Leitfaden Das Schulische Standortgespräch und die dazugehörige Förderplanung Kreisschulpflege Schwamendingenkompass Orientierung zur Schulentwicklung
Leitfaden in in mit besonderer üler in in mit Deutsch als mit auffälligem in in Begabung in Musik Zweitsprache Verhalten
1 Das Schulische Standortgespräche und die dazugehörige Förderplanung 1. Das Schulische Standortgespräch Das neue Paradigma: Die Integrative Förderung Das Verfahren «Schulische Standortgespräche» beschreibt das strukturierte Vorgehen zur individuellen Standortbestimmung und zur Vereinbarung von Förderzielen. Es unterstützt eine ressourcenorientierte Sichtweise und dient der Klärung, welche Massnahmen für eine in oder einen in der gegenwärtigen Situation angemessen sind. * Auslöser für ein Schulisches Standortgespräch ist die Wahrnehmung der Eltern, der Lehrperson oder anderer Fach- und Betreuungspersonen, dass die Situation einer in oder eines s gemeinsam beleuchtet und besprochen werden sollte: Eltern, Lehrperson oder Fach- und Betreuungspersonen wünschen eine Abklärung der Leistungsprobleme oder Verhaltensauffälligkeiten. Eltern, Lehrperson oder Fach- und Betreuungspersonen halten eine sonderpädagogische Massnahme für erforderlich. Laufende sonderpädagogische Massnahmen sind zu überprüfen (nach Abmachung, spätestens nach einem halben Jahr). Die Beobachtungen aller Beteiligten werden systematisch erfasst und einbezogen. Die Beschreibung der Situation und der vorliegenden Probleme, die Festlegung der nächsten Schritte und allfällige Zuweisungsentscheide erfolgen nach einheitlichen Kriterien (siehe Broschüre Schulische Standortgespräche, S. 65-72).* Die Regelschule ist der Ort für das gemeinsame Lernen von innen und n. Sie anerkennt, dass sich innen und in einer Regelklasse hinsichtlich Entwicklungsstand, Lern- und Leistungsfähigkeit, sozialer und sprachlicher Herkunft oder Verhalten unterscheiden. Dies hat Auswirkungen auf den Unterricht: Die bereits bestehende Heterogenität wird durch die Integrative Förderung verstärkt. Ein binnendifferenzierender, individualisierender und integrativer Unterricht unterstützt die Entwicklung und das Lernen aller innen und. Die innen und erleben Verschiedensein als Normalfall und lernen damit umzugehen. Jedes Kind hat seinen Platz in der Klasse. mit Anspruch auf therapeutische Massnahmen in in mit besonderer Begabung im Sport in mit besonderer Begabung in Sprachen in mit Lernschwierigkeiten in Schüle * Grundlage: Schulische Standortgespräche ein Verfahren zur Förderplanung und Zuweisung von sonderpädagogischen Massnahmen, Bildungsdirektion Kanton Zürich, 2007
2 Das Klassenteam Die Klassenlehrperson arbeitet mit verschiedenen Fachpersonen zusammen: Fachlehrperson für Schulische Heilpädagogik Fachlehrperson für Deutsch als Zweitsprache evtl. Therapeut oder Therapeutin Ausgangssituation Eine in oder ein zeigt ein auffälliges Verhalten. Auffälligkeiten können sich in allen Bereichen äussern (Sach-, Selbst-, Sozialkompetenz). Nachdem das Pädagogische Team Förderideen entwickelt und umgesetzt hat, diese aber keine Verbesserung zeigen, lädt die Klassenlehrperson die Eltern (evtl. mit Lehrperson für Schulische Heilpädagogik, DaZ-Lehrperson, Fachlehrperson, SchulpsychologIn, SchulsozialarbeiterIn, Hortleiterin, ) zu einem Schulischen Standortgespräch ein. Folgender Ablauf ist Erfolg versprechend: Sie bilden das Klassenteam, das sich gegenseitig mit seinem Knowhow berät und unterstützt sowie integrative und individualisierende Unterrichtsformen initiiert, umsetzt und überprüft. 1. Wo hat die in oder der Stärken und Fähigkeiten in der Schule wie auch ausserhalb der Schule? Wichtig ist es, die Stärken und die Fähigkeiten, die eine in oder ein mitbringt, zu erfassen und festzuhalten. 2. In welchen Bereichen besteht besonderer Förderbedarf? Häufig wird in mehreren Bereichen ein Förderbedarf lokalisiert. Es macht aber keinen Sinn, überall arbeiten zu wollen. Darum gilt die Empfehlung, sich auf zwei Bereiche zu konzentrieren und diese weiterzuverfolgen. 3. Was kann die in oder der in den zwei ausgewählten Bereichen mit besonderem Förderbedarf? Hier gilt es, genau hinzuschauen und festzuhalten, was die in oder der kann. Dabei geht es nicht darum, was sie oder er gut kann. 4. Wie muss das Lernen organisiert sein, damit sich die in oder der in den Bereichen mit besonderem Förderbedarf schulisch weiterentwickeln kann? Aufbauend auf dem, was die in oder der in diesem Bereich kann, werden die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Arbeiten herausgeschält und Förderziele abgemacht. Protokoll-Vorlagen In der Broschüre Schulische Standortgespräche, Bildungsdirektion Kt. Zürich, stehen alle notwendigen Formulare (inkl. CD) zur Verfügung (Seite 65-72). Überprüfbare Förderziele Förderziele müssen überprüfbar sein, d.h. sie müssen eindeutig formuliert werden. Qualität des Kurzprotokolls Das Kurzprotokoll ist die Grundlage für eine Erfolg versprechende Förderplanung, welche Massnahmen zur Erreichung der Förderziele festlegt.
3 Gemeinsame Einschätzung der Situation Das Schulische Standortgespräch unterstützt den Prozess der Erarbeitung eines gemeinsamen Verständnisses oder manchmal auch des Erkennens unterschiedlicher Sichtweisen. Grundparadigma: Ganzheitliche Sichtweise auf das Kind Es geht darum, Lernsituationen zu schaffen, die es jedem Kind ermöglichen, Fortschritte zu machen. Dieses an den Stärken und an den Fähigkeiten der innen und orientierte Unterrichten stellt den eigentlichen Paradigmawechsel dar: Was kann das Kind vor dem Hintergrund einer ganzheitlichen Sichtweise, d.h. im schulischen wie im ausserschulischen Leben? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit es sich verbessern kann? Dies sind die zentralen Fragen. Gemeinsames Problemverständnis Im Idealfall lässt sich im Austausch mit allen Beteiligten ein gemeinsames Problemverständnis entwickeln (Lehrperson, Fachlehrperson für Schulische Heilpädagogik, Betreuungspersonen, Eltern, in oder ). Dieses gemeinsame Problemverständnis bildet eine wichtige Grundlage auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten für die aktuelle Situation. 2. Die dazugehörige Förderplanung Nach erfolgtem Schulischen Standortgespräch muss eine Förderplanung entwickelt werden, welche die Massnahmen festlegt, die zu den vereinbarten Zielen führen sollen. Die Verantwortlichkeiten für das Schulische Standortgespräch sowie die Förderplanung werden günstigerweise in einer Zusammenarbeitsvereinbarung festgehalten (siehe Muster-Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen Klassenlehrperson und Fachlehrperson für Schulische Heilpädagogik, KSP 2009), falls sie nicht im Förderkonzept der Schule verankert sind. Für die Förderplanung stehen zwei Instrumente zur Verfügung: FPAss Förderplanungs-Assistent Paul Kleimann SPD Schwamendingen www.foerderplanung.ch Webbasierte Förderplanung der Hochschule für Heilpädagogik HfH Zürich www.pulsmesser.ch Es steht den Schulen frei, welches Instrument sie für die Förderplanung nutzen.
4 Schule Musterberg 5371 Irgendwil Übergabebericht (6. Klasse Sekundarschule) Nachname: Herzog Vorname: Anna Geschlecht: w. Geburtsdatum: 17. August 1995 Klasse: 6 Lehrperson: L.M. Übersichtseinschätzung Stand April 2008 Bereichsstichworte mit Förderbedarf kursiv mit Stärke fett Förderbedarf Stärke - - - o + ++ Allgemeines Lernen: Erste Einschätzung Einschätzung bei **Verlaufskontrolle X X Berreichsstichworte sich Dinge merken genau zuschauen üben genau zuhören aufmerksam sein gute Lösungen suchen und finden Stand des Könnens bei kurisv gesetzten Stichworten: Unterstützende (Lern)-bedingungen Anna kann im Frontalunterricht alleine während etwa 10 Minuten aufmerksam sein. Sie kann im Frontalunterricht während ca. 30 Minuten aufmerksam sein, wenn eine Lehrperson neben ihr sitzt und sie dabei unterstützt. Sie kann in der Einzelarbeit während etwa 20 Minuten aufmerksam sein. Sie kann in der Eins-zu-Eins-Situation und einer geführten Gruppenarbeit während etwa einer Lektion ohne Pause aufmerksam sein. Seit Januar 08 nimmt Anna täglich Ritalin. Seither kann sie sich im Unterricht besser konzentrieren. Trotzdem braucht es für sie viel mehr Energie als für andere Kinder, sich in der Schule konzentrieren zu können. Dies zeigt sich speziell in der letzten Morgenstunde, teilweise nachmittags und Ende Woche oder vor den Ferien. Folgende mit Anna erarbeitete Unterstützungsmassnahmen haben sich bewährt: Mit Hilfe eines Timers teilt sich Anna Zeitspannen ein, während denen sie absolut konzentriert und still an ihrem Platz arbeitet. Zwischen zwei Zeitspannen macht sie eine kurze Pause in Form von spitzen, Wasser trinken oder um das Schulhaus rennen. Zu Beginn jedes Morgens bespricht Anna anhand der Gefühlskarten mit einer Lehrperson, wie es ihr geht. Davon ausgehend überlegt sie sich, wie gross die heutigen Zeitspannen sein sollen und in welchem Rahmen die Pausen ausfallen werden. Manchmal arbeitet Anna alleine im Gruppenzimmer. Wenn sie dies selber ausgewählt hat, arbeitet sie dann viel konzentrierter und ausdauernder. Beispiel: Übergabebericht gemäss FPAss
5 Verbindlicher Ablauf: Schwierige Situation mit In Eine in oder ein fällt auf: durch Lernschwierigkeiten durch spezielle Begabung durch Verhalten durch Sprachdefizite durch 1 Ausgangslage Die Lehrperson bespricht die Auffälligkeit im Pädagogischen Team. Gemeinsam werden Förderideen entwickelt, die innerhalb des PTs umgesetzt werden können. Die Wirksamkeit der Förderideen wird fortlaufend überprüft. 2 Förderideen Zeigt sich keine Verbesserung, lädt die Klassenlehrperson die Eltern zu einem Schulischen Standortgespräch ein. Nach Bedarf werden weitere Fachlehrpersonen sowie Fach- oder Betreuungspersonen beigezogen. Gemeinsam werden die aktuelle Situation und Bereiche mit Förderbedarf erfasst. Die Förderziele orientieren sich an den Stärken und den Fähigkeiten der in oder des s. Zwei Bereiche mit Förderbedarf werden bestimmt und Förderziele festgelegt. 3 Schulisches Standortgespräch Spätestens nach dem ersten Standortgespräch erarbeitet die IF-Lehrperson (die Fachlehrperson für Schulische Heilpädagogik) zusammen mit der Klassenlehrperson eine Förderplanung. 4 Förderplanung Nach der im ersten Standortgespräch vereinbarten Zeit wird die Wirksamkeit der Förderplanung überprüft. Die Klassenlehrperson oder die IF- Lehrperson (gemäss Zusammenarbeitsvereinbarung oder Förderkonzept der Schule) lädt die Eltern und evtl. weitere Fachlehrpersonen sowie Fachoder Betreuungspersonen zum zweites SSG ein. * 5 2. Schulisches Standortgespräch Wurden die Förderziele noch nicht erreicht, wird die Förderplanung von der Klassenlehrperson und der IF-Lehrperson angepasst oder weitergeführt. 6 Förderplanung * Wurden die Förderziele erreicht, wird das SSG abgeschlossen.
Stadt Zürich Kreisschulpflege Schwamendingen Impressum Herausgeberin: Verfasserin: Grafische Gestaltung: Druck: Stadt Zürich, Kreisschulpflege Schwamendingen Postfach, 8051 Zürich Charlotte Peter Dani Odermatt gdz AG Zürich Der Leitfaden wurde im Auftrag der Kreisschulpflege Schwamendingen unter Mitwirkung von Vertretungen der Kreisschulpflege, des Schulpsychologischen Dienstes, der Schulleitungen, des Förderzentrums Schwamendingen und der Lehrerschaft erarbeitet. März 2010, Kreisschulpflege Schwamendingen