Die Geschichte über Bakernes Paradis

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1 Die Geschichte über Bakernes Paradis Das Wohnhaus des Häuslerhofes wurde im frühen 18. Jahrhundert erbaut und gehörte zu einem Husmannsplass / Häuslerhof. Der Häuslerhof gehörte zu dem Grossbauernhof SELVIG der in dieser Zeit ein Hof mit mehreren kleinen Häuslerhöfen war. Husmannsplass oder Häuslerhof : Ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb der auf dem Grundstück eines grossen Hofes / Eigentums liegt. Man muss dem Eigentümer Pacht bezahlen und für ihn arbeiten. Der ursprüngliche Name dieses Platzes ist also SELVIG. Ein drittel des Hauses wurde angebaut und das Dach wurde angehoben. Der Stall war dort wo heute die Scheune steht. Die Scheune wurde von der Bäckerinnung total umgebaut und als Versammlungshaus, genannt Bingohaus benutzt. Häusler auf dem Hof war Hans Thoresen Løvig. Er erbte den Platz und seine Häuslerstellung von seinem Vater der auch Häusler auf diesem Hof war. Hans heiratete die aus Ims stammende Anna Thormodsdatter Ims. Sie bekamen zusammen 7 Kinder starb Anna im Alter von 41 Jahren. Das jüngste Kind war gerade 4 Jahre alt. Ein Jahr nach Annas Tod heiratete Hans die 18 Jahre jüngere Berta Endresdatter Ådnøy von der Insel Ådnøy. Zusammen bekamen sie 5 Kinder. Hans hatte also 11 Kinder die er versorgen musste. Hans starb 1892 als die jüngste Tochter Ingeborg ein Jahr alt war. Der Sohn Hans Bartenius Løvig wanderte mit seiner Mutter und den Geschwistern nach Amerika aus. Sie reisten mit dem Amerikaboot von Kristiansand aus und gingen am 5.Mai 1909 in New York an Land und liessen sich in Ohio nieder. Hier wohnten schon die zwei ältesten Brüder die bereits 1886 nach Ohio ausgewandert waren. Aus dem Häusler Hans wurde also ein Farmer in Amerika. Dadurch bekam er einen um einiges höheren Status.

2 1920 kehrte Berta, die Mutter nach Norwegen zurück. Sie starb 1940 und wurde auf dem Friedhof in Høle begraben. Die Familie kam gut zurecht in Amerika. Viele Male reisten die Nachkommen nach Norwegen auch noch in der Zeit als der Selvig Hof schon der Bäckerinnung gehörte. Heute noch interessieren sich die Nachkommen für die Geschichte und den Werdegang des Häuslerhofes. Bild: Die Geschwister mit dem Besuch aus Amerika, rechts die jüngste Schwester Ingeborg aus Amerika 1920 übernimmt die Bäckerinnung den Selvighof Die Bäckerinnung von Stavanger kaufte das Eigentum und seit dieser Zeit wurde dieser Ort die Ferienstätte der Bäckerinnung ; genannt Bakernes Paradis. Zwischen 1922 und 1926 wurde das Litlahuset / Kleine Haus und das Reisehus / Reisehaus gebaut. Die Scheune wurde umgebaut und die Kaianlage erneuert. Die Bäckerinnung teilte alle Häuser in kleine Wohneinheiten ein, so konnten dort etwa 11 Familien gleichzeitig die Ferien verbringen, das gute und einfache Sommerleben geniessen und Essen auf Spirituskochern kochen. Gegen ein kleines Entgeld stoppte das alte Fährschiff am Kai von Bakernes Paradis was auch gerne von den Feriengästen aus der Umgebung genutzt wurde. Die Feriengäste konnten Ruderboote zum Fischen und für Einkaufstouren nach Høle leihen. Es gab Beerensträucher und Obstbäume und Milch konnte man auf den umliegenden Bauernhöfen bekommen. Es gibt viele Geschichten die um das gute Leben, Gemeinschaft, Zusammenhalt, Freud und Leid, Liebe, Spiel und Spass handeln. Oft tauchen in Gesprächen Erlebnisse und Kindheitserinnerungen über die Jahr für Jahr gemeinsam verbrachten Ferien auf. Auch die Kinder von den Nachbarhöfen und der Umgebung kamen gerne ins Bakernes Paradis dort war es spannend und es war immer etwas los. Es wurde Bingo veranstaltet und an den Abenden wurde zum Tanz eingeladen. Da kamen gerne auch die Lokalbevölkerung und die Feriengäste aus der Umgebung dazu. In Gedanken spüren wir immer noch den Sommer, die Gefühle und Freude der Kindheit.

3 Der Krieg kommt nach Stavanger Die meisten Bäcker arbeiteten im östlichen Stadtteil von Stavanger. Viele wohnten im Gebiet rund um Storhaug. Am 9.April 1940 wurde Stavanger von den deutschen Truppen eingenommen und die Stadt füllte sich mit Soldaten und Millitärfahrzeugen. Zwei Tage danach, am 11. April 1940 wurde ein englischer Bombenflieger über dem Stadtteil Storhaug abgeschossen und streife die Storhaugschule und die Gebäude daneben. Die Schule und sechs weitere Gebäude brannten ab. Glücklicherweise war keines der Kinder in der Schule aber drei Personen wurden getötet und mehrere verletzt. Die sechsköpfige Besatzung des Fliegers kam bei dem Absturz ums Leben. Der Krieg war jetzt auch in Stavanger angekommen. Fahrzeuge mit Lautsprechern fuhren durch die Strassen und machten die Bevölkerung darauf aufmerksam die Stadt aus Sicherheitsgründen zu verlassen. Die Bäckerfamilien flüchteten nach Lauvvik. In dieser Zeit wohnten über 60 Personen in Bakernes Paradis. Es war eine unruhige und unsichere Zeit, da Kriegshandlungen auch in den Fjorden Richtung Dirdal stattfanden. Es gab Bombardierungen im Fjord bei Helle und weitere im Landesinneren. Gerüchte kursierten dass im Fjord ein Uboot versteckt lag. Die Kämpfe erreichten ihren Höhepunkt am in Gloppedalsura. Wieder hören wir die Geschichte mit Kindheitserinnerungen, dieses Mal ist es Furcht, Angst und Sorge. Viele Erlebnisse um Bombardierung brannten sich in die Erinnerung ein. Die Kinder bemerkten dass die Erwachsenen Heimlichkeiten hatten. Niemand sprach darüber aber alle wussten dass etwas vor sich ging. Es war so dass alle Bewohner angeben mussten wie viele Obstbäume sie hatten und wie viel Ertrag sie davon bekamen. Die Erträge sollten an die deutschen Besatzer abgegeben werden. Die Bewohner von Lauvvik schmuggelten deshalb die geernteten Früchte nachts mit den Ruderbooten weg und versteckten sie um die Ernährung für ihre Familien zu sichern.

4 Uburen Der Berg Uburen mit seinen 440 m Höhe hat seinen Namen von dem altnorwegische Volksglauben um Utburden. Utburden ist nach dem Volksglauben die Seele eines ungetauft gestorbenen Kindes. Die Seele wandert als Geist umher. Die Sage berichtet dass ungetaufte neugeborene Kinder von verzweifelten Müttern von Uburen herab geworfen wurden. Oft waren die Mütter junge Mädchen die ein Kind bekamen ohne verheiratet zu sein. Dies war in dieser Zeit eine grosse Sünde. Aus Angst und Scham töteten die Mädchen ihr Neugeborenes. Man sagte dass ein Utburden sich durch lautes Rufen zu erkennen gibt. Deshalb nannte man es auch Rufer. Nach dem alten Volksglauben tauchte das Utburden in verschiedenen Gestalten auf. Wenn jemand an der Stelle vorbeiging so konnte es sich bei der Person auf den Rücken setzen. Die Seelen der ungetauften Kinder bekamen nach dem Volksglauben keinen Platz im Himmel. Deshalb gaben manche Mütter um den Frieden zu finden den Kindern Namen bevor sie dem Tode geweiht wurden. Dazu benutzten sie ein Wortspiel anstelle einer Taufe. Zu Beispiel : Ich taufe dich zu einem von Kari oder Jon. Die Kinder der Bäcker in Lauvvik hörten manche unheimlichen Geschichten. Aber das Lustige bei Uburen war wer zuerst die Ziege entdeckte. Auf der Vorderseite des Berges kann man nämlich ein grosses Gesicht einer Ziege sehen.

5 Wir haben einen Traum Am 30.Dezember 2010 übernahm die KRONENGRUPPE die Ferienstätte der Bäckerinnung. Die Häuser wurden total renoviert, Bäume gefällt und Büsche geschnitten. Im Sommer 2011 wurde mit der Arbeit begonnen. Wir nennen diesen Platz Bakernes Paradis ausgehend von den Erzählungen der Bäcker und ihrer Kinder um ihr Sommerparadies.

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