Presseinfo GDS 26. Juli 2016

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1 SCHUHINDUSTRIE: KONJUNKTUR NIMMT 2016 WIEDER FAHRT AUF, 2015 BESSER ALS ERWARTET Umsatz und Beschäftigung in der Schuhindustrie stiegen in den ersten vier Monaten des Jahres deutlich an. Das positive Ergebnis wird vor allem durch das Inlandsgeschäft getragen. Während das Auslandsgeschäft mit der Eurozone schwächelt, zog das Auslandsgeschäft mit den übrigen Ländern nach der deutlichen Delle in 2015 in den ersten vier Monates dieses Jahres wieder an. Dennoch ist die Branche vorsichtig: laut ifo-konjunkturspiegel beurteilten die Unternehmen die Geschäfts- und Auftragslage seit Anfang des Jahres durchgehend kritisch. Für einen vorsichtigen Optimismus sprechen die Erwartungen an das Exportgeschäft und an die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten. Die Umsätze stiegen von Januar bis April 2016 um 7,1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, auf 994 Mio. Euro. Der überraschend starke Zuwachs wird von einigen wenigen Herstellern und vom Hype im Sneaker- und Sportschuhbereich getragen. Die Lage in der gesamten Industrie stellt sich dagegen durchaus heterogen dar. Besonders stark entwickelte sich in diesem Zeitraum das Inlandsgeschäft mit einem Zuwachs bei den Inlandsumsätzen in Höhe von 8,5 % auf 765 Mio. Euro. Somit realisiert die deutsche Schuhindustrie nach wie vor drei Viertel ihrer Umsätze im Inland. Auf das Auslandsgeschäft entfielen 229 Mio. Euro (+2,8 %). Die vom statistischen Bundesamt inzwischen revidierten Zahlen für 2015 führen zu einem deutlich höheren Umsatzplus im vergangenen Jahr. Statt der ursprünglich verkündeten 1,6 % schließt die Industrie das Jahr mit einem Umsatzplus von 3,4 % ab. Die Umsätze beliefen sich 2015 somit auf 2,620 Mrd. Euro. Davon entfielen 2,021 Mrd. Euro (+3,7 %) auf das Inlandsgeschäft und 599 Mio. Euro (+2,3 %) auf das Auslandsgeschäft. Seit Anfang 2016 weist die amtliche Statistik 40 Betriebe mit 50 oder mehr Beschäftigten in der Schuhindustrie aus ein Unternehmen mehr als noch Über alle Größenklassen hinweg sind es rd. 80 Betriebe. Die Aufnahme eines zusätzlichen Betriebs in die Statistik führt zu leichten Überzeichnungen der Zuwächse bei Umsatz und Beschäftigung. Die Zahl der Beschäftigten stieg in der Schuhindustrie in den ersten vier Monaten des Jahres ebenfalls um 7 % auf an, nachdem bereits 2015 ein Zuwachs um 10,3 % zu verzeichnen war. Da Beschäftigung ein nachlaufender Indikator ist, wird sich der Beschäftigungsaufbau über das gesamte Jahr hinweg deutlich verlangsamen. Nach dem ebenfalls von einzelnen Herstellern getragenen, außerordentlich starken Produktionszuwachs in 2014, ging die Produktion in Deutschland 2015 leicht zurück. Es wurden rd. 38,8 Mio. Paar Schuhe produziert, 4,2 % weniger als im Vorjahr. Im ersten Quartal 2016 ging die Produktion weiter zurück. Hierfür spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, darunter die fehlenden Impulse aus dem schwächelnden Handel, aber auch bei vereinzelten Unternehmen das Erreichen der Obergrenzen bei der Kapazitätsauslastung. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Produktion von Straßenlederschuhen für Männer und Frauen, während die Produktion von Sicherheitsschuhen weiter gewachsen ist.

2 Die Verbraucherpreise für Schuhe stagnierten in den ersten vier Monaten des Jahres, dagegen stiegen die Erzeugerpreise mit einem Plus von 1,8 % nicht nur deutlich an, sondern auch schneller als im Durchschnitt des vergangenen Jahres. Trotz der nur langsam wieder anziehenden Weltwirtschaft nahmen die Exporte von Januar bis April 2016 um 3,6 % zu, auf 97,8 Mio. Paar, während die Importe mit einem Minus von 5,1 % auf 254,3 Mio. Paar deutlich zurückgingen. Einen Gegentrend setzten die Importe von Sportschuhen, die aufgrund des anhaltenden Sneaker-Trends 2015 um 28,3 % gestiegen sind. Sportschuhe machen inzwischen rund 12 % der gesamten Schuhimporte aus. Zu verzeichnen war zudem ein deutlicher Anstieg der durchschnittlichen Schuhpreise sowohl bei den Ausfuhren als auch bei den Einfuhren. Der Trend ist nicht neu: 2015 ist der Preis pro importiertem Paar um 12,5 % auf 13,47 Euro gestiegen, der Preis pro exportiertem Paar dagegen um 4,4 % auf 17,78 Euro. Ein Grund ist u. a. in den steigenden Lohnkosten in den Lieferländern zu sehen, allen voran China, das auch 2015 wichtigstes Lieferland war. Die Rangliste der Lieferländer blieb 2015 unverändert: an der Spitze bleibt China, gefolgt von Vietnam, den Niederlanden, Italien und Indonesien. Wichtigste Abnehmerländer waren die Niederlande, Frankreich, die Slowakei, Polen und Österreich. Insgesamt exportierte die deutsche Schuhindustrie 2015 knapp 237,6 Mio. Paar Schuhe. Importiert wurden 653,5 Mio. Paar. Ausblick 2016 Der Start in das Jahr 2016 lässt einen vorsichtigen Optimismus für den gesamten Jahresverlauf zu. Der gute Arbeitsmarkt und die niedrigen Zinsen sorgen für eine gute allgemeine Konsumlaune. Der niedrige Ölpreis wirkt sich einerseits günstig auf die Transportkosten aus, sorgt andererseits neben politischen und strukturellen Gründen für eine nachhaltige Wirtschaftsflaute beim wichtigen Handelspartner Russland. Schwer abzuschätzen sind die Auswirkungen des Referendums in Großbritannien, das nun seinen Austritt aus der EU einleiten wird. Klar ist, dass die Bedeutung des britischen Absatzmarktes sinken wird. Darauf deutet bereits das Konsumklima in Großbritannien hin, das nach dem Brexit-Referendum den stärksten Rückgang seit mehr als 21 Jahren verzeichnet hat. Zusätzlich haben die Brexit-Entscheidung und die Abwertung des Pfunds zu einer höheren Volatilität bei den Wechselkursen insgesamt geführt. Kommt es zu der befürchteten Zunahme der Bürokratie in den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien, wird der Bereich Mode/Schuhe deutlich davon betroffen sein war Großbritannien mit einem Anteil von 5,8 % an den gesamten deutschen Schuh-Ausfuhren das sechstwichtigste Abnehmerland. Pressekontakt: Dr. Claudia Schulz Telefon Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie e. V. Reinhardtstraße D Berlin Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand: 06/2016 Seite 2

3 KENNZIFFERN SCHUHINDUSTRIE 1 Betriebe ab 50 Beschäftigte ± vh z. Vorjahr Januar April , ,0 Untern. ab 1 Besch. (Hochrechnung) 80 2 Beschäftigte Januar April ,0 3 Bruttolohn- und Gehaltssumme (in Mio Euro) ,3 Januar April ,3 4 Geleistete Arbeitsstunden (in Tausend) 5 Umsatz (in Mio Euro) 6 Inlandsumsatz (in Mio Euro) 7 Auslandsumsatz (in Mio Euro) ,1 Januar April , ,8 Januar April , ,4 Januar April , ,7 Jnauar April ,8 8 Erzeugerpreise (Index Inlandsabsatz, 2010 = 100) ,3 März ,9 1,7 April ,2 2,0 Januar April , ,2 9 Verbraucherpreise (Index, 2010 = 100) Schuhe April ,7 1,8 Gesamt April ,9-0,1 Schuhe Januar April ,7 0,5 Gesamt Januar April ,7 0,2 Seite 3

4 PRODUKTION Produktion 2015 ± vh z. Vorjahr 2015 ± vh z. Vorjahr Preis je Paar Preis pro Paar Lederoberteil ,1 25,2 5,5 Straßenschuhe ,0 56,4 9,0 für Kinder 818 1,0 35,8 3,3 für Männer ,4 54,2 16,4 für Frauen ,0 56,2 6,8 Unisex-Schuhe 656 8,2 88,3 0,3 Sandalen ,7 10,4-0,3 für Kinder 423 4,5 23,3-1,8 für Männer ,4 38,2-8,4 für Frauen + Unisex ,3 9,7-1,2 Sportschuhe 875-1,8 31,8 6,0 Sicherheitsschuhe ,1 50,8 1,5 Textiles Oberteil ,0 18,5-0,5 Sportschuhe ,5 5,3 2,8 Hausschuhe 307-0,6 10,6 1,7 Schuhe insgesamt ,2 24,0 4,6 SCHUHAUSSENHANDEL Schuhaußenhandel Paar ± vh z. Vorjahr Wert in Tsd. ± vh z. Vorjahr Ausfuhr , ,5 Jan April , ,0 Einführ , ,8 Jan April , ,3 Seite 4

5 EXPORTE Exporte 2015 Anteil am Gesamtexport bezogen auf Paare Russische FöderaPon 1,1% Schweden 2,6% Dänemark 3,7% Tschechien 3,3% Ungarn 2,4% Schweiz 3,8% Andere Länder 14,4% Grossbritannien 5,8% Niederlande 12,5% Polen 11,0% Frankreich 12,4% Slowakei 11,4% Österreich 7,1% IMPORTE Importe 2015 Anteil am GesamPmport bezogen auf Paare Bangladesch 6Spanien 1,3% Frankreich 1,3% Rumänien 1,4% Kambodscha 1,5% Portugal 2,0% Indien 3,0% Indonesien 4,2% 6Italien 4,3% Polen 6Slowakei 6Marokko 1,1% Andere Länder 7,8% Volksrepublik China 48,3% Niederlande 6,2% 6Vietnam 14,1% Seite 5

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