ABSCHLUSSPRÜFUNG SOMMER 2002

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Transkript:

Gemeinsame Prüfungsaufgaben der Steuerberaterkammern im Lande Nordrhein-Westfalen Name: ABSCHLUSSPRÜFUNG SOMMER 2002 Ausbildungsberuf: Steuerfachangestellte/r Prüfungsort: Termin: Freitag, 3. Mai 2002 STEUERWESEN Bearbeitungszeit: 150 Minuten Punktzahl Note Die Prüfungsklausur besteht aus v i e r A u f g a b e n: 1. Aufgabe: 47,5 Punkte 2. Aufgabe: 12,0 Punkte 3. Aufgabe: 28,5 Punkte 4. Aufgabe: 12,0 Punkte Bitte deutlich schreiben und Füllhalter, Kugelschreiber oder Filzstift benutzen.

1. Aufgabe (47,5 Punkte) Sachverhalt 1 (14,0 Punkte) Der ledige Mandant Karl Meier unterhält bei der Sparkasse Gladbeck ein Wertpapierdepot im Privatvermögen. Er hat der Sparkasse Gladbeck keinen Freistellungsauftrag erteilt. Für das Kalenderjahr 2001 reicht er Ihnen die als Anlage beigefügten Belege 1 bis 4 ein. Aufgabe: Ermitteln Sie in einer übersichtlichen rechnerischen Darstellung die Höhe der im Veranlagungszeitraum 2001 anzusetzenden jeweiligen Einkünfte. Lösung Sachverhalt 1 Fortsetzung Lösung Sachverhalt 1

Fortsetzung Lösung Sachverhalt 1

Ihr Berater Wertpapierabteilung Telefon 271355/357-359 Beleg 1 Sparkasse Gladbeck Friedrich-Ebert-Straße 2 45964 Gladbeck Sparkasse Gladbeck Postfach 5 80 45955 Gladbeck Herrn Karl Meier Koenigsberger Str. 33 Auftragsnummer/Trade No Depotnummer/Custody a/c No. 163038/83 312853 Datum/Date Börsenplatz/Stock Exchange 25.01.01 FRANKFURT SCHLUSSTAG 25.01.01 GIROSAMMELVERWAHRUNG 45964 Gladbeck WERTPAPIER-ABRECHNUNG KAUF Wertpapierbezeichnung/Security Description AGIV AG AKTIEN O.N. Nennwert/Stück/Par value number ST/EUR 800,00 AUSF.- KURS 18,50 PROVISION MAKLERCOURTAGE EIGENE AUSLAGEN FREMDE AUSLAGEN IHR AUFTRAG VOM 24.01.01 Zinstermin/Interest due Werpapier Kennnummer/ German Security Clearance No 502 820 KURSWERT 14.800,00- EUR 148,00- EUR 11,84-EUR 2,56- EUR 2,75- EUR UMRECHNUNGSKURS 1 EURO = 1,95583 DEM BELASTUNG AUF KONTO 000007500000 WERT 26.01.01 EUR 14.965,15- IN DER JEWEILIGEN KONTOWÄHRUNG AM VALUTATAG DEM 29.269,29- DIE WERTPAPIERE SCHREIBEN WIR IHREM DEPOTKONTO GUT.

Ihr Berater Wertpapierabteilung Telefon 271355/357-359 Beleg 2 Sparkasse Gladbeck Friedrich-Ebert-Straße 2 45964 Gladbeck Sparkasse Gladbeck Postfach 5 80 45955 Gladbeck Herrn Karl Meier Koenigsberger Str. 33 Auftragsnummer/Trade No Depotnummer/Custody a/c No. 169382/11 312853 Datum/Date Börsenplatz/Stock Exchange 26.07.01 FRANKFURT SCHLUSSTAG 26.07.01 GIROSAMMELVERWAHRUNG 45964 Gladbeck WERTPAPIER-ABRECHNUNG VERKAUF Wertpapierbezeichnung/Security Description AGIV AG AKTIEN O.N. Nennwert/Stück/Par value number ST/EUR 200,00 AUSF.- KURS 28,50 PROVISION MAKLERCOURTAGE EIGENE AUSLAGEN FREMDE AUSLAGEN IHR AUFTRAG VOM 25.07.01 Zinstermin/Interest due Werpapier Kennnummer/ German Security Clearance No 502 820 KURSWERT 5.700,00 EUR 57,00- EUR 4,56- EUR 2,56- EUR 2,75- EUR UMRECHNUNGSKURS 1 EURO = 1,95583 DEM GUTSCHRIFT AUF KONTO 000007500000 WERT 27.07.01 EUR 5.633,13 IN DER JEWEILIGEN KONTOWÄHRUNG AM VALUTATAG DEM 11.017,44 DIE WERTPAPIERE ENTNEHMEN WIR IHREM DEPOTKONTO.

Ihr Berater Wertpapierabteilung Telefon 271355/357-359 Beleg 3 Sparkasse Gladbeck Friedrich-Ebert-Straße 2 45964 Gladbeck Sparkasse Gladbeck Postfach 5 80 45955 Gladbeck Herrn Karl Meier Koenigsberger Str. 33 Auftragsnummer/Trade No Depotnummer/Custody a/c No. 170087/38 312853 Datum/Date Börsenplatz/Stock Exchange 04.10.01 FRANKFURT SCHLUSSTAG 04.10.01 GIROSAMMELVERWAHRUNG 45964 Gladbeck WERTPAPIER-ABRECHNUNG VERKAUF Wertpapierbezeichnung/Security Description AGIV AG AKTIEN O.N. Nennwert/Stück/Par value number ST/EUR 100,00 AUSF.- KURS 17,50 PROVISION MAKLERCOURTAGE EIGENE AUSLAGEN FREMDE AUSLAGEN IHR AUFTRAG VOM 03.10.01 Zinstermin/Interest due Werpapier Kennnummer/ German Security Clearance No 502 820 KURSWERT 1.750,00 EUR 17,50- EUR 1,40- EUR 2,56- EUR 2,75- EUR UMRECHNUNGSKURS 1 EURO = 1,95583 DEM GUTSCHRIFT AUF KONTO 000007500000 WERT 05.10.01 EUR 1.725,79 IN DER JEWEILIGEN KONTOWÄHRUNG AM VALUTATAG DEM 3.375,35 DIE WERTPAPIERE ENTNEHMEN WIR IHREM DEPOTKONTO.

Beleg 4 Sparkasse Gladbeck Friedrich-Ebert-Straße 2 45964 Gladbeck Dividendenabrechnung und Steuerbescheinigung einkommensteuerpflichtig. Sparkasse Gladbeck Postfach 5 80 45955 Gladbeck Kapitalerträge sind Bitte sorgfältig aufbewahren Herrn Karl Meier Koenigsberger Str. 33 Datum: 27.06.2001 Abrechnungs-Nr.: 0109827000001157 Depot Nr.: 312853 Kundenberater: Wertpapierabteilung Tel.: 271355/357 45964 Gladbeck Dividendengutschrift per 28.06.2001 für AGIV AG O.N. ISIN/WKN: 502820 Dividendenabrechnung/St.: DEM 13,3500 x 500,0000 St. = DEM 6.675,00 Kupon-Nr. 034 Konversionsfaktor (EUR-DEM): 1,95583 Dividendenabrechnung EUR 3.412,87./. Kapitalertragsteuer (25,00 % auf EUR 3.412,87) EUR 853,22./. Solidaritätszuschlag (5,50 % auf EUR 853,22) EUR 46,93 Gutschriftsbetrag EUR 2.512,72 Gutschriftsbetrag in DEM: 4.914,45 Angerechneter Freibetrag: EUR 0,00 Wir buchen zu Ihren Gunsten: Konto-Nr. 7500000 (BLZ 42450040) Karl Meier DEM 4.914,45 EUR 2.512,72 Valuta: 28.06.2001 STEUERBESCHEINIGUNG Herrn LEISTUNGEN DEM 6.675,00 Karl Meier ANRECHENBARE KÖRPERSCHAFTSTEUER DEM 2.860,71 Koenigsbergerstr. 33 45964 Gladbeck EINNAHMEN AUS KAPITALVERMÖGEN IM SINNE DES PAR. 20 ESTG DEM 9.535,71 1.668,75 ANRECHENBARE ZINSABSCHLAGSTEUER DEM 0,00 ANRECHENBARE KAPITALERTRAGSTEUER DEM ANRECHENBARER SOLIDARITÄTSZUSCHLAG DEM 91,79 28.06.2001 ZAHLUNGSTAG AGIV AG O.N. ISIN/WKN: 502820 Sparkasse Gladbeck, Gladbeck Dieser Beleg wurde maschinell erstellt und wird nicht unterschrieben. Irrtum vorbehalten.

Sachverhalt 2 (28,5 Punkte) Ihre Mandantin Ingeborg Schulz ist Eigentümerin eines Mehrfamilienhaus in Gladbeck. Das Erdgeschoss ist an einen Unternehmer vermietet, der darin eine Bäckerei betreibt. Das 1. Obergeschoss bewohnt die Mutter der Mandantin; sie bezahlt 37,5 % der ortsüblichen Miete. Im 2. Obergeschoss wohnt eine alleinerziehende Mutter mit einem Kind. Die vermieteten Einheiten verfügen jeweils über 90 qm. Es werden folgende Mieten pro Monat erzielt: DM DM Erdgeschoss 3.000,00 + USt 480,00 Nebenkosten 400,00 + USt 64,00 1. Obergeschoss 300,00 Nebenkosten 150,00 2. Obergeschoss 900,00 Nebenkosten 300,00 Folgende Aufwendungen wurden lt. ordnungsmäßiger Belege getätigt: DM Grundbesitzabgaben 1.978,60 Wohngebäudeversicherung 768,40 Gebäudehaftpflichtversicherung 450,00 Schornsteinfegergebühren (inkl. 16 % USt) 228,40 Hausstrom (inkl. 16 % USt) 268,30 Wasser (inkl. 7 % USt) 2.240,12 Heizöl (inkl. 16 % USt) 2.980,11 div. Reparaturen am gesamten Haus (inkl. 16 % USt) 21.000,00 Erneuerung des Fußbodens in der Bäckerei (inkl. 16 % USt) 11.600,00 Folgende Umsatzsteuervorauszahlungen wurden getätigt: IV/00 am 15.01.2001: 1.632,00 I/01 am 15.04.2001: 1.632,00 II/01 am 15.07.2001: 1.632,00 III/01 am 15.10.2001: 1.632,00 IV/01 am 15.01.2002: 1.632,00 Aus der USt-Erklärung 2000 ergab sich ein Guthaben in Höhe von 1.450,30 DM, welches das Finanzamt am 08.08.2001 erstattet hat. Die AfA beträgt wie im Vorjahr DM 3.870,00 für das gesamte Haus. Aufgabe: 1) Ermitteln Sie die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung für den Veranlagungszeitraum 2001. 2) Ermitteln Sie die USt-Abschlusszahlung 2001. Bearbeitungshinweis: Die Aufteilung der Vorsteuer ist nach dem Verhältnis der Nutzflächen vorzunehmen.

Lösung Sachverhalt 2 Fortsetzung Lösung Sachverhalt 2

Fortsetzung Lösung Sachverhalt 2

Sachverhalt 3 (5,0 Punkte) Ihre Mandanten, die Eheleute Hans und Elisabeth Müller aus Essen, haben einen Sohn, geb. am 01.08.1974. Er studiert seit dem Wintersemester 1994 Rechtswissenschaften an der Universität Münster und erzielt keine eigenen Einkünfte. Er war nicht bei der Bundeswehr und hat auch keinen Zivildienst geleistet. Die Eltern haben monatliche Ausgaben für ihn in Höhe von 2.000,00 DM zuzüglich 300,00 DM Miete für ein Zimmer im Studentenheim in Münster. Kindergeld wurde bis einschließlich Juli 2001 gezahlt. Aufgabe: Inwieweit können Ihre Mandanten die Aufwendungen für Ihren Sohn in der Steuererklärung 2001 geltend machen? Lösung Sachverhalt 3

2. Aufgabe (12,0 Punkte) Sachverhalt Der bilanzierende Mandant Thomas Waldmann (T.W.) ist Einzelunternehmer und betreibt seit 1990 in Bottrop eine Holzgroßhandlung. Aus den Büchern und Unterlagen ergibt sich für das Wirtschaftsjahr (= Kalenderjahr) 2001 ein vorläufiger steuerlicher Gewinn in Höhe von 225.820 DM. Im Rahmen der Veranlagung zur Gewerbesteuer für den Erhebungszeitraum 2001 sind noch die nachfolgenden Angaben zu prüfen und ggf. zu berücksichtigen: 1. T.W. hat im Mai 2001 aus betrieblichen Mitteln eine Spende für besonders förderungswürdig anerkannte gemeinnützige Zwecke (Stiftung Wald in Not ) in Höhe von 18.000,00 DM geleistet, die als Privatentnahme erfasst wurde. 2. Die Summe der gesamten Umsätze und der im Wirtschaftsjahr 2001 aufgewendeten Löhne und Gehälter beträgt 8.500.000,00 DM. 3. T.W. hat für den Erhebungszeitraum 2001 Gewerbesteuer-Vorauszahlungen in Höhe von insgesamt 32.000,00 DM an die Stadt Bottrop geleistet. 4. Die für den Erhebungszeitraum 2001 zutreffend ermittelten Entgelte für Dauerschulden betragen insgesamt 69.146,00 DM. 5. Der Hebesatz der Gemeinde Bottrop beträgt 470 %. Aufgabe Ermitteln Sie in einer übersichtlichen rechnerischen Darstellung die Höhe der Gewerbesteuerrückstellung nach der Divisormethode (Divisor 1,235). Lösung Fortsetzung Lösung 2. Aufgabe

Fortsetzung Lösung 2. Aufgabe

3. Aufgabe (28,5 Punkte) Beurteilen Sie die folgenden Sachverhalte umsatzsteuerlich anhand der jeweiligen Aufgabenstellung. Sachverhalt 1 (21,5 Punkte) Ferdinand Alt (F.A.) betreibt in Aachen einen Computereinzelhandel. Er berechnet seine Umsatzsteuer nach vereinbarten Entgelten und ist zur Abgabe monatlicher Umsatzsteuer- Voranmeldungen verpflichtet. a) Am 3. Dezember 2001 veräußerte F.A. fünf neue Computer für insgesamt 10.000,00 DM an den belgischen Unternehmer Wim van der Sand. F.A. befördert die Computer am 5. Dezember 2001 von Aachen nach Brüssel. Beide Unternehmer benutzen ihre gültige nationale Umsatzsteuer- Identifikationsnummer. Ort der Lieferung Steuerbarkeit Steuerpflicht/Steuerbefreiung b) F.A. bestellte am 7. Dezember 2001 beim niederländischen Unternehmer Klaas Terboven ein Fotokopiergerät für sein Unternehmen. Terboven brachte das Fotokopiergerät am 14. Dezember 2001 mit eigenem Transportwagen nach Aachen und stellte unter Nennung beider gültiger Umsatzsteuer-Identifikations-Nummern 4.200,00 DM in Rechnung.

Art des Umsatzes Ort des Umsatzes Steuerbarkeit Steuerpflicht/Steuerbefreiung Bemessungsgrundlage Umsatzsteuer Vorsteuer c) Am 10. Dezember 2001 entnimmt F.A. ein Notebook, um dieses seiner Tochter zu Weihnachten zu schenken. Das Notebook hat bei einem Einkaufspreis von 3.200,00 DM einen Verkaufspreis von 5.000,00 DM. Art des Umsatzes Ort des Umsatzes Steuerbarkeit Steuerpflicht/Steuerbefreiung Bemessungsgrundlage Umsatzsteuer

d) Am 17. Dezember 2001 erhielt F.A. von der Privatperson Doris Köhler den Auftrag einen Rechner nach ihren individuellen Wünschen zusammenzustellen. F.A. forderte und erhielt am 21. Dezember 2001 von Doris Köhler eine Anzahlung über 1.000,00 DM. Eine Rechnung wurde nicht erteilt. Den Restbetrag in Höhe von 2.000,00 DM erhält F.A. bei Übergabe des Computers am 8. Januar 2002. Steuerbarkeit Steuerpflicht/Steuerbefreiung Bemessungsgrundlage Umsatzsteuer Voranmeldungszeitraum

Sachverhalt 2 (7,0 Punkte) Erik Künzel (E.K.) betreibt eine Rechtsanwaltskanzlei in Münster und hat sich auf Straßenverkehrsrecht spezialisiert. a) Im Oktober 2001 erhielt E.K. von dem Unternehmer Urs Sprüngli, der in Bern (Schweiz) ein Unternehmen betreibt, den Auftrag, ihn bei den Rechtsfolgen eines Verkehrsunfalls auf einer Geschäftsreise in Münster vor Gericht zu vertreten. E.K. nimmt den Auftrag an und vertritt Sprüngli vor dem Gericht in Münster. Die Rechnung in Höhe von 750,00 DM wurde von Sprüngli am 14. Dezember 2001 bezahlt. Art des Umsatzes Ort des Umsatzes Steuerbarkeit b) Im November 2001 übernimmt E.K. das Mandat für den Niederländer Wim Sneek auf. Dieser hatte mit seiner Familie den Weihnachtsmarkt in Münster besucht und geriet auf der Rückfahrt nach Venlo in einen Verkehrsunfall. E.K. vertrat Sneek ebenfalls vor dem Gericht in Münster. Die Rechnung in Höhe von 600,00 DM wurde von Sneek am 31. Dezember 2001 bezahlt. Ort des Umsatzes Steuerbarkeit c) E.K. beabsichtigt nach Abschluss eines Strafverfahrens seinem Mandanten Willi Koslowski aus Gelsenkirchen eine Rechnung zu schreiben. Die Rechnung enthält folgende Bestandteile: Prozessgebühr Verauslagte Gerichtskosten Schreibauslagen, pauschal 5.000,00 DM 500,00 DM 40,00 DM Bemessungsgrundlage Umsatzsteuer

4. Aufgabe (12,0 Punkte) Sachverhalt 1 (8,0 Punkte) 1. Ein Steuerbescheid vom 10.01.2002 ist fehlerhaft. Dies stellen Sie am 08.02.2002 fest. Laut Bescheid vom 10.01.2002 sind bis zum 13.02.2002 10.000,00 DM an das Finanzamt zu zahlen. Dieser Betrag ist um 4.000,00 DM zu hoch. 2. Der o.a. Steuerbescheid enthält den Vermerk, dass er gem. 164 Abs. 1 AO unter dem Vorbehalt der Nachprüfung erlassen wird. Der Fehler wird am 20.02.2002 entdeckt. 3. Der o.a. Steuerbescheid enthält den Vermerk, dass er hinsichtlich der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung gem. 165 Abs. 1 AO vorläufig ist. Der Fehler betrifft die Einkünfte aus selbständiger Arbeit. Der Fehler wird am 20.02.2002 entdeckt. Aufgabe Welche Anträge können in den Sachverhalten 1. bis 3. bis zu welchem Termin gestellt werden, damit die zutreffende Steuer festgesetzt wird und Ihr Mandant nur die zutreffende Steuer zahlen muss? Bearbeitungshinweis Der Fehler ist keine offenbare Unrichtigkeit und keine neue Tatsache im Sinne des 173 AO. Die Vorschriften der 174 und 177 AO sind nicht zu prüfen. Lösung

Sachverhalt 2 (4,0 Punkte) a) Ein Mandant hat die Einkommensteuererklärung 2000 verspätet abgeben. Ein Antrag auf Fristverlängerung hatte er nicht gestellt. Mit welcher steuerlichen Nebenleistung hat er zu rechnen? Geben Sie die Rechtsgrundlage an. Lösung b) Ein Mandant hat die Einkommensteuerabschlusszahlung 2000 verspätet geleistet. Einen Antrag auf Stundung hat er nicht gestellt. Mit welcher steuerlichen Nebenleistung hat er zu rechnen? Geben Sie die Rechtsgrundlage an. Lösung