Internationale Migration von und nach Deutschland: Die neue Einwanderungswelle aus Südeuropa in Globaler Perspektive

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1 Internationale Migration von und nach Deutschland: Die neue Einwanderungswelle aus Südeuropa in Globaler Perspektive Nikola Sander Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital, Vienna Institute of Demography/Austrian Academy of Sciences Deutscher Geographentag 2013, Passau, Oktober

2 Neue Migration nach Deutschland Offizielle Statistiken deuten auf Änderungen der Migrationsmuster nach und innerhalb Europas hin Die wirtschaftliche Entwicklung und Arbeitsmarktsituation in Deutschland ist gut Arbeitnehmerfreizügigkeit der jüngeren EU-Mitgliedsstaaten seit 2011 Gibt es eine neue Gastarbeiterwelle? Wie stellen sich die Migrationsströme von und nach D im internationalen Vergleich dar? Wie ist die Position Deutschlands im Wettbewerb um die klugen Köpfe?

3 Millionen Destatis: Wanderungen von/nach D seit 1954 Zuzug und Fortzug von Ausländern pro Jahr, Registerdaten Zuzüge Fortzüge Früheres Bundesgebiet Deutschland

4 Millionen Destatis: Wanderungen von/nach D seit 1954 Saldo von Ausländern pro Jahr, Registerdaten Früheres Bundesgebiet Deutschland Was sagen die Zahlen aus?

5 Statistiken zur internationalen Migration Es gibt viele Möglichkeiten der Definition von Migranten: 1 Den Wohnsitz in ein anderes Land verlegen 2 Für ein Jahr als Erasmus-Student ins Ausland gehen 3 In einem Land leben in dem man nicht geboren wurde 4 In einem Land leben dessen Staatsbürgerschaft man nicht hat 5 Eltern haben die in einem anderen Land geboren wurden 6 Asyl in einem anderen Land suchen

6 Statistiken zur internationalen Migration Es gibt viele Möglichkeiten der Definition von Migranten Die UNO empfiehlt folgende Definitionen: 1 Den Wohnsitz in ein anderes Land verlegen long-term migrant, mind. 12 Monate beabstichtigte Aufenthaltsdauer 2 Für ein Jahr als Erasmus-Student ins Ausland gehen short-term migrant, 3-12 Monate 3 In einem Land leben in dem man nicht geboren wurde Migrationshintergrund, engerer Sinn 4 In einem Land leben dessen Staatsbürgerschaft man nicht hat Migrationshintergrund, engerer Sinn 5 Eltern haben die in einem anderen Land geboren wurden Migrationshintergrund, weiterer Sinn 6 Asyl in einem anderen Land suchen Flüchtling

7 Erfassung von Migrationsströmen Personen mit Migrationshintergrund werden in Volkszählungen und Bevölkerungsregistern erfasst. Definition über Staatsbürgerschaft oder Geburtsland: kaum Probleme mit der internationalen Vergleichbarkeit Keine Auskunft über den Zeitpunkt der Einwanderung. Wenig geeignet für Analysen aktueller Trends und für Bevölkerungsprojektionen Die Erfassung von Wanderungsströmen ist nicht harmonisiert: Art der Erfassung (z.b. Register, Volkszählung, Befragung) Zeitraum der Erfassung (1 Jahr, 5 Jahre) Transitionen oder Fallzahlen

8 Daten zum Bildungsgrad von Einwanderern Bildung von Migranten wird kaum erfasst! Nur Mikrozensus Anteil der Migranten mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss in Prozent Personen ohne Migrationshintergrund 18.0 Bevölkerung insgesamt 17.3 Personen mit Migrationshintergrund im engeren Sinn % mit Fachhochschul- oder Universitätsabschluss

9 Bildungsgrad verschiedener Migrantengruppen Personen mit eigener Migrationserfahrung (neuere Migration) am besten gebildet Personen mit eigener Migrationserfahrung 14.8 (Spät-)Aussiedler 11.4 Personen ohne eigene Migrationserfahrung % mit Fachhochschul- oder Universitätsabschluss

10 Bildungsgrad nach Herkunfsregion Migranten aus Amerika, Afrika und Asien höher gebildet als Gesamtbevölkerung Personen ohne Migrationshintergrund 18 Amerika 47 Asien 18 Afrika 18 Europa % mit Fachhochschul- oder Universitätsabschluss

11 Bildungsgrad nach Herkunftsland in Europa Migranten aus Russland und Rumänien mit mehr, aus Polen, Italien und Kroatien mit weniger Hochschulabschlüssen Personen ohne Migrationshintergrund Rumänien Russische Föderation Polen Griechenland Kasachstan Italien Türkei Serbien Kroatien Bosnien und Herzegowina % mit Fachhochschul- oder Universitätsabschluss

12 Aktuelle Forschung: Schätzungen von Strömen The Global Flow of People Guy Abel et al., Wittgenstein Centre, Wien global fü 196 Länder basierend auf UNO Daten zur bilateralen Verteilung von im Ausland geborenen Personen (foreign-born stock) Transitionsmatrizen über 5 jahre, bis Integrated Modelling of European Migration (IMEM) James Raymer et al., Southampton, UK innerhalb Europas basierend auf Eurostat Fallzahlen entsprechend UNO Definition järlich,

13 WiC: Neue Darstellung von Migrationsströmen

14 WiC: Schätzung , in Millionen

15 WiC: Schätzung , in Millionen

16 WiC: Schätzung , in Millionen

17 WiC: Schätzung nach Bildung, in Millionen

18 IMEM: Schätzung (median), 2008, in 10,000

19 Destatis Registerdaten nach GNI, 2007, in 10,000

20 Destatis Registerdaten nach GNI, 2011, in 10,000

21 Fazit: eher keine Gastarbeiter 2.0 Intensität der neuen Einwanderungswelle aus Südeuropa im globalen und zeitlichen Vergleich relativ gering Saldo: Rückwanderung von Spätaussiedern nach D aus ehem. UDSSR hat in letzten Jahren stark abgenommen. Bildung von Einwanderern wird in naher Zukunft ein immer wichtigeres Thema werden. Wanderungen nach Deutschland tendenziell weniger hoch gebildet als in anderen Ländern Aber höher als frühere Einwanderungswellen und starke Unterschiede nach Herkunftsland. Einwanderung von Ländern mit geringerem Einkommen, Abwanderung in Länder mit höherem - entspricht Neo-ökonomischer Theorie.

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