Füssen Heimat im Alter

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Transkript:

Füssen Heimat im Alter Wohnformen im Alter Montag, den 19. November 2007 Sabine Wenng Diplom Psychogerontologin - Diplom Geografin Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung

Inhalt Wohnbedürfnisse aus Sicht der Älteren Wohnformen differenzieren sich Stärkung dês ambulanten Bereichs Wohnen für Ältere in Bayern: Aufgaben der Koordinationsstelle

Bayerische Gemeinden nach Größe Gemeindetyp Dorf (bis 1.999 Ew.) Landstadt (2.000 4.999 Ew.) Kleinstadt (5.000 19.999 Ew.) Mittelstadt (20.000 99.999 Ew.) Großstadt (mehr als 100.000 Ew.) Anzahl absolut 727 779 481 57 8

Wohnbedürfnisse aus Sicht der Älteren Befragungen im Rahmen des Modells Altenhilfekonzepte für kleine Gemeinden zeigten: 80 Prozent wollen in ihrer Heimatgemeinde wohnen bleiben. Zwei Drittel möchten bei gesundheitlichen Problemen zu Hause wohnen bleiben und werden sich entsprechend einschränken. Bei Umzugsüberlegungen spielen Infrastrukturangebote und soziale Bindungen im Quartier eine zunehmende Rolle.

Wohnformen im Wandel Wohnen zu Hause Betreutes Wohnen Betreutes Wohnen zu Hause Gemeinschaftliche Wohnprojekte Ambulant betreute Wohngemeinschaften Wohnen im Heim

Wohnen im Heim Heute leben in Bayern rund 100.000 Personen in Pflegeheimen Bleibt der Anteil der in einem Pflegeheim lebenden Älteren gleich, so würde sich diese Zahl bis 2050 verdoppeln Über die Finanzierbarkeit der dafür notwendigen Investitionen und laufenden Kosten wird immer intensiver diskutiert Im Trend liegen: Hausgemeinschaften und kleinere, auf Wohnquartiere bzw. Ortsgrössen hin dimensionierte Häuser Neue Formen des Wohnens im Alter sind im Vormarsch

Ambulant betreute Wohngruppen Bayernweit über 30 Projekte Vergleichsweise hohe Dynamik Initiatoren und Akteure sind häufig ambulante Dienste und Vereine Häufig Orientierung auf Demenzkranke

Organisationsstruktur Mit dem neuen bayerischen Wohn- und Pflegegesetz wird es rechtliche Änderungen geben, der Entwurf sieht u.a. vor: Vermietung und Pflege aus einer Hand Mitwirkung von Angehörigen Maximal 12 Bewohner/innen Maximal 2 Gruppen in räumlicher Nähe Ergebnisqualität wird von der Heimaufsicht geprüft

Vorteile - Nachteile Ältere leben in kleinen Gruppen in überschaubaren Wohnungen Bezug zum Stadtviertel / zur Gemeinde bleibt erhalten Gewohntes Leben geht durch haushaltsnahe Aktivitäten weiter Vereinsamung wird vermieden; Betreuung durch Präsenzkräfte Akzeptanz durch Nachbarn möglicherweise kritisch Homogenität vs. Heterogenität der Bewohner/innen

Selbst organisierte Wohnprojekte Selbstorganisiert: Vor dem Einzug findet sich eine Interessengemeinschaft Wohnprojekt wird durch diese Gemeinschaft entwickelt Bayernweit geschätzt 70 Projekte, in der Regel nicht nur für Ältere

Merkmale Häufig Generationen übergreifend Menschen möchten einen Teil ihres Lebens gemeinsam gestalten Gegenseitige Hilfe Sicherheit Lebensqualität erhalten Selbstorganisation und Verwaltung Eher städtisch orientiert

Erfahrungen Wenig Unterstützung im Vorfeld bei der Konzeption und Praxisbegleitung Geeignete Grundstücke und Häuser sind rar Wohnungsunternehmen zeigen nur vereinzelt Interesse

Betreutes Wohnen Boom in der zweiten Hälfte der 90er Jahre Knapp 2 Personen pro 100 über 65jährige leben in Betreuten Wohnungen Unterschiedliche Typen: Eigenständige Einrichtung (rund zwei Drittel) Angegliedert an Pflegeheim (rund ein Drittel)

Vorteile - Nachteile Qualitätssiegel vorhanden, haben sich nicht durchgesetzt Grenzen des Wohnens (Demenz und Nachtversorgung) Neben der barrierefreien Wohnung ist vor allem die Nachbarschaft, das Wohnen in einer Gemeinschaft positiv Problem: Wenig Angebote für Geringverdiener

Betreutes Wohnen zu Hause Angebot ist seit rund drei Jahren auf dem Markt Bislang geschätzt 30 Projekte in Bayern Eine Zentrale koordiniert und vermittelt alle notwendigen Hilfen

Betreutes Wohnen zu Hause Preisgünstiges Wohnen in der herkömmlichen Wohnung /Haus Ein Ansprechpartner und Koordinator für alle Probleme Verbindlichkeit der Bereitstellung von Hilfen (Von Haushaltshilfe, Einkaufsdiensten bis zur ambulanten Pflege) Verlässliche Organisation und Koordination aller Hilfen Sicherheit durch Hausnotruf Soziale Kontakte durch regelmäßige Hausbesuche und Veranstaltungen

Varianten Grundsätzlich zwei Typen: Leistungen werden von der Zentrale (Träger) selbst erbracht Leistungen werden ganz oder teilweise über andere Anbieter organisiert

Organisatorische Anbindung Betreute Wohnanlagen Pflegeeinrichtungen Anlauf- und Beratungsstellen Ambulante Dienste Nachbarschaftshilfen Vereine Kommune

Inhaltliche Variationen Mit und ohne Hausnotruf Häufigkeit der Kontaktaufnahme Ergänzende Leistungen, wie kurzfristige Pflege bei Krankheit Vergünstigungen bei Einkäufen am Ort

Trends und Perspektiven beim Wohnen zu Hause AGSG Art. 69, Absatz 2: Stärkung des ambulanten Bereiches Pflegeweiterentwicklungsgesetz: Verbesserung der Finanzierung ambulanter Versorgung und bei Demenzerkrankung Tendenz zu kleinräumigen Versorgungsstrukturen (Quartierskonzepte) Gemeinschaftliche Wohnformen im Vormarsch Aber: Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten sind nach wie vor begrenzt

Koordinationsstelle Wohnen zu Hause Die Koordinationsstelle arbeitet daran, Bauliches und konzeptionelles zu verknüpfen tragfähige Ansätze in Bayern zu verbreiten Neue Projektideen aufzugreifen, zu bewerten und weiter zu entwickeln Kommunen fit für die ältere Generation zu machen

Aktivitäten Befragung der 2048 Gemeinden in Bayern zur Altenhilfe Überblick über Wohnformen: Broschüre Wohnen zu Hause Fachtagungen, Ideenbörsen, Workshops, Seminare Informationsverbreitung durch Homepage / Newsletter Teilnahme an Messen (Consozial, GRP Bad Tölz) Begleitung von Ausschreibungen und Wettbewerben Verbreitung von Best Practice Beispielen Beratung von Kommunen

Füssen Heimat im Alter