Finanzierungsfragen? Briefen Sie Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft

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1 Finanzierungsfragen? Briefen Sie Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft

2 02 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft Oft wird der Südwesten als das Land der Tüftler und Ingenieure bezeichnet. Baden- Württemberg ist aber mehr: Über 6 % der Unternehmen sind in Baden-Würt temberg der Kultur- und Kreativwirtschaft zuzurechnen. Die mehr als Unternehmen der Kultur- und Krea tivwirtschaft im Südwesten erzielen jährliche Umsätze um die 22 Milliarden Euro. Damit zählt die Branche zu den stärksten Wirtschaftszweigen des Landes. Hier kommt die L-Bank ins Spiel: Denn eine unserer zentralen Aufgaben ist die Förderung der hiesigen Wirtschaft und besonders die Gründungsförderung, die wir im letzten Jahr mit rund 400 Millionen Euro unter stützt haben Erwerbstätige, 22 Milliarden Euro Umsatz: Die Krea tivwirtschaft ist ein wich tiger Teil unseres starken Wirtschaftsstandortes Baden- Würt temberg mit seiner besonderen mittelständischen Prägung. Um sie noch besser zu unterstützen, gibt es vom Land jetzt den Innovationsgutschein C. Die Finanzierung kreativer Ideen braucht aber auch die Banken diese Broschüre soll helfen, dass Kreative und Banker die gleiche Sprache sprechen und erfolgreich zusammenkommen. Peter Hofelich MdL, Beauftragter der Landesregierung für Mittelstand und Handwerk Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank Wer mit einer eigenen Idee oder dem eigenen Unternehmen erfolgreich sein will, sollte seine Zielgruppen sehr genau kennen. Die Herausforderung besteht darin, sich in die unterschiedlichen Wahrneh mun gen der Kooperationspartner hineinzuversetzen und sich durch Flexibilität, Vertrauen und Wertschätzung ein Um feld herzustellen, in dem die Vielfalt an Interessen und Vor gehensweisen gleichermaßen berücksichtigt wird. Helena Acheson, Unitleiterin Kreativwirtschaft/Medienkompetenz/ Communications, MFG Innovationsagentur für IT und Medien des Landes Baden-Württemberg Klar formulierte Ziele, ein professioneller Finanzplan und genaue Zukunftsvorstellungen sind essentiell, um ein Unternehmen erfolg reich aufzubauen und längerfristig zu bestehen. Kom pe tente Partner mit umfang reichem Fachwissen wie die bwcon sind ein wesen tlich er Bestandteil, um über seinen eigenen Tellerrand zu sehen und entscheidende Denkanstöße für die Zukunft zu bekommen. Baden-Württemberg ist ein wichtiger Standort für Kreative. Was kaum jemand weiß: Fast Menschen arbeiten in Unter nehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie. Aktuell begleiten Bürgschaftsbank und MBG die Finanzierungen von fast 600 Unternehmen der Kreativwirtschaft. Zusammen mit unseren Partnern, den Haus- und Förderbanken, ermöglichen wir ein Kreditvolumen von rund 95 Millionen Euro. Uns ist es wichtig, dass die kreativen Köpfe im Land wissen, wie und mit wem sie Gründung oder Wachstum finanzieren können. Dabei sollten wir auch Kleinstgründungen nicht unterschätzen. Schließlich haben auch Micro soft und Google mal klein angefangen. Unsere Partner bei den Kreditinstituten wiederum können unser Wissen nutzen, wenn es um neue Technologien geht, die sie vielleicht nicht einschätzen können. So bleibt das Land attraktiv für Kreative und bietet ihnen eine gute Basis für ihre unternehmerischen Ziele. Dirk Buddensiek, Vorstand Bürgschaftsbank Baden-Württemberg GmbH und Geschäftsführer der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH Franziska Krämer, Geschäftsführerin KEAK interaction

3 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft 03 Planung ist alles! Wer auch langfristig erfolgreich sein will, sollte sich vor - her ausführ lich mit seinem Unternehmen beschäftigen. Die bwcon unterstützt Gründer und Jungunter nehmer mit zahlreichen Angeboten und gibt Hilfestellung bei der Erstellung des Businessplans. Kristian Kropp, Geschäftsführer RPR1.bigFM, und Volker Lässing, Geschäftsführer LässingMüller; beide im Kreativboard Baden- Württemberg: Connected e. V. Die Kultur- und Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg ist eine äußerst interessante und extrem vielseitige Branche, von der viele wertvolle Impulse für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung ausgehen. Das ökonomische Potenzial dieses Wirtschaftszweigs ist sehr beachtlich und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Industrie- und Handelskammern bieten den Kreativunternehmen mit ihren vielfältigen Serviceleistungen fundierte Unterstützung bei der Bewältigung von betrieblichen Problemen und Herausforderungen. Außer - dem helfen die Kammern bei der Umsetzung von kreativen Geschäfts ideen in erfolgreiche Unternehmenskonzepte. Dr. Peter Kulitz, Präsident des Baden-Württembergischen Industrieund Handelskammertags Der Businessplan ist der Grundstein jedes erfolg reichen Unternehmens und wirft in der Regel am Anfang Fragen auf. Es ist top, mit den Banken erfahrene Finanzierungspartner zu haben, die hier Hilfestellung geben können. Damit wird Gründern und Jung unternehmern eine zielorientierte Planung ermöglicht ohne die wiederum ein späterer Geschäftserfolg eher dem Zufall überlassen wird. Anja Raiser, SCHOKOLADE Filmproduktion GmbH Die Sparkassen wissen um die Bedeutung der Kreativwirtschaft und haben einen großen Anteil an deren Finanzierung. Wir begleiten etwa die Hälfte aller Existenzgründungen im Land, darunter natürlich auch viele Kreative. Daher haben wir uns sehr gerne der Arbeitsgruppe Krea tivwirtschaft des Mini steriums für Finanzen und Wirt schaft angeschlossen, um die Finanzierungsmöglichkeiten dieser zukunftsträchtigen Branche zu verbessern. Peter Schneider, Präsident Sparkassenverband Baden-Württemberg Die Kreativwirtschaft spielt eine nicht zu unterschät z ende Rolle für den Wirtschaftsstandort Baden- Würt temberg und es steckt erheb liches Wachstumspotenzial in der Branche. Unsere Volksban ken und Raiffeisenbanken sind gerne dazu bereit, erfolgversprechende Gründungen von Kreativen mit Krediten zu unterstützen. Aus diesem Grund haben auch wir uns sehr gerne an der Arbeitsgruppe Kreativwirtschaft des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft beteiligt. Gerhard Roßwog, ehem. Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands e. V. (BWGV) Kreative Köpfe sind wichtig für die Zukunft unseres Landes. Unsere Erfah rung zeigt, dass Marke und Design wesentliche Erfolgs faktoren sind. Beides ist dabei nicht nur eine Funktion, sondern steht insbesondere für eine Haltung und Heran gehensweise. Wir brauchen Offenheit auch für unge wöhn liche Ideen und Projekte. Hartmut Schürg, Geschäftsführer Marke & Design, RECARO Holding

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5 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft 05 Inhalt Vorwort ab Seite 06 Finanzielle Hilfen und Beratungsangebote für Existenzgründer ab Seite 08 Förderung und Zuschüsse für Beratungen in Baden-Württemberg Sprechtag-Specials zur Finanzierung für die Kultur- und Kreativwirtschaft Angebote der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern Orientierungsberatungen des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes/ Regional büro Baden-Württemberg Weitere Angebote im Überblick Der Businessplan das Herzstück der Finanzierung ab Seite 11 Die Bausteine Tipps und Tricks für Kreative Förderprogramme für Gründer und Unternehmer der Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg ab Seite 16 Finanzierungsbedarf bis 100 TEUR Finanzierungsbedarf über 100 TEUR Generelle Hinweise und Fördervoraussetzungen für Förderprogramme Weitere Finanzierungsinstrumente im Überblick ab Seite 18 Crowdfunding/Crowdinvesting Speed-Mikro-Kredit für die Kreativwirtschaft Innovationsgutschein C Schwerpunkt Kultur- und Kreativwirtschaft (Kreativgutschein) Unterstützung durch weitere Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene Beteiligungskapital/Risikokapital Privatwirtschaftliches Kapital von Business Angels Kontaktadressen zur Beratung bei Gründungsvorhaben/Organisationsstrukturen und Interessenvertretungen ab Seite 21 Ansprechpartner für die allgemeine Beratung Ansprechpartner der Förderinstitute des Landes Baden-Württemberg Weitere Informationen für Gründer/-innen und Selbstständige der Kultur- und Kreativwirtschaft Diese Broschüre möchte Gründer/-innen und Jungunternehmer/-innen aus der Kreativwirtschaft bei der Finanzierung ihres Unternehmens unterstützen und über entsprechende Angebote in Baden-Württemberg informieren. Dabei beschränkt sie sich auf einen kurzen Überblick und einige ausgewählte Angebote. Sie erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

6 06 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft Vorwort Architektur, Buch, Design, Film, bildende Kunst, darstellende Kunst, Musik, Presse, Rundfunk, Software und Games, Werbung so bunt ist die Kultur- und Kreativwirtschaft. Wenn Sie sich und Ihre Unternehmung in dieser Aufzählung wiederfinden, sind Sie Teil dieser vielfältigen Branche. Und wenn Sie sich fragen, wie Sie Ihre Selbstständigkeit oder freiberufliche Tätigkeit auch finanziell gut planen und auf den Weg bringen können, ist diese kleine Broschüre für Sie gemacht. Viele Gründerinnen, Gründer und junge Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft kommen zunächst mit wenig Startkapital aus oder können erste Anschaffungen über Ersparnisse finanzieren. Was aber, wenn mehr Kapital notwendig ist, als das eigene Konto hergibt? In diesem Fall gibt es die Möglichkeit spezieller Förderdarlehen für Unternehmen in der Gründungs- und Festigungsphase, Mikrokreditfonds, Bankkredite, Gründerzuschüsse, Venture-Capital und Beteiligungen, auf die man ggf. zurückgreifen kann. Da Sie künftig von Ihrer selbstständigen Tätigkeit leben wollen (und müssen), ist es existenziell wichtig, dass Sie gut vorbereitet sind. Überprüfen Sie darum, ob Sie Risiken einschätzen können; wie realistisch Sie sich mit Ihrem Geschäft beschäftigt haben; und nicht zuletzt, ob und wann Sie in der Lage sein werden, von Ihrem Unternehmen zu leben und Gewinne zu erzielen. Meist mündet eine solche Auseinandersetzung mit Zahlen, Daten, Fakten in einem mehrseitigen Dokument, dem sogenannten Businessplan. Wenn Sie diese Fragen überzeugend beantworten können, gelingt es Ihnen mit Ihrem Businessplan auch, einen möglichen Kapitalgeber davon zu überzeugen, Ihnen Geld für Ihre Unternehmung zu leihen. Diese Broschüre möchte Sie bei der Erstellung eines solchen Businessplans unterstützen. Sie gibt zudem einen Überblick über entsprechende Beratungsangebote zur Finanzierung in Baden-Württemberg, über geförderte Kredite und Ansprechpartner im Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft damit die Finanzierung Ihres Unternehmens auf solidem Grund steht.

7 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft 07 Zum Einstieg wagen wir drei Unternehmer/-in sein: Das will ich doch gar nicht! Sie haben eine gute Idee, wollen selbstständig arbeiten oder sogar eine eigene Firma gründen, aber das Unternehmerische liegt Ihnen nicht? So geht es vielen Unternehmerinnen und Unternehmern in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Nutzen Sie Ihre Kreativität auch für den unternehmerischen Part und entwickeln Sie Ihre unternehmerischen Fähigkeiten! Das ist der Schlüssel zum Erfolg, denn nur so wird Ihre Musik gehört, Ihr Produkt gekauft, Ihr Theaterstück gesehen, Ihr Spiel gespielt, Ihre Kunst erworben, Ihre Dienstleistung Scheuen Sie sich nicht vor Zahlen! So manche/-r Kreative möchte sich die lästigen Zahlen abnehmen lassen. Keine gute Idee! Wie sind Ihre Zahlen, wie sollten sie sein, können Sie Ihre Rechnungen begleichen? Das sind Fragen, auf die Sie jederzeit eine Antwort haben sollten. Als Unternehmer/-in müssen Sie den Überblick über Ihre Zahlen haben. Sie können sich Hilfe holen: beim Steuerberater, beim Unternehmensberater. Aber Sie müssen Ihre Zahlen auch selbst kennen und im Griff haben. Denn: Je besser Sie Ihre Zahlen kennen, umso besser für Ihre finanzielle Es lohnt sich! Ja, ein Businessplan macht eine Menge Arbeit. Aber die Arbeit lohnt sich. Denn nach dem Schreiben sind Sie schlauer als vorher. Je mehr Sie sich in die Aufgabe hineinfuchsen, umso klarer sehen Sie. Das gibt Ihnen Sicherheit für Ihre nächsten Schritte. Sie können mögliche Probleme voraussehen. Sie wissen, ob Sie auf Kurs liegen, und können sich den unternehmerischen Herausforderun gen mit größerer Sicherheit stellen. Sie machen sich unab hängig von Dritten und behalten souverän den Überblick nicht nur in der Startphase, sondern weit darüber hinaus.

8 08 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft Finanzielle Hilfen und Beratungsangebote für Existenzgründer Förderung und Zuschüsse für Beratungen in Baden-Württemberg Vor der Finanzierungsrunde bei der Hausbank kann man in Baden-Württemberg vielfältige und gute Beratungsangebote für die Erstellung des Businessplans in Anspruch nehmen. Sie helfen, eine Orientierung zu bekommen und sich strukturiert auf die Existenzgründung und auch auf das Gespräch mit möglichen Geld gebern vorzubereiten. Hierfür gibt es spezielle Angebote z. B. die Beratungsgutscheine 1. Gründer können sich unmittelbar an einen der acht Anbieter wenden und eine geförderte Beratung aus einer Hand erhalten. Damit finden Gründer schon in der Vorgründungsphase die nötige Unterstützung bei der Erstellung ihres Businessplans. Die folgenden Anbieter legen unter anderem einen Fokus auf die Baden-Württemberg: Connected e. IFB Institut für Freie Verbund Start im Quadrat Mannheim und die Metropolregion Rhein-Neckar Weitere Anbieter Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand (BWHM B.A.Z. GmbH Existenzgründungen in sozialen DEHOGA-Gründungs-Gutscheine RKW Baden-Württemberg Steinbeis Beratungszentren GmbH (SBZ) Der Einstieg in die Beratung erfolgt üblicherweise durch eine mehrstündige, in der Regel kostenlose Kompaktberatung. Für mehrtägige Intensivberatungen wird eine Eigenbeteiligung verlangt, welche etwa zwischen 70 und 80 % unter den gängigen Tagessätzen für entsprechende Beratungsleistungen liegt. Im Gegensatz zu üblichen Förderprogrammen ist der bürokratische Aufwand für die Beratenen auf ein Minimum reduziert. So muss z. B. kein gesonderter Antrag für die Förderung der Beratungsleistung gestellt werden. Man wendet sich einfach an die Partner der Gründungsgutscheine Baden-Württemberg und die geförderte Beratung aus einer Hand kann beginnen. Nähere Informationen können dem Internetportal der Initiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge des Finanz- und Wirtschaftsministeriums Baden- Württemberg (ifex) entnommen werden (www.gruendungbw.de). Sprechtag-Specials zur Finanzierung für die Kultur- und Kreativwirtschaft Für (potenzielle) Gründer mit kreativen Geschäftsideen gibt es die Sprechtag-Specials Kreativwirtschaft eine Gemeinschaftsinitiative der L-Bank als Staatsbank für Baden-Württemberg, der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg als Selbsthilfeeinrichtung der gewerblichen Wirtschaft und der Wirtschaftsinitiative Baden-Württemberg: Connected e. V. mit ihrem Arbeitsbereich Kreativwirtschaft sowie der MFG Innovationsagentur. 1 Im Rahmen der neuen Gründungsoffensive der Landesregierung wurde der Mitteleinsatz für Gründungsberatungen mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) nahezu verdoppelt, um niedrigschwellige Beratungsförderung einzuführen die Gründungsgutscheine.

9 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft 09 In Einzel-Beratungsterminen von ca. 45 Minuten können sich Gründer und Unternehmer aus der Kreativwirtschaft zu den Themen Fördermöglichkeiten, Finanzierungsquellen, Gründungsvorhaben, Geschäftsidee, Businessplan und Qualifizierungsangebote informieren. Die Sprechtage finden einmal im Monat in jeweils einer anderen Stadt bzw. Region statt. Am gleichen Tag finden die Orientierungsberatungen des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes statt, so dass Interessierte am selben Tag beide Beratungsangebote in der gleichen Stadt nutzen können. Zur Anmeldung muss ein kurzes Formular (herunterzuladen unter mit Informationen zum Vorhaben ausgefüllt und idealerweise zusammen mit einem Businessplan eingereicht Die verfügbaren Termine werden nach dem Prinzip first come, first served Die Beratung erfolgt durch Experten der L-Bank und der Daneben wird auch ein Ansprechpartner der bwcon anwesend sein. Alle Infos und Termine finden Sie unter Angebote der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern Die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern in Baden-Württemberg bieten ein vielfältiges Service-, Beratungs- und Qualifizierungsangebot und beraten zu allen Fragen der Gründung und Unternehmensführung. Die Kammern bieten umfassende Informationsunterlagen zu allen Themen, die bei einer Existenzgründung beachtet werden müssen, sowie persönliche Beratungsgespräche. In diesen Einzelgesprächen erörtern die Berater der Kammern das Gründungskonzept und Detailfragen gemeinsam mit den Gründern und zeigen die weitere Vorgehensweise auf. In den Beratungen kann gezielt auf individuelle Probleme und Fragestellungen eingegangen werden. Ergänzend werden Weiterbildungsund Qualifizierungslehrgänge, Erfahrungsaustauschkreise und Workshops angeboten. Die Kammern stehen nicht nur vor und während der Existenzgründung, sondern auch in den Aufbaujahren begleitend zur Seite. Welche Kammer für Sie die nächste ist, erfahren Sie unter Orientierungsberatungen des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes/ Regionalbüro Baden-Württemberg Das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes bietet Gründerinnen und Gründern, Selbstständigen und Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft individuelle Orientierungsberatungen, Sprechtage, Veranstaltungen und Möglichkeiten zur regionalen Vernetzung an. Die kostenfreien Orientierungsberatungen des Regionalbüros Baden-Württemberg werden in zehn Städten Baden-Württembergs regelmäßig angeboten. Dabei stehen folgende Inhalte im Klärung erster unternehmerischer wirtschaftliche Weiterentwicklung einer konkreten Verknüpfung mit spezifischen Angeboten für die Kultur- und Kreativwirtschaft vor Aufzeigen von passenden Angeboten der bestehenden Networking und Erfahrungsaustausch Weitere Informationen und Kontaktdaten zur Terminvereinbarung finden Sie unter Weitere Angebote im Das Netzwerk Kreativwirtschaft Baden-Württemberg ist geprägt durch seinen landesweiten und interdisziplinären Charakter. Es fördert konkret den branchenund regionsübergreifenden Austausch, berät kreative Start-ups und Jungunternehmen zu passenden Förderangeboten, informiert über wichtige Trends und Herausforderungen für die Branche und vernetzt Akteure, Initiativen und Verbände der Kreativwirtschaft im ganzen Land. Gemeinsam mit 17 Projektpartnern und 130 weiteren Netzwerk- und Unternehmenspartnern stärkt es die Kreativen im Südwesten. Weitere Informationen, Angebote und Veranstaltungen im Überblick gibt es hier: Die MFG Innovationsagentur für IT und Medien stärkt seit 1995 den IT-, Medien- und Kreativstandort Baden-Württemberg. Sie verbessert die landesweite Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit unter anderem durch die Förderung regionaler, nationaler und internationaler Kooperationen. Im Mittelpunkt stehen die Unter stützung von erfolgreichem Unternehmertum, besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen, sowie deren Vernetzung mit anwendungsnaher Forschung und öffent lichen Förderprogrammen. Aktuelle Angebote, Informationen und Termine finden Sie hier:

10 10 Finanzierungsangebote für die Seit Oktober 1995 fördert die MFG Filmförderung Baden-Württemberg den Aufbau des Südwestens als Filmstandort. Ihre Gesellschafter sind das Land Baden-Württemberg und der SWR, seit 1999 gibt es eine Koo peration mit ZDF/arte. Mit einem jährlichen Gesamtbudget von rund 15 Millionen Euro werden Kino- und TV-Produktionen, Digital Content sowie die Dreh buchentwicklung und der Verleih von Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilmen unterstützt, und mit zahlreichen Infrastrukturmaßnahmen soll die lebendige Vielfalt der baden-württembergischen Kinolandschaft erhalten werden. Die Wirtschaftsinitiative Baden-Württemberg: Connected e. V. (bwcon) verbindet über 600 Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit insgesamt mehr als Experten. Mit dem Arbeitsbereich Kreativwirtschaft fördert die bwcon die Vernetzung von Kreativen mit Kreativen, aber auch mit Akteuren ganz anderer Branchen. Denn Kreatives entsteht häufig an den Schnittstellen verschiedener Disziplinen. Deswegen unterstützt die bwcon kreative Gründer, Start-ups und Wachstumsunternehmen, schafft Kooperationsplattformen zu branchenrelevanten Themenschwerpunkten und bietet Networking-Angebote zum branchenübergreifenden Erfahrungsaustausch. Veranstaltungen und aktuelle Termine können Sie hier nachlesen: Auch auf regionaler und kommunaler Ebene gibt es zahlreiche Netzwerke und Initiativen, die sich die Förderung der Kreativwirtschaft vor Ort auf die Fahnen geschrieben haben 2 : Animation Media Cluster Region Stuttgart: Corporate Media Cluster Region Stuttgart: Film Commissions Baden-Württemberg: MedienInitiative Region Stuttgart: Popbüros Baden-Württemberg: Cluster-Initiative Kreativwirtschaft Ostwürttemberg: K3 Kultur- und Kreativwirtschaftsbüro Karlsruhe: Film Commission Metropolregion Rhein-Neckar: Cluster-Management Musikwirtschaft Mannheim & Region: Cluster für die Kreativwirtschaft Pforzheim: CyberForum Karlsruhe: ITS Baden-Württemberg: Open Source Region Stuttgart: opensource.region-stuttgart.de Softwarezentrum Böblingen/Sindelfingen: Virtual Dimension Center Fellbach (VDC): Technische 3D-Visualisierung (TechVis): Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative: Mobile Region Karlsruhe: Cluster Softwareinnovationen für digitale Unternehmen : GeoNet MRN: IT-Forum Rhein-Neckar: IT for Work: Software-Forum Oberrhein Netzwerk ITK & Multimedia (Region Technologie- und Gründerzentren: Baden-Württemberg verfügt über eine nahezu flächendeckende Infrastruktur von Technologie- und Gründerzentren. Verschiedene dieser Zentren konzentrieren sich auf bestimmte Technologiefelder. Ihr Angebot umfasst z. B. die Bereitstellung günstiger Gewerbeflächen, die Kontaktvermittlung und den Zugang zu Netzwerken oder die Bereitstellung von Infrastruktur, Büroequipment und Serviceleistungen. Adressen zu Technologiezentren finden Sie unter Speziell für die Unterstützung der Designwirtschaft gibt es seit nunmehr über 50 Jahren das Design Center Stuttgart, das als Einrichtung des Landes für ganz Baden-Württemberg zuständig ist. Das Design Center Stuttgart bietet unter anderem in Zusammenarbeit mit Partnern auch Beratungen für Unternehmen an ( Design 1stBeratung ). Aktuelle Angebote, Informationen und Ter mine des Design Centers Stuttgart finden Sie hier: 2 Vgl. unter anderem Cluster-Atlas Baden-Württemberg 2012;

11 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft 11 Der Businessplan das Herzstück der Finanzierung Für die gründliche und sorgfältige Vorbereitung einer Existenzgründung ist ein schriftlich ausgearbeiteter Busi ness plan (auch Unternehmenskonzept genannt) eine wichtige Basis. Der Businessplan ist die verdichtete Definition der zukünftigen Geschäftstätigkeit. Er bestimmt die weitere Vorgehensweise für den Unternehmer und bietet eine Leitlinie, an der die Ziele und Aktivitäten ausgerichtet und laufend überprüft werden können. Ein fundierter Businessplan erleichtert die Einschätzung der Chancen und Risiken eines Gründungsvorhabens und ist Handlungsgrundlage für die ersten Geschäftsjahre. Besonders wenn Kredite oder Fördermittel beantragt werden sollen, muss ein ausgereifter Businessplan vorgelegt werden. Der Businessplan ist daher auch Basis für die Verhandlungen mit potenziellen Kapitalgebern. Denn nur ein detailliertes und schlüssiges Konzept überzeugt poten zielle Geldgeber z. B. Kreditinstitute oder die öffentlichen Förderbanken. Diese beurteilen unter an derem auf der Grundlage des Businessplans, ob die Geschäftsidee erfolgversprechend und damit auch fin anzierbar erscheint. In die Einschätzung zu Ihrer Gründungsidee fließt natürlich auch Ihre Persönlich - keit als zukünftiger Unternehmer mit ein. Haben Sie Branchen erfahrungen? Haben Sie eine entsprechende Aus- bzw. Vorbildung? Verfügen Sie über Unternehmereigenschaften? Das sind nur einige der Fragen, die die Einschätzung abrunden. Der Businessplan ist kein lästiges Zahlenwerk, das die Bank fordert, sondern ein Instrument, das dem Unternehmer hilft, sein Vorhaben abschließend zu hinterfragen. Der Businessplan sollte alle für die Unternehmensgründung wichtigen Punkte enthalten auch solche, die sich als Hindernis oder Schwierigkeit erweisen können. Er beschreibt die Gründungsidee und erklärt die Vorzüge, aber auch die Risiken der angebotenen Dienstleistungen oder Produkte, die Gründe für die Standortwahl und gibt Prognosen über die Marktentwicklung. Zu einem überzeugenden Business plan gehören darüber hinaus ein Kapitalbedarfsplan, ein Finanzierungsplan sowie eine Umsatz- und Ertragserwartung (Rentabilitätsprognose).

12 12 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft Die Bausteine Ein aussagefähiger Businessplan besteht aus folgenden Bausteinen 3 : Person des Name, Anschrift, Lebenslauf: schulische bzw. berufliche Ausbildung, beruflicher Darstellung der Branchenerfahrung und der kaufmännischen Welche persönlichen Stärken und Schwächen gibt Was sind die Gründe für die geplante Welche Unterstützung bieten Lebensgefährte/Familie/ Freunde? Das Unter welcher Unternehmensbezeichnung bzw. Firmierung wird das Unternehmen Welche Rechtsform soll das Unternehmen haben (Gründe für diese Wird das Unternehmen mit Partnern (weitere Inhaber bzw. Gesellschafter) geführt? Wenn ja, wer übernimmt welche Funktionen in der Geschäftsführung? Die Was ist der Geschäftsgegenstand bzw. die Geschäftsidee (ausführliche Beschreibung des Produkt- bzw. Warum soll jemand das Produkt oder die Dienstleistung Welchen Nutzen bzw. Mehrwert bietet das Produkt bzw. die Dienstleistung? Wie ist die Marktsituation bzw. Welche Kunden-/Abnehmerzielgruppe wird angesprochen? Wodurch ist die Zielgruppe Zu welchen Preisen werden die Produkte bzw. Dienstleistungen Welche Preisgestaltung/-strategie wird Was sind die Erwartungen der Wie ist die Kundenstruktur? Besteht ein Abhängigkeitsverhältnis zu einzelnen Kunden bzw. Wie hoch ist das potenzielle Marktvolumen der Zielgruppe im geplanten Absatzgebiet bzw. im Kundeneinzugsbereich? Wettbewerbs- bzw. Wer sind die maßgeblichen Konkurrenten bzw. Wettbewerber? Wo sind sie Welcher Nutzen kann geboten werden, den die Konkurrenten nicht Welches Alleinstellungsmerkmal besitzt das Unternehmen? Marketing und Mit welchen werblichen Maßnahmen soll die Zielgruppe erreicht werden (Marketing- und Gibt es einen Markteinführungsplan? Welche Kommunikationswege sollen genutzt werden? Lieferanten, Welche Güter bzw. Dienstleistungen werden von welchen Lieferanten Gibt es bei Bedarf weitere Werden Kooperationspartner benötigt? Wenn ja, was tragen diese bei? Welche Räumlichkeiten werden benötigt (Größe, Kaufpreis bzw. Miet- oder Pachtkonditionen, geplanter Welche Vor- und Nachteile hat der geplante Unternehmensstandort (Erreichbarkeit, Verkehrsanbindung, Parkplätze, Nähe zu stark frequentierten Einrichtungen bzw. zu wichtigen Kunden oder Lieferanten, Markt- und Nachfragepotenzial, Kaufkraftsituation, Höhe der Abgaben)? Werden Mitarbeiter benötigt? Wenn ja, mit welcher Wie erfolgt die Entlohnung der Mitarbeiter? Kapitalbedarfsplan Die sorgfältige Ermittlung des Kapitalbedarfs gehört zu den wichtigsten Aufgaben bei einer Gründungsplanung. Ein fundierter Kapitalbedarfsplan hilft, Liquidität zu sichern und Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Zum Kapitalbedarf gehören insbesondere die Ausgaben für das Anlagevermögen und für das Umlaufvermögen. Zu berücksichtigen sind auch die finanziellen Belastungen während der Anlaufphase sowie administrative Gründungskosten. Der Kapitalbedarf darf nicht zu knapp ermittelt, eine Reserve für unvorhergesehene Ausgaben sollte eingeplant werden. 3 Die einzelnen Bausteine bzw. Fragestellungen erleichtern die Erarbeitung des Businessplans. Je nach Art und Branche der Gründung besitzen die jeweiligen Fragestellungen eine unterschiedliche Relevanz. Unter Umständen kann es erforderlich oder sinnvoll sein, die Übersicht um weitere Aspekte zu ergänzen.

13 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft Investitionen zur Herstellung der Leistungsbereitschaft (Anlagevermögen) Grundstück, Gebäude Umbaumaßnahmen Maschinen und Geräte Geschäftseinrichtung Für die Leistungserstellung notwendiger Kapitalbedarf (Umlaufvermögen) Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Unfertige Erzeugnisse bzw. Leistungen Fertige Erzeugnisse und Waren Forderungen bzw. Betriebliche Anlaufkosten (Ausgaben bis zum ersten Geldeingang aus Umsatz) Personalkosten (ohne Unternehmerlohn bei Personengesellschaften) Miete, Pacht, Leasingraten Verwaltungskosten und Vertriebskosten Werbekosten Sonstige betriebliche Gründungskosten Beratungen Anmeldungen/Genehmigungen Eintrag ins Handelsregister Reserve für Privatentnahmen (bei Personengesellschaften) = Gesamtbetrag der Kapitalbedarfsplanung Finanzierungsplan Eine solide Eigenkapitalausstattung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Existenzgründung und reduziert die Gefahr von Liquiditätsproblemen. Oftmals reichen jedoch die eigenen Mittel nicht zur Deckung des gesamten Kapitalbedarfs aus. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Finanzierungslücke zu schließen. Hierzu öffentliche Förderprogramme der L-Bank Baden-Württemberg und der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg bzw. MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg (siehe nachfolgendes Investitionskredite von Banken oder Kontokorrentkredite zur Abdeckung des kurzfristigen Leasing von Darlehen von Verwandten oder Bekannten Umsatz- und Ertragserwartung (Rentabilitätsprognose) Zu den wichtigsten, aber auch schwierigsten Berechnungen bei einem Gründungsvorhaben gehört die Umsatzund Ertragserwartung. Auch wenn eine solche Rentabilitätsprognose mit Unwägbarkeiten behaftet ist, soll sie doch dazu in die Lage versetzen, die Erfolgschancen einer Existenzgründung realistisch einzuschätzen. Die Höhe des mit der Rentabilitätsprognose ermittelten nachhaltig erzielbaren Gewinns zeigt, ob das Gründungsvorhaben eine tragfähige Vollexistenz ermöglicht und der Gründer seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann. Sind die voraussichtlichen Umsätze nur schwer einzuschätzen, bietet sich eine zunächst auf Kostendeckung, später auf den Mindestgewinn angelegte Planung an. Dienstleister sollten ausgehend vom veranschlagten Honorar (Stundenbasis oder Pauschalvergütung) ermitteln, ob die erforderlichen Einnahmen bei dem möglichen Auslastungsgrad der Arbeitszeit realistisch sind. Berücksichtigt werden müssen dabei aber Akquisitionszeiten und sonstige Tätigkeiten ohne Honorarvergütung. Sorgfältig kalkuliert werden müssen die betrieblichen Kosten. Hierzu gehören der Wareneinsatz, die Personalkosten und die Sachgemeinkosten. Bei einer Finanzierung durch Fremdkapital müssen auch Zinsen berücksichtigt werden. Hinzu kommen Abschreibungen auf das betriebliche Anlage- und Umlaufvermögen. Eine Umsatz- und Ertragserwartung sollte drei Geschäftsjahre umfassen. Für die Anlaufphase (in der Regel die ersten sechs Monate) bietet sich eine monatsgenaue Berechnung an. Die Zahlen müssen auch wenn es sich um Schätzungen handelt nachvollziehbar und belas t- bar sein. Deshalb sollten die Berechnungen durch zusätz liche Erläuterungen zur Herangehensweise verdeutlicht werden.

14 14 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft Beispiel für den Aufbau einer Umsatz- und Ertragserwartung Erwarteter Umsatz./. Wareneinsatz = Rohgewinn I./. Personalkosten (ohne Unternehmerlohn) Löhne, Gehälter Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung Urlaubs-/Weihnachtsgeld = Rohgewinn II./. Sachgemeinkosten Miete, Pacht, Leasingraten Heizung, Wasser, Strom Versicherungen, Steuern, Beiträge Fahrzeugkosten Werbung, Reisekosten Instandhaltung Maschinen, Geräte Bürobedarf, Telefon, Fax, Internet Steuerberater, Buchführung./. Zinsen./. Abschreibungen = Jahresüberschuss Nun kann festgestellt werden, ob der voraussichtliche Jahres überschuss die Ausgaben für die private Haushaltsund Lebensführung, die sozialen Aufwendungen (unter anderem Krankenversicherung und weitere private Versicherungen) und die anfallende Einkommensteuer in ausreichendem Um fang sichert. Liquiditätsrechnung Neben dem Kapitalbedarfsplan sowie der Umsatz- und Ertragserwartung sollte das Gründungskonzept auch eine Abschätzung der Liquidität enthalten. Bei der Liquiditätsrechnung werden die voraussichtlichen Einnahmen des Unternehmens innerhalb einer bestimmten Periode den voraussichtlichen Ausgaben gegenübergestellt. Aus der Differenz der beiden Beträge ergibt sich der Überschuss oder Fehlbetrag, der dann auf den zukünftigen Kapitalbedarf rückschließen lässt. Eine sorgfältige Liquiditätsrechnung zeigt, ob auch in der Zeit nach der Gründung genügend flüssige Mittel vorhanden sind, um die laufenden Kosten und Ausgaben fristgerecht bezahlen zu können. Wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt des Jahres die Ausgabenseite höher ist als die Einnahmenseite, kann ein Liquiditätsengpass oder sogar eine Zahlungsunfähigkeit entstehen. Im Falle einer drohenden Unterdeckung sollte rechtzeitig für die Deckung des Fehlbetrags gesorgt werden, bspw. durch einen Kontokorrentkredit. Es gibt zahlreiche Tools im Internet (Existenzgründerportale) oder Softwarepakete, die Hilfestellung bei der Er arbeitung eines Businessplans geben. Fundierte Unterstützung bietet bspw. die Gründungswerkstatt Deut schland (www.gruendungswerkstatt-deutschland.de), ein Online-Portal für Gründer und Jungunternehmer. Die Gründungswerkstatt Deutschland ist ein Projektverbund aus Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Gründungsinitiativen und der KfW. Herzstück ist ein Businessplanmodul, mit dem Existenzgründer schrittweise online ihren Businessplan entwickeln können. Über die im ersten Kapitel beschriebenen Beratungsgutscheine des Landes können Gründer sich auch ganz individuell bei der Erstellung Ihres Business plans beraten lassen durch die kostenlose Check-up- Beratung erhält der Gründer früh eine Einschätzung zum Gründungsvorhaben und erste Hilfen bei der Erstellung des Businessplans. Aufbauend auf die Check-up-Beratung wird Gründern mit einer erfolgverspre chenden Geschäftsidee ein umfassendes Gründungs- Coaching angeboten. Zentrales Ergebnis dieser geförderten Beratung ist ein bankfähiger Businessplan. Es empfiehlt sich, den Businessplan auch mit außenstehenden Personen kritisch zu besprechen und externen Rat einzuholen.

15 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft 15 Tipps und Tricks für Kreative Im Folgenden finden sich einige Punkte, auf die insbesondere Gründer aus der Kreativbranche bei ihrer Finanzplanung achten Achten Sie bei der Erstellung Ihres Businessplans auf Klarheit, Stimmigkeit und Sachlichkeit, dass er auch für Laien verständlich ist, auf frühe Unterstützung, dass Sie Leitfragen verfolgen, die sich aus der geplanten Wertschöpfung ergeben, dass er interessant und spannend zu lesen ist, dass der Gedanke zur Gewinnerzielung erkennbar Oftmals wird der Kapitalbedarf zu gering eingeschätzt. Bis ausreichende und anhaltende Einnahmen erzielt werden, kann es zu einer längeren Durststrecke kommen, die bei ersten Berechnungen vernachlässigt wird. Darum sollten Sie Ihren Finanzbedarf sorgfältig planen und sich im Zweifel entsprechende Unterstützung in Form einer Existenzgründungsberatung ein Um langfristig von Ihrer Unternehmung leben zu können, sollte diese nachhaltig geplant und auf Dauer ange legt sein. Verdeutlichen Sie in Ihrem Businessplan, wie es nach dem ersten Projekt weitergeht und wie Sie neue Aufträge generieren möchten. Überlegen Sie vorab, ob es sich bei Ihrer Geschäftsidee um ein ein maliges Projekt oder um eine nachhaltige Gründung handelt. Der Kapitalbedarf muss entsprechend anders geplant Damit ein Finanzierungspartner Ihre Geschäftsidee begleiten kann, muss eine Gewinnerzielungsabsicht klar erkennbar sein. Das ausschließliche Ziel einer Kostendeckung durch Förderung stellt nicht die wirtschaftliche Herangehensweise dar, die von potenziellen Finanzierungspartnern auch den öffentlichen Förderstellen erwartet wird. Machen Sie deutlich, wo und wie die Erlöse erzielt Das wirtschaftliche Potenzial einer Kreativunternehmung ist oftmals schwer einschätzbar: Stellen Sie daher dar, wie Sie Ihr Produkt vertreiben wollen, wie Ihre Dienstleistung an den Nutzer kommt, wie Sie Ihren Markenaufbau vorantreiben, ob und wie Ihr Geschäftsmodell skalierbar (erweiterbar) Die Kreativwirtschaft zeichnet sich durch häufig unerprobte und digitale Geschäfts-/Erlösmodelle aus, die schwierig zu beurteilen sind. Erläutern Sie Ihre Idee und die dahinterstehende Ertragsperspektive so simpel wie möglich, um Ihre Idee auch dem Laien, der sich mit Ihrer Branche nicht auskennt, verständlich zu Rechtliche Rahmenbedingungen: Das Urheberrecht hat in der Kreativbranche eine besondere Bedeutung. Es ist sinnvoll, sich hiermit ausführlich zu beschäftigen und im Businessplan darzulegen, ob das kreative Produkt rechtlichen Schutz (Markenschutz, Gebrauchsmusterschutz, Patentanmeldung) benötigt oder nicht. Nutzen Sie für Ihre Recherche das Informationszentrum Patente in Stuttgart Weniger ist oft mehr. Statt seitenlanger Ausführungen über die Geschäftsidee/das Produkt sollten Sie eine kurze, prägnante Darstellung vorziehen, die von einem nicht fachkundigen Dritten (dem Bankberater) nachvollzogen werden kann. Die Bank interessiert viel mehr, wie die Marktchancen sind, also: Wo gibt es einen Markt, wo sitzen die Kunden/Abnehmer und wie kommt das Produkt zum Sprechen Sie rechtzeitig mit der Bank Ihrer Wahl. Je eher Sie den ersten Kontakt zur Bank suchen, umso mehr kann Ihnen die Bank unter die Arme greifen. Sie können dann die benötigten Unterlagen optimal für Ihren potenziellen Gesprächspartner aufbereiten und vor allem schaffen Sie sich auch die Basis für eine optimale Finanzierungsstruktur (rechtzeitige Beantragung von öffentlichen Fördermitteln, je enger der zeitliche Rahmen, je weniger kann sich ein Finanzierungspartner Benötigte Unterlagen für das Erstgespräch: Businessplan inkl. Zahlenwerk Lebenslauf inkl. beruflichen Werdegangs Einkommens-/Vermögensübersicht evtl. ergänzende Informationen, Vergleichsmuster (Entwicklung in Anlehnung an ), Modell, Als zeitlicher Ablauf ist davon auszugehen, dass innerhalb von sechs Wochen nach dem Erstgespräch (bei entsprechender Vorlage der nötigen Unterlagen) ein mit dem Kunden besprochenes Finanzierungskonzept steht. Daran anschließend erfolgt die vertragliche Umsetzung.

16 16 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft Förderprogramme für Gründer und Unternehmer der Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg Das Land Baden-Württemberg und die Förderinstitute des Landes (L-Bank, Bürgschaftsbank Baden-Württemberg sowie Mittelständische Beteiligungsgesellschaft) bieten Gründerinnen und Gründern sowie mittelständischen Unternehmen ein breites Spektrum an öffentlichen Förder pro gram men. Die bundesweit geförderten Programme komplettieren dabei das Förderangebot. Diese reichen von Mikrofinanzierungsangeboten und Darlehensprogram - men über Bürgschaften und Beteiligungen bis hin zur Bereitstellung von Wagniskapital und Innovationsförderprogram men. Zudem stehen für Gründungsvorhaben im Ländlichen Raum, Ausgründungen aus Forschungseinrichtungen und Hochschulen, Gründungen aus der Arbeitslosigkeit oder innovative, technologieorientierte Vorhaben spezielle Förderangebote bereit: Finanzierungsbedarf bis 100 TEUR (Stand ) Förderprogramm Zielgruppe Förderung Beschreibung Anbieter Startfinanzierung 80 (L-Bank) Gründer/-innen Existenzfestiger/ -innen Darlehen Bürgschaft Gesamtkapitalbedarf 150 TEUR inkl. einer 80%igen Bürgschaft. Bis drei Jahre nach Gründung/Übernahme. Bürgschaftsbank Baden- Württemberg L-Bank RKW BW Exi PLUS Gründer/-innen Darlehen Bürgschaft Vermittlung von Förderdarlehen (Startfinanzierung der L-Bank, KfW-Gründerkredit StartGeld) im Rahmen der vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft BW geförderten Gründungsberatung. Antragstellung über das RKW Baden-Württemberg. RKW Baden- Württemberg Finanzierungsbedarf über 100 TEUR (Stand ) Förderprogramm Zielgruppe Förderung Beschreibung Anbieter Gründungsfinanzierung (L-Bank) Gründer/-innen Übernehmer/-innen Existenz festiger/ -innen Darlehen (Bürgschaft) Darlehensbetrag i. d. R. 5 TEUR bis 10 Mio. EUR. 50 % Bürgschaft optional. Bis drei Jahre nach Gründung/ Übernahme. L-Bank Wachstumsfinanzierung (L-Bank) Bestehende unternehmen Darlehen (Bürgschaft) Darlehensbetrag i. d. R. 10 TEUR bis 10 Mio. EUR. 50 % Bürgschaft optional. Für KMU älter als drei Jahre. L-Bank

17 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft 17 Förderprogramm Zielgruppe Förderung Beschreibung Anbieter Liquiditätskredit (L-Bank) Bestehende Unternehmen Darlehen Unter anderem Finanzierung von Betriebsüber nahmen und Konsolidierungen. L-Bank Bürgschaften der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg Gründer/-innen Übernehmer/-innen Existenz festiger/ -innen Bestehende unternehmen Bürgschaft Bis zu 80 % der Kredit- oder Leasing summe, max. 1,25 Mio. EUR. Bürgschaftsbank Baden- Württemberg Bürgschaftsprogramm (L-Bank) Gründer/-innen Übernehmer/-innen Existenz festiger/ -innen Bestehende unternehmen Bürgschaft In der Regel 50 % der zu verbürgenden Finanzierung, in Einzelfällen auch darüber. Bürgschaften zwischen 1,25 und 5 Mio. EUR. L-Bank MBG-Beteiligungen für Existenzgründung und -festigung Gründer/-innen Übernehmer/-innen Existenz festiger/ -innen Stille Beteiligung Stille Beteiligung bis 250 TEUR (im Einzelfall darüber). Bis 3 Jahre nach Gründung. MBG MBG-Beteiligungen zur Unternehmensnachfolge Übernehmer/-innen Stille Beteiligung Stille Beteiligung bis 750 TEUR für Betriebsübernehmer/-innen, tätige Beteiligungen (MBO/MBI). MBG MBG-Beteiligungen für Expansion und Unternehmenssicherung Bestehende unternehmen Stille Beteiligung Stille Beteiligung bis 1 Mio. EUR (in Kooperation mit der Hausbank bis 2,5 Mio. EUR). Antragstellung bei der MBG. MBG Kombi-Programm (L-Bank, MBG, Bürgschaftsbank BW) Gründer/-innen Übernehmer/-innen Existenz festiger/ -innen Bestehende unternehmen Darlehen, Bürgschaft, stille B eteiligung Kombi-Programm aus einer Bürgschaft (50 % oder 70 %) für einen Förderkredit plus einer stillen Beteiligung für Beträge zwischen 100 und 500 TEUR. Bürgschaftsbank Baden- Württemberg L-Bank MezzaFin (L-Bank) Bestehende unternehmen Nachrangdarlehen Max. 1,5 Mio. EUR, bis zu 100 % werden als Nachrangdarlehen gewährt. L-Bank Generelle Hinweise und Fördervoraussetzungen für Förderprogramme In den meisten Fällen darf erst nach einer Bewilligung des Förderantrags mit dem geförderten Vorhaben begonnen werden bzw. dürfen Sie vor der Beantragung keine rechtlich bindende Verpflichtung eingehen (z. B. Inanspruchnahme von Beratungsleistungen oder Abschluss eines Kaufvertrags). Informieren Sie sich deshalb genau darüber, wann Sie Verträge schließen und mit dem Vorhaben beginnen dürfen, ohne dass es für eine Förderbewilligung schädlich wäre. Viele der Förderprogramme können miteinander kombiniert werden. Sofern Sie nicht in ausreichendem Umfang über Sicherheiten verfügen, können Sie über die Hausbank Bürgschaften der Bürgschaftsbank beantragen.

18 18 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft Weitere Finanzierungsinstrumente im Überblick Neben den Existenzgründerkrediten von Banken und Sparkassen gibt es noch andere Möglichkeiten, Ihre Projektund Geschäftsideen zu finanzieren. Diese Finanzierungsmöglichkeiten können sowohl als eigenständige, teilweise aber auch als zusätzliche/ergänzende Geldquelle dienen. Crowdfunding/Crowdinvesting Crowdfunding Das Prinzip von Crowdfunding, häufig übersetzt mit Schwarmfinanzierung, ist einfach. Ziel ist die Finanzierung von Projekten, Produkten oder sogar Geschäftsideen durch eine Vielzahl von Personen. Wer nach Kapital sucht, nutzt eine der mittlerweile zahlreichen Crowdfunding- Plattformen, um dort sein Projekt vorzustellen. Ist das Budgetziel in der gesetzten Zeit erreicht, wird das Geld ausbezahlt. Die Crowd, also alle, die einen Beitrag gezahlt haben, erhalten im Gegenzug ein Dankeschön, z. B. eine Nennung im Abspann eines Films, ein unterschriebenes Exemplar des neuen Produkts der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Entscheidend für den Erfolg ist die Bewerbung des Projekts, insbesondere im Social Web. Ein besonderer Vorteil: Man kommt schon früh mit der eigenen Zielgruppe in Kontakt und erkennt Stärken und Schwächen des eigenen Produkts/der eigenen Dienstleistung. Vor allem künstlerische und kreative sowie leicht verständliche Projekte haben gute Erfolgsaussichten. Deutschsprachige Crowdfunding-Plattformen sind z. B.: Crowdfunding auch als Crowdinvesting Crowdfunding ist nicht nur zur Finanzierung von einzelnen Projekten, sondern auch zur Finanzierung von kapitalintensiven, jungen und innovativen Start-ups geeignet. Dann wird es aber meist als Crowdinvesting bezeichnet, denn statt einem Danke schön erhalten Investoren einen Anteil am Gewinn und Unternehmenswert. Es entstehen also Renditeerwartungen der Investoren, die sich durch die Partizipation am Unternehmenswachstum in bereits frühen Phasen ergeben. Aufgrund von gesetz lichen Bestimmungen sind die derzeit gängigsten Beteiligungsarten beim Crowdinvesting das partiarische Nachrangdarlehen und die stille Beteiligung. Alternativ können auch Genussrechte ausgegeben werden, die aber meist nur eine gewinnabhängige Verzinsung bieten. Entscheidend ist, dass es sich beim Crowdinvesting ähnlich wie bei Venture-Capital (VC) um Risikokapital handelt, wobei das Risiko auf viele Schultern verteilt wird. Deutschsprachige Crowdinvesting-Plattformen sind z.

19 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft 19 Speed-Mikro-Kredit für die Kreativwirtschaft Bei Mikrokrediten handelt es sich um Kleinstkredite. Mikrokredite sind dann interessant, wenn die benötigte Kreditsumme niedrig und eine Kreditvergabe aufgrund des formalen Aufwands somit für Banken unattraktiv ist. Mit bis zu Euro für den Erstkredit werden vorrangig die Dinge finanziert, die beim Unternehmen schnell zu Umsatz und damit zu Erträgen führen z. B. Investitionen, Betriebsmittel oder Auftragsfinanzierung. Für die Kreativbranche hat z. B. der Mikrofinanzierer MONEX ( Mikrofinanzierung Baden-Württemberg e. V.) ein spezielles Angebot: Mit dem Speed-Mikro- Kre dit für die Kreativbranche lassen sich Aufträge unbüro kratisch vorfinanzieren oder wichtige Investitionen, wie für Musikanlagen, Messestände oder Materialien, rasch tätigen. Innovationsgutschein C Schwerpunkt Kultur- und Kreativwirtschaft (Kreativgutschein) Ziel des Modellvorhabens Innovationsgutschein C (Kreativgutschein) ist es, Kleinstunternehmen und Freiberuflern aus der Kultur- und Kreativwirtschaft den Markt zugang mit neuen Produkten und Dienstleistungen zu erleichtern und in der Folge die Unternehmensentwicklung positiv zu beeinflussen. Mit dem Innovationsgutschein C soll additional zu den Innovationsgutscheinen A und B (mit dem Schwerpunkt Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen) die Erstvermarktung von neuen Produkten und Dienstleistungen gefördert werden. Damit sollen auch Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft erreicht werden, für die die Innovationsgutscheine A und B nicht in Frage kommen, da die innovativen und kreativen Leistungen ausschließlich betriebsintern erbracht werden. Gefördert wird die Erstvermarktung von neuen, kreativen Produkten und Dienstleistungen, unter anderem durch Beteiligung an Messeauftritten, an der Erstellung von Werbe material sowie von Katalogen und Bedienungsanleitungen, an Honoraren und Gebühren für den Schutz von Marken und Geschmacksmustern. Der Innovationsgutschein C wird mit einer Förderhöhe von maximal Euro gewährt. Dabei deckt die Förderung maximal 50 % der Ausgaben ab, die dem Unternehmen in Rechnung gestellt werden. Unterstützung durch weitere Förderprogramme auf Bundes- und Landes ebene (BeispielE): Digital Content Funding Das Digital Content Funding (DCF) der MFG Filmförderung und MFG Innovationsagentur fördert mit insgesamt Euro pro Jahr neue interaktive Medienapplikationen. Unterstützt werden qualitativ hochwertige Anwendungen, die kulturell wertvoll sowie inhaltlich oder strukturell mit Marktpotenzial ausgestattet sind. Gefördert werden können bspw. Online-, Mobile-, und Serious Games über innovative Apps bis hin zu Transmediaprojekten, Softwareanwendungen und neu entwickelter interaktiver Hardware. Überzeugt der Projektantrag, dann winken beim DCF.S bis zu Euro und beim DCF.L bis zu Euro in Form eines bedingt rückzahlbaren, zinslosen Darlehens. Förder bar sind damit die Konzeptentwicklung, Prototypenentwicklung sowie Produktion und Vertriebsmaßnahmen. Innovationsgutscheine Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten die Unternehmen eine finanzielle Förderung für die Planung, Entwicklung und Umsetzung neuer Produkte oder Dienstleistungen bzw. für deren qualitative Innovationsgutschein A: Euro für externe wissenschaftliche Tätigkeiten im Vorfeld der Entwicklung eines innovativen Produkts, einer Dienstleistung oder einer Verfahrensinnovation, z. B. Technologie- und Marktrecherchen, Machbarkeitsstudien, Werkstoffstudien, Designstudien, Studien zur Fertigungstechnik. Bis zu 80 % der Kosten, die dem Unternehmen von der beauftragten Forschungsund Entwicklungseinrichtung in Rechnung gestellt werden, können durch die Förderung abgedeckt Innovationsgutschein B: Euro für externe umsetzungsorientierte Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten, die darauf ausgerichtet sind, innovative Produkte, Produktionsverfahren und Dienstleistungen bis zur Markt- bzw. Fertigungsreife auszugestalten, z. B. Konstruktionsleistungen, Service-Engineering, Prototypenbau, Design, Produkttests zur Qualitätssicherung, Umweltverträglichkeit. Bis zu 50 % der Kosten, die dem Unternehmen von der beauftragten Forschungs- und Entwicklungseinrichtung in Rechnung gestellt werden, können durch die Förderung abgedeckt Innovationsgutschein B Hightech für Start-up-Unternehmen: Euro für umsetzungsorientierte Forschungsund Entwicklungstätigkeiten im Rahmen eines innovativen Vorhabens in den Schwerpunktfeldern Nachhaltige Mobilität, Umwelttechnologie, erneuerbare Energie und Ressourceneffizienz, Gesundheitswirtschaft, Lebenswissenschaften, Informations- und Kommunikations-

20 20 Finanzierungsangebote für die Kreativwirtschaft technologie (IKT), Green IT und intelligente Produkte. Die Förderung deckt maximal 50 % der Ausgaben ab, die dem Unternehmen in Rechnung gestellt werden. Zuschussfähige Ausgaben sind die Kosten externer Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Zudem sind Materialkosten förderfähig, die im Rahmen von betriebsinternen Entwicklungsleistungen, z. B. dem Prototypenbau, anfallen. Beteiligungskapital/Risikokapital Entgegen den stillen Beteiligungen der Mittelstän dischen Beteiligungsgesellschaft und der L-Bank (siehe Kapitel Förderprogramme) handelt es sich bei klassischem Beteiligungskapital um eine Eigenkapitalfinanzierung, bei der der Kapitalgeber im Austausch für seine Finanzierung Anteile am Unternehmen erwirbt. Ziel des Kapital gebers ist es, die erworbenen Anteile nach einer gewissen Zeit möglichst gewinnbringend wieder zu verkaufen. Man unterscheidet je nach Unternehmensphase zwischen Private Equity und Venture-Capital. Bei Venture-Capital (= VC oder Risikokapital/Wagniskapital) geht es um die Finanzierung von sehr jungen, innovativen Unternehmen in der Gründungsphase. VC ist also dann eine sinnvolle Finanzierungslösung, wenn es keine Sicherheiten gibt, keine Erfahrungswerte hinsichtlich der Geschäftsidee existieren und auch noch kein Umsatz generiert wird. Dann ist nämlich das Risiko für Banken meist zu hoch und ein Kredit wird nicht gewährt. Um Risikokapital zu erhalten, muss die Geschäftsidee ein entsprechendes Wachstumspotenzial bieten, da der Investor zwar eine hohe Risiko neigung hat, aber entsprechend auch eine hohe Renditeerwartung. Der VC-Investor strebt innerhalb von drei bis sieben Jahren den Exit (Verkauf des Unternehmens bzw. der erworbenen Anteile) an. Eine Übersicht zu verschiedenen VC-Fonds in Europa, die entweder ganz speziell oder aber unter anderem auf die Kreativbranchen ausgerichtet sind, ist hier zu finden: Privatwirtschaftliches Kapital von Business Angels Der Business Angel ist ein Frühphaseninvestor, der eigenes Geld, aber zusätzlich auch sein Know-how in ein Unternehmen investiert. Häufig sind das ehemalige Unternehmer und Manager. Den Kontakt zu Business Angels erhält man am besten über Business-Angels-Netzwerke. Eine Übersicht dazu gibt es unter In Baden-Württemberg sind folgende Netzwerke zu Business Angels im CyberForum: Business Angels Freiburg: Business Angels Region Stuttgart e. V., c/o Wirtschaftsförderung Region Stuttgart: Quantum Board GmbH The European High-Tech Scouting Club: venture forum neckar e. V.: Insgesamt gilt, dass Kapitalsuchende aus der Kreativwirtschaft zuallererst überlegen sollten: Will ich ein Unternehmen gründen, das so viel Geld einbringt, dass es mich ernährt? Oder ist es vielleicht nur ein Projekt mit begrenzter Laufzeit oder eine Initiative, die sich lediglich selbst tragen muss? Im ersten Fall hängt die Wahl der richtigen Finanzierungsform vor allem von der Höhe des Finanzierungsbedarfs, vom Risiko und von den vorhandenen Sicherheiten ab. Im zweiten Fall sollten die Akteure auch nach Crowdfunding und Kultur sponsoring (private Kulturförderung) schauen.

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