Futtermittelallergie



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Transkript:

Futtermittelallergie Die Futtermittelallergie ist nach der Atopischen Dermatitis und der Flohbissallergie die dritthäufigste Allergie bei Hunden und Katzen. Sie kommt etwa 10x weniger häufig vor als die atopische Dermatitis (Allergie auf Umweltstoffe wie Pollen, Milben oder Pilzsporen). Die Futtermittelallergie kann sich als reines Hautproblem (Juckreiz, Hautrötung, Hautentzündungen), als chronisches Magendarmproblem (Erbrechen, Durchfall, loser Kot, Flatulenz) oder als eine Kombination von beiden äussern. Klinisch können Futtermittelallergien und atopische Dermatitis nicht voneinander unterschieden werden. Das heisst: analog der Tiere mit atopischer Dermatitis zeigen auch Tiere mit Futtermittelallergien Symptome wie Kratzen, Lecken, Kauen, Reiben, Beissen an Pfoten, Gesicht, Ohren, Armbeugen und Bauch. Dies führt zu Haarausfall, sowie geröteter, offener und verdickter Haut. Auch Ohrenentzündungen können ein Symptom der Futtermittelallergie sein. Folgeinfektionen mit Hefepilzen und Bakterien sind ebenfalls häufig. Was genau ist eine Futtermittelallergie? Futtermittelallergien sind bedingt durch eine Überempfindlichkeitsreaktion bei der das Immunsystem auf normale Futtermittelbestandteile ( Allergene ) reagiert. Die Allergie wird ausgelöst, in dem nicht vollständig verdaute Eiweisse in grösseren Mengen die Darmwand passieren und anschliessend eine allergische Reaktion hervorrufen. Darmentzündungen und - infektionen können die Durchlässigkeit der Darmwand erhöhen und so Allergien begünstigen. Labrador Retriever, Golden Retriever, Cocker Spaniels, Deutsche Schäfer, Boxer, Shar Peis und Irish Setter leiden häufiger unter Futtermittelallergien. Aber auch alle andern Rassen inkl. Mischlingshunde können daran erkranken. Bei den Katzen kennt man keine Rassenprädispositionen. Welches sind die häufigsten Futtermittelallergene? Allergene, die Futtermittelallergien auslösen, sind fast ausschliesslich Proteine (Eiweisse) oder komplexe Zucker-Proteinverbindungen (Glykoproteine), in seltenen Fällen Kohlenhydrate (Zucker). Allergien auf Konservierungsstoffe kommen nur in den seltensten Fällen vor. Prinzipiell kann jedes Eiweiß im Futter eine allergische Reaktion auslösen. Je häufiger es aufgenommen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Sensibilisierung und einer - oft erst nach Jahren - auftretenden allergischen Reaktion. Hunde und Katzen jeder Altersklasse können an Futtermittelallergie erkranken selbst auf Futter, das sie über Jahre problemlos ertragen haben. Mehrere Studien zeigen, dass die häufigsten Allergieauslöser beim Hund Rind, Lamm, Huhn, Eier, Milch/Milchprodukte, Weizen, Soja, Schwein und Mais. Fisch und Reis sind eher seltene Allergieauslöser.

Bei Katzen lösten in mehr als 80% der Fälle Rind, Milchprodukte und Fisch die allergische Reaktion aus. Was sind die typischen Symptome einer Futtermittelallergie? Das Immunsystem kennt verschiedene Arten der Überempfindlichkeitsreaktion. Der menschliche Körper reagiert bei den meisten Lebensmittelallergien sofort (= Reaktion vom Soforttyp), d.h. die Symptome treten innerhalb weniger Minuten nach der Lebensmittelaufnahme auf. Sie äussern sich als Nesselfieber, Schwellung von Gesicht und Rachenraum und im schlimmsten Fall sogar als anaphylaktischer Schock (Herz-Kreislauf- Zusammenbruch). Bei Hunden und Katzen sind Soforttyp-Reaktionen zum Glück sehr selten. Die meisten Futtermittelallergiker zeigen eine Reaktion vom Spättyp d.h. die Symptome (Juckreiz, Hautentzündungen, Erbrechen oder Durchfall)treten in der Regel einige Stunden oder sogar Tage nach der Aufnahme des Futtermittels auf. Entsprechend ist es schwierig bei unseren Haustieren eine Futtermittelallergie-Diagnose zu stellen. Wie wird eine Futtermittelallergie diagnostiziert? Für die Diagnose einer Futtermittelallergie müssen zuerst infektiöse Hauterkrankungen wie z.b. Milben, Pilzinfektionen und andere Parasiten (z.b. Flöhe, Haarlinge) ausgeschlossen werden. Anschliessend erfolgt eine mikroskopische Untersuchung mittels Abklatschpräparaten auf eventuelle Folgeinfektionen durch Hefen oder Bakterien. Die definitive Diagnose einer Futtermitteallergie kann nur mittels strikter Ausschlussdiät (sogenannte Eliminationsdiät) über 8 12 Wochen und anschliessender Provokation mit den vorherigen Diäten/Futtermitteln gestellt werden. Für die Ermittlung einer geeigneten Eliminationsdiät muss eine Liste aller vom Tier gefressenen Futtermittel inkl. Belohnungen, Tischresten, Kaustengel, Vitaminzusätze usw. zusammengestellt werden. Auf Basis dieser Liste wird eine geeignete Eliminationsdiät ermittelt, die keine der auf der Liste vorkommenden Proteine oder Kohlenhydrate enthält. Diese Diät sollte möglichst nur aus einer Proteinquelle und einer Kohlehydratquelle bestehen (geeignetes Diätfuttermittel oder hausgekochte Diät). Wenn die Symptome unter der Diät abheilen, wird das Tier mit den vorherigen Futtermitteln provoziert. Treten die Symptome innerhalb von maximal 14 Tagen wieder auf, ist die Diagnose Futtermittelallergie gesichert. Wieso nicht ein Bluttest? Einige Labors bieten Bluttests zur Bestimmung von Futtermittelallergien bei Hund und Katze an. Diese Tests sind bis heute leider nur wenig aussagekräftig, da nicht unzuverlässig. Es bleibt deshalb für die sichere Diagnose nur die Eliminationsdiät mit anschliessender Provokation. Stolpersteine in der Diagnostik Die erfolgreiche Durchführung einer Eliminationsdiät ist in erster Linie vom Tierhalter und seinen Familienmitgliedern abhängig. Damit eine Futtermittelallergie diagnostiziert werden kann, ist es äusserst wichtig, dass das Tier während der Diätphase keine anderen Nahrungsmittel aufnimmt (auch keine Kauknochen, geschmacksverstärkte Tabletten, Vitamine,

Hundeguetzli, Tischresten usw.). Auch die Aufnahme von Katzenkot, Hundekot oder das Auslecken von Futternäpfen anderer Tiere im Haushalt ist streng verboten. Katzen sollten wenn immer möglich während der Diätphase keinen Freilauf haben, damit die unkontrollierte Futteraufnahme im Freien unterbunden werden kann. In Haushalten mit mehr als einem Tier ist es in der Regel am einfachsten sämtliche Tiere auf die Ausschlussdiät zu setzen um so einer Diätverletzung vorzubeugen. Nur wenige Milligramme des allergie-auslösenden Futtermittels reichen, dass die Symptome erhalten bleiben. Mein Tier hat eine Futtermittelallergie, was nun? Ist eine Futtermittelallergie diagnostiziert worden, ist die beste Therapie die völlige Vermeidung der auslösenden Allergene. Das bedeutet entweder eine lebenslange Weiterführung der Eliminationsdiät oder aber die genauere Analyse der Eiweiss- bzw. Kohlehydratquellen, die für die Allergiesymptome zuständig sind. Im letzteren Fall werden dem Tier Eiweissquellen einzeln zur Diät hinzugefüttert und die klinischen Symptome beobachtet. Die Zeitspanne bis zum Auftreten der Symptome ist bereits aus der Provokationsphase bekannt. Diese Zeitspanne gilt als Anhaltspunkt für die Dauer der Einzelprovokation. Sind die Eiweissquellen bekannt, können sie vermieden werden und das Tier bleibt symptomenfrei.

SPEZIFISCHE BEHANDLUNGSINSTRUKTIONEN 1. Eliminationsdiät Füttern Sie für mindestens 8-12 Wochen ausschliesslich folgende Diät/Futterquellen: 2. Systemische Behandlung: A) Antibiotika (gegen die bakterielle Folgeinfektion): Bitte geben Sie mg Tabl x täglich für Tage/Wochen. B) Kortison (gegen Juckreiz/Hautentzündung):. Bitte geben Sie mg Tabl täglich für Tage, dann Tabl alle Tage für Tage, dann Tabl alle Tage für Tage. C) Fungistatika (gegen die Malassezieninfektion): Bitte geben Sie mg, Tabl 1x täglich für Tage. 3. Lokale Behandlung A) Shampootherapie: Baden Sie ihr Tier x wöchentlich mit Shampoo. Shampoo gut einmassieren, mind. 10 Minuten einwirken lassen und dann gründlich ausspülen. B) Conditioner: Brauchen Sie nach dem Shampoonieren Conditioner (nicht ausspülen) C) Reyhdrierung: Rehydrieren Sie die Haut bis x tägl/pro Woche mit Spray. D) Juckreizkontrolle: Benützen Sie MAXIMAL 1x täglich Cortavance Spray (2 Pumpstösse pro Handfläche Haut) gegen den Juckreiz.

Diätplan/Eliminationsdiät: Tag Juckreiz (Skala 0-10), Hautrötungen, Entzündungen Magen-Darmsymptome (Erbrechen, Durchfall, loser Kot) Kortisontherapie (Tabl oder Spray) Diätverletzungen (Wann, Womit) 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32

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