18. Auflage Die Zusatzleistungen zur AHV und IV. Eine Informationsbroschüre für Rentnerinnen und Rentner in der Stadt Bern

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1 18. Auflage 2016 Die Zusatzleistungen zur AHV und IV Eine Informationsbroschüre für Rentnerinnen und Rentner in der Stadt Bern

2 Liebe Bernerinnen und Berner Etwa 20 Prozent der Rentnerinnen und Rentner in der Stadt Bern verfügen im Alter oder bei Invalidität nur über ein sehr bescheidenes Einkommen. Oft reicht dieses nicht aus, um für das Allernotwendigste aufzukommen. Für sie ist diese Broschüre gedacht. Sie zeigt die Möglichkeiten zum Bezug von sogenannten Ergänzungsleistungen. Das sind Leistungen, die Rentnerinnen und Rentner erhalten, wenn sie bestimmte gesetzliche Voraussetzungen erfüllen. Nehmen Sie sich deshalb Zeit und lesen Sie die folgenden Seiten in aller Ruhe. Wenn Sie annehmen, dass Sie Anspruch auf Zusatzleistungen haben, dann wenden Sie sich vertrauensvoll an das Alters- und Versicherungsamt der Stadt Bern an der Bundesgasse 33. Hier klären Fachpersonen gerne Ihren Anspruch ab. Freundliche Grüsse Die Direktorin für Bildung, Soziales und Sport der Stadt Bern Franziska Teuscher 1

3 Inhaltsverzeichnis Einleitung S Was fällt unter den Begriff Zusatzleistungen? S Wie werden die Ergänzungsleistungen berechnet? S Welche Ausgaben werden bei der Bemessung der Ergänzungsleistungen berücksichtigt? S Welche Einnahmen werden bei der Bemessung der Ergänzungsleistungen berücksichtigt? S Wie werden die Ergänzungsleistungen bei einem Heimaufenthalt berechnet? S Welche Bedeutung kommt dem Vermögen zu? S Was ist im Fall einer Schenkung oder eines Erbvorbezuges? S Wie verhält es sich mit der im ZGB vorgesehenen Verwandtenunterstützung? S Müssen Ergänzungsleistungen von mir / meinen Nachkommen zurückerstattet werden? S Wo kann ich mehr über Ergänzungsleistungen erfahren? S An wen kann ich mich wenden, wenn ich Ergänzungsleistungen beantragen will? S. 18 Anhang 1: Berechnungsbeispiele S. 19 Anhang 2: Übersicht Maximale Heimkosten S. 25 Anhang 3: Anhang 4: Berechnungsblatt zur Überprüfung des eigenen Anspruches (Wohnung) S. 26 Berechnungsblatt zur Überprüfung des eigenen Anspruches (Heim) S. 27 Antwortkarte S. 28 2

4 Einleitung Mit der in der Bundesverfassung verankerten Alters-, Hinterlassenenund Invalidenvorsorge soll das Existenzminimum für Rentnerinnen und Rentner, die in der Schweiz leben, gesichert werden. Was nun, wenn die Einnahmen im Rentenalter oder bei Invalidität nicht ausreichen, um einen bescheidenen Lebensstandard zu finanzieren sei es zu Hause oder in einem zweckmässigen Heim - z.b. weil die Pensionskassenrente zu klein ist und kein Geld in die 3. Säule einbezahlt werden konnte? In diesem Fall besteht unter Umständen ein Rechtsanspruch auf zusätzliche Leistungen. Ergänzungsleistungen werden ausgerichtet, wenn die minimalen Lebenskosten durch die Einnahmen unter Berücksichtigung eines allfälligen Vermögens nicht gedeckt sind. Diese Broschüre zeigt Ihnen, wie die Ergänzungsleistungen berechnet werden. Mittels Anhang 3 und 4 können Sie selber überprüfen, ob Sie diese möglicherweise beanspruchen können. Gerne stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Alters- und Versicherungsamts der Stadt Bern beratend zur Seite. Martin Messerli Stv. Leiter Alters- und Versicherungsamt 3

5 1. Was fällt unter den Begriff Zusatzleistungen? Weil die Renten der AHV und IV in vielen Fällen nicht existenzsichernd waren, führte der Bund auf den 1. Januar 1966 die Ergänzungsleistungen (EL) ein. Seit 2008 sind die Ergänzungsleistungen auch in der Bundesverfassung verankert. Es sind bedarfsabhängige Versicherungsleistungen, auf die ein rechtlicher Anspruch besteht. So machen heute ungefähr 20 Prozent aller Rentnerinnen und Rentner von ihrem Recht Gebrauch und beziehen Ergänzungsleistungen. Die Hilflosenentschädigung (HE) der AHV und IV kann als Zusatzleistung bezeichnet werden. Wer bei alltäglichen Lebensverrichtungen wie Ankleiden, Aufstehen, Absitzen, Essen, Körperpflege etc. die Hilfe anderer Menschen benötigt, kann eine HE erhalten. Als hilflos gelten auch Versicherte, die zu Hause leben und dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen sind. Je nach Ausmass der Hilflosigkeit werden drei Schweregrade leicht, mittel und schwer unterschieden. Der Anspruch auf eine HE entsteht frühestens nach Ablauf einer einjährigen Wartezeit. 4

6 2. Wie werden die Ergänzungsleistungen berechnet? Ein Anspruch auf Ergänzungsleistungen besteht, wenn die anerkannten Ausgaben unter Anwendung bestimmter Pauschal- und Grenzbeträge grösser sind als die anrechenbaren Einnahmen. Mit anderen Worten handelt es sich um eine Vergleichsrechnung. Dabei ist zu beachten, dass nur wenig Raum besteht, individuelle Besonderheiten zu berücksichtigen. Die Ergänzungsleistungen sind so ausgestaltet, dass den Bezügerinnen und Bezügern nach Bezahlung der Miete (bis zu vorgegebenen Maximalbeträgen) und der Krankenkassenprämie (obligatorische Grundversicherung) der Betrag zur Bestreitung der übrigen Lebenshaltungskosten bei Alleinstehenden Fr und bei Ehepaaren Fr pro Monat zur Verfügung steht. Die nachfolgenden Ausführungen beschränken sich im Interesse einer möglichst transparenten Darstellung darauf, lediglich die wichtigsten Berechnungspositionen zu erläutern. Im Anhang 1 sind mehrere Beispiele aufgeführt. Mit Hilfe der Berechnungsblätter in den Anhängen 3 und 4 sollte es den Leserinnen und Lesern nach Studium dieser Broschüre möglich sein, ihren Anspruch auf Ergänzungsleistungen annäherungsweise selbst zu berechnen. Die gesetzlichen Bestimmungen bleiben jedoch in jedem Fall vorbehalten. Auf der Homepage von Pro Senectute kann ebenfalls ein provisorischer Anspruch auf Ergänzungsleistungen berechnet werden. 5

7 3. Welche Ausgaben werden bei der Bemessung der Ergänzungsleistungen berücksichtigt? Die Ausgaben gemäss der nachfolgenden Aufzählung werden bei der Bemessung der Ergänzungsleistungen pro Monat berücksichtigt. Die massgebenden Beträge können in das Berechnungsblatt im Anhang 3 eingetragen werden. 3.1 Miete (Ziffer 1.1 Berechnungsblatt) Die Bruttomiete, höchstens aber Fr. 1' bei Alleinstehenden und Fr bei Ehepaaren, fliesst in die Berechnung ein. Bei Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, erhöht sich der höchstmögliche Mietzinsbetrag um Fr Krankenkassenprämie (Ziffer 1.2 Berechnungsblatt) Für die obligatorische Grundversicherung wird ein Pauschalbetrag von Fr pro Person berücksichtigt. Dieser entspricht der durchschnittlichen Krankenkassenprämie in der Prämienregion 1 des Kantons Bern. Vor Überweisung der monatlichen Ergänzungsleistungen wird die individuelle Prämienverbilligung in Abzug gebracht. Diese wird direkt der Krankenkasse vergütet. Die auf allfällige Zusatzversicherungen entfallenden Prämien können nicht berücksichtigt werden. Sie gehen somit zulasten der Pauschale für die übrigen Lebenshaltungskosten (Ziffer 3.3). 3.3 Übrige Lebenshaltungskosten (Ziffer 1.3 Berechnungsblatt) Für die übrigen Lebenshaltungskosten, d.h. für Nahrungsmittel, Kleider, Elektrizität, Gesundheitspflege, Verkehr, Gebühren, Steuern, Taschengeld usw. stehen die folgenden Beträge zur Verfügung: Alleinstehende Fr. 1' Ehepaare Fr. 2'

8 3.4 Krankheitskosten (Ziffer 1.4 Berechnungsblatt) Selber zu tragende Krankheitskosten werden aufgrund der Rechnungs- und Abrechnungskopien neben der monatlichen Ergänzungsleistung zusätzlich vergütet. Reichen die Einnahmen zur Deckung der Ausgaben gemäss Ziffer 3.1 bis Ziffer 3.3. knapp aus (Einnahmenüberschuss), können zusätzlich anfallende Krankheitskosten zu einmaligen Zahlungen führen. Im Zusammenhang mit der Überprüfung eines möglichen Anspruchs auf Zusatzleistungen mit Hilfe des Berechnungsblattes in Anhang 3 und 4 geht es darum zu schätzen, welche von der Krankenkasse in der Regel nicht oder nicht vollständig übernommenen Kosten durchschnittlich pro Monat anfallen. Dabei handelt es sich um folgende Positionen: Kostenbeteiligung der Krankenkasse (Franchise und 10% Selbstbehalt, max. Fr p/jahr) Zahnbehandlungen: wirtschaftliche und zweckmässige Versorgung Pflege und Betreuung zu Hause oder in Tagesstätten Hilfe im Haushalt (ärztlich verordnet) Temporärer Heimaufenthalt Bade- und Erholungskurse (ärztlich angeordnet) Transporte an den nächstgelegenen Behandlungsort 7

9 4. Welche Einnahmen werden bei der Bemessung der Ergänzungsleistungen berücksichtigt? Die Einnahmen gemäss nachfolgender Aufzählung werden bei der Bemessung der Ergänzungsleistungen berücksichtigt. Die massgebenden Beträge können in das Berechnungsblatt im Anhang 3 und 4 eingetragen werden. 4.1 AHV/IV-Rente (Ziffer 2.1 Berechnungsblatt) Die monatlich zur Auszahlung gelangende Rente der AHV/IV. 4.2 Pensionskassenrente (Ziffer 2.2 Berechnungsblatt) Der auf einen Monat entfallende Betrag einer allfälligen Pensionskassenrente. 4.3 Vermögensverzehr (Ziffer 2.3 Berechnungsblatt) Der Vermögensverzehr basiert auf der Überlegung, dass es zumutbar ist, einen Teil des Vermögens zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten auszugeben. Dies gilt jedoch nur, sofern die folgenden Freibeträge überschritten werden: Alleinstehende Fr Ehepaare Fr Von den effektiv vorhandenen Reserven wird der vorstehend erwähnte Freibetrag abgezogen. Vom übrig bleibenden Nettovermögen wird pro Jahr 1/10 (bei einem Heimaufenthalt 1/5) berücksichtigt. Bei Bezügerinnen und Bezügern einer Invaliden- oder Hinterlassenenrente beläuft sich der massgebende Betrag lediglich auf 1/15 pro Jahr. Weitere Informationen dazu folgen unter Ziffer 6. 8

10 4.4 Vermögensertrag (Ziffer 2.4 Berechnungsblatt) Pro Monat fliesst 1/12 des im vorangegangenen Kalenderjahr erzielten Ertrages auf dem gesamten Vermögen in die Berechnung ein. 4.5 Übrige Einnahmen (Ziffer 2.5 Berechnungsblatt) Allfällige weitere Einnahmen wie z. B. Unterhaltszahlung eines geschiedenen Ehegatten oder ein Erwerbseinkommen müssen ebenfalls mit einbezogen werden. Erwerbseinkommen werden nur teilweise angerechnet. Vom monatlichen Nettoeinkommen wird ein Freibetrag von Fr bei Alleinstehenden und Fr bei Ehepaaren abgezogen. Vom übrig bleibenden Betrag werden 2/3 berücksichtigt. 9

11 5. Wie werden die Ergänzungsleistungen bei einem Heimaufenthalt berechnet? Bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen werden die in Rechnung gestellten Heimkosten bis zu einem Höchstbetrag berücksichtigt (Anhang 2). Es wird nicht zwischen öffentlichen und privaten Heimen unterschieden. Hinzu kommen eine Pauschale für die Krankenkassenprämie (492 Franken pro Monat Prämienregion 1) und ein fixer Betrag für persönliche Auslagen. Dieser beläuft sich auf 367 Franken pro Monat (Ziffer 5.2). Von diesen Auslagen werden sämtliche Einkünfte abgezogen. Ein allfällig vorhandenes Vermögen wird dabei ebenfalls berücksichtigt. Ein Teil davon muss für die Finanzierung des Heimaufenthaltes ausgegeben werden (Ziffer 4.3 und Ziffer 6). Wenn diese Einnahmen die gesamten Ausgaben nicht zu decken vermögen, wird eine Ergänzungsleistung ausgerichtet. Finanzierungslücken entstehen, wenn Vermögen ganz oder teilweise verschenkt wurde. (Ziffer 7). Die massgebenden Beträge können in das Berechnungsblatt im Anhang 4 eingetragen werden. 5.1 Heimkosten (Ziffer 1.1 Berechnungsblatt) Die vom Heim in Rechnung gestellten Kosten, höchstens aber die in Anhang 2 erwähnten Maximalbeträge, fliessen in die Berechnung ein. Sie treten an Stelle der unter Ziffer 3.1 beschriebenen Miete. 5.2 Persönliche Auslagen (Ziffer 1.3 Berechnungsblatt) Es wird ein Pauschalbetrag von 367 Franken für persönliche Auslagen berücksichtigt. Dieser Betrag ersetzt die unter Ziffer 3.3 erwähnte Pauschale für die übrigen Lebenshaltungskosten. 10

12 5.3 Krankenkassenleistungen Die Krankenkassen sind verpflichtet, bei einem Aufenthalt in einem Heim, welches auf der kantonalen Pflegeheimliste aufgeführt ist, aus der Grundversicherung Leistungen auszurichten. Der Umfang hängt von der Pflegestufe ab. Diese Einnahmen bleiben ausserhalb dieser Berechnung. Die Leistungen werden vom Krankenversicherer direkt an die Heime überwiesen. Es gibt auch Zusatzversicherungen, welche für Heimaufenthalte Leistungen vorsehen. Fliessen aus diesen Zusatzversicherungen jetzt oder nach Ablauf einer bestimmten Wartefrist Leistungen, werden die Prämien als Ausgabeposten berücksichtigt und die Leistungen als Einnahmen. 5.4 Kantonsbeitrag Pflege Durch die seit 2011 geltende Neuordnung der Pflegefinanzierung werden die selber zu tragenden Pflegekosten limitiert. Mit dieser Limitierung der Kostenbeteiligung der Versicherten finanziert die öffentliche Hand den Rest und damit einen wesentlichen Anteil der Pflegekosten. Die Leistungen des Kantons werden direkt den Pflegeheimen ausgerichtet und betreffen die Berechnung der Ergänzungsleistungen nicht. 5.5 Hilflosententschädigung (HE) Befindet sich eine versicherte Person in einem Heim, wird bei einer Hilflosigkeit leichten Grades keine HE ausgerichtet. Bei Heimbewohnenden wird die HE für eine mittlere und schwere Hilflosigkeit bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen als anrechenbares Einkommen berücksichtigt. 11

13 6. Welche Bedeutung kommt dem Vermögen zu? Auch Rentnerinnen und Rentner, welche über ein Vermögen verfügen, können je nach ihren übrigen wirtschaftlichen Verhältnissen durchaus Ergänzungsleistungen beanspruchen. Dies gilt ganz besonders bei einem Heimaufenthalt. Es ist nicht erforderlich, das Vermögen bis zu einem bestimmten Betrag aufzubrauchen, bevor Ergänzungsleistungen geltend gemacht werden können. Übersteigt das Vermögen bei Alleinstehenden Fr und bei Ehepaaren Fr , wird bei der Bemessung der Ergänzungsleistungen ein sogenannter Vermögensverzehr als Einnahme angerechnet. Einzelheiten dazu sind in der Ziffer 4.3 dieser Broschüre beschrieben. In jedem Fall, d.h. unabhängig vom Umfang der vorhandenen Reserven, fliesst der auf dem Vermögen erzielte Ertrag in die Berechnung der Ergänzungsleistungen ein. Selbstbewohnte Liegenschaften zählen nur soweit zum Vermögen, wie der amtliche Wert über Fr. 112' liegt. Der Freibetrag bei selbstbewohnten Liegenschaften, wenn ein Ehegatte im Heim und ein Ehegatte zu Hause lebt, beträgt Fr

14 Beispiel Eine AHV-Rentnerin besitzt eine Eigentumswohnung mit einem amtlichen Wert von Fr. 200' Es besteht eine Hypothek von Fr. 50' Sie selbst lebt in der Wohnung. Darüber hinaus verfügt sie über Ersparnisse von Fr. 40' Amtlicher Wert./. Freibetrag Liegenschaften Saldo./. Hypothek Wert Liegenschaft Ersparnisse Vermögen brutto./. Freibetrag Anrechenbares Vermögen Fr. 200' Fr. 112' Fr. 87' Fr. 50' Fr. 37' Fr. 40' Fr. 77' Fr. 37' Fr. 40' Der Vermögensverzehr beläuft sich auf 1/10 der Fr. 40' pro Jahr. Somit werden bei der Bemessung der Ergänzungsleistungen Fr pro Monat als Einnahme berücksichtigt (Ziffer 2.3 Berechnungsblatt). 13

15 7. Was ist im Falle einer Schenkung oder eines Erbvorbezuges? Allfällige Schenkungen (inklusive Erbvorbezüge) werden wie noch vorhandenes Vermögen behandelt (siehe Ziffer 4.3, 4.4 und 6). Dies gilt mit einer wichtigen Einschränkung. Seit dem 1. Januar 1990 wird die getätigte Schenkung im Umfang von Fr pro Kalenderjahr reduziert. Beispiel Eine Rentnerin überlässt ihren beiden Kindern im März 2013 je Fr Am 24. April 2016 beantragt sie die Ausrichtung von Ergänzungsleistungen. Per 1. Januar 2015 und 1. Januar 2016 wird die Schenkung von ursprünglich Fr um je Fr also um insgesamt Fr reduziert. Für die Berechnung der Ergänzungsleistung im Jahr 2016 verbleiben somit noch Fr (siehe Kasten). Auf den 1. Januar 2018 sind die Fr vollständig abgetragen. Ab diesem Zeitpunkt existiert die Schenkung für die Ergänzungsleistungen nicht mehr. Datum Schenkungsbetrag März 2013 Fr. 40' Januar 2014 Fr. 40' Januar 2015 Fr. 30' Januar 2016 Fr. 20' Durch die Aufrechnung des Schenkungsbetrages entsteht in der Berechnung der Ergänzungsleistung eine Finanzierungslücke. Für den allfälligen Fehlbetrag müssten die Beschenkten aufkommen. 14

16 8. Wie verhält es sich mit der im Zivilgesetzbuch (ZGB) vorgesehenen Verwandtenunterstützung? Ergänzungsleistungen gehören zu den Sozialversicherungen. Damit gehen sie allfälligen Unterstützungsleistungen von Verwandten nach dem Zivilgesetzbuch (ZGB) vor. Werden solche ausgerichtet, bleiben sie ausserhalb der EL-Berechnung. Sie stehen somit den Rentnerinnen und Rentnern zusätzlich zur freien Verfügung. 15

17 9. Müssen Ergänzungsleistungen von mir oder meinen Nachkommen zurückerstattet werden? Rechtmässig bezogene Ergänzungsleistungen müssen in keinem Fall zurückerstattet werden. Dies gilt sowohl für die Bezügerinnen und Bezüger selbst als auch für ihre Nachkommen. 16

18 10. Wo kann ich mehr über die Ergänzungsleistungen erfahren? Das Alters- und Versicherungsamt der Stadt Bern führt jedes Jahr 2 öffentliche Informationsveranstaltungen über die Ergänzungsleistungen durch. Dabei werden die wichtigsten Bestimmungen anhand von Berechnungsbeispielen erläutert. Selbstverständlich wird ausführlich auf die Fragen aus dem Publikum eingegangen. Im zweiten Teil der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, eine individuelle Beratung durch eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter des Alters- und Versicherungsamtes in Anspruch zu nehmen. Die nächsten Veranstaltungen finden statt: Dienstag, 5. April 2016, bis ca Uhr, Kirchliches Zentrum Bürenpark, Bürenstrasse 8, 3007 Bern (Tram Nr. 9 Wabern bis Haltestelle Sulgenau) und Dienstag, 25. Oktober 2016, bis ca Uhr, Kirchgemeindehaus Markuskirche, Tellstrasse 35, 3014 Bern (Bus Nr. 20 Wankdorf Bahnhof bis Haltestelle Markuskirche) 17

19 11. An wen kann ich mich wenden, wenn ich die Ergänzungsleistungen beantragen will? Anträge um Ausrichtung von Ergänzungsleistungen nimmt die AHV- Zweigstelle des Wohnortes entgegen. Für die Rentnerinnen und Rentner der Stadt Bern ist dies das Alters- und Versicherungsamt, Bundesgasse 33, 3011 Bern. Um unnötige Wartezeiten zu vermeiden, ist eine Voranmeldung unter Telefonnummer sehr zu empfehlen. Sie können aber auch einfach die Antwortkarte, welche sich am Schluss dieser Informationsschrift befindet, einsenden. 18

20 Anhang 1: Berechnungsbeispiele Beispiel 1 AHV-Rentner, lebt allein zu Hause AHV-Rente Fr , Pensionskassenrente Fr , Zins Sparkonto Fr , Vermögen Fr , Nettomiete Fr und Nebenkosten Fr , Krankenkassenprämie Fr AUSGABEN Miete Fr Krankenkassenprämie Fr Übrige Lebenshaltungskosten Fr Fr EINNAHMEN AHV-Rente Fr Pensionskassenrente Fr Vermögensertrag Fr Fr Ausgabenüberschuss= Ergänzungsleistungen im Monat Fr /. individuelle Prämienverbilligung Fr Ergänzungsleistungen netto Fr Maximalbetrag 2 Pauschalbetrag 3 1 / 12 von Fr

21 Beispiel 2 AHV-Rentner, lebt allein zu Hause AHV-Rente Fr , Pensionskassenrente Fr , Zins Sparkonto Fr , Vermögen Fr , Nettomiete Fr und Nebenkosten Fr , Krankenkassenprämie Fr ERSPARNISSE Sparguthaben Fr /. Freibetrag Fr Netto-Vermögen Fr AUSGABEN Miete Fr Krankenkassenprämie Fr Übrige Lebenshaltungskosten Fr Fr EINNAHMEN AHV-Rente Fr Pensionskassenrente Fr Vermögensverzehr Fr Vermögensertrag Fr Fr Ausgabenüberschuss= Ergänzungsleistungen im Monat Fr /. individuelle Prämienverbilligung Fr Ergänzungsleistungen netto Fr Maximalbetrag 2 Pauschalbetrag 3 1 / 10 von Fr : 12 Monate 4 1 / 12 von Fr

22 Beispiel 3 Ehepaar mit AHV-Rente, lebt zu Hause AHV-Rente Fr , Pensionskassenrente Fr , Zins Sparkonto Fr , Vermögen Fr , Nettomiete Fr und Nebenkosten Fr , Krankenkassenprämie Fr AUSGABEN Miete Fr Krankenkassenprämie Fr Übrige Lebenshaltungskosten Fr Fr EINNAHMEN AHV-Rente Fr Pensionskassenrente Fr Vermögensertrag Fr Fr Ausgabenüberschuss Fr Ergänzungsleistungen im Monat Fr /. individuelle Prämienverbilligung Fr Ergänzungsleistungen netto Fr Effektive Miete 2 Pauschalbetrag 3 1 / 12 von Fr Ab entspricht der Mindestbetrag für Ergänzungsleistungen der maximalen individuellen Prämienverbilligung. 21

23 Beispiel 4 Ehepaar mit AHV-Rente, lebt zu Hause AHV-Rente Fr , Pensionskassenrente Fr , Zins Sparkonto Fr , Vermögen Fr , Nettomiete Fr und Nebenkosten Fr , Krankenkassenprämie Fr ERSPARNISSE Sparguthaben Fr /. Freibetrag Fr Netto-Vermögen Fr AUSGABEN Miete Fr Krankenkassenprämie Fr Übrige Lebenshaltungskosten Fr Fr EINNAHMEN AHV-Rente Fr Pensionskassenrente Fr Vermögensverzehr Fr Vermögensertrag Fr Fr Einnahmenüberschuss Fr Es besteht kein Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Allerdings können Krankheitskosten, die den Einnahmenüberschuss übersteigen, geltend gemacht werden. 1 Effektive Miete 2 Pauschalbetrag 3 1 / 10 von Fr : 12 Monate 4 1 / 12 von Fr

24 Beispiel 5 AHV-Rentnerin, lebt im Heim AHV-Rente Fr , Pensionskassenrente Fr , Zins Sparkonto Fr , Vermögen Fr , Tagestaxe Heim Fr (Pflegestufe 4), Krankenkassenprämie Fr AUSGABEN Heimkosten Fr Krankenkassenprämie Fr Persönliche Auslagen Fr Fr EINNAHMEN AHV-Rente Fr Pensionskassenrente Fr Vermögensertrag Fr Fr Ausgabenüberschuss= Ergänzungsleistungen im Monat Fr /. individuelle Prämienverbilligung Fr Ergänzungsleistungen netto Fr x : 12 2 Pauschalbetrag 3 Pauschalbetrag 4 1 / 12 von Fr

25 Beispiel 6 AHV-Rentnerin, lebt im Heim AHV-Rente Fr , Pensionskassenrente Fr , Zins Sparkonto Fr , Vermögen Fr , Tagestaxe Heim Fr (Pflegestufe 4), Krankenkassenprämie Fr ERSPARNISSE Sparguthaben Fr /. Freibetrag Fr Netto-Vermögen Fr AUSGABEN Heimkosten Fr Krankenkassenprämie Fr Persönliche Auslagen Fr Fr EINNAHMEN AHV-Rente Fr Pensionskassenrente Fr Vermögensverzehr Fr Vermögensertrag Fr Fr Ausgabenüberschuss= Ergänzungsleistungen im Monat Fr /. Individuelle Prämienverbilligung Fr Ergänzungsleistungen netto Fr x : 12 2 Pauschalbetrag 3 Pauschalbetrag 4 1 / 5 von Fr : 12 Monate 5 1 / 12 von Fr

26 Anhang 2: Übersicht maximale Heimkosten Bei der Bemessung der Ergänzungsleistungen werden höchstens die unten aufgeführten Beträge pro Tag berücksichtigt. Pflegestufe 0 Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr

27 Anhang 3: Überprüfung eines möglichen Anspruches auf Ergänzungsleistungen (Wohnung) 1. Ausgaben 1.1 Miete (siehe Ziffer 3.1) Fr. 1.2 Krankenkassenprämie (siehe Ziffer 3.2) Fr. 1.3 Übrige Lebenshaltungskosten (siehe Ziffer 3.3) Fr. 1.4 Krankheitskosten (siehe Ziffer 3.4) Fr. Total Ausgaben: Fr. 2. Einnahmen 2.1 AHV/IV-Rente (siehe Ziffer 4.1) Fr. 2.2 Pensionskassenrente (siehe Ziffer 4.2) Fr. 2.3 Vermögensverzehr (siehe Ziffer 4.3) Fr. 2.4 Vermögensertrag (siehe Ziffer 4.4) Fr. 2.5 Übrige Einnahmen (siehe Ziffer 4.5) Fr. Total Einnahmen: Fr. 3. Vergleichsrechnung Total Ausgaben: Fr../. Total Einnahmen: Fr. Differenz: Fr. Zeigt die vorstehende Vergleichsrechnung, dass die Einnahmen die Ausgaben nicht zu decken vermögen, sollten Sie nicht zögern, Ihre Ansprüche auf Ergänzungsleistungen vom Alters- und Versicherungsamt der Stadt Bern abklären zu lassen. Benutzen Sie dazu die Antwortkarte auf der letzten Seite oder vereinbaren Sie telefonisch einen Besprechungstermin. Wählen Sie dazu bitte die Telefonnummer

28 Anhang 4: Überprüfung eines möglichen Anspruches auf Ergänzungsleistungen (Heim) 1. Ausgaben 1.1 Heimkosten (siehe Ziffer 5.1) Fr. 1.2 Krankenkassenprämie (siehe Ziffer 3.2) Fr. 1.3 Persönliche Auslagen (siehe Ziffer 5.2) Fr. 1.4 Krankheitskosten (siehe Ziffer 3.4) Fr. Total Ausgaben: Fr. 2. Einnahmen 2.1 AHV/IV-Rente (siehe Ziffer 4.1) Fr. 2.2 Pensionskassenrente (siehe Ziffer 4.2) Fr. 2.3 Vermögensverzehr (siehe Ziffer 4.3) Fr. 2.4 Vermögensertrag (siehe Ziffer 4.4) Fr. 2.5 Übrige Einnahmen (siehe Ziffer 4.5) Fr. Total Einnahmen: Fr. 3. Vergleichsrechnung Total Ausgaben: Fr../. Total Einnahmen: Fr. Differenz: Fr. Zeigt die vorstehende Vergleichsrechnung, dass die Einnahmen die Ausgaben nicht zu decken vermögen, sollten Sie nicht zögern, Ihre Ansprüche auf Ergänzungsleistungen vom Alters- und Versicherungsamt der Stadt Bern abklären zu lassen. Benutzen Sie dazu die Antwortkarte auf der nächsten Seite oder vereinbaren Sie telefonisch einen Besprechungstermin. Wählen Sie dazu bitte die Telefonnummer

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