Echokardiographie-Beispiele Abszess-Höhle Ausgedehnte Endokarditis der nativen Aortenklappe mit großer Abszess-Höhle 20
Endokardits bei klappentragendem Conduit 21
Echokardiographie-Beispiele Tricuspidalklappe 22
Folgen der Endokarditis: Embolisation 23 PET-CT mit Signalanhebung im Bereich der rechten Lunge (septischembolische Pneumonie)
Folgen der Endokarditis: Embolisation 24 Coronarangiographie mit Intervention bei Coronarembolie
Diagnosesicherung & Therapieplanung: Blutkulturen Helfen bei der Diagnose einer IE und bringen Bakterienmaterial für die Resistenztestung. Steril abnehmen, unabhängig von Fieber. Meistens sollten mehrere BKs positiv sein (bei IE 90% pos. Befunde) In bis zu 30% der Fälle bleiben die Blutkulturen negativ, insbesondere bei antibiotischer Vor-Therapie 25
Ist es eine Infektiöse Endokarditis? 26
Modifizierte Duke-Kriterien Major: Positive Blutkulturen mit typ. Mikroorganismen (Viridans Streptokokken, Staphylokkus aureus, Streptococcus bovis, HACEK-Gruppe, Enterokokken) in Abwesenheit eines anderen Focus Mind. 2 positive Blutkulturen im Abstand von >12 Stunden mit Mikroorganismen, die Endokarditis vereinbar sind Einzelne positive Blutkultur mit Coxiella burnetii oder Antikörpertiter > 1:800 Positive Echokardiographie (Vegetation, Abszess, neue Klappendehiszenz) Neue Klappeninsuffizienzen Minor: Prädisposition, Fieber >38,vaskulären Phänomene, immunolog. Phänomene, mikrobiolog. Evidenz Endokarditis sicher bei 2 Major-Kriterien oder 1 Major+3 Minor oder 5 Minor Endokardits möglich bei 1 Major und 1 Minor oder 3 Minor 27
Modifizierte Duke-Kriterien Zu Kompliziert? 28
Prädiktoren für eine schlechte Prognose Gesamt-Mortalität 9,6-40%, unbehandelt nahezu 100% Höchstes Risiko bei: Herzinsuffizienz Periannuläre Komplikationen (z.b. Abszesse...) Staph. aureus als Erreger Alle drei? bis zu 80% Mortalität 29
Therapieempfehlungen Je nach Erreger und ob Prothese oder Nativklappe gibt es spezifische Empfehlung für die antibiotische Therapie in den Leitlinien. 30
Empirische Therapie 31
Indikationen für die chirurgische Sanierung 1. Herzinsuffizienz Akute Mitral- oder Aortenklappeninsuffizienz, kardiogener Schock Valvuläre Obstruktion Fistelbildung in eine Herzhöhle oder das Perikard 2. Unkontrollierte Infektion Abszess, Aneurysma, Fisteln, Vegetationswachstum, persist. pos. Blutkulturen Pilze, multiresistente Erreger 3. Embolisation Vegetationsgröße > 10mm nach einer oder mehreren stattgehabten Embolien isolierte große Veg. > 15mm, Veg. >10mm und andere Risikofaktoren (HF, Abszess, Persistierende Infektion) 4. Besondere Erreger Bei Pilzbefall. MRSA, VRE. Staph. aureus wenn keine schnelle Besserung. 32
Antibiotische Endokarditisprophylaxe Ziel: Bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren durch prophylaktische Antibiotikagabe die durch gewisse Prozeduren hervorgerufene Bakteriämie zu vermindern oder Bakterieneigenschaften zu schwächen. 33
Antibiotische Endokarditisprophylaxe Bei den meisten Patienten kann kein Index Event ausgemacht werden, den man mit Prophylaxe verhindern hätte können. Antibiotikatherapie kann potentiell ein Risiko sein (Allergische Reaktionen). Die weitverbreitete und oft inadäquate Nutzung von Antibiotika führt zur Entwicklung von Resistenzen. Fehlender wissenschaftlicher Beweis der Nützlichkeit. Fazit: Prophylaxe nur für die Patienten mit dem höchsten Risiko und bei Prozeduren mit dem höchsten Risiko. 34
Indikation für Antibiotika-Prophylaxe Sogenannte High-risk -Patienten: Künstliche Herzklappen oder prosthetisches Material bei Herzklappenrekonstruktion Durchgemachte Endokarditis Komplexe angeborene Herzfehler mit Zyanose, palliative Shunts oder Conduits kompletter Rekonstruktion mit prostetischem Material 6 Monate nach Prozedur Residuelle Defekte bei Verwendung prosthetischen Materials 35
Indikation für Antibiotika-Prophylaxe High-risk -Situationen:! Zahnärztlichen Prozeduren mit Manipulation an der Gingiva oder periapikal und Verletzung der Mundschleimhaut! Herz-OPs oder katheterinterventionelle Prozeduren mit Schirmchen etc.! Bei Implantation einer Klappenprothese (Bio- oder Kunstklappe) oder anderem Fremdmaterial sollte eine Antibioseprophylaxe überlegt werden. Keine Indikation bei urigenitalen Eingriffen, Endoskopien, Eingriffen der Haut 36
Empfehlungen für Antibiotika-Prophylaxe: Einzel-Gabe 30-60 Minuten vor der Prozedur Erwachsene Kinder Keine Penicillin/Ampicillin-Allergie: 2g Ampicillin 50mg/kg p.o. oder i.v. Bei Penicillin/Ampicillin-Allergie: 600mg Clindamycin 20mg/kg p.o. oder i.v.! Empfehlung zur Elimination von dentalen Foci vor Implantation von Fremdmaterial Bei komplexen, prolongierten Eingriffen (Implantation von Prothesenmaterial am Herz/Gefäß-System) ggf. Staphylokken-wirksame Prophylaxe über 48 Stunden 37
Empfehlungen für Antibiotika-Prophylaxe: 38
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 39
Kontakt EMAH-Zentrum Leitung: Univ.-Prof. Dr. Helmut Baumgartner!! 40