EINE INFORMATION FÜR MEDIZINISCHES PERSONAL.

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1 Kommen Sie der Grippe zuvor. Schützen Sie sich und Ihre Patienten! Impfen und impfen lassen. Jedes Jahr. EINE INFORMATION FÜR MEDIZINISCHES PERSONAL.

2 EINLEITUNG Eine Gefahr, die man nicht unterschätzen sollte. Eine echte Virusgrippe (Influenza) ist keine einfache Erkältungskrankheit (oder grippaler Infekt), sondern eine ernstzunehmende Erkrankung. Bis zu 50 andere Erreger kommen für mehr oder weniger schwere Atemwegserkrankungen in Frage, aber nur das Influenzavirus verursacht die Grippe. Eine Grippe verläuft typischerweise deutlich schwerer als ein grippaler Infekt und geht häufig mit fast schlagartig auftretendem hohem Fieber einher. Betroffene Patienten berichten über ein starkes Krankheitsgefühl, Husten und Gliederschmerzen. Seite 2

3 Eine Grippe sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Vor allem bei älteren, chronisch kranken oder immungeschwächten Personen können lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, insbesondere sekundäre Pneumonien durch bakterielle Superinfektion. Daher ist in der Gruppe der über 60-Jährigen und der chronisch Kranken die größte Zahl von tödlichen Verläufen und Komplikationen zu beklagen. Eine mittelmäßig starke Grippewelle verursacht in Deutschland zwischen 2 und 5 Millionen Arztkonsultationen, etwa Krankenhauseinweisungen und Todesfälle. Durch eine Impfung lassen sich die Gefahren der Influenza spürbar vermindern Sie können Ihren Beitrag dazu leisten. Seite 3

4 EIGENE RISIKOWAHRNEHMUNG Eine medizinische Ausbildung schützt nicht vor Grippe. Viele Angehörige des medizinischen und pflegerischen Personals kennen zwar die Risiken durch eine Grippe, schätzen die Gefahren für sich selbst aber als gering ein. Dabei gehören sie durch die Vielzahl enger Kontakte mit Patienten und Angehörigen selbst zur Risikogruppe mit einer erhöhten Gefahr einer Infektion mit Influenzaviren. Der Influenza-Erreger ist sehr infektiös und wird vor allem per Tröpfchen- aber auch per Schmierinfektion bereits 24 Stunden vor dem Auftreten der ersten Symptome übertragen. Seite 4

5 Eine Ansteckungsgefahr besteht daher schon bei einem Händedruck aber auch auf Oberflächen und Gegenständen kann das Virus mehrere Stunden überleben. In einer Grippesaison gibt es daher vielfältige Möglichkeiten sich oder sein Gegenüber mit einer Grippe anzustecken. Das Einhalten von gängigen Hygienemaßnahmen (z.b. häufiges Händewaschen bzw. Händedesinfektion) erhöht den Schutz vor einer Ansteckung. Die wirksamste Art dem Risiko einer Ansteckung zu begegnen ist jedoch die Impfung gegen Influenza. Bundesweit ist die Impfquote jedoch noch zu niedrig sowohl bei älteren Menschen (ca %) als auch bei medizinischem Personal (unter 30%). Es besteht die Gefahr der wechselseitigen Infektion von Personal durch Patienten bzw. von Patienten durch das Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen und Alten- und Pflegeheimen. Seite 5

6 EFFEKTIVITÄT Effektiver Schutz beginnt bei Ihnen. Seite 6

7 Die Effektivität der Impfung gegen Grippe liegt zwischen 70 und 90%. Bei älteren Menschen ist der Schutz vor einer Erkrankung weniger gut als bei jüngeren Erwachsenen. Dennoch ist die Impfung für diese Altersgruppe wichtig, weil die Zahl lebensgefährlicher Komplikationen gemindert werden kann. Dem Personal in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie in ärztlichen Praxen kommt eine Schlüsselfunktion zu, wenn zuverlässiger Schutz vor der Influenza gewährleistet werden soll. Durch die Impfung können Ausbrüche und nosokomiale Infektionen in Pflegeheimen und Krankenhäusern wirkungsvoll verhindert bzw. eingedämmt werden. Wissenschaftliche Studien belegen, dass bestmöglicher Schutz erreicht wird, wenn sowohl Patienten bzw. Bewohner als auch das Personal durchgängig geimpft sind. Seite 7

8 SICHERHEIT / MÖGLICHE NEBENWIRKUNGEN Eine erwünschte Nebenwirkung ein sicheres Gefühl. Manche Menschen verzichten auf eine Influenza-Impfung, weil sie fälschlicherweise befürchten, dadurch an Grippe zu erkranken. Diese Sorge ist sachlich unbegründet. Bei der Influenza-Impfung in Deutschland werden ausschließlich Tot-Impfstoffe (so genannte Spalt- oder Untereinheiten-Impfstoffe) verwendet, die keine Infektion auslösen können. Auch die verbreitete Annahme, dass eine Influenza-Impfung die Körperabwehr schwächt, lässt sich aus wissenschaftlicher Sicht nicht halten. Seite 8

9 Wissenschaftliche Studien und die langjährige Erfahrung aus der Praxis mit vielen Millionen verimpfter Dosen zeigen, dass die Impfung gegen Influenza sicher und gut verträglich ist. In manchen Fällen kann die körpereigene Abwehr so angeregt werden, dass es zu einer Rötung oder Schwellung der Einstichstelle kommt, die mitunter auch schmerzen kann. Eine Erhöhung der Körpertemperatur und leichte Allgemeinbeschwerden, wie z. B. Unwohlsein, sind für ein bis zwei Tage möglich. Als Kontraindikation gegen eine Grippe-Impfung gilt eine Unverträglichkeit gegen Inhaltsstoffe, wie z.b. Hühnereiweiß, das momentan noch als Basis der meisten Impfstoffe dient. In absehbarer Zeit werden zellkulturbasiert hergestellte Impfstoffe zur Verfügung stehen, die kein Hühnereiweiß mehr enthalten und auch für Hühnereiweißallergiker gut verträglich sind. Seite 9

10 IMPF-INFOS Den Schutz einmal jährlich erneuern. Das Influenzavirus wechselt ständig seine genetische Struktur und es entstehen neue Virusvarianten. Die Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) passen jedes Jahr auf Basis der in der Vorsaison nachgewiesenen Erreger die Empfehlungen für die Zusammensetzung des aktuellen Impfstoffs an. In 8-9 von 10 Wintern weist der Impfstoff eine sehr hohe Schutzwirkung vor den aktuell zirkulierenden Influenzaviren auf. Aufgrund veränderter Virusvarianten ist die jährliche Erneuerung des Impfschutzes von entscheidender Bedeutung. Die Impfung sollte rechtzeitig vor Beginn der Grippe-Saison im Oktober oder November vorgenommen werden. Es dauert ca. zwei Wochen, bis sich die schützende Wirkung vollständig entfaltet. Ist der Schutz einmal ausgebildet, verhindert er eine Infektion für die gesamte Dauer der Grippe-Saison. Seite 10

11 Um Verantwortung zu übernehmen, genügen wenige Minuten. Der Aufwand für eine Influenza-Impfung ist äußerst gering. Mit einem Impftermin nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr und schützen nicht nur Ihre eigene Gesundheit, sondern auch die Gesundheit Ihrer Patienten und deren Besucher sowie Ihrer eigenen Familienangehörigen. Möglicherweise werden in Ihrer Einrichtung spezielle Impftermine angeboten oder Sie können sich sogar direkt an Ihrem Arbeitsplatz impfen lassen. Nutzen sie diese Gelegenheit oder fragen Sie Ihren Arbeitgeber oder Betriebsarzt nach der Impfung gegen Influenza. Seite 11

12 Impressum: Herausgeberin: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA, Köln im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit Stand: August 2007 Gestaltung: Hochhaus Werbeagentur, Köln Alle Rechte vorbehalten. Auflage: Druck: Silber, Niestetal Bestellnummer: Diese Broschüre wird von der BZgA kostenlos abgegeben. Sie ist nicht zum Weiterverkauf durch die Empfängerin/den Empfänger oder Dritte bestimmt. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

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