10. Biologische Kleinkläranlagen

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1 10. Biologische Kleinkläranlagen 10.1 Allgemeines Durch die stetige Erhöhung des Anschlussgrades an kommunale Abwasseranlagen, aber auch durch die Errichtung von biologischen Kleinkläranlagen bei Gebäuden außerhalb eines Kanaleinzugsgebietes, konnten laufende Verbesserungen im Bereich des Gewässerschutzes erzielt werden. Die Vorschreibung bzw. Errichtung von biologischen Kleinkläranlagen erfolgt derzeit zumeist im Zusammenhang mit baulichen Sanierungen bestehender Gebäude oder bei einem Neubau. Bestehende Abwassereinleitungen aus Gebäuden mit geringem Abwasseranfall (< 10 EW 60 ) sind außerhalb von Kanaleinzugsgebieten durch eine Verordnung des Landeshauptmannes auf Grundlage des 33g WRG bis 22. Dezember 2015 wasserrechtlich bewilligungsfrei gestellt (LGBl.Nr. 49/2005, 43/2007). Mit Ablauf dieser Frist wird auch für diese Gebäude eine Anpassung an den Stand der Abwassertechnik erforderlich, z.b. durch Errichtung einer biologischen Kleinkläranlage. Voraussetzung für den Einsatz einer Kleinkläranlage ist die Möglichkeit, die anfallenden gereinigten Abwässer in ein geeignetes Fließgewässer einzuleiten oder auf eigenem Grund zu versickern. Dabei ist darauf zu achten, dass öffentliche Interessen oder fremde Rechte nicht verletzt werden. Der gegenständliche Berichtsteil behandelt überwiegend Anlagen der Größenklasse von 5-50 EW Überblick über die biologischen Kleinkläranlagen Folgende Systeme sind derzeit in Vorarlberg eingebaut: Klärsysteme nach dem Belebtschlammverfahren Tauchkörper/Belebtschlammsysteme in Kombination Aerobe Festbettverfahren Filteranlagen verschiedener Bauart Filterkammern nach ÖNORM B (zurückgezogene Ausgabe ) Filtergraben nach ÖNORM B (zurückgezogene Ausgabe ) Bepflanzte Bodenfilter (Pflanzenkläranlagen) Die Anzahl der in Vorarlberg in Betrieb befindlichen biologischen Kleinkläranlagen zum Stichtag 31. Dez 2008 beträgt: Bezirkshauptmannschaft Bludenz Bezirkshauptmannschaft Bregenz Bezirkshauptmannschaft Dornbirn Bezirkshauptmannschaft Feldkirch GESAMT: 175 Anlagen 162 Anlagen Im Jahr 2008 konnten 15 Anlagen nach Anschluss an die öffentliche Kanalisation außer Betrieb genommen werden. 2 Anlagen nahmen im Jahr 2008 ihren Betrieb auf. Seite 212

2 Die Anzahl der Kleinkläranlagen hat seit dem Jahr 1996 stetig zugenommen und ist im Jahr 2008 erstmals rückläufig. Anzahl der biologischen Kleinkläranlagen Die 162 biologischen Kleinkläranlagen entsprechen einem Bemessungswert von insgesamt 3191 Einwohnerwerten. Die Anlagengrößen teilen sich wie folgt auf: Klassifizierung der biologischen Kleinkläranlagen nach Einwohnerwert (EW 60) 9 (6%) 14 (9%) bis (19%) 11 bis bis bis (66%) Seite 213

3 10.3 Überprüfungsergebnisse Die Anlagen werden entweder stichprobenweise im Rahmen der technischen Gewässeraufsicht nach dem Wasserrechtsgesetz (Gewässerpolizei) oder im Auftrag der Wasserrechtsbehörde bezüglich ihres Betriebszustandes und der Reinigungsleistung kontrolliert. Im Zuge dieser behördlichen Kontrollen werden qualifizierte Stichproben des Ablaufes gezogen und im Labor des Umweltinstitutes des Landes Vorarlberg analysiert. In Einzelfällen ergaben sich Überschreitungen der bescheidmäßig vorgeschriebenen Grenzwerte. Bei diesen Anlagen konnte bereits am Überprüfungstag vor Ort festgestellt werden, dass durch Bedienungsfehler oder mangelhafte Wartung Mängel bestehen. Die Anzahl negativer Überprüfungsbefunde ist in den vergangenen Jahren jedoch tendenziell fallend. Amtliche Kontrollen nach Bezirken (Abwasserstichproben) BH gesamt positiv negativ Bludenz Bregenz Dornbirn Feldkirch gesamt Dies ergibt für das Jahr 2008 in Prozent: Ca. 90% der Probenergebnisse waren positiv und 10% negativ. Parameterüberschreitungen Seite 214

4 10.4 Zusammenfassung Die biologischen Kleinkläranlagen in Vorarlberg zeigen zufriedenstellende Reinigungs- und Betriebsergebnisse trotz geringer Anlagenkapazität, problematischer Belastungsstöße und wechselnder Betriebsbedingungen. In der Praxis können bewährte biologische Klärsysteme weiterhin empfohlen und anlässlich der wasserrechtlichen Bewilligungsverfahren positiv begutachtet werden, wenn ein Anschluss an die Ortskanalisation mit zentraler Reinigung nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich ist und die örtlichen Verhältnisse geeignet sind (z.b. Versickerungsfähigkeit des Untergrundes, Wasserführung und Gewässergüte des Vorfluters, keine Beeinträchtigung von Quellen). Ein wichtiges Kriterium für die Funktion einer Kleinkläranlage ist der ordnungsgemäße Betrieb (z.b. Verwendung von geeigneten Reinigungs- und Waschmitteln), sowie die Bereitschaft des Betreibers zur laufenden Eigenüberwachung der Anlage. Der dazu notwendige Zeitaufwand und die Prüfintervalle können durch das gewählte Reinigungsverfahren deutlich variieren. Dies wird bei der Auswahl des Reinigungsverfahrens bzw. dem Kauf einer Kompaktkläranlage zu wenig beachtet und durch den Anlagenbetreiber erst (zu spät) im Betrieb erkannt. Es ist daher von grundlegender Bedeutung, dass der Betreiber über die Funktionsweise der Anlage, über die durchzuführenden Überwachungs- und Wartungstätigkeiten, aber auch über die entstehenden Kosten bei falschem Betreiberverhalten bereits im Zuge der Planung informiert ist. Seitens des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes (ÖWAV) werden in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur zum Thema Kleinkläranlagen in den letzten Jahren vermehrt Weiterbildungs- bzw. Informationsveranstaltungen angeboten. Diese Veranstaltungen dienen einerseits der Schulung der Anlagenbetreiber und andererseits dem Erfahrungsaustausch zwischen Planern, Anlagenherstellern und Behördenvertretern. Die behördlichen Fremdkontrollen mit periodischen Probenahmen im Zuge der Gewässeraufsicht sind für jeden Betreiber im laufenden Betrieb eine wichtige Hilfestellung zusätzlich zum vorgeschriebenen Wartungsvertrag. Nur durch optimales Zusammenspiel aller Beteiligten kann das gemeinsame Ziel der Gewässerreinhaltung erreicht werden. Seite 215

5 10.5 Übersicht nach den Bemessungswerten (EW) Seite 216

6 10.6 Übersicht der verschiedensten Reinigungssystemen Seite 217

7 10.7 Übersicht der Dauerlösungen und Provisorien Seite 218

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