Immer mehr zeigt sich, welch böse Folgen von Merkels Deal mit Erdogan. unberechenbaren Partner gebunden, dessen Polizei Flüchtlinge aus Syrien an

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1 . global news : Merkels Erdogan-Deal und seine bösen Folgen Immer mehr zeigt sich, welch böse Folgen von Merkels Deal mit Erdogan drohen. Der Deal hat erstens Deutschland und die EU an einen unberechenbaren Partner gebunden, dessen Polizei Flüchtlinge aus Syrien an der Grenze erschießt, zuletzt siebzehn einschließlich vieler Kinder, ohne daß die Bundesregierung zu protestieren wagt und sich so mitschuldig macht. Der Deal soll zweitens nach Griechenland geflüchtete Syrer und Iraker unter Verletzung ihres Asylrechts zur Rücklieferung in die Türkei freigeben, was nur deshalb nicht in dem vereinbarten Umfang geschieht, weil griechische Richter oft die Auslieferung stoppen. Drittens macht der Deal die EU von anderen Ländern mit Flüchtlingslagern - vor allem in Afrika - erpressbar, die versuchen werden und schon versuchen, mit Flüchtlingswellen zu drohen, wenn nicht Milliarden wie bei der Türkei gezahlt werden. Der Deal hat viertens die EU unter Druck gesetzt, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu beschleunigen. Während Merkel früher immer gegen die Mitgliedschaft war und stattdessen eine Form von Partnerschaft unterhalb des Mitgliedslevels bevorzugte, wagt sie nun nicht mehr, sich gegen die Mitgliedschaft zu stellen. In Großbritannien nutzt die Brexit-Kampagne diese Entwicklung brutal und bisher sehr erfolgreich aus. Immer wenn die Gegenseite die Wahrscheinlichkeit einer EU-Mitgliedschaft herunterspielen will, wird ihr entgegengehalten, daß doch gerade erst unter deutscher Führung eine Beschleunigung der Verhandlungen vereinbart wurde. Sollte Großbritannien aus der EU austreten, so wird das Lager der Nordlichter in der EU noch mehr - rundbr / 5

2 unter den Druck der Transferforderungen des Club-Med kommen, was vor allem für Deutschland enorm teuer werden kann und den Euro zerstören dürfte. Sollte es fünftens am Ende doch zur Mitgliedschaft der Türkei und zur Zuwanderung hoher Zahlen von Türken kommen, wo würde Deutschland nach allen Erfahrungen mit der bisherigen Einwanderung von Türken, diese genauso wenig integrieren können. Siehe dazu den anschließenden Rundbrief "Neue Erkenntnisse zur Integration der Bevölkerung mit türkischem (muslimischem) Hintergrund". Der Deal war zudem unnötig, denn die Balkanländer haben die Route über Griechenland erfolgreich und gegen Merkels Willen geschlossen, ohne auf ihre Abmachung mit Erdogan zu warten. Statt über die Türkei kommen Flüchtlinge nun allerdings in großer Zahl direkt von Afrika über das Mittelmeer nach Europa. Das traurige Drama ertrinkender Menschen hat sich nur verlagert und die Hautfarbe größtenteils auch. Und da die Menschen - falls gerettet - zunächst in dem gegenüber Griechenland viel größeren Italien hängen bleiben, zeigt Merkels Deutschland hier wenig Bereitschaft zur Hilfe. * * * * * Neue Erkenntnisse zur Integration der Bevölkerung mit türkischem (muslimischem) Hintergrund In Deutschland lebten vor der letzten Millionen-Welle an Flüchtlingen meist muslimischen Glaubens etwa 4 Millionen Muslime. Der größte Teil davon hat einen türkischen Migrationshintergrund, der sehr oft auf die erste Generation von Gastarbeitern aus dem türkischen Anatolien zurückgeht. Die in Deutschland Geborenen betrachten sich heute als weitgehend integriert. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Erhebung von TNS Emnid im Auftrag der Universität Münster unter gut Zuwanderern aus der Türkei und ihren Nachkommen ab 16 Jahren. Die Befragten der ersten Generation leben im Durchschnitt seit 31 Jahren in Deutschland. 40 % der Befragten - rundbr / 5

3 wurden in Deutschland geboren. Die Interviews fanden zwischen November 2015 und Februar 2016 telefonisch statt, teils in deutscher, teils in türkischer Sprache. 28 % der Befragen haben die deutsche Staatsbürgerschaft, 58 % die türkische, 8 % haben einen deutschen und einen türkischen Pass Es ist eine der umfassendsten Befragungen Türkeistämmiger über Integration und Religiosität. So gaben 70 % an, einen starken Willen zur Integration zu haben. 90 % fühlen sich in Deutschland sogar wohl (wenn auch mehr als die Hälfte sich sozial nicht anerkannt sieht). Das klingt gut, so lange nicht nach den Einstellungen zu Kultur und Religion gefragt wird. Denn die zeigen ein ganz anderes Bild von Integration. Dabei fühlen sich 85 % der Türkei eng verbunden, fast genauso viele wie die, die eine enge Verbindung zu Deutschland angeben (87%). Vertreten in der ersten Generation noch 72 % die Meinung, Muslime müßten sich an die deutsche Kultur anpassen, so sind es in der 2./3. Generation nur noch 52 %. 39 % der türkischen Männer selbst der 2./3. Generation meinen, es sei für alle Beteiligten viel besser, wenn der Mann im Berufsleben stehe und die Frau zu Hause bleibe und sich um den Haushalt und die Kinder kümmere. Das vergleicht sich mit nur 30 % in der deutschen Gesamtbevölkerung. Noch mehr zeigt sich in der Einstellung zur Religion, wie die 2./3. Generation mehr als ihre Eltern auf Eigenständigkeit und Abgrenzung Wert legt. Bezeichnen sich 62 % der Angehörigen der ersten Generation als sehr religiös, sind es unter ihren Nachfahren mit 72 % deutlich mehr; bei den Frauen ist der Anstieg von 63 % auf 74 % noch ausgeprägter (hier spielt auch mit, daß sich türkische Männer der Nachgeborenen ihre Frauen oft direkt aus der Türkei holen). Die Hälfte der Befragten stimmt dem Satz zu "Es gibt nur eine wahre Religion" (2./3. Generation immer noch 46 %). 47 % halten die Befolgung der - rundbr / 5

4 Islam-Gebote für wichtiger als die deutschen Gesetze (2./3. Generation immer noch 36 %). Ein Drittel meint, Muslime sollten zur Gesellschaftsordnung aus Mohammeds Zeiten zurückkehren (2./3. Generation immer noch 27 %). 36 % sind überzeugt, nur der Islam könne die Probleme der Zeit lösen (2./3. Generation immer noch 33 %). Drei Viertel plädieren für ein Verbot von Büchern und Filmen, die die Gefühle tief religiöser Menschen verletzen. Der Anteil derer mit einem verfestigten fundamentalistischen Weltbild liegt immerhin bei 13 %. 20 % sehen den Islam von der westlichen Welt bedroht und halten Gegengewalt für berechtigt (2./3. Generation immer noch 15 %). 6 % der 2./3. Generation halten Gewalt sogar für berechtigt, wenn es um die Verbreitung und Durchsetzung des Islam geht. Daß Frauen ein Kopftuch tragen sollten, meinen in der ersten Generation 39 %, in den Folgegenerationen immer noch 27 %. Dabei zeigt das Kopftuch der einheimischen Bevölkerung in den Ballungszentren der muslimischen Immigration sehr deutlich an, um wieviel weniger sie sich hier im eigenen Lande zu Hause fühlen kann. Auch sind 18 % selbst der 2./3. Generation von Immigranten der Ansicht, Muslime sollten es vermeiden, dem anderen Geschlecht die Hand zu geben. Abb zeigt die Gesamtsituation und den Fortschritt der Integration zwischen den Generationen, wo er stattfindet. Bei seit Geburt in Deutschland Lebenden und nach Besuch der deutschen Schulen und damit Erwerb der deutschen Sprache würde man allerdings mehr erwarten. Außerdem steht den in Deutschland geborenen Kindern seit dem Jahr 2000 automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft zu, auch wenn sie bis zum Jahr 2014 diese nur behalten konnten, wenn sie die türkische aufgaben. - rundbr / 5

5 Wie wenig die Menschen mit türkischem Hintergrund tatsächlich in Deutschland integriert sind, zeigt sich auch im Verhalten der türkischen Verbände zur Armenien-Resolution des Bundestags und zuletzt in der Ausladung der türkischstämmigen Ausländerbeauftragten der Bundesregierung, die zunächst von der türkisch-islamischen Union in Deutschland zum "Fastenbrechen" eingeladen worden war. Daß Erdogan so ungeniert nach Deutschland hineinregieren und hier auch Wahlkampf für seine AKP betreiben kann, wobei 60 % der Türken in Deutschland diese Partei wählten, hilft sicher nicht der Integration. Schon gar nicht hilft der jetzt bekannt gewordene Plan, für die 3 Mio. mit türkischem Hintergrund eine eigene politische Partei in Deutschland zu gründen. * * * * * Hier können Sie diesen Rundbrief bewerten. - rundbr / 5

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