LEITFADEN FÜR PRÄSENTATIONEN

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1 INSTITUT FÜR BAUBETRIEB, BAUWIRTSCHAFT UND BAUMANAGEMENT Baufakultät (Bauingenieurwesen und Architektur) Vorstand: Univ. Prof. Dipl.-Ing. A. Tautschnig A-6020 Innsbruck Technikerstrasse 13 Tel. 0512/ Fax 0512/ LEITFADEN FÜR PRÄSENTATIONEN Präsentationen, die im Zuge von Seminararbeiten und Diplomarbeiten abgehalten werden 1 Ziele definieren 1.1 Persönlich Wer soll angesprochen (informiert) werden? 1.2 Inhaltlich Was soll vermittelt werden? 2 Gestaltung eines Vortrages 2.1 Vorüberlegungen Auch der beste Vortragende kann nicht über Sachverhalte sprechen von denen er nichts versteht. Daher macht einen wichtigen Teil der Rede die Vorbereitung aus. Welches Informationsniveau hat die Zuhörerschaft? Was ist bereits bekannt und muss nicht mehr wiederholt werden? Wie lange sollte der Vortrag dauern? Zeitvorgaben einhalten! Welche Medien der Darstellung sind vorhanden (Beamer, Overhead, Tafel...)? Wie funktionieren diese Medien? Gibt es Anfälligkeiten der Medien? Muss ich für Notfallersatz sorgen (z.b. für Overheadfolien statt Beamer)? Funktionieren diese Medien? Weiß ich damit umzugehen? Wie ist die Räumlichkeit? Größe, Verdunkelungsmöglichkeit Inhalt Gehen sie bei der Abfassung eines Vortrages methodisch und zweckmäßig vor. Ordnen sie ihre Gedanken. Je klarer ihnen ihr eigener Gedankengang ist und je deutlicher sie ihr Redeziel vor Augen haben, um so überzeugender wirkt ihre Argumentation. Worauf sollte man achten? Konzentration auf das Wesentliche! Was will ich aussagen? Zu hohe Informationsdichte ermüdet die Zuhörer und sie schalten ab VORL_Praesentationsleitfaden_06_12_02_SK.doc Seite 1 von 8

2 2.3 Ablauf des Vortrages Einleitung Die Einleitung soll kurz und interessant sein. Mit einem guten Redeeinstieg erreichen sie die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer. persönliche Vorstellung Titel und Inhaltsangabe des Vortrages vorstellen. Was erwartet die Zuhörer (Grobinhaltsverzeichnis) Aufmerksamkeit erwecken Sympathie gewinnen Vortrag: An die in der Inhaltsangabe aufgeführten Punkte halten. Roter Faden muss erkennbar sein! Schluss = Zusammenfassung und Resumee Die Gesamtaussage des Vortrages noch einmal kurz wiederholen und dem Zuhörer als wichtigsten Teil noch einmal in Erinnerung rufen. Der Schluss muss als Schluss erkannt werden können. 2.4 Dauer Die Gesamtzeitvorgaben sind einzuhalten! Überziehen gilt als Unhöflichkeit dem Publikum gegenüber, weil die i.a. vorgesehene Diskussionszeit dadurch beschnitten wird. 3 Vortragstechnik und Sprache 3.1 Vortragstechnik Möglichst frei sprechen ev. mit Unterstützung durch einen Stichwortzettel (z.b. mittels kleiner Karteikarten) Auf Folien eingehen, die aufgelegt sind ohne 1:1 davon herunterzulesen. Das gesamte Publikum ansprechen, Blickkontakt auf alle gleichmäßig richten und nicht nur auf eine Person (z.b. Übungsleiter) Freie Sicht auf Projektionen für das Publikum Nicht mit dem Rücken zum Publikum vortragen! (z.b. bei Overheadprojektionen mit einem Stift auf der Folie arbeiten). VORL_Praesentationsleitfaden_06_12_02_SK.doc Seite 2 von 8

3 3.2 Sprache Sprechweise das Publikum sollte zum Zuhören motiviert werden- Was ich euch erzähle ist aus diesen & diesen Gründen relevant die Zuhörer sollten nicht eingeschläfert werden, z.b. bei zu monotonem Redefluss Tempo nicht zu schnell oder zu langsam. Der geübte Redner wechselt das Redetempo. Wichtige Gedanken sollen langsam und eindringlich gesprochen werden. 4 Blickkontakt Ein guter Redner schafft Blickkontakt zum Publikum. Er will sehen, was seine Zuhörer bewegt, beunruhigt oder erfreut. Halten Sie deshalb während und nach Ihrem Vortrag Blickkontakt mit dem Publikum. Achten sie dabei auf folgende Punkte: nicht verlegen über die Köpfe hinwegsehen bewusst ins Publikum schauen nicht nur auf einen Hörer fixieren, sondern mit allen Kontakt aufnehmen Vorteile durch den Blickkontakt: der Zuhörer wird aufgefordert, dabei zu sein der Redner gibt den Zuhörern das Gefühl zu Ihnen persönlich zu sprechen der Redner zeigt seine Sicherheit der Redner sieht, ob seine Hörer dabei sind und mitgehen der Redner sieht, ob er verstanden wird der Redner holt sich Anregungen aus dem Publikum er sieht, ob er ruhiger oder langsamer sprechen muss er bemerkt, ob seine Zuhörer zusätzliche Informationen brauchen 5 Was tun, wenn mir nichts mehr einfällt? Was kann ich tun, wenn ich nicht mehr weiter weiß? - Wenn ich den roten Faden verliere? Wenn ich stecken bleibe? Das Ausbleiben des treffendes Ausdruckes: Jedem Menschen ist es schon passiert, dass ihm ein Begriff einfach nicht einfällt. Folgende Überbrückungen bieten sich an:,es liegt mir auf der Zunge', "Wie kann ich es Ihnen genauer sagen?', "mir fehlt der treffende Begriff". VORL_Praesentationsleitfaden_06_12_02_SK.doc Seite 3 von 8

4 Verunglückte Satzformulierungen Während der freien Rede (Sprechdenken) kann es vorkommen, dass ein begonnener Satz nicht richtig, d.h. sinngemäß, zu Ende geführt wird. Man kann einen verunglückten Satz korrigieren mit der Bemerkung: Nein ich möchte es besser formulieren" bzw. "es präziser ausdrücken, oder es genauer sagen. Der Redner beginnt von neuem und hat so einen Übergang zu einer besseren Formulierung gefunden unabhängig davon ist so etwas bei einer freien Rede nur bedingt ein Problem. Das Steckenbleiben: Während der freien Rede kann es einmal passieren, dass der Redner nicht mehr weiter weiß. Es gibt Möglichkeiten "Steckenbleib-Pannen" zu vermeiden. Dazu einige Ratschläge aus der Redepraxis: langsamer sprechen, kurze Redepausen machen den letzten Gedanken wiederholen und zum nächsten Stichwortpunkt übergehen den Gedanken für später ankündigen und an geeigneter Stelle später bringen Zusammenfassung des bisher Gesagten, ev. Fragen aus dem Publikum erbitten Die Empfehlungen sollen dem Redner Zeit geben, sich auf den nächsten Gedanken zu besinnen und wieder zu konzentrieren. 6 Medieneinsatz für eine Präsentation Wir leben im audiovisuellem Zeitalter. Daher erleichtern Ihnen visuelle Hilfsmittel den Vortrag ungemein. Beim Zuhörer wird durch das gleichzeitige Sehen und Hören eine bessere Wirkung erzielt. Es gibt Erfahrungswerte wie stark die Aufnahme von Informationen von der entsprechenden Darbietung abhängig ist. Der Mensch behält demnach ca. : 20% von dem was man hört 30% von dem was man sieht 50% von dem was man hört und sieht Aufgelegte Folien nicht zu schnell wechseln. Das Publikum sollte die Folien leicht nachvollziehen und mitlesen können (Weniger ist mehr). 6.1 Arten von Medien: Flipcharts: Notizblockfunktion, Stichwortregister Overhead: leicht vorzubereiten, flexibel Dias: gute Vorarbeit notwendig, geringe Flexibilität Filme: Diskussionsgrundlage, Medienschulung, Lernverstärkung VORL_Praesentationsleitfaden_06_12_02_SK.doc Seite 4 von 8

5 Beamer: Computer erforderlich, fehleranfällig, vorher sich mit dem Gerät vertraut machen. Tafel: unterstützt aktives Mitdenken der Zuhörer, muss weggelöscht werden (Nachteil gegenüber Flipcharts), leichte Handhabung ohne Vorarbeit. 7 Gestaltung der Präsentationsunterlagen: 7.1 Allgemeines Wenige, übersichtliche Folien nicht den kompletten Text aus der Arbeit übernehmen! Eigens für den Vortrag erstellte Folien (z.b. Power Point) Auch eingescannte Texte und Abbildungen müssen gut lesbar sein 7.2 Schriftgröße Die Größe richtet sich nach den Erfordernissen und den einzelnen Schrifttypen. Überschriften sollten größer als 30 Punkte sein, Unterüberschriften und Texte - noch Möglichkeit - nicht kleiner als 14 Punkte. 7.3 Die Schrift Serifschrift: Schrift mit "Füßchen'; ist eine angenehm weiche Schrift, die v.a. für Fließtexte verwendet wird (Zitate). Bei zu langen Texten kann es einschläfern. Nicht Serifschrift: hart; sie wird besonders zur Untermauerung von Fakten und Daten verwendet- strengt unter Umständen an. 7.4 Die Farbe und Kontraste Durch den Computereinsatz und die daraus resultierenden Farbmöglichkeiten wird oft aus allen Farbtöpfen gewählt, doch: Weniger ist mehr. Ein eindeutiger Hintergrund und wenige, wiederkehrende Farben kennzeichnen eine gute Präsentation. Der Kontrast zwischen Hintergrund und Schrift ist möglichst groß zu halten. Empfehlungen für: Overheadfolien: Hintergrund hell Schrift dunkel Beamer- Präsentation: Hintergrund dunkel Schrift hell (Z.B. blau/gelb) 7.5 Schriftschnitt Dieser richtet sich nach dem gewünschten Ziel. Besonders kleine Schriften sollten fett sein, kursiv dient zur Verstärkung. 7.6 Grafiken und Bilder Diese Elemente dienen der Visualisierung von Statements, bzw. der Erläuterung von Vorgangsweisen und Abläufen. Vor allem bei der Auswahl von Grafiken muss Rücksicht auf Farben und Schriften genommen werden. 7.7 Umsetzung Für die Umsetzung ist zwar die Entscheidung des Mediums von Bedeutung, dennoch ist der Ablauf der Gestaltung ident. VORL_Praesentationsleitfaden_06_12_02_SK.doc Seite 5 von 8

6 An erster Stelle steht die Erstellung eines Masters (z.b. MS Power Point), einer Vorlage, anhand der zuvor erwähnten Punkte. Jetzt erst soll mit der eigentlichen Umsetzung begonnen werden. Ein Grundgerüst (Notizen, Gedanken) dient oft der leichteren Umsetzung und beschleunigt auch die einzelnen Schritte. Am Ende sollte ein durchdachter, gut konzipierter Vortrag stehen. 8 Literatur: - Kellner, (1998): Reden Zeigen Überzeugen. Wien: Carl Hanser Verlag München - Lang, (1998): Gestalten kommunikativer Situationen. Brandl.: Europäischer Verlag der Wissenschaften. - Hartmann, Funk, Nietmann (1998): Präsentieren.: Beltz Verlag. - Scheler, (1995): Informationen Präsentieren.: Gabel Verlag. - Hierrold, (1998): Sicher Präsentieren wirksamer vortragen.: Überreuter Verlag. - Seifert, J.W.&Patty, S. (1989). Visualisieren- Präsentieren- Moderieren. Speyer: GABAL Verlag. VORL_Praesentationsleitfaden_06_12_02_SK.doc Seite 6 von 8

7 9 Beispiel einer Power-Point Präsentation VORL_Praesentationsleitfaden_06_12_02_SK.doc Seite 7 von 8

8 VORL_Praesentationsleitfaden_06_12_02_SK.doc Seite 8 von 8

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