationsbasis: 2,18 Würfe/Sau+Jahr; 9,4 abgesetzte Ferkel/Wurf;,4 abgesetzte Ferkel/Sau+Jahr 15 % Saugferkelverluste; 15 % Umrauscher; 15 Leertage; 28 Tage Säugezeit Ferkelpreis 8 kg 28,60 (Basis: Notierung W-E 01.03.04) Futter:? der gefütterten Sauenfuttersorten 21,00 je 100 kg *21 Tage x 0,05 1 Tag/Bestandssau+Jahr 0,01-0,02 Würfe/Sau+Jahr; inkl. anteilige Besamungskosten (,- x 0,05 1,- /Bestandssau+Jahr
Leistungs- und Kostenparameter in der Aufzucht und deren Einfluss auf den Gewinn 0,1 Futterverwertung ( 0,033 /kg Zuwachs) 1,00 Futterpreis (? der gefütterten Sorten) 50 g TZ (höheres Gewicht: +1,74* /kg) 50 g TZ (höheres Gewicht: +1,00 /kg) 50 g TZ (höheres Gewicht: +0,50 /kg) 50 g TZ (0,5 mehr Umtriebe) 1 % Verluste nach Absetzen 0,10 Erlös je kg Ferkel (25 kg) 3,00 AfA+Zins/Platz ( 25,- Investition/Platz) Gewinn/ Ferkel, 0,66 0,34 3,04 1,18 0,07 0,17 0,40 2,50 0,50 Gewinn/ Platz, 3,96 2,04 18,25 7,09 0,40 1,07 2,40 15,00 3,00 Gewinn/ Sau+Jahr, 14,52 7,48 66,94 26,02 1,49 3,76 8,80 55,00 11,00 Kalkulationsbasis: Aufzuchtbereich 8 28 kg; 49 Flatdecktage 408 g TZ, 1,7 kg Futter/kg Zuwachs Notierung Weser-Ems 01.03.04 8 kg-ferkel 28,60 ; 25 kg-ferkel 43,60 +1,- je Mehr-kg Futter:? der gefütterten Sorten 33,00 je 100 kg; 22 abgesetzte Ferkel/Sau + Jahr * Notierungspreis W-E 01.03.04 Basis 25 kg, umgerechnet auf 1 kg
Leistungs- bzw. Kostenparameter in der Schweinemast und Einfluss auf den Gewinn Gewinn/ Schwein, Gewinn/ Platz, 0,1 Futterverwertung ( 0,02 /kg Zuwachs) 0,50 Futterpreis (? der gefütterten Sorten) 50 g TZ (0,186 mehr Umtriebe; mit FVW) 50 g TZ (mehr oder weniger Mastplätze) 1 Woche früher/später Belegen/Ausstallen sortierung) 1 % Verluste 0,03 Erlös je kg ( 1 % MFA von 52,0-55,9 %) 3,00 AfA+Zins/Platz ( 25,00 Investition/Platz) 1,78 1,31 1,78 0,00 0,00 0,85 2,73 0,00 4,96 3,36 7,33* 5,87 1,26 2,36 7,58 3,00 Kalkulationsbasis: Mastbereich 28 115 kg; 124 Masttage 700 g TZ; 3,0 kg Futter je kg Zuwachs Ferkelzukauf 28 kg 46,60 (Basis: Notierung W-E 01.03.04) Notierung Weser-Ems 01.03.04 1,38 je kg SG Basispreis (56 % MFA); 6,- Vorkosten/MS Futter:? der gefütterten Sorten,50 je 100 kg *bei 1,70 Erlös je kg SG bringen 50 g TZ 12,86 je Mastplatz und Jahr
Fazit: HACCP kritische Kontrollpunkte am Beispiel der praktischen Fütterung Der HACCP-Gedanke, über Risikoszenarien eine gezieltere Kontrolle und damit Reaktion zu erreichen, gilt sicher auch für den Schweinebetrieb. Kritische Kontrollpunkte müssen betriebsspezifisch definiert werden (generelle Checklisten sind eine Hilfe, in der Regel aber nicht umsetzbar. Die Definition der kritischen Kontrollpunkte sollte sich auf das absolut Wichtige und Notwendige beschränken. Zielsetzung: => Schwachstellenanalyse => Kontrollpunkte setzen => ggf. gezielte Reaktionen => Erfolg kontrollieren (= Kostenkontrolle) Agieren anstatt Reagieren
Hubert Lenz, deuka Düsseldorf Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
Kosten-Nutzen-Relation verschiedener Fütterungsmaßnahmen beim Schwein Tue erst das Notwendige, dann das Mögliche und plötzlich schaffst du das Unmögliche. Franz von Assisi