Meine Reise nach Tansania

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1 Meine Reise nach Tansania Kurz nach meinem Abitur am HGN im letzten Jahr, mache ich mich am 19.Juli 2013 für fünf Wochen auf nach Tansania, genauer gesagt in die Usambaraberge, die an der Grenze zu Kenia im Osten Afrikas liegen. Schon länger hatte ich davon geträumt einmal nach Afrika zu reisen und dort praktisch mit anzupacken und Menschen, die nicht so viel haben, zu helfen. Im Laufe des Jahres 2012 kam mir dann der Gedanke, dass ich eventuell nach Tansania reisen könnte und dort die Partnerschule meiner Schule besuchen könnte. Gisela Sohn, eine Frau aus meiner Kirchengemeinde, durch die die Partnerschaft der beiden Schulen erst zustande kam, half mir sehr vieles zu organisieren. Vielen Dank! Erste Startschwierigkeiten Der Abschied von meiner Familie fiel mir, auch wenn es nur für 5 Wochen war nicht gerade leicht, als ich am 19.Juli 2013 von Frankfurt am Main aus über Katar alleine nach Daressalam/ Tansania geflogen bin. Zu dem Zeitpunkt überwogen eher Angst und Ungewissheit, als Vorfreude, da ich auf der langen Reise völlig auf mich allein gestellt war, niemanden dort kannte als ich ankam und mein Englisch, die Sprache mit der ich mich nur fünf Wochen lang verständigen musste, nicht gerade gut war Endlich da Als ich nach einer 24-stündigen Reise und einer Nacht in Daressalam weitergereist war und ich mit einem Bekannten mit einem normalen Auto Straßen (wir würden es hier vielleicht matschige feldwegähnliche Wege nennen) passiert hatte kam ich nach weiteren 8 Stunden in dem in den Usambarabergen gelegenem Dorf Mpalalu an, in der sich auch unsere Partnerschule MONGWE Primary School befindet. Als wir uns dem Haus näherten, in dem ich wohnen könnte fuhren wir an einer größeren Wiese vorbei, aus der

2 sehr viele Kinder zusammen spielten. Kaum hatte eines der Kinder das Auto und die MAMA MZUNGU (=weiße Frau, also mich) darin entdeckt, sah ich in beinahe hundert schwarze Gesichter mit strahlenden, großen und neugierigen Augen. Meine Unterkunft Ich lebte dort bei einer etwas reicheren Familie eines pensionierten Pastors, der sehr vieles, was er zu leben braucht selbst anbaut. Ich hatte ein eigenes Zimmer und ein Bad, welches Gott sei Dank auch eine Sitztoilette hatte. Meine Dusche bestand allerdings nur aus einer großen Schüssel, einer Metaltasse, und einem Eimer mit kochend heißem Wasser (auf Feuer ausgeheizt) und einem Eimer mit kaltem Wasser, sodass man sich in der Schüssel eine angenehme Temperatur zusammenmischen konnte. Was habe ich hauptsächlich in Tansania~Mpalalu gemacht? Meine Hauptbeschäftigung bzw. Aufgabe während meiner Zeit in Tansania war es in unserer Partnerschule, der MONGWE Primary School, Englisch zu unterrichten. So ging ich jeden Morgen in die Schule, um die siebte Klasse zu unterrichten, außer als ich mal für anderthalb Wochen in Tanga (einer Stadt am Meer), Soni und Irente, wo viele MZUNGUs ( Weiße) herumliefen, war. Ähnlich, wie wir es hier kennen, begrüßen sich LehrerIn und SchülerInnen vor jeder Unterrichtsstunde. Sobald ich die Klasse kam(s.foto), begrüßten mich alle Schüler & Schülerinnen, die in ihren Bänken standen, im Chor Good morning Madam Hannah und als ich sie aufforderte Please sit down! antworteten sie, wie ein Echo We are sitting sitting down. Auf die Frage How are you? kam ein Fine thank you. And

3 you? zurück. Als ich zum ersten Mal in die Klasse kam dachte ich, dass in dieser Klasse nur Jungen wären, da sowohl Jungen, als auch Mädchen kurze Haare haben und alle Schüler an der MONGWE Primary School eine weiß blaue Uniform tragen. Unsere Partnerschule Zu der MONGWE Primary School gehört der Kindergarten, den Kinder ab 3 Jahren besuchen können, und die Klassen 1-7, welche zu der Zeit, als ich da war von 192 Schüler und 167 Schülerinnen besucht wurden. Die Schule hat sowohl einen Schulleiter, Richard Kilango, als auch einen stellvertretenden Schulleiter. Herr Kilango ist sehr dankbar für unsere Spenden, die ihm u.a. ermöglichten ein kleines Haus für seine Familie zu bauen, das aber wie die meisten Häuser dort keine Elektrizität hat. Wenn man die siebte Klasse gut abschließt, darf man eine Secondary School besuchen, wofür viele Familien allerdings nicht genug Geld haben, da man dafür Schulgeld bezahlen muss. Im Kindergarten wird viel gespielt und getanzt, aber auch schon ein wenig schreiben und rechnen gelernt. Wenn die Kindergartenlehrerinnen merken, dass ein Kind alles beherrscht, dann darf dieses Kind in die erste Klasse wechseln.

4 Die Schüler der MONGWE Primary School sind, wie die meisten Leute in Tansania, Muslime oder Christen, was man an ihren Namen und auch an der Kleidung der Mädchen erkennt, da die muslimischen Mädchen weiße Kopftücher tragen. Anders als bei uns am HGN startet die Schule um 1.30, wobei das an der anderen Zeitrechnung liegt. 0:00 Uhr ist in Tansania um 6 Uhr morgens. Am Mittag gehen die Schüler für eine Stunde nach Hause, um dort das von ihrer Mutter auf dem Feuer gekochte Mittagessen zu essen. Meist besteht das essen aus Ugali (Maisbrei), manchmal mit einem selbst geschlachteten eigenen Huhn und Bananen, die genauso wie schwarzer Tee in großen Mengen in den Usambarabergen wachsen. Manche Schüler laufen mittags mehrere Kilometer nach Hause und wieder zurück zur Schule. Zu den besonderen Ritualen der Schule gehört auch, dass jeder Schüler und jeder Schülerin montags Holz für die Lehrer mitbringt, die jeden Tag gemeinsam in der Schule kochen und essen. Manchmal bringen Schüler auch Hühner oder Hähne mit in die Schule und verkaufen diese an die Lehrer zum essen. Geschlachtet werden diese Tiere dann von Schülern der siebten Klasse. Es gilt als unrein, wenn eine Frau bzw. ein Mädchen ein Tier schlachtet. Am Nachmittag geht der Unterricht weiter. Für besondere Anlässe müssen die Schüler & Schülerinnen die Schulgebäude putzen und das gesamte Schulgelände aufräumen. Die MONGWE Primary School verfügt sogar über einen eigenen Schulgarten, in dem hauptsächlich Mais und Bananen wachsen. Dieser Garten wird von den Schülern gepflegt, bepflanzt und sie ernten das reife Obst und Gemüse. Die Schüler und Schülerinnen, sowie die Lehrer und Lehrerinnen sind der Nümbrechter Schule sehr dankbar für all die Unterstützung in den letzten Jahren, durch Geld, aber auch praktische Geschenke, wie die Schlüsselbänder, Spielzeuge, wie Bälle & Frisbees, aber auch Musikinstrumente. VIELEN DANK!!!! Das Leben im Dorf Mpalalu In dem Bergdorf Mpalalu richten sich viele heute noch nach dem Krähen der Hähne am Morgen und dem verschiedenen Auftreten der verschiedenen Vogelarten, um morgens aufzustehen und um Sachen zu pflanzen und zu ernten. Viele Bewohner leben ohne Elektrizität und kochen auf dem offenen Feuer. Während wir es in Deutschland sehr genau nehmen mit der Zeit, kommen die Frauen in Tansania eher um 18:30, statt um 16:50 Uhr, wenn um 17 Uhr eine Chorprobe stattfindet. Interessant fand ich es auch, dass nicht, wie ich

5 es aus Deutschland kannte Kollekte in und während des Gottesdienstes gesammelt worden ist, sondern stattdessen jeder, der wollte eine Sachspende (Kartoffeln, Bananen, Eier, Zucker, Milch, Ziege, Bohnen, usw.) mitbrachte und diese im Anschluss an den Gottesdienst versteigert wurde. Während ich dort war ist eine meiner Freunde dort so krank geworden, dass sie ins Krankenhaus musste, sodass 4 Stunden lang ins nächste Krankenhaus laufen musste. Fazit Ich kann jedem nur empfehlen mal für eine Zeit ins Ausland zu gehen und in einem Land zu leben, in dem die Leute nicht so viel haben wie wir. Die Zeit in Tansania hat mich besonders in zweierlei Hinsicht geprägt und hat mir zum einen noch einmal sehr deutlich vor Augen geführt, dass Geld und Reichtum nicht glücklich machen, aber auch, in welchem Überfluss wir leben. Fasziniert hat mich auch wie die Afrikaner Gottesdienst feiern, fröhlich tanzen und singen. Ich kann nur bestätigen, was du vielleicht auch schon öfters gehört hast: die meisten Afrikaner sind zwar sehr arm, aber trotzdem wahnsinnig glücklich und zufrieden mit dem, was sie haben. Krass ist auch, dass in der Gegend von Mpalalu Christen und Muslime seit Jahren ohne Streitigkeiten zusammen leben und sogar gemeinsam durch Unterstützung der Evangelischen Kirchengemeinde Nümbrecht das Wasserprojekt geplant und umgesetzt haben und aktuell gemeinsam eine Erste Hilfe Station bauen. Ob du es mir glaubst oder nicht viel Leute die dort leben, haben keine Zahnbrüste, keine Schuhe, keine Socken, womit ich eine Familie komplett eindeckte. Viele Kinder teilen sich ein Bett mit ihren Geschwistern oder Eltern mit denen sie in einer 2-3 Raum Lehmhütte leben, wo zum Teil auch die Hühner mit drin schlafen. Trotzdem waren die Worte, die ich am häufigsten gehört habe: ASANTE! bzw. ASANTE SANA! & KARIBU (TENA)!, was Folgendes bedeutet: Danke! bzw. Vielen Dank! & (wieder) Willkommen!

6 Wenn Wenn Wenn DU /Sie Interesse an einer Kinderpatenschaft hast/haben oder ihr gerne als Klasse eine Kinderpatenschaft übernehmen wollt (160 /Jahr), kannst DU/ können Sie sich gerne mit mir oder dem Kirchenamt der Evangelischen Kirchengemeinde Nümbrecht in Verbindung setzten: Evangelische Kirchengemeinde Nümbrecht Alte Poststr. 2 Tel Fax

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