Ausbau des Unternehmergeistes an badenwürttembergischen. Ziel A des badenwürttembergischen

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1 Ausbau des Unternehmergeistes an badenwürttembergischen Hochschulen im spezifischen Ziel A des badenwürttembergischen ESF-OP Aktualisierte Ergebnisse aus der Programmevaluation Fassung vom Einleitung Angaben zu den befragten Teilnehmern/-innen Ergebnisse aus Sicht der befragten Personen Fazit... 5 Ansprechpartner im ISG: Dennis Egenolf, Kai Sattler

2 1 1 Einleitung Das Operationelle Programm des Landes Baden-Württemberg fördert im spezifischen Ziel A 3.1 den Ausbau des Unternehmergeistes an baden-württembergischen Hochschulen. Das zentrale Hauptaugenmerk der Fördermaßnahme besteht in der Stärkung und dem Ausbau des Unternehmertums in Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Fördermaßnahme richtet sich an die Zielgruppe der Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeiter/-innen der teilnehmenden Hochschulen, (potenziellen) Existenzgründerinnen und Existenzgründer, Alumni und auch bereits (aus-)gegründeten Unternehmen in der Festigungsphase aus dem Umfeld der Hochschulen und Forschungseinrichtungen. 1 Gefördert werden Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die im Rahmen ihrer Aktivitäten und in Form von Beratungsgesprächen, Seminaren oder Workshops, Existenzgründungen aus dem Bereich der Hochschulen thematisieren oder entsprechende Angebote für die genannten Personengruppen in die Wege leiten oder weiterführen. Ein besonderer Stellenwert wird hierbei auf die Vermittlung von Kenntnissen der Erstellung von Businessplänen und Maßnahmen der Begleitung von Gründungen aus Zukunftsbranchen gelegt. Die Evaluation strebt neben der Abschätzung der kurzfristigen Einflüsse der Fördermaßnahmen auf die Einstellung der Teilnehmer/-innen zum Thema Gründungen v.a. die Erfassung der Intensität der Auseinandersetzung mit dem Thema Selbständigkeit an. Das ESF-OP des Landes Baden- Württemberg gibt mit dem Ergebnisindikator A die Erfassung dieser Intensität durch den Anteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Maßnahmen, die sich anschließend intensiv mit dem Thema Selbständigkeit befassen vor. 2 Die Evaluierung erhebt den aktuellen Wert des Indikators regelmäßig und weist diesen für die Durchführungsberichte und in den aktualisierten Ergebnissen der Evaluation aus. Die geförderten Stellen in den beteiligten Hochschulen und Forschungseinrichtungen wurden daher im Jahr 2013 erneut gebeten, den Teilnehmern/-innen einen Fragebogen zukommen zu lassen, um zu klären, welchen Einfluss die geförderte Maßnahme zu den Themen Existenzgründung und Selbständigkeit für die Teilnehmer/-innen hatte. Insgesamt wurden gegenüber der Erhebung in 2011 zusätzlich fünf geförderte Projektträger angeschrieben und bis zum von zusätzlich drei Einrichtungen 89 ausgefüllte Fragebögen erhalten, so dass nun aus beiden Befragungswellen insgesamt 361 Fragebögen vorliegen. Der vorliegende Berichtsteil beschreibt die Ergebnisse der zweiten Befragungswelle, vergleicht diese mit den bisherigen Ergebnissen aus dem Vorjahresbericht und fasst anschließend die Ergebnisse aus beiden Befragungswellen kumulativ zusammen. Der Berichtsteil ist wie bereits im Vorjahr untergliedert in eine Beschreibung der Angaben zu den befragten Teilnehmern/-innen, Wirkung der Maßnahme auf die Teilnehmer/-innen und einem abschließenden Fazit. 1 2 Siehe: Förderaufruf des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, 2008, Ausbau des Unternehmergeistes an baden-württembergischen Hochschulen : Standardisierte_Projekte/Aufruf_Inkubatoren.pdf, (Abruf: September 2013). Siehe: Operationelles Programm des Landes Baden-Württemberg, 31. Oktober 2007, Entwicklungsstrategie für den Programmzeitraum , S.73.

3 2 2 Angaben zu den befragten Teilnehmern/-innen Bei den antwortenden Teilnehmern/-innen der Maßnahme handelt es sich in der aktuellen Erhebung zu mehr als drei Vierteln um Männer. Das Durchschnittsalter eines/r Teilnehmers/-in liegt bei rd. 30 Jahren. Die Verteilung nach Altersklassen ergibt den höchsten Anteil für die Teilnehmer/-innen zwischen 25 und 29 Jahren (35 %), gefolgt von 20 bis 24 Jahren (24 %) sowie 30 bis 34 Jahren (18 %). Diese Altersstruktur spiegelt insbesondere für deutsche Hochschulen und die Zielgruppen der Förderung eine nachvollziehbare Verteilung wider, jedoch ist der Anteil der Frauen eindeutig stärker in der Altersgruppe von 20 bis 24 Jahren (33 %) vertreten. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer/-innen kann als höchsten Bildungsabschluss einen akademischen Abschluss vorweisen, darunter überwiegend einen Hochschulabschluss (51 %) bei nur wenigen Promotionen (3 %). Der hauptsächliche Teil der Teilnehmer/-innen ist aktuell noch Student/-in 3 (54 %), während die restlichen Teilnehmer/-innen entweder schon selbständig (17 %), Doktoranden-/innen (12 %) oder in einem Beschäftigungsverhältnis sind (9 %). Die Struktur der befragten Teilnehmer/-innen hat sich gegenüber den Vorjahresergebnissen noch einmal stärker hin zu den Männern entwickelt (+12 Prozentpunkte). Ferner lässt sich in der Altersstruktur eine Verjüngung feststellen, die sich eindeutig weg von 30 bis 34 Jahren (-9 Prozentpunkte) hin zu Teilnehmern/-innen zwischen 25 und 29 Jahren (+11 Prozentpunkten) bewegt. Unter Berücksichtigung der gesamten Befragungsergebnisse aus den beiden Jahren 2011 und 2013 unterscheiden sich die Angaben der Personen nur unwesentlich. Der Anteil der Männer an allen befragten Teilnehmenden beträgt rd. 68 %. Das heutige Durchschnittsalter 4 liegt bei fast 33 Jahren und nach Altersgruppe differenziert, entfallen die meisten Teilnehmer/-innen auf die Gruppe zwischen 25 bis 29 Jahren (28 %), gefolgt von 30 bis 34 Jahren (21 %) und 20 bis 24 Jahren (16 %). Eine getrennte Betrachtung nach Geschlecht verdeutlicht nur in der Altersklasse von 50 Jahren und älter einen eindeutig höheren Anteil von Frauen als bei Männern (Frauen: 16 % gegenüber Männern: 6 %). Die meisten Teilnehmer/-innen weisen mit 45 % einen Hochschulabschluss auf (davon 12 % eine Promotion), gefolgt von einer allgemeinen oder Fachhochschulreife (38 %). Zum Zeitpunkt der Befragung waren die Teilnehmer/-innen entweder Studenten/-innen (32 %) oder bereits selbständig (23 %). 3 4 Es ist anzumerken, dass rd. 28 % der Studenten/-innen einen Hochschulabschluss als höchsten Bildungsabschluss angegeben haben. Diese auf den ersten Blick widersprüchliche Aussage, deutet darauf hin, dass es sich hierbei um Studenten/-innen im Masterstudium handelt, die mit dem Abschluss eines Bachelors zwar einen Hochschulabschluss vorweisen, aber weiterführend studieren. Die Angaben zum Alter aus der ersten Befragungswelle des Jahres 2011 wurden dem aktuellen Jahr 2013 angepasst.

4 3 3 Ergebnisse aus Sicht der befragten Personen Die Teilnehmer/-innen wurden im Rahmen der Befragung um eine Bewertung gebeten, inwieweit sich die Intensität, mit der sie sich mit den Themen Selbständigkeit und Existenzgründung in den letzten drei Monaten vor der Maßnahmenteilnahme befasst haben, einschätzen lässt. Die meisten Teilnehmer/-innen erklärten in der zweiten Befragungswelle, dass sie sich häufig oder mindestens gelegentlich mit den Themen der Selbständigkeit und Existenzgründung beschäftigt haben (jeweils 23 %). Ein weiterer nicht unerheblicher Teil arbeitete am Geschäfts-/Finanzierungskonzept oder war bereits selbständig gewesen (jeweils 19 %). Lediglich 16 % der Teilnehmer/-innen haben sich mit den Themen der Selbständigkeit oder Existenzgründung in den letzten drei Monaten vor der Teilnahme bzw. der Befragung noch gar nicht auseinandergesetzt. Abbildung 1: Auseinandersetzung mit den Themen Selbständigkeit und Existenzgründung nach der Teilnahme Ja, genauso intensiv oder intensiver und ich bin mir sicher, dass ich mich selbständig machen werde. 36% 47% 46% Ja, genauso intensiv oder intensiver, ich bin mir aber noch nicht sicher, ob ich mich selbständig machen werde. 38% 43% 39% Nein, diese Themen werden in den Hintergrund treten. Nein, das ist überhaupt kein Thema mehr für mich. 1% 0% 2% 1% 0% 7% Weiß ich (noch) nicht. 12% 14% 13% Quelle: ISG-Befragung, eigene Berechnung 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50% Insgesamt (n=73) weiblich (n=14) männlich (n=56) Hinweis: Aufgrund von Rundungsfehlern und vereinzelten fehlenden Angaben zum Geschlecht weisen die Prozentwerte von Männern und Frauen leicht unterschiedliche Werte zu den insgesamten Angaben auf. Die Befragung zielt weiterhin darauf ab, den Wert des Ergebnisindikators A zu erfassen. Dies erfolgt durch die Frage an die Teilnehmer/-innen, die zum Befragungszeitpunkt noch nicht selbständig gewesen sind, ob sie sich nach der Maßnahmeteilnahme weiter mit den Themen der Selbständigkeit oder Existenzgründung beschäftigt haben. Die Abbildung 1 beschreibt die Ergebnisse der Frage differenziert nach dem Geschlecht der Befragten für die Befragungswelle Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer/-innen hat angegeben, dass sie sich im Anschluss an die Maßnahme mit den Themen der Selbständigkeit und Existenzgründung intensiv oder intensiver beschäftigen werden (85 %). Allein 47 % aller Befragten ist sich sicher, dass ihre eigene Selbständigkeit stattfindet, während 38 % noch nicht sicher sind. Ferner zeichnet sich aus den Befragungsergebnissen ab, dass...

5 sich Männer intensiver mit den relevanten Themen der Selbständigkeit oder Existenzgründung auseinandersetzen als Frauen (85 % der Männer gegenüber 79 % der Frauen). sich Männer ebenfalls eher im Klaren sind, dass sie sich selbständig machen werden als Frauen (46 % der Männer gegenüber 36 % der Frauen). sich Frauen zum Befragungszeitpunkt häufiger unschlüssig sind, ob sie sich selbständig machen (Frauen: 43 % gegenüber Männern: 39 %). Kaum ein/e befragte/r Teilnehmer/-in bestätigt, dass die Themen der Selbständigkeit und Existenzgründung in den Hintergrund getreten oder überhaupt kein Thema mehr sind (jeweils 1 %). Falls dies doch der Fall gewesen ist, war der hauptsächliche Grund dafür entweder das schwierige Marktumfeld oder eine fehlende Finanzierbarkeit der eigenen Geschäftsidee. Ferner konnte die Mehrheit der Teilnehmer/-innen, die sich intensiv oder intensiver mit beiden Themen auseinandergesetzt haben, bestätigen, dass ihre Einstellung zu beiden Themen in einigen Punkten durch die Maßnahme beeinflusst wurde (65 %). Es zeichnet sich ab, dass gründungsunsichere Teilnehmer/-innen kaum häufiger in einigen Punkten beeinflusst wurden (43 %) als gründungssichere Teilnehmer/-innen (41 %). Diese Beobachtungen decken sich mit den bisherigen Ergebnissen aus der ersten Befragungswelle, ohne dass es zu eindeutigen Verschiebungen zwischen den Befragungswellen gekommen ist. Aus beiden Befragungswellen lässt sich für den Ergebnisindikator A ein Anteil von 82 % festhalten. Ebenfalls bestätigt sich aus beiden Befragungswellen der Eindruck, dass sich Männer grundsätzlich intensiver mit den Themen Selbständigkeit und Existenzgründung auseinandersetzen als Frauen (Männer: 86 % gegenüber Frauen: 73 %). 4

6 5 4 Fazit Als zentrales Ergebnis der zweiten Befragungswelle zum spezifischen Ziel A 3.1 Ausbau des Unternehmergeistes an baden-württembergischen Hochschulen im Land Baden-Württemberg kann eindeutig festgehalten werden, dass die im Vorjahr berichteten Ergebnisse durch die zweite Befragungswelle bestätigt wurden. Der OP-Zielwert des Ergebnisindikators A Anteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Maßnahmen, die sich anschließend intensiv mit dem Thema Selbständigkeit befassen von 50 % konnte mit dem aktuellen Befragungsergebnis von 85 % nicht nur erneut weit übertroffen werden, sondern wurde gegenüber dem Vorjahr noch einmal um drei Prozentpunkte verbessert. Insgesamt beträgt der Wert des Ergebnisindikators aus beiden Befragungswellen 82 %. Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil der Männer erneut angestiegen (78 %) und die Altersstruktur der Befragten hat sich verjüngt. Ferner bestätigt sich die Beobachtung des Vorjahres, dass Männer intensiver mit den Themen der Selbständigkeit und Existenzgründung auseinandersetzen als Frauen. Ebenfalls zeigt sich aus der zweiten Befragungswelle, dass Männer häufiger die Selbständigkeit anstreben wollen, während Frauen hier noch unschlüssig sind. Dies könnte man auf der einen Seite als risikoaverses Kalkül interpretieren. Die Folgen eines möglichen Scheiterns der Selbständigkeit oder die persönlichen Konsequenzen hinsichtlich einer Lebensarbeitszeit könnten Frauen in ihren Entscheidungen anders berücksichtigen als Männer. Mögliche Gründe wären ferner externe Restriktionen (Kredite u. Ä.), auf die Frauen eher treffen könnten als Männer bzw. die Frauen in ihrem Kalkül anders bewerten als Männer. Die genaue Ursache für die geschlechtsspezifischen Unterschiede lassen sich aktuell nicht eruieren. Der Zugang zu den Beratungen und Kursen allerdings, ist wie bereits im Vorjahr dargestellt abhängig von der fachlichen Ausrichtung der Hochschule bzw. Forschungseinrichtung. Ein fachlicher Schwerpunkt der Hochschulen und Forschungseinrichtungen in den MINT-Studiengängen 5 führt nach wie vor zu einer erhöhten Teilnahme von Männern. 5 Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik

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