Diskrete Mathematik Kongruenzen

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Transkript:

Diskrete Mathematik Kongruenzen 31. Mai 2006 1

Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 2. Prime Restklassen 3. Die Sätze von Euler und Fermat 4. Lineare Kongruenzen 5. Systeme 2

Einleitung 3

Fragestellung Wie rechnet man mit Zahlen, die bei der Division durch eine dritte Zahl den selben Rest haben? 4

Kongruenz Definition: Zwei Zahlen a und b heissen kongruent modulo m (m 0), wenn b-a ein Vielfaches von m ist, also m b-a. Schreibweise:a b mod m 5

Bemerkung 1. Zu einander kongruente Zahlen lassen bei der Division durch m den gleichen Rest 2. Zwei Zahlen die nicht den gleichen Rest lassen heissen inkongruent modulo m. 6

Beispiele 25-3 mod 4 (-3)-25 = -28 4-28 25 = 1 mod 4-3 = 1 mod 4 7 42 mod 5 42-7 = 355 35 42= 2 mod 5 7 = 2 mod 5 7

Bemerkung 1. a 0 mod m <=> m a 2. a=b <=> a b mod m für alle m 3. a b mod 1 für alle a und b 4. a b mod mn => a b mod m 8

Kongruenz ist eine Äquivalenzrelation. 1. reflexiv a a mod m 2. symetrisch a b mod m => b a mod m 3. transitiv a b mod m, b c mod m => a c mod m 9

Restklassen Die ganzen Zahlen zerfallen mit der Kongruenz also in Äquivalenzklassen, die Restklassen modulo m. Jede Zahl fällt genau in eine Klasse. => Angabe einer Zahl reicht um Restklasse eindeutig zu bestimmen. [a] m ={x x a mod m} 10

Vollständiges Restsystem Eine Menge von Zahlen, die aus jeder Restklasse genau eine Zahl enthält, heisst vollständiges Restsystem Satz: {r 1,r 2,...,r m,} vollständig Restsystem <=> Aus r i r k folgt stets i=k. 11

Beispiel {0,1,2,3,4} ist vollständiges Restsystem modulo 5 genau wie {a,a+1, a+2,a+3,a+4} {r 1,r 2,...,r m } vollständiges Restsystem => {a+r 1,a+r 2,...,a+r m } vollständiges Restsystem gilt (a,m)=1 : {r 1,r 2,...,r m } vollständiges Restsystem => {ar 1,ar 2,...,ar m } vollständiges Restsystem 12

Sind {r 1,...,r m } und {s 1,s 2,... s n } vollständige Restsysteme modulo m bzw. n, und (m,n)=1, dann ist {nr i +ms j, 1 i m, 1 j n} ein vollständiges Restsystem mn 13

Beweis Sei ms i 1 nr r j j 1 1 + j 1 nr r j j 1 j 2 2 nr j 2 ms i 2 modm modm + nr j 2 modmn 14

Inverse modulo m Seien a und n teilerfremde Zahlen dann gibt es eine Zahl a' є {1,2,3,... n-1} mit a * a' 1 mod n. Die Zahl a' heißt Inverse von a modulo n 15

Beweis Es ist 1 = a * a' + n * b' 1 also a modm Ist a'>n oder a' 0 so ist a' = a'' +k*n mit a'' є {1,2,.. n-1} und damit 1 = a*(a'' + k*n) + n*b a * a'' mod n a' 16

Rechenregeln Vor.: a b mod m und c d mod m a+c b+d mod m ac bd mod m aⁿ bⁿ mod m 17

Anwendung Ist 2³² +1 eine Primzahl Bekannt 641 = 5*2 7 +1 Also 5*2 7-1 mod 641 (5*2 7 ) 4 (-1) 4 mod 641 5 4 * 2 28 1 mod 641 weiter hin gilt 5 4 + 2 4 = 641 und damit 5 4-2 4 mod 641 Also -2 4 * 2 28 1 mod 641-2³² 1 mod 641 2³² -1 mod 641 und damit 641 2³² + 1 18

Übung 1 Zeige 8L + 7 x² + y² + z² oder x² + y² + z² inkongruent 7 modulo 8 Tip: Betrachte die Kongruenzen von x² 19

Lösung Reste r von x² mod 8: 0,1,4 Gleiche Reste bei y² und z² Also hat x² + y² +z² die möglichen Reste 0,1,2,3,4,5,6. Und damit nicht 7 q.e.d 20

Polynome Satz: Für jedes Polynom P(x) gilt: Ist a b mod m, so auch P(a) P(b) mod m Definition: Die Lösungszahl von P(x) k mod m ist die Anzahl der Restklassen modulo m, in die Lösungsmenge zerfällt 21

Division? 16 2 mod 14 :2 8 1 mod 14 offensichtlich falsch! Also Division im Allgemeinen nicht erlaubt 22

Division Division ist allerdings erlaubt wenn der Divisor c ein Faktor des Moduls ist ac bc mod m c => a b mod m Ist der Divisor kein Faktor des Moduls gilt: ac bcmodm a bmod m ( m, c) 23

Übung 2 Berechnen Sie 30 2 mod 7 :2 und 21 35 mod 14 : 7 24

Prime Restklassen 25

Prime Restklassen Eine Restklasse [a] m heißt zu m prime Restklasse, wenn ([a] m,m) = 1. Das heißt, dass ein beliebiger Repräsentant und somit alle Repräsentanten teilerfremd zum Modul ist. Beispiel: ([7] 10,10) = 1 zur Erinnerung: [a] m = {x x a mod m} 26

der ggt eine Restklasse a b mod m => (a,m) = (b,m) Beispiel: a = 16, b = 6, m = 10 => 16 6 mod 10 => (16,10) = 2 => (6,10) = 2 Beweis: a = qm + b a = q * m' * (b,m) + b' * (b,m) => (b,m) teilt auch a => es gibt keinen größeren Teiler für a => (a,m) = (b,m) Somit ist mit einem Repräsentanten der ggt für alle Zahlen dieser Restklasse definiert. 27

Eulersche φ - Funktion Sei φ(m) = #{a 1 a m und (a,m) = 1} φ(m) gibt also die Anzahl der teilerfremden Zahlen und somit die Anzahl der primen Restklassen an. {a 1 a m und (a,m) = 1} wird primes Restsystem genannt. 28

Sind {r 1, r 2,..., r φ(m) } und {s 1, s 2,..., s φ(m) } prime Restsysteme modulo m bzw. n mit (m, n) = 1, dann ist {ms i + nr j 1 i n, 1 j m} primes Restsystem modulo m * n. Für die Anzahl der teilerfremden Elemente von m*n ergibt sich: φ(mn) = φ(m) * φ(n) für (m,n) = 1 29

Beispiel m = 6 => {r 1, r 2 } = {1,5}, φ(6) = 2 n = 5 => {s 1, s 2,s 3, s 4 } = {1,2,3,4}, φ(10) = 4 nm = 30 => {6s i + 5r j 1 i φ(5), 1 j φ(6)} mod 30 6 + 5 = 11 mod 30 = 11 6 + 25 = 31 = 1 12 + 5 = 17 = 17 12 + 25 = 37 = 7 18 + 5 = 23 = 23 18 + 25 = 43 = 13 24 + 5 = 29 = 29 24 + 25 = 49 = 19 {1,7,11,13,17,19,23,29}, φ(30) = φ(6) * φ(5) = 8 30

Übung 3 Bilden Sie aus den primen Restsystemen modulo 3 und 4 das prime Restsystem modulo 12 und geben Sie jeweils die φ - Funktion an. 31

Übung 3 Bilden Sie aus den primen Restsystemen modulo 3 und 4 das prime Restsystem modulo 12 und geben Sie jeweils die φ - Funktion an. Lösung: M = 3 => {1,2} φ(3) = 2 N = 4 => {1,3} φ(4) = 2 => M * N = 3 * 4 = 12= {1,5,7,11} φ(3) * φ(4) = φ(12) = 4 32

φ - Funktion von Primzahlen Sei p eine Primzahl, so ist φ(p) = p - 1 (nämlich die Zahlen von 1 bis p 1) und φ(p e ) = p e * (1-1/p) 33

Beweis Die teilerfremden Zahlen zu p e sind alle Zahlen außer den Vielfachen von p. Die Vielfachen von p: Anzahl der Vielfachen von p: Also ist M = {p, 2p,..., p e-1 * p} M = p e-1 φ(p e ) = p e p e-1 = p e * (1-1/p) 34

Berechnung der φ - Funktion einer beliebigen Zahl Die φ - Funktion lässt sich aufgrund der Primfaktorzerlegung berechnen durch: φ(n) = n * r i=1 (1-1/p i ) = n * p n (1-1/p i ) 35

Übung 4 Beweisen Sie φ(n) = n * r i=1 (1-1/p i ) = n * p n (1-1/p i )! 36

Übung 4 Beweisen Sie φ(n) = n * r i=1 (1-1/p i ) = n * p n (1-1/p i )! Lösung: φ(n) = φ(p 1 e1 * p 2 e2 *... * p r er ) = φ(p 1 e1 ) *... * φ(p r er ) = p 1 e1 * (1 1/p 1 ) * p 2 e2 * (1 1/p 2 ) *... * p r er * (1 1/p r ) = n * r i=1 (1-1/p i ) = n * p n (1-1/p i ) 37

Die Summe der eulerschen φ - Funktionen aller positiven Teiler einer Zahl n ergibt wiederum diese Zahl, also d n,d>0 φ(d) = n Beispiel: n = 6 {1,2,3,6} = φ(1) + φ(2) + φ(3) + φ(6) = 1 + 1 + 2 + 2 = 6 38

Die Sätze von Euler und Fermat 39

Satz von Euler Ist (a,m) = 1, dann gilt a φ(m) 1 mod m Die Menge {a 1 a m und (a,m) = 1 } bildet eine multiplikative Gruppe mit Gruppenordnung φ(m), gilt für jedes Element der Gruppe, das es hoch φ(m) das neutrale Element ergibt. 40

Kleiner Satz von Fermat Ist p Primzahl und a positiv, so ist a p-1 1 mod p bzw. a p a mod p 41

Lineare Kongruenzen 42

lineare Kongruenzen a * x k mod m Die Lösung dieser Gleichung ist entweder oder Ø eine Restklasse mod (m/(a,m) ), falls (a,m) k nicht teilt sonst 43

Beweis a * x k mod m a * x k = m * y a * x m * y = k Ist der ggt (a,m) kein Teiler der rechten Seite, so ist das System m unlösbar, ansonsten eine Restklasse mod. a,m betrachte hierzu diophantische Gleichungen: ax + by = k hat eine ganzzahlige Lösung, falls (a,b) k. 44

Übung 5 Sind folgende Gleichungen lösbar? Wenn ja, wie könnte man die Gleichung nach x auflösen? 3 * x 2 mod 9 16 * x 14 mod 6 45

Übung 5 Sind folgende Gleichungen lösbar? Wenn ja, wie könnte man die Gleichung nach x auflösen? 3 * x 2 mod 9 16 * x 14 mod 6 Lösung: 1) (3,9) = 3 teilt nicht 2 => nicht lösbar 2) (16,6) = 2 14 => lösbar 8 * x 7 mod 3 -x 7 mod 3 x -7 mod 3 x 2 mod 3 46

Strukturierte Lösung der Gleichung Zunächst dividieren wir die Gleichung durch (a,m). a a,m x k a,m mod m a, m oder neu benannt a 1 * x k 1 mod m 1 Somit ist (a 1, m 1 ) = 1 und damit a 1 φ(m1) 1 mod m 1 Mit x = k 1 * a 1 φ(m1) - 1 existiert nun eine Lösung, denn a 1 * x = k 1 * a 1 φ(m1) k 1 mod m 1 47

16 * x 14 mod 6 Beispiel ist lösbar, da (16,6) 14. Teilt man nun durch den ggt ( = 2) ergibt sich: 8 * x 7 mod 3 Damit ist eine Lösung. x = k 1 * a 1 φ(m1) - 1 = 7 * 8 2-1 = 56 x = 56 2 mod 3 48

Wie findet man nun die gesamte Lösungsmenge? Aus der ggt-theorie wissen wir, dass die Gleichung ax + qm = k folgende Lösungen hat, wobei x eine bekannte Lösung bezeichnet: ax + qm = k <=> ax = -qm + k <=> ax k mod m m a,m x t = x + * t, t = 0,1,... Somit sind die x t auch Lösung von ax k mod m. 49

Beispiel Wir wissen, dass x = 56 2 mod 3 und x 2 mod 3 <=> 16x 14 mod 6 Wie muss k aussehen, damit es die Gleichung x = 56 k mod 6 erfüllt? => k = 2 Also existieren folgende Lösungen: 6 16,6 x 2 mod 6 x 0 = 2 + * 0 = 2 + 3 * 0 = 2 x 5 mod 6 x 1 = 2 + 3 * 1 = 5 x 2 = 2 + 3 * 2 = 8 mod 6 = 2 = x 0 50

Anzahl der Lösungen Die Lösungsanzahl von ax k mod m ist für (a,m) k gleich (a,m). 51

Beweis x t = x + * t, t = 0,1,... lösen die Gleichung ax k mod m. Also müssen zwei auf diese Weise gewonnene Lösungen gleich modulo m sein: m a,m m a,m m a,m x + * t 1 x + * t 2 mod m t 1 t 2 mod (m * ) t 1 t 2 mod (a,m) a,m m k mod (a,m) hat genau (a,m) Reste, nämlich 0, 1,..., (a,m) 1. Somit kann t (a,m) Werte annehmen, ohne dass sich die Ergebnisse wiederholen. 52

Zusammenfassung 1. Schritt: eine Lösung suchen m a,m k a,m x = k 1 * a 1 φ(m1) - 1 mit m 1 =, k 1 =, a 1 = a a,m 2. Schritt: alle Lösungen berechnen m a,m x t = x + * t, t = 0,1,..., (a,m) - 1 53

Systeme 54

Systeme Betrachten wir das System x a mod m x b mod n mit (m,n) =1 und alle Zahlen nicht negativ. Dann existiert eine eindeutige Lösung für x in {0,1,2,...,mn-1} Bew: x = a*n φ(m) + b*m φ(n) erfüllt beide Gleichungen (trivial) 55

Allgemeiner Wie löst man x a mod m x b mod n mit (m,n) = d? 56

x = k*m + a y = l*n + b => k*m l*n = b-a => (m,n) (b-a) und damit b-a =u*(m,n) Also eine Lösung des Ursprünglichen Systems k 1 *m-l 1 *n =(m,n) 57

k 1 *m - l 1 *n =(m,n) u*k 1 *m - u*l 1 *n =(m,n)*u = b-a Und damit k = u*k 1 und l= u*l 1 also x = u*k 1 *m + a bzw. x = u*l 1 *n +b 58

Übung 6 Berechnen Sie eine Lösung von x 7 mod 20 x 11 mod 56 59

Lösung (20,56)= 4 mit 4 = 3*20-1* 56 Da 4 (11-7) ist das System lösbar und u = 1 Und damit x = 3*20 + 7 = 67 bzw. x = 1*56 + 11 = 67 60