KINDERGARTEN BROSCHÜRE

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Transkript:

KINDERGARTEN BROSCHÜRE 1

Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 2 Der Kindergartenalltag 3 Schwerpunkte der Kindergartenarbeit 4 Schulische Heilpädagogik im Kindergarten 5 Kompetenzen und Bildungsbereiche 6 Hinweise zum Zweijahreskindergarten 7 Logopädie 8 PFADE: Programm zur Förderung Alternativer Denkstrategien 9 Kontakte 2

1 Einleitung Ablösung Mit dem Eintritt in den Kindergarten ist Ihr Kind das erste Mal längere Zeit und regelmässig von zu Hause weg. Es ist klar, dass dies für alle Beteiligten eine neue Situation bedeutet und auch zu Schwierigkeiten beim Loslösen führen kann. Hier kann ein Gespräch mit der Lehrperson dazu dienen, verschiedene Lösungen zu suchen. Hilfreich bei diesem Prozess kann der Kindergartenweg sein. Begleiten Sie Ihr Kind am Anfang in den Kindergarten und bestimmen Sie gemeinsam mit ihm, wie Sie den Weg als Begleitperson nach und nach verkürzen. Damit signalisieren Sie Ihrem Kind Vertrauen in seine Selbständigkeit. Start im Kindergarten Im Kindergarten angekommen, muss sich Ihr Kind erst einmal an die neue Umgebung, seine Lehrpersonen und die neuen Kinder gewöhnen. Zu Beginn des Kindergartenjahres wird deshalb der Schwerpunkt auf das Erleben der Gemeinschaft gesetzt. Zentral ist, dass die Kinder sich miteinander wohl fühlen und zu einer Gruppe zusammenwachsen. Hinzu kommt das Entdecken des neuen Raumes. Die gemeinsam festgelegten Regeln geben dem Kind Struktur und Halt. Um Ihrem Kind den Einstieg in den Kindergartenalltag zu erleichtern, können Sie mit ihm folgende Tätigkeiten bereits zu Hause üben: An- und Ausziehen, Körperhygiene (Hände waschen, selbständig auf Toilette gehen, Nase putzen ). Es ist wünschenswert, dass Ihr Kind beim Eintritt in den Kindergarten trocken ist. Es liegt nicht im Aufgabenbereich der Lehrperson, dem Kind Windeln zu wechseln. Besteht diesbezüglich ein Problem bitten wir Sie, mit der Lehrperson Kontakt aufzunehmen. 3

2 Der Kindergartenalltag Uns Lehrpersonen stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, den Halbtag zu gestalten. Diese Sequenzen können jeden Tag in einem anderen Ablauf aneinander gereiht werden und je nach Gruppe oder einzelnen Kindern länger oder kürzer gehalten sein. Freie Sequenz oder Freispiel Das Kind wählt selber, was es spielen möchte. Die Lehrperson besucht die einzelnen Angebote, hilft und gibt Anregungen. Es kann aber auch sein, dass sie sich im Hintergrund hält und die Kinder selbständig spielen lässt oder sie beobachtet. Geführte Tätigkeit / Sequenz Sie findet meistens im Kreis statt. Das kann eine Geschichte, ein Lied, ein Tanz, ein Sachthema und vieles mehr beinhalten. Auch das Einführen von Regeln und Ämtli gehört zur geführten Sequenz und ist am Anfang des Kindergartenjahres zentral. Angeleitete Sequenz Die angeleitete Sequenz findet zum grössten Teil im Freispiel statt. Die Lehrperson unterstützt und begleitet die verschiedenen Lern- und Spielfelder. Oft sind dies individuelle Angebote, die dem Lernstand des Kindes entsprechen und es bestmöglich fördern. Ein Beispiel dazu: Zu einem Thema befinden sich in verschiedenen Kisten vielfältige Angebote. Die Kinder dürfen auswählen, an welchen Posten sie arbeiten wollen. In der angeleiteten Sequenz sind auch individuelle Förderungen enthalten. Verbindende Sequenz Wie das Wort schon sagt, verbindet sie die einzelnen Sequenzen miteinander und bildet so den roten Faden durch den Halbtag. Diese Sequenz enthält wichtige Rituale, welche Ihrem Kind Halt, Sicherheit und Geborgenheit geben. Beispiele: - Auffang - Empfang - Sammlung - Znüni - Abschluss im Kreis 4

3 Schwerpunkte der Kindergartenarbeit Die Wichtigkeit des Spiels In der heutigen Zeit erscheint es manchmal als wichtig, dass ein Kind schnell lesen und rechnen lernt. Dabei werden viele fundamentale Lernprozesse ausser Acht gelassen. Die Fähigkeit, die ein Kind im Kindergarten und auch zu Hause erlernen kann, bilden den Boden für sein weiteres Lernen. Im Kindergarten wird durch das Handeln und Erleben eine solche Basis erarbeitet. Dazu gehören z.b. Erlebnisse mit Materialien, Sinneserfahrungen oder kreative Tätigkeiten. Wissen entsteht nur in einem ganzheitlichen Austausch mit der Welt. Alles, was wir lernen, geht zuerst über die Handlung dann über das Bild erst zuletzt über die Vorstellung. Spielen heisst für das Kind lernen, lernen heisst für das Kind spielen Lernen durch Experimentieren, Erfinden, Improvisieren Beobachten, Abschauen, Nachahmen Üben, Wiederholen Erklären, Beschreiben, Anweisen Aufgabenstellung und Problemlösung Bedeutung Die wichtigste kindliche Beschäftigung ist das Spiel. Das Kind spielt in den ersten sechs Lebensjahren ungefähr 15 000 Stunden, sofern es daran nicht gehindert wird. Das Kind ist gleichzeitig tätig und von Erlebnissen erfüllt. Es ist mit Ernst und Konzentration beim Spielen dabei und braucht seine Wahrnehmung- und Bewegungsmöglichkeiten, seine Intelligenz und Fantasie. Kinder brauchen den direkten Umgang mit den Dingen, damit sie aus dem Tun innere Bilder aufbauen können. Sie wollen ihre Umgebung nicht nur ansehen, sondern spielend erforschen. Jedem Kind ist die Neugier und Lust zum Spielen angeboren. Diese grosse Motivation muss unterstützt und gefördert werden, so dass es die Möglichkeit bekommt, spielerisch die Welt zu entdecken und zu begreifen. Deshalb ist das Freispiel ein sehr wichtiger Bestandteil im Kindergartenalltag. Beim Spiel des Kindes sind die Vorgänge, die Erfahrungen und Einsichten, welche es auf dem Weg macht, wichtig. Nicht das Endprodukt. Das Spiel ist sehr vielfältig und auch Händewaschen kann zum Spiel gehören. 5

Individualisieren Jedes Kind kommt mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Fähigkeiten in den Kindergarten. Ein Kind kann sehr gut mit Kindern zusammen spielen, ein anderes kennt schon ein paar Buchstaben, ein weiteres kann gut werken und zeichnen. Es gibt aber auch Dinge, die noch nicht so gut funktionieren, weil beim Kind die Voraussetzungen noch nicht vollumfänglich vorhanden sind. Die Aufgabe der Kindergartenlehrperson ist es, jedes Kind dort abzuholen, wo es steht. Sie stärkt das Kind in seinen Fähigkeiten und hilft ihm bei den Tätigkeiten, die es noch entwickeln muss. Ist ein Kind von seiner Entwicklung her soweit, erhält es auch Anregungen zu schulischen Inhalten. Das individuelle Arbeiten erhält auch starke Unterstützung des / der schulischen Heilpädagogen / in (SHP). 6

4 Schulische Heilpädagogik im Kindergarten In Buochs arbeiten wir seit mehreren Jahren mit der integrativen Schulform (ISF). Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Auffälligkeiten besuchen die Regelklassen. Dort werden sie durch eine/einen SHP integriert, gefördert und unterstützt. Die SHP investieren auch Zeit in die Begabungsförderung. Jedem Kindergarten stehen 5-6 Lektionen zur Verfügung. Im Kindergarten verfolgt die schulische Heilpädagogik folgende Aufgaben und Ziele: Früherfassung von Kindern mit Auffälligkeiten Kinder, welche im Lernen oder in ihrem Verhalten Auffälligkeiten zeigen, werden durch spontane und gezielte Beobachtungen frühzeitig erfasst. Allfällige Folgeprobleme sollen dadurch gemindert werden. Förderung Nach der Erfassung werden diese Kinder zusätzlich zum Unterricht im Kindergarten durch den/die SHP gefördert und unterstützt. Die Förderung wird wenn möglich in den Unterrichtsalltag integriert. Vor- und Nachbereitung des Unterrichts zusammen mit der Lehrperson Die Zeit, in welcher der/die SHP anwesend ist, muss er/sie gemeinsam mit der Lehrperson vorund nachbereiten. Der Unterricht wird besprochen und geplant. Die gemachten Beobachtungen werden anschliessend ausgetauscht und in die weitere Planung miteinbezogen. Durch die enge Zusammenarbeit von Lehrperson und SHP soll eine integrierte Förderung der betroffenen Kinder gewährleistet sein. Gespräche führen Der/die SHP nimmt an Elterngesprächen teil, soweit dies von der Situation her verlangt wird. Die Teilnahme kann sowohl von der Lehrperson, dem/der SHP oder den Eltern gewünscht werden. Besucht ein Kind ausserhalb des Kindergartens Therapien, ist es sinnvoll, wenn der/die SHP bei allfälligen Rundgesprächen dabei ist. Förderung und Unterstützung des Kindes können so koordiniert werden. 7

In folgenden Situationen werden sie als Eltern durch die Lehrperson oder den/die SHP informiert: Ihr Kind braucht regelmässig und langfristig eine zusätzliche Förderung durch den/die SHP im Kindergarten. Die Auffälligkeiten Ihres Kindes verlangen eine Abklärung bei einer Fachstelle (z.b. Kinderarzt, Schulpsychologischer Dienst). Die Situation Ihres Kindes erfordert regelmässige Begleitung der/des SHP in der Unterstufe (1./2. Klasse). 8

5 Kompetenzen und Bildungsbereiche Zwei Jahre Kindergarten bedeuten für ein Kind Zeit zu haben, um sich an eine Gruppe zu gewöhnen, sich in diese Gruppe zu integrieren, verschiedene Rollen einzunehmen, Verantwortung zu übernehmen, Sicherheit und Vertrauen in sich selber und andern gegenüber zu entwickeln. Vorzeigen, Nachahmen und Wiederholen sind altersgemässe Lernformen, die in altersgemischten Gruppen auf natürliche und harmonische Weise zur Anwendung kommen. Die älteren Kinder bringen den jüngeren Kindern bei, was sie gelernt haben und vertiefen damit ihr eigenes Wissen und Können. Die drei Kompetenzen sind Selbstkompetenz eigene Bedürfnisse wahrnehmen sich akzeptieren seine Möglichkeiten und Grenzen kennen sich eigene Ziele setzen das eigene Handeln planen und überprüfen Sozialkompetenz sich in Gemeinschaften zurechtfinden anderen aufgeschlossen gegenübertreten Rücksicht nehmen, ohne die eigenen Wünsche zu vernachlässigen altersgerechte Konfliktbewältigung Sachkompetenz sich in der Welt des Wissens und Lernens zurechtfinden Inhalte aufnehmen, verarbeiten und für das eigene Handeln nutzbar machen 9

Die sieben Bildungsbereiche des Kindergartens Spracherziehung Erzählen Bildbetrachtung Vers Begriffsbildung Rollenspiel Mathematische Erziehung Zählen Reihen legen Mengenbilder erkennen Logisches Denken/ Zusammenhänge erkennen Bildnerisches Gestalten / technisch angewandtes Gestalten Mal- und Gestaltungstechniken Rhythmisch-musikalische Erziehung Sing- und Kreisspiele Lieder und Verse Musizieren Bewegungserziehung Turnen Rhythmik Bewegungsspiele Umwelterziehung Spaziergang Sinneswahrnehmung Verkehrserziehung Exkursion Physikalische Gesetzmässigkeiten Experimentieren Forschen Konstruieren 10

6 Hinweise zum Zweijahreskindergarten Seit einiger Zeit haben die Kinder die Gelegenheit, zwei Jahre lang den Kindergarten zu besuchen. Sie kommen im 5. Lebensjahr und bringen viel Motivation und Lebendigkeit mit. Die Ziele in der Arbeit mit den jüngeren Kindern bestehen darin, dass sie die Gemeinschaft erleben, sich im Kindergarten zurechtfinden und grundlegende Fähigkeiten in den drei Kompetenzbereichen aufbauen können. Im zweiten obligatorischen Kindergartenjahr werden gelernte Inhalte vertieft und erweitert. Als Vorbereitung für die Schule werden komplexere Arbeitsaufträge gestellt. Die Kinder werden in ihrer Arbeitshaltung vermehrt gefordert. Um das Kind optimal zu fördern, arbeitet die Lehrperson an den sieben Bildungsbereichen. Diese Bereiche sind auch im Lehrplan enthalten und dort in Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz aufgeteilt. 11

7 Logopädie In der logopädischen Therapie werden ganz unterschiedliche Störungen behandelt. Logopädie beinhaltet alles, was mit Störungen der gesprochenen und geschriebenen Sprache zu tun hat. Logopädinnen und Logopäden sind also Fachpersonen für sprachliche Auffälligkeiten. Sie versuchen dem Kind eine möglichst optimale Lernumgebung anzubieten, in der es Lust zu sprechen bekommt. Da jedes Kind einzigartig ist, wird es individuell gefördert und da abgeholt, wo es in seiner Entwicklung steht. Logopädische Therapien finden in der Regel nicht in Gruppen, sondern in Einzeltherapien statt. Für Kinder die eingeschult werden, ist es besonders wichtig, dass sie sich mit Erfolg verständigen können. Dazu gehört, andere zu verstehen und selbst verstanden zu werden. Dazu gehört auch, dass die Kinder gewisse Grundfertigkeiten erlernt haben, die für den Erwerb der Schriftsprache, also das Schreiben und Lesen notwendig sind. 12

8 PFADE: Programm zur Förderung Alternativer Denkstrategien Gewalt ist ein brennendes Thema, das in der heutigen Zeit vor allem auch durch die Medien sehr präsent ist. Gewaltprävention ist deshalb eine wichtige Sache, die gerade in der Schule gut aufgegriffen werden kann. Aus diesem Grund arbeiten die Kindergarten- und Unterstufe der Schule Buochs seit Beginn dieses Schuljahres mit dem PFADE-Programm. PFADE wurde in den USA entwickelt und wird seit 1994 in diversen Ländern weltweit erfolgreich angewendet. In der Schweiz arbeiten seit 2004 immer mehr Schulen mit dem Programm. In einer zweitägigen Weiterbildung lernten die KG-/US-Lehrpersonen unter fachkundiger Leitung die Idee hinter PFADE und deren Umsetzung im Unterricht kennen. Kurz zusammengefasst hat PFADE zum Ziel, die sozialen Kompetenzen zu fördern und so Verhaltensproblemen vorzubeugen. Angepasst an das Alter der KG - / US Kinder wird an 7 verschiedenen Schwerpunktthemen gearbeitet, die zu obgenanntem Ziel führen sollen: Gefühle Gesundes Selbstwertgefühl Selbstkontrolle Soziale Problemlösefertigkeiten Umgang mit Freundschaften, Beziehungen, Fragen des Zusammenlebens Regeln und Manieren Lern-und Organisationsstrategien Zu jedem Thema erhielten die Lehrpersonen umfangreiches Material in Form von Unterrichtsvorschlägen, Stofftieren, Bilderbüchern, Gefühlskarten u.v.m. Während des ganzen Schuljahres werden die Themen im Unterricht eingebaut, bei aktuellen Situationen angewandt, mit den Kindern erarbeitet und immer wieder auch evaluiert. Dabei werden wir von Herrn Christoph Anderegg, Lehrer, Schulleiter und PFADE- Ausbildner, begleitet und im Unterricht besucht. Als wichtigste Bezugspersonen der Kinder werden die Eltern sporadisch in die Arbeit mit PFADE miteinbezogen, indem sie zu Hause kleine Aufgaben mit dem Kind lösen können. Ebenfalls erhalten sie themenspezifische Informationsbriefe, die über die Inhalte Auskunft geben. September 13, Simone Claude, Schulleiterin KG/US 13

9 Kontakte Kindergartenlehrpersonen Schulhaus Baumgarten 041 624 50 30 SHP Schulhaus 04 041 624 50 34 Schulleitung KG Schulhaus Baumgarten Fabienne Amrhein 041 624 50 30 Buochs, Januar 2016 14