Externe Evaluation Primarschule Beromünster. Februar 2015

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1 Externe Evaluation Primarschule Beromünster Februar 2015

2 Externe Schulevaluation Die externe Schulevaluation stellt in den teilautonomen Schulen im Kanton Luzern eine vergleichbar gute Schul- und Unterrichtsqualität sicher und trägt zu einer wirkungsvollen Qualitätssicherung und -entwicklung bei. Dabei stärkt und unterstützt die Schulevaluation die Lehrpersonen, die Schulleitungen und die Schulbehörden in ihrem Bemühen um eine gute Schul- und Unterrichtsqualität. Die externe Evaluation versteht sich als Partner der Führungsund Qualitätsverantwortlichen und vermittelt den Schulen rund alle 5 Jahre eine professionelle Fremdbeurteilung, welche der Schule als Grundlage für die weiteren Entwicklungsschritte dient. Die externe Evaluation vermittelt den Schulen eine systematische, fundierte und umfassende Aussensicht ihrer Schulqualität zeigt den Schulen Stärken und Schwächen auf weist die Schulen auf Bereiche mit Veränderungsbedarf beziehungsweise Veränderungspotenzial hin gibt den Schulen Impulse und Empfehlungen zur Weiterentwicklung ihrer Schul- und Unterrichtsqualität liefert den Schulbehörden und Schulleitungen Steuerungswissen für ihre Führungsentscheide dient der Rechenschaftslegung der Schulen.

3 Stärken der Primarschule Beromünster 1 Zusammenfassung 1.1 Stärken der Primarschule Beromünster Die Schulbeteiligten der Primarschule Beromünster fühlen sich sehr wohl an ihrer Schule. Dieses hohe Wohlbefinden ist eng mit der meist friedlichen Stimmung in den Klassenzimmern und auf dem Schulareal verbunden. Zudem tragen die gemeinsamen Anlässen der Primarschule Beromünster wesentlich dazu bei. Mit dem Schülerrat wird den Kindern zudem ein Mitgestalten ihrer Schule ermöglicht. Die Lehrpersonen engagieren sich für die Schulgemeinschaft, sie unterstützen sich im Schulalltag gegenseitig und fühlen sich stark mit ihrer Schule verbunden. Organisatorische Arbeiten werden zielstrebig und effizient erledigt. Die gute Beziehung zwischen den Lehrpersonen und den Kindern trägt wesentlich zum lernförderlichen Klima in den Schulklassen bei. Zudem ist der Umgang im Klassenzimmer respektvoll. Dies unterstützt den meist störungsfreien Unterricht. Die Zusammenarbeit zwischen Schule, Klassenlehrpersonen und Eltern erfolgt wertschätzend und respektvoll. Die Eltern fühlen sich gut über die Schulsituation ihres Kindes und über Wichtiges der Schule informiert. Die Schulleitung führt die Primarschule wertschätzend und kompetent. Lehrpersonen und Eltern fühlen sich mit ihren Anliegen ernst genommen. Gemeinschaftliche Anlässe. Die Primarschule führt während des Schuljahres verschiedene gemeinsame Anlässe durch. Diese organisieren die Lehrpersonen mit grossem Engagement und werden von allen Schulbeteiligten sehr geschätzt. Die Aktivitäten bereichern sowohl den Schul- und Unterrichtsalltag wie auch die Dorfkultur. Wohlbefinden der Schulbeteiligten an der Schule. Die Schüler/innen fühlen sich im Unterricht, auf dem Pausenplatz und in der Schulgemeinschaft grossmehrheitlich wohl. Sie nehmen die Gemeinschaft der Schule als meistens friedlich und störungsarm wahr. Der Umgang an der Schule ist von gegenseitiger Wertschätzung der Schulbeteiligten geprägt. Die Lehrpersonen unterrichten gerne an ihrer Schule und fühlen sich im Team sowie in der Schulgemeinschaft ebenfalls wohl. Gegenseitige Unterstützung im Lehrpersonenteam. Die Lehrpersonen unterstützen sich bei Fragen zum Schulalltag. Bei Bedarf diskutieren und besprechen sie Situationen aus dem Unterrichtsalltag. Organisatorische Arbeiten erledigen sie speditiv. Der Austausch von Unterrichtsmaterial ist jederzeit möglich. Zuständigkeiten sind geklärt und Aufgaben sinnvoll delegiert. In der Zusammenarbeit besteht eine hohe Verlässlichkeit. Hohe Verbundenheit der Lehrpersonen mit der Schule. Die Lehrpersonen fühlen sich stark mit ihrer Schule verbunden. Das gute Verhältnis innerhalb des Teams, die wohlwollende Führung durch die Schulleitung sowie die gemeinsam organisierten und durchgeführten Anlässe fördern und stärken diese Verbundenheit. Wertschätzende Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern. Lehrpersonen und Eltern pflegen einen wertschätzenden und offenen Umgang. Kontakte verlaufen freundlich und respektvoll. Anliegen können unkompliziert mit den Lehrpersonen besprochen werden. Die Eltern fühlen sich grossmehrheitlich gut über die schulische Situation ihrer Kinder sowie über Wichtiges der Schule informiert. Lernförderliches Klassen- und Unterrichtsklima. Die Schüler/innen und die Lehrpersonen gehen freundlich und respektvoll miteinander um. Die Kinder fühlen sich mehrheitlich sehr wohl in ihren Klassen. Die Lehrpersonen ermutigen die Kinder und unterstützen sie in ihrer Arbeit und in ihrem Lernen. Die klare Klassenführung sichert den meist störungsarmen Unterrichtsalltag. Dies führt in den Klassen zu einer guten Lern- und Arbeitsatmosphäre. 1

4 Stärken der Primarschule Beromünster Gute Beziehungsebene zwischen Lehrpersonen und Schüler/innen. Den Lehrpersonen ist die Beziehungsebene zu den Schüler/innen sehr wichtig. Sie betrachten diese als tragende Basis für die Zusammenarbeit. Sehr viele Kinder schätzen dies und beschreiben die Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen als wertschätzend, motivierend und unterstützend. Gut funktionierender Schülerrat. Mit dem Schülerrat ist auf Schulebene ein sehr gutes Gefäss zur Schülerpartizipation eingerichtet. Die Kinder lernen demokratische Formen kennen sowie ihre Anliegen und Meinungen einzubringen und diese zu vertreten. Die Schüler/innen übernehmen Rollen und Aufgaben im Schülerrat, die Lehrpersonen unterstützen und begleiten sie dabei. Der Schülerrat wird von allen Schulbeteiligten geschätzt und befürwortet. Wertschätzende Führung und reibungsloser Schulbetrieb. Die Schulleitung führt die Schule in personeller und organisatorischer Hinsicht klar und engagiert. Die pädagogischen Prioritäten sind bekannt und der Schulbetrieb verläuft reibungslos. Die Lehrpersonen nehmen die Schulleitung als kompetent, wertschätzend und unterstützend wahr. Gut dokumentierte Schule. Die Schule Beromünster sichert Abläufe, Prozesse und Vereinbarungen in verschiedenen ausführlichen Dokumenten. Diese sind der Schulführung und den Lehrpersonen jederzeit zugänglich. Den Eltern stehen zu verschiedenen Themen Informationsbroschüren zur Verfügung. 2

5 Optimierungsbereiche der Primarschule Beromünster 6.2 Optimierungsbereiche der Primarschule Beromünster Die Lehrpersonen besprechen in den Stufen oder bilateral verschiedene Bereiche aus dem Schul- und Unterrichtsalltag. Eine unterrichtsbezogene Zusammenarbeit ist weniger auszumachen. Vorhandenes Wissen wird dadurch noch zu wenig gewinnbringend genutzt. Im grundsätzlich gut und anregend gestalteten Unterricht werden individualisierende Unterrichtsformen unterschiedlich eingesetzt. Ein gemeinsames Verständnis zur individuellen Förderung der Schüler/innen ist weniger wahrnehmbar. Trotz vorhandener Vereinbarungen ist eine einheitliche Leistungsbeurteilung noch nicht gewährleitstet. Unterrichtsbezogene Zusammenarbeit der Lehrpersonen optimierbar. Die Zusammenarbeit der Lehrpersonen konzentriert sich noch stark auf organisatorische Aspekte. Innerhalb der einzelnen Stufen bearbeiten sie zum Teil gemeinsam unterrichtsbezogene Themen. Durch die Einführung der Doppelklassen nimmt die Wichtigkeit der unterrichtsbezogenen und stufenübergreifenden Zusammenarbeit zu. Eine entsprechende Kultur der Zusammenarbeit ist an der Primarschule noch wenig entwickelt und gefestigt. Es gelingt der Primarschule erst ansatzweise, vorhandenes Know-how allen zugänglich zu machen und Synergien gewinnbringend zu nutzen. Unterschiedlicher Umgang mit individualisierenden Unterrichtsformen. Die Lehrpersonen der Primarschule Beromünster gestalten ihren Unterricht anregend und abwechslungsreich, führen ihn aber oft relativ stark. Es bestehen dadurch für die Schüler/innen eher wenige Gelegenheiten zum selbstgesteuerten und kooperativen Lernen. Die Lehrpersonen gewichten individualisierende Unterrichtsformen unterschiedlich. Verbindliche Absprachen dazu über alle Stufen hinweg fehlen. Ein abgestimmter Kompetenzaufbau vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse ist dadurch noch nicht gewährleistet. Umsetzung der individuellen Lernförderung klären. Ein Teil der individuellen Lernförderung wird mit der Integrativen Förderung (IF) gut abgedeckt. Zusätzlich fördern die Lehrpersonen die Schüler/innen im täglichen Unterricht. Dabei erfolgt die Umsetzung von Lehrperson zu Lehrperson sehr unterschiedlich. Synergien können dadurch nur in geringem Mass genutzt werden. Ein gemeinsames Verständnis zur individuellen Förderung ist wenig auszumachen. Gemeinsame Beurteilungspraxis der Leistungen stärken. Zur Beurteilung der Selbst-, Sozial- und Arbeitskompetenz sowie zur Leistungsbeurteilung bestehen an der Primarschule Vereinbarungen. Diese sind im Alltag jedoch wenig präsent und gefestigt. Überlegungen und Absprachen zur Leistungsbeurteilung erfolgen in den Stufen oder auf bilateraler Ebene zwischen einzelnen Lehrpersonen. Dadurch beurteilen die Lehrpersonen zwar fundiert und verantwortungsvoll. Dennoch fehlen klare Abmachungen und Strukturen, die eine einheitliche Leistungsbeurteilung an der Primarschule gewährleisten. Gemeinsame Werte und Haltungen weiter entwickeln. Im Schulalltag und im Umgang mit den Schüler/innen vertreten viele Lehrpersonen implizit ähnliche Grundeinstellungen. Herausfordernde Situationen gehen sie alleine oder bilateral an. Gemeinsame, miteinander erarbeitete Werte und Haltungen sind im Team weniger auszumachen. Ganzheitliches Qualitätskonzept fehlt noch. Die Schule Beromünster verfügt aktuell noch nicht über ein ganzheitliches Qualitätskonzept, welches die Vernetzung der Ziele, Inhalte, Verantwortlichkeiten und Verbindlichkeiten der schulinternen Qualitätselemente beschreibt und vorgibt. 3

6 Entwicklungsempfehlungen 2 Entwicklungsempfehlungen Unterrichtsbezogene Zusammenarbeit optimieren Begründung Die Anforderungen an den Unterricht einer Primarschule sind komplex und umfangreich. Der damit verbundene Auftrag richtet sich nicht nur an einzelne Lehrpersonen, sondern an ein ganzes Lehrpersonenteam. An der Primarschule Beromünster wird vor allem auf organisatorischer Ebene wertvolle Zusammenarbeit geleistet. In Fragen zur Unterrichtsgestaltung erfolgt die Zusammenarbeit bisher in loser und eher unverbindlicher Form. Das an der Schule grosse vorhandene Wissen wird daher zu wenig genutzt und von möglichen Synergien zu wenig profitiert. Letztendlich ermöglicht die Zusammenarbeit auch eine gemeinsame und einheitliche Weiterentwicklung des Unterrichts an den zweiklassigen Abteilungen, was zu einem klaren und sichtbaren Profil der Schule führt. Es geht darum, das Wissen der einzelnen Lehrpersonen zusammenzuführen und damit den Unterricht an der Primarschule Beromünster gemeinsam weiterzuentwickeln und für die Schule ein gemeinsames Profil zu entwickeln. Empfehlung Wir empfehlen der Primarschule Beromünster, die unterrichtsbezogene Zusammenarbeit zu optimieren und das vorhandene Wissen gewinnbringend zu nutzen. Dazu sind ein gemeinsames Verständnis zur Zusammenarbeit aufzubauen sowie Verbindlichkeiten zu schaffen, so dass für alle Lehrpersonen eine gewinnbringende Zusammenarbeit umgesetzt werden kann. Mögliche Massnahmen Vorhandenes Zusammenarbeitsverständnis im Team thematisieren Chancen und Gefahren der Zusammenarbeit klären Verbindlichkeiten zur unterrichtsbezogenen Zusammenarbeit festlegen Die Individualität der einzelnen Lehrperson innerhalb der Verbindlichkeiten gewährleisten Diskussionen zur unterrichtsbezogenen Zusammenarbeit mit dem Verständnis von gutem Unterricht verknüpfen 4

7 Entwicklungsempfehlungen Methodenvielfalt im individualisierenden Unterricht fördern Begründung Die Lehrpersonen der Primarschule Beromünster gestalten ihren Unterricht anregend und abwechslungsreich. Den Einsatz von individualisierenden Unterrichtsformen gewichten die Lehrpersonen jedoch unterschiedlich. Dadurch konnte bisher kein gemeinsames Methodenrepertoire aufgebaut werden, das einen abgestimmten Aufbau überfachlicher Kompetenzen vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse sowie eine gemeinsame Weiterentwicklung des individualisierenden Unterrichts gewährleistet. Ein gemeinsamer Austausch zu individualisierenden Unterrichtsmethoden, die in den Doppelklassen das selbstgesteuerte und kooperative Lernen der Schüler/innen fördern, erfolgt noch wenig. Vorhandene Erfahrungen, beispielsweise mit Plan-, Posten- oder Werkstatt-Arbeit, werden wenig für einen gemeinsamen und stufenübergreifenden Aufbau einer Methodenvielfalt genutzt. Empfehlung Wir empfehlen der Primarschule Beromünster, die Methodenvielfalt im individualisierenden Unterricht zu fördern. Dazu ist ein stufenübergreifendes Methodenrepertoire aufzubauen, das innere Differenzierung sowie selbstgesteuertes und kooperatives Lernen der Schüler/innen ermöglicht. Sinnvollerweise sind für den Einsatz der Methoden verbindliche Eckwerte zu formulieren. Mögliche Massnahmen Erfahrungen mit individualisierenden Unterrichtsformen austauschen Gemeinsame Zielsetzungen und Erwartungen an individualisierenden Unterricht erarbeiten Sinnvolle Formen festlegen und erproben Verbindlichkeiten pro Stufe festlegen Weiterbildungen gewährleisten 5

8 Entwicklungsempfehlungen Einheitliche Umsetzung der individuellen Lernförderung sicherstellen Begründung Mit der Integrativen Förderung (IF) wird ein Teil der individuellen Lernförderung bereits umgesetzt. Im sonstigen Unterrichtsalltag erfolgt die individuelle Lernförderung von Lehrperson zu Lehrperson noch sehr unterschiedlich. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass bei den Lehrpersonen verschiedene Definitionen und Interpretationen des Auftrags bestehen. Diese verschiedenen Auslegungen führen zu den unterschiedlichen Umsetzungsformen der individuellen Lernförderung. Es fehlen verbindliche Absprachen, die eine einheitliche Praxis der individuellen Lernförderung an der Schule sichern und das Nutzen von Synergien ermöglichen. Empfehlung Wir empfehlen der Primarschule Beromünster, eine einheitliche Umsetzung der individuellen Lernförderung sicherzustellen. Dazu sind die Praxisgestaltung und der Wissensstand der Lehrpersonen als Basis zu nutzen und eine tragfähige gemeinsame Umsetzungsform zu entwickeln. Daraus sind Verbindlichkeiten abzuleiten und umzusetzen. Mögliche Massnahmen Erfahrungen mit Formen der individuellen Lernförderung austauschen Kenntnisse und Erfahrungen der IF-Lehrpersonen nutzen Gemeinsame Zielsetzungen und Erwartungen an die individuellen Lernförderung formulieren Sinnvolle Formen festlegen und ausprobieren Aufgrund der gemachten Erfahrungen Verbindlichkeiten festlegen Weiterbildungen organisieren 6

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