Department für f r Akutgeriatrie / Remobilisation Leitung: OA Dr. Walter MüllerM. Ambulante Geriatrische Remobilisation

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1 Department für f r Akutgeriatrie / Remobilisation Leitung: OA Dr. Walter MüllerM Ambulante Geriatrische Remobilisation

2 Demographische Entwicklung Seite 2

3 Seite 3

4 Prognose der WHO: Zahl der Menschen über 60 Jahren im Jahr 2000: rund 600 Millionen im Jahr 2025: rund 1,2 Milliarden, im Jahr 2050: mehr als 2 Milliarden Seite 4

5 Anzahl der älteren Menschen mit eingeschänkter Fähigkeit zur selbstständigen Alltagsbewältigung wird dramatisch ansteigen! Seite 5

6 Bausteine der Geriatrischen Versorgung Geriatrische Tagesklinik + Ambulanz Station für f chronisch Kranke Ambulante Geriatrische Remobili- sation Abteilung bzw. Department für AG/R Seite 6

7 geriatrische Versorgung in Kärnten Abteilung für AG/R Klinikum Klagenfurt Medizinisch Geriatrische Abteilung LKH Villach Abteilung für AG/R LKH Wolfsberg Abteilung für AG/R LKH Laas Department für AG/R - a.ö.kh Spittal/Drau Department für AG/R Deutsch Ordensspital Friesach Department für AG/R ö. KH Waiern/Feldkirchen Department fürag/r a.ö.kh der Elisabethinen/ Klagenfurt Seite 7

8 geriatrische Versorgung in Kärnten Zahlreiche ÄrztInnen im Bereich der extramuralen Versorgung Geriatrie-Diplom der Österreichischen Ärztekammer Zusatzfacharzt für Geriatrie (seit Mitte des Jahres 2011) Seite 8

9 Geriatrische Versorgung extramural Multimorbider Patient: AZ Verschlechterung Akute Erkrankung Unfall (z.b.sh-bruch) Krankenhauseinweisung Nach Entlassung kommt Patient sehr oft zu Haus nicht mehr zurecht Rezid. Wiedereinweisungen (Drehtürmedizin) Seite 9

10 Geriatrische Versorgung extramural Erfahrene Hausarzt weiß zwar, was Patient brauchen würde, Aber: Zeit Strukturen Möglichkeiten für umfassende geriatrische Behandlung extramural nicht, bzw. nur sehr begrenzt vorhanden Seite 10

11 Geriatrische Versorgung extramural Geriatrische Remobilisierung, im Rahmen der vom ÖBIG definierten Strukturqualitätskriterien mit vollständigem Leistungsangebot mit allen Mitarbeitern des Geriatrischen Teams (Arzt, remobilisierende Pflege, Therapeuten, Sozialarbeitern, klinischen Psychologen) ist in Österreich bisher nur im Krankenhaus möglich Seite 11

12 Ambulante Geriatrische Remobilisation Was ist die Ambulante Geriatrische Remobilisation? Bei dieser Form der Geriatrischen Versorgung wird nicht der Patient ins Krankenhaus gebracht, sondern das Team kommt zum Patienten, in sein ständiges Wohnumfeld.

13 Ambulante Geriatrische Remobilisation Gibt es bereits Erfahrungen mit dieser neuen Behandlungsform? Diese Form der ambulanten geriatrischen Versorgung ist in vielen Ländern Europas bereits ein fixer Bestandteil der Versorgung

14 Ambulante Geriatrische Remobilisation In Deutschland z.b. ist die Mobile Geriatrische Rehabilitation eine gesetzlich definierte Pflichtleistung der Krankenversicherungen (Allg. SGB, 40 Abs. 1. und 6) d.h.: jeder deutsche Staatsbürger hat ein Recht auf mobile Geriatrische Versorgung

15 Ambulante Geriatrische Remobilisation Nachteile der Stationären Remobilisierung: Das Krankenhaus ist: - standardisiert - optimiert - geschützter Bereich Beim Pat. zu Hause: - chaotisch - verbaut - behindertenfeindlich - überforderte, verzweifelte Angehörige (wenn vorhanden)

16 Ambulante Geriatrische Remobilisation Daher: Patient so bald als möglich nach Hause Das Geriatrische Team fährt zum Patienten Dieser wird in seinem gewohnten Wohnumfeld trainiert

17 Patientenzielgruppe für f r die Ambulante Geriatrische Remobillisation Patienten nach einem stationären Aufenthalt die bereits zu Hause versorgt werden können bei denen die Therapie jedoch noch nicht abgeschlossen ist Patienten im häuslichen h Umfeld bei denen durch zunehmende Probleme die Selbstständigkeit verloren zu gehen droht Seite 17

18 Ablauf der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation Anmeldung: Anmeldung von Patienten nach einem stationären Aufenthalt im Hause (wenn nach Sicherung des sozialen Umfeldes Therapie zu Hause weitergeführt werden kann) Anmeldung von Patienten vor Entlassung von anderen Abteilungen bzw. Krankenhäusern Anmeldung durch den Hausarzt Seite 18

19 Grundsatz Jegliche Form von ambulanter Therapie erfolgt nur nach Rücksprache und mit Einverständnis des zuständigen Hausarztes Der Hausarzt wird von Anfang an in alle Aktivitäten eingebunden, seine Aufgaben (Hausbesuche, Ausstellen von Rezepten, usw.) bleiben unberührt Seite 19

20 Ablauf der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation Geriatrisch remobilisationsmedizinisches Konsil Wird durchgeführt: hrt: im Krankenhaus: - Bettbesuch, - Geriatrischen Ambulanz ideal: im Wohnumfeld des Patienten Seite 20

21 Ablauf der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation Geriatrisch remobilisationsmedizinisches Konsil Anschließend Entscheidung, welche Maßnahme für Patienten empfohlen wird Durchführung der ambulanten Geriatrischen Remobilisation Stationäre Aufnahme in der AG/R-Abteilung Andere Maßnahme Seite 21

22 Soviel Krankenhaus wie NÖTIG - Soviel häusliche h Umgebung wie MÖGLICH Daher: AMBULANT vor STATIONÄR

23 Behandlungselemente Die Inhalte der Therapieformen unterscheiden sich grundsätzlich nicht von der stationären geriatrischen Versorgung Alle vom ÖBIG definierten Strukturqualitätskriterien werden erfüllt Der Unterschied der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation: Nutzung der Ressourcen des ständigen Wohnumfeldes mit Einbeziehung der pflegenden Angehörigen (Anleitung und Beratung) Seite 23

24 Behandlungsfrequenz Eine Therapieeinheit beträgt mindestens 45 Minuten, im Durchschnitt 40 Therapieeinheiten 3 Behandlungstage pro Woche mit in der Regel 2 Behandlungseinheiten Seite 24

25 Die ambulante Geriatrische Remobilisation versteht sich als zeitlich begrenzte Komplexleistung zur Reintegration in die häusliche Umgebung Die Mobile Geriatrische Remobilisation soll keine Konkurrenz zur schon bestehenden, gut funktionierenden ambulanten Versorgung sein Das Geriatrische Team macht keine Grund- und Behandlungspflege Seite 25

26 Ärztlicher Dienst Koordinatorin Sozialarbeit Physiotherapie Ergotherapie Remobilitative Pflege Team der ambulanten Klinische Psychologie Remobilisation Seite 26

27 Ärztlicher Dienst Team der ambulanten Remobilisation Durchführung, bzw. Veranlassung und Auswertung der Remobilisationsdiagnostik Erstellung des Remobilisationsplanes und der Remobilisationsziele Leitung des Remobilisationsteams und der Teambesprechungen Sicherstellung des täglichen Kommunikationsflusses Seite 27

28 Team der ambulanten Remobilisation Ärztlicher rztlicher Dienst Erstellung des Entlassungsberichtes Kooperation mit vor- und nachbehandelnden Ärzten, mobilen Pflegediensten, mobilen Therapeuten, etc. Qualitätssicherung Der Arzt ist zur Kooperation mit den Vertragsärzten rzten verpflichtet! Die Aufgaben der Vertragsärzte rzte bleiben unberührt! Seite 28

29 Team d.ambulanten Remobilisation Koordinatorin Schnittstelle zwischen extra- und intramural Nimmt Anfragen entgegen, leitet diese an die Experten des Geriatrischen Teams weiter Nimmt Anträge zur Aufnahme in die Geriatrische Versorgung entgegen Organisiert den Ambulanzbetrieb Organisiert die Einsätze der Therapeuten Seite 29

30 Team d. ambulanten Remobilisation Sozialarbeit Koordiniert die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens Beratung und Vermittlung von Hilfen (Hauskrankenhilfe, Essen auf Rädern, etc.) Beratung über Sozialleistungen und Hilfe beim Erstellen von Ansuchen (z. B. Pflegegeldanträge, etc.) Beratung und Organisation notwendiger Anpassungen im Wohnumfeld Seite 30

31 Team d.ambulanten Remobilisation Physiotherapie Verbesserung körperlicher Funktionen Therapie zur Wiedererlangung von alltagsrelevanten Aktivitäten Wiedererlangung der Selbstständigkeit im Bereich der Mobilität Seite 31

32 Team d.ambulanten Remobilisation Ergotherapie Training von alltagsrelevanten Aktivitäten (Wasch-, Anziehtraining, etc.) Anpassung und Training mit Hilfsmitteln (Rollator, etc.) Minderung von sensomotorischen und neuropsychologischen Störungen Seite 32

33 Team d. ambulanten Remobilisation Remobilitative Pflege Anleitung zu und Training von Alltagsverrichtungen mit den Remobilitanten (Körperpflege, Toilettengang, etc.) Anleitung von pflegenden Angehörigen zur Hilfestellung Die Durchführung hrung der Grund- und Behandlungspflege ist nicht Aufgabe des Teams, diese ist weiter durch Angehörige, bzw. Hauskrankenhilfe zu erbringen. Seite 33

34 Team d. ambulanten Remobilisation Klinische Psychologie Durchführung psychometrischer Testverfahren (zur Erkennung von Demenz/Depression, etc.) Neuropsychologisches Training Behandlung depressiver Störungen Psychologische Unterstützung bei Schicksalsschlägen bei der Krankheitsverarbeitung, etc. Seite 34

35 Vorteile Verkürzung einer stationären Behandlung im Krankenhaus Vermeidung einer sonst notwendigen Krankenhauseinweisung, Ambulante Therapie ist bei gleicher Leistung viel günstiger als stationäre Behandlung Seite 35

36 Vorteile Bei gleicher Anzahl an AG/R-Betten können entsprechend mehr Patienten versorgt werden Die von Patienten und Kostenträger gefürchtete Rehospitalisierung ( Drehtürmedizin ) wird vermieden Dadurch ergibt sich neben einem Gewinn an Lebensqualität für Betroffene eine beträchtliche Kosteneinsparung im Gesundheitswesen Seite 36

37 Grundsätzliche Überlegungen Ambulante Remobilisation wird im gewohnten Umfeld des Patienten durchgeführt Probleme werden dort gelöst wo sie auftreten mit Anleitung und Beteiligung des primären sozialen Netzwerkes Der Alltag wird zum Trainingsfeld Seite 37

38 Grundsätzliche Überlegungen Die Behandlungen werden in den normalen Tagesablauf eingepasst Es entfallen belastende Transporte Barrieren im Wohnumfeld können während der Therapie erkannt und abgebaut werden Seite 38

39 Grundsätzliche Überlegungen Ambulante Therapie ist effizienter und nachhaltiger! Jeder Euro der in dieses Konzept investiert wird kommt mehrfach zurück! Jede Stunde Hauskrankenhilfe die in der Folge eingespart wird, jeder Tag den der Pat später ins Pflegeheim kommt, jeder eingesparte Krankenhausaufenthalt, jeder vermiedene Sturz, etc., spart wertvolle Ressourcen. Seite 39

40 Grundsätzliche Überlegungen Kostenvergleich pro Patient lt. Berechnung des Amtes der Kärntner Landesregierung Kosten für stationären AG/R Aufenthalt: 282 LKF-Punkte/Belegstag x = 5315,7 x 1,15 (LKF Mittel +Betriebsabgangsmittel) = 6113,06 Gesamtkosten Seite 40

41 Grundsätzliche Überlegungen Kostenvergleich pro Patient Kosten der ambulanten Remobilisation: 40 Behandlungseinheiten zu je 75 = 3000 Gesamtkosten 6113, Kosteneinsparung pro Patient: 3113,06 Seite 41

42 Grundsätzliche Überlegungen Folgeeinsparungen: weniger Schenkelhalsbrüche: Kosten Akutversorgung: Reha und steigende Pflegebedarf: Verminderte Rehospitalisierungsrate (Drehtürmedizin) Pflegeheimeinweisung verhindert (verzögert) etc.

43 Reformpoolprojekt 27.April 2009: Ansuchen ein Pilot-Projekt für das Konzept Ambulante Geriatrische Remobilisation über den Reformpool zu finanzieren, wird beim Amt der Kärntner Landesregierung eingereicht. 13.Juni 2012: Bei der 10. Sitzung der Kärntner Gesundheitsplattform wird die Durchführung des PilotProjektes mit einer Projektdauer von 25 Monaten aus Mitteln des Kärntner Gesundheitsfonds genehmigt.

44 Reformpool Pool für die Finanzierung von Projekten der Integrierten Versorgung zwischen intra- und extramuralem Bereich Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens

45 Vorlaufzeit für: Personalrekrutierung Pilotprojekt Aufbau der Infrastruktur (Fuhrpark, EDV, etc.) Kontaktaufnahme mit zuweisenden und nachversorgenden Stellen: - zuweisende Abteilungen und Krankenhäuser - betroffenen Patienten und und deren Angehörige - Hausärzte - Hauskrankenpflege, - niedergelassene Therapeuten - Selbsthilfegruppen Seite 45

46 Pilotprojekt Absprach, bzw. Festlegung der Strukturen für den praktischen Ablauf der Zusammenarbeit mit: den die Patienten betreuenden Hausärzten der die Patienten versorgenden Hauskrankenpflege Seite 46

47 Pilotprojekt Start im Jänner 2013 Wissenschaftliche Begleitung Evaluierung nach 25 Monaten und Festlegung der Regelfinanzierung (Geld folgt Leistung) anschließend kärntenweite Umsetzung des Konzepts (Verein: Netzwerk Geriatrie Kärnten) Seite 47

48 Von links nach rechts: OA Dr. Walter Müller (Leiter Department für AG/R), Patient, Physiotherapeutin Isabell Puzić Seite 48

49 Danke!

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