getconnected DIAGNOSTIKA NACHRICHTEN 69 Oktober 2017 Auf die Farbe kommt es an Im Blut befi nden sich verschiedene Farbstoffe, sogenannte Chromogene (Bilirubin, Hämoglobin, Fette und Trübungen), von denen einige bei bestimmten Erkrankungen in hohen Konzentrationen gebildet und in das Blut abgegeben werden. Wird die Probe in der präanalytischen Phase falsch behandelt (z. B. Lagerung im Kühlschrank) oder wird eine fehlerhafte Abnahme von Blut durchgeführt (z. B. starke Aspiration) kann eine Hämolyse (Platzen der Erythrozyten) entstehen. Hierbei werden die Inhaltsstoffe aus den Erythrozyten in das Blut abgegeben. Nach der Zentrifugation erscheint das Serum oder Plasma wegen des freigesetzten Hämoglobins rot gefärbt. Beide Ursachen, Erkrankungen und fehlerhafte Präanalytik, führen dazu, dass die Probenqualität verändert ist. In den vorgenannten Fällen treten nicht nur eine Veränderung der Färbung der Probe auf, sondern auch Störungen zahlreicher im medizinischen Laboratorium durchgeführter Analysen. Diese Störungen werden auch als Interferenz bezeichnet. Chromogene können erst nach der Zentrifugation des Blutes durch visuelle Prüfung des Serums bzw. Plasmas durch den Untersucher entdeckt werden. Im Blut selbst kann eine Detektion mit dem menschlichen Auge nur ungenügend erfolgen, da die intensive Färbung der Erythrozyten alle anderen Färbungen überlagert. Allenfalls kann man eine Lipämie erkennen, wenn eine sehr hohe Konzentration an Fetten im Blut vorliegt. Eine quantitative Aussage ist jedoch auf diese Art und Weise nicht möglich, Lesen Sie weiter auf Seite 2 > ADAGIO Automatisierte Agardiffusion Ein Interview mit Prof. Dr. med. Sören Schubert, Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Kongressbericht Zunehmende globale Migration rückt Hämoglobinopathien und insbesondere die Sichelzellanämie (SCD) auch für bisher kaum betroffene Regionen immer mehr in den Vordergrund. Achtung: Neue Hämotherapie- Richtlinie! Die Bundesärztekammer hat die komplett überarbeitete Hämotherapie- Richtlinie auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Lesen Sie weiter auf Seite 4 > Lesen Sie weiter auf Seite 6 > Lesen Sie weiter auf Seite 7 >
Auf die Farbe kommt es an da das menschliche Auge wegen der Farbstoffüberlagerungen keine Differenzierung durchführen kann. Bestenfalls kann man von einer ausgeprägten oder weniger ausgeprägten Färbung sprechen, die je nach Ausmaß als +, ++ oder +++ angegeben wird. Zudem hat jeder Untersucher ein unterschiedliches Farbempfi nden, so dass eine objektive Bewertung der Probenfärbung nicht möglich ist. In den letzten 20 Jahren wurde die Detektion der Farbstoffe von Analysensystemen übernommen. Über photometrische Verfahren kann festgestellt werden, welcher Farbstoff in welchem Ausmaß in der Probe vorliegt. Da eine Kalibration der Messung der Farbstoffe jedoch nicht durch den Anwender erfolgt, geben die photometrischen Messungen nur arbiträre Resultate, die lediglich einen Orientierungscharakter haben. Die Messresultate werden als Index angegeben, wobei die Abkürzungen H für Hämolyse, I für Ikterus und L für Lipämie oder Trübung verwendet werden. Zudem sind die Algorithmen für die Berechnungen und auch die Messwellenlängen in den Geräten unterschiedlich. Eine Standardisierung erscheint bisher nicht notwendig oder möglich. Studien haben gezeigt, dass an manchen Systemen eine gute Korrelation zwischen der quantitativen Bestimmung des freien Hämoglobins oder des Bilirubins zum jeweiligen Index besteht. Bestimmung der Serum/Plasma-Indizes Üblicherweise wird ein Aliquot der Probe entweder mit Kochsalz-Lösung oder einem Puffer verdünnt und dann photometrisch gemessen. Es existieren auch Systeme, die den Farbstoff direkt in der Probe messen können. Aus den erhaltenen Absorbanzen (Messungen bei verschiedenen Wellenlängen) lassen sich mit Hilfe von Algorithmen die Indizes berechnen. Jeder Hersteller verwendet jedoch andere Berechnungsmodelle oder führt die Messungen bei unterschiedlichen Wellenlängen durch. Dadurch sind die Indizes verschiedener Analysensysteme nicht direkt vergleichbar. Der ermittelte Index liefert nur eine semi-quantitative Aussage über den Grad von Ikterus, Hämolyse, Lipämie oder Trübung in einer Probe. Die Qualität der Probe kann somit zeitgleich mit der Analyse der Probe bewertet werden. Die Ermittlung der Serum/Plasma-Indizes ist nicht standardisiert und unterliegt noch nicht der Qualitätskontrolle. Lipämie/Intralipid (Grad der Trübung) und Triglyceride Der Grad der Trübung wird als Lipämie-Index L ermittelt und bezieht sich auf das optische Verhalten des Lipid-Substituts Intralipid. Der Lipämie-Index gibt einen geschätzten Wert in Bezug auf die Probentrübung an und ist kein Wert für die Konzentration der Triglyceride oder anderer Fette. Eine Korrelation zwischen dem Lipämie-Index und der Triglycerid-Konzentration in der Patientenprobe ist nicht vorhanden. Dies liegt daran, dass der Lipämie-Index aus der Messung der Lichtstreuung ermittelt wurde, die wiederum von der Größe der verschiedenen Lipidpartikel abhängt. Hämolyse und Hämoglobin Zwischen dem Hämolyse-Index und der Hämoglobin-Konzentration in der Patientenprobe besteht eine überwiegend gute Korrelation. Ikterus und Bilirubin Zwischen dem Ikterus-Index und der Bilirubin-Konzentration in der Patientenprobe gilt die Korrelation ebenfalls als akzeptabel. Die Messung der Indizes kann nicht vom Anwender kalibriert werden. Es handelt sich um eine objektive Abschätzung der Probenfärbung. Die Indizes-Ermittlung ersetzt nicht die Bestimmung der Konzentration von Hämoglobin, Bilirubin oder den Trigylceriden. Schlussfolgerungen und Diskussion Die Mitarbeiter des medizinischen Labors sind dafür verantwortlich, dass richtige und zuverlässige Resultate für die Patienten bereitstehen. Potenziell negative Auswirkungen auf die Ergebnisse - und dadurch auch auf den Patienten - sind unbedingt zu vermeiden. Der Anwender kann Fehler, die durch interferierende Farbstoffe verursacht werden, mittels der üblichen Qualitätskontrollmaßnahmen nicht erkennen; diese kontrollieren lediglich den analytischen Prozess. 2
Diverse Studien haben gezeigt, dass bis zu 32% aller Proben im Krankenhaus durch Farbstoff-Interferenzen betroffen sein können davon sind 63% ikterisch, 29% hämolytisch und 8% lipämisch oder trüb. Bei ambulanten Patientenproben wurde berichtet, dass bis zu 10% eine deutliche Farbveränderung zeigen davon wiederum 76% lipämisch oder trüb, 17% hämolytisch und 6% ikterisch. Auf Grund dieser Ergebnisse ist es naheliegend, dass jede Patientenprobe einer visuellen Inspektion unterzogen werden muss. Ein hoher Probendurchsatz macht es unmöglich, diese Überwachung mit dem menschlichen Auge durchzuführen. Abgesehen davon ist die Fehlerrate bei Detektion durch das Laborpersonal relativ hoch. Heute wird die Inspektion von modernen Analysensystemen übernommen. Die Ermittlung der Indizes unterliegt noch nicht der Qualitätskontrolle, da bisher kein geeignetes Qualitätskontrollmaterial existierte. Das Laborpersonal muss aber wissen, dass auch Verfahren zur Ermittlung der Indizes zuverlässig sind. Eventuelle Trends oder Shifts müssen entdeckt werden können und sind ggf. zu korrigieren. Ein geeignetes Prüfmaterial steht jetzt von Bio-Rad zu Verfügung. Einzelheiten dazu erfahren Sie auf Seite 6. Eine Literaturliste ist auf Anfrage erhältlich. Oswald Sonntag, International Scientific and Professional Affairs Manager Lipämie Eine Serum- oder Plasmaprobe erscheint als lipämisch, wenn deren Konzentration an Triglyceriden erhöht ist. Der Referenzbereich wird üblicherweise mit bis zu 3,20 mmol/l (bzw. 280 mg/dl) angegeben, ist jedoch abhängig von der verwendeten Methode. Die Konzentration der Triglyceride kann bei einer Fettstoffwechselstörung auf wesentlich höhere Werte ansteigen. Der Untersucher kann eine lipämische Probe durch deren Trübung bzw. milchige Farbe erkennen. Bei photometrisch-analytischen Methoden kann durch die Trübung der lipämischen Probe ein enormer Anstieg der Absorbanz beobachtet werden. Abhängig von der Methode können erhöhte Werte, z. B. bei der Bestimmung von Gesamtprotein oder Amylase, gemessen werden. Durch Berücksichtigung des Probenleerwertes kann eine Korrektur möglich sein. Das Ausschütteln mit frigenhaltigen Lösungsmitteln, eine Ultrazentrifugation oder ein enzymatischer Abbau der Lipide vor der photometrischen Messung sind Wege zur Verminderung der Lipämie-Interferenz. Bei der Messung der Elektrolyte Kalium und Natrium mittels ionenselektiver Elektroden wird durch die Verdünnung der Probe ein Volumenverdrängungseffekt beobachtet. Dies führt insbesondere beim Natrium zu einer deutlichen Erniedrigung des Messwertes. Auch andere Verfahren können ggf. durch den Volumenverdrängungseffekt gestört werden. Die Interferenz durch Lipämie bei den Immunoassays kann u. a. auf die Löslichkeit des Antigens in den Lipidpartikeln der Probe zurückgeführt werden. Das entsprechende Antigen ist dann nicht mehr für die Bindung mit dem Antikörper vorhanden. Hämolyse Bei einer erhöhten Konzentration von Hämoglobin im Serum oder Plasma kommt es zu einer rötlichen Verfärbung des Probenmaterials. Mit dem menschlichen Auge wird die Hämolyse erst bei einer Hämoglobin-Konzentration von >0,5 g/l wahrgenommen. Durch Hämolyse aus den Erythrozyten freigesetzte Inhaltsstoffe verändern die Zusammensetzung der Probe. Ursache einer intravasalen Hämolyse kann z. B. eine Erkrankung des Patienten oder ein Transfusionszwischenfall sein. Wesentlich häufiger tritt eine artifizielle Hämolyse auf, die durch Fehler bei der Probenentnahme und -verarbeitung (Transport, Zentrifugation, Temperaturunterschiede, etc.) verursacht wird. Selbst wenn die Hämolyse visuell nicht erkennbar ist, können sich freigesetzte Zellbestandteile in der Probe befinden. Einige Zellbestandteile weisen eine Intrazellulärkonzentration auf, die um ein Vielfaches höher ist als die Extrazellulärkonzentration. So wird bei der Hämolyse in der Probe ein Anstieg der Konzentration diverser Analyte (z. B. Kalium, Lactatdehydrogenase) beobachtet. Das Hämoglobin absorbiert Licht sehr stark bei 414 nm. In diesem Wellenlängenbereich werden auch einige photometrische Messungen durchgeführt. Je nach Analytkonzentration und verwendeter Messmethode kann es durch das Hämoglobin zu falsch hohen oder falsch niedrigen Resultaten kommen. Manche intrazelluläre Bestandteile können bei der Messung auch direkt oder indirekt interferieren. So wird etwa die aus den Erythrozyten freigesetzte Adenylkinase zu einem Anstieg von Creatinkinase und CK-MB-Aktivität führen. Das Hämoglobin kann auch mit einem oder mit mehreren Bestandteilen des Reagenzes interferieren. Das Ausmaß der Interferenz ist dabei abhängig vom verwendeten Reagenz und Analysensystem. 3
Ikterus Als Ikterus wird der Zustand bezeichnet, bei dem Gallenfarbstoffe aus dem Blut in das Körpergewebe dringen. Es kommt hierbei zu einer gelblichen Einfärbung der Haut und der Schleimhäute. Im Serum oder Plasma können erhöhte Bilirubin-Konzentrationen gemessen werden. Spricht man bei Bilirubin-Konzentrationen >35 µmol/l (2 mg/dl) von einer hyperbilirubinämischen Probe, so kann bei Bilirubin-Konzentrationen >100 µmol/l (5,9 mg/dl) von ikterischen Proben gesprochen werden, da erst diese Konzentrationen zu einem sichtbaren Ikterus führen. Erhöhte Bilirubin-Konzentrationen werden bei vielen Krankheitsbildern, z. B. akuten und chronischen Hepatitiden, biliärer Leberzirrhose oder Alkoholismus, beobachtet. Bei der photometrischen Messung absorbiert Bilirubin das Licht bei den Wellenlängen 340 nm und 500 nm. Dies kann zu so hoher Hintergrundabsorption führen, dass die Absorptionsgrenze des Photometers überschritten wird. Im alkalischen Milieu wird Bilirubin oxidiert und verliert hierdurch einige seiner Absorptionseigenschaften. In stark saurer Lösung verschiebt sich die Absorption des konjugierten Bilirubins in den UV-Bereich. Daher kann Bilirubin die Bestimmung einiger Analyte stören, die diese Wellenlängenbereiche nutzen. Die erhöhte Bilirubin-Konzentration kann das photometrische Signal verstärken oder selbst in die chemische Reaktion eines Nachweisverfahrens eingreifen und somit das Signal der gesuchten Messgröße beeinträchtigen. ADAGIO Automatisierte Agardiffusion Ein Interview mit Prof. Dr. med. Sören Schubert Seit mehreren Jahren arbeitet Prof. Dr. med. Sören Schubert vom Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem ADAGIO System. Wir haben ihn gefragt, wie sich das System in der Routine bewährt. Beschreiben Sie bitte die Ausgangssituation in Ihrem Labor. Wie hoch ist der Versorgungsumfang des angeschlossenen Klinikums, wie groß die Anzahl an Proben im Jahr? Das angeschlossene Uniklinikum ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung. Es verfügt über 2.200 Betten und betreut 500.000 Patienten im Jahr. Die Anzahl an jährlichen Proben liegt bei ca. 160.000. Welche Besonderheiten im Probenspektrum gibt es? Insgesamt ist das Probenspektrum sehr breit gefächert. Es beinhaltet weniger Urine und Stuhlproben, dafür aber zahlreiche komplexe Materialien wie Gewebebiopsien, tiefe respiratorische und intra-abdominelle Proben. Welche Eckpfeiler stützen die mikrobiologische Diagnostik in Ihrem Labor? Für die Erregeridentifizierung nutzen wir zwei MALDI-TOF MS Geräte. Zwei Phoenix-Systeme dienen der automatisierten Resistenztestung. Mit ihnen arbeiten wir 80-120 Testungen am Tag ab. Zusätzlich testen wir täglich zirka 15-30 Proben über die Agardiffusion. Außerdem betreiben wir molekulare Diagnostikverfahren. Die Ergebnisse der Testungen werden in unserer hausinternen selbstgestrickten EDV verarbeitet. Viele Labore halten die Agardiffusion für überholt. Bei Ihnen ist sie fester Bestandteil der Routinediagnostik. Warum? Einige Erreger können aufgrund spezieller Wachstumsanforderungen nicht in den Automaten getestet werden, so dass für diese Keime nur die Option der Agardiffusion bleibt. Ein Vorteil dieser Methode besteht darin, dass wir die zu testenden Antibiotika variabel wählen und auch kurzfristig adaptieren können. Dadurch bleiben wir flexibel, wenn die Antibiotikaauswahl an die Wünsche des Einsenders bzw. des Klinikums angepasst werden muss. Automatenpanels hingegen sind oftmals eingeschränkt und decken nicht immer das gesamte Repertoire der zur Verfügung stehenden Klinik-Antibiotika ab. Wir können während der Testung Mischkulturen erkennen und die direkte Resistenztestung aus Primärmaterial, wie z. B. aus einer positiven Blutkultur, einfacher durchführen. Die Sachkosten sind geringer im Vergleich zur automatisierten Resistenztestung. Außerdem ist die Agardiffusion unser Backup, falls die Resistenzautomaten ausfallen sollten. Welche Probleme bringt die manuell durchgeführte Agardiffusion Ihrer Meinung nach mit sich? Das grundsätzliche Problem der Agardiffusion ist, dass sie keine MHK-Werte und damit nur einen geringeren Informationsgehalt für Therapieempfehlungen liefert. Dazu kommt, dass nicht für alle Antibiotika-Erreger-Kombinationen entsprechende Grenzwerte im EUCAST-Bewertungssystem verfügbar sind. Spezielle Probleme bei der händischen Abarbeitung sind manuelles Ablesen, Auswertung und Dokumentation der Ergebnisse. Das Regelwerk zur Interpretation der Hemmhofdurchmesser muss 4
für valide Resultate vom Ableser unbedingt beherrscht werden. Auch der Ergebnistransfer muss manuell durchgeführt werden. Außerdem ist es nicht möglich, die Rohdaten zu archivieren, da die Agarplatten spätestens nach zwei Tagen entsorgt werden. Zusätzlich ist das Qualitätsmanagement für die Agardiffusion sehr aufwendig. Die umfangreiche Überprüfung der Kontrollstämme und die Dokumentation der Daten sind nur manuell möglich. Insgesamt birgt die manuelle Agardiffusion eine große Fehlergefahr und eine hohe Personalbindung. Was hat Sie in diesem Zusammenhang bewegt, den ADAGIO zu testen? Welche Erwartungen hatten Sie an das System und welche Vorteile haben Sie sich erhofft? Wir haben uns erhofft, dass wir die Agardiffusion mit dem System standardisieren und die angesprochenen Probleme reduzieren können. Wichtig war uns, dass der ADAGIO uns bei der Ergebnisinterpretation, der Validierung und beim Qualitätsmanagement unterstützt und die Testresultate automatisch dokumentiert. Welche einzelnen Schritte waren nötig, um das Gerät in die Routinediagnostik zu integrieren? Zunächst erfolgten die EDV-Anbindung und die Erstellung der Schnittstellen. Dann waren für die Integration in den Workfl ow eine Anpassung des systeminternen Regelwerks, das Einpfl egen von inhouse -Grenzwerten, Validierungstests und natürlich die Schulung des Personals notwendig. Um den Arbeitsablauf zu optimieren, haben wir auf die quadratischen Agarplatten von Bio-Rad umgestellt. Damit können wir nun eine Platte mit bis zu 16 Antibiotikablättchen belegen. Auch unsere bisherigen Antibiotika haben wir auf die Bio-Rad-Blättchen umgestellt, da diese eine automatische Erkennung der aufgelegten Blättchen und der Ladung durch den ADAGIO ermöglichen. Welche Vorteile und Erleichterungen haben sich mit der Nutzung des Systems ergeben? Die Agardiffusion ist nun standardisiert und damit einfacher und sicherer geworden. Die MitarbeiterInnen schätzen vor allem die ADAGIO Experten-Software bei der Interpretation und Validierung der Ergebnisse und die automatische Übertragung der Ergebnisse an die Labor-EDV. Damit entfallen das zeitaufwendige Nachschlagen in der EUCAST und die manuelle Ergebniseingabe. Wichtig für mich ist die neugewonnene Traceability. Der ADAGIO speichert die Analysen und die erstellten Plattenfotos automatisch ab. So können sie nachträglich aufgerufen und beurteilt werden. Auch das Qualitätsmanagement ist nun viel einfacher für uns, da die Ergebnisse der Qualitätskontrollen automatisch dokumentiert und übertragen werden. Zusammengefasst führte der Adagio zu der erhofften Reduzierung des Zeit- und Personalaufwands. Gibt es von Ihrer Seite Verbesserungsvorschläge? Die Software könnte stellenweise etwas intuitiver und einfacher gestaltet sein und die EUCAST-Updates sollten schneller zur Verfügung stehen. Hinsichtlich der Hardware wäre eine automatische Verarbeitung mehrerer Platten wünschenswert, was die Bedienungszeit weiter reduzieren würde. Zusätzlich sollte das Kameramodul weiterentwickelt werden, um die Analyse von bluthaltigen Agarplatten zu verbessern. Wie fällt Ihr abschließendes Fazit für den ADAGIO nach fast zwei Jahren im Routinebetrieb aus? Auch wenn der ADAGIO in der derzeitigen Form noch nicht für den Hochdurchsatz geeignet ist, so ist er doch eine hilfreiche Automationslösung für die Agardiffusion. Das System hat zu einer Vereinfachung unserer Arbeitsabläufe geführt, ist sehr gut vom Personal angenommen, arbeitet zuverlässig und ist robust. Vielen Dank für dieses Gespräch, Herr Prof. Schubert! Interview: Dr. Michael Scheel VARIANT nbs Newborn Hemoglobin System Der VARIANT nbs ist das weltweit etablierte Analysensystem für das Neugeborenenscreening auf Sichelzellanämie. Neben HbS werden auch HbF, C, D, E, deren doppelt heterozygoten Formen sowie andere Hämoglobinopathien erkannt. Ihre Vorteile auf einen Blick: Automatisierte Abarbeitung Erstellung der Arbeitslisten durch importierbare Stanzdateien Eindeutige Probenzuordnung Hochdurchsatz 4 gekühlte Mikrotiterplatten mit je 96 Kavitäten Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Klaus-Hendrik Plato unter Tel.: 089 / 318 84 411 oder E-Mail: klaus-hendrik_plato@bio-rad.com. Klaus Hendrik Plato VARIANT TM nbs Newborn Hemoglobin System 5
Bekennen Sie Farbe! Liquichek Serum Indices in der präanalytischen Phase Für die Beurteilung der Probenqualität (DIN EN ISO 15189, 5.4.6, 5.8.2) bestimmen Sie die Farbstoffi ndizes. Wissen Sie, wie zuverlässig diese Messungen sind? Mit Liquichek Serum Indices haben Sie nun das richtige Werkzeug zur Hand: Interferenzfrei Empfohlen zur objektiven Beurteilung der Zuverlässigkeit der Indizes-Messungen Enthält 4 Level: hämolytisch, ikterisch, lipämisch, interferenzfrei Repräsentative Resultate werden als Index, Konzentrationsbereich und in einer Skala von + bis ++++ angegeben Sehr gute Stabilität: nach Öffnen 14 Tage bei 2-8 C, im gefrorenen Aliquot 28 Tage bei -20 bis -70 C haltbar Ikterus Lipämie Hämolyse Haben Sie Fragen? Gerne steht Ihnen Ilka Richert zur Verfügung unter: Tel.: 089 / 318 84 277 oder E-Mail: ilka_richert@bio-rad.com. Ilka Richert Kongressbericht Pan-European Consensus Conference on Newborn Screening for Hemoglobinopathies Zunehmende globale Migration rückt Hämoglobinopathien und insbesondere die Sichelzellanämie (SCD) auch für bisher kaum betroffene Regionen immer mehr in den Vordergrund. Unter der Leitung von Dr. Stephan Lobitz (Kliniken der Stadt Köln) fand in Berlin vom 29. bis zum 30. April 2017 eine internationale Konferenz zum Thema Neugeborenenscreening auf Sichelzellanämie statt. Ziel dieser Veranstaltung war die Erarbeitung eines Consensus Letters. Um die Lebenserwartung von Neugeborenen mit SCD zu erhöhen, ist eine unverzügliche Therapie unerlässlich. So konnten in den letzten vier Jahrzehnten die Lebenserwartung und qualität von betroffenen Neugeborenen in den Ländern deutlich gesteigert werden, die effi ziente Screening-Programme und eine prompte Therapie durchführen. Im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern gibt es derzeit in der DACH-Region keine nationalen Neugeborenenscreening- Programme auf Sichelzellanämie. Einzelne Pilotstudien in Deutschland lassen eine Prävalenz verschiedener SCD-Formen von 1:5.500 bis 1:6.000 vermuten. Im Vergleich dazu wurden die Prävalenzen bei Zystischer Fibrose und Schilddrüsenunterfunktion mit 1:2.000 bzw. 1:3.500 angegeben. Für beide Krankheiten gibt es bereits nationale Screening-Programme für Neugeborene. Neben einzelnen Screening-Programmen waren auch Erfahrungsberichte und Methodenvergleiche in der Analytik Gegenstand verschiedener Vorträge des Kongresses. Hierbei zeigte sich, dass die HPLC (VARIANT -nbs) mit weltweit über 170 Installationen nicht nur weit verbreitet ist, sondern auch hinsichtlich Spezifi tät, Sensitivität und Automatisierbarkeit überzeugt. Alle beteiligten Experten fanden die Veranstaltung bereichernd und der angestrebte Consensus Letter wurde erarbeitet. Klaus Hendrik Plato 6
Die Farbe zählt! Machen Sie sich die Infektionskontrolle und die Erregeridentifikation leicht: Schnellere Ergebnisse Einfaches Ablesen Kosteneffi zienz Beständige und verlässliche Resultate Bestellinformationen: 63740 CandiSelect... Isolation von Hefen, Identifi kation von C. albicans, C. glabrata, C. krusei 63757 MRSASelect II...Isolation, Identifi kation von MRSA 63748 SaSelect... Isolation von Staphylokokken, Identifi kation von S. aureus 63750 StrepBSelect...Gruppe B Streptokken (S. agalactiae) Screening 63726 UriSelect 4...Isolation, Keimzahlbestimmung von Harnwegsinfektionserregern 63751 VRESelect... Isolation, Identifi kation von Vancomycin-resistenten E. faecalis, E. faecium Möchten auch Sie von den Vorteilen unserer chromogenen Medien profi tieren? Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Dr. Michael Scheel: E-Mail: michael_scheel@bio-rad.com Dr. Michael Scheel Achtung: Neue Hämotherapie-Richtlinie! Die Bundesärztekammer hat die komplett überarbeitete Hämotherapie-Richtlinie auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Dieser Link führt Sie direkt zu der neuen Richtlinie: http://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/richtlinie-haemotherapienovelliert/ Nähere Informationen erhalten Sie in einer der nächsten getconnected Ausgaben. 7
Veranstaltungshinweise Besuchen Sie uns auf dem 18. Klinisch-Mikrobiologisch-Infektiologischen Symposium vom 7. bis 9. Dezember 2017 in Berlin und freuen Sie sich auf anregende Diskussionen mit unseren kompetenten Ansprechpartnern am Ausstellungsstand. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Programm finden Sie unter www.kmis.de. Jubiläums-DGTI in Köln! In diesem Jahr findet die 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie vom 24. bis 27. Oktober 2017 im Congress-Centrum Ost Kölnmesse statt. Seien Sie gespannt auf unsere IH-complete solution! Besuchen Sie uns am Stand 31. Wir freuen uns auf Sie! Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter www.dgti.de. getconnected DIAGNOSTIKA NACHRICHTEN Herausgeber Bio-Rad Laboratories GmbH, Clinical Diagnostics Group Heidemannstraße 164, 80939 München, Tel.: 089/318 84 140, Fax: 089/318 84 100, www.bio-rad.de 8