Pilotprojekt Case Management Sucht

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Transkript:

Pilotprojekt Case Management Sucht Evaluation und Auswirkungen auf die Politik Bern, 18.9.13, Regula Müller, & Sarah Werner, Ecoplan 1 Inhalt 1. Ausgangslage 2. Auftrag 3. Methodik 4. Ergebnisse 5. Auswirkungen der Evaluation und weiteres Vorgehen 2 1

1 Erster Themenblock Ausgangslage Politischer Auftrag Ebene Kanton: Motion Mühlheim Case Management in der Suchthilfe Ebene Stadt: Postulat Sariaslan Case Management im Suchtbereich», Suchtstrategie Gemeinderat Grundlagen mit beteiligten Institutionen ausgearbeitetes Handlungskonzept (fachliche Unterstützung durch BFH Bern) Leistungsvertrag zwischen Kanton (GEF) und Stadt (BSS) zur Durchführung des Pilotprojekts (Dauer 2 Jahre, Start 1.11.2011) 3 1 Erster Themenblock Auftrag Ziele der Evaluation Überprüfung der Umsetzung des Handlungskonzepts Überprüfung der Zielerreichung (16 Teilziele) Empfehlung bezüglich kostenneutraler Weiterführung bzw. Abbruch Ausweitung auf das ganze Kantonsgebiet Umfang 2 Evaluationsphasen (Anfangs- und Schlussphase) Insgesamt ca. 40 Arbeitstage 4 2

Methodik Elemente Vollzugsevaluation: Beschreibung der Ausgangslage, Prozesse und Abläufe Wirkungsevaluation: Beschreibung und Quantifizierung der Wirkung Erhebung Auswertung Datenbank Case Management Fokusgruppen beteiligte Institutionen Einzelinterviews Klienten Interviews Case Manager und Projektleitung Dossieranalysen Klienten 5 Datenbank CMS: Übergeordnetes Potenzielle KlientInnen: ca. 300 Vorgabe Konzept Pilotprojekt: 100-120 KlientInnen Teilnehmende: 72 (davon 2/3 Männer) Zwischen 22 und 57 Jahre alt Anzahl beteiligte Institutionen & Stellen: 58 Dauer Pilotphase: 19 Monate (statt 24) Die Datenbank CMS zeigt positive Veränderungen auf. Nicht belegbar ist, welche Veränderungen auch ohne das Pilotprojekt CMS erfolgt wären. 6 3

Datenbank CMS: Anzahl konsumierter Substanzen Die Anzahl konsumierter Substanzen nahm bei 25% der CM-Klienten ab 7 Datenbank CMS: Wohnsituation Starke Zunahme im betreuten und begleiteten Wohnen sowie in der stationären Therapie; Obdachlosigkeit leicht rückläufig 8 4

Feedback Beteiligte Case Manager In Einzelfällen positive Wirkung auf die Klienten spürbar Zusammenarbeit mit den Institutionen: gut bis schlecht Klare Direktive von oben fehlt Institutionen Sehr gemischte Erfahrungen: Entlastungen bis hin zu Doppelspurigkeiten In Einzelfällen: Motivierende Wirkung auf die Klienten Aber: längerfristiges Wirkungspotenzial des CM wird als gering eingeschätzt Klienten Überwiegend positives Feedback zur Arbeit der Case Manager Hilfreich: Strukturierung und koordinierte Festlegung von Zielen Case Manager als persönliche Unterstützung Rückhalt und Perspektive 9 Fazit: zentrale Erkenntnis Die zentrale Erkenntnis der Evaluation ist, dass eine kooperative Fallsteuerung sinnvoll ist, dass das Case Management Sucht in Einzelfällen auch positive Wirkungen auf die Klienten erzeugt hat, aber dass die momentane Organisationsform nicht nachhaltig funktionieren kann. Dies betrifft sowohl die Fallsteuerung als auch die Systemsteuerung. 10 5

Fazit: Weitere Erkenntnisse Organisationale Aufstellung des Pilotprojekts als eine der Hauptschwierigkeiten Offensichtlich standen nicht alle Institutionen hinter dem Konzept Früher Ausstieg der Case Manager: Auswirkungen auf Pilot und Evaluation Im Pilot: Faktischer «Belegungsdruck» der Fachstelle CMS Case Manager: besonders schwerer Stand als Ortsfremde Wirkung: In einigen Fällen positiv. Inwiefern Mitnahmeeffekte? 11 Empfehlungen in Kürze Keine Weiterführung in dieser Organisations- und Umsetzungsstruktur Aber: koordinierte Fallführung weiterführen 2 Möglichkeiten: Fachstelle Case Management mit stärkeren Kompetenzen, anderer Anbindung Interinstitutionelle Fallkoordination ohne externe Fachstelle Fallbezogene Koordination auf ganzes Kantonsgebiet ausweiten Genaue Rolle der Case Manager klären: Koordination vs. Beratung 12 6

Auswirkungen der Evaluation und weiteres Vorgehen Verzicht auf zentrale kantonale Fachstelle Case Management Sucht Einführung von dezentralem Case Management Suchthilfe bis Mitte 2014 i.s.v. interinstitutioneller Fallkoordination: Gesundheits- und Fürsorgedirektion regelt Ausgestaltung der interinstitutionellen Fallkoordination unter Einbezug der Akteurinnen und Akteure Verbindlichkeit wird durch Vorgaben in den Leistungsverträgen sichergestellt Stadt übernimmt Vorgaben in ihre Leistungsverträge 13 7