Kompetenzerwerb Jugendlicher durch ein freiwilliges Engagement

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1 Vortrag am TALENTUM, 29. November 2016 Kompetenzerwerb Jugendlicher durch ein freiwilliges Engagement Maria K. Pavlova, Friedrich-Schiller-Universität Jena

2 Übersicht Definitionen Modelle Empirische Beweise Subjektiver Kompetenzerwerb Objektiv gemessener Kompetenzerwerb Auswirkungen im Beruf und im Leben Fazit Die Rolle der Familie

3 Definitionen Bürgerschaftliches Engagement freiwillig und i.d.r. unentgeltlich aufs Gemeinwohl gerichtet i.d.r. organisiert Ziviles oder soziales Engagement den Anderen unmittelbar helfen Politisches Engagement das System/die Politik verändern

4 Engagementquoten Quelle: Freiwilligensurvey 2014 (Simonson, Vogel & Tesch-Römer)

5 Engagementquoten Quelle: Freiwilligensurvey 2014 (Simonson et al.)

6 Engagementquoten Quelle: Freiwilligensurvey 2014 (Simonson et al.)

7 Modelle Welche Kompetenzen? gesellschaftlich-politische soziale und persönliche berufsspezifische Durch welche Mechanismen? Freiwilligkeit, hohe Motivation eine Art der Arbeit, Lernen im Handeln soziale Interaktion, soziales Kapital Düx et al., 2009; Piliavin & Siegl, 2014

8 Empirische Beweise: Subjektiver Kompetenzerwerb Quelle: Freiwilligensurvey 2014 (Simonson et al.)

9 Empirische Beweise: Objektiv gemessener Kompetenzerwerb Befragung von Erwachsenen mit oder ohne Engagement im Jugendalter Früher Engagierte Stärkeres politisches Interesse, alle Formen des Engagements werden öfter ausgeübt Viel mehr organisatorische, Leitungs- und pädagogische Erfahrungen Beruflich eher im Gesundheits-, Bildungs- oder Sozialbereich tätig Düx et al., 2009

10

11 Empirische Beweise: Objektiv gemessener Kompetenzerwerb Befragung von engagierten und nicht engagierten Erwachsenen Dauer bzw. Intensität des Engagements weisen positive Zusammenhänge auf mit Hilfs- und Kompromissbereitschaft, Wertepluralismus, Zuhören mit Durchsetzungs- und Entscheidungsfähigkeit, Konfliktbereitschaft, Extraversion mit emotionaler Stabilität und Belastbarkeit Kanning & Woike, 2015

12 Empirische Beweise: Auswirkungen im Beruf und im Leben Schulische/berufliche Auswirkungen bessere Noten gehobenere Berufe höhere Gehälter Andere Auswirkungen geringerer Alkohol- und Drogenkonsum weniger Verhaltensprobleme manchmal auch höheres Wohlbefinden Piliavin & Siegl, 2014; Ruiter & De Graaf, 2009; Wilson & Musick, 2003

13 Fazit Viele indirekte Hinweise darauf, dass Engagement einen Kompetenzerwerb bei Jugendlichen fördert Kaum direkte Beweise für kausale Einflüsse des Engagements Selbstauslese bleibt ein wichtiger Faktor Engagement als Indikator der auf dem Arbeitsmarkt erwünschten Eigenschaften

14 Die Rolle der Familie Familiäre Faktoren des Engagements Elterliche Bildung, Stellung im Beruf Elterliches Engagement Ausdrückliches Befürworten des Engagements durch Eltern Nur positives emotionales Klima und soziale Unterstützung durch Eltern reichen nicht aus, um Engagement zu fördern Fletcher et al., 2000; Janoski & Wilson, 1995; Mustillo et al., 2004; Pavlova & Silbereisen, 2015; Pavlova et al., 2016

15 Bürgerschaftliches Engagement steht für verschiedene Kompetenzen Auch wenn kausale Einflüsse schwer zu beweisen sind, lohnt es sich für Jugendliche zu engagieren aber nur wenn sie es wirklich freiwillig tun

16 Literatur Düx, W., Prein, G., Sass, E., & Tully, C. J. (2009). Kompetenzerwerb im freiwilligen Engagement. Eine empirische Studie zum informellen Lernen im Jugendalter. Wiesbaden, Germany: Springer VS. Fletcher, A. C., Elder, G. H. Jr., & Mekos, D. (2000). Parental influences on adolescent involvement in community activities. Journal of Research on Adolescence, 10, Janoski, T., & Wilson, J. (1995). Pathways to voluntarism: Family socialization and status transmission models. Social Forces, 74, Kanning, U. P., & Woike, J. (2015). Sichtung von Bewerbungsunterlagen: Ist soziales Engagement ein valider Indikator sozialer Kompetenzen? Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 59, Mustillo, S., Wilson, J., & Lynch, S. M. (2004). Legacy volunteering: A test of two theories of intergenerational transmission. Journal of Marriage and Family, 66, Pavlova, M. K., Körner, A., & Silbereisen, R. K. (2015). Perceived social support, perceived community functioning, and civic participation across the life span: Evidence from the former East Germany. Research in Human Development, 12,

17 Literatur Pavlova, M. K., Silbereisen, R. K., Ranta, M., & Salmela-Aro, K. (2016). Warm and supportive parenting can discourage offspring's civic engagement in the transition to adulthood. Journal of Youth and Adolescence, 45, Piliavin, J. A., & Siegl, E. (2014). Health and well-being consequences of formal volunteering. In D. Schroeder & W. G. Graziano (Eds.), The Oxford handbook of prosocial behavior. Ruiter, S., & De Graaf, N. D. (2009). Socio-economic payoffs of voluntary association involvement: A Dutch life course study. European Sociological Review, 25, Simonson, J., Vogel, C., & Tesch-Römer, C. (Eds.). (2017). Freiwilliges Engagement in Deutschland: Der Deutsche Freiwilligensurvey Wiesbaden, Germany: Springer. Wilson, J., & Musick, M. A. (2003). Doing well by doing good: Volunteering and occupational achievement among American women. The Sociological Quarterly, 44,

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