WHO Definition von "Palliative Care

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1 Palliative Care

2 WHO Definition von "Palliative Care Palliative Care entspricht einer Haltung und Behandlung, welche die Lebensqualität von Patienten und ihren Angehörigen verbessern soll, wenn eine lebensbedrohliche Krankheit vorliegt. Sie erreicht dies, indem sie Schmerzen und andere physische, psychosoziale und spirituelle Probleme frühzeitig und aktiv sucht, immer wieder erfasst und angemessen behandelt.

3 Palliative Care ist ein aktives Tun 1. lindert Schmerzen und andere belastende Beschwerden 2. unterstützt den Patienten darin, so lange wie möglich aktiv zu bleiben 3. integriert psychische und spirituelle Aspekte 4. bejaht das Leben und erachtet das Sterben als normalen Prozess 5. will den Tod weder beschleunigen noch verzögern 6. unterstützt Angehörige, die Krankheit des Patienten und die eigene Trauer zu verarbeiten 7. ist Teamarbeit, um den Bedürfnissen von Patienten und Angehörigen möglichst gut gerecht zu werden 8. kann frühzeitig in der Erkrankung angewendet werden in Kombination mit lebensverlängernden Massnahmen, wie beispielsweise Chemo- und Radiotherapie. Sie beinhaltet auch die notwendige Forschung, um Beschwerden oder klinische Komplikationen besser verstehen und behandeln zu können.

4 Wann beginnt Palliative Care? In der Zeit, in der die Heilung einer Krankheit als nicht mehr möglich erachtet wird und kein primäres Ziel mehr darstellt. (nationale Leitlinien) Ab dann, wenn vom Ansatz des Kampfes gegen die Krankheit zum Ansatz des Lebens mit der Krankheit gewechselt wird (bei Demenz ab Diagnose). (Dr. med. Roland Kunz)

5 Quelle: Lynn & Adamson

6

7 Wie möchten Sie einmal sterben? An einem plötzlichen Tod? Nach kurzer Krankheit (Wochen)? Nach längerer Krankheitsphase mit zunehmender Gebrechlichkeit?

8 Die Widersprüche 75% aller Menschen möchten zuhause sterben aber 70-80% aller Menschen versterben in Institutionen (Spital, Pflegeheim) 43% wünschen sich einen plötzlichen Tod, weitere 50% einen Tod nach kurzer Krankheitsdauer nur 10% sterben einen plötzlichen Tod, 20% nach einer Krankheitsphase von Wochen bis Monaten, die übrigen nach einer von Monaten und Jahren.

9

10 Negativ-Image «Abhängigkeit»

11 Der Psychologe Andreas Kruse, Leiter des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg nennt fünf Kategorien, die in ihrer Gesamtheit ein «gutes Altern» ausmachen: Selbstständigkeit, Selbstverantwortung, Selbstgestaltung, bewusst angenommene Abhängigkeit und Mitverantwortung. Entscheidend ist aus seiner Sicht der Wunsch des Menschen, in nachfolgenden Generationen fortleben zu können.

12 Welche Herausforderungen stellen sich also in der Palliative Care?

13 Palliative Care lindert Schmerzen und andere belastende Beschwerden - Ausbildung von Fachpersonen in allen Versorgungsbereichen - Sensibilisierung - Zugang zu Fachpersonen

14 Palliative Care unterstützt den Patienten darin, so lange wie möglich aktiv zu bleiben - Verständnis und Professionalität der Betreuungspersonen - Wohnformen, die Autonomie ermöglichen - eine respektvolle Haltung des betreuenden Umfeldes

15 Palliative Care integriert psychische und spirituelle Aspekte - ein interprofessionelles Betreuungsteam - soziale und seelsorgerliche Unterstützung und Begleitung - auch der Angehörigen

16 Palliative Care bejaht das Leben und erachtet das Sterben als normalen Prozess - Reden über Wünsche und Bedürfnisse in der letzten Lebensphase - Auseinandersetzung mit dem Sterben und dem Tod

17 Palliative Care will den Tod weder beschleunigen noch verzögern - eine gute medizinische und pflegerische Versorgung (Symptomkontrolle) - umfassende Information und Gespräche über mögliche Behandlungsoptionen (Advance care planning = vorausschauende Planung)

18 Palliative Care unterstützt Angehörige, die Krankheit des Patienten und die eigene Trauer zu verarbeiten - Gesprächsangebote - Rituale - Trauergruppen, wenn das Bedürfnis danach besteht

19 Erwartungen der Bevölkerung an den Arzt hinsichtlich Information und Unterstützung im dritten Lebensabschnitt Basis: n=1036 Filter: alle Befragten geschlossene Frage LINK Institut Hans Weiss Letzter Lebensabschnitt: Was erwartet die Bevölkerung vom Arzt? April

20 Entscheidungsgrundlagen Offene Information des Patienten über: Diagnose, Prognose, Chancen und Grenzen von kurativen Behandlungen (und Kehrseiten) Verzicht heisst nicht nichts mehr machen : Palliative Care als umfassende Begleitung erklären Entscheidung durch Patient: Formulierung seiner Ziele, Erwartungen, Wünsche und was er nicht will, wo er Grenzen der Behandlung setzt.

21 Palliative Care fokussiert auf das Wesentliche: SENS S ymptombehandlung E ntscheidungsfindung Netzwerk S upport

22 Symptombehandlung Bestmögliche Linderung belastender Symptome Total Pain berücksichtigen

23 Total Pain / Total Symptom aus Schmerzkonzept Spital Affoltern Körperlicher Schmerz Biomedizinische Faktoren Organische Pathologie Gewebsschädigung Seelischer Schmerz Emotionale Verletzungen, Reaktionen auf Verluste Angst vor dem Sterben, vor dem Ungewissen, vor unbehandelbaren Symptomen Sozialer Schmerz Probleme / Stress in Partnerschaft, Familie, Arbeit Einsamkeit, Ausgrenzung, Nutzlosigkeit, Abhängigkeit, Finanzielle Sorgen, Schwäche Spiritueller Schmerz Warum? Sinnkrise Leiden an ethischen + religiösen Dilemmata Leiden an der eigenen Lebensaufgabe / Berufung 23

24 Total Pain / Total Symptom aus Schmerzkonzept Spital Affoltern Körperlicher Schmerz Biomedizinische Faktoren Organische Pathologie Gewebsschädigung Was beschäftigt Sie am meisten? Seelischer Schmerz Emotionale Verletzungen, Reaktionen auf Verluste Angst vor dem Sterben, vor dem Ungewissen, vor unbehandelbaren Symptomen Was belastet Sie? Worüber machen Sie sich Sorgen? Sozialer Schmerz Probleme / Stress in Partnerschaft, Familie, Arbeit Einsamkeit, Ausgrenzung, Nutzlosigkeit, Abhängigkeit, Finanzielle Sorgen, Schwäche Spiritueller Schmerz Warum? Sinnkrise Leiden an ethischen + religiösen Dilemmata Leiden an der eigenen Lebensaufgabe / Berufung 24

25 Entscheidungsfindung Definition der eigenen Ziele und Prioritäten Gemeinsamer Prozess Vorausschauende Planung Notfallplan

26 Netzwerk Betreuungsnetz: Zusammenführung ambulanter und stationärer Strukturen, professioneller und freiwilliger Kräfte

27 Support Unterstützungssysteme vor allem für die Angehörigen Über den Tod hinaus

28 Was ist mir am Lebensende wichtig? Steinhauser KE, Christakis NA, JAMA 2000 Beste Schmerz- und Symptombehandlung Klare, informierte Entscheidungsfindung Vorbereitung des Lebensendes Ruhe und Zeit für Lebensbilanz Den Angehörigen keine Belastung werden Weitergabe wichtiger Dinge Respektierung als ganze Person 28

29 Schönheit des Alters von D. H. Lawrence , britischer Schriftsteller

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