ALTERSVORSORGE Arbeitsauftrag



Ähnliche Dokumente
ALTERSVORSORGE Aufgabenset B

ALTERSVORSORGE Die AHV

a) Vervollständigen Sie das folgende Schema zu den in der Lohnabrechnung berücksichtigten Sozialversicherungen:

ALTERSVORSORGE Aufgabenset A

Schutz gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter und Tod in Form von Alters-, Witwen- und Waisenrenten. oder geistigen Gesundheitsschaden.

Senkung des technischen Zinssatzes und des Umwandlungssatzes

Abrechnungsverfahren 2014

a) Vervollständigen Sie das folgende Schema zu den in der Lohnabrechnung berücksichtigten Sozialversicherungen:

Allgemeines Änderungen auf 1. Januar 2016

Sozialversicherungsrecht

Beiträge der Studierenden an die AHV, die IV und die EO

2.08 Stand am 1. Januar 2014

Erklärung zur Abrechnung

Beiträge an die Arbeitslosenversicherung

2.08 Stand am 1. Januar 2011

Sonderbeitrag ab

Alters- und Hinterlassenenleistungen in der 1. und 2. Säule

ALS Leistungsziele 5. Schriftliche Leistungsziele

Senkung technischer Zinssatz und

Kontrollfragen: Löhne und Sozialversicherung

2.04. Verzicht auf die Bezahlung der Beiträge an die AHV, die IV, die EO und die ALV bei geringem Nebenerwerb


Trainingsprüfung Fach Sozialversicherung und Löhne Lösungen. Prüfungszeit 40 Minuten Punktzahl 40

Fragen und Antworten: zusätzlicher Beitragssatz

AHV/IV/EO Beiträge der Versicherten und der Arbeitgeber Die Genossenschaft als Arbeitgeberin Orientierung Präsidienhock vom 22.

Anschlusstaggelder für arbeitslose Personen

Kontrollfragen: Löhne und Sozialversicherung

Lohnvergleich Primar Dienstjahre

Gesetz über die kantonale Pensionskasse (Pensionskassengesetz)

Die Invaliden-Versicherung ändert sich

ist die Vergütung für die leihweise Überlassung von Kapital ist die leihweise überlassenen Geldsumme

Arbeitsblatt Betriebliche Altersversorgung

Das III-Säulen System. Herzlich willkommen

SOLOTHURNER FUSSBALLVERBAND. FINANZTAGUNG vom 21. November 2013

Rechtswissenschaftliches Institut 6. Lektion: Finanzierung / Beitragsrecht

Letzte Krankenkassen streichen Zusatzbeiträge

Gesetz über die Förderung des Tourismus (Tourismusgesetz)

Hilfestellungen zur Mittelanforderung

Dekret über die berufliche Vorsorge für Mitglieder des Regierungsrates und über die Lohnleistungen beim Ausscheiden aus dem Amt

ANLAGEFONDS Arbeitsauftrag

Trainingsprüfung / Aufgaben. für Personalfachleute. Sozialversicherungen. Trainingsprüfung Sozialversicherungen Aufgaben

SVS Schweizerischer Verband der Sozialversicherungs-Fachleute Berufsprüfung Probeprüfung

Vereinfachtes Abrechnungsverfahren

Sozialversicherungen: 2015

Ab 2012 wird das Rentenalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre steigen. Die Deutsche Rentenversicherung erklärt, was Ruheständler erwartet.

Bundesversicherungsamt

Wachstum 2. Michael Dröttboom 1 LernWerkstatt-Selm.de

LEASING Arbeitsauftrag

Prozentrechnung. Wir können nun eine Formel für die Berechnung des Prozentwertes aufstellen:

Wichtiges Thema: Ihre private Rente und der viel zu wenig beachtete - Rentenfaktor

ikk-classic.de Gesetzliches Krankengeld für Selbstständige Kein Zusatzbeitrag 2010 Da fühl ich mich gut.

Informationen zur Lohnbescheinigung 2015

Weiterhin vergleichsweise tiefe Steuerbelastung in der Schweiz

Familienbesteuerung: Konkubinat

Kontrollfragen: Löhne und Sozialversicherung

Lohntabelle ab 1. Januar 2014 ausgeglichener Indexstand Punkte (Basis Dez = 100)

Wir bitten um Entschuldigung für die Umtriebe und wünschen viel Spass und Erfolg beim Lernen und Lehren. Franz Carlen Franz Gianini Anton Riniker

Anhang zum Versicherungsreglement Gültig ab 2011

Stand am 1. Januar 2011

Beiträge an die AHV, die IV, die EO und die ALV auf geringfügigen Löhnen

Gründe für fehlende Vorsorgemaßnahmen gegen Krankheit

Weisung. Lohnbestandteile die nur gelegentlich anfallen. Pensionskasse Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Luzern. (nachfolgend PKLK genannt)

Säule 3a Gültig ab 1. Januar 2015

0.3 VORSCHRIFTEN ZUM BVG-LEISTUNGS-PLAN DER PENSIONSKASSE DER STADT BIEL (PKBiel)

Anschlusstaggelder für arbeitslose Personen

Stand und Entwicklung der Beitragseinnahmen und Versicherungsleistungen in den Privaten Krankenversicherungen (PKV)

Berechnung der Erhöhung der Durchschnittsprämien

7 M. ärz März 2010 NEIN zum Rentenklau!

Das Bonus-Malus-System Berufs- und Nichtberufsunfallversicherung. Umschlag-Titel Unterzeile Grundlagen und Anwendung

a) Kapital: Zinssatz: 1,75 % Zeit: 7 Monate b) Kapital: Zinssatz: 2 % Zeit: 9 Monate c) Kapital: Zinssatz: 4,5 % Zeit: 3 Monate

Montessori Verein Kösching e.v.

seit 1974 eine gute Sache

Vorgestellt von Hans-Dieter Stubben

geben. Die Wahrscheinlichkeit von 100% ist hier demnach nur der Gehen wir einmal davon aus, dass die von uns angenommenen

Schriftliche Kleine Anfrage

Herzlich willkommen > Personen und Beiträge > Geld > Termine > Ereignisse > Service > Dokumente > FAQ > SVA Zürich

Fragen des Alters und des Alterns

6.09 Stand am 1. Januar Anspruch auf Familienzulagen haben. 2 Als hauptberuflich tätig gelten Landwirtinnen und Landwirte,

2. Sozialrecht/Beitragsrecht

Sozialversicherungen 2009

VORSORGEREGLEMENT. Vorsorgeplan SE (Selbständigerwerbende) Stiftung Auffangeinrichtung BVG. Vorsorge BVG. Gültig ab

PLAN C. Agrisano Pencas. Tarife und Arbeitnehmerbeiträge Anwendung. Ereignisse die der Pensionskasse gemeldet werden müssen

Zukunft des Schweizer Chalets von Morro do Chapéu

Vorsorgeanalyse. Braingroup Vorsorge AG Zypressenstrasse Zürich

für die PraderLosinger AG (GAV Kanton Wallis Vorsorgeplan 4)

Anpassungen Lohnbuchhaltung für 2016

Ein Trucker macht sich selbstständig

Im Beispiel werden mit F3 die Berechnungsfelder aufgerufen und das Feld#O040 (Basis AHV) übernommen.

DIA Ausgewählte Trends November Klaus Morgenstern, Deutsches Institut für Altersvorsorge, Berlin Bettina Schneiderhan, YouGov Deutschland, Köln

Inkonvenienzzulagen während Ferien und Krankheit

Glaube an die Existenz von Regeln für Vergleiche und Kenntnis der Regeln

Militärdienstkasse Schweizerischer Baumeisterverband. Statuten und Reglement

Information über die Änderungen bei der Pensionskasse des Kantons Glarus ab 1. Januar Alfred Schindler Leiter Geschäftsstelle PKGL

HIER GEHT ES UM IHR GUTES GELD ZINSRECHNUNG IM UNTERNEHMEN

Finanzierungsrechnung der Schweiz 2004

MITTEILUNG 2013 LOHNBESCHEINIGUNG (LB) 1. Die Firmen, die keine eigenen EDV- Lohnbescheinigungen erstellen, ergänzen die von uns

Transkript:

Aufgabe 1 Verständnisfragen zum Einstiegstext a. Mit welchem Alter beginnt die Beitragspflicht von erwerbstätigen Personen? b. Ab welchem Alter beginnt die Beitragspflicht von nichterwerbstätigen Personen? c. Wer ist neben den Arbeitnehmenden ebenfalls verpflichtet, AHV-Beiträge zu entrichten? d. Wie hoch ist der Lohnanteil, der an die AHV überwiesen werden muss? e. Ab welchem Alter beziehen Frauen eine AHV-Rente? f. Ab welchem Alter beziehen Männer eine AHV-Rente? g. Was ist mit Minimal- und Maximalrente gemeint? 1 6

Aufgabe 2 AHV-Beiträge in der Lohnabrechnung Aus der unten stehenden Abrechnung können Sie die Abzüge für AHV, EO, IV, ALV und NBU (siehe Legende unten) und die Zuschläge (Ferienzuschlag etc.) entnehmen, die normalerweise bei Personen eingerechnet werden müssen, die im Stundenlohn angestellt sind. Die Tabelle zeigt das Beispiel einer Person, die 120 Stunden zu einem Stundenlohn von 18 Franken gearbeitet hat. Lohnabrechnung Anzahl/Basis Ansatz Abzug Lohn Geleistete Arbeit 120 Stunden 18. 2160. Ferienzuschlag 8 1 3% 180. Total AHV-Basis (Bruttolohn) 2340. AHV 2340. 4,2% 98.30 IV* 2340. 0,7% 16.40 EO** 2340. 0,25% 5.85 ALV*** 2340. 1,1% 25.75 NBU**** 2340. 1,48% 34.65 Summe 7,73% 180.95 Nettolohn 2159.05 Auszahlung 2159.05 * IV: Invalidenversicherung ** EO: Erwerbsersatzordnung *** ALV: Arbeitslosenversicherung **** NBU: Nichtberufsunfallversicherung 2 6

Ein AHV-pflichtiger Jugendlicher (älter als 18) geht in seiner Freizeit einem Nebenjob nach. Der Jugendliche arbeitet während 300 Stunden zu einem Stundenlohn von 24 Franken. Lohnabrechnung eines AHV-pflichtigen Jugendlichen (älter als 18) Anzahl/Basis Ansatz Abzug Lohn Geleistete Arbeit 300 Stunden 24. 7200. Ferienzuschlag 8 1 3% 600. Total AHV-Basis (Bruttolohn) 7800. AHV 7800. 4,2% IV* 7800. 0,7% 54.60 EO** 7800. 0,25% 19.50 ALV*** 7800. 1,1% 85.80 NBU**** 7800. 1,48% 115.45 Summe 7,73% 602.95 Nettolohn Auszahlung Berechnen Sie mithilfe der Abzüge und Zuschläge aus der obigen Abrechnung folgende Beträge: a. AHV-Arbeitnehmerbeitrag b. AHV-Arbeitgeberbeitrag c. Gesamter AHV-Beitrag von Arbeitgeber und Arbeitnehmer d. Ausbezahlter Nettolohn 3 6

Aufgabe 3 Die Finanzierung der AHV Die Finanzierung der AHV beruht auf dem Umlageverfahren. Dies bedeutet im Grundsatz, dass die Einnahmen in einem bestimmten Jahr die Ausgaben im selben Jahr decken müssen. In der unten stehenden Tabelle sind die gesamten Einnahmen und Ausgaben der AHV von 2007 bis 2011 aufgeführt. Einnahmen und Ausgaben der AHV 2007 2008 2009 2010 2011 Beiträge Versicherte und Arbeitgeber 25 274 26 459 27 305 27 461 28 306 Beiträge öffentliche Hand* 9 230 9 455 9 559 9 776 10 064 Kapitalertrag (und anderes)** 297 4 323 2 840 1 258 671 Einnahmen total 34 801 31 592 39 704 38 495 39 041 Sozialleistungen 33 152 33 747 35 638 36 442 37 847 Verwaltungs- und Durchführungskosten 151 131 148 162 206 Ausgaben total 33 303 33 878 35 787 36 604 38 053 Rechnungssaldo 1 499 2 286 3 917 1 891 988 Kapital AHV-Fonds*** 40 637 38 351 42 268 44 158 45 146 Beträge in Millionen Franken * Öffentliche Hand: Bund, Kantone, Mehrwertsteuer, Spielkasinos ** Kapitalertrag: aus Zinsen *** 2007 Überweisung von 7'038 Mio. Franken Bundesanteil aus dem Verkauf des SNB-Goldes. Lesehilfe zur Tabelle Die gesamten Einnahmen der AHV betrugen im Jahr 2009 ca. 39,7 Mia. Franken. Der grösste Teil kam von Versicherungsbeiträgen, nämlich ca. 27,3 Mia. Franken. Die öffentliche Hand steuerte 9,6 Mia. Franken bei (davon vom Bund 7,0 Mia. Franken; von der Mehrwertsteuer und den Spielkasinos ca. 2,6 Mia. Franken). Eine weitere Einnahmequelle stellten die Kapitalerträge dar: ca. 2,8 Mia. Franken konnten als Ertrag verbucht werden. Die gesamten Ausgaben der AHV betrugen im Jahr 2009 ca. 35,8 Mia. Franken. Der grösste Teil der Aus gaben wurde als Sozialleistungen ausbezahlt, nämlich ca. 35,6 Mia. Franken. Die Verwaltungs- und Durchführungskosten stellen demgegenüber einen eher kleinen Posten dar (148 Mio. Franken). Im Jahr 2009 erwirtschaftete die AHV einen Überschuss von 3,9 Mia. Franken. Dieser Betrag wurde dem AHV-Fonds zugewiesen, dessen Kapital sich Ende 2009 auf 42,3 Mia. Franken belief. 4 6

Finanziert wird die AHV hauptsächlich durch Versicherungsbeiträge. Aus der Tabelle wird jedoch ersichtlich, dass es noch weitere Finanzierungsquellen gibt. Lösen Sie folgende Aufgaben: a. Versuchen Sie für das Jahr 2007 die anteilmässige Finanzierung durch die massgebenden Beteiligten festzustellen. Geben Sie in Prozenten an, welcher Anteil von den Versicherten (inkl. Arbeitgeberbeiträgen), der öffentlichen Hand und durch Kapitalerträge beigesteuert wird. Versicherte und Arbeitgeber Öffentliche Hand Kapitalerträge b. Die Ausgaben der AHV richten sich nach der Anzahl und der Struktur der Beitragsbezüger. Es wird also proble - matisch, wenn die Ausgaben grösser sind als die Einnahmen. Ergänzen Sie die folgende Aufstellung, basierend auf oben stehender Tabelle. grösser als kleiner als = gleich 2007 Einnahmen Ausgaben 2008 Einnahmen Ausgaben 2009 Einnahmen Ausgaben 2010 Einnahmen Ausgaben 2011 Einnahmen Ausgaben KNACKNUSS c. Die Kapitalerträge im Jahr 2008 waren anders als in den Vorjahren stark negativ. Insgesamt ging das Kapital des AHV-Fonds aufgrund dieser Verluste um mehr als 2 Milliarden Schweizer Franken zurück. Suchen Sie nach einer Er klärung, weshalb die Kapitalerträge im Jahr 2008 negativ waren. 5 6

Aufgabe 4 Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen auf die AHV Aus der Tabelle zur Finanzierung der AHV (siehe oben) geht hervor, dass weder die Einnahmen noch die Ausgaben stabil sind. Überlegen Sie sich bei den unten stehenden Ereignissen, welche Auswirkungen sie auf die Einnahmen und/oder Ausgaben der AHV haben könnten. Lösen Sie folgende Aufgaben: a. Die Schweiz gerät in eine schwere Rezession. Ein Teil der Unternehmen müssen Mitarbeitende entlassen; die Gewinne und entsprechend die Steuererträge des Bundes gehen zurück. b. Dank medizinischem Fortschritt und einem allgemein gestiegenen Wohlstandsniveau nimmt die Lebenserwartung der Schweizer Bevölkerung langfristig zu. Während Männer 1950 durchschnittlich 69 Jahre alt wurden, können sie heute mit einer Lebensdauer von 80 Jahren rechnen (Frauen: 1950 72 Jahre, 2009 84 Jahre). c. Die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Gewohnheiten führen zu einer sinkenden Geburtenrate. Während 1950 eine Frau im Durchschnitt 2,3 Kinder zur Welt brachte, betrug dieser Wert 2009 noch 1,5 Kinder pro Frau. d. Ein neuer Staatsvertrag mit der EU führt zu einer Zunahme der Einwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland. 6 6