Information im Offenverkauf

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Transkript:

Eidgenössisches des Innern EDI Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV Information im Offenverkauf 25. April 2017

«Viel geändert hat da nicht. Und dennoch gibt es viel zu reden.» 2

«Was gilt denn als offen angebotenes Lebensmittel?» 3

Definition offen in Verkehr gebrachtes Lebensmittel ohne Verpackung nicht als vorverpackt gilt: > auf Wunsch der Konsumenten vor Ort umhüllt oder verpackt > im Hinblick auf die unmittelbare Abgabe vorverpackt 4

Beispiele Beispiele für offen in Verkehr gebrachtes Lebensmittel Portioniert umhüllter Käse in der «Stolpertruhe» angeboten. hinter der Metzgereitheke direkt für den Kunden vakuumiertes Gericht wie z.b. fertig gekochter Rehpfeffer wegen Abgrenzung zu konventioneller Ware umhülltes Bio-Gemüse in der Gemüseabteilung im Supermarkt Menu in Bäckerei, das aus praktischen Gründen in einer verschweissten Packung abgegeben wird. 5

Beispiele Beispiele für offen in Verkehr gebrachtes Lebensmittel Salatschale in Offenverkauf-Bereich mit Klebeband zugeklebt bzw. versiegelt offen in Verkehr gebracht, da die Salatschale im Hinblick auf die unmittelbare Abgabe an den Konsumenten verpackt wurde Salatschale in Offenverkauf-Bereich (Kühltheke) mit haltbarkeitsverlängernden Methoden (MAP) verpackt vorverpacktes Lebensmittel 6

«Es spielt keine Rolle WER Lebensmittel offen anbietet. Zählen tut WIE sie angeboten werden.» 7

Anbieter Mögliche «Offen-Anbieter» Restaurant, Take-away, Marktstand Bäckerei Metzgerei Käserei Detailhandel Dieselben Anbieter können aber auch gleichzeitig vorverpackte Lebensmittel anbieten. 8

«Was muss ich nun im Offenverkauf deklarieren?» 9

«Über offen in Verkehr gebrachte Lebensmittel muss in gleicher Weise informiert werden wie über vorverpackte...» Art. 39 Abs. 1 LGV 10

«Der Grundsatz ist die Schriftlichkeit.» 11

«Auf die Schriftlichkeit kann verzichtet werden, wenn die Information auf andere Weise gewährleistet ist.» Art. 39 Abs. 1 LGV 12

Informationspflichten In jedem Fall schriftlich (Art. 39 Abs. 2 LGV) Herkunftsangabe von Fleisch Herkunftsangabe von Fisch (ganz, filetiert, in Stücken) Neu Anwendung gentechnischer (GVO) oder besonderer technologischer Verfahren (z.b. Behandlung mit ionisierenden Strahlung) Angaben nach der LDV Art. 2-5 von in der Schweiz verbotener Produktion > Anwendung hormoneller oder nicht hormoneller Leistungsförderer > von Fleisch von Hauskaninchen > von Eiern (nicht Einhalten Anforderungen Tierhaltung) 13

Herkunftsangabe Herkunftsangabe von Fleisch Nur bei Fleisch gemäss Art. 2 Bst. a und d 14

Herkunftsangabe: Beispiele Herkunftsangabe Beispiel: offen in Verkehr gebrachtem Fisch Was muss bei zubereiteten Fisch-Menus im Restaurant deklariert werden? Bei Verwendung von ganzem Fisch, Filets oder Stücken von Fisch muss die Herkunft schriftlich angegeben werden. Bei auf See gefangenen Fischereierzeugnissen ist anstelle des Produktionslandes das Fanggebiet nach Anhang 4 anzugeben. Die restlichen bei vorverpackten Lebensmitteln obligatorischen Angaben (z.b. Fanggerät) können mündlich erfolgen. 15

Herkunftsangabe: Beispiele Herkunftsdeklaration von Zutaten? Spielen Fleisch- oder Fischanteile in einem Menü im Restaurant eine Rolle? Für Fleisch und Fisch ganz, filetiert oder in Stücken im Offenverkauf muss die Herkunft deklariert werden (Art. 5 LIV). Hingegen greift Artikel 16 LIV nicht. > D.h. Anteil und Aufmachen spielen hier gar keine Rolle Für z.b. Salami, Terrinen oder andere, pflanzlich zusammengesetzte Lebensmittel hingegen findet Art. 16 LIV Anwendung (Täuschungsschutz und Anteil). Es gilt die mündliche Auskunftspflicht. 16

Herkunftsdeklaration Offenverkauf Herkunft von Fleisch (Art. 2 Bst. a und d VLtH) und Fisch in Stücken (Art. 5 LIV) immer schriftlich Vorverpackt Herkunft von Fleisch (Art. 2 Bst. a und d VLtH) und Fisch in Stücken (Art. 17 LIV) immer schriftlich Bei Fleisch anderer Tierarten mindestens mündlich Die Angabe der Herkunft einer Zutat (egal welcher Natur) muss mindestens mündlich gemacht werden, falls Art. 16 LIV greift (Anteil und Täuschung). Die Angabe der Herkunft einer Zutat (egal welcher Natur) muss immer schriftlich erfolgen, falls Art.16 LIV greift (Anteil und Täuschung). 17

«Wie werden wir im Restaurant über allergene Zutaten informiert?» 18

Allergene Allergenkennzeichnung Hier gilt grundsätzlich die Schriftlichkeit. Nur unter bestimmten Umständen kann vom Grundsatz der Schriftlichkeit abgewichen werden. Es wurden Bedingungen für die mündliche Angabe definiert. 19

Allergene Allergenkennzeichnung Bedingungen für den Verzicht auf die schriftliche Information im Offenverkauf: 1. schriftlich gut sichtbarer Hinweis, dass die Informationen auch mündlich eingeholt werden können, und 2. Informationen liegen dem Personal schriftlich vor oder eine fachkundige Person kann sie unmittelbar erteilen. 20

«Für Informationen zu Allergenen in den einzelnen Gerichten wenden Sie sich an unser Personal.» 21

«Wir geben Ihnen gerne detaillierte Informationen über mögliche Allergene in den einzelnen Gerichten.» 22

Allergene Allergenkennzeichnung Beispiel «die Information liegt dem Personal schriftlich vor» 23

Allergene Allergenkennzeichnung Beispiel 24

Allergene Allergenkennzeichnung Beispiel «eine fachkundige Person kann die Information unmittelbar erteilen.» 25

Allergene Allergenkennzeichnung 26

Allergene Allergenkennzeichnung 27

Allergene Allergenkennzeichnung Die Informationspflicht beschränkt sich auf die Verwendung und das Vorhandensein von Lebensmitteln und Zutaten gemäss Liste in Anhang 6 LIV (14 Hauptallergene) und auf den Hinweis «Für Personen mit Zöliakie nicht geeignet» bei Verwendung von technol. Verarbeitungshilfsstoffen gemäss Art. 10 Abs. 10 und Art. 19 Abs. 7 VltH. Unbeabsichtigte Vermischungen sind im Gegensatz zu vorverpackten Lebensmitteln nicht Bestandteil der vorliegenden Informationspflicht. 28

«Fragen?» 29