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1 Quo vadis Rechenzentrum 10-Jahres Jahres-Prognose für Hochverfügbarkeit, Green IT und Sicherheit Gerhard Leo Büttner, Geschäftsführer, DIM, Datacenter Infrastructure Munich 1

2 Datacenter Infrastructure Munich Gesamtplanung von Rechenzentren und Sicherheitsarchitektur. Seit über 40 Jahren Erfahrung mit RZ-Design in 9 ensionen, gesammelt, aus weit über 500 abgewickelten Projekten. 2

3 Gordon Earle Moore(* 3. Januar 1929 in San Francisco) ist Mitgründer der Firma Intel und Urheber des Moore schen Gesetzes. Das Moore`sche Gesetz Das Moore`sche Gesetz (engl. Moore's Law; Gesetz im Sinne von Gesetzmäßigkeit ) sagt aus, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise mit minimalen Komponentenkosten regelmäßig verdoppelt - je nach Quelle werden 18 oder 24 Monate als Zeitraum genannt. (am 19. April 1965, erschienenen Artikel der Zeitschrift Electronics) Auf Intels Entwicklerforum (IDF) im Herbst 2007 sagte Moore das Ende seines Gesetzes voraus: Es werde wahrscheinlich noch 10 bis 15 Jahre Bestand haben, bis eine fundamentale Grenze erreicht ist. Allerdings wurde ein halbes Jahr später von Pat Gelsinger, Chef der Digital- Enterprise-Sparte von Intel, prognostiziert, dass das Moore sche Gesetz noch bis 2029 Gültigkeit behalten soll. Quelle: Wikipedia 3

4 Die Historie, 40 Jahre RZ-Geschichte - Fortschreibung das Jahr der Netzersatzanlagen Kriterium Systemwelt Wechselplatten - Festplatten, Beginn Mainframe -Verdichtung im serverbasierte System, fortschreitende Rechnerverdichtung Biplartechnik unbediente Hardware, Plattenbereich (double bei sich reduzie- Rackserver, Enclosure, Bay- Biplartechnik density, triple density) C-MOS Verdichtung rendem Energieverbrauch - geringer Einfluss Cloud, - etablierte Mietflächen Betriebsstruktur ein großer Raum - Diversifikation der manueller Plattenwechsel Funktionen -ARZ, KOP, BRZ, -Einblick ins Rechenzentrum URZ, DRZ, AV-NB; Kabellängenrestriktion - komplette unbediente Hardware in einem Raum In Bezug auf Diversifikation unverändert -geringere Kabelrestriktionen (Bas and Tag; Escon) bieten Raum für Modularisierung; wassergekühlte Mainframes (400 Hz) Betriebszeiten 5 x 8 5 x 16 7x24 mit Wartungsunterbrechung ARZ, KOP, DRZ, AV-NB verschwinden; strikte Ausbildung URZ - closed shop mit ZTR - Leistungsverdichtung - wassergekühlte Racks 7x24 non stop computing; Wartung bei laufenden Betrieb ohne Verlust von Fehlertoleranz Tier-Classification T I T II T II -T III T III -T IV T IV Energiedichte 300 W/m² bedient: 350 W/m²; unbedient: 600 W/m² (Ministerialamtsblatt) Technologie Flächenkühlung Technologie Maschinenkühlung Anhängsel zentrale Lüftungsanlagen -häufig auch direkte AL-Kühlung Umluftkühlgeräte -keine direkte Freikühlung 600 W/m² bis W/m² W/m² bis W/m², zusätzlich Wasserkühlung Umluftkühlung mit indirekter freier Kühlung Umluftkühlung mit indirekter Kühlung und auch Freikühlsysteme (Kyoto-Cooling) keine keine Wasserkühlung Mainframe wassergekühlte Racks, Sidecooler, Overhead cooler,. Closed Shop URZ, inner Betriebsflächen -äußere Betreibsflächen - Verbindungselemente 7 x 24 im Clusterverbund bis W/m² Flächenkühlsysteme deutliche Reduzierung heutiger Kaltwasserracks 4

5 Die Historie, 40 Jahre RZ-Geschichte - Fortschreibung das Jahr der Netzersatzanlagen Kriterium Technologie einpfadig am EVU-Netz Stromversorgung Rechnerraumgrößen Prozesse Module häufig größer m² einpfadig über USV- Systeme (6-pulsig, rotierend); häufig bereits "n+1" 12-pulsige USV-Anlagen, Frequenzumformer (400 HZ) -rotierende USV meist "n+1" aber auch schon Beginn 2-Strang- Versorgunssysteme 12-pulsige modulare USV- Systeme, aber auch noch Block-und rotierende Systeme 12 -pulsige -statisch -für Großleistungen Diesel-USV bis m" Großmodule m²kleinmodule vom Grundsatz her 2 Module m² Doppelboden häufig keiner cm cm; vereinzelt begehbare Doppelböden cm 80 cm +/-20 cm 80 cm +/-20 cm Bodentragkraft kp / m² kp / m² kp / m² kp / m² kp/m² Raumhöhen höher 2,75 m 3,50 m 3,50 m möglichst 4,00 m Geschoss 4,50 -Raum 3,50 m Türen 2-flügelig wie die sonstigen 2-flügelig, H min 2,25 2-flügelig, H min 2,25 einflügelig 1,20 x 2,50 m einflügelig 1,20 x 2,50 m Türen in Technikbereiche Brandschutz keine Löschanlagen, manchmal Sprinkler Sprinkler, HiFog, CO2, Argon, Stickstoff, Sprinkler, HiFog, CO2, Argon, Stickstoff, Halon Sprinkler, HiFog, CO2, Argon, Stickstoff, eingeschränkt FM 200, Novec, Dauerinertisierung Sanftflutung mit anschließender Dauerinertisierung - Rechnerfortlauf 5

6 Fazit aus 40 Jahren RZ-Geschichte Vortrag Auditorium, Die Rechnersysteme bestimmen Architektur und Energiewirtschaft. Die steigende Abhängigkeit der Unternehmen bestimmt Verfügbarkeit und Redundanz. Viele technische Grundprinzipien sind unverändert - Beispiel Doppelboden, Beispiel Umluftkühlung. Die Anforderungen an Brandschutz bestehen fort. 7 x 24 Betrieb DV-Systeme mit Wartung bei laufendem Betrieb der Rechner ohne Verzicht auf Fehlertoleranz ist Standard geworden. Die Energiedichte hat sich ständig erhöht. Flächenmehrbedarf wird mehr und mehr von technologischer Entwicklung der DV-Systeme (Miniaturisierung) kompensiert. 6

7 Energiedichte - 10 Jahre Erleben in 10 Jahre Zukunft projiziert Die Fakten: : Einzug rackmounted Systems W/m² bis W/m² 2005: Enclosure 1. Generation, 10 HE - je Enclosure 4 kw: 12 kw je Rack 2006: Enclosure 2. Generation, 10 HE - je Enclosure 8 kw: 24 kw je Rack 2007: Enclosure 3. Generation, 10 HE - je Enclosure 12 kw: 35 kw je Rack Anmerkung: Ankündigungen, die Rackleistung wird bis 2010 auf KW/Rack steigen, haben sich nicht erfüllt 2010: Enclosure 4. Generation, 10 HE - je Enclosure 6 kw: 18 kw je Rack Ausblick/Vermutung: für die nächsten 10 Jahre ist der Hype an Energiedichte gebrochen wahrscheinlich: keine wassergekühlten Racks mehr im Rechenzentrum Technologien: durch intelligente Luftführung (konsequente Trennung kalte - warme Seite) Steigerung der Flächenkühlung auf 5 kw/m² möglich Treiber für neue Chance Flächenkühlung Wasserführende Leitungen im Rechenzentrum gehören zu den gravierenden Risikopotenzialen Energiemonitoring in Verbindung mit Verfahren zur besseren Energienutzung nutzen Energien Effizienter Im Energieverbrauch liegen Realwert und Spezifikationswert oftmals weit auseinander Auch Enclosures (zumal 32 Bay) arbeiten mit erheblichen Gleichzeitigkeitsfaktor 7

8 Die (gewagte) Prognose Die Arten (Rack, Domain, Mainframe) von DV-Komponenten werden vielfältig bleiben. Kalt- und Warmgänge dominieren. Der Anteil an Flächenkühlung wird steigen, wassergekühlte Racks heute bekannter Art werden verschwinden. Der Doppelboden als luftführende Komponente ist auch in Zukunft notwendig und wird an Bedeutung gewinnen. Die Doppelbodenhöhe bestimmt sich im wesentlichen aus Luftströmung und Luftverteilung (tendenziell 80 cm +/- 20 cm). Die Verfügbarkeitsansprüche werden steigen - 7 x 24 ohne Einschränkung der Verfügbarkeit wird sicher Standard. Wartungsarbeiten dürfen den betrieblichen Alltag nicht beeinflussen oder verändern. RZ-Betriebsstätten erhalten mindestens 2 Processingmodule. Einstandort-Konzepte erhalten Emergency Backup Units. Synchroncluster werden größere Abstände (derzeit ca. 15 km) erhalten. Ergebnis: Es werden die Anforderungen an Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit zunehmen aber auch die Möglichkeiten zu deren Erreichung. 8

9 Die 5 Tugenden im Rechenzentrum Closed Shop Modularität Redundanz Funktionstrennung Autarkie Betriebsführung / Betriebsüberwachung Disaster Recovery 9

10 Verfügbarkeit Hochverfügbarkeit Vortrag Auditorium, (Definition nach IEEE, Institute of Electrical and Electronics Engineers) Verfügbarkeit V (A) = Uptime (U) Uptime (U) + Downtime (D) Verfügbarkeit V = Wahrscheinlichkeit dass ein System innerhalb eines spezifischen Zeitraumes funktionstüchtig ist Hochverfügbarkeit = High Availability (HA) = die Fähigkeit eines Systems auch im Fehlerfall funktionstüchtig zu bleiben Beispiel h Uptime / 1 h Downtime V = 99,9 % 10

11 Verfügbarkeit (V) am Beispiel h Vortrag Auditorium, h 60 1 h 99 % 99,9 % 99,99 % 99,999 % h h h h h 1 h 6 min 36 sec min 36 sec 99,9% 99,99% 99,999% V 11

12 Work Groups HRG: IEEE: Harvard Research Group AEC - Klassifikation Institute of Electrical and Electronics Engineers Definition von Verfügbarkeit Uptime Institut: Tier-Klassifikation 12

13 Redundanz n+1, n+2 / Modularität Vortrag Auditorium, % Leistung (davon 100 % "n+2" Redundanz) 300 % Redundanz- Leistung "n+2" 200 % Leistung (davon 100 % "n+1" Redundanz) 200 % 200 % 166 % Redundanz- Leistung "n+1" 100 % 150 % 133 % 125 % 150 % 120 % 140 % 116 % 133 % 114 % 128 % 125 % 122 % 113 % 111 % 110 % 120 % Nominal- Leistung "n" Nominalleistung 100 % 0 % Anzahl "n" 13

14 Verfügbarkeit die AEC-Klassen Vortrag Auditorium, AEC - 0 conventional verfügbar, labil Funktion kann unterbrochen werden, Datenintegrität nicht essentiell n (Tier I) V = 99,67 % DTPA* = 28,8 h * DTPA = Downtime per anno 14

15 Verfügbarkeit die AEC-Klassen Vortrag Auditorium, AEC - 1 highly reliable verfügbar, stabil Funktion kann unterbrochen werden, Datenintegrität muss jedoch gewährleistet sein n+1 (SPOF) (Tier I) V = 99,67 % DTPA* = 28,8 h * DTPA = Downtime per anno 15

16 Verfügbarkeit die AEC-Klassen Vortrag Auditorium, AEC - 2 high availability hochverfügbar, stabil Funktion darf nur innerhalb festgelegter Zeiten oder zur Hauptbetriebszeit minimal unterbrochen werden n+1 (Tier II) V = 99,75 % DTPA* = 22,0 h * DTPA = Downtime per anno 16

17 Verfügbarkeit die AEC-Klassen Vortrag Auditorium, AEC - 3 fault resilient hochverfügbar, stabil Funktion muss innerhalb festgelegter Zeiten oder zur Hauptbetriebszeit ununterbrochen aufrecht erhalten werden n+2 (Tier III) V = 99,98 % DTPA* = 1,6 h * DTPA = Downtime per anno 17

18 Verfügbarkeit die AEC-Klassen Vortrag Auditorium, AEC - 4 fault tolerant höchstverfügbar, wartungsredundant Funktion muss ununterbrochen aufrecht erhalten werden. 24 x 7 Betrieb (24 Stunden an 7 Tagen in der Woche) muss gewährleistet sein 2 N (Tier III, WR) V = 99,98 % DTPA* = 1,6 h * DTPA = Downtime per anno 18

19 Verfügbarkeit die AEC-Klassen Vortrag Auditorium, AEC - 5 disaster tolerant höchstverfügbar, wartungsredundant, Twin-Core-RZ Funktion muss unter allen Umständen verfügbar sein 2(2N+1) 2x(Tier IV) V = 99,999 % DTPA* = 0,08 h * DTPA = Downtime per anno 19

20 AWM Auswahlmatrix RZ-Qualifikation ein Beispiel Planungseckwerte: Betriebstechnische Anlagen müssen ununterbrochen aufrecht erhalten werden, 7 Tage x 24 h Schutz gegen alle Spontanereignisse und gezielt angreifende Fremde keine Arealrisiken Anforderungen an den RZ-Betrieb: AEC 4 fault tolerant 20

21 AWM Auswahlmatrix RZ-Qualifikation ein Beispiel 21

22 Arealrisiken geographisch politisch technisch nachbarschaftliche Beziehungen Flüsse Hochwasserareale Kriegsherde Terroraktionen Energieversorgung Datenanbindung gefährdete Unternehmen Luftverkehr Fernwärme militärische Einrichtungen / Sperrzonen Fernkälte 22

23 Disaster- / Arealschutz Sicherheitsabstand und Standortanzahl Für jedes Einzelrisiko 2 Absicherungen Kein Einzelrisiko wirkt sich auf den anderen Standort aus RÜCKWIRKUNGSFREIHEIT ANZAHL ABSTAND 23

24 Disaster- / Arealschutz Ereignis Mindestabstand Standorte Flugzeugabsturz Erdbeben Seuchengefahr Hochwasser Trümmerradius (bis m) Explosion Trümmerradius (bis m) gewählte Gefährdungsstufe (mehr als 100 km) Quarantäneverordnungen (mehrere km) nicht am gleichen Hochwassergebiet (mehrere km) Der Abstand der Standorte kann je nach Arealrisiko 3,5 km bis hin zu mehreren 100 km länderübergreifend sein, oder sogar global umspannende Entfernungen notwendig machen. 24

25 Anforderungen / Planungseckwerte Vortrag Auditorium, Aufrechterhalten der technischen Funktion Schutz gegen deliktische Angriffe mit DI (Dauerinertisierung) ohne DI (Dauerinertisierung) Schutz möglich Schutz nicht möglich Sammelraum Technische Komponenten einer Gattung in einem Raum (Strom, Kälte / Wasser,...) Einzelraum Jede technische Komponente in einem eigenen Raum (USV 1, TM USV 1, USV 2,.) TK* 1 : - eigene Mitarbeiter, spontan angreifend TK 2 : - Fremde, spontan angreifend TK 4 : - Fremde, gezielt angreifend (nur über 2.Standort) TK 3: - eigene Mitarbeiter, gezielt angreifend TK 5: - logistisch, nach militärischen Muster vorgehende Gruppen TK 6 : - Angreifer mit Inkaufnahme der Eigentötung * TK = Täterkreis 25

26 Stromversorgung Variante 1 Fremdversorgung (EVU) EVU A Kälte EVU B G = M G = M NEA A NEA B Biogas Variante 2 Eigenerzeugung (BSZ) Wärme A/A Kälte A/A Biogas Wärme NSPHV A NSPHV B Brennstoff- Zelle A Brennstoff- Zelle B USV- Handumgehung A I ~/= =/~ USV +1 ~/= I =/~ USV n Computeranschluss Pfad A I ~/= USV +1 =/~ I USV n ~/= =/~ Computeranschluss Pfad B USV- Handumgehung B Biogas/ Diesel G NEA A = M Variante 3 Eigenerzeugung (BHKW) A/A Wärme Kälte G = M Wärme NEA B A/A Biogas/ Diesel Gasturbine Verbrennungs- Motor A Gasturbine Verbrennungs- Motor B A B Generator A G NEA A = M G = M Generator B NEA B A/A Absorber, Adsorber 26

27 Rechnerkühlung 27

28 Die Lösung für die nächsten 10 Jahre Vortrag Auditorium, Closed Shop - Modularität - Redundanz - Funktionstrennung - Autarkie Standort Lage im Gebäude Ausbau Strom Klima Feuerlösch Sicherheit Für jedes Risiko 1 Randlage Absicherung an zwei verschiedenen Standorden Bei Einstandort - EBU keine Durchgangszonen Geschosshöhe: ca. 4,50 m lichter Raum: ca m 2-Strang-Prinzip, konsequent A-B; 2 alternativ wechselnde Quellen erlaubt Jeder Versorgungsstrang wartungsredundant keine Fremdmedien Türen 1,20 x 2,50 m Kraft-Wärme- Kopplung Prinzip der Flächenkühlung Enegiesparsysteme Freikühlung -auch Grundwasser Dauerinertiserung nach dem Prinzip der Sanftflutung mit nachfolgender Konstanthaltung oberstes Ziel - Rechnerdurchlauf Überwachung aller Räume, videogestützte Systeme, Zugangskontrolle - Einschleusung 4- Augen-Dialog-Prinzip Monitoring für Bf-Bü konsequentes Monitoring für Gebäudetechnik konsequentes Monitoring für Gebäudetechnik - hier BS in Dunkelschaltung Monitoring des Energieverbrauches mit PUE Ideal Solitär Doppelboden LK VI BHKW - Brennstoffzelle Kaltgangeinhausung Energiemanagement konsequente Trennung der Brandabschnitte Deckentragfähigkeit 1 to/m² 28

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