Triple-Win Migration

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Transkript:

IEGUS Institut für Europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft GmbH Reinhardtstraße 31 10117 Berlin - www.iegus.eu Triple-Win Migration Entwicklungs- und Ausbildungspartnerschaft zwischen Deutschland und Indien in der Pflege Meiko Merda Projektleiter

Ausgangsüberlegungen Technische Assistenzsysteme helfen alten Menschen, ein längeres, selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen und erleichtern Arbeitsabläufe in der Pflege. Pflege hat aber auch sehr viel mit Emotionen/Empathie zu tun. Technik kann die menschliche Arbeitskraft in der Pflege nicht vollständig ersetzen. Wir brauchen in Zukunft auch mehr Menschen, die in der Pflege arbeiten. Folie Nr. 2

Vorstellung IEGUS IEGUS Institut für Europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft GmbH Gegründet 2007 auf Initiative der contec GmbH Sitz in Berlin Leitung: Dr. Grit Braeseke Praxisorientierte Forschung, z. B. seit 01.08.2010 Ökonomische Potenziale und neuartige Geschäftsmodelle im Bereich Altersgerechte Assistenzsysteme gefördert durch das BMBF Weitere Infos unter www.iegus.eu Folie Nr. 3

Ausländische Fachkräfte Maßnahmen im Inland (wie AAL) Folie Nr. 4

Brain Drain in Herkunftsstaaten Die Abwanderung hoch qualifizierten Personals (Brain Drain) gefährdet insbesondere in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern die Sicherstellung gesundheitlicher Versorgung Folie Nr. 5 Auswanderungsraten von Pflegekräften weltweit (Quelle: OECD, 2008)

Warum Indien? Demografische Dividende Die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter übersteigt mit 650 Mio. die Bevölkerung der EU um 150 Mio. (mit zun. Tendenz) Bevölkerungsentwicklung nach Altersklassen (Quelle: Eigene Darstellung auf der Grundalge der Daten des US Census Bureau, o. J.) 0-19 20-64 65+ Gesamt 1800 1600 1400 Bevölkerung in Mio. 1200 1000 800 600 400 200 0 2010 2015 2020 2025 2030 2035 2040 2045 2050 Folie Nr. 6

Warum Indien? Gesellschaftliche Alterung Die Zahl der Hochbetagten wird sich in den nächsten 40 Jahren von heute 8 Mio. auf 53 Mio. annähernd versiebenfachen 60 Zahl der über 80jährigen Inder zwischen 1995 und 2050 (Quelle: Eigene Darstellung auf der Grundlage der Daten des US Census Bureau, o. J.) 50 Zahl der über 80jährigen in Mio 40 30 53 20 42 33 26 10 20 16 13 4 5 6 8 10 0 1995 2000 2005 2010 2015 2020 2025 2030 2035 2040 2045 2050 Folie Nr. 7

Warum Indien? Handlungsbedarf es mangelt an geriatrischem Know-how! (c) Orpheus XL Fotolia.com Folie Nr. 8

Grundidee Indien und Deutschland haben komparative Vorteile, die genutzt werden könnten Wissen Deutschland Indien Personal Folie Nr. 9

Modul A: Universitätspartnerschaften Austauschprogramme zwischen indischen und deutschen Universitäten/Fachhochschulen werden etabliert. Indische Studenten belegen Kurse in Deutschland, deutsche Studenten in Indien. Den indischen Studenten werden Altenpflege-, Geriatrie- und/oder Managementkompetenzen vermittelt Folie Nr. 10

Modul B: Kooperationen zwischen Einrichtungen Austauschprogramme zwischen indischen und deutschen Einrichtungen werden etabliert, um hoch qualifizierten indischen Fachkräften des Gesundheitswesens geriatrisches Wissen und Führungskräftekompetenzen zu vermitteln. Indische Fachkräfte des Gesundheitswesens werden über einen vereinbarten Zeitraum in deutschen Einrichtungen weitergebildet. Sie erhalten Fortbildungen im Bereich Geriatrie und Altenpflege. Zudem erhalten sie Managementfortbildungen. Sie werden angehalten, Verantwortung zu tragen. Nach einigen Monaten kehren die weitergebildeten Fachkräfte des Gesundheitswesens wieder nach Indien zurück und üben dort Managementpositionen aus, um das in Deutschland erworbene Wissen zu multiplizieren. Folie Nr. 11

Modul C: Projekte Zirkulärer Migration Indische Pflegekräfte [Abiturienten] werden in Indien sprachlich, fachlich und kulturell vorbereitet. In Deutschland arbeiten sie in kooperierenden Pflegeheimen, geriatrischen Krankenhäusern und ambulanten Diensten. Nach einem vereinbarten Zeitraum werden starke Anreize gesetzt (z. B. gute berufliche Perspektive in Indien, Wrückkehroption, finanzielle Anreize), damit einige indische Pflegekräfte wieder nach Indien zurückkehren. In Indien werden die rückgekehrten Pflegekräfte durch ein Reintegrationsmanagement begleitet. Sie werden dabei unterstützt, eine Anstellung zu finden, in der sie ihr geriatrisches Wissen verbreiten können. Folie Nr. 12

Folie Nr. 13 Wie sieht die Situation in Indien aus?

Interesse, nach Deutschland auszuwandern 35 Antworten "I want to migrate to Germany" 30 25 20 15 10 5 0 strongly agree agree somewhat agree disagree strongly disagree no answer Folie Nr. 14

Interesse, am Programm teilzunehmen 35 Antworten "I would participate in the Triple-Win project presented" 30 25 20 15 10 5 0 strongly agree agree somewhat agree disagree strongly disagree no answer Folie Nr. 15

Stand der Dinge Seit 2008 wird inhaltlich an dem Projekt gearbeitet Eine Dissertation an der Universität Bielefeld wird gefördert, um das Thema wissenschaftlich aufzubereiten Indienaufenthalt von August bis Oktober 2010 Kontakte in Indien und Deutschland zu Akteuren der Branche, Politik und Wissenschaft wurden geknüpft Folie Nr. 16

Ausblick Die temporäre Zuwanderung außereuropäischer Pflegekräfte ist derzeit in großem Maße aus politischen Gründen keine Option Es gilt aber Vorbereitungen zu treffen für die Zeit, wenn die geburtenstarken Jahrgänge pflegebedürftig werden: Erprobte Lösungen müssen dann verfügbar sein, belastbare Kontakte bestehen Erste Pilotprojekte sollen inititiiert werden, es mangelt zum Teil allerdings an finanziellen Ressourcen Akteure in Indien und Deutschland werden zusammengebracht Folie Nr. 17

IEGUS Institut für Europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft GmbH Reinhardtstraße 31 10117 Berlin - www.iegus.eu Vielen Dank! Meiko Merda Wissenschaftlicher Mitarbeiter IEGUS - Institut für Europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft GmbH Reinhardtstr. 31 D-10117 Berlin Fon: +49 30/9831222-4 Fax: +49 30/9831222-5