Benutzerhandbuch RISIKOBEWERTUNG Redesign Katastrophenressourcendatenbank für Kärnten und Konzeption für ein INTERREG IV A PROJEKT: SIcherheitsinformationSServIcE Anleitung zur Eingabe der Risikobewertung Seite 2-4 Überlegungen zum Risikomanagement Seite 5-11 GI Bernhard RETTL BH-Lageführer 1
Chronologischer Ablauf der Eingabe: Reihenfolge der Tätigkeiten Durchzuführende Tätigkeit Erklärungen oder Verweise 1 Formblatt Risikobewertung den Bewertern ausfolgen. Bereits gewartete im SISSIE eingetragene Objekte der Gemeinde wählen und gemäß bekannten bzw zu erwartenden Ereignissen bewerten. Benutzerhandbuch SISSIE Pkt 8.5.2. Benutzerhandbuch SISSIE Anhang Pkt 8.5.1. Überlegungen zum Risikomanagement Formularausdruck auf letzter Seite des Anhanges möglich. 2 Einstieg in die Kat-Datenbank und Auswahl der Heimat-Raumeinheit. 3 Öffnen der Register Risikobewertungen 4 Risikobewertung neu anlegen Benutzerhandbuch SISSIE Punkt 3 - Einstieg, Seite 6 Linksklick auf (+) bei Organisationen, Raumeinheit, und Risikobewertungen Doppelklick auf Risikobewertung neu anlegen 5 Objekt auswählen Dropdown-Feld anklicken Siehe Abbildung Anklicken und Auswählen Dropdown-Feld anklicken 6 Ereignisart auswählen Siehe Abbildung GI Bernhard RETTL BH-Lageführer 2
Anklicken und Auswählen Dropdown-Feld anklicken 7 Eingabe der Bewertungen. Siehe Abbildung Klick auf Bewertungen Anklicken 8 Eintragung der Bewertungsergebnisse Siehe Abbildung SPEICHERN! Nach jedem Eintrag ist auf das Diskettensymbol zu klicken! Daten vom Bewertungsblatt übernehmen Beenden mit Klick auf 9 Eintragung von Informationen beim Objekt Siehe Abbildung GI Bernhard RETTL BH-Lageführer 3
Möglichkeit der Speicherung von Zusatzinformationen in den Registerkarten: - Dokumente - Tätigkeiten - Notizen - Maßnahmen - Informationen Es könnten Dokumente vom Benutzer-PC zum Objekt gespeichert werden. Dies können Lagepläne, Bilder oder sonstige Dateien sein, welche zusätzliche Informationen zum Objekt enthalten. Zuerst die Datei auf dem PC Durchsuchen und anschließend mit Hinzufügen speichern. 10 Ansicht der bewerteten Objekte Siehe Abbildung Klick auf Risikobewertungen 11 Kontrolle und Übersicht der Objekte in der Matrix Siehe Abbildung Die Codes (G1..T2) entsprechen den Ereignisarten der bewerteten Objekte. Siehe Pkt 9 GI Bernhard RETTL BH-Lageführer 4
RISIKOMANAGEMENT Risikoanalyse eine Grundlage des Katastrophenmanagements Überlegungen zur Handhabung des Formblattes Risikobewertung Vorwort Risiken begleiten den Menschen in seinem täglichen Leben seit jeher. Ein Leben ohne Risiko ist unmöglich und undenkbar. Jedoch variiert sowohl das Niveau der Akzeptanz als auch die Wahrnehmung von Risiko von Person zu Person. Die Wahrnehmung variiert auch von Region zu Region, von Gesellschaft zu Gesellschaft und von Kultur zu Kultur. Es gibt keine universal gültige Definition von Risiko, gerade weil sie je nach Person und Kultur unterschiedlich wahrgenommen wird. Im Kontext von Katastrophenrisikomanagement hat man sich auf die folgende Definition geeinigt : Risiko ist die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens eines Schadensereignisses mit einer bestimmten Stärke an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Das Risiko bezieht sich auf Personen oder Sachgüter, die von Schadensereignissen bedroht sind. Um Risiko wahrnehmen, verstehen und einschätzen zu können, sind Erfahrungen mit oder Kenntnisse über Risiken notwendig, also etwas, was in der Vergangenheit stattgefunden hat und erlebt wurde. Risiko ist etwas noch nicht stattgefundenes, etwas in die Zukunft projiziertes. Wird ein Risiko als zu groß empfunden oder wahrgenommen, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Das Risiko beseitigen oder es soweit wie möglich reduzieren. Das Risiko beseitigen oder es soweit wie möglich reduzieren. Ziel der Risikoanalyse Ziel der Risikoanalyse ist es, mögliche Bedrohungen und Schwachpunkte von Bevölkerungsgruppen, der Natur selbst, wirtschaftlichen, gewerblichen, sowie staatlichen Einrichtungen (Objekten) gegenüber Naturereignissen im Einzelfall zu erkennen, zu analysieren und sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch das mögliche Schadenspotenzial von Ereignissen einzuschätzen und zu bewerten; GI Bernhard RETTL BH-Lageführer 5
mögliche Schwachstellen und Lücken bei existierenden Schutz- und Anpassungsstrategien zu erkennen und zu untersuchen. Quellennachweis: Handreichung zur Risikoanalyse eine Grundlage der Katastrophenvorsorge, Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, Alois Kohler (Liu), Dipl.-Agrar-Ökonom, Sebastian Jülich, studiert in Bonn Dipl.-Geographie mit den Schwerpunkten Entwicklungsökonomik und Naturgefahren, Lena Bloemertz, Dipl.-Geoökologin. Erläuterungen zur Risikobewertung Ziel der Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz ist die vergleichende Gegenüberstellung verschiedener Risiken durch unterschiedliche Gefahren in einer Risiko-Matrix als Grundlage für alle Planungen im Katastrophenschutz. (Risikomatrix, Abbildung 1). Die Verwendung einer Risiko-Matrix entspricht dem internationalen Standard und hat sich in der Praxis bewährt. AU SW IRK UN G = SC HA DE NS AU SM AS S HÄUFIGKEIT = EINTRITTSWAHRSCHEINLICHKEIT Abbildung 1: fünfstufige Risikomatrix Das Ergebnis der Risikoanalyse wird mit Hilfe einer Risiko-Matrix visualisiert, in der das mittels der Größen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß bestimmte Risiko als Punkt eingetragen wird (Abbildung 1, Seite 2). Objektauswahl Die Risikoanalyse im Katastrophenschutz bezieht sich immer auf die geschlossene Einheit = Objekt eines bestimmten räumlichen Bezugsgebietes. (Objekte, Tabelle 1) Dies wird im räumlich begrenzten Fall eines Ereignisses ein einzelnes Objekt von Bedeutung, aber auch beispielsweise der Bezirk oder die Gemeinde, als betroffenes Bezugsgebiet sein. GI Bernhard RETTL BH-Lageführer 6
Objekte (Beispielhafte Aufzählung) Öffentl. Institutionen, Betriebe mit großer Anzahl von Mitarbeitern, Schulen, Kindergärten.. Gefährliche Stoffe verarbeitende Betriebe, Öl- u. Gaspipeline Trinkwasserversorgungseinrichtungen, Stromversorger, Telekommunikationseinrichtungen Durch Erdrutsch o. Hochwasser bedrohte Landschaftsbereiche Kulturgüter Tabelle 1: Beispielhafte Aufzählung von möglichen Objekten gem. Risikobewertung Für das ausgewählte Objekt wird ermittelt, mit welchem Schadensausmaß bei Eintritt einer bestimmten Gefahr zu rechnen ist. Dabei werden neben Schäden an Schutzgütern aus unterschiedlichen Bereichen auch immaterielle Auswirkungen berücksichtigt. (Schutzgüter = Vorrangig zu schützende Bereiche, Tabelle 2, Seite 4) Wobei die als vorrangig zu schützende Bereiche bezeichneten Schutzgüter im Einzelnen keinesfalls als vollständige Auslistung zu sehen sind; im Schadensfall werden zumeist mehrere Bereiche betroffen sein. Vorrangig zu schützende BEREICHE Mensch Umwelt Wirtschaft Versorgung Immateriell INFORMATION Einwohnerzahl u. dichte, Anzahl der Haushalte, Schulzentren, Kindergärten Geschützte Gebiete, landwirtschaftliche Nutzflächen Existenzielle Betriebe, Großfirmen Trinkwasser, Strom, Telekommunikation, Gas Kulturgut, Denkmalschutz, Museen Tabelle 2: zu berücksichtigende Bereiche bei der Auswahl von Objekten in Bezug auf das Schadensausmaß Gefahrenauswahl Ausgehend vom ausgewählten Objekt (Tabelle 1, Seite 3) ist eine Ereignisart (Gefahr - Hauptkategorien der Ereignisarten, Tabelle 3) auszuwählen, das den Ausgangspunkt der GI Bernhard RETTL BH-Lageführer 7
Risikoanalyse bildet. Auswahl der erweiterten Ereignisarten gem. den Hauptkategorien im SISSIE. Das Szenario muss das Ereignis klar und ausreichend detailliert beschreiben, um auf dieser Grundlage eine möglichst präzise Bestimmung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des zu erwartenden Schadensausmaßes vornehmen zu können. Gefahr / Ereignisarten Hauptkategorien Gefährliche Stoffe (G) Naturereignisse (N) Sanitätspoizeiliche Angelegenheiten (S) Technische Risiken (T) Veterinärmedizin (V) Tabelle 3: Hauptkategorien der möglich eintretenden Gefahren Auswirkung = Schadensausmaß So sind Art, räumliche Ausdehnung, Intensität, Zeitpunkt und Dauer des betrachteten Ereignisses zu beschreiben. Wo immer möglich/vorhanden, sollen dabei wissenschaftliche/statistische Erkenntnisse berücksichtigt werden. Als nächster Punkt der Risikoanalyse erfolgt die Bestimmung des Schadensausmaßes, das bei Eintritt der zuvor festgelegten Gefahr zu erwarten ist. Dabei sind die Auswirkungen auf unterschiedliche Bereiche und Schutzgüter zu berücksichtigen. Dies bezieht sich lediglich auf negative Konsequenzen, die unter dem Oberbegriff Schaden subsumiert werden können. Die Einschätzung des möglichen Schadens umfasst analog zur Darstellung in der Risiko-Matrix unter den Klassen 1 ( unbedeutend ) bis 5 ( katastrophal ), die Auswirkung des Ereignisses unter Berücksichtigung der nachfolgenden, beispielhaften Überlegungen. (Tabelle 4 und Tabelle 5, Seite 6) GI Bernhard RETTL BH-Lageführer 8
Tabelle 4: Leitfragen bei der Erstellung eines Objektes in der Risikomatrix und Festlegung des Ausmaßes des Schadensereignisses unter Berücksichtigung der angeführten Aspekte Die hier vorgestellten Bereiche stellen eine Auswahl möglicher Überlegungen dar, welche zur Festlegung der Auswirkung ( = Schadensausmaß gem. den Klassen 1 bis 5 gem. Risikomatrix) zugrunde gelegt werden können: Bereich Schadensparameter Erläuterung Mensch Umwelt Wirtschaft Tote Verletzte Hilfsbedürftige Schädigung von geschützten Gebieten, - von Lebensräumen in Gewässern, - des Grundwassers, - von landwirtschaftlicher Nutzfläche. Sachschäden, Folgeschäden, Verlust wirtschaftlicher Leistung bzw. gewerblicher Personen, die durch das zugrunde gelegte Ereignis sterben. Personen, die durch das Ereignis verletzt werden oder im Verlauf des Ereignisses / in dessen Folge so erkranken, dass sie ärztlich betreut werden müssen. Personen, die durch das Ereignis ohne Obdach sind oder in einer anderen Form staatliche Hilfe für das psychische Überleben bedürfen. Durch das Ereignis geschädigte Naturschutzgebiete, -parks, Landschaftsschutzgebiete, durch das Ereignis geschädigte Oberflächengewässer (Flüsse, Kanäle, Seen o. Teiche) - geschädigte landwirtschaftliche Flächen. Summe der Wiederbeschaffung, Wiederherstellung, Sachschäden, Folgeschäden Lieferausfälle, Verlust der Wirtschaftsleistung, Verlust von Zahl Ausma ß Anzahl Ha / km Euro GI Bernhard RETTL BH-Lageführer 9
Versorgung Immateriell Ertragskraft. Unterbrechung der Trinkwasser-, der Stromund Gasversorgung, Unterbrechung der Telekommunikation. Auswirkung auf die öffentliche Ordnung u. Sicherheit, Politische Auswirkungen, Psychologische Auswirkungen, Schaden an Kulturgut. Steuereinnahmen Dauer u. räumliche Ausdehnung, der Unterbrechung, Anzahl der betroffenen Personen Welche Auswirkungen in den politischadministrativen Bereich u. in welchem Ausmaß, Auswirkung auf die öffentliche Ordnung u. Sicherheit, Ausschreitungen, Proteste, Vertrauensverlust in staatliche Organisationen, Schaden an Kulturgut gem. Haager Konvention Stunden Tage Anzahl Ausmaß Grad der Schädigu ng Tabelle 5: Überlegungen zur Kategorisierung des Schadensausmaßes Die vorangeführten Bereiche können bei jeder Gefahr (Tabelle 3, Seite 4) berücksichtigt werden, da sie die Elemente abbilden, die in der Regel im Ereignisfall (wenn auch in unterschiedlichem Maß) zu Schaden kommen. In ihrer Gesamtheit repräsentieren diese Bereiche das Schadensausmaß, welches bei Eintritt der/des zuvor festgelegten Gefahr/Ereignisses erwartet wird. Häufigkeit = Eintrittswahrscheinlichkeit Im nächsten Schritt der Risikoanalyse ist die Eintrittswahrscheinlichkeit des zuvor festgelegten Ereignisses zu bestimmen. Zur Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit wird ebenfalls eine 5-stufige Skala verwendet. Die Einschätzung umfasst analog zur späteren Darstellung in der Risiko-Matrix die Klassen 1 ( sehr unwahrscheinlich ) bis 5 ( sehr wahrscheinlich ), denen entsprechende statistische Eintrittswahrscheinlichkeiten zugeordnet werden. Tabelle 6: zeigt eine beispielhafte Klassifizierung. Quellennachweis: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Deutschland Methode für die Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2010, ISBN-13: 978-3-939347-28-6 GI Bernhard RETTL BH-Lageführer 10
Formblatt - Risikobewertung Formblatt Risikobewertung GI Bernhard RETTL BH-Lageführer 11