(Ethologie)
Was ist Verhalten? Unter Verhalten versteht man in der Ethologie Bewegungen, Körperhaltungen und Lautäußerungen eines Tieres sowie äußerlich erkennbare Veränderungen, die der Kommunikation dienen und damit beim Partner ihrerseits Verhaltensänderungen auslösen können. Auch nichtmotorische Komponenten wie etwa Lernen und Gedächtnis gehören zum Verhalten. Bei den meisten tierischen Verhaltensweisen wirken angeborene und erlernte Komponenten zusammen. Nach der Verhaltensökologie verhalten sich Tiere so, dass ihr Fortpflanzungserfolg maximiert wird.
Was ist Verhalten? Betrachtungsebenen des Verhaltens Was? In welcher Form? Wie viel? Wann? Wo? Woraufhin? Wozu? Zu welchem Zweck? Woher? Wie erworben?
Methoden der Ethologie Messen, Auswerten und Analysieren Um zu einer fundierten Erklärung eines Verhaltens zu kommen, muss man unter gleichen Bedingungen eine größere Zahl an Messungen durchführen. Die gesammelten Daten werden statistisch bearbeitet und ermittelten Werte grafisch dargestellt. In einem weiteren Schritt wird das Verhalten analysiert. Mittels einer Hypothese wird versucht, eine Wenn- Dann-Regel zu formulieren.
Proximate und ultimate Ursachen Jede Verhaltensweise hat sowohl eine ultimate als auch eine proximate Ursache Warum tritt ein bestimmtes Verhalten auf? In Fragen über die Reize, die bestimmte Verhaltensweisen hervorrufen, und über die konkreten Reaktionsmechanismen geht es um die proximaten Ursachen tierischen Verhaltens. Wozu ist ein bestimmtes Verhalten nützlich? Evolutionsbiologische Erklärungen dafür, warum die natürliche Auslese ein bestimmtes Verhalten begünstigt haben könnte, betreffen die ultimaten Ursachen tierischen Verhaltens.
Erbkoordination Bestimmte Schlüsselreize lösen angeborene Verhaltensweisen aus Eine Erbkoordination ist ein hochgradig stereotypes, angeborenes Verhalten, das stets komplett abläuft, nachdem es als Reaktion auf einen äußeren Schlüsselreiz begonnen wurde. Schlüsselreize sind meist einfache Reize, die mit dem relevanten (adäquaten) Objekt oder der relevanten Aktivität verknüpft sind.
Instinkthandlung Instinkthandlungen sind komplexe Verhaltensprogramme Außenreize und innerer Antrieb wirken zusammen. In kybernetischen Modellen versucht man, komplizierte Verhaltensprogramme zu erfassen und zu erklären.
Reifung Manche scheinbare Lernprozesse sind auf Reifung zurückzuführen Bei vielen Verhaltensweisen greifen angeborene Prozesse und durch Lernen erworbene Elemente ineinander. Durch "Kaspar-Hauser- Versuche" (Isolierungsexperimente) kann geklärt werden, ob ein Verhalten genetisch bedingt oder erlernt ist. Von Reifung spricht man, wenn ein Verhalten angeboren ist, aber erst im Laufe der Entwicklung des Individuums heranreift.
Prägung Prägung ist eine spezielle Form des Lernens, die während nur einer begrenzten sensiblen Phase möglich ist
Klassische Konditionierung Bei der klassischen Konditionierung wird ein unbedingter Reiz mit einem neutralem Reiz verknüpft
Klassische Konditionierung Bei der klassischen Konditionierung wird Reiz mit einem andern verknüpft
Klassische Konditionierung Die Klassischen Konditionierung ist eine spezielle Art von assoziativem Lernen
Eine Lernform,bei der eine zufällige Handlung eine nachfolgende Verstärkung bedingt, bezeichnet man als operante Konditionierung. Mit "Skinnerboxen" wird diese Lernform untersucht. Jede Form von Tierdressur ist eine klassische Konditionierung, bei der durch Belohnung ein Verhalten gefördert wird. Verhalten Operante Konditionierung Lernen durch "Versuch und Irrtum"
Operante Konditionierung Lernen durch "Versuch und Irrtum"
Einsichtiges Verhalten Lernen durch Einsicht erfordert die Fähigkeit zum logischem Denken Einsichtiges Verhalten ist dadurch charakterisiert, dass ein Tier eine neuartige Aufgabe beim ersten Versuch meistert. Aus Erfassen von Zusammenhängen erfolgt eine Voraussicht. Aus Erfassen von Zusammenhängen erfolgt eine Voraussicht.
Kosten-Nutzen-Analyse Verhaltensökologen untersuchen vor allem Ernährungsverhalten mit Hilfe von Kosten-Nutzen-Analysen Der Hypothese vom optimalen Nahrungserwerb zufolge sind frei lebende Tiere bei der Nahrungssuche effizient, indem sie ihr Verhalten auf komplizierte Art und Weise so verändern, dass das Verhältnis von Energieaufnahme zu Energieaufwand günstig bleibt.
Gruppenverhalten Das Leben in Gruppen kann Jäger und Gejagte zum Vorteil sein und die Fitness erhöhen
Soziobiologie Die Soziobiologie untersucht Sozialverhalten im evolutionsbiologischen Kontext Der Begriff Sozialverhalten umfasst alle Interaktionen zwischen zwei oder mehr - in der Regel artgleichen - Tieren. Die Soziobiologie analysiert das Sozialverhalten von Tieren und dessen Evolution auf der Basis des Fitnessbegriffs und der genetischen Grundlage von Verhalten.
Konkurrenz Beim konkurrierenden Sozialverhalten geht es oft um die Verteilung von Ressourcen
Rangordnungen Bei manchen Tierarten existieren Rangordnungen: Was ein Individuum tun darf und was nicht, ist von seiner Stellung in dieser Ordnung abhängig.
Territorialität Territorialität ist ein Verhalten, bei dem ein Tier einen bestimmten Teil seines Streifgebiets gegen Artgenossen verteidigt.
Paarungsverhalten Zwischen dem Paarungsverhalten und der Fitness eines Tieres besteht ein direkter Zusammenhang Das Balzverhalten stellt sicher, dass die beteiligten Individuen der richtigen Art und dem richtigen Geschlecht angehören, sich gegenseitig zueinander orientieren, Kontaktscheu abgebaut wird und die Abstimmung der Partner derart erfolgt, dass Begattung und Befruchtung möglich werden. Auch die Auswahl eines bestimmten Individuums aus einer Reihe potentieller Partner kann Teil des Balzverhaltens sein.
Paarungssysteme Im Tierreich findet man ein breites Spektrum verschiedener Paarungssysteme; hierzu gehören Promiskuität, Monogamie und Polygamie. Paarungssysteme bilden sich durch Evolution heraus; dabei spielt der Elternaufwand - das Ausmaß der pränatalen und postnatalen Fürsorge jedes der beiden Elternteile - eine Rolle.
Altruismus Die meisten altruistischen Verhaltensweisen lassen sich durch den Begriff der Gesamtfitness erklären Altruistisches Verhalten, also Verhalten, bei dem ein Individuum einem Artgenossen hilft, obwohl ihm dies möglicherweise selbst schadet, lässt sich am besten dadurch erklären, dass Verwandtenselektion die individuelle Gesamtfitness steigert. Gene fördern das Überleben eigener Kopien, indem sie ihre Träger anweisen, für andere Individuen zu sorgen, die die gleichen Gene besitzen.