Neutrale Energieversorgung



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Transkript:

Lilienstraße Nord Wohnanlage VE 1053 Lilienstr. 27-33, 43-49 (geförderte Wohnungen) VE 1056 Lilienstr. 23-25, 35-41 (freifinanzierte Wohnungen) Umfassende Modernisierung mit Aufstockung CO 2 Neutrale Energieversorgung

VE 1053,1056 Lilienstraße - Umfassende Modernisierung mit Aufstockung und CO 2 -neutraler Energieversorgung Adresse Lilienstraße 27-33, 43-49 geförderte Whg. Lilienstraße 23, 25, 35-41 freifinanz. Whg. Fertigstellung bis Juni 2013 in 4 BA Architekten ABS o Architekturbüro Stocker München Freiraumplanung LUZ Landschaftsarchitekten München Wohnungen freifinanzierte Wohnungen 47 geförderte Wohnungen 78 TG-Stellplätze 47 Lageplan Flächen: Grundstücksgröße 6.431m² Wohnfläche Bestand 6.513m² Wohnfläche nach Modernisierung gesamt 8.301m² davon Bestand 6.371m² Aufstockung 1.930m² Wohnungsgrößen 40-150m²

VE 1053,1056 Lilienstraße Grundriss (Ausschnitt) vor und nach der Modernisierung

VE 1053,1056 Lilienstraße Ansichten Straßen- und Hofseite

VE 1053,1056 Lilienstraße Freiflächenplan (gedreht) Heute und in naher Zukunft

VE 1053,1056 Lilienstraße Forschungsprojekt EnEff:Stadt CO 2 -neutrale Energieversorgung Im Zuge der Planung Lilienstraße Nord wurde in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Bauphysik und Ebert Ingenieuren ein Forschungsprojekt entwickelt und Unterstützung beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie beantragt. Ziel des Projektes ist eine beispielhafte energetische Sanierung der Wohnanlage auf einen Primärenergiebedarf für Beheizung und Trinkwassererwärmung, der mindestens 50 % unter dem zulässigen Wert eines Neubaus liegt. Die noch benötigte Restwärme soll mit erneuerbaren Energien in der Weise erzeugt werden, dass dadurch keine zusätzlichen CO 2 -Emissionen freigesetzt werden und eine CO 2 -neutrale Energieversorgung der Wohnanlage gewährleistet ist. Die Gebäudeaußenwände erhalten ein innovatives Wärmedämmverbundsystem aus Resol-Hartschaum. Die straßenseitigen Außenfassaden werden mittels eines neuartigen, in dieser Größenordnung noch nicht ausgeführten, Wärmedämmverbundsystem mit Vakuumpaneelen gedämmt. Die Fenster werden 3-fach wärmeschutzverglast in hocheffizienten Rahmen ausgeführt. Da die Kellerdecken infolge der geringen Raumhöhen der bestehenden Kellerräume nur unter weiteren Verlusten an Raumhöhe von unten gedämmt werden könnten, wird in den ohnehin zu erneuernden Fußbodenaufbau über den Kellerdecken eine 2cm starke Vakuumdämmung eingebaut, die zukünftig die Wärmeisolierung der Gebäudehülle zu den unbeheizten Kellerräumen übernehmen wird. Durch eine eingeschossige Aufstockung in Holzbauweise auf allen Gebäuden, übernehmen die so neu geschaffenen Dachflächen die Aufgabe des oberen Gebäudeabschlusses. Die zukünftige Wärmeversorgung erfolgt durch eine zentral angeordnete Heizzentrale im Innenhof der Wohnanlage. Für die Beheizung der Wohnungen wird die oberflächennahe Geothermie genutzt. Dabei wird Umgebungswärme auf niedrigem Temperaturniveau mittels einer Wärmepumpe für Heizzwecke verfügbar gemacht. Die Geothermienutzung erfolgt in Form einer direkten thermischen Nutzung von Grundwasser, das über einen Brunnen gefördert wird. Eine eigens für dieses Projekt entwickelte, gasmotorisch betriebene Kompressionswärmepumpe entzieht dem Wasser Energie, die nun für Heizzwecke und Warmwasserbereitung nutzbar gemacht werden kann. Das abgekühlte Wasser wird über einen Schluckbrunnen wieder in das Grundwasser eingespeist. Für den Antrieb dieses thermodynamischen Kreisprozesses in der Wärmepumpe ist hochwertige mechanische Energie aufzuwenden, die über einen gasbetriebenen Verbrennungsmotor erzeugt wird. Die dabei zwangsläufig anfallende Abwärme wird ebenfalls für Heizzwecke bzw. zur Warmwasserbereitung genutzt. Um die zukünftigen Bewohner zu jeder Zeit mit Heizenergie und Warmwasser versorgen zu können sowie auch zur Abdeckung von Spitzenlasten wird zusätzlich ein Gas-Brennwertkessel installiert. Weiter unterstützt wird die Energiegewinnung durch thermische Kollektoren auf den Dachflächen. Mit ausreichend groß dimensionierten Heizflächen kann die Vorlauftemperatur niedrig gehalten werden. Somit ist die bisher übliche Legionellen-Prophylaxe durch einmal tägliches aufheizen der Warmwasserkreisläufe auf ca. 70 C vom energetischen Standpunkt nicht mehr wirtschaftlich haltbar. Die Bekämpfung der Legionellen wird daher durch das neuartige System der anodischen Oxidation erfolgen. Die Wohnungen sollen ausschließlich natürlich über die Fenster belüftet werden! Zur Vermeidung von Dauerlüften durch die Bewohner werden Fenstersensoren eingesetzt, die bei geöffnetem Fenster den Heizwasserdurchfluss durch die Heizkörper stoppen. Aufgrund der hohen regelungstechnischen und hydraulischen Anforderungen werden dezentrale Heizungspumpen eingesetzt. Diese extrem kleinen Pumpen werden an den Heizkörpern angebracht und dadurch jeder Radiator im Haus einzeln nach Bedarf versorgt. Somit findet ein Wechsel von einer Angebotsheizung mit zentraler Heizungspumpe hin zu einer Bedarfsheizung statt. Die Raumtemperatur kann für jeden Raum getrennt über elektronische Steuerungen geregelt werden. Zum Betrieb der Anlage muss Energie in Form von Gas und elektrischem Strom für den Pumpenbetrieb zugeführt werden. Diese Energie soll in gleicher Größenordnung durch auf den Dachflächen angeordnete Photovoltaikelemente aus Sonnenenergie gewonnen und in das Netz der Stadtwerke München GmbH eingespeist werden, so dass sich letztendlich die Bilanz einer ausgeglichenen CO 2 Emission ergibt.