Externe Evaluation Schule St. Urban Pfaffnau. August 2014

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1 Externe Evaluation Schule St. Urban Pfaffnau August 2014

2 Externe Schulevaluation Die externe Schulevaluation stellt in den teilautonomen Schulen im Kanton Luzern eine vergleichbar gute Schul- und Unterrichtsqualität sicher und trägt zu einer wirkungsvollen Qualitätssicherung und -entwicklung bei. Dabei stärkt und unterstützt die Schulevaluation die Lehrpersonen, die Schulleitungen und die Schulbehörden in ihrem Bemühen um eine gute Schul- und Unterrichtsqualität. Die externe Evaluation versteht sich als Partner der Führungsund Qualitätsverantwortlichen und vermittelt den Schulen rund alle 5 Jahre eine professionelle Fremdbeurteilung, welche der Schule als Grundlage für die weiteren Entwicklungsschritte dient. Die externe Evaluation vermittelt den Schulen eine systematische, fundierte und umfassende Aussensicht ihrer Schulqualität zeigt den Schulen Stärken und Schwächen auf weist die Schulen auf Bereiche mit Veränderungsbedarf beziehungsweise Veränderungspotenzial hin gibt den Schulen Impulse und Empfehlungen zur Weiterentwicklung ihrer Schul- und Unterrichtsqualität liefert den Schulbehörden und Schulleitungen Steuerungswissen für ihre Führungsentscheide dient der Rechenschaftslegung der Schulen.

3 Stärken der Schule St. Urban Pfaffnau 1 Zusammenfassung 1.1 Stärken der Schule St. Urban Pfaffnau Die familiäre Atmosphäre, die überschaubare Grösse und die personelle Konstanz im Team prägen die Schule St. Urban. Die Kleinschule nimmt eine wichtige Zentrumsfunktion im Ortsteil St. Urban der Gemeinde Pfaffnau wahr. Die Eltern identifizieren sich mit ihrer Schule. Sie nehmen die vielen ihnen gebotenen Kontaktmöglichkeiten wahr und pflegen einen gegenseitig unkomplizierten und respektvollen Austausch mit den Lehrpersonen. Ihre aktive Beteiligung zur Förderung der Schulgemeinschaft ist bemerkenswert. Das langjährige und eingespielte Lehrer/innen-Team setzt sich mit Freude und Überzeugung für eine lebendige Schulgemeinschaft ein, in der sich alle wohl fühlen. Verantwortlichkeiten, Ämter und Aufgaben werden im Team ausgleichend verteilt. Die Lehrpersonen unterrichten die altersdurchmischten Klassen mit viel Erfahrung, gemeinsamen pädagogischen Haltungen, abwechslungsreichen Lehrformen und Lernangeboten. Sie vermitteln Lerninhalte verständlich und fördern gezielt das selbstgesteuerte und kooperative Lernen der Schüler/innen sowie die lösungsorientierte Konfliktbewältigung unter ihnen und mit ihnen. Dabei erfahren die Lehrpersonen von ihrer Schulleitung Wertschätzung und Unterstützung. Freundliche und wohlwollende Atmosphäre. Wir nehmen an der Schule St. Urban eine friedliche und entspannte Atmosphäre wahr. Die Schüler/innen sind hilfsbereit, unbeschwert und offen. Die Lehrpersonen achten auf einen sorgsamen Umgang untereinander. Allfällige Konflikte werden in den Klassen thematisiert. Konstruktive und engagierte Zusammenarbeit im Team. Die Lehrpersonen nehmen sich Zeit füreinander, für die Organisation der Schule und für die Gestaltung der Gemeinschaft. Ihr Umgang untereinander ist unkompliziert, achtsam und unterstützend. Bereichernde Gemeinschaftserlebnisse, beliebte Rituale. Gemeinsame Schulanlässe und interessante Projekte stärken die Schulgemeinschaft. Rituale haben einen bedeutenden Stellenwert. Die Neugestaltung der Schulhausumgebung ist ein gelungenes Gemeinschaftswerk, über das sich alle Beteiligten freuen. Integrative Pädagogik ein zentrales Anliegen der Schule. Die Lehrpersonen beschäftigen sich seit einiger Zeit und auch in Zukunft schwerpunktmässig mit der Integrativen Pädagogik. Es ist ihnen ein Anliegen, in anspruchsvollen Situationen des Schulalltags angemessen und wirksam zu handeln. Wertschätzende Klassenführung. Die Lehrpersonen führen die Schüler/innen in ihren Klassen wertschätzend und mit grossem Verständnis. Sie sorgen für eine lernförderliche und entspannte Atmosphäre in den Klassen. Dabei nehmen sie auch die Kinder in die Pflicht, ihren Beitrag dazu zu leisten. Es gelten klare Regeln, deren Einhaltung konsequent eingefordert und bei Nichtbeachtung geahndet werden. Gut organisierter und abwechslungsreicher Unterricht. Der Unterricht ist gut vorbereitet, strukturiert, abwechslungsreich und anschaulich gestaltet. Die Schüler/innen sind sich gewohnt, altersdurchmischt zu arbeiten und mit offenen Lernformen wie Posten- und Planarbeiten umzugehen. Im laufenden Schuljahr 2014/15 steht für die ganze Schule das Projekt Jahreskreisfeste im Zentrum. Ausgleichende Bewegungsspiele und die Beobachtung der Natur werden sinnvoll in den Unterricht einbezogen. Gezielte Förderung der Selbst- und Sozialkompetenz. Die Förderung der Schüler/innen in der Selbst- und Sozialkompetenz zeigt sich sowohl im Unterricht wie auch auf dem Pausenplatz. Die Schüler/innen in den mehrklassigen Abteilungen lernen, selbstständig zu arbeiten, aber auch jüngere Kollegen/innen bei Lernprozessen zu begleiten. Hilfsbereitschaft unter den Schüler/innen lässt sich ebenfalls beim Spielen während der Pausen beobachten. 1

4 Stärken der Schule St. Urban Pfaffnau Verständnisvoller Umgang mit Andersartigkeit der Schüler/innen. Die Lehrpersonen setzen sich dafür ein, allen Schüler/innen in der Schulgemeinschaft Raum zu geben, ihnen Beachtung zu schenken und ihnen respektvoll zu begegnen. Diese Haltung wird an der Schule vorgelebt sowie vermittelt und von Kindern im gegenseitigen Umgang auch erwartet. Unangepasstes Verhalten von Schüler/innen wird in den Klassen thematisiert. Erfreuliche Zusammenarbeit Schule Eltern. Die Eltern und die Lehrpersonen erfahren die Zusammenarbeit als sehr konstruktiv und freundschaftlich. Die Eltern fühlen sich an der Schule willkommen, erfahren die Lehrpersonen und die Schulleitung als gesprächsoffen und umgänglich. Eltern beteiligen sich an Schulanlässen und engagieren sich bei Projekten. Bei der Gestaltung der neuen Schulhausumgebung haben viele Eltern tatkräftig mitgeholfen. Reibungsloser Schulbetrieb. Der Schulbetrieb ist gut organisiert. Die Abläufe sind transparent geregelt. Der Informationsfluss funktioniert schulintern wie auch den Eltern und der Öffentlichkeit gegenüber zur Zufriedenheit aller. 2

5 Optimierungsbereiche der Schule St. Urban Pfaffnau 1.2 Optimierungsbereiche der Schule St. Urban Pfaffnau Im kleinen, einander nahestehenden und eingespielten Team der Schule St. Urban erfolgen viele Abläufe im alltäglichen Austausch mit grosser Selbstverständlichkeit. Es drängen sich nicht die gleichen Ansprüche an die Schriftlichkeit auf wie an grossen Schulen. Dennoch sind minimale Verschriftlichungen notwendig. Solche sind von der Schule erst teilweise festgelegt. Dadurch fehlt die erhöhte Verbindlichkeit, nicht nur für das Team selber, sondern auch als Orientierung gegenüber den Schüler/innen und den Eltern. Die Schule St. Urban überprüft ihre Ziele und Massnahmen in der Schul- und Unterrichtsentwicklung zudem noch zu wenig konsequent am Qualitätskreislauf. Es besteht die Gefahr, dass im herausfordernden Schulalltag wertvolle Erkenntnisse nach umgesetzten Anlässen und Projekten, nach Weiterbildungen oder nach Diskussionen untergehen oder gar in Vergessenheit geraten können. Die Folge davon sind zögerliche Fortschritte in ihren Weiterentwicklungen. Zur Bereicherung der eigenen Unterrichtspraxis erachten wir zudem die Öffnung für einen vermehrten Austausch mit Kollegen/innen anderer Schulen als zweckmässig. Zu wenig konsequente Qualitätssicherung. Die Lehrpersonen reflektieren gemeinsam die Zielerreichung der Aktionsliste und des Jahresprogrammes. Die Ergebnisse werden jedoch zu wenig konsequent gesichert. Dies kann die Kontinuität in der Schulentwicklung beeinträchtigen. Zurückhaltung bezüglich Erweiterung des Erfahrungsaustausches. Die Lehrpersonen arbeiten insbesondere innerhalb ihrer Stufen intensiv, routiniert und konstruktiv zusammen. Anlässlich von Weiterbildungen und bei der Mitarbeit in gesamtschulischen Projekten tauschen sich die Lehrpersonen informell mit Berufskollegen/innen über Belange des Unterrichts aus. Es fehlen jedoch institutionalisierte Formen, die zu hilfreichen Anregungen für die eigene Praxisgestaltung des Unterrichts führen. Beispielsweise zur individuellen Förderung der Schüler/innen, die von den Lehrpersonen als besondere Herausforderung betrachtet wird. Zweifel bezüglich Sinn und Zweck des Übergabeordners. Die Lehrpersonen sind angehalten, einen Übergabeordner zu führen und ihren Kollegen/innen der weiterführenden Klassen zu übergeben. Es stellen sich jedoch Fragen zum Aufwand und Nutzen dieses Ordners. Es ist zudem nicht klar, wie weit der Übergabeordner bei den Sekundarlehrpersonen Beachtung findet. 3

6 Entwicklungsempfehlungen 2 Entwicklungsempfehlungen Ergebnisse von Reflexionen und Zielüberprüfungen sichern Begründung Die Lehrpersonen reflektieren am Ende eines Schuljahres gemeinsam das Erreichen ihrer Ziele und das Einhalten der festgelegten Massnahmen, welche auf der Aktionsliste und dem Jahresprogramm festgehalten sind. Die Ergebnisse werden jedoch oft in Form von Notizen und zu wenig strukturiert und systematisch ausgewertet. Dadurch fehlen wichtige Grundlagen für eine zielorientierte und verbindliche Weiterführung oder Neuplanung von Projekten sowie für mittelund langfristige Entwicklungsvorhaben. Empfehlung Wir empfehlen der Schule St. Urban Pfaffnau, die Ergebnisse von Reflexionen und Zielüberprüfungen systematisch zu sichern. Rückmeldungen, Erfahrungen und Erkenntnisse sind dabei schriftlich festzuhalten. Daraus sind verbindliche Schlüsse abzuleiten. Diese sind in die Schulund Unterrichtsentwicklung der Schule St. Urban sowie der Gesamtschule Pfaffnau zu integrieren und mit deren Zielen und Massnahmen zu vernetzen. Mögliche Massnahmen Zielüberprüfungen strukturiert gestalten Termine für Überprüfungen der Zielerreichung im Jahresplan fixieren Ergebnisse schriftlich festhalten und beim Erstellen des neuen Jahresplanes aufnehmen Verantwortlichkeiten festlegen Erkenntnisse aus Überprüfungen bei der Planung gemeinsamer und individueller Weiterbildungen berücksichtigen Sich bei der Qualitätssicherung am Qualitätskreislauf orientieren 4

7 Entwicklungsempfehlungen Unterrichtsbezogenen Austausch über die Schule hinaus erweitern Begründung An der Schule St. Urban tauschen sich die Lehrpersonen täglich und bei vielen Gelegenheiten intensiv aus. Die Lehrpersonen arbeiten seit mehreren Jahren in gleicher personeller Besetzung verlässlich zusammen. Sie kennen ihre Stärken, halten sich an gewohnte sowie für sie bewährte Abläufe und ergänzen sich gegenseitig. Das Engagement für ihre Zusammenarbeit ist beachtenswert. Mit Kollegen/innen anderer Schulen stehen sie in gelegentlichem Kontakt. Ein regelmässiger Austausch mit klaren inhaltlichen Zielen wird jedoch nicht proaktiv angestrebt und ist nicht organisiert. Den Lehrpersonen fehlen dadurch erweiternde Ideen und Erfahrungen von aussen, die sich für die Bereicherung des eigenen Unterrichts und die Zusammenarbeit an den altersgemischten Klassen prüfen und ergänzend nutzen lassen. Zudem könnten andere Lehrpersonen von der erfolgreichen Praxisgestaltung, der Unterrichtserfahrung und der bewährten Zusammenarbeit profitieren. Empfehlung Wir empfehlen der Schule St. Urban Pfaffnau, den unterrichtsbezogenen Austausch zu erweitern. Dazu sind Ziele festzulegen, Themenbereiche zu bestimmen und regelmässige Treffen zu vereinbaren. Die Erkenntnisse aus dem unterrichtsbezogenen Austausch sollen gezielt ausgewertet und für die Weiterentwicklung der Unterrichtspraxis genutzt werden. Mögliche Massnahmen Geeignete Partner für die Öffnung der Zusammenarbeit auswählen Sich zusammen mit den Partnern auf gemeinsame und konkrete Ziele der Zusammenarbeit einigen Unterrichtsrelevante Themenbereiche bestimmen Gegenseitige Unterrichtshospitationen mit den Partnern in Erwägung ziehen Beobachtungskriterien für allfällige Unterrichtshospitationen festlegen und die Feedbackpraxis gegenseitig vereinbaren Ziele und Ergebnisse regelmässig gemeinsam mit den Partnern überprüfen Wenn nötig Lernmaterialien ergänzen und Lernumgebung optimieren Eltern über Veränderungen, die auch sie betreffen, informieren 5

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